igen 16. gebr. errichtet: tadtkirche: tadtkirche: urgkirche: 0. urgkirche: Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 15. Mittwoch den 19. Februar Der redliche Sohn. (Fortſetzung.) 4. Dorothea ſaß in ihrem Kämmerchen. Es nachtete läͤngſt ſchon draußen, aber noch tiefdunkler als die Schwärze der Mitternacht war es in ihrem Gemüthe. Wie wär' es auch möglich zu ſchildern, was in ihrem Innern vor⸗ ging; wie wäre es möglich, auch nur im Schattenbilde zu zeichnen jenen Widerſtreit ſich feindlich begegnender Verhältniſſe, die den ſonſt lichten Traumhimmel ihrer Ju⸗ gendtage gewaltig erſchütterten. Qualerregend war ihr der Gedanke an den alten Vater im Schuldthurm, erhebend dann der Blick auf Guſtav und vernichtend die leiſeſte Er— innerung an Vernet. Es war zuviel für das ſchwache Mädchen. Dorothea wollte weinen, aber der Thränenquell ſchien ausgetrocknet und verſagte ſeinen Troſt, und dabei beſaß ſie keinen vertrauten Menſchen im Dörfchen, in deſſen Bruſt ſie allen ihren Gram hätte ausſchütten konnen. Mit jedem Stundenſchlage ſtieg ihre Angſt, ob denn Guſtav komme, zur Rettung des Vaters. Einen Wunſch hegte ja nur ibr edles Herz, nämlich ihren geliebten Bruder wiederzuſehen und ihm vorzuführen in ungeſchminkter Er— zählung die ganze Wüſte des häuslichen Elends und ihn anzuſpornen, daß er Mittel erſinne, welche auf rechtlichem Wege den armen Vater befreien. Aber wie wäre ſolches möglich, der Bruder hatte ja doch auch keinen Geldüber— fluß. Das zerriß wieder den Blumenkranz ihrer Hoffnung, deren Schimmer gar oft täuſcht, wie das Irrlicht, welches die Augen blendet und den irren Wandler, der ihm nach⸗ folgt, in Moorgründe verſinken läßt. Wiederholt fühlte ſie den Drang in's Freie hinauszuſtürzen, um dort unter Gottes freiem Himmel ihr Leid auszuklagen und ihren Seelenſchmerz auszujammern. Das Kämmerchen ward der guten Tochter gleichſam zu enge, zu dumpf. Ihr Geiſt war des Troſtes bedürftig. Wo und wie ſollte dem unglücklichen Weſen Ruhe werden, das vor dem ſehnſüchtigen Blick keine Ausſicht zur Rettung für den Vater hatte? Eben bemerkte ſie bei dem Schauen durch das Fenſter, wie ſo ſtill der Mond am Himmelsge— wölbe heraufſchwamm. Der Friedhof lag gar friedlich im Dämmerſtrahle des Mondes. Stille waltete ringsum. Dorothea ſchaute hinaus und zurück und legte die Hand vor die glühende Stirn. Sie beſah den ſchmalen Pfad, der von ihrem Hausgärtchen gerade zu dem Gefilde der 1851. Todten führte, und plötzlich eilte ſie zu den Gräbern hin— aus und ſtand auch ſchnell an dem Leichenſtein über der Gruft ihrer Großmutter und ihrer Mutter. Der weiße Leichenſtein glänzte wie das blaſſe Antlitz der Schwermuth im Mondlichte, und die goldene Inſchrift war vom Laub des Cypreſſenbaumes überweht, der um den ganzen Hügel ſeine Zweige verbreitete. Die Blumen, von Dorothea in die Mitte des Grabes hingepflanzt, als blühten ſie aus dem Herzen der Mutter hervor, waren benetzt von hell— funkelnden Thautropfen. Alles war ſo ſchweigſam und nur die Trauerbäume ſchüttelten geiſterhaft ihre Aeſte, vom Hauche der Nachtluft hin und her bewegt.„Süß muß die Ruhe der Todten ſein unter der Moosdecke hier!“ flüſterte Dorothea und nannte mit Andachtsbeben den Namen der guten Mutter. Sie bog ſich auf den Grabſtein nieder um den erbaulichen Spruch zu leſen, welchen Guſtav ehe— deſſen für die verſtorbene Großmutter verfertigt hatte: Dir auch hat vom Dulderherzen All' die Neſſeln ſcharfer Schmerzen, Die ſo ſchwer, ſo heiß gedrückt, Sanft der Tod nun abgepflückt! Was dein Herz in frommen Stunden Oft erſehnt, haſt du gefunden; Freiheit von der Pilgerlaſt, Nach den Kämpfen ſüße Raſt! Weile drum, wo den Gerechten Gottes Engel Palmen flechten, Wo, entriſſen jeder Pein, Leuchtet dir Verklärungsſchein! — 5 Ihre Thränen vermiſchten ſich mit den Thautropfen auf den Blüthenblättern umher. Dorothea betete für die Seele der Entſchlafenen und betete zu Gott für das Heil ihres ſo ſchwer heimgeſuchten Vaters; und als theile er mit ihr gleiche Gefühle, ſo ernſt ſah der Vollmondſchein herunter und verſilberte die Flur der Verweſung. Das Gewieher eines Pferdes wurde vernehmbar und der heftigſte Peitſchenknall kuarrte durch die Lüfte. Dorothea fuhr zitternd auf vor Furcht und wagte mit halbem Blick nach der Gegend hinzuſpähen, aus welcher das Getöſe kam. Sie glaubte einen boͤſen Geiſt zu ſehen. Ein Reiter im dunkeln Mantel ſauſte daher; ſo ſchnell ſchießt kein Stern ſeine Lichter, als der mit ſeinem Rappen zu fliegen ſchien. Hellaufwiehernd bäumte ſich das Roß, von Schaum umſprudelt, und mit jedem Satze rief es das Echo der Gräber und der Bergklüfte hervor, welches dann hohl und ſchauerlich durch die nahe Waldung fort— — 88 dröhnte. Der unerwartete Reiter machte bei dem Eingange des Kirchhofes Halt, verhüllte mit dem Mantel ſeinen Rappen und band ihn feſt an dem eingeſunkenen Linden— ſtamme, welcher den Vorübergehenden am Tage zum Ruhe⸗ platze diente. Die Geſtalt hatte ſo viel Unheimliches, daß Dorothea vor Furcht hätte in die Erde verſinken mögen. Die Dorfglocke ſchlug zwölf. Der Räthſelvolle bewegte ſich in die Mitte des Kirchhofes. Sein Antlitz war bleich und die Stirne von zerſtreut flatternden Haaren verdeckt. Das Mädchen, von dieſer nächtlichen Erſcheinung ſcheu zurückbebend, verbarg ſich hinter den Leichenſtein des Muttergrabes, ſtrich die aus dem Nachthäubchen hervor⸗ quellenden Haarlocken über den Nacken und verhielt den leiſeſten Athemzug, um ſich nicht zu verrathen. Der Un⸗ bekannte murmelte unverſtehbare Worte vor ſich hin und tappte, manchen Schädel und Todtenknochen mit den Sporen hinter ſich aufſchleudernd, über die Gräber und blieb vor dem Hügel ſtehen, hinter deſſen Geſtein und Baumſchatten das vielgeängſtigte Mädchen ſich hingekauert hatte.. „Gute Mutter, könnteſt Du fühlen, was in dieſer meiner Bruſt ſich regt: wie jeder Gedanke der Rettung meines armen Vaters und der Beglückung meiner leidenden Schweſter gewidmet iſt, Du würdeſt gewiß mein Wirken ſegnen! Deine Seele bitte Gott für mich, daß er mit mir ſei und damit das Werk gelinge!“ f Mit dem Ausdrucke banger Wehmuth, aber auch mit dem Ausdrucke des chriſtlichen Vertrauens hauchte die Ge⸗ ſtalt dieſe Worte aus, und das ſchwarze glänzende Auge blieb an dem Boden geheftet. Dorothea athmete ſchwer auf. Sie wechſelte Furchtempfindungen mit verhaltenem Lauſchen. Was ſie noch vernahm, war ein tiefes Seufzen, bis ſie die Worte deutlich verſtand:„Dein Guſtav wird Dir zur Seite ſein!“ 5 Leiſe liſpelte das Mädchen den Namen„Guſtav!“ und„Dorothea!“ hallte der ſüße, freudige Ruf an den Kirchhofwänden. Die ſchwarze Geſtalt richtete ſich raſch auf. „Schweſter! der Vater wird frei! Hier iſt das Geld und noch mehr!“ rief Guſtav Walther laut auf. Dorothea glich einer Verklärten im erſten Freuden⸗ rauſch. Guſtav, der männlichernſt bei dem Grabe geweilt, war nun für die ſeithin Trauernde wie ein tröͤſtlicher Gottes— bote aus jener Welt. Es war der edle Bruder ja, welcher ſpät in der Nacht erſt ankam. Er ahnte ſolches Wieder⸗ ſehen um die Mitternachtsſtunde nicht, obgleich ihm Doro⸗ thea geſchrieben, daß er das Grab der Mutter beſuchen und daß er dann erſt ihre kleine Wohnkammer betreten ſollte. Die Geſchwiſter ſtanden auf den Lichthöhen des Lebens. Ihre Herzen pochten hoch auf. Sie fühlten die reinſte Erdenſeligkeit in dem Bewußtſein, daß der Vater bald ſeiner Haft und dem Kerkerſtroh entriſſen würde. Dorothea wollte reden; ſichtbar wurde der Kampf auf ihren Lippen; die Sprache wollte ſich in Schilderungen ergießen, aber das Wort erſtarb und ihr Blick ruhte nur auf dem Auge des Bruders, in welchem ihr ein Himmel tagte. n„Ich weiß zu viel!“ ermannte ſich Guſtav,„ich habe Alles erfahren, ich habe, gleich Dir, Unendliches erduldet! Faſſe Dich, gutes Mädchen, Gottes Vorſehung hat ge— wacht! Ich habe 2000 Gulden, dafür machſt Du den Vater morgen frei und ich werde für dieſe Summe wieder Soldat; mit dem Ueberreſte des Geldes beſorgt das Läd— chen fort und nach drei Jahren, ſo Gott es will, bin ich wieder bei euch!“ Dorothea weinte und drückte dankbar die Hand des liebevollen Bruders. Sie kannte das Opfer, welches er brachte. Sie konnte nicht genug ſagen, was ſie Alles für den großmüthigen Retter ihres Vaters empfand. Die Geſchwiſter gingen langſam dem Wohnhauſe zu, wohin Guſtav ſein Pferd mitnahm. Der kleine Hund ſprang umher und bellte und beſah mit hellleuchtenden Blicken lange den Heimgekehrten. Guſtav belaſtete den Tiſch mit den Geldrollen, und das ärmliche Gemach, welches vorhin noch Zeuge des bitterſten Erdenwehes geweſen, wurde nun Zeuge von dem neuerblühten Glücke für die Bewohner deſſelben. (Jortſetzung folgt.) Die ſonderbare Erbſchaft. Von Max Roſenheyn. Gegen das Ende des ſiebenzehnten Jahrhunderts kamen zwei Engländer mit dem Paketboot nach Calais und kehrten hier bei einem Gaſtwirth, Namens Dulong, ein. Sie verlangten einige geräumige und bequeme Zim— mer, und nachdem ſie dieſe in Augenſchein genommen, ſchienen ſie ganz mit ihrer neuen Wohnung zufrieden zu ſein. Sie verzehrten viel, und da ſie pünktlich ihre Rech⸗ nungen bezahlten, ſo wandte der Wirth alle Sorgfalt an, ſo einträgliche Gäſte auf das Beſte zu bedienen. Nach einigen Wochen ließen die Fremden den Wirth zu ſich auf ihr Zimmer rufen. „Wir dürfen ſo bald nicht wieder nach England zu— rückkehren,“ fing der Eine an,„die Jahreszeit iſt ſchön, die Gegend gefaͤllt uns, und wir haben daher Luſt, hier noch wenigſtens Jahr und Tag zu bleiben; aber es iſt dabei eine Bedingung.“ Der Wirth fragte, was das für eine Bedingung wäre. „Unſere Zimmer ſind recht hübſch; doch alle nach vorn heraus, und in Ihrem Hintergebäude ſind keine, die dieſen gleichkommen. Wir gehen oft ſpät zu Bette und ſchlafen dann gern etwas lange. Das Geräuſch auf der Straße ſtört uns in unſerem Morgenſchlafe, und lieber Dulong, wenn man gut leben will, muß man auch gut ſchlafen können. Sie werden uns für ein wenig närriſch halten, aber wir haben nun ſchon einmal unſere Grillen. Unſere Umſtände ſind ziemlich gut, Sie ſind ein gefälliger Wirth und wir befinden uns bei Ihnen ſehr wohl. Es hängt nur von Ihnen ab, ob Sie uns noch lange bei ſich behalten wollen oder nicht. Würden Sie nun wohl unſertwegen, verſteht ſich, mit uns zur Hälfte, eine nicht ſehr bedeutende Ausgabe übernehmen?“ Dulong hatte ſeit zwei Monaten ſowohl von den beiden Engländern als auch von ihren Landsleuten, die ſie vielfältig an ſich zogen, bedeutenden Gewinn gehabt. Er verſtand ſich alſo zu jeder billigen Forderung. „Die Sache ſelbſt iſt nicht ſchwierig,“ nahm der Andere das Wort.„Sie haben hinter Ihrem Hauſe einen kleinen verwilderten Garten, den Sie aber nicht zu be— nutzen ſcheinen. Der wäre uns recht gelegen. Es kommt nur darauf an, daß an der alten Gartenmauer ein kleines Gebäude, gerade groß genug für uns Beide, errichtet wird. Wir wollen die Koſten mit Ihnen zur Hälfte tragen, und wenn wir wegreiſen und Sie verlaſſen, ſo bleibt es Ihr Eigenthum, und Sie können damit ſchalten und walten, wie es Ihnen beliebt.“ Der Wirth war mit dieſem Vorſchlage zufrieden; er ließ ſogleich einen Bauverſtändigen rufen, den Riß ent⸗ werfen und das Gebäude eiligſt errichten. Die Fremden zogen ein und führten ihre alte Lebens— weiſe unverändert fort. Zwei Monate darauf nahmen ſie von dem Wirthe auf drei Tage Abſchied, um in der Nachbarſchaft von Calais einer Jagdeinladung Folge zu leiſten. 10 4 Wit verlaſ herzliches U der Mann, alle Mühe Theil des Das haus, hinter demſel Olne Zweif ber Einnahn ländern geh' alſo nicht z den beträc nicht foribt der dicken fähr ſechs lichen Zufa aus der O von der J ſteht auch werden es Weg eingeſ⸗ Verzeihen S halten Sie, lichkeit, dieſe ten Möbeln wir noch be England nu ——— Bekannte Ed (217) Ju den Jr 0 leroheim, ig! Do 55 Do befimmt word bekannte Gau, ua) 8 brmittagg Nabe Behuzauſe eine Hund euchtenden aſtete den , welches geweſen, e fur die rhunderts ich Calais s Dulong, ueme Zim⸗ jenommen, frieden zu hre Rech, rgfalt an, n. Nach u ſich auf agland zu⸗ iſt ſchön, Luſt, hier ber es iſt Bedingung alle nach feine, die Bette und h auf der und lieber auch gut 3 narriſch re Grillen. gefälliger ange bei nun wohl le nicht Es tommt 0 walten, frieden; el u Niß em alte Lebens“ n Victhe 45 haft von 5 — Die drei Tage waren verfloſſen, es verſtrichen noch acht, noch vierzehn Tage, aber die beiden Engländer kehr⸗ ten nicht zurück. Der Wirth war endlich uͤber das lange Ausbleiben ſeiner Gäſte unruhig, und da ſie die Schluͤſſel des kleinen Gebäudes mitgenommen hatten, ſo konnte er es nicht anders als mit Hülfe eines Schloſſers öffnen laſſen. Um ſich keiner Verantwortung auszuſetzen, zeigte er den Vorfall der Behörde an. Dieſe ſchickte einen Be— amten an Ort und Stelle, in deſſen Gegenwart das Ge— bäude geöffnet wurde. Als Dulong mit dem Beamten in's Zimmer trat, fand er einen offenen Brief auf dem Tiſche, folgenden Inhalts: ö „Beunruhigen Sie ſich nicht um uns lieber Dulong. Wir verlaſſen Sie zufrieden, um Ihnen nicht ein recht herzliches Lebewohl zu ſagen. Sie ſind ein zu gutdenken— der Mann, um es uns übel zu nehmen, daß wir uns alle Mühe gegeben haben, wieder zu dem Beſitze eines Theils des Nachlaſſes unſerer Vorfahren zu gelangen. Das Haus, welches ſie bewohnen, und der kleine Garten hinter demſelben, gehörten nämlich vormals unſerer Familie. Ohne Zweifel wiſſen Sie, daß der Herzog von Guiſe bei der Einnahme von Calais, das 210 Jahre lang den Eng— ländern gehört hatte, dort alle Britten verjagte. Es iſt alſo nicht zu verwundern, daß einer unſerer Vorfahren den beträchtlichſten Theil ſeines Vermögens, den er nicht fortbewegen konnte, in Calais zuruͤckließ und in der dicken Mauer Ihres Gartens verbarg. Vor unge— fähr ſechs Monaten entdeckten wir dies durch einen glück— lichen Zufall in alten Familienpapieren. Sie werden ſich aus der Oeffnung in der Mauer, die wir gemacht haben, von der Wahrheit unſerer Angabe überzeugen; überdies ſteht auch noch die leere Schatzkiſte zur Anſicht da. Sie werden es nicht für unrechtlich finden, daß wir dieſen Weg eingeſchlagen haben, um unſern Zweck zu erreichen. Verzeihen Sie unſere Liſt, werther Herr Dulong, und be— halten Sie, als ein geringes Merkmal unſerer Erkennt— lichkeit, dieſes Häuschen mit ſämmtlichen von uns gekauf⸗ ten Möbeln als Ihr künftiges Eigenthum. Eins müſſen wir noch bemerken, daß Nachforſchungen über uns in England nur fruchtlos ſein würden, indem Sie uns nur unter fingirtem Namen kennen. Leben Sie nochmals recht wohl, lieber Dulong, und behalten Sie uns ebenſo in gutem Andenken, wie wir Sie nie vergeſſen werden.“ Miszellen. Der Gubitz'ſche„Volksgeſellſchafter“ enthält folgen— des Geſpräch zwiſchen Kaiſer Paul und dem Grafen Roſtopſchin:„Warum ſind ſie nicht Fürſt?“ fragte Paul. —„Weil mein Vater, als er die Tartarei verließ, um ſich in Rußland anzuſiedeln, im Winter nach Petersburg kam,“ erwiderte der Gefragte.—„Wie hatte dies Bezug auf Ihren Rang?“ fragte der Kaiſer.— Roſtopſchin er— widerte:„Meinem Vater wurde damals ein Zobelpelz oder der Fürſtentitel angeboten. Es war aber ſehr kalt, und darum zog er den Pelz vor.“—„Meine Herren,“ ſagte der Kaiſer zu den umſtehenden Fürſten,„Sie haben ſich demnach Glück zu wünſchen, daß Ihre Herren Vor— fahren nicht im Winter nach Rußland gekommen ſind.“ Nach einer Theatervorſtellung wurden dem Humo— riſten Saphir die Mitglieder der Bühne und unter andern auch der Souffleur, vorgeſtellt.„Ich freue mich außerordentlich, Sie, Herr Souffleur, perſönlich kennen zu lernen,“ bemerkte Saphir:„denn ich habe ſchon viel von Ihnen gehört.“ Das perſoniſizirte Gedächtniß der Schauſpieler war über dieſe Aeußerung ſehr erfreut, ſchwieg jedoch, als Saphir hinzufügte—„und zwar heute Abend, wo Sie ſehr laut ſoufflirt haben.“ „Ich habe dich nicht vergeſſen,“ ſagte der Lord.. ein Sonderling auf ſeinem Sterbebette zu ſeinem Bedien— ten, der viele Jahre bei ihm gedient hatte;„ich werde Dir etwas vermachen, damit du noch nach meinem Tode auf mein Wohlſein trinken kannſt. Du wirſt es in dem alten Eckſchranke finden, den ich Dir zugleich ſchenke.“ Der Bediente dankte mit thränenden Augen, und erwartete ein anſehnliches Geſchenke an Geld für ſeine langen und treuen Dienſte. Als der Lord todt war, hatte er nichts eiliger zu thun, als den Schrank zu öffnen; er fand darin — einen Häring. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. U N NN Edicetalla dung. (217) In Folge Concurserkenntniſſes gegen den Israeliten Heinemann Bamberger zu Bel⸗ lersheim, iſt Liquidationstermin auf Donnerſtag den 6. März 5 beſtimmt worden, und haben bekannte wie un⸗ bekannte Gläubiger, bei Vermeidung Ausſchluſſes, ihre Forderungen anzuzeigen, auch wegen der ferneren Behandlung des Concurſes, ſowie wegen etwaigen Vergleichs ihre Erklärung abzugeben, indem ſonſten nach den Beſchlüſſen der Mehr⸗ heit der erſcheinenden Gläubiger verfügt wer⸗ den wird. Hungen den 26. Januar 1851.. 1775 Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. 100 Gulden (240) liegen im Kirchenkaſten zu Rodheim vor der Höhe zum Ausleihen bereit. Der Kirchenvorſtand. Holz⸗Verſteigerung. 0) Donnerſtag den 20. Februar l. J., 1 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Freiherrlich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſeleck nachſtehendes Holz öffentlich an den Meiſtbietenden unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden: 18 eichen Bauſtämme, eirca 2966 Cubikfuß enthaltend, 32 Stecken eichen Scheitholz, 5 Prügelholz, 2„ birken„ 4925 Stück eichen und birken Wellen, 7 1 4062„ tannen Wellen, 18 T—“»„Backwellen und 2300„ tannene Bohnenſtangen. Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſeleck. Friedberg den 10. Februar 1851. In Auftrag: Fa a b. Mobiliar-Verſteigerung. (256) Mittwoch den 26, Februar d. J. und die darauf folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr an, wird der Mobiliar-Nachlaß des dahier ver— ſtorbenen penſionirten Gr. Stabsarzt Renz in deſſen Behauſung in der Burg öffentiich meiſt- bietend verſteigerk. Die zur Verſteigerung kom⸗ menden Gegenſtände beſtehen in Gold, Silber, Porzellan, Glas, Holzwerk, Fäſſer, Meubeln verſchiedener Art, Bettwerk, Kleider, Weißzeug, ſowie ſonſtigen verſchiedenen Haushaltungsgegen— ſtänden, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 13. Februar 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Beger. Fruchtverſteigerung zu Buß bach. (278) Dienſtag den 4. März d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden zu Butzbach in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hofe von den 1850r Früchten des fiscaliſchen Speichers daſelbſt öffent— lich verſteigert: 53 Malter Korn, 10 Malter Gerſte und 12 Malter Hafer. Friedberg den 12. Februar 1851. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Buß Bekanntmachung, betreffend Brenn- und Bau-, Werk- und Nutz⸗ holz-Verſteigerung in den Großh. Domanial⸗ waldungen des Reviers Oberrosbach. (279) Dienſtag den 25. d. M. werden in den bei Oberrosbach gelegenen Walddiſtrikten Mainzerhecken und Kellerberg an die Meiſt— bietenden öffentlich verſteigert: 4% Stecken buchen, 19½ Stecken eichen Scheitholz; 3 Stecken buchen, 24½ Stecken birken und eichen, 1 Stecken aspen Prügelholz; 8 Stecken buchen, 92 Stecken birken und eichen Stockholz; 554 Wellen buchen, 3025 Wellen birken und eichen, 700 Wellen aspen Reiſerholz; 38 Stämme eichen Bau- und Werkholz, bis zu 27 Zoll Durchmeſſer und 40 Fuß Länge; 1 Stück Eichenwerkholz-Stange. Zeit und Ort der Zu ſam menkunft: Morgens 8 Uhr, am dicken Eichbaum im Weſter⸗ feld'ſchenwald. Erſt werden ausgeboten, 7 zu Wagnerholz geeignete Stämme und Stangen; dann folgt birken und aspen Prügel-, Stock- und Reiſer⸗ holz in den Mainzerhecken; nächſt dem buchen und eichen Scheit⸗, Prügel⸗, Stock- und Reiſer⸗ holz im Kellerberg und zuletzt die Eichenbau⸗ holz⸗Klötze daſelbſt. Oberrosbach den 11. Februar 1851. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Holz⸗Verſteigerung (280) Donnerſtag den 20. l. M., Morgens 10 Uhr, ſollen in dem Wölfersheimer Gemeinde- wald: 17 45 Stecken buchen Scheitholz J. Claſſe, 27 13„„ Prügelholz, 3) 16„„ Stockholz, 4) 42„„ Reisholz, eichen Scheitholz, 6) 33„„ Prügelholz, 726„„ Stockholz, 8) 47„„Reiſerholz, 9) 5 Schichten Salweiden Fachgerten, 10) 57 Stück eichen Bau- und Werkholzſtämme, 5690 Cubikfuß haltend, 11) 5 Stück buchen Werkholzſtämme, 436 Cubikfuß haltend, 12) 8 Stück Hackklötzer für Metzger, verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am Eingang des Waldes auf der Hoheſtraße. Wölfersheim den 16. Februar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter ee een Holz-Verſteigerung. (281) In dem Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſchen Walde zu Wickſtadt, Diſtriet Kühloch, ſollen Montag den 24. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: 58 Stecken buchen, 2 Stecken eichen Scheitholz, 28„, e„„ Prügelholz, 51„ 30„„ Stockholz, 86 1„ 26„„ Reisholz, 11 Stämme eichen Werkholz von 8-12“ Durch⸗ meſſer und 20-307 Länge. Forſthaus Beinhards am 15. Februar 1851. Der Gräfliche Revierförſter des Reviers Aſſenheim ar e ee en d ντνιιτιιννετ Privat- Bekanntmachungen. Zu m Ve g uf e n. (282) Ein neuer zweiſpänniger Wagen mit eiſernen Axen, der erſt drei Wochen gemacht iſt, ſteht zu verkaufen bei Johannes Velte in Büdesheim. ee mee (283) Alle Diejenigen, welche bis zum 1. Marz d. J. das von mir am 5. Auguſt 1850 zu Niederwöllſtadt erkaufte Grummetgras noch nicht bezahlt, haben ſich eine gerichtliche Mahnung ſelbſt zuzuſchreiben. Friedberg am 14. Februar 1851. G. He hm lt. . Bekanntmachung. (284) Künftigen Dienſtag den 25. Februar d. J., Vormittags 9 Uhr, läßt Unterzeichneter Nachſtehendes in ſeiner Wohnung unter den vor der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen meiſtbietend verſteigern: 1) ein achtjähriges Wallachpferd, 2) zwei Kühe, 3) einen einſpännigen Wagen, 4) einen Pflug und Egge, 5) ein Pferdegeſchirr, 6) Joche für Rindvieh, 7) ein Waſſer⸗ oder Pfuhlfaß, 8) verſchiedene Ketten und ſonſtige Oekonomie— geräthſchaften, und 9) drei Stecken eichen Scheitholz. Ockſtadt am 16. Februar 1851. Harth, Oberförſter. An e (285) Samſtag den 22. Februar, Vormit⸗ tags um 11 Uhr, läßt der Unterzeichnete in ſeinem Garten in der Spülgaſſe zwei vorzüg⸗ lich ſchöne Pappelbäume von 61 Fuß Länge und 2½ Fuß Durchmeſſer einer freiwilligen Verſteigerung ausſetzen. Bußbach den 15. Februar 1851. Daniel Sommerlad, Steindeckermeiſter. Zum Vermiethen. (2860 Ein Logis mit einem Laden, welches bis den 1. Mai d. J. bezogen werden kann, hat zu vermiethen Georg Buchecker. Annonce. (287) Sehr ſchönes leinenes und baumwol⸗ lenes Einſchußgarn zu billigen Preiſen, ſowie auch eine neue Sendung Flachs iſt dieſer Tage bei mir angekommen. Butzbach den 16. Februar 1851. Moſes Mayer. Maskenball im Hôtel Trapp. Sonntag den 23. Februar. (288) Eintrittskarten für einzelne Perſonen, 4 30 kr., ſind bei den Herren Kaufmann Mack, Friedrich Schäfer und im Hötel Trapp zu haben. Diejenigen Herren, welche ſich den projektirten Maskenzügen anſchließen wollen, werden erſucht, ſich Mittwoch den 19. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Lokale des Unterzeichneten gefälligſt einzufinden. 5 Namens des Vorſtands: L. C. Trapp, Nachfolger. 12 Dung ⸗Gyps. Zu meinem in Niederwöllſtadt beſtehenden Geſchäſte in Dielen, Bauholz, Ruhrer Steinkohlen Platten halte ich jetzo auch beſtändig ung⸗ Gyps auf dem Lager und verſichere meine geehrten Abnehmer der billigſten Bedienung. Fried. Lud. Böing. era ſſch e Ane ge (289) So eben iſt erſchienen und bei E. Bindernagel in Friedberg zu haben: Zur Regierungsgeſchichte Großherzoglhums Heſſen. Zuſammenſtellung von Geſetzen, Verordnungen und landesherrlichen Verkündigungen von 1816 bis 1830. Ein Handbuch für heſſiſche Bürger. Herausgegeben Dr. Joſeph Mayer. brochirt. Preis 28 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. abfolgt den ſind Ein Bf Ein 8e mit dem Aus Gerechtigkeit! Paſchas. d zu ſagen. und ein Stü Bohnen, M Pascha jedes war ſchon, bar und ich meines Vat (Ortsvorſte Landes, und Sclaven n. Bohnen und inab. Die Heerde an! mit meinen! aufgang, mit u geben. E lagte deinen uch das 3. Diwan wie gefertigt,, verzierten ihn dem Fe