aller... au, t n unterzeichnet „ in Enpfa * a ntelligenz-Blatt Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Sonnabend den 15. November 1851. Der Sieben te., un n Büdi 1— Eine Geſchichte von W. O. v. Horn. Im Sommer des Jahres 1849 beſuchte den, der die Spinnſtube ſchreibt, ein alter Freund, den er in faſt dreißig Jahren nicht wiedergeſehen hatte. Ihr mögt wohl denken, liebe Leſer, daß es da Viel zu erzählen gab und Viel zu fragen. Unter Anderm erzählte mir der Freund die nachfolgende Geſchichte, die er in einer der größeren . Städte des Rheinlandes erlebt hatte. and 1 Alles in der Welt hat ſeine zwei Seiten, ſprach der en Freund, ſo iſt's auch mit der Gewerbefreiheit. Da löst Friedberg jeder Bub, der kümmerlich ausgelernt hat, ſeinen Gewer⸗ beſchein und ſetzt ſich als Meiſter und da er doch keiner ill iſt und auch keiner wird, ſo drückt er durch wohlfeile Preise . und Pfuſcherei das Handwerk herunter und wird doch ein plisthel Lump, macht aber auch andere ehrliche Meiſter zu Lumpen. N Das hab' ich einmal recht bitterlich erfahren, als ich noch Dub, Proz. in C. wohnte. Da hatte ich einen Schuſter, einen recht 7 verſtändigen und braven Mann, der tüchtige Arbeit lie⸗ ferte, aber dennoch ſehr arm war. Meine Hausleute, die mir ihn empfohlen hatten, erzählten mir, daß er eine benen, ebenſo brave und wackere Frau habe, aber, bei ſechs Kin⸗ gallen, fl dern dennoch nicht ſo viel zu verdienen um Stande ſei, „eta daß er ſich einmal einen ordentlichen Ledervorrath anſchaf⸗ c fen könne. Die ſechs Buben machten ihm viele Koſten, 1 za und doch ſei keiner derſelben noch ſo weit, daß er Hülfe en a leiſten könne. Ich nahm an der Familie einen um ſo ſoß deren a0 größeren Antheil, je mehr Gutes ich von ihr hörte. Meine won in 9% a Atliche 1. 479 kr. U abgelegten Kleidungsſtücke erhielt Meiſter Dörfler, ſo hieß der Schuſter, und ſeine Frau wußte mit großem Geſchick daraus die ſtattlichſten Kleider für ihre Buben zu machen. Dafür verrichtete mir der Aelteſte, wenn er aus der Schule t kam, allerlei kleine Dienſte und bei dem Vater und der Mutter ſtand ich in hohen Ehren.— Eines Tages trat, nachdem ich ihn hatte rufen laſ⸗ 1851 ſen, Meiſter Doͤrfler in meine Stube, um mir ein Paar Stiefeln anzumeſſen. Der Mann war heute nicht ſo fröh⸗ „lich und freundlich, wie ſonſt, und manchmal hörte ich einen 0 tiefen Seufzer, den er vor mir zu verbergen ſuchte. Als b das Anmeſſen beendet war, reichte er mit großer Verle— genheit eine kleine Rechnung. Es waren etwa nur acht bis zehn Groſchen, die ich ihm für Kleinigkeiten noch I ſchuldete. 3 9 6 Vergeben Sie, ſagte der arme Mann, daß ich die Kleinigkeit jetzt fordere; ich brauche das Geld gar zu noth— wendig, denn— denn— Ei, fiel ich ihm in die Rede, warum wollen Sie da entſchuldigen? Ich bin es Ihnen ſchuldig und Sie hätten mir längſt ſagen ſollen, wie viel es betrüge, denn ich wußte es ja nicht. Als ich ihm das Geld reichte und in ſeine Augen blickte, ſah ich Thränen darin. Das ergriff mein Herz.— Es ſtehen Thränen in Ihren Augen, Meiſter Dörfler, ſagte ich. Was iſt Ihnen? Laſſen Sie mich Ihr Leid wiſſen! Setzen Sie ſich und erzaͤhlen Sie mir. Ich nöthigte ihn, ſich niederzuſetzen, und nun hob er, nachdem er ſich die Thränen getrocknet, an und ſagte: Ach, was unter andern Umſtänden uns recht glücklich machen würde, müſſen wir bei unſrer Armuth als ein Unglück be⸗ klagen. Kaum vermögen wir, meine brave Frau und ich, durch Fleiß und Sparſamkeit unſere ſechs Kinder und uns zu ernähren, den ſchweren Hauszins zu bezahlen und uns ehrlich durchzuſchlagen. Nun hat uns Gott abermals mit einem Knaben dieſe Nacht geſegnet. Das iſt der Siebente. Nun kann lange meine Frau nicht arbeiten und ich bin auch gehemmt. Und es iſt als wieder Einer mehr, der ernährt, erzogen und gekleidet ſein will. Ich ſah mit aufrichtigem Mitleid den armen Hand⸗ werksmann an und ſuchte ihn zu tröſten. Anfänglich that ich das in einem heitern, ermuthigenden Tone, indem ich ihn an das Sprüchwort erinnerte:„Wenn Gott läßt wachſen ein Häschen, läßt er auch wachſen ein Gräschen.“ Auch er lächelte wehmüthig. Ja, ſagte er, wenn es mit dem Gräschen gethan wäre! Nun aber erinnerte ich den Mann daran, daß Luther einſt ſagte: Wo viele Kinder ſind, da iſt viel Segen Gottes; deun wo ſo viele Kinder ſind, ſind Viele, die beten, und wo viel gebetet wird, da iſt eitel Segen Gottes. Da wurde der Mann ernſt. Eine gewiſſe Heiterkeit überglänzte ſein Angeſicht und er ſagte: Ja, das iſt ein Wort, welches tröſtet. Wir haben Alle im Gebete ſchon oft die Kraft zum Dulden, aber auch die helfende Gnade Gottes erfahren!— Nun, ſo faſſen Sie Muth und Vertrauen zu Gott. Wer weiß ob nicht der Siebente noch ein rechter Segen am Hauſe wird. So ſagte ich zu dem Manne, der herz— lich für den Troſt dankte und wirklich heiterer von dannen gehen wollte. Ich rief ihn zurück. b Haben ſie denn ſchon einen Pathen und Gevatter— mann für Ihren Kleinen? fragte ich. wer wird mir armen Manne dieſen agte er Ach, ſagte er, Ich werde ihn wohl ſelber üder die Liebesdienſt leiſten? eben müſſen. 8. een cher eine Muthloſigkeit, Meiſter Dörfler, te ich, die nicht recht iſt. Erſt zweifeln Sie an Gottes Hilfe 12 jetzt an der Menſchen Liebe! Ich wollte mich Ihnen anbieten, wenn ich Ihnen recht bin? 115 Er ſah mich zweifelnd an. Ach Gott, Sie? ſagte lblaut. 0. 5 Warum denn nicht? fragte ich. Es iſt mein voller wenn ich Ihnen recht bin.— . 112755 0 zwei Thränen in des armen Man⸗ nes Augen und er konnte nichts ſagen, ſo unerwartet kam ihm dies Anerbieten. Endlich ſammelte er ſich und nahm mit vielem Danke dieſe Ehre, wie er ſagte, an. Ich drückte ihm zwei Thaler in die Hand, ließ meine künftige Gevatterin grüßen und entließ frohen Herzens den Vater, deſſen Herz auch wieder um Vieles leichter ſchlug. Mir gingen eine Menge Gedanken durch den Kopf, wie ich die arme Familie unterſtützen wollte; allein, wie es gewöhnlich geht, der beſte kam zuletzt. Ich erinnerte mich nämlich, daß ein Geſetz vorhanden ſei, nach welchem der König bei dem ſiebenten Knaben eines Ehepaares, wenn die Reihe der Sieben durch kein Mädchen unter⸗ brochen iſt, Pathenſtelle annimmt und gewöhnlich ein an⸗ ehnliches Geſchenk gibt. 2 5 200 Berlin 25 weit. Der König hat auch mehr zu thun, als auf jeden Brief gleich friſchweg zu antwor⸗ ten. Das berechnete ich und eilte, mich anzukleiden, um auf die Bürgermeiſterei und zu dem Geiſtlichen zu gehen, und mir die Zeugniſſe zu holen, die ich nöthig hatte. Der Buͤrgermeiſter und Pfarrer beſcheinigten mir, daß der neugeborne Knabe der ſiebente in ununterbrochener Reihe deſſelben Vaters und derſelben Mutter ſei und Beide gaben mir bereitwillig die allerlöblichſten Zeugniſſe für Meiſter Dörfler's Wohlverhalten. Damit eilte ich heim. Unterwegs begegnete mir der Doctor, ein guter, wohlthä⸗ tiger Mann, und reich dabei. Er hieß Wilhelm, ich Fried⸗ rich, das waren die beiden Namen des Königs. Doctor, ſagte ich, du mußt mein Mitgevatter wer⸗ den und wir Beide die Stellvertreter unſres Königs. Biſt du toll? fragte er erſtaunt. 5 a Bin völlig bei Verſtande, ſagte ich und erzählte ihm die Geſchichte. Er kannte den ehrlichen Schuſter genau und freute ſich deſſen, was ich thun wollte, nahm auch die Gevatterſchaft an und verſprach, wacker die arme Familie zu unterſtützen. i Das Herz in der Bruſt hüpfte mir vor Freuden. Ich eilte nach Hauſe und ſchrieb ſogleich eine Bittſchrift im Namen Dörfler's. Erzählte dem milden Könige die Umſtände der Familie, legte die Atteſte bei und bat um die Gnade, daß Seine Majeſtät Pathe des Neugebornen werden moge.— Die Bittſchrift ging mit meinen beſten Wuünſchen ab. Mittlerweile bewog ich mir befreundete, wohlthätige Familien zur Unterſtützung der Wöchnerin und der Familie, was mir über Erwarten glücklich gelang. Nach einigen Tagen kam Dörfler zu mir. Sein Geſicht ſtrahlte von Freude. Er faßte meine Hand, aber reden konnte er nicht, bis er ſich geſammelt hatte.— Sie haben wahr prophezeihet, ſagte er. Der Sie— bente iſt ein reicher Segen geworden; aber wir wiſſen, wo des Segens Anfang iſt, und unſere Dankgebete geden⸗ ken Ihrer vor Gott. Nun erzählte er, wie ihnen von allen Seiten Kin— derkleidungsſtuͤcke, naͤhrende Speiſen, Geldunterſtützungen und eine Menge Schuſterarbeit zuflöſſen. Er müſſe nun, ſobald ſeine Frau geneſen ſei, einen oder zwei Geſellen 362 nehmen, um alle die neuen Kunden zu bedienen. Der Mann konnte der Dankbarkeit gar nicht genug Worte geben. Er bat mich, nun doch auch ihn einmal zu beſuchen, um mei⸗ nen Pathen und die glückliche Mutter zu ſehen. Das ver⸗ ſprach ich uud ſagte ihm, auch der Doctor habe ſich zum Pathen angeboten, wenn er nichts dagegen habe. Mann war ganz außer ſich vor Freude und eilte heim. Bald folgte ich ihm und trat in die Stube der ar⸗ men Leute. Reinlichkeit. Zwar ſah man überall Armuth, aber Ordnung war in Allem und kein Stäubchen ſichtbar. Die jüngeren Knaben ſpielten ſtille für ſich. Die älteren waren in der Der 1 Zu meinem Erſtaunen fand ich die größte Schule. Einer wiegte das Kleine und die Mutter ſaß im reinlichen Kleide da und bereitete Kartoffeln zum Mahle, während der Vater eifrig an ſeiner Werkbank arbeitete. Heiterkeit lachte von allen Geſichtern. wohl in dem kleinen, reinlichen Stübchen. Mir wurde recht uf Und mit wel. cher Freude und Dankbarkeit wurde ich aufgenommen. Mit welchem Glücke zeigte mir die Mutter den kleinen Pathen, der ſo anmuthig und appetitlich in ſeinem ſaubern Bettchen lag. Ueber den Namen des kleinen Burſchen, ſagte ich, bin ich mit dem Doctor einig geworden; ich denke, Sie haben Nichts dagegen, wenn wir ihn Friedrich Wilhelm heißen? a N Lächelnd ſagte die Mutter: Das iſt ja auch der Name unſres lieben Königs, warum ſollten wir den nicht gerne nehmen? 5 i Mit der Taufe aber, verſetzte ich, werden wir noch etwas verziehen. ſchäfte abzuthun, die ich gerne hinter mir haben möchte, wenn wir die Taufe feiern.. Sie ſtimmten vollkommen bei und Alles war in der beſten Ordnung. Die befreundeten Familien fuhren getreulich mit ihren Unterſtützungen fort und meine Hausleute ſagten mir mit großer Freude, der ehrliche Dörfler habe heute einen Geſellen angenommen. Die Familie ſei voll Preis und Dank über die Wendung ihres Schickſals. Ich kann wohl ſagen, daß ich mich ſelber glücklich fühlte im Glücke der braven Familie. a Endlich brachte mir der Poſtbote einen Brief mit dem Königlichen Inſiegel. Ich erbrach ihn mit Beben der Freude. Richtig! Der König hatte die Pathenſchaft angenommen und, in Berückſichtigung der Armuth des Vaters und ſei— ner vorzüglichen Zeugniſſe, einen Kaſſenſchein von hundert Thalern als Pathengeſchenk beigelegt. 0 1 ſerwandte und 9 Heiterkeit u. T Kaffee getrun 112 perlte, ze ud nahm alſo de ind der ehrenwe zckenntniß eines 10 1 Ich habe jetzt noch einige wichtige Ge- h geſpielt habe eſteht, daß, we ſeben Kuaben Da hab' i See für m Fönig hat will Doctor und ich pathe hat aber ert Thalern Bevatterin üben Die beide 90 5 4 0 1 4 1 Gott ſegne den König! rief ich frohlockend aus, ſchloß f aber für's Erſte die Freude in meine Bruſt ein und lief zum Doctor. Der König hat angenommen! rief ich ihm zu. Nun muß aber bis übermorgen eine ordentliche Kind- taufe gehalten werden. Verſteht ſich, entgegnete der Doctor; aber ich ver— ſtehe mich auf dergleichen Dinge nicht. Weißt du was, richte du Alles her und hinterdrein ſagſt du mir, was ich zu zahlen habe. Auch mit dem Pathengeſchenk dürfen wir uns nicht lumpen laſſen! Verſteht ſich, entgegnete ich ihm. Wievi 2 Ich dachte, ſprach der Doctor, wir wollten dur unſer Pathengeſchenk den Mann in den Stand ſetzen, ſei— nem Geſchäfte einen kleinen Aufſchwung zu geben. Sind dir zwanzig Thaler für dein Theil nicht zufiel? Nein! rief ich. So bleibt's dabei, fuhr der Doctor fort. Für Kund— ſchaft will ich ſchon ſo treulich ſorgen, wie du es gethan haſt. Nach dieſer Verabredung ging ich weg und gradezu in Dörfler's Wohnung. Wieder fand ich die muſterhafteſte 0 1 ſigem Schrecken Der Pfar Wir wollen au 1 Bekanntma . 7 xd 1 rer ain ⸗We a Sect 380) Bei der ark konnen fleißi, Heſchäftigung erhal Gießen den 12 Der Groß Inmmobili 1729) Nonta ermittags um 10 uhbauſe die nach feen Bürgers E J. No. W 10 1 60, E raithe, 0 0% 40 0 4 zu 1863) e Stub Otube de al Auttet ſaß in 1 n Mahle, Lank ardeitet ut wurde recht Und mit wel, aufgenommen. ter den fleinen einem ſaubem zen, ſagte ich, d denke, Sie edrich Wilhelm t ja auch der wir den nicht erden wir noch e wichtige Ge⸗ baden mochte, les war in der eulich nit ihten Uagten mir mit t beute einen el Preis und „ Pbthige zurichten. ſuſchen hinüber. drdnung und Reinlichkeit.— Ich ſagte nun der Mutter, kuß übermorgen die Kindtaufe, Mittags um ein Uhr, ſein ſile, und bemerkte, daß ſie ſich ja keine Beſchwerden und 4 1 machen dürfe, indem der Doctor und ich Alles 0 ſorgen und beſtreiten würden. 8 Ohne auf ihren Dank zu hören, eilte ich weg und Ieß durch meine brave Hausfrau Kuchen, Kaffee und alles Ich ſandte eine gehörige Anzahl Wein— Um die beſtimmte Stunde kam der Doctor. Wir ngen zu unſern glücklichen Gevattersleuten und im ſtolzen ge, den Vater zwiſchen uns, ſchritten wir zur Kirche. As wir aus der Kirche zurückkamen, war die Stube räumt und feſtlich aufgeputzt. Ein langer Tiſch ſtand i der Mitte und auf dieſem die köſtlichſten Kuchen, der uͤftige Kaffe, der goldene Wein. Der Pfarrer und mehrere achtbare Bürgerfamilien, Wrwandte und Nachbarn Dörfler's, waren eingeladen. Heiterkeit und Freude ſaßen mit uns zu Tiſche. Als ir Kaffee getrunken war, und der treffliche Wein in den läſern perlte, zog ich mein Königliches Schreiben heraus und nahm alſo das Wort: Meinen lieben Gevatterleuten und der ehrenwerthen Geſellſchaft bin ich nun noch das Dekenntniß eines kleinen Schelmenſtreiches ſchuldig, den ig geſpielt habe. Es iſt wohl bekannt, daß das Geſetz biſteht, daß, wenn eine Familie in ununterbrochener Reihe ſiben Knaben hat, der König bei dem ſiebenten Pathe . Da hab' ich denn ſo in der Stille an des Königs ett für meinen Gevatter Dörfler geſchrieben und der Honig hat willfahrt, er iſt Pathe des Kleinen und der Toctor und ich ſind nur die Stellvertreter. Der hohe Jathe hat aber auch zugleich ein Pathengeſchenk von hun⸗ urt Thalern beigefügt, das ich hiermit meiner Frau Cevatterin überreiche! Die beiden Eltern waren vor Erſtaunen und freu⸗ nigem Schrecken ganz ſtarr und bleich. Der Pfarrer aber ſtand auf und nahm das Glas: Pir wollen aus dankerfülltem Herzen dem hohen Pathen 363 ein Lebehoch bringen! ſagte er, und die Gläſer klangen hell und das„Hoch“ ſchallte friſch und kräftig. Aber, fuhr der Pfarrer fort, auch die beiden wackern Pathen⸗Stellvertreter ſollen hochleben! Und abermals klangen die Gläſer und das„Hoch“ luſtig auf. Jetzt erhob ſich Meiſter Dörfler und ſagte: Niemand ſoll mich weis machen, daß es heutzutage keine Propheten mehr gäbe. Als ich hier zu dem Herrn“*“ mit ſchwerem Herzen kam, um ihm die Stiefel anzumeſſen, und ihm erzählte, mein Siebenter ſei geboren, da tröſtete er mich und ſagte, der bringe mir gewiß Segen! Das iſt herrlich wahr geworden, reichlicher, als ich es jemals zu hoffen würde gewagt haben. Nächſt Gott, danke ich es Ihnen, rief er aus und die hellen Thränen ſtanden in des Glücklichen Augen. Daß aber auch wirklich der Siebente Segen brachte, erwies ſich augenſcheinlich; denn der Meiſter bekam einen weiten Kreis von Kunden, die er ſich durch vortreffliche Arbeit, durch unbeſtechliche Rechtſchaffenheit erhielt. Er arbeitete fortan immer mit zwei und drei Geſellen und als ſeine Knaben heranwuchſen, iſt er ein ſehr wohlhaben— der, aber auch ſehr geachteter Mann geworden. Und das kam mit dem Siebenten! Markt- Bericht. Friedberg, am 12. November 1851. biber guclh Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Brief mit den ben der Freud. ft angenommen Vaters und seh in von hunden i 1 ιν 9 Jain ⸗Weſer⸗ Eiſen bahn Section Gießen. 380) Bei den Erdarbeiten in der Lindner ark konnen fleißige Arbeiter gegen guten Lohn Leſchäftigung erhalten. Gießen den 12. Auguſt 1851. 5 Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur Eickemeyer. Immobiliar-⸗Verſteigerung. 1729) Montag den 1. Dezember d. IN 75 um 10 Uhr, werden in hieſigem 1 rief ich ih b; aber ich van Jathbauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des Veißt du wah geſigen Bürgers Eduard Ruths, nämlich: 1 6 10 P. No Air, was 0 J P. No. 5 5 een%% 60,5[-Klafter 30% Ruthen Hof— dent nürfen! 1 r e 2 Wohnhaus und Stall 14 mit Waſchküche an Ant. Schwalm, ene)%, 61, UIKlafter 31 Ruthen Garten an aogten dul der Uſavorſtadt an Jakob Heß, „ 2% ſleilunghalber öffentlich meiſtbietend verſteigert. 8 Friedberg den 16. Oktober 1851. 205 In Auftrag i * Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter n Bender. Markt ⸗ Verlegung zu Friedberg. 1863) Es wird hiermit zur allgemeinen fal Kenntniß gebracht, daß der in dem Großh. Heſ⸗ ſiſchen Landkalender auf den 24. December d. J. angeſetzte Viehmarkt in hieſiger Stadt nicht an dieſem Tage, ſondern den 17. December d. J. dahier abgehalten wird. Die Gr. Bürgermeiſter der Umgegend wer⸗ den erſucht dies in ihren Gemeinden noch beſon⸗ ders bekannt machen zu laſſen. Friedberg den 13. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Be n deer Holz ⸗Verſteigerung. (1864) Mittwoch den 19. November, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen in dem Büdesheimer Gemeindewalde, Diſtriet Raubloh: 128 Stämme eichen Bau-, Werk- und Nutzholz, zuſammen 6267 Cubikfuß, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden und wird bemerkt, daß das Holz gegen gehörige Bürgſcheine bis zum 1. Oktober 1852 ver⸗ borgt wird. Büdeshe im den 11. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Heep. ⏑πτιτ⏑ιοονιιιννι Privat- Bekanntmachungen. Ein junger Menſch, (1836) welcher die Handlung erlernen will, findet, wenn er mit den nöthigen Vorkenntniſſen verſehen iſt, in einem gemiſchten Waarenge— ſchäft alsbald mit oder ohne Lehrgeld Unter— kommen. Bei wem? ſagt die Redaktion. Aufgefahren] Verkauft g g Gattung wurden wurden iet ee (Mltr.)(Mltr.). t. Waizen 2 2 11— A———— Gerſte 6 6 7 40 Hafer 6 6 3 4⁵ Kartoffeln. 3 3 2 50 Erbſen 3——— Mohnſamen.— 2—— Zu verkaufen. (1846) Ein ſtarkes militärfrommes Reit⸗ pferd, das ſich auch zum Fahren eignen dürfte, ſteht in Butzbach zu verkaufen. Bei wem? ſagt die Expedition dieſes Blattes, ſowie auch Herr Gaſtwirth Seulburger im Löwen zu Butzbach. Geſchaͤfts-Empfehlung. (1857) Einem geehrten Publicum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich dahier ein Schweinen⸗ Metzgergeſchäft errichtet habe und bitte unter der Verſicherung reeller und prompter Bedie⸗ nung um zahlreichen Zuſpruch. Friedberg im November 1851. Heinrich Müller II. Wittwe. Wohnungs veränderung. (1865) Einem verehrten Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Hrn. Thomas Becker ver⸗ laſſen habe und nun bei Herrn Schuhmacher Wagner in der Engelſtraße wohne.. Friedberg. Karl Schmidt, Schneidermeiſter. Verſteigerung eines Flügels. (1866) Montag den 17. d. M., Vormit⸗ tags 11 Ühr, wird in hieſigem Rathhauſe der dem aufgelößten Geſangverein dahier gehörende Flügel nochmals meistbietend mit dem Anfügen verſteigert, daß bei annehmbarem Gebot dem Letztbietenden die Genehmigung ertheilt m den ſoll. Friedberg den 13. November 1851. 364 V Braunſchweiger Flachs! (1867) in noch nie ſo ſchön da geweſener Qualität, bei Friedberg. Wilhelm Fertſch. ilzſchuhe, Foulardtücher, fein ecke Kragen und Palatine (1868) verkauft unterm Preiſe Friedberg. Maria Steitz, putz⸗ und Modehandlung. Zu verkaufen. (1869) Ein halb viertel Grabland mit zwei Aepfelbäumen am Riedgraben iſt theilungshalber aus der Hand zu verkaufen von Friedberg. Karl Ferro. Zu vermiethen. (1870) Der zweite Stock meines Hauſes iſt ganz oder getrennt zu vermiethen. Friedberg. Friedrich Netz am Mainzerthor. Zu vermiethen. (1871) Ein vollſtändiges Logis in meinem Hinterhaus in der Wedgaſſe iſt zu vermiethen und kann bis Mitte Februar 1852 bezogen wer⸗ den bei F. Schäfer, Meſſerſchmied. Zu vermiethen. (1872) Ein möblirtes Zimmer ſteht zu ver⸗ miethen, auch kann auf Verlangen die Koft dabei gegeben werden. Nähere Auskunft er⸗ theilt die Expedition dieſes Blattes. Verſteigerung. (1873) Nächſten Montag den 17. November d. J., Vormittags um 10 Uhr, läßt der Un⸗ ter zeichnete 2 ganz fehlerfreie 7jährige Pferde, 1 noch ganz neuen Oekonomiewagen mit eiſer⸗ nen Achſen, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Haferkaſten, 1 Pfuhlpumpe, 1 Pfuhlfaß, Pferdegeſchirr, Ket⸗ tenwerk und ſonſtige Oeconomiegeräthſchaften meiſtbietend in ſeiner Behauſung verſteigern und ladet hierzu Steigluſtige ein. Rodheim bei Nidda den 11. Nov. 1851. B. H. Müller, Pfarrer. 1200 Gulden (1874) liegen gegen gerichtliche Hypothek zum Ausleihen bereit. Näheres bei der Expe⸗ dition dieſes Blattes. Verſteigerung. (1875) Wegen Aufgabe des Oeconomiege⸗ ſchäfts läßt der Unterzeichnete in ſeiner Behau⸗ ſung Mittwoch den 26. d. M., von Vormittags 10 Uhr an, folgende Gegenſtände öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigern: ein zehnjähriges hellbraunes Wallachpferd, eine trächtige Kuh, 4 ein jähriges Rind,(Schwyzer Race), ein leichter zweiſpänniger Wagen mit eiſernen Achſen, ein Pflug, eine Egge, verſchiedenes Pferdegeſchirr, eine Parthie Ketten, eine Parthie Spreu, eine Parthie Waizen⸗ und Haferſtroh, eine Fruchtfegemühle und dergl. Vilbel den 11. November 1851. Friedrich Hummel J. Eine Wohnung (1876) iſt zu vermiethen und kann zu jeder Zeit bezogen werden bei 0 Friedberg. Philipp Windecker. 30 0 Gulden (1877) werden gegen gerichtliche Verficherung fh der Concursmaſſe des J. C. Nagel 11. ver⸗ iehen. Friedberg. Der Maſſecurator: Heidt. Obligations ⸗Verlooſung. ö(1878) Durch heute geſchehene Verlooſung ſind von den Anlehens⸗Actien der hieſigen Caſino⸗ Geſellſchaft die Nummern 36, 46 und 48 zur Rückzahlung am 1. Februar 1852 beſtimmt worden. Deren Inhaber werden erſucht, ſelbige mit dazu gehörigen Zinscoupons am Ende des Monats Januar k. J. an die Caſſe der Geſell. ſchaft abzugeben und die Beträge gegen Quit⸗ tung in Empfang zu nehmen. Vom 1. Februar 1852 hört jedenfalls deren Verzinſung auf. Friedberg den 11. November 1851. Der Vorſtand der Geſellſchaft. Einladung. (1879) Die Mitglieder des Vereins gegen Bettelei werden zu einer Beſprechung resp. Beſchlußfaſſung auf Sonnntag den 16. d. M., Nachmittags 3 Uhr, auf hieſiges Rathhaus zur Generalverſammlung eingeladen. Friedberg den 10. November 1851. Der Aus ſchuß des Vereins. Generalverſammlung (1880) des Muſikvereins Samſtag den 15. d. M. Abends 7 Uhr im Siek'ſchen Local. Gegenſtand der Berathung: Abhaltung einer Abendunterhaltung. Der Vorſtand. Kirchweihe zu Niedereſchbach den 16. November 1851. Ich lade hierzu ein, Herrlich iſt mein Wein von Büdesheim. Beim Wein da tanzt ſich's ganz gut und getroſt Bei dem Wirth' Johannes Joſt.(18810 Frankfurter Gold-Cours vom 12. November 1851. fl. kr Piſtoen 9 37-38 Friedrichsd ͤoaeoererr 9 55756 ½ Holländiſche 10 fl. Stücke 9 48-49 Rand⸗Ducaten. 5 5 35-36 20 Frankſtücke 926 ½—z7 7 Engliſche Souverains. 1153-54 12. Nod. 31. Oet. Gattung. Fried⸗ ö Die berg Mainz bug l fl. kr. fl. kr. fl. kr, Waizen pr. Malter. 11— 11509 45 Korn„ 15 9 45—— 840 Gerſte„ 85 7 40 70/50 630 o 31451—[I 330 Polizei- Taxe Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 22. Sonntag n. Trinitatis den 16. Nor, Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Stadtkirche; Herr Reallehrer Göring. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Seel. a Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Kranz. ö Fruchtpreiſe. 6. Oel. für die Städte Friedberg und Butzbach vom 15. bis zum 21. November. 1 8 a Fried⸗ Buß⸗ 5 Brod-Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. kr. pf 1 Leib⸗Roggenbrod 3 2 3 2 2 7 7 71— 7— 4 7, 77 13 3 14 7 9 g Lt.“ eth — Milchbrod 14 14% — Waſſerweck 144 10 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 146 G17 5 Fleiſch-Preiſe. 5 a 1 Ochſenfleiſch 11 g E 77 Kühfleiſch, gemäſtetes „ Rindfleiſch, gemäſtetes „ Kalbfleiſch 5„„ gemäſtetes „Schweinenfleiſch „ Hammelfleiſch 7 Schaaflleiſch „ Wurſt v. blos Schweinen „Bratwurſt „ Schwartenmagen „ Geräucherter Speck „Schinken „ Dörrfleiſch „ Schweinenſchmalz, — 2— 0 4—— 10 2 SS= 220 1 8 F ausgelaſſen— 20 unausgelaſſen— 18 „Nierenfett— 16 „ Hammelsfett 16— 16 Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Pon einem 7 Wenn den Tiſch ſet welchem der daß vor vier er ſei denn e warum denn damals noch bene Bibel! als Fleiß un! gelten und ſe und Fürſten k Denkt! Wort fur 1 Stück Arbei Hände und Sonntags⸗E tesdienſt abg ſie lateiniſch das Wort auch andere liches hatte 1 Es we Worte der Volker. 9 Daß 1 1 kaufen und der jeden he erweckt, eine utenberg