2 111888 — 2 ernennen 5 5 Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 5. Mittwoch den 15. Jauuar 1851. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche 18, Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Buͤrgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizei⸗Commiſſäre des Regierungsbezirks. Betreffend: Die von der Großbritanniſchen Regierung beabſfichtigte, und bis zum 31. März d. J. vollendet ſein ſollende neue Aufſtellung einer Bevölkerungsliſte Großbritanniens. Diejenigen von Ihnen, in deren Gemeinden ſich Königlich Großbritanniſche Unterthanen aufhalten ſollten, haben dies, unter Ang abe der Zahl derſelben, als— bald und längſtens bis zum 10. Februar d. J. an uns zu berichten. Friedberg den 9. Januar 1851. Ou vr fer, Das Mühlchen in der Morgenbach. Eine Begebenheit aus dem Jahre 1716. (Fortſetzung.) Da ſaß ſie nun und ſimulirte, aber ſie ſimulirt nichts heraus. Sollte der Jakob vornehmer Leute Kind ſein? dachte ſie. Er ſagt doch auch ſein Lebtag nichts über ſeine Herkunft! In Schwaben will er daheim ſein, aber die Schwaben reden eine ganz andere Sprach' als er. Sie konnte zu nichts kommen. Abends wollte ſie ihn einmal auslunken, aber der Burſch war glatt wie ein Aal. Er wich aus und ſagte endlich: Werthe Frau, ich bin verteufelt ſchläfrig. Und ging in ſeine Kammer. Damit war's am Ende. Das ſtel ihr jetzt ein. Sollte Marie drum wiſſen, wie's in der Kiſte ausſah? Sie ſchüttelte den Kopf. So junges Gelichter hat das Herz auf der Zunge, dachte ſie. Hätt' ſie was gewußt, ſo hätt' ſie gepappelt. Auf einmal ſchüt⸗ telte ſie ſich, weil ein Schauder durch ihre Gebeine rieſelte. Den Gedanken aber, der ihn hervorgebracht, unterdrückte ſie mit aller Macht. Nicht weit von dem ſtolzen Felſen auf welchem die neue Burg Rheinſtein thront, mündet gegen den Rhein hin ein ſchmales, aber tiefes Thal, das in ſeinem Hinter— grund allmählig anſteigend, ſich oben in demjenigen Theile des Soonwaldes verliert, der„Binger- Wald, genannt wird, weil er ſeit alten Zeiten ein Eigenthum der Stadt Bingen iſt. In dieſem hohen Forſte liegen die Quellen, welche einen Bach bilden, der das Thal durchrinnt und unter einem Bogen hindurch, über den die Heerſtraße weg— geht, ſich in den Rhein ergießt. Wenn der im Walde ſich lange erhaltende Schnee abgeht, oder ſtarke Regen und Gewittergüſſe fallen, dann wird er wild und unbändig, ſtürzt ſich über das Mühlwehr wie ein Strom und fällt unter weithin hörbarem Rauſchen in den Rhein; aber in den heißen Sommertagen ſchleicht er ſo leiſe murmelnd dahin, daß man denken ſollte, Friede ſei ſein Wiegenlied und ſein Schwanengeſang für immer. Der Bach heißt:„der Morgenbach“ und das Thal trägt denſelben Namen. Die Maler von Düſſeldorf ken⸗ nen's wohl und es vergeht kaum ein Sommer, daß nicht etliche hier Studien machen und ſie wiſſen ſchon warum. Wildere, groteskere Felsparthien ſind weit und breit nicht. Jede Windung des engen Thales bietet ein neues eigen— thümliches, immer aber wunderſam maleriſches Bild, daß das Auge nicht müde wird, ſich d'ran zu laben und der Pinſel— zu malen. Gerade am Eingange dieſes ſtillen friedlichen Thales liegt die Mühle, die freilich nicht mehr die von 17156 iſt, wie deun auch die Müllersfamilien ſeit dem Zeitraume von mehr denn hundertunddreißig Jahren vielfach gewech— ſelt habeu. Damals war das Mühlchen höchſt unſcheinbar. Ein Strohdach, faſt bis zur Erde reichend, deckte die Wände von Fachwerk. Neben dem Mühlwerke, das ein kleines Waſſerrad trieb, war im untern Geſchoſſe nur ein Stüb— chen und eine kleine Küche. Im zweiten Geſchoſſe zwei Kammern und drüber das Speicherchen. Zwei Eſel reichten hin, die Kunden zu verſorgen. Aus zwei kleinen Fenſtern ſah man in's Thal, denn die breite Heerſtraße, die jetzt vorüberführt, war nicht gebaut und der ſchmale Weg, war zugleich die Landſtraße und lief unmittelbar am Ufer des Rheines tief unter dem Mühlchen hin. Damals war die Gegend eine ſehr verrufene, be— ſonders bei der nahen Clemenskirche. Selten zog abends ein Reiſender die Straße. Nur Noth und Muth mochten dazu antreiben, das Wagniß zu beſtehenz denn gar man— cher kam nicht weiter und ſein Stöhnen verhallte erſt, wenn die Wellen des Rheines ihn in ſeinen Fluthen be— gruben. Drüben in Aßmannshauſen vernahm man oft den Kampf auf Leben und Tod, den hier der frechen Raubmörder Schaar mit den Reiſenden beſtanden. Das Land gehörte dem Erzbisthum Mainz und die Polizei mochte ſchlecht genug geübt worden ſein, ſonſt hätten ſolche Greuel nicht vorkommen können. Nicht leicht mochte aber auch eine Stelle zu ſolchen Angriffen gelegener ſein. Aus den leeren Fenſtern und Lücken Vautsbergs und Sonnecks ſah nur die Eule herab auf die Scenen, die das Menſchen— herz erbeben machen. Die Clemenskirche war ſeit dem dreißigjährigen Kriege eine den Wetterſtürmen preisge— gebene Ruine. Weit drunten lag Trechtlingshauſen hinter dem Bergvorſprung und bis Bingen hin ſtand außer dem auch ſehr entfernten Mühlchen am Morgenbach keine menſchliche Wohnung mehr. Nannte man die Clemens— kirche, ſo durchrieſelte den Wanderer ein Schrecken; denn ſelbſt am Tage wurde er nicht ſelten angehalten, obwohl es zu ſchwereren Angriffen nicht kam, da man von Aß— mannshauſen aus herüberſehen konnte. Nur unter dem 2 der Nacht geht die Verworfenheit ihre blutigen ege. l Ob die Müllerin an ſo etwas dachte, als ihr der Schauder über den Rücken herauflief? Wer könnte es ſagen, da ſie den Gedanken nicht ausſprach? Ob Marie— chen ſo Schlimmes von Jakob glaubte? Kaum; ſonſt würde ſie nicht mit ihm unter einem Dache geblieben ſein. In der Müllerin Seele war aber ein Stachel ge— drungen. Am nächſten Sonntag ſagte ſie zu Mariechen: Koche dem Jakob ſein Eſſen und ſtell' es ihm in die Ofen— kachel, daß es warm bleibt. Wir zweie wollen heute bei der Baſe eſſen, die uns alle Sonntag quält, daß wir bei ihr bleiben ſollen. Du kannſt dann mit dem Jakobinchen den Mittag verplaudern und ich beſuche meine Gevatterin. Kannſt auch für jede zwei Pfund gerollte Gerſte als Geſchenke mitnehmen, wir haben ja noch vorräthig und morgen rollt der Jakob wieder, da kriegen wir den Molter. Niemand führte lieber einen Befehl aus, als Marie— chen dieſen. Sie hatte in Trechtlingshauſen ihre Freun— dinnen, ihre Geſpielinnen. Sie war ja dort in die Schule und ſpäter zu dem Paſtor beten gegangen und in der Woche wurde ihr ſelten die Freude zu Theil, mit den Ge— ſpielinnen verkehren zu konnen. Sie waren ja zu weit weg und hatten Arbeit wie ſie. Kaum hatte es in dem gegenüber liegenden Aßmannshauſen zum zweitenmal ge— läutet, ſo ſtand Jakobs Eſſen in der Kachel und ſie ſchritt mit ihrer Mutter dem Rheine zu, die Landſtraße zu ge— winnen. Die Alte zitterte heftig als ſie an der Clemenskirche vorüberging und Mariechen wurde nur von ihren ſüßen Träumereien abgehalten es zu bemerken. Die Mutter ſchwieg weislich, ſchritt aber raſcher von dannen als ſie ſonſt pflegte nahm ſich auch vor, frühe zurückzugehen. Heute waren wieder Mariechens Gedanken zu Noth— gottes, neben dem dickbelaubten Nußbaum und was damit zuſammenhing. Sie ging, wie es der Tochter ziemt, vor den Augen der Mutter her und dieſe ſuchte die Gedanken, welche ſie quälten, durch den Anblick der ſchlanken Mäd— chengeſtalt, die vor ihr ſo leicht dahin ſchritt, zu entfernen. Nach der Kirche ſaßen ſie fröhlich bei der Baſe und die Mädchen plauderten heimlich am Ofen von Dingen, die nicht für jedes Ohr geeignet ſein mochten, denn ſie flüſterten gar leiſe und vertraulich. Mariechen war be— ſonders redſelig. Man mochte es aber der Müllerin anſehen, ſie habe etwas auf dem Herzen; denn ſie ſprach heute weniger als ſonſt und um vieles zerſtreuter. Kaum hatte ſie gegeſſen, ſo gab ſie vor, ſie habe ein wichtiges Geſchaft für ihre Mühle wegen der Schatzung bei dem Schultheiß abzu⸗ thun und eilte dorthin. 18— . Der Schultheiß war auch der Wirth im Orte und mit ſeiner Frau hatte die Müllerin, da ſie noch Mädchen war, einmal ein Kind gehoben, daher ſie Gevatterleute waren. Da wurden ſie denn recht freundlich aufgenommen und mit einer Taſſe Kaffee bewirthet, der Anno 1716 ſich höchſtens in die Häuſer der Schultheißen und Pfarrer auf den Dörfern eingeſchlichen hatte. (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchs-Auszug vom Monat Dezbr. Friedberg. Getraute: 15. Konrad Höck, Bürger und Kammmachermeiſter dahier, des hieſigen penſionirten Burgſoldaten J. Georg Höck ehlich lediger Sohn, und Margaretha Blum, des zu Nauheim verſtorbenen Brunnenmeiſters Chriſtoph Blum ehelich ledige Tochter. 22. Johann Chriſtian Seibel, hieſiger Bürger und Gehülfe bei der Material-Verwaltung der Main-Weſerbahn, des verſtorbenen Ortsbürgers Johannes Seibel von Breidenbach, Reg.-Bez. Biedenkopf, nachgelaſſener ehe⸗ lich lediger Sohn, und Charlotte Sophie Louiſe Reuß, des hier verſtorbenen Bürgers und Schneidermeiſters Konrad Reuß nachgelaſſene eheliche ledige Tochter. Getaufte: 8. Dem hieſigen Bürger und Fuhrmann Chriſtoph Joſt eine Tochter, Maria Magdalena, geboren den 21. November. N 8. Dem hieſigen Bürger und ſtädtiſchen Polizeidiener Johannes Geißler eine Tochter, Margarethe Juliane, geb. den 13. Nvbr. 15. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Joh. Hart— mann Lang III. ein Sohn, Karl, geb. den 2. Dzbr. 15. Dem Bürger und Schreinermeiſter Wilhelm Stritzin⸗ ger eine Tochter, Katharina Eliſabetha, geb. den 10. Dezember. 26. Dem Bürger und Zimmermeiſter Johannes Füller eine Tochter, Anna Maria Margaretha Magdalena, geb. den 21. Nobr. 5 26. Dem Gemeinderath, Gaſtwirth und Metzgermeiſter Hart⸗ mann Walz II. eine Tochter, Karoline Eliſabetha, geb. den 4. Dzbr. 26. Dem hieſigen Bürger und Poſtillon Konrad Scheuer eine Tochter, Sophia, geb. den 23. Nvbr. 29. Dem hieſigen Bürger und Rathsdiener Franz Albrecht Wagner ein Sohn, Hermann Ludwig, geb. den 1. Dezember. Beerdigte: 3. Friederike Chriſtiane Fleiſchhauer, der Eliſabethe Euler Töchterchen, alt 6 Monate und zwölf Tage, k den 2. Dzor. 7. Eliſabethe Philippi, geb. Hold, des weiland hieſigen Bürgers und Gaſtwirths Philipp Philippi hinterlaſſene Wittwe, alt 61 Jahre, 1 den 5. Dzbr. 7. Eliſabethe Balſer, des Bürgers und Oeconomen Jo- hannes Balſer eheliches Töchterchen, alt 1 Jahr und 24 Tage, 1 den 5. Dzbr. 8. Nikolaus Lang, penſionirter Großh. Heſſ. Brigadier der Gendarmerie zu Pferde, alt 73 Jahre, 8 Monate und 22 Tage, 7 den 6. Dzbr. 12. Friedrich Karl Lang, des Bürgers zu Erbach im Oden— wald und hier wohnenden Metalldrückers Karl Fried— 13. 11. 15, 10. rich Lang eheliches Zwillingsſöhnchen, alt 9 Monate und 19 Tage, r den 10. Dzbr. 13. 14. T den 12. Dzbr. 15. 16. Anna Katharina Feiling, geb. Neurer, des hieſigen Bürgers und Schreinermeiſters Adam Feiling Ehefrau, alt 54 Jahre und 11 Monate, Tu den 10. Dezbr. (Zu Fauerbach II.) Wilhelmine Brethauer, geb. Bruder, des weiland hieſigen Bürgers und Schreinermeiſters Ludwig Brethauer nachgelaſſene Wittwe, alt 78 Jahre, Eliſabethe Thereſia Dornbuſch, des bei der Eiſenbahn dahier ſtationirten Bürgers von Niederhauſen bei Lich— tenberg Philipp Dornbuſch eheliches Töchterchen, alt 9 Monate und 8 Tage, t den 14. Dzbr. Eliſabethe Friederike Karoline Gatzert, des Bürgers und Bauaufſehers Peter Gatzert eheliches Töchterchen, alt 3 Monate und 15 Tage, 1 den 14. Dzbr. 19 18. Joſeph Auguſt Dannemann, des Burgers und Tape— zierers Joſeph Dannemann eheliches Söhnchen, alt 22. 26. 2 Jahre weniger 5 Tage, 1 den 16. Dzbr. Heinrich Wilhelm Hellwig, des Bürgers und Roth⸗ gerbermeiſters Joh. Heinrich Hellwig eheliches Söhn— chen, alt 2 Monate und 25 Tage, f den 21. Dzbr. Maria Regine Finkernagel, des Bürgers und Schrei⸗ nermeiſters Ludwig Karl Finkernagel eheliches Töchter— chen, alt 5 Jahre, 2 Monate und 22 Tage, x den 24. Dzbr. 275 31. 30. Dzbr. Emilie Auguſte Karoline Friederike Hecht, des hieſigen Beigeordneten und Gaſtwirths Chriſtian Hecht eheliches Töchterchen, alt 7 Jahre, 5 Monate und 5 Tage, T den 24. Dzbr. Heinrich Jakob Dickel, der Margaretha Gerhard außer— eheliches Söhnchen, alt 2 Monate und 4 Tage, 5 den Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Bekanntmachung. (186) Nachdem über das Vermögen des Friedrich Ludwig Momberger von Traishorloff wegen einer Ueberſchuldung von mehr als 2000 fl. Concurs erkannt worden, werden Alle, welche Anſprüche irgend einer Art an denſelben zu bilden haben, aufgefordert, dieſelben bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe Donnerſtag den 30. Januar 1851, Vormittags 10 Uhr, hier anzumelden, auch wegen Vergleichs, Verkaufs der Maſſe und Beſtellung eines Güter⸗ pflegers und eines Gläubigerausſchuſſes ſich ſo⸗ gewiß zu erklären, als ſonſt nach Antrag der Mehrheit der Erſcheinenden verfügt werden ſoll. Hungen den 19. November 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Langsdorff. Gläubiger aufforderung. (J) Ueber das Vermögen des Sattlers Carl Zinkand und deſſen Ehefrau zu Vilbel iſt der formelle Concurs erkannt worden. Es wer⸗ den daher alle diejenigen, welche, aus was immer für einem Grunde, Anſprüche an gedachte Eheleute zu machen haben, aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des Ausſchluſſes von der Con— cursmaſſe Mittwoch den 12. Februar 1851, Vormittags 9 Uhr, perſönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte ſchriftlich oder mündlich dahier anzumelden, auch etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen. Zugleich werden im Termin, wenn nöthig, ein Maſſepfleger und ein Gläubigerausſchuß er⸗ uannt, Borg⸗ und Nachlaßverträge verſucht und ſollen in Bezug hierauf, ſowie der etwa ſonſt ge⸗ faßt werdenden Beſchlüſſe, die Nichterſcheinen⸗ den als der Mehrheit der Erſchienenen beitretend angeſehen werden. Großkarben am 21. Dezember 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Verpachtung des Mineralbrunnens zu Vilbel. (35) Der dem Großh. Heſſ. Fiscus gehörige Mineralbrunnen zu Vilbel mit der dabei be⸗ findlichen Wohnung für den Pächter deſſelben, wird Dienſtag den 28. dieſes Monats, Vormit⸗ tags 10 Uhr, in dem Rathhauſe zu Vilbel, auf 6 Jahre, von dem Tage der ertheilt werdenden Genehmigung an, meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 2. Januar 1851. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau 5. Aufforderung. (57) Anſprüche an den geringen Nachlaß des am 23. Juli v. J. zu Gießen verſtorbenen Geometers Heinrich Jäger von Steinfurt, ſind im Termine Freitag den 14. Februar d. J., Vormittags 8 Uhr, dahier anzumelden, als ſonſt geeignet darüber verfügt werden wird. Altenſchlirf den 3. Januar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. 3. 8 Weidig. Pilger. Güter ⸗Verſteigerung. (75) Freitag den 24. Januar d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe auf freiwilligen Antrag der Kinder und Erben der dahier verſtorbenen Philipp Philippis Eheleuten deren Güterſtücke in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II. und Ockſtadt, im Ganzen circa 40 Morgen, beſtehend in Garten, Acker⸗ land und Wieſen unter dem Anfügen öffentlich meiſtbietend verſteigert, daß die große Wieſe in der Gemarkung Ockſtadt abtheilungsweiſe und zwar per Morgen dem Meiſtgebot ausgeſetzt wird. Die Flurſchützen der verſchiedenen Gemar— kungen find angewieſen den Steigliebhabern etwa gewünſcht werdende Auskunft zu ertheilen. Friedberg den 13. Januar 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Mobiliar⸗Verſteigerung. (76) Montag den 27. Januar d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, läßt Frau Heinrich Mül⸗ ler UI. Wtw. dahier in ihrer Behauſung nach— ſtehende Mobiliar-⸗ und Oeconomie-Gegenſtände öffentlich freiwillig verſteigern, als: 2 dunkelbraune Wallachpferde von 6 und 8 Jahren, 2 Kühe, 2 Rinder, 2 zweiſpännige Wagen mit eiſernen Achſen, 3 Pflüge, 4 Eggen, 1 Fruchtfegemühle, verſchiedenes Pferdegeſchirr, circa 15 Fuder Korn und Wazzenſtroh, eine Parthie Erbſen- und Haferſtroh, desgleichen Heu und Grummet, eine große Parthie Spreu, Dickwurz und Kohlraben, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 12. Januar 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (77) Montag den 10. Februar l. J., Nach- mittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus des Franz König zu Dornaſſenheim auf dem Rathhauſe daſelbſt zum drittenmal öffentlich ver⸗ ſteigert werden und wird der Zuſchlag ohne Rückſicht auf den Schätzungswerth definitiv er⸗ theilt, ſobald der Erlös zur Tilgung des Kapi⸗ tals, der Zinſen und Koſten hinreicht. Reichelsheim den 11. Januar 1851. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. N Holz-Verſteigerung. (78) Donnerſtag den 16. d. Mts., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſollen in dem hieſigen Gemeinde⸗ wald, Diſtrikt Forſtenwald: 85 Stecken eichen Scheitholz, 8 Prügelholz, 3 7 79 Stockholz, 950 eichen Wellen, 4253 Cubikfuß eichen Bau- und Werkholz, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werdeu. Niederwöllſtadt den 9. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ko ſt. 59 17 Faſelochs-Verſteigerung. (79) Freitag den 18. Januar d. J., Nach⸗ mittags um 1 Uhr wird ein der Gemeinde zu⸗ ſtehender Faſelochs, bei Gaſtwirth Heil meiſtbie⸗ tend verſteigert. Oſſenheim den 9. Januar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ko pp. SN N νιν Privat- Bekanntmachungen. nu nge Faſelochſen (14) ſind in beliebiger Auswahl im Burg⸗ gute zu Niedererlenbach bei Frankfurt a. M. zu haben bei C. F. Petſch. Eine brave Magd (60) wird geſucht. Von wem? ſagt die Ex⸗ pedition d. Bl. Circa 46 0 0 Acker (47) Landes in verſchiedenen Lagen, alle in der Umgegend von St. Louis in Nord-Amerika, bat C. F. Petſch in Niedererlenbach bei Frank⸗ furt a. M. zu verkaufen; einzelne Familien, ſowie größere Geſellſchaften, welche ſich in Amerika anzuſtedeln beabſichtigen, belieben ſich wegen näherer Auskunft in francirten Briefen an mich per Adreſſe der Herren Johann Goll und Söhne in Frankfurt a. M. zu wenden; und können ſich dabei wegen meiner in St. Louis und Umgegend wohnenden Verwandten der reell⸗ ſten Bedienung verſichert balten. Carl Fr. Petſch. E Zeachtenswerth! (4951) Wie und wo man für 8 Thaler Preußiſch Courant in Beſitz einer baaren Summe von ungefähr Jweimalhundert Tauſend Thalern gelangen kann, darüber ertheilt das unterzeichnete Commiſſions⸗Büreau unent⸗ geldlich nähere Auskunft. Das Büreau wird auf desfallſige, bis ſpäteſtens den 31. Januar 1851 bei ihm eingehende frankirte Anfragen prompte Antwort ertheilen, und erklärt hiemit ausdrücklich, daß, außer dem daran zu wendenden geringen Porto von Seiten des Anfragenden, für die vom Commiſſions⸗Büreau zu ertheilende nähere Auskunft Niemand irgend etwas zu entrich⸗ ten hat. f Lübeck, im Dezember 1850. Commiſſions- Büreau, Petri⸗Kirchhof Nr. 308 in Lübeck. ILButzbach.] Beſten Braunſehweiger Flachs, (82) à 18 kr. pr. Pfund, zu haben bei Moses Mauer. Ankündigung. Vom 1. Februar d. J. an erſcheint im Verlag des Unterzeichneten: Unterhaltungsblatt fur Oberheſſen (73) Wöchentlich 1 Mal. Selbſtändige Artikel und Mittheilungen aus den beſten belletriſtiſchen und humoriſtiſchen Blättern Deutſchlands. Ohne beſtimmte politiſche Tendenz, der heiteren und angenehmen Unterhaltung gewidmet. Anzeigen aller Art finden darin Aufnahme und es ſind Maßregeln getrof⸗ fen, welche dem Blatt und mithin den darin enthaltenen Inſeraten die weiteſte Verbreitung ſichern. Es wird Freitags ausgegeben und durch die Poſt und die Bezirksboten verſchickt.— Beſtellungen bitten wir auf den Poſtämtern zu ma⸗ chen; in Friedberg bei dem Verleger ſelbſt. 3 Abonnementspreis, der durch die Poſt erhoben wird, für die Monate Februar und März IS kr., von da ab vierteljährlich 24 kr. Inſerate für die geſpaltene Zeile 2 kr. Friedberg im Januar 1851. Buch⸗ und Steindruckerei von Heinrich Scriba. Militärſtellvertretungs⸗Auſtalt von Carl Schwarz in Darmſtadt, Rheinſtraße Lit. E. Nr. 5. (80) Die Statuten der ſich in obiger Anſtalt bildenden Aſſecuranz-Geſellſchaft pro 1851, welche ſchon eine größere Anzahl Mitglieder zählt, können bei mir in Empfang genommen werden und lade ich die Betheiligten zum alsbaldigen Beitritt hiermit freundlichſt ein. NB. Die Einlage iſt auf fl. 178. herabgeſetzt. Der Agent H. Hahn. Ju V ta ü f e n. (88) Zwei neue Radbohrer, einer zu 3 Zoll und der andere zu 6 Zoll hat zu verkaufen Joh. Fiſcher U. in Okarben. Anzeige. (84) Jeden Tag ſind friſche Faſtenbrätzeln zu haben bei Friedberg. F. Reitz. Zu Vermiethen. (80 In meinem neben Herrn Kaufmann Goldmann gelegenen Hauſe iſt eine vollſtändige Wohnung zu vermiethen. e Siemon Siemon. Ein zweiſpänniger Wagen mit eiſernen Achſen ſteht zu verkaufen bei 55 f 90 7 Müller in Wölfersheim. 2 7 5 Ge ſu ch. (85) Eine Amme, welche das zweite Kind ſchenken will, ſucht eine Stelle. Wo? bei der Expedition dieſes Blattes. Einen Garten (86) in der Burggemarkung hat zu vermiethen L. Langsdorff. 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Ständchen 18 kr. 5 Marschner, H., op. 146. 4 Juniuslieder: Trinklied der Alten, Du mit den schwar- zen Augen, Weit aus ferner Zeit, Unter der Loreley 1 fl. 30 kr. Mozart, W. A., Veilchen und Vergiss meinnicht, 2 Lieder mit Pianof. 27 kr. Stigelli, G., Die schönsten Augen, Lied für Tenor(Sopran) mit Pianof. 36 kr. — Dasselbe für Bariton(Alt) 36 kr. 2 schwäbische Volkslieder mit Pianof. 36 kr. —— Abschieds- Empfindung, Lied mit Pianof. 8 27 kr. Volkslieder mit Pianof. oder Guitarre. No. 1. Den lieben langen Tag. No. 2. Deutsche Volkshymne von L. Gellert. No. 3. Der Abschied von der Heimath. Tyroler-Lied. No. 4. Die blauen Augen. No. 5. The last rose of summer. No. 6. Rheinweinlied von Joh. André. No. 7. Steirisches Lied. No. 8. Abschied und Lebewohl, eingelegt zu Dorf und Stadt. No. 9.'s Mailüfterl von Kreipl. Jede No. 18 kr. Violine u. ſ. w. Ernst, H. W, Elégie, Chant pour Violon avec Pf. 54 kr. 5 Wichtl, G., Morceaux instructifs o¹ Mélodies favorites pour un Violon seul. 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