eigen g. b. April. verrichtet: Stadtkirche: Stadtkirche: At. N 9 Vurgkirche. Adel. Burzkirche: 1 2 g Nr —— — — M 29. Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 9. April 1831. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an ſämmtliche Gr. Bürgermeiſter und Polizei-Offizianten des Regierungsbezirks. Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Jakob Groſch aus Haitz uͤnd Conſorten wegen Diebſtahls— hier Arretirung des Johann Theis aus Waikartshain, Reg.-Bez. Gießen. Sie erhalten hierdurch den Auftrag, auf Johann Theis von Waikartshain, welcher der Mitverübung eines zu Rö⸗ delheim ſtattgehabten Diebſtahls dringend verdächtig, zu fahnden und ihn, falls er betreten werden ſollte, zu arretiren und hierher zu bringen. Friedberg den 3. April 1851. ie. Der Schauſpieler auf dem Kriegstheater. Faſt gleichzeitig mit dem Gefecht bei Altenhof im Jahr 1848 fand ein Scharmützel bei Hatzdorf ſtatt. Eine däniſche Freiſchaar wollte nämlich den Verſuch machen, eine dort liegende Abtheilung der deutſchen Freiſchaaren aufzuheben, und bediente ſich dazu, nach ihrer gewöhnlichen Weiſe, nicht des offenen Angriffs, ſondern der Liſt. Sie kamen heran- gezogen mit ſchwarz⸗roth⸗goldener Fahne, hatten deutſche Cocarden an ihre Hütte befeſtigt, ſo, daß die Deutſchen ſie wirklich für eine befreundete Schaar hielten, beſonders da ſie auf den Feldruf:„Wer da?“ im beſten Deutſch: „Freunde und Waffenbrüder!“ antworteten. Schon wollte der Dr. Meyer, der Anführer der deutſchen Schaar, dem gegenſeitigen Führer entgegeneilen und ihm die Hand drücken, als letzterer plötzlich im drohenden Tone die Aufforderung an das Corps richtete, die Waffen zu ſtrecken. Die Deut⸗ ſchen, zu ſchwach an der Zahl, um ernſtlichen Widerſtand leiſten zu können, ſprangen raſch über den nahen Knick und die ihnen nachgeſendeten Schüſſe verurſachten nur einige leichte Verwundungen. Doch leider gelang es den Daͤnen, gegen zwanzig Gefangene zu machen, unter denen ſich auch der Schauſpieler Zimmermann aus Wiesbaden befand. Dieſer ſchien ſich nicht allein ganz geduldig, ſondern auch ſogar ſehr vergnuͤgt in ſein Schickſal zu ergeben. Er ſchloß ſich ſogleich an den Führer der Dänen, der ſehr geläufig deutſch ſprach, und erzählte dieſem: er ſei mit Gewalt unter das Freicorps gepreßt worden, und fühle ſich glück; lich, in Gefangenſchaft gerathen zu ſein, denn er ſei des Kriegslebens ſchon herzlich müde, und habe ſich uberhaupt auch noch nie entſchließen können, auf die Dänen, die ihm nie etwas zu Leide gethan, einen Schuß abzufenern. Da— durch erwarb er ſich nicht allein das Vertrauen des Officiers, ſondern auch eine gute Behandlung und die Erlaubniß, ſeinen Torniſter mit deſſen ganzem Inhalte zu behalten. Zwei ſeiner Kameraden, vertraute Freunde von ihm, die gleiches Schickſal mit ihm gehabt hatten, ſuchte er gleich⸗ falls der Gunſt des Anführers zu empfehlen, was ihm auch gelang. Im erſten Dorfe, wo daniſche Beſatzung lag, wurde Halt gemacht, um die Nacht dort zuzubringen, die ganze Schaar wurde in einer Scheune am Ende des Dorfes untergebracht und man vergönnte Zimmermann und ſeinen beiden Freunden dies beſcheidene Quartier zu theilen, während ſeine ubrigen Leidensgefährten, nachdem man ſie förmlich geplündert hatte, dem Commandeur der übrigen Linientruppen übergeben und in einen Keller geſperrt wurden. Nachdem Zimmermann und ſeine Freunde mit den däniſchen Frei⸗ ſchärlern gegeſſen und getrunken hatten, begann er ſein Schauſpielertalent zu entwickeln; er kündigte förmlich eine dramatiſche Abendunterhaltung an, und ſchon im Voraus jubelte man ihm Beifall zu. Er ſpielte hierauf einen be— trunkenen Rekruten, den Schloßvoigt Pedro, den Eckenſteher Nante, den Schulmeiſter Gensleber und den Schneider Fips, und zu jeder Rolle ſuchte er ſich auf irgend eine Weiſe komiſch zu koſtümiren, zu welchem Zweck man ihm erlaubte, ſich in eine mit der Scheune in Verbindung ſtehende Kammer, in welcher Ackergeräthſchaften aufbewahrt wurden, zu be— geben und ſich dort mit der in ſeinem Torniſter befindlichen Garderobe umzukleiden. Jede ſeiner komiſchen Darſtellungen wurde mit raſendem Beifalle aufgenommen und die Dänen erklärten, daß ſie während des ganzen Feldzugs noch nicht ſo gelacht hätten als an dieſem Abende. Endlich zum Schluß kündigte Zimmermann an, er wolle ihnen nun noch ein hochtragiſches Schauſpiel zum Beſten geben, nämlich die Wahnſinnsſcene des Königs Lear; doch bedürfe er dabei ſeiner beiden Freunde zum Beiſtande, von denen der Eine den Herzog von Kent, der Andere den Narren darſtellen müſſe. Die Dänen hatten ſchon längſt jede Ueberwachung aufgegeben und da ſie wieder eine intereſſante Poſſe ver— mutheten, ſo ließen ſie die drei Gefangenen ohne Verdacht in die Nebenkammer ſich entfernen. Doch diesmal ſchien ihre Toilette viel Zeit zu rauben, denn ſchon ſeit einer Viertelſtunde hatten ſie ſich entfernt, während die Dänen ſich mit Trinken und Singen amüſirten, und noch immer erfolgte das Zeichen zum Anfang des Schauſpiels nicht. Da begab ſich endlich der Officier ungeduldig zur Kammer⸗ 1 . 2 1 thür, klopfte an und fragte, ob ſie bald fertig wären? Doch keine Antwort erfolgte und als er nun, von einem plötzlich in ihm aufſteigenden Verdachte getrieben, die Thür öffnete, fand er die Kammer leer, und ein kleines geöffnetes Fenſter gab ihm ein Zeichen, daß die Gefangenen entflohen waren und die volle Gewißheit erhielt er durch ein auf dem Fenſter⸗ ſims liegendes Blattchen Papier, auf welchem die Worte ſtanden:„Ich gab heute Abend auf ihrer Bühne eine un⸗ freiwillige Gaſtrolle, und Sie werden mir als Honorar da⸗ für ſammt meinen Freunden, die Freiheit nicht verweigern. N a Zimmermann. Durch Liſt gefangen, durch Liſt entflohen.“ Die Armennoth und die Bettelei. In Nr. 25 dieſes Blattes iſt eines wichtigen Gegen⸗ ſtandes Erwähnung geſchehen. Vollkommen ſtimmt Einſen⸗ der dieſes mit den Klagen über die Zunahme der Bettelei und über die verderblichen Folgen dieſes Uebels überein. Dagegen kann er ſich weniger mit der Berechnung befreun⸗ den, nach welcher die Bettelei eins der einträglichſten Ge— werbe ſein würde. Mag auch hier und da ein Bettler unter günſtigen Verhältniſſen größere Summen ge⸗ wonnen haben, ſo zeigt es doch wenig Bekanntſchaft mit den Zuſtänden unſerer Armen, wenn man den einzelnen Notizen, welche„Micherns Denkſchrift für innere Miſſion⸗ ſchon erwähnt, eine allzu weite Ausdehnung zuſchreiben wollte, ebenſowenig möchte wohl ohne Angabe anderer Hülfs⸗ mittel die Regel zu empfehlen ſein, keinem Bettler eine Gabe zu reichen, ſondern ihn an die Erwerbsquelle durch Arbeit zu verweiſen. Einſtens kam zu dem Einſender die⸗ ſes während er ſtudirte ein Arbeiter mit der Bitte das eben erkaufte Holz klein machen zu dürfen. Da dieſe Arbeit ſchon vergeben war, rang er verzweifelnd die Hande und ſagte ſchon 2 Tage gehe er umher ohne einen Verdienſt fuͤr ſeine hungernden Kinder zu finden. Die Thränen der Rührung, als ihm ein Laib Brod gegeben wurde, werden mir immer unvergeßlich bleiben. Eine andere Erzählung vom Kaufmann Richter in Danzig, in dem Fiſcheriſchen Leſebuch S. 64 mitgetheilt, mochte ebenfalls geeignet ſein, die Abweiſung: Gehe hin und arbeite, einigermaßen zu modificiren. Was hätte dieſes Wort den ſchleſiſchen Weber geholfen? Oder was hilft es unſere Vogelsberger Spin⸗ nerinnen? Ja ich möchte fragen, ob nicht auch bei uns bisweilen der Arbeitſuchende vergeblich ſich umſieht? Mit ſolchen allgemeinen Urtheilen bietet man denjenigen, welche ohnedies nicht gerne die Hand öffnen zum Ge⸗ den einen willkommenen Vorwand dar, recht engherzig und für ſich ſelbſt zu ſorgen. Keineswegs ſoll durch das Bemerkte dem Bettelun⸗ weſen das Wort geredet werden, nur möge man dabei das Herz nicht der Armuth verſchließen und die nothwendige Fürſorge für die unverkennbare Noth nicht unterdrücken. Man rede vielmehr den Begüterten recht eindringlich zu, wie nöthig es ſei, daß ſie ihre Hand öffnen als fröhliche Geber, um der herrſchenden Armuth zu ſteuern und die Hungrigen mit ihnen zu verſöhnen. Man erinnere an das Scherflein der armen Wittwe, damit recht viele Gaben, wenn auch geringe geſpendet werden, dem Unweſen des Bettelns auf vernünftige Weiſe entgegen zu arbeiten. Dieſes kann aber nur mit vereinten und nicht allzu ſchwachen Kräften geſchehen. Darum verdient der Friedberger Armen— verein noch mehr der Empfehlung und Nachahmung als er ſchon gefunden hat. Da nun Oberrosbachs nicht eben ehrend erwähnt worden iſt, ſo muß ich hinzufügen, daß derſelbe Verein gegen das Betteln ins Leben gerufen worden iſt und daß zu hoffen ſteht, er werde immer noch weitere Aus⸗ dehnung gewinnen. Dieſer Verein will den wandernden Handwerkern einen kleinen Zehrpfennig reichen und beſon⸗ ders auch die Duͤrftigen der Gemeinde unterſtützen. Es ſoll dieſes aber nicht vorzugsweiſe durch Geld geſchehen, ſondern durch Ankauf von Lebensmitteln u. ſ. w. Er will ſo weit es möglich iſt den arbeitsfähigen Armen Arbeit ver— ſchaffen, die confirmirten Knaben und Mädchen bei Meiſtern und Herrn unterbringen und überhaupt dahin wirken, daß Fleiß und Ordnung immer mehr heimiſch werde. Er könnte viel mehr leiſten, wenn nicht allerlei Vorwände, wie die anfangs gerügten noch Manchen von der Theilnahme zu⸗ rückhielte. Was aber ein Armenverein, wenn er Theilnehmer findet, welche ihn nach Kräften unterſtützen zu leiſten ver⸗ mag, hat die Gemeinde Styken zu Aargau in der Schweiz bewieſen“); um die dortigen Armen zu erhalten, bedurfte es außer den Einkünften der Armenkaſſe, noch einer Steuer von 2000—3000 Schweizerfranken. Um das immer zu⸗ nehmende Uebel zu heilen traten die beſſer Geſinnten zu einem Vereine zuſammen, die Andern fühlten ſich bewogen ſich ebenfalls anzuſchließen. Man wollte das Betteln unter⸗ drücken, hülfsbedürftige Familien mit Rath und That un⸗ terſtützen und ſittlich verwahrloſte Kinder zu retten ſuchen. Die Mitglieder waren theils thätige, theils empfangende⸗ Die erſteren verpflichteten ſich Beiträge an Geld, Lebens⸗ mitteln oder Kleidungsſtücken zu liefern und keinem ein⸗ heimiſchen Bettler eine Gabe zu verabreichen. Dabei ſoll— ten ſie die Empfänger in Beziehung auf ihr ſittliches und religibſes Betragen, auf ihr Hausweſen und ihre Kinderer— ziehung möglichſt überwachen. Die empfangenden Mitglie- der müſſen verſprechen, der Bettelei zu entſagen, der Arbeit⸗ ſamkeit und Sparſamkeit mit ihrer ganzen Familie ſich zu befleißigen; im Hausweſen Ordnung und Reinlichkeit zu handhaben, einen guten Lebenswandel zu führen, beſonders aber Fluchen, Trinken und Spielen und unordentlichen Um⸗ gang zu meiden; dem Gottesdienſt fleißig beizuwoh— nen, die Kinder zum Schulbeſuch anzuhalten und die Ver⸗ ſammlungen des Armenvereins fleißig zu beſuchen. Wer dieſen Verpflichtungen nicht nachkommt, wird vom Vereine ausgeſchloſſen. Die Gemeinde iſt in fünf Sprengel getheilt, deren jeder von einem Mitgliede des Ausſchuſſes beaufſichtigt wird; der aus 7 Perſonen beſtehende Ausſchuß verſammelt ſich alle 4 Wochen, der Verein alle Quartal. In dringen⸗ den Fällen kann der Vorſitzende bis 10 Batzen Unterſtützung gewähren. Kinder von armen Familien, welche ſich durch gutes Betragen auszeichnen, erhalten beſondere Belohnungen. Schon nach einigen Monaten hatte der Verein 105 thätige und 76 empfangende Mitglieder. aus 40 ſchulpflichtigen Kindern, 12 arbeitsunfähigen und 24 arbeitsfähigen Perſonen. In den 3 erſten Monaten hat der Verein an Geld, Lebensmitteln*) und Kleidungs— ſtücken, 141 Franken eingenommen. Im Frühjahr ſoll Pflanzland für Kartoffeln gemiethet werden, damit die Armen ſelbſt die nöthigſten Lebensmitteln ziehen können. Die wohlthätigen Folgen des Vereins zeigten ſich als— bald. Selbſt Gewohnheitsbettler wurden zur Arbeit ge⸗ wöhnt, der Schul- und Kirchenbeſuch hat ſich gebeſſert. Es wurde auch für die nöthigen Kleider geſorgt. Bei mehreren Familien hat die Arbeitſamkeit zugenommen, es zeigt ſich mehr Sinn für Ordnung und Reinlichkeit und ſogar der Branntweingenuß hat ſich gemindert. So in der freien Schweiz. Gehet hin und thut deß— gleichen. Dann, aber auch erſt dann verſchließet den Bettlern die Thür! O ch. Str. ) Vergl. Allg. Schulz. Nr. 148, vom Monat Dezember 1850. *) Darunter 115 Körbe Af pfel. Letztere beſtanden Bekannm meint und gelben gewiß binnen zwe dieſer Edckallarur geböiter Jom U uu als offer und gaboſchen wer * zu Folge die Woungstapitals unten Heren 5 Grundrenten zule Mild. Hungen den 4 Beka 676) Nache haltene Verſteige Decher ſchen Erb werden dieſelben gens II Uhr, in Meiſblaend verfe fein Machgebot ang Verffigerung die Oder verweigert wi Iriedberg den m 10 Uhr, wir fädtiſche Oelände galgenfeld, in 5 fend erſteigert ſalige Zeichnun Einſicht offen 10 xſtũ uzen. Ez 1 geſchehen, . Er wil n Arbeit ver⸗ ia Meiſtem wirken, da Er könnte e, Wie die Alnahme zu⸗ Theilnehmer leiſten ver⸗ der Schweiz „ bedurfte es einer Steuer s immer zu⸗ Geſinnten zu ſich bewogen etteln unter⸗ ud That un⸗ etten ſuchen. empfangende. eld, Lebens⸗ keinem ein⸗ Dabei ſoll⸗ ſittliches und dre Kinderer⸗ den Mitglie⸗ „ der Arbeil⸗ milie ſich zu einlichlat zu 1, beſonders lichen Um⸗ beizuwoh⸗ ind die Vir⸗ achen. Wer vom Vereine theilt, deren beaufſichtigt c verſammelt In dringen⸗ Unterſtuͤtzung en, welche „erhalten Verein 105 tre beſtanden gen und ten Monaten d Kleidungs⸗ Frübjahr zol damit die 1 fonnen. en ſch als⸗ Arbeit ge⸗ ch gebeſſert. gt. Bei zommen, es alichktu und d thut deß⸗ erſchließet Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. dur N Edietalladung. (837) Nach Mittheilung der Großh. Regie⸗ rungscommiſſion des Regierungsbezirks Fried⸗ berg ſollen diejenigen Grundrenten an Neurod⸗ zehnten, Markwaizen, Grundzinſen, Rauchhühnern, Junkernbeed und Renteigebühren abgelöſt werden, ſo der Herr Fürſt Ferdinand zu Solms-Braun⸗ fels aus der Gemarkung des Orts Birklar zu beziehen hat. 5 Dieſe Gefälle ſind zu Einhundert Sechs und Sechszig Gulden Dreizehn Kreuzer ein Heller berechnet, und das Ablöſungskapital iſt auf Zwei⸗ tauſend Neunhundert Ein und Neunzig Gulden Acht und Fünfzig Kreuzer Zwei Heller feſtgeſtellt Wer Anſprüche an dieſe Gefälle zu haben ver— meint und geltend zu machen gedenkt, hat ſo— gewiß binnen zwei Monaten nach dem Erſcheinen dieſer Edictalladung dieſe Geltendmachung in gehöriger Form und Ordnung dahier zu be— wirken, als ſonſten die Anſprüche als verzichtet und erloſchen werden angeſehen werden, und dem zu Folge die Auszahlung des erwähnten Ablöſungskapitals mit Zugehörung an den ge⸗ nannten Herrn Fürſten, als denjenigen, der die „ zuletzt bezogen hat, verfügt werden ird. Hungen den 15. März 1851. Großh. Hef. Landgericht Hofmann. Bekanntmachung. 1576) Nachdem die am 1. April l. J. abge⸗ zaltene Verſteigerung der Immobilien der Karl Decher'ſchen Erben nicht genehmigt wurde, ſo werden dieſelben Freitag den 11. l. Mts., Mor⸗ ens 11 Ubr, in hieſigem Rathhaus nochmals neiſtbietend verſteigerkt mit dem Anfügen, daß ein Nachgebot angenommen und nach beendigter Berſteigerung die Genehmigung entweder ertheilt oder verweigert wird. Friedberg den 3. April 1851. In Auftrag der Erben: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verſteigerung. (377) Donnerſtag den 10. April, Morgens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das ttädtiſche Gelände, die ſog. Töpferkaut im Groß⸗ zalgenfeld, in paſſenden Abtheilungen, meiſtbie⸗ end verſteigert mit dem Anfügen, daß die deß⸗ aſige Zeichnung bei dem Unterzeichneten zur Einſicht offen liegt. Friedberg den 3. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (579) Der Transport von Frachtgütern von der Station Gießen nach Langgöns und umge— lehrt, ſoll auf dem Submiſſionswege vergeben werden. Die Bedingungen liegen auf den Stationen Gießen und Butzbach zur Einſicht effen und ſind die Offerten längſtens bis zum 0. April d. J. verſiegelt und mit der Auf- chrift:„Gebot auf Gütertransport betreffend/ zuf der Station Butzbach abzugeben. Gießen den 1. April 1851. Die Großh. Heſſ. Eiſenbahn-Bau⸗Direction Lauben heimer. Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau (380) wird in dieſem Jahre den 1. Mai tröffnet werden. Der Badearzt Herr Dr. Zode dahier wird etwaige Anfragen in ärztlicher Beziehung beantworten, jeder verlangten wund⸗ 115 ärztlichen Hülfeleiſtung wird ſich neben dem Badearzte auch der hieſige Amtswundarzt, Herr Bechtold, unterziehen. Logisbeſtellungen für das neu erbaute Badehaus ſind zeitig an die Soolbade-Inſpection zu richten, die auch jede andere etwa gewünſchte Auskunft bereitwilligſt ertheilen wird. Nauheim den 31. März 1851. Kurfürſtliches Salzamt: Engelhard. F. Schreiber. R. Ludwig. Avenarius. rnehr fe fſgerung. (581) Freitag den 11. April l. J., werden von dem Gräflich Solms-Roödelheim'ſchen Frucht⸗ ſpeicher zu Münzenberg in kleinen Quantitäten zum öffentlichen Verkauf gebracht, etwa 80 Malter Korn, 68»Gerſte. Die Verſteigerung geſchieht in der Behauſung des Gräflichen Verwalters Wagner zu Münzen⸗ berg und nimmt Vormittags 10 Uhr ihren Anfang. Aſſenheim den 31. März 1851. Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſche Fruchtverwaltung. [Alten ſt ad t.] Verſteigerung von Bauarbeiten und Material-Lieferungen. (587) Donnerſtag den 10. d. Mts., Vor- mittags 9 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Rath⸗ hauſe die zur Erweiterung des Friedhofs dahier erforderlichen Arbeiten und Materiallieferungen an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Dieſe Arbeiten und Materiallieferungen find vervoranſchlagt: a) Maurerarbeit 192 fl. 6 kr. b) Steinhauerarbeit 249—„ c) Lieferung von 150 Bütten Waſſerkalk 180 Die Zeichnungen, Voranſchläge und Bedin⸗ gungen liegen bis zum Termin auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Altenſtadt den 2. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreu der. Verzeichniß der Vieh- und Krämermärkte, welche im Jahr 1851 in der Stadt Friedberg abgehalten werden. (608) Den 5. März Krämermarkt, „ 9. April Viehmarkt, Mai desgleichen, Juni desgleichen, „25.„ Krämermarkt, „ 13. Auguſt desgleichen, „ 20.„ Vichmarkt, „ 24. September desgleichen, „ 22. October desgleichen, „29.„ Krämermarkt, „ 12. November Viehmarkt, „17. December desgleichen. Friedberg den 7. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Holz⸗Verſteigerung. (609) Dienſtag den 15. d. M., Nachmittags von 2 Uhr an, werden auf dahieſigem Burg— walle und am Burgberg, ungefähr 50 Haufen Reisholz verſchiedener Art verſteigert. Friedberg den 5. April 1851. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Mobiliar⸗Verſteigerung (610) Montag den 14. April d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr anfangend, werden in der Woh⸗ nung der dahier verſtorbenen Heinrich Dienſt⸗ — bachs Eheleute vor dem ehemaligen Mainzertho re⸗ die zu deren Nachlaß gehörenden Mobiliar⸗ Gegenſtände, als: Gold, Silber, Bettſtellen, Tiſche, Stühle, Schränke, ein Schreibſeeretär, Kleider, Bettung, Weißzeug, ein vollſtändiges Schreinerhandwerksgeſchirr, eine Parthie Werk⸗ holz und Bohlen verſchiedener Holzarten, ſowie ſonſt allerlei Haushaltungs-Gegenſtände öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 7. April 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (611) Die Kleeerndte an den Böſchungen der Bahn ſoll auf die Dauer des Jahres 1851, Mittwoch den 23. April d. J. an den Meiſt⸗ bietenden verkauft werden. Die Zuſammenkunft iſt: Vormittags 7 Uhr im Hainborn bei Vilbel, „ 9„ an der Dortelweil-Kloppen⸗ heimer Gemarkungsgrenze, 5 10 am Heiligenhäuſerweg bei Ocarben, „ 11 im Kleinenfeld bei Nieder⸗ wöllſtadt, Nachmittags 2(auf der Station Nieder⸗ wöllſtadt, „ 3 an der alten Schlagshohle, Grenze der Gemarkung Bru⸗ chenbrücken und Niederwöll⸗ ſtadt, „ 4„Man der Straßbach Gemar⸗ kung Fauerbach II., „ 5 am Haingraben bei Fried⸗ berg. Die Bedingungen 0 bei der Verſtei⸗ gerung an obengenannten Orten bekannt gemacht. Friedberg den 2. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bahn⸗Ingenieur Hochgeſand. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (612) Mittwoch den 16. d. M. Vormittags 8 Uhr werden auf der Station Großkarben nachgenannte Arbeiten und Lieferungen, zur Er⸗ bauung eines Bahnwärterhauſes an der Dortel- weil⸗Kloppenheimer Gemarkungsgrenze, öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. 1) Maurerarbeit veranſchl. zu 244 fl. 41 kr. 2) Steinhauerarbeit„„ 46 40„ 3) Zimmerarbeit, wird auf dem Bauplatze des Vlaductes uͤber das Roſenthal von vor handenem Holze gefertigt, der Arbeitslohn iſt veran⸗ ſchlagt zu 4) Schreinerarbeit veranſchl. zu 5) Schloſſerarbeit 1„ 5 6) Glaſerarbeit„„ 34„ 6„ 7) Weißbinderarbeit„ 86„ 3„ 8) Spenglerarbeit„„ 15„ 24„ 9) Pflaſtererarbeit„„ 4% 36„ 10) Die Lieferung von 6,1 Cubik⸗ klafter Mauerſteinen aus den Steinbrüchen bei Großkar⸗ ben, veranſchlagt zu 110 Die Lieferung von 14,600 Stück 2¼“ſſtarke Backſteinen und 250 Stück Plättchen von 1 Fuß im Geviert, ver⸗ anſchlagt zu 189„48„ 12) Die Lieferung von 52 Büt⸗ ten Kalk veranſchlagt zu 67„ 36„ Plan, Voranſchlag und Accordsbedingungen lönnen in dem Geſchäftslocale des Unterzeich⸗ neten eingeſehen werden. Friedberg den 2. April 1851. 5 Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. 170„ 48„ Realſchule zu Friedberg. (613) Die Aufnahme neuer Schüler in die Realſchule findet Montag den 28. April l. J, Nachmittags 2 Uhr, ſtatt. Anmeldungen ge— ſchehen an den Unterzeichneten, welcher auf Ver⸗ langen über die Anſtalt nähere Auskunft ertheilt. Friedberg den 4. April 1851. Der Direktor Profeſſor Ph. Dieffenbach. Verſteigerung. (610 Dienſtag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen aus der hiefigen Gräflichen Oe⸗ conomie: fünf Kühe, wovon 4 trächtig und eine friſch⸗ milchend mit dem Kalb, drei trächtige Rinder, ſchwarzſcheckig, ein junger Farrn, einjährig, ein Mutterſchwein, ſechs Ferkel und neun Springer, öffentlich an den Meiſtbietenden, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden. Schloß Ilbenſtadt den 5. April 1851. Bernhardt, Rentmeiſter. Holz ⸗Verſteigerung. (615 Die am 26. v. M. dahier ſtattgehabte Holzverſteigerung iſt, mit Ausnahme des Stan⸗ genholzes, nicht genehmigt worden, was mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß das Brennholz in dem Taxations⸗ preiſe aus der Hand abgegeben werden ſoll. Forſthaus Beinhards am 6. April 1851. Der Gräfliche Revierförſter Hartmann. Bekanntmachung. (616) Samſtag den 3. Mai l. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus des Auguſtin Hütter zu Dornaſſenheim auf da⸗ ſigem Rathhauſe öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 2. April 1851. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hilde nb e an d. Bekanntmachung. (617) Die am 12., 13., 25., 26. und 27. März d. J. im Moxſtädter Markwald Diſtrie⸗ ten Au, Forſtwald, Heegwald und Lehnchen ab⸗ gehaltenen Holzverſteigerungen find genehmigt und der erſte Fahrtag auf Mittwoch den 16. d. M. beſtimmt worden. Obermoxſtadt am 6. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mickel. Holz⸗-Verſteigerung. (618) Freitag, den 11. d. M., Vormittags 10 Uhr anfangend, werden im Diſtrikte funger Wald(bei Pfaffenwies bach) 3½ Stecken Buchen- und Birkenprügelholz, 7„ Birkenſtockholz und 7575 Stück Buchen⸗ und Birkenwellen an den Meiſtbietenden verſteigert. Ockſtadt am 5. April 1851. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Agenten⸗Geſuch. (592) Für den Regierungsbezirk Friedberg wird ein thätiger Agent geſucht, man wende ſich in portofreien Briefen an C. Clauer zu Darmſtadt. — 116— Tuch⸗ und Bukskin⸗Lager von David Strauß Doͤngesgaſſe Nr. 8 in Frankfurt a. M. (619) Zur bevorſtehenden Sommer-Saiſon und während der Meſſe, empfehle ich allen meinen Bekannten und Geſchäftsfreunden mein wohlaſſortirtes Lager in niederländiſchen Tuchen, Palletot⸗Stoffen, Bukskins, leinenen, baumwollenen und halbwollenen Hoſenſtoffen, Weſten, Herrenbinden ꝛc. zu äußerſt bil⸗ ligen Preiſen. Anzeige. 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M., Morgens 9 Uhr anfangend, ſollen folgende Mobilien, als: Schreibſecretär, Betten, Sopha, Tiſche, Stühle mit Rohr geflochten, eine Weinkelter, Fäſſer, kupferne Waſchkeſſel und dergl. Hausgeräth⸗ ſchaften, in meiner Behauſung an die Meiſt⸗⸗ bietenden gegen baare Zahlung verſteigert werden. Nauheim den 5. April 1851. Hartmann Sprengel, Obergradirer. Zu verkaufen. (622) Bei Salomon Schwab in Friedberg iſt zu bevorſtehenden Oſtern Wein, Weineſſig und Aepfelwein von vorzüglicher Qualität zu haben. Da nk ſea gu n g (623) Allen verehrten Behörden und Ein⸗ wohnern von Vilbel, welche bei dem am 1. d. M. erfolgten Unfall meines Bruders, des Fuhrmanns G. Wagner aus Großenlinden, insbeſondere bei deſſen Leichenbegängniß eine ſo uneigen⸗ nützige liebevolle Theilnahme an den Tag legten, ſtatte ich hierdurch meinen herzlichſten Dank ab. Friedberg den 7. April 1851. Gaſtwirth Wagner. Frankfurter Gold-Cours vom 4. April 1851. fl. Pio 9 36-37 Frledrich sd? 9 Holländiſche 10 fl. 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