erg. ds den 5. N r Sell. er Stadtkig titſch. er Stadtlirg t Sell. er Burglitch Saut. 0 der Burglirch Adichun. Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 1 Mittwoch den S. October 1851. ei ſe. Taxe g und Bußbal Occober. — Ititd⸗ Buß ⸗ detg. 1 4% 10 1106 1% bah, f Amtlicher Theil. Oeffentliche Nachricht. Nach einer Mittheilung der Staatsbehörde bei dem Kurfürſtl. Heſſ. Juſtiz⸗Amte Bergen ſind ein Paar Stramin⸗ ſchuhe, noch ganz neu, von dunklem Grunde mit hellblauen Sternchen, einleiſtig, ringsum einen Finger breit mit Leder beſetzt und mit Baumwolle gefüttert, im Beſitze zweier dort⸗ ſelbſt inhaftirter Individuen, welche bereits eines Taſchen⸗ diebſtahls überführt ſind, aufgefunden worden. Da jene Schuhe am letzten Berger Markte(2. d. Mts.) dürften entwendet worden ſein, ſo wird der etwaige Eigenthümer hierdurch davon in Kenntniß geſetzt mit dem Aufuͤgen, daß die deßfallſige Anzeige bei der Eingangs erwähnten Stelle zu machen iſt. 6 Friedberg den 28. September 1851. Die Gr. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Dubvdrie r. Aus dem Leben eines Vogelsbergers in Krieg und Krieden Erzählung von W. O. v. Horn. (Schluß.) ich war von allen meinen Ich hatte ſtatt Freude Und dort hatte ich „Sie ſehen, liebſter Herr, Hoffnungen verlaſſen worden. Trauer, ſtatt Glück Elend gefunden. mein Glück weggeſtoßen! „Was ſollt' ich machen? J 5 Mutter und hatte ſelbſt Troſt nöͤthig. Was ich noch an Geld hatte gab ich ihr und verſprach, ſie von meiner Löh⸗ nung zu unterſtützen. Sie mußte endlich gehen; ich aber blieb in meiner Trauer ſitzen. Da trat ein Menſch zu mir und ſagte: Kaspar was hab' ich dir geſagt? „Ich blickte auf. Es war der Fulder. „Ach, ich dachte wohl ſeines Wortes, als er von den Weiberherzen ſprach. Ja, du hatteſt Recht, Kamerad, ſagte ich bitter. So ein Weiberherz ſtirbt nicht vor Lie⸗ besleid. Sie tröſten ſich und nehmen einen Andern. „Und du willſt dich härmen? fragte er. „um ſie nicht, ſagte ich darauf. „Apropo! ſo haſt du auch eine andere auf dem Ich tröſtete meine gute Strich gehabt? fragte er. Nun dann wirf ihr nichts vor, Alter! dann heißt's: Wurſt wieder Wurſt! f„Du thuſt mir unrecht, Fulder, ſagt' ich; ſetz' dich, ich will dir's erzählen. So erzählte ich ihm nun die Ge—⸗ ſchichte von der Mühle und dem Chriſtinchen. „Ja, das iſt ein andres, Kaspar, ſprach er. Sei du ruhig. Die lauft dir nicht fort, wenn ſie dich recht lieb hat. Du aber haſt ein freies Gewiſſen, und das iſt das Beſte vergiß das Annebärbelchen, den Racker, der dich betrogen hat, und ſei guthes Muths. Es geht noch Alles gut. Nun beſieh' mich mal. Wie gefall' ich dir in dem ſchönen Großvatersrock? Wie gefaͤllt dir mein Zopf? Gelt, das iſt etwas Extra's. Ich ſage dir, die Zöpfe haben ſich gut erhalten. Wüchſig ſind ſie nicht, das iſt das Beſte dran, und für das Anwachſen iſt geſorgt. Sie zu beſchneiden iſt auch nicht nöthig, und alle vierzehn Tage einmal gewickelt, iſt genug, weil man ſie ganz bequem ab⸗ nehmen kann. Für's erſte biſt du ſicher davor. Es gibt nicht mehr ſo viel Zopfmacher, als wir nöthig hätten, wenn Alle bekommen ſollten. Dein Regiment hat keine und kriegt auch keine. Nur wir hier müſſen ſie haben. „Ach, Fulder, ſagt' ich, mach' keine Faxen. Du ſiehſt, mir iſt's nicht drum. Willſt du Etwas thun, ſo ſchreib' mir einen Brief ans Chriſtinchen und an ſeinen Vater, und erzähl ihm Alles ganz accurat, wie es gekommen iſt, und ich würde kommen, wenn ich frei wurde. „Meinetwegen, ſagte er ruhig. Dann wird's wie⸗ der gehen wie beim Annebärbelchen, und dann heulſt du noch einmal und— es wird nicht anders. Mach's wie ich. Sei gutes Muths und laß es gehen, wie's eben geht! Mit dem Weibsvolke machſt du doch kein Glück! „er ging, und das letzte Wort legte ſich wie ein Alp auf meine Seele. Er war indeß zu gutmüthig, daß er mir's abſchlüge. Er ſchrieb einen Brief, der eine Art hatte, und den ſandte ich ab. Mittlerweile kam's wieder anders, wie ich's vermu⸗ thet. Unſer Regiment wurde beſtimmt, zur Armee zu ſtoßen, um nach Frankreich zu gehen. Dießmal hüpfte mir das Herz im Leibe vor Luſt. Gegen das Franzoſengeſindel zog ich mit Freuden in den Krieg. Wir wurden nun Alle in die Compagnie geſteckt und ruͤckten an den Rhein. In der Neujahrsnacht gingen wir über den Rhein. Nun, lieber Herr, ſie ſind ja da unten am Rheine daheim, wie ich ge— hört, da wiſſen Sie, wie das gekommen iſt. Als wir in Paris einzogen, wünſchte ich mir nichts, als ich möchte 1 den ſpeckgelben Hieronymus in die Fäuſte kriegen. Dem wollt' ich's eingetränkt haben, was er meinem lieben Heſ⸗ ſenland Arges gethan; aber der hatte ſich ſalvirt. „Nach dem Frieden kamen wir in die Heimath zu⸗ rück. Ich war Corporal geworden. f 5 „Kaum angelangt, nahm ich Urlaub und eilte heim. Ach, lieber Gott, meine gute arme Mutter war todt. Meine Geſchwiſter dienten hier und da im Lande. Als ich Annebärbelchen ſah, ſtieß mir's doch heftig ans Herz. Es iſt ein wunderlich Ding mit der alten Liebe, die nicht roſtet. Sie reichte mir weinend die Hand. Ich habe an dir ge⸗ ſündigt, Kaspar, ſagte ſie, vergib mir's. Dafür verfolgt mich auch das Unglück. Mein Mann iſt ein Branntwein⸗ ſäufer und wird alle Tage ſchlimmer. Ich ſeh's voraus, daß ich noch mit einem Häuflein Kinder betteln gehen muß, wenn es ſo mit ihm fort geht. Das ſchnitt mir in die Seele. Vorwürfe machen? Nein, nein, das konnte ich nicht! Ich hatte Mitleid mit ihr, aber zu helfen war da nicht. Der Hannes ließ ſich, ſo lange ich im Dorfe war, nicht ſehen und hatte recht.. 5 „Eines Morgens kam Annebärbelchen gelaufen in meines Pathen Haus, wo ich mich aufhielt. Ach, ſagte ſie, da iſt mir etwas eingefallen. Haſt du auch ſchon den Brief gekriegt, den dein Bruder Philipp hat? Er iſt weit aus dem Lande gekommen, wo du einmal warſt. Ich hatte davon nichts gehört, aber Ruhe hatte ich jetzt nicht mehr. Ich ging auf das Dorf, wo Philipp Knecht war. Es lag etwa drei Stunden weg. Der Brief war uner⸗ brochen und etwa drei Monate alt. Der Müller war ge⸗ ſtorben und Chriſtinchen unterſchrieb ſich Chriſtine Krell, geborne Flemming. So hieß ſie! Sie erzählte, daß ſie ſich an einen braven Mann verheirathet und mir alles Gute wünſche. Sie hatte es ſelber geſchrieben.“ Als Kaspar das letzte ſagte, fing ſeine Stimme zu wanken an. Er klatſchte. Die Pferde holten tüchtig aus, und ohne daß er ein Wort weiter mit mir ſprach, ging's fort, bis Eppſtein vor uns lag. Er bog zur rechten Seite ein und ſagte:„Da iſt die Mühle!“ d i Er ging ſtill an Das, was ihm mit und bei den Pferden oblag, und ich auf die alte Burg, wo mir ein Führer viel Verwunderliches erzählte, und ich war bei Kaspar mit meinen Gedanken und ließ ihn ſchwatzen, ſo⸗ viel er wollte. Da lag vor mir ein verödetes Leben, das ein Treubruch verarmt hatte. Und was war dabei ſeine Schuld? Treue! O Welt, wie lohnſt du? f Ich geſtehe, daß mich das alles ſo tief angriff, daß ich die Burg kaum beachtete, kaum das geprieſene Thal, das übrigens, wie Kaspar ſagte: ſeines Gleichen ſucht— und überall findet. Auf der Heimfahrt ſagte ich:„Kaspar, Seine Ge— ſchichte iſt noch nicht aus. Ich habe mit großer Theil— nahme zugehört. Wie ging's weiter?“„Ach,“ ſagte er, „das wickelte ſich kurz ab. Ich blieb Soldat, bis ich ver⸗ abſchiedet wurde. Daheim hatte ich nichts. Was ſollt' ich im Dorfe machen. Ich wurde Kutſcher und bin's heute noch. Ich habe mir etwas erſpart für den Reſt meiner Lebenstage. Mein Bruder wohnt in dem Häuschen der Eltern, das ich gekauft habe. Dort will ich auch ſterben.“ „Und Annebärbelchen?“ fragte ich. Er reichte mir einen Brief. Ich erbrach ihn. Er war ſchlecht geſchrieben, aber das las ich heraus, daß ſie ihm dankte fuͤr die Wohlthaten, die er an ihr thue, und Gottes Segen auf ihn herabflehe. Als ich ihm den Brief gab, drückte ich voll Achtung die rauhe, harte Hand des Menſchen. Er ſah mich dank⸗ bar an, pfiff und die Pferde griffen tüchtig aus. Wir Beide ſchwiegen— wir hatten Beide gewiß viel zu denken. Am andern Morgen reiſte ich heim, aber heute ſteht dieſes] enfals in 1 Menſchenleben vor meiner Seele, und ich möchte fragen; A, und 11 dun Ob ein Hochgebildeter ſo gehandelt, wie hier der einfache] iy, it 9 6 Menſch aus dem Volke? 1 10 1115 0 i uagtei Miszellen. e ug Aus dem ungariſchen Kriege erzählt ein in der Ar⸗ ger Tage. mee des Banus dienender deutſcher Offtzier folgende Scene: 5 opa v Ungefähr 2000 Schritte von einander hatten wir unſere J e Feldwachten aufgeſchlagen, beiderſeits ziemlich unbekümmert is Hues du a0 wegen eines heimlichen Ueberfalls, denn allen war wenig- cle Schmach hae ſtens für einen Tag die Ruhe viel lieber als der Kampf.. Bei uns war, wie ſchon ſo lange, Schmalhanns Küchen- s h meiſter und ich ſah ziemlich troſtlos zu, wie meine Leute ür in den ewigen Kukuritzbrei am Feuer bereiteten. Auch in un- Ilten; in ſern hölzernen großen Feldflaſchen war gar nicht viel und hmen und auf ſo ſaßen wir Mehlbrei würgend und denſelben mit ſchlech⸗ ont machen— tem Waſſer hinunterſpülend, mißmuthig um unſer ſpärliches Jüurdinnen und 7 Feuer. Da ſah ich wie zwei Huſaren drüben aufſtunden aumeln unſerer und mit einem weißen Tuche winkend auf uns zukamen. chen Abscheu vor Neugierig, was ſie wollten, ging ich ihnen entgegen und in nicht, wie dere erkannte in denſelben bald zwei Soldaten meiner alten innen.— Die S Schwadron. Ehrerbietig grüßten ſie mich, als ich bei ihnen de Armenierin ir! ankam, und ſagten, ſie hätten guten Proviant, ein Faß— Schmuck- und Wein und ein fettes Schwein, und da ſie wüßten, daß wir damen; in Gui nicht viel Gutes beſäßen, kämen ſie, um mich zu fragen, Schurz als einfa ob ich nicht etwas von ihnen annehmen wolle. Da ich af alle Weiſe m wußte, daß ich echte Magyaren vor mir hatte, die, wenn in.— Bei uns ſie nicht gereizt ſind, ſtets ritterlich handeln, ſo nahm ich ſuf einigen Suͤdse dankbar das freundliche Anerbieten an und ſchickte ein paat tau.— Bei u meiner Leute zu ihnen hinüber. Die kamen denn bald mit teunde und Vei etwa 20 Kannen guten ungariſchen Weins und einem finden ihrer A Schweiusviertel beladen zurück und nicht lange, ſo ſchmaus⸗ ten und zechten meine Soldaten ſeelenvergnügt und ver⸗ gaßen ganz, daß ſie Alles von einem Feind 5 hatten, bekamm dem ſie in wenigen Stunden wieder auf Leben und Tod hdr gegenüber ſtehen ſollten. Eine Artigkeit iſt übrigeus die 1 1 andere werth, und da ich ziemlichen Vorrath von feinem 15 Nil (380) Bei den lark können fleißige iſchäftigung erhalten derſelbe bei den ungariſchen Huſaren iſt, ſo ging ich ſelbſt in 8 feindliche Bivouak, überreichte einen Theil des Ta⸗ 5 baks dem weißbärtigen Wachtmeiſter und richtete große Gießen den 12.2 Freude an. 4 Dur. f „Ein Engländer ſchildert in einer politiſchen Zeitung deſfentliche (Daily News) ſeinen Beſuch in dem Inquiſitionsgebäude 652) Johannes in Rom und entwirft eine grauenhafte Beſchreibung von rb im Jahre 1830 dem, was er da geſehen. Er fand ganze Reihen von Ker⸗ 100 C dborne S kern, einen dumpfer und ſchrecklicher als den andern, und Fa e aum den, wohnte einer Arbeit bei, die noch Entſetzlicheres zu Tage. 0 brachte. Man räumte nämlich an einer Seite Schutt ab, den II. Nopemb kam dabei auf Stufen und überzeugte ſich bald, daß die: des Todes fen ſelben zu einer unterirdiſchen Kerkerreihe führten. In allen ful abwesend dieſen dunkeln Gefängniſſen fand man noch angeſchmiedete ken 1 15 Wi Ketten, eine Menge Menſchenknochen, Schädel u. ſ. w., d wann dd in einer Art Niſche fünf vollſtändige Gerippe, wahrſcheinlich alch Erbschaft in von Unglücklichen, die da eingemauert worden waren. Fer⸗ ner wurde eine Art Verließ gefunden, das tief in die Erde hinab und in dem Gebäude hinauf reichte bis in ein Zim⸗ mer neben dem Gerichtsſaale, wo daſſelbe eine Art Fall⸗ thüre bedeckte. Wahrſcheinlich wurden Verurtheilte da hinab— gelaſſen. Eine grauenhafte Vorrichtung waren zwei große Kalkgruben, in denen ſich eine anſehnliche Menge verkalkter im würde Gebeine fanden.„Hatte ich dies Alles nicht mit meinen ri eigenen Augen geſehen,“ ſchließt der Berichterſtatter,„ich 0 würde von ſolchen Dingen ſelbſt in einem Kerker des Dr. J heiligen Gerichts nicht getraumt haben.“ Das Archiv, das türkiſchen Tabak hatte und wußte, wie ungemein e — 319— ute g 155 Ad mi denfalls in die Hände der jetzigen Gewalthaber gefallen ier der 2 il, und von dem nur die neueſten Papiere weggebracht a0 d, iſt bereits 1 worden n 8 9 deſ⸗ n, was man gefunden hat, wird im Druck erſcheinen. ———. ſich denten läßt, ſind die darin erzählten Vorgänge vim höchſten, ergreifendſten Intereſſe, und die Thaten rei⸗ ein in der 2 chen von des unglücklichen Gallilei Zeiten bis in die Nähe gende Scene unſerer Tage. in wir unſen In Europa verlangt es der Anſtand, durch Abnehmen d unbekünmen des Hutes zu grüßen, während der Morgenländer es für K war wenig eine Schmach hält, mit unbedecktem Haupte vor einem an⸗ der Karpf dern zu ſtehen. Er wirft ſich dem Höheren zu Füßen, ohne aus Kuchen das Haupt zu entblößen. Außer in Rußland hat das Mi⸗ e meine Leutz liar in Curopa das Vorrecht, die Kopfbedeckung aufzube⸗ Auch in un halten; in Rußland muß der gemeine Soldat dieſelbe ab⸗ nicht viel un uchmen und auf zehn Schritte Entfernung vor Offizieren den nit ſchlt Front machen.— Wir lachen über die Naſenringe der dase ſpärlichel Kurdinnen und anderer und vergeſſen die Ohrringe und ben aufſtunden Baumeln unſerer Frauen.— Die Morgenländer haben uns zukamen einen Abſcheu vor den Corſetts unſerer Damen und begrei⸗ entgegen und fen nicht, wie deren Wespengeſtalten Wohlgefallen erregen dnaner alten konnen.— Die Schminke wird bei uns heimlich gebraucht; ch bel ihnen die Armenierin trägt dieſelbe dick und ſehr bemerklich auf. Lant, ein Faß— Schmuck- und Putzſachen gehören zur Toilette unſerer Aten, daß wi Damen; in Guiana tragen die Frauenzimmer nur einen ach zu fragen Schurz als einfachen Schmuck, wogegen die Männer ſich delle. Da ich alf alle Weiſe mit bunten Federn vielfarbiger Vögel ſchmük⸗ ie, die, wenn ken.— Bei uns wird die Frau nach dem Manne benannt; „ee nahm ich auf einigen Südſee-Inſeln nennt ſich der Mann nach ſeiner dickte ein paatſfrau.— Bei uns verlangt die Höflichkeit, daß, wenn würde ein Mann den Schimpf, von einem Andern nach dem Befinden ſeiner Frau gefragt zu werden, mit Blut rächen. Auch ein Bild aus Sibirien, das man ſich nur als kalte arme Einöde denkt! Der Champagnerluxus ſoll nir— gends größer ſein als— in Sibirien, namentlich in Kras— nojarks, wo die Erde Gold in Menge birgt und die Leute über Nacht reich werden. Es ſoll in dieſer Stadt Manner geben, die noch vor wenigen Jahren als Handlungsdiener oder arme Arbeiter in ärmlichen Kramladen ſaßen oder in den ſibiriſchen Wäldern nach Gold ſuchten und jetzt im Be— ſitz großer Maſſen dieſes Metalls ſich in ſarda-napaliſchen Lüſten wälzen. Beſonders ſollen die Gaſtmähler und der Champagner maßloſe Summen koſten, weil man dieſen Wein nicht aus kleinen, ſondern aus ſehr großen Gläſern in ſehr großer Menge und zu jeder Zeit trinkt, während die Flaſche 18 bis 20 Rubel koſtet. Kommt man zu jemand früh morgens oder ſpät abends, iſt man beim Frühſtück, Mittags- oder Abendeſſen, zum Thee oder Ball, Champagner muß immer in Strömen fließen. Aus einer Strafanſtalt enſprang ein Sträfling, der, weil er krank war, an mehreren Stellen des Leibes Heft— pflaſter liegen hatte. Im Steckbrief ſtand:„Man erſucht alle Civil⸗ und Militärbehörden, dieſen gehefteten Sträf— ling gebunden einzuliefern.“ Ein Engländer, der unterhalb Charenton uber den Fluß fuhr, fragte den Fährmann:„Habt Ihr auf dieſer Ueberfahrt niemals einen Menſchen verloren?“—„O, niemals!“ war die Antwort,„ſelbſt meinen Bruder, der ſich vor ungefähr einem Monat hier erſäufte, fanden wir denn bald mül freunde und Verwandte ſich begegnen, ſie ſich nach dem 8e und einen Befinden ihrer Angehörigen erkundigen, im Morgenlande ge, ſo ſchmaus⸗ e drei Tage darauf wieder.“ % e Bekanntmachungen von Be⸗ halten hatten, tben und Tod übrigeus die atd von feinem gemein beliebt aing ich ſelbſt Tbeil des Ta richtete groß. tüchen Zeitung nonsgebäudt ſchreibung vol aaben von Ken andern, und berts zu Tag 4* hoͤrden. NN NN Nain⸗Weſer⸗Eiſenbahn Section Gießen. f ) Bei den Erdarbeiten in der Lindner ien fleißige Arbeiter gegen gaten Lohn Beſchäftigung erhalten. Piegen den 12. Auguſt 1851.. Der Großb. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eickemeyer. In 12. December 1776 und Johann Wilhelm, don nahm der allein anweſende Johannes die lerliche Erbſchaft in Beſiz. Auf Antrag des Ißteren werden nun deſſen oben genannte Brü⸗ uu, oder deren etwaige Leibes⸗ Teſtaments⸗ our Vertragserben, aufgefordert, ihre Erbrechte cn dem Nachlaſſe des Johannes Schreitz I. von glorſtadt ſogewiß binnen drei Monaten dahier geltend zu machen, widrigenfalls ſie als darauf vazichtend und der Nachlaß als alleiniges Eigen⸗ tum des Johann Peter Schreitz angeſehen wer⸗ zn würde. l Friedberg den 19. September 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen. Oeffentliche Ladung. 4633) Das Vermögen des nunmehr ver⸗ ſtorbenen Heinrich Schneider II. von Södel iſt nur 495 fl. überſchuldet. Deſſen Sohn Philipp hat ſich gegen Uebernahme des Nachlaſſes und unter Verpfändung ſeines ſämmtlichen Vermö⸗ gens mit den bekannten Gläubigern des Erblaſ⸗ ſers dahin verglichen, daß er 60 pCt. der an⸗ gemeldeten Forderungen in drei gleichen Zielen, nämlich Weihnachten d. J. und Martini der beiden folgenden Jahren, die beiden letzten Zie⸗ len mit Zinſen bezahlt. 220 5 Alle noch unbekannten Gläubiger werden hier⸗ mit aufgefordert, ſich im Termin Donnerſtag den 23. Oktober l. J., Vormittags, über Bei⸗ tretung zu dem Vergleiche zu erklären, widrigen⸗ falls dieſelbe unterſtellt werden wird. Friedberg den 19. September 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. J.. Hofraithe⸗Verſteigerung. 336) Donnerſtag den 9. Oktober, Mor⸗ W Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe der verſtorbenen Georg Schrei⸗ bers Eheleute dahier gehörende Hofraithe, be⸗ ſtehend in Wohn- und Backhaus, Scheuer und Stallung, nochmals öffentlich meiſtbietend ver⸗ eigert. 1 N Die Hofraithe und dazu gehörenden Neben⸗ gebäude befinden fich in einer der frequenteſten Straßen hieſiger Stadt, in welchen ſchon ſeit längeren Jahren eine Bäckerei mit gutem Er⸗ folg betrieben wird, wobei der Steigerer gleich— zeitig auf eine entſprechende Kundſchaft rechnen kann; auch eignen ſich die Gebaͤude ihrer gün⸗ ſtigen Lage wegen zu einer andern Gewerbs⸗ anlage. Oie Verſteigerung erfolgt erbabthellungshalber und im Intereſſe minderjähriger Erben und werden Steigerer hiermit eingeladen. Friedberg den 29. September 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Marktverlegung zu Altenſtadt. (1659) Der in dem diesjährigen Landkalen⸗ der auf den 24. und 25. October d. J. be⸗ ſtimmte Altenſtädter Vieh- und Krämermarkt wird nicht an dieſen Tagen, ſondern den 29. und 30. October d. J. ſtattfinden und zwar in der Art, daß den 29. der Vieh- und am 30. der Krämermarkt abgehalten wird. Die Gr. Bürgermeiſter im Regierungsbezirk Friedberg werden um gefällige Veröffentlichung dieſes in Ihren resp. Gemeinden dienſtfreund⸗ lichſt erſucht. Altenſtadt den 27. September 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. Oeffentliche Aufforderung. (1686) Anſprüche an den von der Erbin unter der Rechtswohlthat des Inventars an— getretenen Nachlaß des Johannes Gerſter von hier ſind binnen 4 Wochen bei unterzeichnetem Landgericht geltend zu machen, widrigenfalls ſie bei der Nachlaßregulirung nicht berückſichtigt werden. Friedberg den 29. September 1851. Großh. Heſſ. Landgericht e v. Preuſchen. E DNieta lig dung. (1687) Nach einem Eintrage in den ritter⸗ ſchaftlichen Hypothekenbüchern hat der Ritterrath Freiherr v. Wetzel zu Obermörlen am 1. Hor⸗ nung 1790 von dem Kurmainziſchen Amtskeller und Factor Georg Hirſch zu Friedberg ein Ka⸗ pital von 2400 fl. aufzunehmen beabſichtigt, und es iſt die desfallſige Schuldverſchreibung von Hauptmann, Rathen und Ausſchuß der ohnmittelbaren freien Reichsritterſchaft, Mittel⸗ Rheiniſchen Kreiſes, am 24. Februar 1790 unter der Bedingung beſtätigt worden, daß vorerſt — nach der Conſens der ſämmtlichen v. Wetzeliſchen Agnaten zu jener Kapitalaufnahme und Ver⸗ pfändung beigebracht werden müſſe. Ob dies geſchehen, liegt nicht vor, und nach der Angabe der Freiherrlich v. Wetzeliſchen Renteiverwal⸗ tung ſoll ſich nirgends der geringſte Anhalts⸗ punkt dafür vorfinden, daß das Darlehen wirk⸗ lich effectuirt worden, ſowie denn weiter behauptet wird, daß die Schuld jedenfalls nicht mehr fort⸗ beſtehe. 80 nun der Darleiher hier nicht mehr exiſtirt und ſeine Erben gerichtlich nicht bekannt ſind, ſo werden auf geſtellten Antrag alle, welche aus der gedachten Schuldurkunde und Verpfändung noch Anſprüche herleiten wollen, aufgefordert, ſogewiß innerhalb drei Monaten von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt die Schuld für erloſchen erachtet und der deßfallſige Eintrag in den Hypothekenbüchern geſtrichen werden wird. Friedberg den 20. September 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. Holz⸗Verſteigerung. (1688) Montag den 13. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſoll das in dem Freiherrl. v. Died'ſchen Kirchwalde dahier unterm 26. Mai d. J. ver⸗ ſteigte und bis dahin nicht bezahlte Holz noch⸗ mals öffentlich an Ort und Stelle verſteigert werden. Ziegenberg den 3. October 1851. Kirchner. Bekanntmachung. Betr.: Verkäufliche Abgabe von Fichtenpflänz⸗ lingen aus den Gr. Domanialwaldungen des Reviers Oberrosbach. (1689) Aus den Sort⸗ und Pflanzſchulen zu Winterſtein und in den Waldungen bei Ober⸗ rosbach werden ſehr taugliche 7jährige Fichten⸗ pflanzen zu 6 kr. per 100 Stück an Gemeinden und Privaten abgegeben. Oberros bach den 2. October 1851. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. (Butzbach.) Ankauf von Lebensmittel. (1690) Montag den 13. October dieſes Jahrs, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll in der hieſigen Reitercaſerne die Lieferung bedeu⸗ tender Quantitäten Kartoffeln, Erbſen, Bohnen, Linſen und Sauerkuaut für die Menage der hie⸗ ſigen Garniſon mittelſt Verſteigerung an die Wenigſtverlangenden in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſenten zur Nachricht. Butzbach den 6. October 1851. In Auftrag Cellarius, Oberquartiermeiſter. A Privat- Bekanntmachungen. Zu vermiethen. (1639) Eine vollſtändige Wohnung im oberen Stocke meines Hauſes, oder auch eine ſolche in meinem neu eingerichteten Hinterhauſe, beſtehend in 7 Zimmern und 2 Kammern, habe ich zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden. Auch verkaufe ich einen leichten zweiſpännigen Wagen und eine Chaiſe mit Vorderverdeck. Friedberg den 24. September 1851. M. Sehrt. 230 Gulden Vormundsgeld (4679) liegen zum Ausleihen bereit bei Friedberg. Wilh. Schenk. n ch. (1681) Es wird ein Werkführer für eine grö⸗ ßere Ziegelei geſucht der ſich über ſeine Kenntniſſe genügend auszuweiſen vermag. Nähere Aus⸗ kunft ertheilt auf portofreie Anfrage unter An⸗ gabe der Nummer dieſes Inſerates die Expedi⸗ non dieſes Blattes. 320 Deutſcher Phönir, Verſicherungsgeſellſchaft in Frankfurt a. M Grundkapital Fünf und eine halbe Million Gulden. (510) Dieſe Geſellſchaft verſichert gegen Feuersgefahr Mobilien aller Art, Vieh, Erndtevorräthe u. ſ. w. zu den billigſten Prämien. Proſpecte und Antragsformulare ſind grati Hauptagenten, der zum Abſchluß von Verſicherungen ermächtigt iſt, in Empfang zu nehmen. Friedberg im October 1851. 7 An z e i (162) Die Großherzoglich Heſſiſche conceſſionirte Generalagentur des Hauſes F. J. Wichel“ hauſen 8 Compagnie in Bremen übernimmt zu den billigſten Preiſen Auswanderer mit völlig freier Station von Mainz bis zu den überſeeiſchen Häfen. Die Paſſagiere erhalten Mor gens und Abends Kaffee nebſt Butter und Brod. i Ochſenfleiſch nebſt reichlichem Gemüſe, alles gekocht und von beſter Qualität. Da die Preiſe aufs billigſte geſtellt, die Paſſagiere ab Mainz durchaus keine Ausgaben] irgend einer Art mehr zu machen haben, ſo glauben wir behaupten zu dürfen, daß unſere Beſol derung die reellſte und billigſte ſei. Es fahren die Schiffe ſtets am erſten und fünfzehnten eines jeden Monats und zw 1 zunächſt: nach New⸗ Yorck: den 1. October das dreimaſtige Schiff Eliſabeth, Capitain Dannemann. 4 „ 15.„ das dreimaſtige Schiff Charlotte, Capitain Günther. 1 „ 1. November das dreimaſtige Schiff Alfred, Capitain Balleer. „ 15.„ das dreimaſtige Schiff Meta, Capitain de Harde. nach Baltimore: 5 4 den 1. October das dreimaſtige Schiff Johannes, Capitain v. Tritzen. 1 515.„ das dreimaſtige Schiff Erie, Capitain Tegeler. 1 „ 1. November das dreimaſtige Schiff Julius, Capitain Klockgeter. 1 715„ das dreimaſtige Schiff Harveſt, Capitain Fuller. 5 7 nach New⸗ Orleans:. den 1. October das dreimaſtige Schiff Itzſtein& Welcker, Capitain Boſſe. 1 „ 15.„ das dreimaſtige Schiff Uhland, Capitain Meyer. 0 den 1. November das dreimaſtige Schiff Heinrich v. Gagern, Capitain Reimers. nach Galveſton in 1 HS. Hahn. E. 1 Mittags ein halb Pfund Schweinen⸗ oder 1 7 Texas: 0 den 1. October das Schiff Herſchel, Capitain Naſchen. Die Auswanderung über ordentlich große Ausdehnung. Monat angemeldeten Perſonen über 6,000. Das Geſchäftslocal iſt in Mainz, Rheinſtraße Nr. 497. Der General ⸗Ag Bremen gewinnt namentlich für den Herbſt eine außer N. Nachdem im Laufe dieſes Jahres bis zum 15. Auguſt incluſt circa 21,000 Paſſagiere befördert wurden, beträgt die Zahl der ſich allein für den Septembe U 1 1 Heinrich Sandt. Einladung (1680) zur Jahresfeier der Rettungs⸗Anſtalt zu Kloſter Arnsburg, welche nicht den 8., ſon⸗ dern den 9. d. M. Vormittags 10 Uhr ſtattfindet. Der Vorſtand. Ein junger Menſch, (1691) der die Schreinerprofeſſion erlernen will, wird geſucht. Wo, ſagt die Exped. d. Blts. Annonce. (1692) Eine große Parthie ſehr guter ſtar⸗ ker Fäſſer, theils in Holz⸗ theils in Eiſenband, die ſich zu Aepfelwein ganz vorzüglich eignen, ſtehen bei Jean Goſſi in Großenlinden zu verkaufen. Bekanntmachung. (1693) Die Unterzeichneten bringen hiermit zur Kenntniß, daß die von dem Arbeitsverein dahier zum Beſten der hieſigen Blindenanſtalt veranſtaltete Verlooſung Dienſtag den 14. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier ſtattfinden wird und bemerken zugleich, daß die zur Verlooſung kommenden Gegenſtände Sonntag den 12. und Montag den 13. d. M. in demſelben Locale ausgeſtellt werden ſollen. Die uns zur Verlooſung noch etwa zugedach⸗ ten Geſchenke bitten wir vor der Ausſtellung an uns abzugeben. Friedberg den 6. October 1851. Für den Arbeitsverein: Nannh Schäffer, Eliſe Wah Helene Groß. 1 * Geſchäfts empfehlung. (1694) Ich mache hierdurch die ergebenſe Anzeige, daß ich mich dahier als Schreiner etablirt habe und ſehe unter Verſicherung ſolider Arbeit und reeller Bedienung recht zahlreichen Aufträgen entgegen. Friedberg im Oktober 1851. 3 12 . Heinrich Jordi Einladung. . 1 s bei dem unterzeichneten 5 Am Di Regierungse n die Großh. Jetreffend: Die S Mit Bezug bekannt gemachten Anſtalt weiſen wi den wit Math ar mäßige Veitritts⸗ klaͤrungen und her Sache zugeh. Jedem, der berden Sie aus kerſichernde darn 1 Friedbe N — ſ— König Frie el(regierte (1693) Sonntag den 12. und Montag den 13. d. M. wird dahier das Kirchweihfeſt ge⸗ feiert. Ich erlaube mir meine verehrten Freunde: zu dieſem Vergnügen mit dem Bemerken höflicht⸗ einzuladen, daß ich für gute Weine und Spei⸗ ſen, ſowie für gute Muftk und reelle Bedienung beſorgt ſein werde. Zahlung für voll an. So kommt ihr Damen, kommt ihr Herrn Zu Traband in den goldnen Stern. Burggräfenrod den 5. October 1851. Traband, Gaſtwirth. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Das Gold nehme ich an e