1 * 15. 74 1 14 wahl zu habs . 30 kr. hit 1851 F, Naßhandlumg Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M. 96. Sonnabend den 6. Dezember 1851. Amtlicher Theil. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Den durch die jüngſten Rheinüberſchwemmungen in der Provinz Starkenburg angerichteten Schaden. Mehrere von Ihnen ſtehen noch mit der an uns zu erſtattenden Anzeige zurück, wie viel in rubricirtem Be⸗ treffe geſammelt und daß dies an den Rechner Raupp in Darmſtadt eingeſendet worden. Wir ſehen dieſer Anzeige nach unfehlbar binnen 3 Tage entgegen bei Meidung von 30 kr. Strafe. Friedberg den 3. Dezember 1851. 0 Ouvrier. Wohl dem, der Frende an ſeinen Rindern erlebt. Erzählung von Guſtav Nieritz. (Aus deſſen Volkskalender 1852.) (Fortſetzung.) Der Verſucher. In die ſchwellenden Polſterkiſſen eines ſchönen Sopha's gedrückt, ſaß ein junger, wohlgebildeter Mann und las in einem Romane von Alexander Dumas. Vor ihm auf einem Mahagonitiſche ſtand eine Flaſche Wein, ein halb⸗ gefülltes Glas, ein Teller mit Kuchen, ein Eigarrenab⸗ ſtreicher, ein Feuerzeug und eine Waſſerflaſche. Eine ältliche Frau trat in das ſchön tapezirte und mit Gemäl⸗ den geſchmückte Zimmer und meldete: 5 5 „Herr Martin! ein junges Mädchen wünſcht Sie zu ſprechen. Sie iſt die Tochter des verſtorbenen Aufwärters Niedner, welcher von Ihrem ſeligen Herrn Onkel 200 Tha⸗ ler geborgt und nicht wieder bezahlt hatte.“ „Was will ſie?“ verſetzte Martin.„Bezahlen auf keinen Fall. Auch habe ich längſt ſchon die ganze Schuld als verloren aufgegeben. Liederliches Volk das! Thun groß und laſſen auf andrer Leute Unkoſten ihre Tochter zur Sängerin ausbilden, die, beſſer gethan hätte, wenn ſie hinter dem Waſchfaſſe geblieben wäre.— Laſſen Sie ſie kommen. Sie kann die bittere Wahrheit zu hören bekom⸗ men, die ihr ſchwerlich gefallen dürfte.“ „Was beliebt?“ fragte Martin kurz und ohne vom Buche aufzublicken, als ihm ein ſchüchtern ausgeſprochener Gruß den Eintritt der Jungfrau angezeigt hatte. „Ich wollte“— antwortete eine klare Silberſtimme— „Ihnen eine kleine Abſchlagszahlung auf die 200 Thaler leiſten, welche mein Vater von Ihrem ſeligen Herrn Onkel erborgt hatte.“ „So? hm!“ entgegnete Martin überraſcht.„Es iſt gut. Zählen Sie auf!“ Bei dem Klange der Silberſtücken erhob Martin den Blick vom Buche weg und nach der Gläubigerin, welche mit zugewendetem Rücken an einem Tiſchchen in der Nähe der Zimmerthüre ſtand. Der Stoff ihrer Kleidung zeugte von Dürftigkeit, deren Schnitt dagegen von gutem Ge— ſchmack. Neben ihr lagen ein Paar grauwollene Hand— ſchuhe, welche die rothen, von ſchwerer Arbeit gehärteten Finger des Mädchens gegen die winterliche Kälte geſchützt hatten. Das Geldzählen hatte bald aufgehört. „Dürfte ich Sie bitten, zu quittiren?“ ſprach Eleo— nore, indem ſie ein Quittungsbüchelchen dem jungen Manne zur Unterſchrift vorlegte. Martin erhob ſich vom Sopha und bemerkte nun, daß ſeine Schuldnerin ein wohlgewachſenes und wohlgebil— detes Kind war mit rothen, vollen Wangen, wunderbar blauen Augen, kaſtanienbraunem Haare und einem kleinen friſchen Munde, welcher beim Sprechen zwei Reihen wei— ßer Perlenzähne ſehen ließ. Die Quittung, welche er un⸗ terſchreiben ſollte, war von einer feſten, zierlichen Frauen⸗ hand geſchrieben und frei von Fehlern, was dem jungen Kaufmanne recht wohl geftel. Dieſen reuete nunmehr ſeine- bewieſene Schroffheit und in ſeiner Verlegenheit daruͤber beging er eine neue Grobheit, indem er, die Feder ergreifend ſagte:„Wegen dieſer Kleinigkeit hätten Sie ſich nicht zu bemühen gebraucht.“ Eleonore erglühte vor Scham. Ihr feuchtes Auge überblickte ſchnell des Zimmers Pracht und mit bewegter Stimme verſetzte ſie:„Sechs Thaler gegen 200 ſind frei— lich nur eine Kleinigkeit. Aber wir hoffen, alle Monate eben ſo viel abzahlen zu können.“ „So laſſen Sie doch mehrere Monate zuſammen— kommen“— ſprach Martin gutmeinend. „Nein! o nein!“ rief Eleonore lebhaft.„Es wird uns ſo leichter.“ b „Wie Sie wollen!“ meinte Martin, den der Anbick einer blitzenden Zähre in des Mädchens Auge innig rührte. Dieſes knixte jetzt und ging. 0 a Martin ließ das Geld unberuͤhrt liegen. Er näherte ſich dem Sopha und langte nach dem Buche, das er jedoch eben ſo ſchnell wieder hinwarf, um ſich eine Strafpredigt zu halten. 3 f „Eduard“— ſprach er—„wie ein Grobian und Klotz haſt du dich gegen das Mädchen benommen. Konn⸗ teſt du ihm nicht ein Glas Wein, ein Stück Kuchen oder wenigſtens einen Stuhl anbieten? Was wäreſt du ohne deines ſeligen Onkels reiche Erbſchaft? Ein mittelloſer Handlungsdiener! Und jetzt ſpielſt du den übermüthigen Reichen, welcher ein braves Mädchen nur deßhalb gering⸗ ſchätzig behandelt, weil es ärmer iſt als er? Schäme dich Eduard!“ Eduard ſchritt zum Fenſter, welches auf die Straße ging. Hinter blühenden Hyacinthen ſtehend, ſah er Eleo⸗ nore unten vor ſeinem Hauſe ſtehen und deſſen goldpran— gende Firma leſen:„Papier und Tapetenhandlung von Eduard Martin.“ Als Eleonorens Blick von der Firma auf deſſen da⸗ rüber ſtehenden Inhaber fiel, wendete ſie ſich ſchnell um und trippelte davon. f „Guter Gott!“ ſprach ſie im Gehen—„es ſchien dem Herrn Martin nicht einmal recht, wegen 6 Thaler ſeinen Namen hinſchreiben zu müſſen. Wie viele Waſche muß ich dagegen waſchen, trocknen, mangeln und plätten, um 6 Thaler zu verdienen.“ ö Als Eleonore die zweite Zahlung leiſtete, trug Martin ihr einen Stuhl herzu. Auch klingelte er und gebot ſeiner Haushälterin, eine Flaſche Wein, zwei Gläſer und einen Teller mit Gebäck herbeizuholen. Aber Eleonore, welche dieſen halb laut geſprochenen Auftrag vernommen hatte, wartete deſſen Erfüllung nicht ab, ſondern empfahl ſich ſchnell. Beim dritten Male hatte ſich der junge Handelsherr beſſer vorgeſehen. Er nöoͤthigte der Jungfrau ein Glas Malagaweins auf, von welchem ihre Lippen nur naſchten. Dagegen war ſie nicht zu bewegen, den dargereichten Kuchen zu berühren und da der junge Mann ſich ſo weit vergaß, daß er in die Pfirſichwange Eleonorens kniff, ſo entſprang dieſr erglühend und ſchnell wie ein ſchüchternes Reh. Ein derartiges Benehmen war nur geeignet, die auf⸗ keimende Leidenſchaft des jungen Mannes noch mehr zu entflammen. Derſelbe konnte kaum den Ablauf des Monats erwarten und als der Zahltag kam, ſo ſah dieſer den Handelsherrn gewählter und ſorgſamer denn jemals gekleidet. Aber Martin ſah ſich ſchmerzlich getäuſcht. Statt der züchtigen Jungfrau erſchien eine wackere Alte, Eleonorens Mutter. Im fünften Monate kam abermals Frau Niedner. O weh! Da faßte Martin ſich ein Herz und fragte: Tochter iſt doch nicht krank?“ „O nein!“ verſetzte die Mutter—„aber ſie hat ſehr viel zu thun.“ Darauf hatte Martin auch zu thun, wenn ſchon gerade nicht viel. Er ging des Tages ein- und auch mehr⸗ mal bei Eleonorens Wohnung vorüber, dabei mit Argus— augen nach der Jungfrau umherſpähend. Endlich glückte es ihm, Eleonore an einem ſchönen Maiabend vor ihrer Hausthüre ſtehen zu ſehen. Allein ein eiſiger Schreck durchzuckte den verliebten Handelsherrn, als er auf Eleonorens Arme ein Kind erblickte, das von ihr zärtlich geliebkoſet ward. „Ihre — 386— Von den Furien der Eiferſucht gepeitſcht, entrann er dieſem Anblicke. „Die Niednerſche Tochter iſt wohl verheirathet?“ fragte er, ſcheinbar gleichgültig, ſeine Haushälterin.„Ich ſah zufällig ein kleines Kind auf ihrem Arme, das ſie ſehr zu lieben ſchien.“ „Getraut oder verheirathet iſt die Jungfrau oder hälterin, welche ihres Herrn wahre Geſinnungen längſt errathen hatte—„Mutter und Tochter geben das Kind für einen Findling aus. Aber kein Menſch glaubt die Lüge. Wie wäre auch ſonſt das junge Ding ſchon Hofleibwäſcherin geworden und könnte ihres Vaters Schulden abtragen?!“ ner Silbe wieder. Vielmehr begrub er ſich eifriger denn je in die Geſchäftsführung ſeiner Handlung. Aber auch dieſes Heilmittel ſchlug fehl, daher er ſich nach einigen Monaten zu einer großen Reiſe entſchloß, von welcher er erſt nach Jahresfriſt heimzukehren gedachte. Seinem alten, bewährten Buchhalter übertrug er ſeine Handlung, ſo wie ſeine ubrigen Angelegenheiten, indem er ihm dazu unbe- dingte Vollmacht ausſtellte. Nach Martin's Abreiſe ſtellte ſich auch Eleonore wieder ein, wenn der Zahltag erſchien. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachung. Verhandlungen wegen Gründung einer Suppen-An⸗ ſtalt für dieſen Winter, haben zu dem Reſultat geführt, daß Montag den 8. d. M. mit Ausgabe der Suppe in der Wohnung der Wittwe Baumann angefangen werden kann. niß, welche von dieſer Anſtalt Gebrauch zu machen in der Lage ſind und bemerkt dabei, daß der Preis einer aus 2 Schoppen beſtehenden, Portion auf 2 Kreuzer geſetzt iſt und daß diejenigen, welche Suppe zu erhalten wünſchen ſich bei nachſtehenden Perſonen anmelden können. Friedberg am 1 Dezember 1851. Anmeldungen nehmen an: Lehrer Schäfer(Blinden⸗Anſtalt), J. Steinhäuſer, Bäcker. J. Falck, Sattler. F. W. Reuß, Bäcker. Krach, Reg ⸗Sekretär. J. Pfeffer, Schreiner. Gg. Schmidt, Metzger. M. Mondigler, Kupferſchmied. M. Hirſch, Kaufmann. Markt⸗ Bericht. Friedberg, am 3. Dezember 1851. Aufgefahrenſ Verkauft 5: Gattung wurden wurden tee (Mltr.)(Mltr.) fl. kr. Wage. 57 11 40 An 2 272 9 57 Gerſte. 8 7 39 Hafer.— 5 5— Kartoffeln..———— Erbſen 2 2 9— Mohnſamen.———— eg e 1 Mamſell Niedner nicht“— antwortete die liſtige Haus- Ir konnen 0 Man ſetzt hiervon diejenigen Mitbürger in Kennt⸗ Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Bekanntmachung. (1903) Das der hieſigen israel. Gemeinde mit Hannchen Schiff gemeinſchaftlich zuſte⸗ hende, am Ecke in der Judengaſſe zwiſchen Samuel Buchsweiler und Feiſt Adlei's Wittib gelegene mit No. 207 bezeichnete Wohn⸗ haus ſoll Dienſtag den 9. Dezember, Morgens um 10 Uhr, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hieſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 19. November 1851. In Auftrag des isr. Vorſtandes Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de r. Hofraithe⸗Verſteigerung. (19300 Montag den 15. Dezember, Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll auf freiwilligen An⸗ trag des Eigenthümers die auf der breiten Straße mit No. 11 bezeichnete Hofraithe einer öffent⸗ lichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Dieſelbe beſteht in einem dreiſtöckigen Wohnhauſe, zwei Scheunen, einem Brau- und Brennhaus mit eini⸗ gen Nebengebäuden und Stallung für jegliches Vieh, nebſt großem verſchloſſenem Hofraume. f Sebi h Hieß n 0h Diet auß 1 2 Au Von nun an erwähnte Martin Eleonorens mit kei⸗ von 51), Frau ſlwe dahier iſt! buen mie ufigen Antrag. ö Milwoc de Von N ſͤeſigem Rathhal 1 beßter Qualit gert werden, ale moufſin, Druck ak- und Strick iu, Stickmuster, bu Ladeneinricht D 1 Frucht (1952) Mo mktags um 21 hcliſe 50 Malte des Auguſtinerſc mäſtbieſend ver Friedberg! 2 e von Feſt⸗ u 4953) Auf Vohnungsverär gal J. dahier w f Dienſtag 9 in Saale des nde Gegenſtän ſit Feſt⸗ und ſallch meiſtdi bucher, Pappe⸗ Un, lackierte Bl 1 ſuderholz, Kir chulmappen gunſtände, wob lhe Artikel v. 1 ſud und ſich it Friedberg 9 U Fru ch (95) N ugs um 110 au Dorna 1 Gerſte 10 heiſtbietend ve ornaſſe Bet 1967) Dat t, tutram deirrthetd⸗ lern.„ as ſe ſetht frau oder ige Hau gen längſ das Kind r die küge. dwaſcherin dtragen 21, is mit kei⸗ niger denn Aber auch ach einigen welcher er nem alten, ung, 10 wie dazu unbe⸗ Eleonore 9. Suppen⸗An⸗ tat geführt, Suppe in gen werden in Kennt, ichen in der ciner aus t gehetzt iſt u wünſchen l. inhäuſer, ß, Backer. aner. Gg. ipferſchmied, — — Auf Verlangen können auch 60 Morgen Acker⸗ gum mit verpachtet werden. riedberg den 27. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Men der. Nain⸗Weſer⸗Eiſenbahn 4 Section Gießen. 1880 Bei den Erdarbeiten in der Lindner Nark konnen fleißige Arbeiter gegen guten Lohn tdeſchäftigung erhalten. Gießen den 12. Auguſt 1851. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur Eickemeyer. Ausverkauf S oon Waaren. 1931) Frau Heinrich Wilhelm Müllers we dahier iſt geſonnen ihr ſeither betriebenes carengeſchäft niederzulegen, weßhalb auf frei⸗ willgen Antrag Mittwoch den 10. December d. J., 5 Vormittags 9 Uhr, hieſigem Rathhausſaale nachverzeichnete Waa⸗ n beßter Qualität öffentlich meiſtbietend ver⸗ igert werden, als: Kattun, Napolitain, Wol⸗ umouſſlin, Druckzeuge, feine wollene Kleiderſtoffe, tick⸗ und Strickwolle, dergleichen Seide, Stra⸗ in, Stickmuster, kurze Waaren, eine ganz ben Ladeneinrichtung mit Glasſchränke und Glas⸗ ker, gleichzeitig werden noch weiter eine Com⸗ mode, ein Clavier, ſowie eine Parthie noch ſehr zu erhaltene Mannskleider der Verſteigerung zusgeſetzt. 5 zriedberg den 1. Dezember 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Fruchtverſteigerung. 32) Montag den 8. Dezember, Nach⸗ 1 5 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ harſe 50 Malter Korn von dem Fruchtvorrath des Auguſtinerſchulfonds dahier zweimalterweis meſtbielend verſteigert. 8 ßriedberg den 1. Dezember 1851. 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verſteigerung S von Feſt⸗ und Weihnachtsgeſchenken. 53) Auf freiwilligen Antrag und wegen S aungsverünberung des Herrn C. C. Na⸗ el I. dahier werden 0 a den 16. Dezember d. J., ö ene 1. im Saale des hieſigen Rathhauſes nachverzeich⸗ nete Gegenſtände, welche ſich ganz beſonders für Feſt⸗ und Weihnachtsgeſchenke eignen, öf⸗ ſintlich meiſtbietend verſteigert, als: Stamm⸗ bücher, Pappe⸗ und Etuiarbeiten, Jugendſchrif⸗ ten, lackirte Blechwaaren, feine Etui von Pali⸗ ſunderholz, Kinderſpiele, Albums, Schreib- und Schulmappen und ſonſtige dahin gehörende Ge⸗ genſtände, wobei noch bemerkt wird, daß ſämmt⸗ liche Artikel von ſchöner geſchmackvoller Arbeit ſind und ſich im beſten Zuſtande befinden. Friedberg den 1. Dezember 1851. In Auftrag f Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. K 8 3870) Mittwoch den 10. d. M., Vormitk⸗ * 11 Uhr, werden auf dem Rathhauſe zu Dornaſſenheim 40 Malter Korn, 40 Malter Gerſte und 40 Malter Hafer Kirchenfrucht meiſt⸗ meiſtbietend verſteigert. f aſſenheim den 1. Dezember 1851. 1 Der Kirchenvorſtand Pfarrer Schönberger. Bekanntmachung. (1967) Das Vermögen des Schreiners Kon⸗ — 387— rad Kopp von Kilianſtädten iſt überſchuldet. Es werden daher deſſen Gläubiger zur Anmeldung ihrer Forderungen, ſowie zum Güteverſuch auf den 23. k. M., Morgens 10 Uhr, Contumacirzeit, anher vorgeladen unter dem Rechtsnachtheil, daß die Ausbleibenden als den Beſchlüſſen der Mehr⸗ heit der Erſchienenen beitretend angeſehen werden. Hanau den 25. November 1851. Kurf. Heſſ. Juſtizamt II. Cöſter. vdt. Avenarius. Bekanntmachung. (1968) Samſtag den 27. Dezember l. J., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohn⸗ haus des Jacob Petry II. zu Dornaſſenheim in der Gemeindeſtube daſelbſt zum zweitenmal öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 27. November 1851. Herz. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. ee di än g e un (1969) Die Lieferungen des Maſtochſenfleiſches, des gemiſchten Brodes, des Brennöls und der Talglichter, für das hieſige Lazareth im 1. Halbjahr 1852, ſollen auf dem Soumiſſionswege an den Bil⸗ ligſtfordernden in Accord gegeben werden. Die⸗ jenigen, welche zur Uebernahme einer ſolchen Lieferung geneigt find, werden hiermit aufge⸗ fordert, ihre deßfallſigen Soumiſſionen nieder- zulegen. Montag den 8. d. M., Vormittags um 10 ½ Uhr, geſchieht die Protocollirung deſ⸗ ſelben, bei welcher die Soumittenten zugegen ſein können. Bis dahin liegen die Lieferungs⸗ bedingungen in dem Lazarethbüreau zur Durch⸗ ſicht offen. f In Beziehung auf Forderungen für Brod wird die Beſtimmung beſonders hervorgehoben, daß die Soumiſſionen keinen fixen Preis für das halbe Jahr ausdrücken, ſondern angeben ſollen, welchen Procentabzug ſich der Lieferant gefallen laſſen will, wenn der Ladenpreis zu Grunde gelegt wird. Friedberg den 3. Dezember 1851. In Auftrag: Fuhr, Hauptmann. Edietalladung. (1970) In Folge Concurserkenntniſſes gegen den Israeliten Gombel Wallenſtein von Wohn⸗ bach wird Liquidationstermin auf Donnerſtag den 15. Januar 1852 unter dem Anfügen anberaumt, daß, wer ſeine Forderung anzumelden unterläßt, ohne weitere Bekanntmachung ſich als ausgeſchloſſen zu be⸗ trachten hat. Hungen am 1. Dezember 1851. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Verſteigerung. (1971) Donnerſtag den 11. Dezember l. J., Vormittags um 9 Uhr, ſoll im Hofe der zweiten Pfarrhofraithe zu Butzbach der Abbruch eines Theils der Stadtmauer öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden. Die Voranſchläge und Verſteigerungsbedin⸗ gungen liegen auf dem Büreau des Unterzeich⸗ neten zur Einficht offen. Friedberg den 3. Dezember 1851. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Vieh- und Mobiliar-Verſteigerung. (1972) Erbvertheilungshalber ſollen Mon⸗ tag den 8. und Dienſtag den 9. d. M., jedes. mal von Morgens 9 Uhr anfangend, in der Wohnung des verſtorbenen früheren Bürger- meiſters Heinrich Hofmann dahier circa 20 Malter Korn, 50 Malter Waizen, 60 Malter Gerſte, 70 Malter Hafer, 4 Malter Erbſen ꝛc., 20 Fuder Roggen, 30 Fuder Waizen⸗, 20 Fu⸗ der Gerſte⸗, 15 Fuder Hafer⸗ und 2 Fuder Erbſenſtroh, 100 Ctr. Heu, 30 Ctr. Grummet, 20 Ctr. Kleeheu und eine große Quantität Spreu, ſowie die bei der vorigen Verſteigerung zurück⸗ gebliebenen Gegenſtände, als: 2 Pferde, 1 Kuh, 5 Schweine, 2 Wagen, 1 Branntweinbrennerei und verſchiedenes Hausgeräthe, einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Bemerkt wird, daß die Frucht den Dienſtag zur Verſteigerung kommt. Schwalheim am 3. Dezember 1851. Kurf. Heſſ. Bürgermeiſter Reimer. ö Zugelaufener Hund. (1979) Ein dunkelgrauer Hund mit einem weißen Ringel um den Hals iſt dahier zugelau⸗ fen; der Eigenthümer kann denſelben gegen Er⸗ ſtattung des Futtergeldes und der Inſeratgebüh⸗ ren bei dem Unterzeichneten in Empfang nehmen. Dornaſſenheim den 29. November 1851. Bommers heim, Bürgermeiſter. N ν. Privat- Bekanntmachungen. Mühlen ⸗ Verkauf. (1936) Unterzeichneter iſt geſonnen Dienſtag den 16. Dezember d. J. ſeine Mühle mit einem Gange, Scheuer und Stallung, ſowie 18 Mor⸗ gen Ländereien auf hieſigem Rathhauſe zu ver⸗ kaufen. Kaichen den 26. November 1851. Friedrich Penſel. Empfehlung. (1925) Einem geehrten Publikum empfehle ich meine Regen- und Sonnenſchirme, ſowie vorkommende Reparaturen, welche von mir zu ſehr billigen Preiſen und prompt gefertigt werden. Friedberg im November 1851. S. Garde, wohnhaft bei Herrn Schloſſermeiſter Scheibel, vis-a-vis Hotel Trapp. Eine Mag d, (1956) welche kochen, waſchen und bügeln kann und mit Kindern umzugehen verſteht, fin⸗ det eine Stelle, wo ſie Petritag eintreten kann. Gutes Zeugniß ihrer Aufführung und Leiſtun⸗ gen wird verlangt. Die Expedition dieſes Blat⸗ tes beſagt das Nähere. Nicht zu uͤberſehen! (1959) Eine friſche Sendung der ſchönſten Goldleiſten habe ich wieder erhalten, welche ſich vortrefflich zu Portraits, Oelgemälden, Pfeiler- und allen ſonſtigen Spiegeln eignen und die ich wegen erſtgenannter Gegenſtände, die oft als Chriſtgeſchenke gegeben werden mö— gen, grade jetzt, da die Weihnachten nahe ſind, in empfehlende Erinnerung bringe mit der Be— merkung, daß ich auch das Einrahmen obiger Gegenſtände unter Zuficherung prompter und reeller Behandlung beſorge. Friedberg im Dezember 1851. Fr. Hanſtein, Glaſermeiſter. 7 1 Wirthſchafts-Empfehlung. 1961) Einem geehrten bieſigen und aus⸗ wärtigen Publikum mache ich hiermit die er⸗ gebenſte Anzeige, daß ich kommenden Sonntag den 7. Dezember in dem von mir erkauften Hauſe zum goldnen Pfau in der Uſagaſſe mein neu eingerichtetes Wirthſchaftslokal eröffnen werde, zugleich nehme ich ein gutes Frankfurter Bier in Zapf. Friedberg Peter Decher. Ge ſuch. (1963) In eine kleine Haushaltung dahier wird auf Petritag ein braves Mädchen geſucht, welches das Kochen und alle ſonſtigen Hausar⸗ arbeiten verſteht. Näheres bei der Exped. d. Blts. Herrenbinden, baumwollene und ſeidene Regenſchirme, Muffs, — 388 Zu Weihnachts⸗Geſchenken (197) kann ich eine ſchöne Auswahl der neueſten Bänder, fein geſtickte kleine und große Kragen, Schleier, leinene und ſeidene Taſchentücher, Pelz⸗ ſtauchen, Pellerins und ſonſt viele paſſende Gegenſtände billigſt empfehlen. S. G. Simon jun., Modehandlung neben den drei Schwerdtern. Louis Meis, den Apotheken gegenüber, (1975) empfiehlt ſeine in großer und ſchöner Auswahl aufgeſtellten Weihuachts⸗ geſchenke für Kinder und Erwachſene. Kataloge werden gratis abgegeben. Friedberg im Dezember 1851. Seidene Strupphüte, (1976) ſchön und modern gearbeitet und von guten Stoffen, ſind in Auswahl zu haben und zwar für die Preiſe von 3 fl. 30 kr. bis zu 6 fl. bei Friedberg im Dezember 1851. Maria Steitz, Putzhandlung. Carl Buppuch, der Poſt gegenüber, 4977) empfiehlt ſein großes Lager in den neueſten Pelzwaaren. Schön geräucherte Aale (1978) empfing und empfiehlt als etwas Delikates Friedberg den 3. Dezember 1851. H. Hahn. Mobilien ⸗Verſteigerung. 1979) Montag den 8. Dezember l. J., Vormittags um 9 Uhr, wollen die Unterzeich⸗ neten nachfolgende Gegenſtände erbvertheilungs⸗ halber einer öffentlichen meiſtbietenden Verſtei⸗ gerung ausſetzen laſſen: 1) zwei vierjährige Zugochſen, 2) zwei junge trächtige Kühe, 3) ſechs Gänſe, 4) ſieben Hühner, 5) einen Wagen mit ſämmtlichem Zugehör, einen Pflug und eiſerne Egge, verſchiedene Ketten, Kupfer, Zinn und Eiſenwerk, eine Fruchtfegemühle, zwei Kleiderſchränke, Tiſche, Stühle, Bänke, Fäſſer, Herren⸗ kleider und ſonſtige Hausgeräthſchaften, und Dienſtag den 9. Dezember, Vormittags um 9 Uhr, eine große Parthie Heu, Krummet, meh⸗ rere Fuder Korn⸗„ Waizen⸗, Gerſte⸗„ Hafer⸗ und Erbſenſtroh, eine Partie Spreu und Miſt, ſowie Kartoffeln, Kohlraben, Dick⸗ wurz und mehrere Gebund Flachs. Bemerkt wird, daß den auswärtigen Steigerern gegen Bürgſchein Zahlungsfriſt geſtattet wird. Ockſtadt am 1. Dezember 1851. Georg Weidmanns Erben. Blumenvorſchuß (1980) in noch nie ſo ſchön da geweſener Qualität, nebſt den anderen Mehlſorten, em⸗ pfieblt auf bevorſtehendes Weih nachtsfeſt Friedberg. Franz Stamm. Aufforderung. (1981) Alle diejenigen, welche noch Pacht für Martini 1851 an mich zu te werden hiermit aufgefordert bis zum 15. d. M. zu bezahlen, indem ich ſie ſpäter dem Gericht übergeben muß. Fr. Schweitzer. 0 Empfehlung. (1982) Unterzeichnete erlaubt ſich nach vol⸗ lendetem Unterricht und vorzüglich beſtandenem Examen ſich in allen Functionen der Hebamme beßtens zu empfehlen und bittet, mit dem Verſpre⸗ chen ſchneller und aufmerkſamer Bedienung, bei vorkommenden Fällen um gütige Berückſichtigung. Friedberg im Dezember 1851. Helene üller, wohnhaft bei Fr. Kautz auf der breiten Straße. Ein Logis (1983) in meinem Hinterbaue iſt zu ver⸗ miethen und kann bis zum 20. Januar 1852 bezogen werden. Hartmann Lang, Schuhmachermeiſter, in der Engelsſtraße. Anzeige. (1984) Vorzüglich gute geſtrickte Jacken für Herren, Knaben und Kinder, geſtrickte Unterhoſen für Herren und Frauen, ſowie noch viele in dieſes Fach einſchlagende Artikel, empfiehlt zu äußerſt billigen Preiſen Michael Grödel, Judenſtraße No. 194. Erbſen (1985) obne Fliegen, zum Kochen, ſodann gute Nüſſe, find bei Unterzeichnetem zu haben. Jacob May, Fruchthändler in Friedberg. Anzeige. (1986) Durch bedeutende Zufuhren von neuem feinſten Braunſchweiger Flachs kann ich meine Bekannten und Handelsfreunden beſtens und billigſt bedienen. Friedberg. Fr. Hilbrecht. Neu e hollandiſche Vollhäringe 19870 lt (Areden. J c Empfehlun g. (1988) unterzeichneter beehrt ſich bac ergebenſt anzuzeigen, daß er ſein Geſchäft als Herrenkleidermacher wieder begonnen hat und bittet unter Zusicherung ſolider Arbeit und reeller 9 Bedienung um geneigte Aufträge. Friedberg im Dezember 1851. „Sauer, 1 No. 328 nächſt der Kloſterkaſerne. Kirchliche Anzeigen für Friedberg.. 2. Advent⸗Sonntag den 7. Dezember Pfarramtliche Functionen verrichtet 4 Herr Stadtpfarrer Sell. 6 Vormittags predigt in der Stadtkirche: 7 9 Herr Stadtpfarrer Sell. 5 40 Nachmittags predigt in der Stadtkirche? a Herr Candidat Eckhardt. 3 Vormittags predigt in der Burgkirche: 2 Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Weimer. i Fruchtpreiſe. Regierur 3. Dez. 28. Nov. 27. Nod. 56 Gattung. Fried⸗ in Gerns⸗. an die 6 beg en Polzer e fl. kr. ff. Fr. fl. Waizen pr. Malter 11401145—-- Körn 75 957—— 940 Betreffen! Gerſte„„ 47 795 1155 Hafer g 2 E Vor Polizei Taxe d für die Städte Friedberg und Butzbach Faden vom 6. bis zum 12. Dezember. Dingen in von Stilo — 5 Fried⸗ Butz. angeſtriche „ Brod⸗Preiſe. berg. bach. nen Gru * kr. pf. kr. pfl. weißer O f die beiden 10NLeib⸗Roggenbrod 2 2032 ſmd die F 2„ be 2 1 14%, 4% Lth. Lb 5 — Milchbrod 1% 10% daun hing — Waſſerweck 114 bierdurch, —Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 16 ½] 17 meten zu Fleiſch-Preiſe„,,. 1.„* U 1 Ochſenfleiſch 11— 1— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 8 3 „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 2 6 2 W „ Kalbfleiſch 6 6 Johl „„„ gemäſtetes—— 1—— „ Schweinenfleiſch 100— 10!-— „Hammellleiſch 6.— 7— 7 Schaaffleiſch 5—— 14 „ Wurſt v.blos Schweinen 12— 12- „ Bratwurſt 16— 14—-— „ Schwartenmagen 161— 14 Nac „Geräucherter Speck 20— 20— CLohnſchrei 1 Schinken 14.— 144—-— werke deſ 5 Dörrfleiſch 144— 14 7, ter b „ Schweinenſchmalz,— ewol ausgelaſſen 20— 20— menſchenſ unausgelaſſen 18— 18— heim. 31 „Nierenfett 18 4 Hauſe „ Hammelsfett 161— 16— Vor Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter rſchein Bender. Krauß. atte er Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichleit von C. Bindernagel in Friedberg. auf