usfeſt. * verricht Daut. der Stadtlirch 2 r zertſg. — er Stadtlich . Saut. der Burgkirch Intelligenz-Blatt fuͤr die Sberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedber im Beſonderen. — at Seel. 1 S7. der Burglirch⸗ albhenn. Mittwoch den 5. November 1851. — Eine Geſchichte, wie ſie leider oft paſſtrt. Von W. O. v. Horn. (Schluß.) 7 Das iſt wohlgethan, ſagte Herr Leitner, aber, geſetzt für das ſchöne Käthchen fände ſich eine annehmbare, eine gute Parthie, wie würdet Ihr das machen und wieviel ihr mitgeben? 4 Der Riebeler dachte: Du Schnüfler! Was geht das dich an? Drauf ſagte er: Das würde ſich in der letzten Dutte finden. Nehmt mir's nicht übel, Riebeler, ſagte Herr Leitner, ich bin ein Kaufmann, und Unſereiner rechnet genau und muß es. Mein Sohn Fritz, den Ihr kennt, findet Gefal— len an Eurem Käthchen und möchte ſie heirathen. Da nun aber ein Kaufmann Geld braucht, wenn er ſeinen Laden einrichtet, ſo möchte ich wiſſen, was Ihr Eurem Kinde nitgebet. Mein Sohn kriegt von mir das Haus am Markt und ſechs Tauſend Gulden baar. Wie meint Ihr? Der Riebeler ſagte, auf ſoviel und noch was mehr komme es ihm auch nicht an, und dazu brauche er nichts zu leihen, auch ſeinen Hof nicht zu verkaufen oder zu ver— fänden. g Da iſt denn der Herr Leitner herausgerückt mit der gehörigen Freierei. Riebeler ruft ſeine Frau und ſagt's der, die einen Knix nach dem andern macht, und von der großen Ehre ſpricht und derlei dummes Gerede mehr macht, grade, als bob ein ehrlicher, wohlſtehender Bauer nichts in der Welt väre!— Das Ende vom Lied war, daß der Alte ſagte, er habe gichts dagegen, wenn das Käthchen wolle. Dann it's richtig, ſagte, fröhlich die Hände reibend, der Herr Leitner, denn die Zwei ſind längſt einig! Nun wurde denn verabredet, Riebeler ſollte in die Stadt kommen von wegen der Ehepakten, und er kam auch zur beſtimmten Zeit. Da wurde erſt köſtlich gegeſſen, dann koſtlich getrunken, daß es dem Alten ins Oberſtübchen eg, und dann kam der Notär und es ging an den Ehe— — bertrag. Als nun der Riebeler ſagte, er gebe eine Aus⸗ — feuer, wie ſich's gebühre und ſechs Tauſend Gulden, da „ gaußte der Notär und der Herr Leitner ſo lange zu par⸗ A ren, bis er acht Tauſend ſagte. So wurde es geſchrie— ben. Darauf war Verlobung und Hochzeit und das Käth— chen war im ſiebenten Himmel, denn nun war es eine Stadtdame und eines reichen Kaufmanns Frau. Die Mutter lachte den ganzen Tag und wurde gar nicht fertig mit Kaufen und derlei, was den Beutel leicht macht. Der Alte mußte tüchtig in den Säckel greifen, Früchte verkau— fen, Kapitalien kundigen, und als er in ſeinem Hausbuch addirte, koſtete ihn die Heirath Summa Summarum ihre eilf Tauſend Gulden. Er meinte auch, das Käthchen ſei doch eine viel theuerere Tochter, als ſeine ſtille, brave Agnes. Die Mutter ſagte, er brauche das Alles nicht ſo genau aufzuſchreiben, das Käthchen ſei auch das jüngſte Kind, und die Aelteſten hätten immer größere Vortheile, als die Jüngſten. Da kam ſie aber quer! Was? rief er: Meinſt du, ich ſollte meine Seele belaſten? Agnes iſt mein Kind, wie Käthchen. Agnes hat uns genützt, Käthchen hat gekoſtet.— Bleib' mir vom Leibe mit deinen faulen Anſchlägen! Was aber heimlich geſchah, wußte er nicht. Das feinſte Weißzeug wanderte zu der Frau Leitner. Alle Woche ging die Magd mit Butter, Eiern und Gott weiß was, in die Stadt. Das machte die Mutter alles rund. Die Agnes wußte es wohl, aber ſie gönnte es ihrer Schwe— ſter von Herzen und ſie brauchte es nicht, denn ihre Haus— haltung war fett. Wochenlang war die Mutter in der Stadt und der Alte wußte nicht, daß ſie ſich dort in eine modiſche Stadtfrau verwandelte; denn die Frau Leitner hätte ſich ja ſchämen müſſen, wenn ihre Mutter in der Bauerntracht einhergegangen wäre. Der Alten geſiel's, denn Alter ſchützt vor Thorheit nicht. Riebeler wußte noch mehr Dinge nicht! Auch nicht, daß ſein Herr Schwiegerſohn ein Trinker und Spieler war; auch nicht, daß das Gerede ging, wenn der noch drei Jahre ſtehe, ohne Burzelbaum, was man Bankrutt nennt, ſo ſtehe er noch hundert; auch nicht, daß Käthchen viele Thränen weinte, weil der Herr Gemahl ſie gar oft roh behandelte und ihr vorwarf, ſie ſei eine täppiſche Bauern— trudel und ſo weiter. Kurz, dort war nicht Alles Gold, was glänzte. Erſt als der Herr Sohn Wechſel auf den Schwiegervater ausſtellte, die der bezahlen ſollte, wurde es ihm ein wenig heiß unter den Haaren auf dem Kopfe. Er wollte ſie abſolut nicht bezahlen; aber da kam ſeine Alte und hing ſich ſchwebend an ihn; da kam Käthchen und flehte und er bezahlte; ſchrieb's aber auf Käthchens Poſten ins Hausbuch und wies es dem Müller und ſeiner Agnes, daß ſie's wüßten. Der Alte war ſeitdem gar nicht mehr der Mann, wie Ernſt und gedrückt ging er einher. Zu Herbſt id er ea an es war ihm ſo, als ſei das Stünd⸗ lein, das uns alle erwartet nicht fern. Da ließ er ſeinen Schwiegerſohn, den Müller kommen und übergab ihm ſein Hausbuch und redete lang mit ihm alleine. Käthchen konnte nicht kommen, denn ſie war in den Wochen mit ihrem dritten Kinde. Agnes wich nicht vom Vater. Mit einem Male e eine andere Wendung ute Riebeler ſtarb. 8 9 8 Müller ſchlug, als es ans Theilen kam, vor, ſie wollten das Geld, was der Notär kriege, ſparen; der brave Schullehrer von Stichlingen könne die Theilung auch machen; aber der Herr Schwager Leitner ſagte, das ginge nicht. So kam der Notär. Da zeigte ſich's im Hausbuch, daß der Müller ein tüchtig Bröcklein wegzu⸗ nehmen hatte, um mit dem Leitner ausgeglichen zu werden. Dagegen war nichts zu ſagen; es war Alles, Punkt vor Punkt richtig; aber als darauf der Notär das Blatt um⸗ ſchlug und darauf zu leſen ſtand: i f „Ich will, daß der Hof meinem Schwieger⸗ ſohn, dem Müller, ſoll zu zwanzig Tauſend Gul⸗ den angeſchlagen werden und meine Frau den Sitz im Hauſe habe, bis an ihr Ende.“ Da ſchlug der Herr Leitner Generalmarſch. Himmel und Erde, was tobte der! Das ſei parteiiſch, rief er. Es ſolle da Ein Kind vor dem Andern bevortheilt werden; der Hof ſei ſeine ſechs und dreißig Tauſend Gulden werth zwiſchen Brüdern. Seine Schwiegermutter ziehe zu ihm u. ſ. w. Zuletzt rief er: Der Hof muß verſteigert werden. Das meinte auch die Rieblerin, die ihres Mannes letzten Willen nicht achtete. Der Notär erklärte, das ſei kein Teſtament. Und Agnes hing ſich an ihren guten Mann und ſagte: Halt' Frieden, lieber Mann, und gib nach um meinetwillen! Das ging dem an's Herz, denn er hatte ſeine brave Frau ſehr lieb. Nun wurde die Sache gewickelt und gedreht— kurz, der Hof kam zur Verſteigerung. Gegen alles Vermuthen des Herrn Leitner waren wenige oder keine Liebhaber da, und ein reicher alter Müller aus der Ferne ſteigerte ihn für neunzehn Tauſend Gulden, und als das Protokoll unter⸗ ſchrieben werden ſollte, unterſchrieb der— Tochtermann Riebeler's, der Agnes Ehemann, und der Hof war von Gottes und Rechtswegen ſein; ſeine Mühle aber hatte der Müller, der für ihn geboten hatte, um eine große Summe gekauft; er bezahlte nach acht Tagen dem Leitner noch einige Tauſend Gulden heraus und bezog den Hof. Dazu ſah der Kaufmann ſauer. Aus dem fetten Erbe war ein mageres geworden. Die Schwiegermutter hatte noch Außenthaltskapitalien. Er hielt ſo lange an, bis ſie zu ihm zog. Jetzt preßte er ihr allmählich Alles heraus. Sie unterſchrieb Wechſel und Schuldbriefe, weil Käthchen mit Thränen flehte, und ſie dadurch ihr Kind vor Miß⸗ handlungen zu ſchützen ſuchte. An einem ſchönen Morgen war und blieb der Laden zu. Was iſt das? fragten die Leute. Der Herr Kauf⸗ mann Leitner iſt bankrutt, ſagten die Andern, die es beſ⸗ ſer wußten. Thut nichts, meinten Andere, das iſt ſo ihre Art. Nach dem Bankrutt ſind ſie reicher, als vorher. Die Frau wird das Ihre anziehen; das iſt ſo ein Pfiff! Wir kennen das! Aber es war anders. Die Frau hatte ſammt der Schwiegermutter Alles mit unterſchrieben und der Herr Kaufmann war durchgegangen mit dem Reſt— nach— Amerika, wo viel Raum fuͤr Spitzbuben iſt, ob ſie gleich daran dort zu Lande auch keinen Mangel haben ſollen. Käthchen war mit ihren Kindern am Bettelſtab und die Mutter konnte ganz gemächlich mit ihr die letzten Kopf⸗ 350 züge zum Bettelſack machen. Geſcheidte Leute hatten das Alles vorausgeſagt!—. Kaum hörte das die Agnes und ihr Mann, als ſie anſpannten und in die Stadt fuhren zum Troſt der Armen. Der Müller, der nun Hofmann war, ging zu den Gerich⸗ ten, und als er zurückkam, ſah er traurig aus. Es iſt Alles fort, ſagte er, noch heute wird das ch Haus verſiegelt. Agnes weinte an ihrer armen Schweſter Halſe die Thränen der treueſten Liebe. Du lebſt bei n ſagte ſie tröſtend, und dir und deinen Kindern, ſowie unſerer Mutter ſoll's nicht fehlen, ſo lange wir etwas haben. Sie ſind denn recht kahl mitgefahren, und die Agnes hatte ſie. i Aber hat denn fragte der Gevatter. Ja, das hab' ich vergeſſen zu ſagen, ſetzte der Schmied⸗ jacob hinzu, der war mit ſeinem Sohne durchgegangen, 10 ſie handelten zuſammen und machten zuſammen Bankrutt. Die arme Frau! ſagte das Katharinchen. Freilich, nahm Schmiedjacob wieder das Wort, man mußte Mitleid mit ihr haben; aber das Sprichwort ſagt: „Schuſter, bleib' bei deinem Leiſten!“ Das iſt die Folge des Hochmuths und der Eſelei einer tollen Mutter. So ein Bauernmädchen meint, wenn's nur aus dem Bauern⸗ ſtand, vom Dorf weg, in der Stadt wäre, ſo wär's im Paradies. Da haben wir's! In der Regel legt ſolch ein dummſtolzes Huhn neben das Neſt, und das Ende trägt die Laſt. 5 So iſt's aber heutzutage! rief der Schmiedjacob. Jedes will aus ſeinem Stande heraus und höher hinauf. Da aber geht's ihm, wie dem Eſel, der aufs Eis ging tanzen. Er brach das Bein! Wären die Leute mit ihrem Stande zufrieden, nährten ſich ehrlich und arbeiteten, wie es ihre Väter thaten, meiner Treu! es wären nicht ſo viele Leute da, die erndten wollen, wo ſie nicht geſäet, die regieren wollen, was ſie nicht verſtehen, und die durchs Theilenwollen oder Stehlen, was im Grunde auf Eins hinausläuft, ihren leeren Beutel zu füllen gedenken. Ehr⸗ liche Arbeit und Thätigkeit in geordnetem Berufe iſt freis lich ein unbequemer Weg!— Wenn denn nun Bun mädchen, vollends hochmüthige Bauernmädchen, abſolut ſolche ſtolzirende Stadtdunzeln werden wollen, dann Adje! Wo ſind die alten Sitten? Fort! Wo ſind die alten Trachten? Fort! Alles modig; Hüte, Sonnenſchirme, ſeidene Kleider! Aber, wie ſteht's in der Haushaltung? Nein, es iſt ein Herzeleid mit unſrer Zeit, glaubt mir 8. Keine Fuge will mehr paſſen; Jeder will oben hinaus; befehlen will Jeder, gehorchen Keiner. Wo ſoll das hin⸗ aus?— Grade da hinaus, wo's mit dem Käthchen und ſeinem Manne hinausging! Verſteht Ihr mich?— Es war ein Glück, daß Agnes und ihr Mann treue, wackere Leute waren. Sie ſorgten treu für ſie. Die Mutter war und blieb Frau im Haus und Agnes folgte ihr treulich. Käthchen und ihre Kinder hatten es beſſer, als in der Stadt. Sie ſtarb zwar vor Herzeleid frühe, und die alte Riebelerin folgte ihr bald, aber ſie ſtarb mit der Ueberzeugung, daß ihre Kinder eine Mutter und einen Vater hatten. Und das hatten ſie! Agnes und ihr Mann erzogen ſie gut. Der Knabe wurde Einnehmer und war ein braver Mann. Die Mädchen verheiratheten ſich gut 855 auf Agnes und ihrer Familie ruhte ſichtbarlich Gottes Segen! Von dem Vater der Kinder und ihrem Großvater hat man nichts mehr gehört. Ich denke, des lieben Gottes Arm reicht auch nach Amerika!— der alte Herr Leitner nicht geholfen? 40 1 Marlte! 1„Ein Jeder mate reich machte Je Arbeitſamen, fintrinken meide ſhmiedeten; aber Belt! Da erblich tie ſie ihr und lt ſchmieden. Nenſch ſaet, ſo be. Da wei as das Grab, lnglück hier, in uß das Sprück heiſet hin auf has du ſchmied Haſt du d Ahun dein Gen kiſen, zuſamme ebenſo und end bleiben dir nun er und dort e Ochmied! Du harnende Gewi Jott gab zum ch nicht durch Jottes haſt du m dem Verderb fillt. Dann al — Bekanntmae eßen den 12. Der Oroßh. — 351— ute dn Altes Gold. Man hört jetzt ſoviel von dem„neuen Golde,“ dis in Californien, in Amerika, ſo dick liegen ſoll, daß n's etwa mit den Schuhen zuſammen ſcharren kann— wenn's wahr wäre!) daß man Bedenken tragen möchte, mch von„Altem Golde,“ zumal von ſolchem, wie's 1590 weſn di Spinnſtube bringt, zu reden; aber ich weiß, daß eben ebſt bei unn, diſes ächt iſt und— recht gewogen— ſchwerer ins at geholfen e der Schmie ich Euch, das iſt älter als alle Schmiedjacobe der Welt. gegangen, dem Was es aber ſagt, gibt recht viel zu bedenken. Ich möchte, men Bankrun noch zuſetzen, wie's denn auch darin liegt,„auch ſeines den. Snglücks Schmied iſt Jeder!“ 26 Dort, man richwort ſagt! Leute reich machte und die Leute reichlich nährte, ſo wären it die Folge die Arbeitſamen, die das Kartenſpiel, Wein- und Brannt⸗ Mutter. Ss weintrinken meiden, ja doch Eſel, daß ſie 5 den Bauerm ſchmiedeten; aber ſeht einmal mit offenem Auge in die „e wärs im Welt! Da erblickt Ihr dieſe Leute recht eifrig am Ambos, gel legt solch wie ſie ihr und ihrer Frauen und Kinder Elend heiß und und das Ende kalt ſchmieden. O weh! Wenn die Bibel ſagt: Wie der Menſch ſäet, ſo wird er erndten, ſo iſt das juſtement das⸗ Schmiedjacob, ſebe. Da weiſet die Erndte noch etwas weiter hinaus, e höher hinauf als das Grab, und ſo ſchmiedeſt auch du dein Glück oder aufs Eis gug Unglück hier, in dieſer Welt, für Zeit und Ewigkeit, und ente mit ihten daß das Sprüchwort grade das„Schmieden“ nennt, das arbeiten, u weiſet hin auf das Unveränderliche und Dauernde in dem, en nicht ſo vil was du ſchmiedeſt. ct geſüet, dit Haſt du durch ein ſittenloſes, verworfenes Weſen und und die durchs Thun dein Gewiſſen verſchmiedet, deinen Frieden, wie alt ide auf Eins Eiſen, zuſammengeſchlagen, deine Ehre und guten Namen gedenken. Ehr ebenſo und endlich deine Hoffnung eim Himmel— dann Serufe iſt u bleiben dir nur die Schlacken des Jammers und Elends nun Bauen, hier und dort oben. Klage Niemand an! Du warſt der lechen, abſeln Schmied! Du haſt das mahnende Gotteswort und das — dann Mie warnende Gewiſſen verachtet! Du haſt die Kräfte, die dir 75 die ali Gott gab zum Guten, angewendet zum Böſen! Du haſt Lennenſcim⸗ dich nicht durch deine Schickſale beſſern laſſen! Die Gnade Haus baltung Gottes haſt du weggeſtoßen und eifrig haſt du geſchmiedet glaubt mirs, an dem Verderben, das nun mit eiſerner Schwere auf dich eben hinaus; füllt. Dann aber iſt's geſchmiedet! 5 Blick'mal um dich! Siehſt du nicht ſolcher Schmiede in Hüll' und Fülle, die ſagen: Graben mag ich nicht; 1 ſchäm' ich mich— aber der Spitzbuͤberei nicht!— Mancher ſchmiedet ſein Unglück mit Einem Ham⸗ merſchlag. Ein Verbrechen, Eine Schandthat vernichtet ſeine Unſchuld, ſeine Ehre, ſeinen Frieden für ewig, und da ſind die Schmiede nicht alle Männer; wie viele Mäd⸗ chen und Frauen ſchmieden auch an ihrem Unglücke? Andere beginnen das Schmiedehandwerk des eigenen Jammers, wie ein Junge, der das Handwerk lernt, wird Geſell und am Ende Meiſter; aber mit der Meiſterſchaft hat er's für Zeit und Ewigkeit fertig, und die Eltern helfen ihm den Blasbalg ziehen.— Ach, wie Viele beginnen zu ſchmieden und merken's nicht, wenn ein Verführer lockt! Bedenkt's, meine Lieben! Ihr könnt auch Euer Glück ſchmieden. Raſch dran! Faßt Hammer und Eiſen! Der Eine Schlag heißt: Bete! Der Zweite: Arbeite! Einen dritten brauchſt du nicht zu thun. Halte dich zu Solchen, die ſo ſchmieden und ſchlag' wacker zu. Da ſchmiedeſt du eiſern feſt dein Glück auf Erden und den Frieden deiner Seele für immer. Da klingts gar hell und klar, wenn du ſchmiedeſt und die Freude deines Herzens gibt den Takt 1 ſie bläſt die Eſſe an und die Glut iſt luſtig anzu— ehen. Solch ein Schmiedehandwerk nährt ſeinen Mann tüchtig, denn:„Friede ernährt(Friede mit Gott, mit den Menſchen und ſich ſelbſt), aber Unfriede(mit allen Dreien) verzehrt.“ Bedenk's zur Zeit, wo du es noch kannſt und werde ein Schmied deines eigenen Glückes! Miszellen. In einem Teſtamente von 1466, welches bei Auf⸗ hebung der Klöſter im Kanton Aargau in der Sweiz vor⸗ gefunden wurde, findet ſich die merkwürdige Clauſel:„Alle meine rechtliche Descendenten ſollen erben, nur nicht die⸗ jenigen, welche ſich mit der teufliſch ſchwarzen Kunſt (Buchdruckerei) befaßt, oder irgendwie dieſelbe berühret ha⸗ ben.“— Was würde wohl der Erblaſſer in ſeinem Teſta— mente für Beſtimmungen in heutiger Zeit gegeben haben? Ein Pfarrer, der über das Evangelium von der Sa⸗ maritanerin predigte, ſagte zu ſeinen Zuhörern:„Wundert Euch nicht, wenn dies Eavngelium lang iſt; es ſpricht ein Weib!“ o ſoll das hn eee Bekanntmachungen von Be⸗ nic hoͤrden. um 11 Uhr, wird in er Mann treu, 25 7* D. e Wenigſtnehmenden ver f a Rain- Weſerz Eäſen bahn. Friedberg den 3. 1d Agnes ſog Section Gießen. Der Gr Bei den Erdarbeiten in der Lindner 1 1 25 fleißige Arbeiter gegen guten Lohn „ ſtarb u Beſchäftigung er alten. 5 A l und ein Gießen den 12. Auguſt 1851. f 1 Man Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur d ih Eicke meyer. 1 nb 5 *(1816) Der Voranſchlag der bie gen uubarlic 2 8 75 Religionsgemeinde pro 1852, ſowie die „ gechnung pro 1850, ſind zur Ein⸗ und Großpal Turcſicht aller Betbeiligten 8 Tage lang bei dim Unterzeichneten offengelegt. Friedberg den 3. November 1851. Der Vorſtand der israel. Rel.⸗Gemeinde Hir ſch. Mayer Bekanntmachung. Mittwoch den 5. d. M., Morgens 11 41 1 1 hieſigem Rathhauſe die Anlieferung von ½ Klafter Pflaſterkies an den ſteigert. November 1851. ab e Bürgermeiſter e Hofraithe-Verſteigerung. (1818) Donnerſtag den 18. Dezember, Mor⸗ gens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Hofraithe des abweſenden Bürgers und Schneiders Karl Schleuning, beſtehend in einem Wohnhaus, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 3. November 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben d Bekanntmachung. 1819) Montag den 10. November, Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in der Wohnung des abweſenden Bürgers und Schneiders Karl Schleuning deſſen Mobilien meiſtbieteud ver⸗ ſteigert, als: Eiſen, Blech, Kupfer, Porzellain, Holzwerk, von Letzterem kommen zum Ausgebot: ein nußbaumenes Kommod, ein Nachttiſchchen, Stühle, ein eichener Kleiderſchrank, ein Glas⸗ ſchrank ꝛc. Friedberg den 3. November 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. nder. Jagdverpachtung. (1820) Freitag den 7. November, Morgens 10 ÜUbßr, ſoll die der hieſigen Gemeinde zuſte⸗ hende Feld⸗ und Waldjagd auf ſechs Jahre verpachtet werden. Burggräfenrod den 1. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mo ſcheroſch⸗ e r. — 352 Edicetalladung. 9) Nachverzeichnete Grundrente, als: 5 1 85 a den Gee Max zu Solms⸗Rödelheim zuſtehenden: a) in der Gemarkung Burggräfenrode, im Geldanſchlage von 41 ff. 38 ½ kr., 5b) in der Gemarkung Büdesheim, im Geldanſchlage von 61 fl. 25 kr., 0 2) die dem Herrn Grafen Karl Emrich Joſeph Johann Nepomuk zu Eltz, Lieutenant im König⸗ lich Preußiſchen 3. Huſaren⸗Regiment, in der Gemarkung Burggrafenrode zuſtehenden, im Geldanſchlage von 48 fl. 1½¼ kr., i g 3) die dem Heinrich Winter, der Wittwe des Jacob Faß II., dem Withelm Otto, Jacob Dietz, Jacob Conrad Schaub, Balthaſar Wieſenbach, Wilhelm Preſſer, Ernſt Dorr, Chriſtian Schaub, Daniel Faß und dem Joh. Ferber II. zu Büdesheim in der Gemarkung Büdes⸗ heim gemeinſchaftlich zuſtehenden, im Geldanſchlage von 42 fl. 59 ¼ kr., 5. 4) die dem Herrn Grafen Adolph von Aſenburg⸗Wächtersbach in der Gemarkung Büdes heim zuſtehenden, im Geldanſchlage von 5 fl. 37¼ kr,. 5. N 5) die dem Herrn Grafen Erwein Damian von Schönborn ⸗Wieſentheid zu Wieſentheid, im Königreiche Baiern, zuſtehenden, und zwar: a) in der Gemarkung Büdesheim, im Geldanſchlage von 76 fl. 11¾ kr., 2 b)„„„ Holzhauſen,„„ 1 1% 8½¼„ 8„ 17 Rodheim,. 17 17* 17 117 7 d)„„„ Vilbel, 1 1„ 305/ 33½„ 6) die dem Ludwig Freiherrn von Edelsheim, Gr. Badiſchem Kammerjunker zu Karlsruhe, dem Wilhelm Freiherrn von Edelsheim, Gr. Heſſ. Kammerjunker zu Büdesheim, und dem Leo⸗ pold, Freiherrn von Edelsheim, K. K. Oeſterreichiſchem Major, zu Wien wohnhaft, gemein⸗ ſchaftlich zuſtehenden, nämlich: 7 a) in der Gemarkung Büdesheim, im Geldanſchlage von 32 fl. 54½¼ kr., p) in der Gemarkung Rendel, im Geldanſchlage von 18 fl. 51% kr. 7) die dem Herrn Grafen Friedrich Magnus zu Solms⸗Wildenfels in Wildenfels: a) in der Gemarkung Büdesheim zuſtehenden, im Geldanſchlage von 54 fl. 31¼ kr. b) in der Gemarkung Höchſt an der Nidder zuſtehenden, im Geldanſchlage von 5 fl. 59 kr. 8) die dem Karl Anton Friedrich Wilhelm Auguſt Rudolph Freiherrn von Holzhauſen zu Frank⸗ furt a. M. in der Gemarkung Holzhauſen zuſtehenden, im Geldanſchlage von 19 fl. 48% kr., 9) die dem Wilhelm Hugo Joſeph Freiherrn zu Wetzel, genannt von Carben, auf Obermörlen, und dem Wilhelm Freiherrn von Breidbach-Bürresheuͤn, genannt von Riedt, Herz. Naſſ. Miniſterial⸗Aſſeſſor zu Heddernheim, und zwar dem Erſteren zu /, dem Letzteren zu„, in der Gemarkung Obererlenbach zuſtehenden, im Geldanſchlage von 29 fl. 56 ¼ kr., 10) die dem Königl. Bapriſchen Kämmerer Ernſt Freiherrn von Dörnberg zu Regensburg, als Inhaber der von Glauburgſchen und von und zum Jungenſchen Fideicommiſſe in Niederer⸗ lenbach, in der Gemarkung Obererlenbach zuſtehenden, im Geldanſchlage von 66 fl. 1¼ kr., ſollen nach den beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. 5 Es werden deßhalb alle bei dieſen Ablöſungen bekannten und unbekannten Betheiligten hiermit aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche um ſo gewiſſer innerhalb 2 Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapitalien an die oben genannten Berechtigten geſtattet werden würde. Groskarben den 9. October 1851. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. age Privat- Bekanntmachungen. Fuͤrſtlich Yſenburg⸗Buͤdingen'ſches Privat⸗Anlehen d. d. 31. Dezember 186. (1821) Bei der heute vor Zeugen Statt gehabten erſten obligationsmäßigen Verlooſung obigen Anlehens ſind nachſtehende Nummern den 1. Juli 1852 zur Rückzahlung beſtimmt worden und können deren Beträge ſeiner Zeit bei den Unterzeichneten in Empfang genommen werden: Lit. A No. 7. und 12. à fl 500. „ B„ 2. 14. 16. 29. 30. 33. 37. 40. 4. und 42. à fl. 100. Büdingen den 24. Oktober 1851. Heinemann Lismann in Büdingen. Simon Lindheimer in Friedberg. Ruhrer Steinkohlen. (1822) Schmiede- und Ofengries von der ſchwerſten Qualität kann dieſe und die andere Woche von meinem Schiffe aus, in Frankfurt am Kohlen— Ausladeplatz, geladen werden; bei den billigſten Preiſen gebe ich gegen Bürgſchein Ziel bis zum 1. März 1852. Niederwöllſtadt den 3. November 1851. F. L. Böing. Ein Lehrling 1812) kann ſogleich eintreten bei Joſeph Hoffmann, Pofamentier in Friedberg. Bekanntmachung. 1809) Ale diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß des verſtorbenen Philipp Pfef⸗ fer, Ackermann, früher Metzger, zu Nauheim und deſſen verſtorbene Ehefrau Katharina, geborne Geiger, machen zu können glauben, haben ſolche vom erſten Tage der Bekanntmachung in dieſem Blatte binnen 14 Tagen bei den Unterzeichneten ein⸗ zureichen, indem ſpäterhin keine Forderungen an⸗ genommen werden. Nauheim am 3l. October 1851. Chriſtoph Gürtler 551 1 Venitz Bevollmächtigte. 1 5 — 1 Zu vermiethen. (17910 ein vollſtändiges Haus nächſt den Mainzerthor, welches auch getheilt werden kaun] iſt zu vermiethen. Nähere Auskunft ertheil f N 0 . ö E. Gerhard, Kleidermacher, wohnhaft in del Uſergaſſe bei Conditor H. Walz. Das Pfund Hammelfleiſch (1823) verkauft zu 6 kr. Friedberg. Ludwig Kreu der 7„E en Long i s, 9 (182) welches Ende Dezember bezogen wer den kann, hat zu vermiethen 7 ö 1 1 Adam Stemmler i No. 131 g ö 1825) hat bei der heute ſtattgefundenn Verlooſung des Gemäldes„Mittagsgebet einen holländiſchen Familie“ darſtellend, dieſen Pre gewonnen. 0 6 Friedberg den 31. Oktober 1851. 0 88 J. H. Sücklen von Frankfurt a. M/. Zu vermiethen. (1826) Am Mainzer Thor iſt ein Logis au eine ſtille Familie zu vermiethen. Nähres ſagſſ Ar die Expedition dieſes Blattes. 1 Dankſagung. 1 (1827) Allen denjenigen, welche mir in die ſen 0 unglücksſchweren Tagen tröſtend und theilnehmendd 5 5 zur Seite geſtanden und meine heißgeliebte Tochter Regierunge zur ernſten Ruheſtätte begleiteten, ſage ich hier mit meinen herzlichſten und aufrichtigſten Dank. Friedberg den 1. November 1851. 1 die G 5 Zolleinnehmer Dauernheim's Wim, an die Groß zei i Verſteigerung eines Flügels. 1 Polizeicommi 1828) Montag den 10. November l. 9, Vormittags 11 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſ Betreffend: 9 0 zu Folge ſtattgefundener Auflöſung des hieſigen Geſangvereins der Letzterm gehörige ſechsoctavige“ Flügel, welcher ſich noch in gutem Zuſtand be. findet und in dem Gebäude der hieſigen Muſter⸗ ſchule zur Einſicht ſteht, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 3. November 1851. Rubricat Größe, mit v ſichtsfarbe un dem Gefängn 1 g Wir w Harro 1 4 ihn im Betret (1829) Bei Beginnen der Treibjag Friedt den erlaube ich mir, meine gedruckten Billets zu Jagdeinladungen bei den Herren Jagdpaͤchtern in empfehlende Erinnerung zu bringen. 7 Friedberg. E. Bindernagel. an die Groß Fahrplan 9 Betreffend: 4830) der Eiſenbahnen, Dampfſchiffe, Omnibus ꝛc. nebſt einem Verzeichniß der Sehens würdigkeiten in Frankfurt a. M. à 4 kr. zu haben bei Friedberg. E. Bindernagel. Wie for bis zum 20. Frankfurter Gold-Cours mit Bau⸗ und vom 1. November 1851. wiefern doe N 75 en würde . 5 ihrs die iu Piftel!; 936% l tigen we ö Friedrichsdorf 9 56.57 wär. Holländiſche 10 fl. Stücke 9 47748 J Fried Rand⸗Ducaten 5 5 35-36 ,, 9 2627 75 Engliſche Souverains. 1133.54 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.