igen Min * — — r Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. N 19. Mittwoch den 3. März 1831. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Das Magazin verbeſſerter landw. Geräthſchaften, welches ſeither in Gießen geweſen iſt, wurde in Folge Be— ſchluſſes des Ausſchuſſes des landw. Vereins von Oberheſſen nach Arnsburg bei Lich verlegt. Indem man dies zur allgemeinen Kenntniß bringt, wird zugleich bemerkt, daß etwaige Beſtellungen von dem Verwalter des Magazins, errn Roth in Arnsburg, Rechner des landw. Vereins von Oberheſſen, an den man ſich dieſerhalb wenden wolle, auf das ſchleunigſte erledigt werden ſollen. Laubach den 18. Februar 1851. Der Präſident des landw. Vereins von Oberheſſen Otto, Graf zu Solms-Laubach. Der redliche Sohn. (Schluß.) Mehrere Tage verflogen und der Greis ſah mit jedem Morgen in ſeinem Gefängniſſe das Wunder erneuet. Neugebrochene Blumen prangten um das Kreuzbild, den hölzernen unſichern Tiſch vertrat ein beſſerer und die Speiſen im Körbchen waren ausgeſucht, vielleicht nicht unähnlich jenen, wie ſelbige der Alte ſonſt vom eigenen Tiſche gern zu genießen pflegte. Er fühlte ganz dieſe Wohlthat in ihrem Werthe und er konnte ſich nicht länger zurückhalten in dem Beſtreben, daß er das Unbegreifliche dieſer Erſcheinung ergründen könne. Er wollte dankbar jenem Edeln die Hand küſſen, welcher mit ſo liebender Sorgfalt über ſeinem Leben waltete. Es war Spätabend. Die Nachtlampe brannte matt— leuchtend in die Dämmerung des Gefängniſſes. Hermann Walther lag ſchon auf dem Stroh, wehrte jedoch mit Aufmerkſamkeit die lockenden Bilder des Schlafes von ſich, denn er wähnte gewiß einmal in der Nachtſtunde zu ent— decken, was ihm die Sehnſucht ſeithin mit wißbegierigen Fragen beſchäftigte. Sein Auge leicht geſchloſſen, wachte dennoch. Die Mitternachtſtunde ſchlug und aus der Ferne hörte man ein leiſes Heranſchleichen. Die Schlöſſer der Thüre wurden geöffnet und ſachte drückte ein weißer Arm den Riegel und die Pforte zurück. Ein Mädchen, beſchei— den und ſanft in ſeinem Erſcheinen, auf den Wangen die Frühblüthe der Jugend und im Auge das Spiel des Un— ſchuldblickes, trat ſchüchtern herein mit einer Laterne ſammt Körbchen und Krug. Den Alten tiefſchlummernd wähnend, nahte mit ſinniger Vorſicht es dem Tiſche, ſtellte das Körb— chen und den Weinkrug ab und zierte den Tiſch mit Blu— men, welcher längſt dem Gefangenen zum Betaltar ge— worden war. Behutſam ſtand das Mädchen und freudig ſchien die Ruhe des Schlummers auf das Gemüth ihm zu wirken. Ein leiſes Ach! entſchwebte klagſam ſeinen Lippen. Es berührte die Hand des Schlafenden und zu dem bleichen Antlitze des Armen hingewendet, um welches der Lichtſchein des Seelenfriedens ſchimmerte, ſprach es jetzt:„Vater, lieber Vater, morgen ſchon biſt Du frei, Dein Guſtav hat Dich gerettet!“ Dorothea war es. Sie ſchwieg nun. Hermann Walther, von ſeliger Ahnung die Bruſt er— füllt, regte ſich empor. Dorothea, beſtürzt, blieb wie feſtgebannt ſtehen, denn der Gefangene rieb ſich die Augen und nickte dem Kinde freundlich zu. „War es eine Traumſtimme, der ſüße Ruf— Vater!“ fragte der Alte. Doch das Mädchen lag ſchon unter Wonnezähren an ſeiner Bruſt. Wer biſt Du, Troſterſcheinung in meiner Nacht, die Du linderſt mir die Qualen meines Kerkerelendes? Sprich, mein Kind! Wer biſt Du, die mein Gefaͤngniß verſchönt? Ich beſchwöre Dich! Löſe mir das Geheimniß! Wie ſoll ich mich erklären Dein Thun, Deine Sorgen und woher ſind die ſo reichlichen Gaben?“ Dorothea ſetzte ſich auf das Stroh, erzählte dem Gefangenen Alles und küßte ihm freudigſt die Hand, als ſie die Kunde ſeiner Freiheit erſchloß. „Alles, Vater, hat unſer Guſtav für Dich gethan, und der Muſikalienhändler Schmidt hat dazu geholfen. Guſtav iſt um den Preis von 2000 Gulden auf drei Jahre für deſſen Sohn in den Soldatendienſt eingetreten. Die Schuld iſt bei Kaufmann Vernet bereits getilgt und den Reſt des Geldes trage ich hier bei mir und der iſt auch ſür Dich, Vater! Wunderbar fügt doch der liebe Gott Alles. Der Muſikalieuhändler ſchickte mich drüben in das Nonnenkloſter mit Briefen und Geld, und als die Abtiſſin Alles geleſen, geſtattete ſie mir im Kloſter bis zum Tage Deiner Befreiung zu bleiben, und auf die Nachricht, daß das Geld entrichtet werde, erlaubte der Präſident des Obergerichts ſchon die Verſchönerung Deines Kerkers und die Erleichterung Deines Looſes!“ Dorothea's. i „Guſtav! Dorothea! Gottes Gnade ſei mit Euch!“ rief entzückt der Vater aus und ſegnete im Geiſte ſeine Kinder. Er wandte ſich ſeitwärts, um von dem Männer⸗ auge die Thränen abzutrocknen, und das Gedröhn der Feſſeln weckte die ſprachloſe Tochter aus ihrem Verſunkenſein. 6. Durch die eindenalleen des weiten Paradeplatzes in der Rheinſtadt K. begegneten ſich viele Neugierige.„Der König iſt da!“ ſchrie Einer dem Andern aus den Volks- klaſſen zu und Alles ſtürmte bis zu den bemalten Spa- lieren hin, welche Grenze jedoch Niemand überſchreiten durfte. Jauchzende Muſikklänge und Jubelrufen des Volkes und der Donner der Wallgeſchütze begrüßten den König. Freude waltete durch alle Gemüther. Der König beſah, von den Großen und Feldherren des Reiches umgeben, die Truppen und äußerte über ihr Ausſehen und ihre echt kriegeriſche Haltung ſeine völlige Zufriedenheit, worüber bald frohe, freundliche Geſichter ſich zeigten. Als nun das trefflich ausgerüſtete Heer der Feſtungs⸗ mannſchaft abgetreten war, trat ein anderes Schauſpiel ein. Die jetzt neu zum Soldatendienſte verpflichteten und einberufenen Leute zogen auf, gewärtig der Befehle und Verordnungen zu dieſer veränderten Lebensweiſe. Der König ſelbſt bewillkommnete die hoffnungsreichen Schaaren, welche blühten in der Vollkraft der Jugendzeit. Der König ſprach erhebende und für das Heil des Thrones und des Vaterlandes und ſeiner Bürger begeiſternde Worte zu den umher in dichten Reihen Aufgeſtellten und unternahm es ſogar, ſelbſt die Namen der Einzelnen vorzuleſen und Jeden der Berufenen näher zu betrachten. „Guſtav Walther!“ las der König. „Hier!“ rief laut der Genannte und trat vor. Der König betrachtete genau den Rekruten und als er deſſen vortreffliche militäriſche Haltung bemerkte, ſchien ſeine Stirne ſich plötzlich in Falten zu legen. Seine Blicke ſchauten finſter. Er wandte ſich zu dem Gouverneur und erfragte bei demſelben, ob nicht ein Guſtav Walther zum Officier beſtimmt geweſen ſei, der aber den Abſchied ver⸗ langt habe. Der Gouverneur bejahte die Frage mit dem Zuſatze, daß dieſer Rekrute derſelbe Guſtav Walther ſei. Der König warf einen durchbohrenden Blick auf den Rekruten, dem die Wangen hochroth glühten. „Den alſo hat Sucht nach Geld zu dieſer Selbſter— niedrigung hinabgeſtoßen. Wenn ich ſeine Talente und ſeine Fortſchritte bisher achtete, ſo bleibt mir tief verhaßt gerade dieſes Einſtehen für eines reichen Mannes Sohn, Dem kann ich kein Vertrauen ſchenken, da derſelbe die frühere Ehrenbeförderung ausſchlug, darum ſoll er jetzt auch des Dienſtes entlaſſen werden!“ Der König ſchwieg und ſein Auge hing an den Mienen Guſtav's. Des Königs herbes Wort aber wan— derte von Mund zu Munde bis zu den Spalieren der Zuſchauer hin. ö 74— Hermann Walther vergoß Thränen bei den Worten „Sein Vater iſt dann verloren!“ murmelte der Haupt⸗ mann des Regiments leiſe vor ſich hin. Der König wandte betroffen ſich ſeitwärts und ver⸗ langte Kunde zu der vernommenen Bemerkung. Der Hauptmann ſtarrte in ſichtbarer Verlegenheit und die Großwürdenträger umher zitterten für ihn. Der Hauptmann wollte reden, wurde jedoch durch die ſeltſamſte Erſcheinung von ſeiner Erklärung abgehalten. Ein ehrwürdiger Greis, in den Graurock der Gefangenen gehüllt, auf der Stirne die Furchen tiefen Kummers, ſchwankte daher und drängte ſich durch die Reihen. Mit aufgehobenen Händen näherte ſich der Alte dem Könige und ſank in die Knie vor demſelben und rief mit lauter Stimme:„Ew. Majeſtät, Guſtav Walther iſt mein Sohn! Ich bin ſein Vater, glücklich durch dieſen Sohn! Gnädig⸗ ſter König, verachtet ihn nicht, den Armen, denn er iſt reich an Liebe! Er hat mich aus dem Kerker mit der Ein— ſtandsſumme gerettet! Gnade, Gnade gebt dem braven Sohne! Der König ſtand bis in das Innerſte des Herzens gerührt und ſah bald auf den Sohn und bald auf den Vater. „Der Schein hat mich betrogen!“ ſprach der Monarch und befahl den Umſtehenden, den Greiſen aufzurichten. Er ſelbſt bot ihm die Rechte und verlangte die nähere Beleuchtung dieſer Sache. Hermann Walther erzählte mit vielen Unterbrechungen unter Thränen die Großthat ſeines Sohnes und fiel demſelben um den Hals und küßte ihn. Ein heiterer Sonnenſtrahl ſiel eben auf die Gruppe und ſchien den glücklichſten Vater und den biedern Sohn mit ſeinem Lichte zu verklären. N „Du biſt nun mein Adjutant!“ ſprach bewegt der König und reichte ihm einen mit Brillanten verzierten Orden dar.„Nimm dieſen Orden, er ſei kein Lohn, ſondern nur eine Anerkennung Deiner Edelthat! ſie beſſer dort Oben dereinſt belohnen!“ Der König ließ dem Alten eine Geldſumme zum Ge⸗ ſchenke einhändigen und beglückwünſchte ihn laut, daß er einen ſo vortrefflichen Sohn und einen ſo nützlichen Men⸗ ſchen der bürgerlichen Geſellſchaft erzogen habe. Hermann Walther, Guſtav und Dorothea lebten jetzt unendlich beglückt und vergaßen auch nicht ihren heißen, aufrichtigen Dank an den Muſtkalienhändler. Guſtav-Adolf-Stiftung. Indem ich den Empfang der Jahresbeiträge zur G.⸗A.⸗St. pro 1850 aus den Gemeinden Fauerbach II. mit 5 fl. 6 kr., Melbach 9 fl. 9 kr., Rendel 8 fl. 11 kr. dankbarlichſt beſcheinige, erſuche ich zugleich diejenigen Orts⸗ vereine, welche dem Verbande des Wetterauer Zweigvereins angehören, ihre Beiträge nunmehr an den Caſſirer des Vereins, Herrn Apotheker Wahl zu Friedberg, gefälligſt einſenden zu wollen. Dr. Matthias, Seer. Gott ſelbſt wird Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. d U N Edictalla dung. (281) Gegen Adolph Eſchbächer zu Rocken⸗ berg hat Großh. Hofgericht formellen Concurs erkannt. Alle bekannte und unbekannte Anſprüche find daher im Termin Mittwoch den 2. April 1. J., Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des Rechtsnachtheils anzumel⸗ den und zu begründen, daß ſonſt ohne weiteres Präcluſivdecret Ausſchluß von der Maſſe eintritt. Butzbach den 4. Februar 1851. Großh. E 0 Landgericht 79055 Edietalla dung. (317) Da zur Sprache gekommen, daß die ſchon ſeit lange Zelt in völlig unbekanntem Aufenthalt abweſenden Brüder Ehriſtian Weil und Johann Gilbert Weil von Bellersheim öffentlich aufzurufen ſeien, damit wegen ihrer Beerbung verfügt werden könne, ſo werden die⸗ ſelben aufgefordert, ſich innerhalb 3 Monaten anzumelden, indem ſonſten ihr Ableben unter⸗ ſtellt und demgemäß weiter verfügt werden wird. Hungen den 13. Februar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. (318) Bei der Güterabgabe von Seiten der Wittwe des Adam Reuhl IV. von Holzheim iſt zur Sprache gekommen, daß auf das über⸗ gebene Gut noch 70 fl. an Chriſtoph Wellers —— bon 18,000* ſhreibungen 1 dieer Schuld Obligaton det Auſpnüche bilden auſhſardnt, el Rödelheim Mai (842) rate tags 10 Uhr ſoll an dem Bahndan auſchagt zu dle Sülle, unter den gemacht werdende di Minigſnehmt Friedberg del Der Gro d Edie (875) Nad unter der Nu von der Gemein Jurſten zu Sol tundrenten be den fraglſchen gaser, Hühnerg end neun Hun 0 9 Kreuzer U N Aer fe un er iſt der Ein⸗ u braven Herzens en Vater. Monarch ſzurichten. de nahere Hählte mit dat ſeines küßte ihn. uppe und dohn mit twegt der verzierten „ſondern lbſt wird zum Ge⸗ t, daß er hen Men⸗ a lebten n heißen, rage zut bach II. fl. 11 kr. gen Orts⸗ tig vereins ſtrer des gefallagt Secr. wen du⸗ Monaten den umer⸗ erden wird. aud gericht Scunn det V polgbeim tat übet⸗ 79 Weller Erben zu bezahlen ſeien. Das nähere Verhält⸗ niß iſt jedoch eben ſo wenig als wer dieſe Chri⸗ oph Welleriſchen Erben ſind, zu ermitteln ge⸗ 22180 und 90 deß halb öffentlich bekannt gemacht, daß, wer Anſprüche zu machen gedenkt, ſolche ſo gewiß binnen 3 Monaten anzeigen und be⸗ gründen muß, als ſonſten der bereits bei dem Bürgermeiſter deponirte Betrag an die Erben zurückgegeben werden würde. Hungen den 19. Februar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Aüffeced ere än g (340) Im Jahr 1844 machte die Gemeinde Steinbach ein zu 4 PCt. verzinsliches Anlehen von 18,000 fl. und ſtellte darüber Schuldver⸗ ſchreibungen au porteur aus. Von der Nr. 68 dieſer Schuldurkunden, à 100 fl., können nur der Umſchlag und die bis zum 1. Januar 1855 reichenden Zins⸗Coupons vorgezeigt wer⸗ den, das wahre Schulddocument ſoll abhanden gekommen ſein. Es werden daher Diejenigen, welche aus der Obligation der Gemeinde Steinbach Nr. 68 Anſprüche bilden zu konnen glauben andurch aufgefordert, ſolche binnen 3 Monaten, vom Tage der erſten Bekanntmachung an bei dahie⸗ ſiger Gerichtsbehörde dem vermeintlichen Eigen⸗ thümer gegenüber geltend zu machen und durch Vorlage des Original⸗Documentes zu begründen, widrigenfalls ſie damit ſtillſchweigend ausge⸗ ſchloſſen, der dermalige Beſitzer des Umſchlags der Obligation aber als zur Empfangnahme des darin bemerkten Kapitals nebſt Zinſen, ſo⸗ wie zum Bezug der Zins⸗ Coupons vom 1. Januar 1855 an für legitimirt erachtet werden ſoll. Rödelheim den 23 Februar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (342) Freitag den 7. März d. J. Vormit⸗ tags 10 Uhr ſoll die Anfertigung der Böſchungen an dem Bahndamme nördlich Friedberg, ver⸗ anſchlagt zu 819 fl. in 2 Looſen, an Ort und Stelle, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Akkord gegeben werden. Friedberg den 24. Februar 1851. Der Großh. Heſſ. Sections ⸗ Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Edicetal⸗ Ladung. (375) Nach Inhalt der Adminiſtrativacten unter der Rubrik betreffend: Ablöſung der von der Gemeinde Nonnen roth an den Herrn Fürſten zu Solms⸗Braunfels zu entrichtenden Grundrenten beträgt das Ablöſungskapital von den fraglichen Grundrenten, beſtehend in Forſt⸗ hafer, Hühnergeld und Grundzinſen, ein Tau⸗ ſend neun Hundert vierzehn Gulden vier und vierzig Kreuzer und der geſetzliche Geldanſchlag ein Hundert ſechs Gulden zwei und zwanzig Kreuzer. Im Beſitz des ſeitherigen Bezugs befindet ſich der Herr Fürſt Ferdinand zu Solms⸗ Braunfels. Da nun die Ablöſung ſtattfinden ſoll, wirr hiermit veröffentlicht, daß, wer Anſprüche an dieſe Renten zu haben glaubt und geltend zu machen gedenkt, ſolches ſogewiß innerhalb zwei Monaten in Ordnung bewirken muß, als ſonſten das bemerkte Ablöſungskapital, mit Zugehörung, an den genannten Herrn Berechtigten verabfolgt werden wird. Hungen den 21. Februar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Verſteigerung. Freitag den 7. März, Morgens um l werden an Ort und Stelle in dem 3 2 in der Uſavorſtadt 200 Stück Eichen⸗ olzſchwellen von 10 /“ Länge und 8“ Starke, eine Parthie verſchiedenes brauchbares Holz, freiwillig meiſtbietend verſteigert, ſodann eine der Scheuern in dem Hospitalhof anderweit verpachtet. Friedberg den 3. März 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verpachtung des fiscaliſchen Mineral- brunnens zu Vilbel. (877) Freitag den 14. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird zu Vilbel in dem daſigen Ge⸗ meindehauſe der fiscaliſche Mineralbrunnen da— ſelbſt nochmals einer offentlichen Verpachtung auf 6 Jahre ausgeſetzt. Friedberg den 1. März 1851. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Verſteigerung. (378) Donnerſtag den 6. März l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen im Burggraſtats⸗ hof dahier verſchiedene alte Baumaterialien und Geräthſchaften öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg den 2. März 1851. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Steinfuhr Verſteigerung. (379) Freitag den 7. März l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in Butzbach bei Herrn Gaſtwirth Joutz die Herbeifuhr von circa 24 Cubikklafter Steine vom Steinbruch bei Griedel zur Unter⸗ haltung der Straße von Butzbach in der Rich⸗ tung nach Friedberg öffentlich an die Wenigſt— nehmenden verſteigert werden. Friedberg den 2. Marz 1851. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Bettſtroh⸗Verſteigerung. (380) Montag den 10. d. Mts., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll auf dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths dahier das alte Stroh aus den Betten der ledig caſernirten Mannſchaft parthieweiſe an die Meiſtbietenden öffentlich ver⸗ ſteigert werden. Dieß den Steigliebhabern zur Nachricht. f Friedberg den 1. März 1851. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Weir ſt eigen. (381) Montag den 10. März l. J., Mor⸗ gens 9 Uhr anfangend, ſollen nachſtehende dem Georg Hoöres, Schultheiß dabier, eigenthümlich zuſtehende Mobiliar⸗ und Oeconomie-Gegen⸗ ſtande wegen Gleichſtellung ſeiner Erben, einer freiwilligen Verſteigerung in deſſen Behauſung, unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen ausgeſetzt werden, als: 1) vier Pferde, 2) ſieben Kübe, 3) zwei trächtige Rinder, 4) zwei jährige Stiere, 5) drei jährige Rinder, 6) vier Mutterſchweine, 7) fünfzehn Springer, 8) zwei fette Schweine, 9) zwanzig Fuder Stroh, 100 an Ctnr. Heu, 11) dreißig Ctnr. Grummet, 12) dreißig Malter Korn, 13) zehn Malter Gerſte, 14) dreißig Malter Hafer, 15) einhundert Malter Kartoffel, 16) drei Wagen, 17) zwei Eggen, 18) zwei Pflüge, 19) eine Quantität Miſt, 20) eine Quantität Dickwurz, 21) drei Stückfaß, 22) drei Zulaſt, 29) drei Eichbäume und ſonſtige Geräthſchaften. Bemerkt wird, daß mit dem Vieh der An⸗ fang gemacht wird. Oſſenheim am 25. Februor 1851. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ko pp. Hungen. (382) Dienſtag den 11. und Mittwoch den 12. März d. J., von Morgens 9 Uhr anfan⸗ gend, ſollen in Hunger Stadtwalde große Quantitäten eichen und fichten Bauholz ver⸗ ſteigert werden. 10 8555 e den 1. Tag, Zuſam⸗ menkunft iſt am Eingang des Diflri 1 5 60 5 gang Diftrikts das fichten Bauholz den zweiten Tag, Zu ſammenkunft im Zikritt Pfaffenwieſ. 3 f Die Gr. Bürgermeiſter der Umgegend wollen dies zur öffentlichen Kenntniß bringen laſſen. Hungen den 28. Februar 185. Der Groß b. Heſſ. Bürgermeiſter Zimmer. Obligations-Verlooſung. (383) Bei der heute ſtattgehabten Verſamm⸗ lung des Gemeinderaths wurde von dem mit dem Handlungshauſe Lindheimer zu Friedberg negociirten Anlehn ad 2000 fl. die Partial⸗ Obligation Nro. 3 mit 100 fl. auf den 1. Mai d. J. rückzahlbar. Der Inhaber gedachter Privatpfandverſchrei⸗ bung wird hiermit aufgefordert, dieſe Summe an dieſem Tage bei hieſiger Gemeindekaſſe in Empfang zu nehmen, indem von da keine weitere Zinſen vergütet werden. Höchſt a. d. N. den 23. Februar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Meininger. Jagd- Verpachtung. (3840 Die Jagd in hieſiger Gemarkung ſoll Montag den 10. März, Morgens 10 Uhr, auf hieſigem Rathhauſe öffentlich an die Meift⸗ bietenden verpachtet werden. Nonnenroth den 27. Februar 1851. a Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Allgeper. Arbeits-⸗Verſteigerung. (385) Montag den 10. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll die bei Herſtellung der Friedhofs⸗ mauer zu Oberwöllſtadt vorkommende Maurer- arbeit und Lieferungen auf dem Rathhaus da⸗ ſelbſt öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Ac⸗ cord gegeben werden: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 43 fl. 38 kr. 2) das Anliefern von 20 Bütten Kalk 30„— 3)„ 5„ O,6 Cubikklaf⸗ ter Sand 18„—„ Voranſchlag und Steigbedingungen können vor Beginn der Verſteigerung eingeſehen werden. Oberwöllſtadt am 3. März 1851. Der Kirchenvorſtand. e Privat- Bekanntmachungen. Großer Gaſthofverkauf im Großherzogthum Heſſen. (339) Die Unterzeichneten find geſonnen ihren Gaſthof„zum deutſchen Hof zu Butzbach, wel⸗ cher an der Hauptſtraße von Frankfurt a. M. nach Kaſſel und nur 80 Fuß von der Eiſen⸗ bahn entfernt liegt, einer freiwilligen Verſtei⸗ gerung, Donnerſtag den 20. März l. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, in loco auszuſetzen, wozu Steigliebhaber eingeladen werden. Außer den umfaſſenden, bedeutenden und im beſten Zuſtande befindlichen Räumlichkeiten fügt man an, daß der hierzu gehörige Flächengehalt 800[◻HKlafter beträgt und unſer Etabliſſement zu jedem groß⸗ artigen Fabrik⸗ und anderm Geſchäft geeignet erſcheint. a Beſonders wird noch bemerkt, daß dabei ein mit reichhaltigem Waſſer verſehener Brunnen, deſſen Qualität nach chemiſchem Gutachten vor⸗ züglich zur Bierbrauerei als gut befunden, be⸗ findlich iſt. Butzbach am 20. Februar 1851. Carl Becker& Comp. Ge ſuch. (356) Ein junger Mann, der die Landwirth⸗ ſchaft practiſch erlernt hat, noch bei ſeinem Prin- zipal beſchäftigt iſt, von dem er gutes Zeugniß zu gewärtigen hat, ſucht, ohne Anſprüche auf Gehalt, einen Platz auf einem Oeconomiegut, wo möglich in der Wetterau, wo ihm Gelegen- heit geboten wäre, ſeine Kenntniſſe und Erfah⸗ rungen zu bereichern. Er ſeinerſeits an unaus⸗ geſetzte Thätigkeit gewöhnt, verſpricht größten Fleiß und Gewiſſenhaftigkeit bei allen Geſchäften, die ihm übertragen werden können. Nähere Auskunft bei der Expedition dieſes Blattes. Tanzmuſik. (372) Unterzeichneter macht einem hiefigen und benachbarten Publikum hierdurch die ergebene Anzeige, daß nächſten Markttag, den 5. März, gut beſetzte Tanzmuſik bei ihm anzutreffen iſt. Friedberg den 26. Februar 1851. G. Gerlach. Zum Verkaufen. (3866) Einen Faſelochſen Schwitzer Rage, Schwarz⸗ und Weißſcheck, 2 Jahre alt, bei Heinrich Thönges J. in Steinfurth. Arbeits ⸗Verſteigerung. (387) Dienſtag den 11. d. Mts., des Nach⸗ mittags um 2 Uhr, ſoll in dem Wirthſchafts⸗ local des Unterzeichneten das Ausgraben eines Kellers, vervoranſchlagt zu 460 fl., an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 1. März 1851. Philipp Windecker. Mühlenverkauf. (388) Der Unterzeichnete beabſichtiget— we⸗ gen Etablirung eines anderen Geſchäfts— ſeine zwiſchen Okarben und Petterweil, ganz nahe an der Hauptſtraße von Friedberg nach Frankfurt gelegene Mühle— Neumühle— be⸗ ſtehend in zweiſtöckigem Wohnhaus, Mühlbau mit einem Gang, Scheuer und Stallung, wie circa 7 Morgen dazu gehöriges, bei der Mühle gelegenes Ackerland, Dienſtag den 11. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, öffentlich und freiwillig auf dem Rathhauſe zu Okarben verſteigern zu laſſen und ladet daher Kaufliebhaber hiermit unter dem Bemerken höflich ein, daß die Verkaufsbedingungen jeden Tag bei ihm entgegen genommen werden können. Neumühle bei Okarben den 2. März 1851. Johannes Reitz. 2 Ro h re (389) für Weißbinder, ſowie auch für Weber, find ſtets bei mir zu den äußerſt billigen Prei⸗ ſen zu haben. 5 Carl Hieronimuß, Weisbindermeiſter, wohnhaft in der Schuh⸗ machergaſſe Nr. 295. — 76— Braunkohlen (ass) liege große Vorräthen auf der Grube bei dem Heſſenbrückenhammer und werden fortwäh⸗ rend zu folgenden Preiſen abgegeben: 5 holzige zu 17 kr., grobe zu 13 kr., Brocken zu 10 kr. und feine Brocken zu 8 kr. per Centuer. Allgemeines Geſchäfts⸗ und Commiſſionsbuͤreau. (390) Nachbemerkte Geſchäfte werden in meinem Büreau auf das billigſte und pünktlichſte beſorgt: 1) Uebernahme von Forderungen gegen billigen Nachlaß. 2) Abfaſſung von Briefen, Annoncen und anderen Schriften. 3) Crrichtung von Uebergabs⸗, Schenkungs⸗ und Anſchlags⸗Contracten, Teſtamenten, Schuld⸗ verſchreibungen ꝛc. 9 5 4) Errichtung von Inventarien, Theilungen und Ausfertigung von Looszetteln ſowie ſonſtige dahin einſchlagenden Arbeiten. 5 5) Stellung von Vormundſchafts⸗, Gemeinderechnungen und Voranſchlägen ꝛc. 6) Beſorgung von Kapitalien gegen Inſatzhypotheken und ſonſtige Unterpfänder. 7) Abtretung von Kaufſchillingen zu jeder Größe gegen billigen Nachlaß, wobei ich bemerke, daß ich eben 60,000 fl. zur Verwendung für Kaufſchillinge an Händen habe. Dadurch, daß ich von den Bürgermeiſtereigeſchäften dahier nicht mehr in Anſpruch ge⸗ nommen, bin ich nun im Stande, Aufträge augenblicklich zur Ausfübrung zu bringen. 5 Indem ich ein verehrtes Publikum um deßfallſige zahlreiche Aufträge erſuche, mache ich die weitere Anzeige, daß das Militär⸗Stellvertretungsbüreau von J. Rauch in Mainz, Conſcriptionspflichtige für 1851 um den berabgeſetzten Preis à 175 fl. verfichert, ohne alle und jede weitere Nachzahlung, und daß ich zur Beſorgung der deßfallſigen Geſchäfte im hieſigen Bezirk beauftragt bin, ſowie, daß ich alle mögliche Auskunft bereitwilligſt ertheile und die Sta⸗ tuten gratis verabfolge. N Vilbel den 24. Februar 1851. G. Filß. Für eine bedeutende Lebens und Penſions⸗Verſicherungs⸗Anſtalt (3910 ſind die Special⸗Agenturen für die einzelnen Plätze oder Kreiſe der Provinz Oberheſſen im Großherzogthum Heſſen zu vergeben. Darauf reflectirende, in jeder Weiſe tüchtige, Aspiranten wollen ſich in frankirten Briefen an das Handlungshaus Guſtav Warnecke in Frankfurt a. M. mit ihren An⸗ trägen wenden. Aechte (392) Ackermann'ſche Bruſt⸗Papilloten bei Friedberg. P. F. Schmittner. Gefundenes. (393) Am 27. Februar iſt ein Geldtäſchchen gefunden worden, worin einiges Geld war; der Eigenthümer kann es gegen Erſtattung der Inſeratgebühren in Empfang nehmen. Die Expedition d. Bl. ſagt wo? Bekanntmachung. (391) Unterzeichneter beabſichtigt nach Nord⸗ Amerika auszuwandern und iſt daher willens ſeine an der Straße in der Mitte des hieſigen Orts gelegene Hofraithe, beſtehend in einem zweiſtöckigen in gutem Zuſtand erhaltenen Wohn⸗ haus nebſt Stallung für Rindvieh und Schweine, ſowie kleinem Hausgärtchen und geräumigem Hofraithsplatz bis zum Termin Freitag den 14. März d. J. einer öffentlichen und freiwilligen Verſteigerung auszuſetzen. Auch können dieſe Gebäulichkeiten unter annehmbaren Bedingungen vor dem Termin aus der Hand abgekauft wer⸗ den. Bei der Verſteigerung kommen auch gleich⸗ zeitig circa 7 Morgen Grundſtücke zum Ausge⸗ bot. Das Wohnhaus iſt bis jetzt zur Schmiede eingerichtet und iſt dieſes Geſchäft ſeither mit beſtem Erfolg in demſelben betrieben worden, was auch fernerhin zu erwarten ſteht und es können Liebhaber dazu auch gleich dabei ein doppeltes vollſtändiges, im beſten Zuſtande be⸗ findliches Schmiedewerkzeug käuflich haben. Auch eignet ſich dieſe Hofraithe zu anderen Geſchäften. Kaufbedingungen können jeden Tag engeſehen werden. Lindheim am 24. Februar 1851. Philipp Wehrheim, Schmiedmeiſter. Zum Vermiethen. (395) Wittwe Marbach in der Vorſtadt hat zwei vollſtändige Logis zu vermiethen, die in aller Kürze bezogen werden können. Dankſagung. (396) Allen meinen Freunden, die meinem dahingeſchiedenen Manne Nikolaus Weber, die letzte Ehre erzeigt und ſeinem Leichenzuge ge⸗ folgt find, ſage ich hiermit meinen innigſten Dank. Ich bitte aber auch zugleich um ſtille Theilnahme dieſes ſo ſchmerzlichen Verluſtes. Rockenberg am 26. Februar 1851. Dorothea Weber, geborne Bodenröder. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 2 Regierun an die Gr Betreffend 1 Unter elchienene auftragen wi derselben, uns Anzeige zu m. nung nachgele Hierbei Dnordnung 0 nach Mlauf die Conceſſior vtxoffentliche 0 Fried an die Gre Betreffend „ Wir ſenen Beſtim dan 29. Ju getheilt work lieten ſolen iu veröffentli Friedb 8 Machen 9. Phli dul Konrad Kathar dreas