dag. 7 S 2 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 2. April 1851. Un ver hofft kommt oft. Eine Geſchichte. (Schluß.) Am andern Tage geht er aufs Schloß. Am Thor begegnet ihm der gnädige Herr, betrachtet ihn mit Wohl— gefallen, und ſagt, wie der Gottfried ſo vor ihm ſteht, die Mütze in der Hand: Wie iſt's Gottfried, willigſt du ein? Es wär' mir ſchon Alles recht, gnädiger Herr, ſagt er, aber meine alte, arme Mutter hat ein Bißchen Feld— gut, wie Sie wiſſen. Wer ſoll das bauen, wenn ich nicht da bin? Geld hat ſie keins, Taglöhner zu bezahlen. Ei, du toller Junge, ruft da der gnädige Herr aus, du ſollſt's bauen, und meine Ackergäule ſollſt du dazu haben! Da war's fertig, und ſchon nach acht Tagen zog der Gottfried aufs Schloß, und die Käthe in einen guten Dienſt nach Breslau, wo ſie auch zwei und zwanzig Thaler Lohn erhielt, und noch Allerlei dazu. 5 Nun rechneten ſie, was ſie ſich Alles erſparen könnten, aber auf das Hungerjahr rechneten ſie nicht, und nicht darauf, daß Weber's mit ihren Kinderchen verhungern müßten, wenn ſie nicht Unterſtützung empfingen, denn Verdienſt war keiner, und Hunger viel. Da gab denn Gottfried's Mutter ihre drei Malter Korn dem armen Weber, und Käthe ihren ganzen Lohn, und brachten ſie glücklich durch. Und als ſich Käthe und Gottfried ſahen, ſtielen ſie ſich mit Thränen um den Hals, und ſagten: Wir dienen ein Jahr länger! Die Thränen hatte der Herr im Himmel geſehen, und die Worte gehört und ver— ſtanden!— Zu ſelbiger Zeit war in Schleſien eine ungeheure Noth, und in Breslau war das Betteln kaum mehr aus— zuhalten. In der Stadt wohnte damals und wohnt heute noch ein reicher Kautz, der weder Frau noch Kinder hat, alt iſt und erſtaunlich viel Geld hat. Dazu hatte er aber auch ein mildes, weiches Herz, und ging kein Armer ohne reichliche Gabe von ſeiner Thüre weg. Er war aber ein ganz abſonderlicher Kautz, der ganz curioſe Grillen im Kopfe hatte. So fiel es ihm einmal ein, ſich in Bettler— kleider zu ſtecken, und auch'mal zu fechten, wie die Bett— ler ſagen. Er wollte einmal zuſehen, ob denn wirklich ſo viel Barmherzigkeit unter den Menſchen zu finden ſei. Er kleidet ſich in die ſchaͤbigſten Kleider, die er nur eben kriegen kann, und ſtützt ſich auf einen Stock, als könne er gar nicht mehr gehen. So ſtellt er ſich auf den Ge— müſemarkt an eine Ecke, aber er fordert nichts und ſieht bloß unter ſich. Die ihm jetzt gaben, gaben gewiß gerne. Da ſteht er denn lange, lange Zeit. Viele kommen und gehen und ſehen ihn ſo demüthig da ſtehen, aber Niemand denkt daran, dem armen, alten Manne etwas zu geben. Endlich kommt ein Mädchen daher, die einen Korb trägt, um Gemüſe für ihre Herrſchaft zu kaufen. Als ſie den alten Mann ſieht, blickt ſie ihn mitleidvoll an, aber da viele Leute ſich da drängten, geht ſie vorüber, ſieht aber nochmals zurück, ob er auch noch daſtehe; und als gerade bei ihm keine Leute ſtehen, läuft ſie zu ihm zurück und redet ihn mit herzgewinnender Freundlichkeit an: Ach, Vater, Ihr habt wohl auch Hunger? Er nickt mit dem Kopfe. Sie greift in die Taſche und zieht ein Stück Brod heraus und reicht es ihm. Das hab' ich mir heute am Frühſtück für einen Armen abgeſpart, ſagt ſie. Ich weiß auch, wie's Hungern thut. Darauf gibt ſie ihm noch einen Silbergroſchen mit den Worten: Es iſt nicht vom Gelde meiner Herrſchaft! Ich hab' ihn eben in der Straße gefunden. Darauf ſpringt ſie fort. Dem Alten wurde es weich um's Herz. Das iſt ein rechtes Samariter Herz, denkt er und beobachtet ſie, folgt ihr von Weitem und ſieht ſie endlich in ein anſtän— diges Haus gehen. Er fragt und hört, es ſei die Magd eines Kaufmanns, der in dem Hauſe zu ebener Erde ſeinen Laden habe. a Nun weiß er genug und geht heim, kleidet ſich wie— der ordentlich an und macht ſich auf den Weg zu dem Kaufmann. Als er hineintritt, ſpricht er den Wunſch aus, mit dem Kaufmann und ſeiner Frau ein Wort allein zu ſprechen. Die willigen gerne ein, da ſie den alten Herrn wohl kennen. Als ſie nun ſo unter ſechs Augen beiſammen ſitzen, ſagt er, ſein Kommen gelte ihrem Dienſtmädchen; er wünſche zu wiſſen, woher ſie ſei, wie ſie heiße und wie ſie ſich betrage. 5 Obwohl das die Kaufmannsleute wundert, daß ein ſo reicher Herr ſich um ihre Käthe kümmere, ſo erzählen ſie ihm doch eben Alles, was ſie von ihr wiſſen, und das iſt die ganze Geſchichte, denn das gute Mädchen hatte kein — 106— Geheimniß, und hatte ihrer Frau Alles erzählt, was wir ſchon wiſſen. Die Frau ſagt ferner, daß ſie ſich wöchent⸗ lich ihren Lohn auszahlen laſſe, und den ihren armen Eltern gebe, obgleich daran der ſchönſte Wunſch ihres Herzens hänge; ferner verſicherten Beide, es könne kaum eine fleißigere, treuere Magd geben, als Käthe. g Als das der alte Herr gehört, erzählt er auch ſeine Geſchichte vom Gemuͤſemarkt, und daß er etwas für das gute Mädchen thun wolle. Beide Eheleute mußten ihm ein unverbrüchliches Schweigen geloben, und er ſcheidet. Mittags läßt er anſpannen und fährt auf das Dorf, da er den Herrn Baron kennt, und erkundigt ſich auch da und bei dem Pfarrer, und da Alles buchſtablich wahr und richtig iſt, fßährt er wieder heim. Nun ſtanden, wie er von dem Schulzen des Dorfes gehört hatte, die ſechs hundert Thaler Schuld der Elsner's Wittib bei dem Hoſpitalfond in Breslau. Dort geht er hin, bezahlt ſie blank mit Zinſen aus, läßt ſich die Schuld⸗ urkunde und die Quittung geben und geht zurück in das Kaufmannshaus. f Ich bitte nochmals um ein Stündlein, ſagt er zum Kaufmann und ſeiner Frau, und die gewähren's recht gerne. Laſſen Sie mir doch'mal das Mädchen herein kom⸗ men, ſagt er zu der Frau, und die ruft: Käthe! Da kommt denn das nette Mädchen herein und grüßt öflich. 5 Der alte Herr fragt: Kennſt Du mich noch, Mäd— chen? Sieh' mich'mal an! Sie erröthet, ſchaut ihn aber freimüthig an; dann ſagt ſie: Ich kenne den Herrn nicht, aber— 5 Nun, was weiter? Sag's nur gerad''raus, Kind! fährt er fort. Vor etlichen Tagen, ſagt ſie ſtotternd und verlegen, da ſtand am Gemüſemarkt ein armer Mann, der— glich dem Herrn auf's Haar. Richtig, ſagt er, ich kenne den Tagedieb! N 0 5 9 Mehr das Mädchen beſtürzt, ein Tagedieb war's nicht! a N Was gabſt du ihm, Kind? fragte er weiter. Ach, ſagt ſie, ich hatte mich ſatt gegeſſen und noch ein Stück Brod übrig, das ſteckte ich für einen recht Ar⸗ men in den Sack, weil ich weiß, daß meine gute Herr⸗ ſchaft nichts dagegen hat. Und wie ich ſo die Straße hingehe, da blinkt etwas vor mir, ich bücke mich und raffe einen Silbergroſchen auf. Da denk' ich, den ſoll auch ein Armer haben. Aber, Mädchen, ſagt der alte Herr, hätteſt du den Silbergroſchen nicht ſelber aufheben können für dich? Biſt doch auch nicht reich. Ach wohl, ſagt ſie, aber den hatte mir Gott beſcheert, und der Armen ſind ſo viele. Was ich habe und ver— diene, gebe ich meinen armen Eltern und Geſchwiſtern, da wollte ich denn auch die Freude haben, und einmal etwas einem andern Armen geben. 5 Der alte Herr fuhr mit der Hand über das Geſicht und huſtete einigemal, um ſeine Bewegung zu verbergen. Weißt du aber auch, daß der Menſch, dem du Brod und Geld gabſt, gar nicht arm iſt? fragte er. Das wäre von ihm unrecht, ſagte ſie, aber mir thut's nichts, ich hab's gut gemeint, das weiß Gott! Denke dir, fuhr er fort, der Silbergroſchen war ein „Heckegroſchen,“ der hat ſich ungeheuer vermehrt. Jeder Pfennig iſt zu hundert Thalern geworden! Der Herr ſpaßt! ſagte das Mädchen. Nein, Kind, ich ſpaße nicht, rief der Herr. Sieh', hier geb' ich dir die Quittung und den Schuldſchein über Gottfried's Häuschen und Gütchen, das iſt jetzt ſchuldenfrei. Sie ſah ihn mit einem Blicke tiefſten Erſtaunens an. Kennt denn der Herr den Gottfried, fragte ſie. Ob ich ihn kenne? ſagte dieſer. Da, dein Herr lieſt dir das Alles vor. Der Kaufmann that es. Ihr Auge leuchtete. Großer Gott, wie glücklich wird er ſein! Aber wo er nur das viele Geld her hat? Ich ſage dir ja, dem du den Silbergroſchen gabſt, iſt ein reicher Mann, der einmal probiren wollte, ob es auch noch barmherzige Herzen gäbe. Da hat er denn jeden Pfennig deiner Gabe zu hundert Thalern gemacht, hat davon die Schuld deines Bräutigams bezahlt und— hier haſt du das Uebrige, es ſind ſechs hundert Thaler zu deiner Ausſteuer!— a 0 Es hat recht viel Mühe gekoſtet, Käthen zu uͤber⸗ zeugen, daß es ſo ſei; aber dann iſt auch ihr Dank, ihre Freude, ihr Glück ohne Maaß geweſen. Sie lief noch denſelben Tag mit Erlaubniß ihrer Herrſchaft heim, brachte Gottfried Quittung und Geld und machte dort ſo glückliche Herzen, wie das ihrige war. Gottfried kam mit und wollte auch danken, aber der Herr war an dem Tage noch verreiſt. Darauf iſt denn Käthe bis zu Weihnachten im Dienſte geblieben und iſt dann heimgegangen und Gottfried's glück⸗ liches Weib geworden. Er blieb aber im Dienſte des Herrn Barons und wird wohl ſein Lebtag darin bleiben. Auf der Hochzeit aber war der alte Herr, und iſt ſeitdem Kä⸗ then's und ihrer Eltern Wohlthäter geblieben.. So hat mir der Freund die Geſchichte genauer be⸗ ſchrieben, als ſie in den Zeitungen ſtand, und ich hab' da⸗ bei gar oft an des Herrn Wort gedacht: Geben iſt ſeliger, denn Nehmen!“(Spinnſtube 1850.) Miszellen. Von dem für die Kunſt leider zu früh geſtorbenen genialen Ludwig Devrient erzählt uns einer ſeiner frühern Bekannten einen Schwank, der zu Breslau ſpielt und ein 4 wahrhaftes Luſtſpielſujet bildet. Der große Menſchendar⸗ ſteller trifft einſt auf der Promenade, in Breslau einen jungen Mann, der höflich ſeinen Hut zieht. rient, kennen Sie mich nicht mehr?“— Das ſchwarze, rollende Auge des Mimen heftet ſich auf den Mann, Dev⸗ rient erkennt in ihm einen Conditorgehülfen, der ihm in Deſſau manches Glas Punſch verabreicht. Fröhliche Stunden tauchen in der Erinnerung auf, Devrient reicht ihm die Hand und erfährt, daß ſich der ehemalige Deſſauer Conditor⸗ Garcon jetzt in Breslau ſelbſt etablirte, ſchon ſeit einem Vierteljahre. Ludwig geht augenblicklich mit, er muß die neue Conditorei kennen lernen. Daſelbſt angelangt, findet er in dem niedlichen Locale Alles vortrefflich, nur Eins fehlt— Publikum. Das iſt der Punkt, der an unſerm Conditor nagt und ganz beſonders heute, denn er hatte eine Braut, heute Abend kommt der alte reiche, aber knickerige Vater aus der Provinz und will ſich mit eigenen Augen überzeugen, wie das Geſchäft geht, ob ſich etwas von ſeinem künftigen Schwiegerſohne erwärten läßt u. ſ.H w.— Das war Etwas für Devrient. Geduld, Freund! wenn nur das Mädchen einverſtanden, der Alte ſoll ſchon mit dem Gelde herausrücken, er ſoll heut Abend ſeine Freude an dem flotten Geſchäft haben. Ein paar Thaler muͤßt Ihr freilich an's —— Bein binden, denn ich werde Gäſte mitbringen, denen gerade nicht das Geld zur Taſche herausfällt.— Ein Opfer, ſo groß ſie es wünſchen, mein Herr Devrient.— Wann kommt der Alte?— Heute Abend nach ſieben Uhr.— Ein Gluck daß wir heute nicht Comödie ſpielen, dafür werde ich aber hier agiren. Adieu!— Abends nach 6 Uhr füllt ſich die Conditorei ſchon mit Menſchen, meiſt Studenten. Endlich f. 0 G2 ommt de 1 i hun 15 Dollol/ mit ber Tochter Humor— will Gel jenen. der Conditot Sie habe Sohnes!“ au wie haben E können, da J. der Letztere.— Belanntma 5 uv Deffentlie „Herr Dev⸗(170 Die Erbe Beienbeim haben en rundflͤck 54, dem Dornaſſe gber ihr Eigenthun Es werden daß „duch aufgeſorder N deichntte Grundſ geltend zu macher darauf der ſtattg wird. Friedberg de 7 g U Beka 100 unte as 11 U bun dridiic 5 ta nnen an. n en lie. lächlich f W date ird ſchen gabſt, lte, ob es u er denn U gemacht, dt und— Daler zu — d ͤber⸗ Dank, ihre ubniß ihrer und Geld ihrige war. er der Herr im Dienſte ned's glück⸗ e des Herrn eiden. Auf ſeudem Kä⸗ genauer be⸗ ch hab da⸗ i iſt ſeliger, e 1850.) geſtorbenen net fruhern elt und ein Lenſchendar⸗ slau einen Herr Dev⸗ s ſchwanze, ann, Der⸗ det ihm in che Stunden icht ihm die er Conditor⸗ n ſeit einem er muß die angt, findet nut Eins an unſerm et hatte elle er knickerige nen Augen yon ſelnem „— Das un nur das dem Gelde dem flotten rellich an“ kommt auch Devrient mit etlichen ſeiner Freunde und Col⸗— legen. Heda! ein Glas Punſch! Glas Bordeaux! Glas Grog!— Heiſa, das iſt ein Leben. Schlag ſieben Uhr kommt der Schwiegervater in spe. Na! der macht Augen, er findet kaum Platz. Jetzt beginnt Devrient ſeine Rolle. Herr Doctor, Herr Profeſſor, ſpielen Sie eine Parthie Domino?— Ja, kommen Sie. Er geht hinten hinaus, kommt nun als kleines Männchen mit einer Brille auf der Naſe herein.— Ah, guten Abend, Herr Juſtizrath, reden ihn etliche in der Runde an, wie geht's? Gut, mein Herr Doctor!— Die Thür geht auf. Bon soir, Herr Com⸗ miſſarius. Unterdeſſen dampft die Punſchbowle, es wird immer heiterer, die Fröhlichkeit lockt freiwillige Gäſte von der Straße, etliche Studios vertilgen ganze Gebirge von Kuchen, Dominoſteine klappern in allen Ecken, die Doctor⸗ würde iſt beiſpiellos billig zu haben. Endlich läßt ſich Devrient, der Herr Juſtizrath, mit dem zukünftigen Schwie— Zervater in ein Geſpräch ein, wo er den Conditor und deſſen Wirthſchaft ganz gewaltig in ein gutes Licht ſetzt. Der Alte trinkt ſelbſt Punſch und Grog, er wird fidel, wie noch nie, gegen halb zehn Uhr kommt ſeine Ehehälfte mit der Tochter auch noch angerückt, Väterchen iſt im beſten Humor— willigt noch ſelbigen Abend in die Verbindung. Seit jenem Abend kam das nette Kneipchen in die Höhe, er Conditor heirathete, erweiterte ſein Geſchäft und iſt 1 noch ein glücklicher Familienvater mit zwei Häuſern und ſtattlichen Gärten. Sie haben gar keinen Begriff von der Klugheit meines Sohnes!“ äußerte Jemand zu einem Freunde.—„Aber wie haben Sie denn in der kurzen Zeit dies entdecken können, da Ihr Sohn nur einen Tag gelebt hat? erwiederte der Letztere.—„Ja, darin liegt eben der feine Verſtand,“ 107 meinte der Vater,„daß er ſchon am erſten Tage gemerkt hat, es taugt hienieden nichts!“ In den Päſſen wird von nun an die Rubrik:„Re— ligion“ ganz wegbleiben. Zu was auch? Die wenigſten Leute haben jetzt„Religion,“ und bei jenen ſeltenen Exem— plaren, bei denen man noch Religion findet, könnte das unter die„beſondere Kennzeichen“ geſetzt werden. Man ſpricht allgemein davon, daß das weibliche Geſchlecht eine Sturmpetition vorbereite, in welcher es darum bittet, in den Päſſen auch das„Alter“ wegzulaſſen. Nicht übel! Benjamin Franklin, einſt ſelbſt Arbeiter und als ſolcher die Zuſtände ſeiner Kameraden beſſer kennend, als mancher Andere, ſagte, als dieſe, von Unruheſtiftern auf— gehetzt, manche Forderungen geltend zu machen verſuchten, kurz und ehrlich:„Freunde und Kammeraden, wenn der und Jener euch vorſchwatzt, Ihr könntet in anderer Weiſe auf einen grünen Zweig kommen, als durch fleißige Arbeit und weiſe Sparſamkeit, ſo hört nicht auf ihn, denn er iſt ein Lügner und Giftmiſcher.“ Frau von Ne— eine leidenſchaftliche Freundin von Schwämmen, die zugleich ſehr ängſtlich iſt und beſtändig vor Vergiftung zittert, hat die humane Einrichtung getroffen, daß an den Tagen, an welchem Schwämme auf ihrem Mit— tagstiſche erſcheinen, drei Stunden vor dem Serviren der Tafel ihre Dienerſchaft zu Mittag eſſen und von den Schwämmen reichlich genießen muß. Bevor ſich die gnädige Frau dann zur Tafel begibt, erkundigt ſie ſich angelegent⸗ lich nach dem Befinden jedes einzelnen ihrer Diener, und ſind ſie alle wohl und geſund, ſo läßt ſie ſich ihre Lieblings ſpeiſe wohl ſchmecken.— Eine ſehr liebenswürdige Dame das!— Bekanntmachungen von Be⸗ 8 beziehen hat. ſo der Herr Fürſt Ferdinand zu Solms⸗Braun⸗ fels aus der Gemarkung des Orts Birklar zu das im Burgwald. Diejenigen, welche blos der Verſteigerung im Burgwald beiwohnen wollen, können ſich um 11½ Uhr auf der Haſſel⸗ hoͤrden. 1 rr HOieffentliche Aufforderung. (4719) Die Erben der Magdalene Geck von Beienheim haben ein zu deren Nachlaß gehöriges Grundſtück 546,4 1J½/91 156 Klafter Acker auf dem Dornaſſenheimerweg verkauft, können cber ihr Eigenthum nicht urkundlich nachweiſen. Es werden deßhalb etwaige Berechtigte hier⸗ vurch aufgefordert, ihre Anſprüche an das be⸗ eichnete Grundstück binnen 6 Wochen dahier zeltend zu machen, widrigenfalls ohne Rückſicht darauf der ſtattgehabte Verkauf beſtätigt werden wird. Friedberg den 7. März 1851. 5 Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen. Bekanntmachung. Montag den 28. April d. J., . 11 Uhr, ſoll die in Kaichen gelegene, den Friedrich Penſels Eheleuten daſelbſt gehö⸗ nige Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, Scheuer, Mühlwerk mit 1 Gang und etwa 9 Morgen Gelände auf dem Rathhaus zu Kaichen unter ten im Termin bekannt gemacht werdenden Be— ingungen verſteigert und ſofern ein annehm⸗ ares Gebot geſchieht, alsbald zugeſchlagen werden. Groskarben den 17. März 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Edietalla dung. (337) Nach Mittheilung der Großh. Regie⸗ zungscommiſſion des Regierungsbezirks Fried⸗ lerg ſollen diejenigen Grundrenten an Neurod⸗ ehnten, Markwatzen, Grundzinſen, Rauchhühnern, Zunkernbeed und Renteigebühren abgelöſt werden, Dieſe Gefälle ſind zu Einhundert Sechs und Sechszig Gulden Dreizehn Kreuzer ein Heller berechnet, und das Ablöſungskapital iſt auf Zwei⸗ tauſend Neunhundert Ein und Neunzig Gulden Acht und Fünfzig Kreuzer Zwei Heller feſſtgeſtellt Wer Anſprüche an dieſe Gefälle zu haben ver⸗ meint und geltend zu machen gedenkt, hat ſo— gewiß binnen zwei Monaten nach dem Erſcheinen dieſer Edictalladung dieſe Geltendmachung in gehöriger Form und Ordnung dahier zu be— wirken, als ſonſten die Anſprüche als verzichtet und erloſchen werden angeſehen werden, und dem zu Folge die Auszahlung des erwähnten Ablöſungskapitals mit Zugebörung an den ge⸗ nannten Herrn Fürſten, als denjenigen, der die Grundrenten zuletzt bezogen hat, verfügt werden wird. Hungen den 15. März 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Bekanntmachung, betreffend: Holzverſteigerung in den Großh. Domanialwalddiſtricten Frauenwald und Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach. (50) Freitag den 4. April d. J werden an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: im Frauenwald bei Niedermörlen: 1½ Stecken birken Prügelholz, 5800 Wellen birken⸗, obſtbaum⸗, eichen⸗ und 250 Wellen weiden⸗ aspen Reiſerholz, 10 Läſte Schlag⸗ abraumholz, ſodann 120 Gebund zehn Fuß langes weiden Reiſerholz, zu Herſtellung von Gartenzäunen brauchbar; im Burgwald Schlag Nr. II.: 4200 Wellen birken- und eichen Reiſerholz. Zuerſt wird das Holz im Frauenwald ver⸗ ſteigert und damit um 9 Uhr begonnen, dann hecker Straße, am Wäldchen der Burgvorſtadt Friedberg, verſammeln, woſelbſt ſie zur Verſtei⸗ gerung abgerufen werden ſollen. Oberrosbach den 24. März 1851. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Fruchtverſteigerung zu Friedberg. (563) Freitag den 11. April d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in dem Gaſthauſe zum Maulbeerbaum dahier nachgenannte Frucht- quantitäten von den 1850r fiscaliſchen Vorräthen des hieſigen Rentamts öffentlich verſteigert: 1) von dem Speicher zu Friedberg: 8 Mal- ter Waizen, 124 Malter Korn und 25 Malter Gerſte; 2) von dem Speicher zu Vilbel: 22 Malter Korn, 10 Malter Gerſte und 8 Malter Hafer; 3) zu Stammheim lagernd: Malter Hafer. f Friedberg den 21. März 1851. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. ungefähr 20 Verſteige rung. (88640) Künftigen Freitag den 4. April l. J., Vormittags 9 Uhr, ſoll wegen Erbvertheilung ſämmtliches Mobiliare der verſtorbenen Heinrich Ambron 1. Eheleute dahier, beſtehend in Mo bilien, Vieh, Schiff und Geſchirr, Kleidung. Bettung, Weißzeug, Fourage ꝛc. ꝛc. öffentlich an die Meiſtbietenden gegen gleich baare Zah— lung verſteigert werden. Zugleich werden alle Diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Forderungen an die verſtorbenen Heinrich Ambron'ſchen Eheleute zu machen haben aufgefordert, ſolche innerhalb 8 Tage bei dem Unterzeichneten anzuzeigen und zu liguidiren. 8 Niederwöllſtadt den 28. März 1851. In Auftrag Großb. Heſſ. Landgerichts Der Großh. a ee o ſt. Veraceordirung. (565) Montag den 7. April, Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Abänderung von 150 Tor⸗ niſter, alter Ordonnanz, nach neueſtem Muſter, in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths dahier auf dem Soumiſſionsweg in Accord ge⸗ geben und die Accordsbedingungen können von heute an in oben gedachtem Büreau eingeſehen werden. Friedberg den 28. März 1851. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Holz⸗Verſteigerung. (566) Künftigen Donnerſtag den 3. k. Mts., Morgens 10 Uhr, ſollen in den geſammtherr⸗ ſchaftlichen Waldungen bei Burggräfenrod von fiscaliſcher, Gräflich⸗Solms⸗Rödelheim'ſcher und Gräflich Elz'ſcher Seite: J. im Schlag Nr. 11: 1 4ſ½ Stecken buchen Prügelholz, 20 122„ birken„ 31 8„buchen Stockholz, 4) 4250 Wellen„ Reisholz, 5) 225⁵ 1 eichen 1 6) 75„ birken 1 7) 900„ aspen„ 8) 975 Stück buchen Stangen von 1— 2“ mittlerem Durchmeſſer und 18— 20“ Länge; 11. im Schlag Nr. 16: 10 2½ Stecken birken Prügelholz, 2 27„ kiefern 17 30 47„buchen Stockholz, 4 4„ kiefern 15 5) 3300 Wellen buchen Reisholz, 6) 225„leichen* 72 75„ birken 1 8) 825 aspen 15 9) 150„ kiefern* 100 1 Stamm eichen Bauholz von 18“ mittlerem Durchmeſſer und 45“ Länge, Stämme lerchen Bauholz von 8“ mitlerem Durchmeſſer und 46-50“ Länge, Stämme kiefern Bauholz von 9 und 14“ mittlerem Durchmeſſer und 22 und 23“ Länge, Stück buchen Stangen von 1“ mittlerem Durchmeſſer und 187 Länge, meiſtbietend verſteigert werden, was man hier⸗ mit unter dem beſonderen Anfügen zur öffent⸗ lichen Kenntniß bringt, daß kein Nachgebot angenommen und gegen vorſchriftsmäßige Bürg⸗ ſchaft Zahlungsfriſt bis zum 1. September d. J. gegeben wird. 8 Heldenbergen den 30. März 1851. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Altenſtadt Rumpf. Bekanntmachung. (567) Freitag den 4. April, Morgens 10 Uhr, werden auf hieſigem Biedrich 27 Pappel⸗ ſtämme von 10— 25 Fuß Länge und 15— 25 Zoll Durchmeſſer verſteigert. Bemerkt wird, das die Stämme 14 Tage gefällt liegen. Nach dieſer Verſteigerung Mittags 1 Uhr wird die Anfertigung von zwei neuen blechernen Dachrinnen mit Auslaufsröhren zu 41 fl. ver⸗ anſchlaͤgt, ſodann das Pflaſtern des Schulhofes zu 15 fl. Arbeitslohn veranſchlagt, in Accord vergeben. Gettenau den 26. März 185 1. 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter J. Mö bes. 1153 123 2 13) 600 108 Privat- Bekanntmachungen. Anzeige. (436) Das unterzeichnete Commiſſions-Bureau iſt in den Stand geſetzt, Allen, welche bis ſpäteſtens den 15. April d. J. deshalb in frankirten Briefen bei ihm anfragen(alſo das geringe Porto nicht ſcheuen), ein nicht außer Acht zu laſſendes Anerbieten unentgeldlich zu machen, welches für den Aufragenden noch in dieſem Jahre ein jährliches Einkommen bis zu 10,000 Mark oder viertauſend Thaler Preußiſch Courant zur Folge haben kann. Lübeck, im März 1851. Co mmiſſ Petri⸗Kirchhof Nr. 308 in Lübeck. ions- Züreau, Staats⸗ Obligationen (668) und Looſe zu haben, ſo wie Ziehungsliſten zur Einſicht offen bei 1 Jacob Hanau. Empfehlung. 833) Hiermit mache ich die ergebene An⸗ zeige, daß ich mit friſchen Garten- und Feld⸗ Sämereien beſtens verſehen bin und dieſe zu den billigſten Preiſen erlaſſen werde. Preis⸗Courante werden gratis ertheilt. Vilbel im März 1851. W. Kullmann. Koch⸗Erbſen (869) ohne Fliegen bei 8 Gebrüder Grödel am Enggäßchen. Ein Frauenzimmer (870) von geſetztem Alter wünſcht als Haus⸗ hälterin in einer Familie placirt zu werden; das Nähere iſt bei der Exped. d. Blis. zu erfahren. Gi y ch. (571) Es wird ein Kinderwägelchen geſucht⸗ Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Geſchaͤfts⸗-Empfehlung. (372 Unterzeichneter erlaubt ſich einem aus⸗ wärtigen Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß er die von Chriſtian Höres auf hieſigem Platze betriebene Backſtein⸗, Kalk⸗ und Ziegelbrennerei übernommen und nach wie vor fortbetrieben wird. Beſtellungen werden zu jeder Zeit prompt und billigſt ausgeführt und ſieht daher einem zahlreichen Zuſpruch entgegen. Oſſenheim den 30. März 1851. Chriſtian Schäfer. Omnibus⸗Fahrten. (873) Einem geehrten Publicum machen wir hierdurch die ergebenſte Anzeige, daß vom 1. April dieſes Jahres ab eine tägliche Omnibus⸗ fahrt zwiſchen Friedberg, Nidda und Schotten und Friedberg und Hungen in nachſtehender Weiſe ſtattfindet. I. Abfahrt aus Friedberg nach Schotten nach Ankunft des dritten Eiſenbahnzugs von Frankfurt um 4½ Uhr Nachmittags. Ankunft 15 Nidda um 8 und in Schotten um 10 Uhr ends. Abfahrt aus Schotten um 4 halb Uhr Ankunft in Nidda um 6 Uhr und Morgens. in Friedberg um 10 Uhr Vormittags zum An ſchluß des zweiten Eiſenbahnzugs nach Frankfurt. Die Reiſe von Schotten nach Frankfurt kann alſo mit einem vierſtündigen Aufenthalt in Frankfurt in einem Tag hin und zurück gemacht werden. Perſonentaxe von Friedberg nach Nidda 36 kr. i nach Schotten 1 fl II. Abfahrt von Friedberg nach Hungen nach Ankunft des dritten Eiſenbahnzugs von Frankfurt um 4½ Uhr. Erſte Abfahrt von Hungen um 6 halb Uhr Morgens. Ankunft in Friedberg um 10 Uhr zum Anſchluß an den zweiten Eiſenbahnzug von 1 Friedberg nach Frankfurt. Perſonentaxe 30 kr. Friedberg im März 1851. Die Omnibusgeſellſchaft. Verſteigerung. (570 unterzeichneter läßt Montag den 7. April folgende Gegenſtände verſteigern: a zwei Bettladen, 1 Kleiderſchrank, 1 Kinder⸗ wiege von Nußbaumholz, 1 Waſchbütte, 1 Kom⸗ mod, 1 Tiſch und 5 Stühle, 1 Küchenſchrank, 4 Waſſerzüber, 4 Porträte, 1 Lampe mit einem Schirm, einen Spiegel, 50 Bohnenſtangen, 1 Aepfelbett, 3 bis 4 Malter Kartoffeln und ſon⸗ ſtige Hausgeräthſchaften. Konrad Scheuer. Friedberg. (Zuber fkfa nf, (575) Bei Salomon Schwab iſt zu bevor⸗ ſtehenden Oſtern Wein, Weineſſig und Aepfel⸗ wein von vorzüglicher Qualität zu haben. Friedberg. — Frankfurter Gold-Cours vom 28. März 1851. fl. kr. Piber 9 36-37 Friedrichsd or 9 57-58 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 47-48 Rand⸗Ducaten 5 34-35 20 Frankſtücfſt e 9 2877-29 5 Engliſche Souverains. 1151-52 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. * 1 0 2 —.— Regierung an die Grof Polizeicomm Betreffend: d vol Wr deau kreibenden Rubi gegeben it, ge Falle des Betre Friedbe 1 0 I., er blond.— S. gewohnlich. 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