1 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen len f im Allgemeinen, 4,. den Regierungsbezirk Friedberg 88 im Beſonderen. zellen 8 1 j il. Mittwoch den 1. Jauuar 1851. v. Horu.) 0 u lune Des„Intelligenz Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1851, ebenſo wie im Jahre 1850, wöchentlich zweimal lekkote.—(Mittwochs und Samſtags) ausgegeben.— Das„Intelligenz-Blatt“ wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen. ſein fenuen Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr lucktote 1 fl. 12 kr., für ½% Jahr 40 kr.— Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr. Semeſter 46 kr. 1 Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte eſſen und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.— Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Adern erlebt. Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.— Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. rn erlebt dern gelebt Amtlicher Theil. Signalement des Michael Haas: i 4 2 Alter. Jahre. 74 e orales pee Fin ee „el, Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Haare: blond. in erfebt Friedberg ö gige en be n an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. 4— An. erlebt Betreffend: Die Sonntagsfeier, insbeſondere die Beobachtung der Naſe: gewöhnlich. allerhöchſten Verordnung vom 2. April 1841. Mund: klein. Es werden mehrfach Beſchwerden darüber gefuhrt, daß Kinn: rund. die Verordnung über die Sonntagsfeier vom 2. April 1841 Zähne: geſund. in Nr. 12 des Regierungsblaͤtts nicht gehörig befolgt werde; Geſichtsform: länglich. wir beauftragen Sie daher, dieſe Verordnung wiederholt zu Geſichtsfarbe: bleich. veröffentlichen, über den Befolg zu wachen und Contraven— r. tionen zur Beſtrafung anzuzeigen n lone e uzeigen. Ana Friedberg den 28. Dezember 1850. 70 blau baumwollener Wamms, mit weißen Punkten, 2) blau gewirfelte Hoſen ht. 1 e 1 3) graue Sommerkappe, 2 7 4) weiße Strümpfe mit grauen Sohlen, Die 0 elbe a 5) lederne Schuhe, 6) hellfarbiges Halstuch. an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre, ſowie die Gr. Gendarmen dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Arretirung des Michael Haas von Habitzheim. Eine eugliſche Spielerbande. Nach den mündlichen Mittheilungen eines Londoner Pollzeibeamten. Der unten ſignaliſirte Michael Haas von Habitz— heim, iſt eines am 177d. M. in der Nähe von Beſſungen verübten Raubes dringend verdächtig, bat ſich aber der Verhaftung durch die Flucht entzogen. Sie haben auf denſelben genau zu fahnden und ihn, falls er betreten wird, zu arretiren und hierher abzuliefern. Friedberg den 22. Dezember 1850. SGi Von Dr. W. Seyffarth. Es kommt bei Erfüllung Ihres Wunſches wenig oder nichts darauf an, welcher Art die Veranlaſſung meines Eintritts in die Londoner Polizei geweſen iſt. Ich kann ſie kurz und nicht zu ſtreng mit dem Worte Thorheit be— zeichnen. Die Tage des Müßiggehens und der Verſchwen— dung waren für mich vorüber. Ich mußte etwas thun, etwas erwerben, um mich und meine Frau zu ernähren. ——— 5 74 4 4 4 Die Wahl war eine engbegrenzte, die Stelle eines gemeinen Polizeidieners mir die liebſte; ich erlangte ſie durch das Fürwort eines Mannes, welcher an meiner Beſſerung nicht verzweifelte. Nachdem ich ungefähr ein Jahr gedient, gewann der Scharfſinn und Muth, welchen ich bei Ent⸗ deckung einer kleinen Diebsbande bewieſen haben ſollte, mir die Beachtung meines höchſten Vorgeſetzten. Er ließ mich rufen, drückte mir in jener Beziehung ſeine Zufriedenheit aus, lobte meinen auch ſonſt an den Tag gelegten Dienſt— eifer, ermahnte mich darin fortzufahren und endigte mit der Andeutung eines Auftrags, welcher einen klugen und entſchloſſenen Mann erheiſche, ſein Gefährliches, aber auch meine Beförderung zur Folge haben könne.„Mir iſt«, ſagte er mit bedeutſamem Lächeln, indem er mich entließ, „als habe ich Sie ſchon fruher geſehen— in einer andern Lebensſtellung meine ich. Das darf Sie nicht erſchrecken. Was gehen mich anderer Leute Geheimniſſe an! Robert iſt ein Name in allen Klaſſen der Geſellſchaft, und ich kann mich irren. Doch habe ich, ſeit Ihr gutes Benehmen mir gemeldet worden, das Zeugniß des Herrn eingeſehen welcher Sie empfohlen, und das bürgt, daß Ihnen kaum mehr als jugendlicher Leichtſinn beigemeſſen werden kann. Alſo frage und forſche ich weiter nicht und werde es Ihnen zu wiſſen thun, wenn ich Sie brauche.“ Auf dem Heimwege ſann ich vergebens nach, wo der Obercommiſſär mich ehemals geſehen haben könne. In den Tagen meines Wohlſtaͤndes war ich ſelten und immer nur kurze Zeit in London geweſen. Aber von der Vermuthung, daß er auf den Buſch geklopft haben werde, brachte mich meine Frau ab, welcher ich natürlich unſer Geſpräch er— zählte. Sie erinnerte mich, daß wir beim Pferderennen in Doncaſter mit ihm zuſammengetroffen, und ich erwähne dies als Beweis, daß der Herr Obercommiſſärs mindeſtens eins der Hauptbedürfniſſe eines Polizeimannes beſaß, ein eiſenfeſtes Gedächtniß. Drei oder vier Tage vergingen, ehe ich zu ihm beſchieden wurde, und es freute mich dann, daß ſein Auftrag einer war, wie er dem älteſten und ge— prüfteſten Polizeidiener geſchmeichelt haben müßte.„Hier, ſagte er zum Schluſſe,»iſt eine Perſonbeſchreibung dieſer Bande Spieler, Gauner und Fälſcher. Ihre Aufgabe iſt es, die Höhlen derſelben zu entdecken und rechtsgültige Be— weiſe ihres Handwerks zu erlangen. Bisher ſind alle da— hin zielende Verſuche geſcheitert, ſowohl an der zu großen Haſt der Beamten— ein Fehler, vor welchem Sie ſich ſehr hüten müſſen— als weil es abgefeimte Schurken ſind, welche nur durch Ausdauer und Pfiffigkeit in ihren Schlupfwinkeln belauſcht und der Gerechtigkeit überliefert werden können. Eins ihrer letzten Opfer iſt ein junger Merton, Sohn der verwittweten Lady Everton aus erſter Ehe. Sie hat unſere Hülfe nachgeſucht, ihn aus dem Netze zu befreien, in welchem er verſtrickt liegt. Heute Nachmittag fünf Uhr werden Sie bei ihr ſein— in Civil— kleidung verſteht ſich— und weitere Auskunft erhalten. Ihre Berichte erſtatten Sie unmittelbar an mich, und allen Beiſtand deſſen Sie bedürfen, ſichere ich Ihnen zu.“ So lautete im Weſentlichen meine Inſtruction für ein Unternehmen deſſen Schwierigkeiten und muthmaßliche Gefahr ich mir keineswegs verbarg, das aber ſchon wegen der Erlöſung von einem langweiligen Einerlei mir in hohem Grade erwünſcht war. Ich eilte nach Hauſe, machte ſorg⸗ fältigſte Toilette und begab mich zu Lady Everton, die mit ihrer Tochter, einem jungen bildſchönen Mädchen, mich bereits erwartete. Dennoch war ich für die gute Lady offenbar eine Ueberraſchung. Sie mochte unter einem Polizeidiener in Civilkleidung ſich ein ganz anderes Ge— ſchöpf gedacht haben, und erſt nachdem ich ihr mein Be⸗ glaubigungsſchreiben behändigt, gewann ihr ſtolzer zweifeln— N. —. der Blick den mildern Ausdruck vornehmer Herablaſſung. „Setzen Sie ſich, Herr Robert, ſagte ſie und winkte mir zu einem Stuhle,„dieſes Billet benachrichtigt mich, daß Ihnen der Auftrag geworden, meinen Sohn den Verwicke— lungen zu entziehen, in die er unglücklicher Weiſe gerathen.“ Die Antwort ſchwebte mir auf der Lippe. Ich war thöricht genug von der hochfahrenden Ausdrucksweiſe der vornehmen Frau mich verletzt zu fühlen. Ich wollte ihr erwiedern, daß die öffentliche Wohlfahrt mir die Pflicht auflege eine Gaunerbande auszufinden, mit welcher ihr Sohn ſich eingelaſſen, und daß ich zu ihr gekommen blos in der Abſicht, von ihr zu erfahren, wie weit ſie im Stande dieſen Zweck zu fördern. Mein guter Stern ließ über meiner feinen Toilette mich nicht vergeſſen, wer und was ich war. Alſo zügelte ich meine Zunge und antwortete mit einer ſtummen, ehrerbietigen Verbeugung. Nun erhielt ich in der Hauptſache folgende Auskunft. Bald nach ſeiner Volljährigkeit war Charles Merton buch— ſtäblich unter Diebe und Räuber gefallen. Leidenſchaft zum Spiel hatte ſich ſeiner bemächtigt; Nacht für Nacht verbrachte er am Spieltiſch. Das Unglück wie er glaubte, richtiger wohl abgekarteter Betrug hatte ſich ſeit kurzem wider ihn verſchworen, ihm nicht blos ſein ganzes baar ererbtes Geld, ſondern auch beträchtliche, von der Frau Mama ihm unſinniger Weiſe gegebene Summen genom— men und er überdies Wechſel und Schuldverſchreibungen zu enormer Höhe ausgeſtellt. Anführer der Bande ſollte ein gewiſſer Sandford ſein, ein Mann von vornehmem und brillantem Aeußern, zu welchem Merton ein fabelhaftes Vertrauen hegte. Je öfter Lady Everton den Mann er— wähnte und je genauer ſie mir ihn ſchilderte und ſchildern konnte, da Merton ihn bei ihr eingeführt, deſto weniger konnte ich mich des Gedankens erwehren, daß er ein alter Freund von mir ſei und zwar einer deſſen Gefälligkeiten ich in gleicher Münze zurückzuerſtatten wünſchte. Dies behielt ich natürlich für mich, bat die Damen, von unſerem Geſprache nichts zu verlautbaren, und verabſchiedete mich, mit reichen Mitteln verſehen, meinen heimlich entworfenen Plan in's Werk zu richten. Wenn er es wäre! ſagte ich zu mir, als ich auf der Straße ſtand, und der bloße Gedanke hetzte mir das Blut ſiedend durch die Adern. Wenn dieſer Sandford, wie ich vermuthe, der Schurke Cardon iſt, dann wäre ein gün— ſtiger Erfolg mein Sieg, mein Triumph. Dann hätte Lady Everton zu Anſtachelung meines Eifers ihre Geld— verſprechen ſparen können. Ein niedergeworfenes Daſein, ein junges liebenzwürdiges Weib, durch ihn von Reich— thum zur Dürftigkeit gebracht— den feigſten Wurm müßte das zu Kraft und Muth begeiſtern. Gebe der Himmel, daß meine Vermuthung wahr ſei! Dann, Freund Cardon, habe Acht; der Rächer ſitzt dir auf den Ferſen! So denkend oder vor mich hin murmelnd, nahm ich den Weg nach den italieniſchen Opernhauſe. Sandford— war mir geſagt worden— ſei regelmäßig während des Ballets anweſend. Auch ſeine Loge wußte ich. Bei meinem Eintritte in's Paterre war ſie leer. Ich ſtellte mich gegen— über. In der eilften Stunde, unmittelbar nach dem An— fange des Ballets ging die Loge auf. Ich hatte ſie un— verwandt im Auge behalten, und Arm in Arm mit einem jungen, bleichen, ariſtokratiſch ausſehenden Manne, in welchem ich nach einem Porträt in Lady Everton's Zim- mer Merton erkannte, trat Cardon ein. Er war es, Zug fur Zug. Nur ſolange zögernd als ich brauchte, meine Bewegung zu beherrſchen, ließ ich mir die Loge öffnen. Cardon ſaß mit dem Rücken nach der Thür. Ich tippte ihn auf die Schulter. Er drehte ſich raſch um, und hatte er einem Baſiliskenauge begegnet, er könnte nicht fichtbarer zuſammengeſchreckt ſein. Ich ſah ihn freudlich an und meine dargebotene Rechte konnte für den Ausdruck meines Wunſches gelten, unſere Freundſchaft zu erneuern.„Ro— bert!“ ſtammelte er und legte ſeine Hand flach in die meine;„woher Sie? Wer hätte Sie hier erwartet?“ Wenigſtens Sie nicht, lächelte ich, da Sie einen alten Freund anſtarren, als ſei er ein Geſpenſt, das Sie zu verſchlingen drohe. Nun aber im Ernſt— „Stille, ſtille!“ fiel Cardon fluͤſternd ein;„laſſen Sie uns das auf dem Corridor beſprechen.“ Dann ſich hebend ſagte er zu Merton:„Ein alter Freund; wir ſind im Momente zurück.) Auf dem Corridor Auge in Auge fuhr Cardon mit gewohnter Kaltblütigkeit fort:„Was bedeutend das, Robert? Was bringt Sie nach London? Als ich zuletzt von Ihnen hörte, hieß es, Sie wären“ — Er ſtockte. a Ruinirt, ein Bettler, ergänzte ich. Konnte Sie das wundern? 3 Cardon, betonte ich. Wahr iſt, daß ich famos ausgebeu— telt, rein ausgeſchält worden bin, wie man's nennt. Glücklicher Weiſe iſt mein alter gütiger Oheim— „Paßgrove todt und Sie ſein Erbe!“ rief Cardon und ließ ſich aus den Augen leſen, was er dachte.„Gratulire alter Junge. Das iſt ein charmanter Wechſel der Dinge, ein ſüperber Umſchlag!“ So meine ich auch, antwortetete ich ruhig; nur nicht zu vergeſſen, daß ich einen andern Menſchen angezogen, den Würfeln für immer Valet geſagt und meiner Emilie verſprochen habe, ſogar nie mehr eine Karte anzurühren. „Sehr recht; gut und löblich, wie es im Buche ſteht“, lächelte Cardon,„und was man verſpricht, muß man halten. Nun laſſen Sie uns aber in die Loge zurück— kehren und erlauben Sie mir Ihnen Herrn Merton vor— zuſtellen, einen Mann von Einfluß und Gewicht. Vorher noch Eins. Aus Familien- und andern Rückſichten die Sie ein anderes Mal erfahren ſolleu, nenne ich mich jetzt „Liebſter, beſter Freund“, verſetzte Cardon;„Sie glauben doch nicht“— Sandford. heiß' ich.“ In der Beziehung glaube ich gar nichts, mein guter Laſſen Sie das nicht anßer Acht, Sandford (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N NN N NNNNR& Immobilien-Verſteigerung. (1958) Donnerſtag den 2. Januar 1851, Morgens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe, in Auftrag des Gemeinderaths C. C. Nagel dahier deſſen Immobilien, beſtehend in einer Hofraithe und Güterſtücke, welche im Intelligenzblatt Nr. 95, Inſerat 1869 näher bezeichnet find, einer freiwilligen meiſtbietenden Verſteigerung, unter vortheilhaften Bedingungen, ausgeſetzt. Friedberg den 24. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Gläubiger aufforderung. (J) ueber das Vermögen des Sattlers Carl Zinkand und deſſen Ehefrau zu Vilbel iſt der formelle Concurs erkannt worden. Es wer— den daher alle diejenigen, welche, aus was immer für einem Grunde, Anſprüche an gedachte Eheleute zu machen haben, aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des Ausſchluſſes von der Con— cursmaſſe Mittwoch den 12. Februar 1851, Vormittags 9 Uhr, perſönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte ſchriftlich oder mündlich dahier anzumelden, auch etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen. Zugleich werden im Termin, wenn nöthig, ein Maſſepfleger und ein Gläubigerausſchuß er⸗ nannt, Borg⸗ und Nachlaßverträge verſucht und ſollen in Bezug hierauf, ſowie der etwa ſonſt ge— faßt werdenden Beſchlüſſe, die Nichterſcheinen— den als der Mehrheit der Erſchienenen beitretend angeſehen werden. Großkarben am 21. Dezember 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Bekanntmachung. (2) Auf Antrag der Betheiligten ſoll die zum Nachlaß des Heinrich Hock zu Aſſenheim gehörige Erbleih⸗Mühle nebſt Gelände Mittwoch den, 8. Januar, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Aſſenheim nochmals öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 27. Dezember 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Bekanntmachung. (3) Es wird zur allgemeinen Kenntniß ge— brocht, daß Gr. Hofgericht der Provinz Ober— heſſen den Philipp Emmel II. von Wohnbach wegen verſchwenderiſchen Lebenswandels für ent⸗ mündigt erklärt hat, und daß für ihn bindende Rechtsgeſchäfte nur mit dem gerichtlich beſtellten Curator, ſeinem Bruder Johannes Emmel zu Wobnbach, abgeſchloſſen werden können. Zugleich werden alle Gläubiger des Philipp Emmel II. aufgefordert, im Termin Donnerſtag den 23. k. M., Vormittags 8 Uhr, ihre Anſprüche mündlich oder ſchriftlich dahier geltend zu machen. Hungen den 23. Dezember 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Langsdorff. Holz- Verſteigerung. () Freitag, den 3. Januar 1851, werden aus verſchiedenen Walddiſtrikten an den Meiſt⸗ bietenden verſteigert: 2½ Stecken Buchen-, 51 „ Eichen- und J Scheitholz; 7,„ Nadel⸗ 8 8„ Buchen-, 30„ Eichen- und J Prügelholz; 77„ Nadel- 272„Buchen-, ö 40„ Eichen- und J Stockholz, 87„ Nadel- ö 737½ Stück Buchen-, 3587„ Eichen- und J Wellen und 1050„ Nadel- 10 Stämme S 464 Cubikfuß Nadelbauholz. Die Verſteigerung beginnt bei günſtiger Witterung Vormittags 9 Uhr im Diſtrikte am Straßheimer Wald; andern Falls wird ſie im Wirthshauſe zum Hirſch dahier ab⸗ gehalten. Ockſtadt den 24. Dezember 1850 Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Holz-Verſteigerung. (5) Montag den 6. Januar 1851, Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in den Gräflich Solms— Rödelheimiſchen Beinhards- Waldungen nach— ſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert: 70 Stecken buchen Prügelholz, 24„„ Stockholz, 140 1„ Reisholz, 1200 Wellen eichen„ Forſthaus Beinhards am 28. Dezember 1850. Der Gräfl. Solms⸗Rödelh. Revierförſter Hartmann. Holz-Verſteigerung. (6) Dienſtag den 7. Januar 1851 ſollen in den Gräflichen Waldungen zu Wickſtadt, Diſtrikt Hardt und Schiffloch öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden: 1 Stecken buchen Scheitholz, 21„ eichen Scheitholz, 38„ buchen Prügelholz, 6„ leichen 1 obſtbaum„ buchen Stockholz, 29„leichen 1 9„ obſtbaum„ buchen Reisholz, 39„ eichen„ obſtbaum 2„weiden„ 37 Stämme eichen Bau- und Werkholz, 3„ obſtbaum 9 Das Obſtbaumholz ſteht größtentheils vor Wickſtadt an den nach Aſſenheim führenden Wegen und iſt hauptſächlich für Dreher und Schreiner geeignet. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 10 Uhr im Walde ſelbſt am Steinbruch. Forſthaus Beinhards am 28. Dezemher 1850. Der Gräfl. Solms⸗Rödelh. Revierförſter Hartmann. Bekanntmachung. J Betr.: Holzverſteigerung in dem Gr. Domanial⸗ wald Burgwald, Reviers Oberrosbach. (7) Mittwoch den 8. Januar 1851 werden in dem oben genannten Walddiſtricte an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 4¼ Stecken birken, 2 Stecken nadel Prügelholz, 5„„ 3„„ Stockholz, 200 Wellen buchen, 7900 Wellen birken, eichen, 2850 Wellen nadel Reiſerholz, 3 Wagen, 8 ½ Läſte Allerleiholz, 5 Stämme nadel Bauholz von 6 bis 8½“ Durchmeſſer und 15 bis 25“ Länge, 7 Stangen Nadelholz von 3½ bis 3“ Durchmeſſer und 15 bis 20 Länge. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteigerung um 9 Uhr, im Lohſchoppen auf dem Winterſtein. Oberrosbach den 24. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Holzverſteigerung. (8) Montag den 6. Januar 1851, Vormittags um 9 Uhr, ſollen in dem —— Gemeindewald der Gemeinde Beien⸗ heim, Diſtrikt Bauberg: b 10 147¾ Stecken buchen Scheitholz, 2 51„„ Pruͤgelholz, 3) 54 ¼ 1„ Stockholz, 4) 116 1„ Reiſer, 5) 21 Stämme„ Werkholz, von 14 bis 23 Zoll Durchmeſſer und 20 bis 40 Fuß Länge, an den Meiſtbietenden verſteigert wer⸗ den, was man hiermit unter dem be⸗ ſonderen Anfügen zur öffentlichen Kennt⸗ niß bringt, daß nur ſolche Steigerer zum Gebot zugelaſſen werden, welche e von vorhergehenden Jahren an die hie⸗ ſige Gemeindekaſſe mit der Bezahlung nicht mehr im Rückſtande ſind. Beienheim den 24. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Muth. Faſelochs⸗Verſteigerung. 12 Freitag den 3. Januar 1851, Mittags 2 Uhr, ſoll ein der Gemeinde Florſtadt zu⸗ ſtehender, zum Schlachten ſich eignender Faſel⸗ ochs, in der Behauſung des Gemeinde ⸗Ein⸗ nehmers Wagner dahier an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Florſtadt den 28. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Privat- Bekanntmachungen. Mauslrenbull im Hotel Trupp. (40) Der Unterzeichnete beehrt ſich, ergebenſt anzuzeigen, daß am 25. Februar k. J. in ſeinem Saale ein Maskenball ſtattfinden wird. Das Nähere beſagt die Subſcriptionsliſte. 5 Friedberg den 30. December 1850. L. C. Trapp Nachfolger. Anzeige. (40 Vom heutigen Tage an wird die Hanauer Zeitung wieder in der früheren Weiſe erſcheinen. Die Redaktion wird ihr Beſtreben darauf richten, die Tages⸗Begebenheiten raſch und vollſtändig mitzutheilen und dieſelben, ſo weit nöthig, in freimüthiger, aber würdiger Weiſe beſprechen; ſie wird dabei nur die Sache und das allgemeine Beſte im Auge haben und deßhalb auch einer gegen⸗ theiligen Anſicht ihre Spalten nicht verſchließen. Sie glaubt dadurch— zumal in einer Zeit, welche der Täuſchungen ſo manche gebracht und das heiß Erſehnte gar oft als unpraktiſch oder unausführbar erkennen ließ,— das vorgeſteckte Ziel am ſicherſten zu erreichen; durch leidenſchaftsloſe Beſprechung des Für und Wider einer Sache nach Kräften dazu beizutragen, daß auch der Einzelne zur Fällung eines ſelbſtſtändigen Urtheils in den Stand geſetzt werde. Die Blätter der Vergangenheit und Gegenwart ſind der Unterhaltung und durch Mittheilung neuer Erfindungen, gemeinnütziger Auf⸗ ſätze ic. der Belehrung und wahren Bildung gewidmet.— Der Preis der Hanauer Zeitung mit ihren Beiblättern beträgt bei allen Poſtämtern des Fürſtlich Thurn⸗ und Taxis'ſchen Poſtverwaltungsbezirks 2 Thlr. 4 ¼ Sgr. halbjährlich. Hanau, 28. December 1850. Die Redaction der Hanauer Zeitung, Anzeige. kauft bei Nathan Hirſchhorn, Friedberg. Uſergaſſe Nr. 244. Zu vermtethen. (12) Eine Wohnung auf der breiten Straße, welche ſogleich bezogen werden kann, hat zu ver⸗ miethen Johannes Rückert. Geſchaͤfts⸗Eroͤffnung. (13) Einem geehrten Publikum empfehle ich hierdurch mein dahier in Aſſenheim neu etablirtes Gaſthaus zum Darmſtädter Hof mit der Bitte um geneigten Zuspruch und begleite die Ver⸗ ſicherung, daß ich durch gefällige und reelle Be⸗ dienung das Vertrauen der mich beehrenden Gäſte zu erwerben mich beſtreben werde. (1955) Zettel⸗ und Einſchlaggarn in allen gangbaren Nummern und von bekannter Quali⸗ tät wird zu den möglichſt billigen Preiſen ver⸗ Auch meine Tabake und Cigarren empfehle ich zur geneigten Abnahme. Aſſenheim den 26. Dezember 1850. Jaco b Schott, vormals Oberkellner im Bad Salzhauſen. 3 junge Fafſelochſen (1) find in beliebiger Auswahl im Burg⸗ gute zu Niedererlenbach bei Frankfurt a. M. zu haben bei C. F. Petſch. Caſinoball. (15) Sonntag den 12. Januar findet ein Caſinoball im Trapp'ſchen Saale ſtatt. Eröffnung um halb 8 Uhr. Dies den Mitgliddern des Caſinos zur Nach⸗ richt. Die Vorſteher. 7 8 Zugelaufener Hühnerhund. (16) Vergangenen Sonntag den 22. d. M. iſt dem Unlerzeichneten ein Hühnerhund zuge⸗ laufen; der Eigenthümer kann denſelben gegen Erſtattung der Koſten bei ihm in Empfang nehmen. Pfaffenwiesbach den 26. Dezember 1850. Der Bürgermeiſter Ru p p. Circa 4600 Acker (17) Landes in verſchiedenen Lagen, alle in der Umgegend von St. Louis in Nord⸗Amerika, hat C. F. Petſch in Niedererlenbach bei Frank⸗ furt a. M. zu verkaufen; einzelne Familien, ſowie größere Geſellſchaften, welche ſich in Amerika anzuſtedeln beabſichtigen, belieben ſich wegen näherer Auskunft in francirten Briefen an mich per Adreſſe der Herren Johann Goll und Söhne in Frankfurt a. M. zu wenden; und können ſich dabei wegen meiner in St. Louis und Umgegend wohnenden Verwandten der reell⸗ ſten Bedienung verfichert balten. Carl Fr. Petſch. Mauerſteine. (18) In dem Sandſteinbruch unterhalb der Naumburg bei Kaichen befindet ſich ein bedeu⸗ tender Vorrath von gutgeformten Mauerſteinen zum Verkauf, welches der Unterzeichnete mit dem Bemerken zur Kenntniß bringt, daß daſelbſt auch rauhe, ſchwerere Steine, welche ſich zu . und Eckſteinen eignen, zu haben nd. Kaichen. Hörle. Literariſche Anzeige. (19) Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt vorräthig: Die zuverläſſige Heilung der Bruſt⸗ und Lungenuͤbel. Praktiſche Abhandlung über die Lungenſchwindſucht Dr. L. Naudnitz, pract. Arzt zu Wien. Vierte Auflage der Schrift: die Heilkräfte der Lieber'ſchen Ge⸗ ö ſundheitskräuter. Preis 36 kr. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Neujahrsfeſt 1851. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Seeger. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Keitzler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Binder nagel in Friedberg.