eigen N V. dit. . verrichtet: * U ſch. Stadtkirche: f Burgkirche: tel. Burgkirche: are ud Butzbach 1. Woßbr. — drin ⸗ Buß⸗ berg. bah. 12 1 Ferne 8 18 — Intelligenz-Blatt Provinz fuͤr die Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. . S5. Mittwoch den 30. Oktober 1850. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche 5 Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Einrichtung von Induſtrieſchulen in den Gemeinden des Regierungsbezirks Friedberg. Unſerer Verfügung vom 6. Auguſt d. J. ſind bis jetzt nur ſehr wenige von Ihnen nachgekommen. Wir erinnern daher an dieſelbe und ſehen binnen 8 Tagen der Vorlage bei Meidung unangenehmer Verfügung entgegen. Friedberg am 28. November 1850. Ouvrier. Regierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 46 enthält: Verkündigung, die Auflöſung der Stände⸗ Herſammlung betr.(Iſt ſchon in Nro. 80 dieſes Blattes mitgetheilt.) — 2) Verordnung, die Forterhebung der directen und indirecten Steuern für das vierte Quartal des Jahres 1850 betr.— 3) Be— anntmachung, die Errichtung einer Perſonen-Annahmeſtelle zu Hechts— deim betr.— 4) Bekanntmachung, die Nichterhebung eines Theils der Umlagen zweiter Klaſſe der Gemeinde Niederweidbach, im Regie— gungsbezirke Biedenkopf, für 1850 betr.— 5) Bekanntmachung, die Nichterhebung einer Umlage auf die Parzellenbeſitzer in der Gemeinde Zauerbach, im Regierungsbezirke Erbach, für 1849 betr.— 6) Be⸗ banntmachung, die Niederſchlagung eines Theils der Umlage zweiter Rlaſſe der Gemeinde Bannenrod, im Regierungsbezirke Alsfeld, für 1850 betr.— 7) Auf der Großh. Landesuniverſität Gießen wurde die uriſtiſche Doctorwürde am 13. Juli an Johann Julius Braden von Büdesheim; am 27. an Herrmann Momberger von Darmſtadt; am 5. Auguſt an Jacob Eugen Wilhelm Birnbaum von Gießen; am 16. an Paul Braubach von Gießen ertheilt.— 8) Dienſtnach— bichten. Am 31. Auguſt wurde dem Schullehrer Weſp zu Rom— nelhauſen die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Leihgeſtern, Reg-Bez. Bießen, am 1. September dem Profeſſor Dr. v. Ritgen zu Gießen, zeben ſeinem Lehrfache, der Zeichnenunterricht bei der Landesuniverſi— ät. am 6, dem kath. Pfarrer Greve zu Bretzenheim die kath. Pfarr— telle zu Mainfingen, R.-B. Dieburg, übertragen. Am 8. der von vem Orts- und Kirchenvorſtande zu Kleinkrotzenburg, R.-B. Darm⸗ tadt, auf die 1. katholiſche Schullehrerſtelle daſelbſt präſentirte Schullehrer Link zu Biber für dieſe Stelle beſtätigt und dem Schul— ehrer Kempf zu Kleinkrotzenburg die 2. katholiſche Schullehrerſtelle gaſelbſt, ſowie dem Schullehrer Braun zu Kleinkrotzenburg die 2. atholiſche Schullehrerſtelle zu Bieber, und am 10. dem Schullehrer borz zu Wolfskehlen, Regierungs-Bezirk Darmſtadt, die 1. evan⸗ heliſche Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen— und wurde dem Umtsdiener bei der Reg.-Comm. zu Heppenheim, Rothermel, die Stelle eines Amtsdieners bei der Reg.⸗Comm. zu Worms und dem zreisdiener zu Heppenheim, Meiſter, die Stelle eines Amtsdieners bei der Reg.⸗Eomm. zu Heppenheim ertheilt. Am 17. wurde der Revierförſter Stillgebauer vom Revier Hochweiſel zum Revier⸗ förſter vom Revier Mönchhof ernannt.— 9) Am 1. September wurde der Maler Trautſchold zu Gießen von der Stelle eines Lehrers in der Zeichnen- und Malerkunſt an der Landesuniverſität Gießen entlaſſen. Nr. 47 enthält: 1) Verordnung, die politiſchen Vereine betr. Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog ic. Um bei der außer— ordentlichen Lage, worin ſich das Großherzogthum dermalen befindet, dem verderblichen Einfluß, welche politiſche Vereine notoriſch bisher geübt, ein Ziel zu ſetzen und den daraus entſtehenden Gefahren für die öffentliche Ruhe und Ordnung vorzubeugen, haben Wir auf den Grund des Artikels 73 der Verfaſſungsurkunde verordnet und ver— ordnen, wie folgt: Art. 1. Alle in dem Großherzogthume beſtehen— den Privatvereine oder Verbindungen, deren Zweck es iſt, über öffentliche Angelegenheiten zu verhandeln oder auf dieſelben einzu⸗— wirken— politiſche Vereine und Verbindungen— ſind aufgelöſt und die Bildung ſolcher Vereine und Verbindungen iſt verboten. Art. 2. Diejenigen, welche in Zuwiderhandlung gegen den Art. 1 einen politiſchen Privatverein oder eine politiſche Privatverbindung fort ſetzen, oder einen ſolchen Verein oder Verbindung bilden, ſollen, wie im Artikel 172 des Strafgeſetzbuchs beſtimmt iſt, beſtraft werden und war: 1) die Anſtifter oder Vorſtände mit Gefängniß von zehn agen bis zu einem Monat; 2) die übrigen Mitglieder mit Gefäng⸗ niß von drei bis fünfzehn Tagen.— Der letzteren Strafe unter- liegen auch diejenigen, welche ſich in einen durch Art. 1 geſchloſſenen Verein oder in eine ſolche Verbindung aufnehmen laſſen, oder den— ſelben beitreten. Ueberdieß können die Gerichte die Confiscation der Papiere, Literalien und Bücher ſolcher Vereine oder Verbindungen ausſprechen. Art. 3. Allen Angehörigen des Großherzogthums iſt der Beitritt oder die Theilnahme an im Auslande geſtiſteten oder beſtehenden politiſchen Vereinen oder Verbindungen(Art. 1.) unter— ſagt. Wer dieſem Verbote zuwiderhandelt, wird, wie in Art. 183 des Strafgeſetzbuchs beſtimmt iſt, mit Gefängniß von einem bis fünfzehn Tagen, und wer für den verbotenen Beitritt geworben hat, mit Gefängniß von zehn Tagen bis zu einem Monat beſtraft. Art. 4. Sobald ein nicht politiſcher Verein zugleich politiſche Zwecke zu ver⸗ folgen oder in ſeine Verhandlungen zu ziehen beginnt, oder irgend ein Verein als ein politiſcher ausdrücklich von der Obrigkeit ver⸗ boten worden iſt, unterliegt er ebenfalls allen Anordnungen dieſer Verordnung. Art. 5. Gegenwärtige Verordnung ſoll für die Dauer von ſechs Monaten beſtehen und mit dem Tage ihrer Verkündigung im Regierungsblatte in Kraft treten.— Urkundlich ꝛc. Darmſtadt, am 2. Oktober 1850 Ludwig. v. Dalwigk. 2) Erlaubniß zur Annahme fremder Orden. Am 6. Juli haben Se. K. H. der Großherzog dem Major und Flügeladjutanten Grafen von Jſenburg die Annahme des ihm von Sr. Maj. dem König von Bayern verliehenen Ritterkreuzes des Ordens vom h. Michael, am 31. Aug dem Oberſten und Flügeladjutanten Came— ſasca das Tragen des Commandeurkreuzes 2. Klaſſe deſſelben Or— dens zu geſtatten geruht.— 3) Vertheilte Preismedaillen in dem philologiſchen Seminar zu Gießen am Schluſſe des Sommer— ſemeſters 1850 an die Stud. philol. Johann Stauder aus Nieder— olm der 1., Franz Herberg aus Mommenheim der 2, Karl Ahn aus Seligenſtadt der 3. Preis.— 4) Dienſtnachrichten. Am 14. Sept. wurde dem Schulvicar Heilmann zu Untermoſſau, R.-B. Erbach, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen und der auf — 344— die evang. Schullehrerſtelle zu Ziegenberg, R.⸗B. Friedberg präſen⸗ tirte Schulvicar Bindewald für dieſe Stelle beſtätigt. Am 17. wurde Heinrich Weiß zu Gießen zum Gehülfen bei dem botaniſchen Garten der Landesuniverſität ernannt. Am 18. wurde der Hofpre⸗ diger Dr, Palmer dahier zum geiſtlichen Rath und Mitglied des Oberconſiſtoriums ernannt— und wurde dem kathol. Schullehrer Zink zu Herbſtheim die kathol. Schullehrerſtelle zu Kempten, R.⸗B. Mainz, übertragen.— 5) Militär⸗Dienſt nachrichten. Am 17. Juni iſt der Kriegsregiſtrator Gerlach auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt, der Acceſſiſt Heling zum Kriegskanzliſten und der Unteradjutant Baumbach vom 2. Inf.-Reg zum Acceſſiſten bei der Schreibſtube des Kriegsminiſteriums ernannt worden. Am 11. Juli wurde der Lieutenant Kolb im Gr. Artilleriecorps zum Ober⸗ lieutenant ernannt. Am 8. Auguſt iſt dem Lieutenant Peppler im 3. Inf.⸗Reg. der nachgeſuchte Abſchied aus dem Militärdienſte be⸗ willigt worden. Am 1. Sept, wurde der Lieutenant v. Loys im G.⸗R. Chevauxlegers auf ſein Nachſuchen, wegen Kränklichkeit, in den Ruheſtand verſetzt und ihm dabei der Charakter als Oberlieutenant ertheilt. Mit dem Patent vom 29. Sept. wurde der Cadetcorporal van der Hoop vom G.-R. Chevauxlegers zum Lieutenant in dieſem Regiment ernannt.— 6) Geſtorben ſind: am 14. Juli der Oberſt⸗ lieutenant à la suite Frhr. v. Cramer; am 10. Sept. der penſ. Oberſt Keim; am 13. der evang. Pfarrer Eigenbrodt zu Großen— linden. Die Ahnung. Nach einer wahren Begebenheit. Von Fr. Gerſtäcker. (Schluß.) Der Schulmeiſter hob ſchnell den Kopf und ſah den Küſter forſchend an. „. und ſcheute mich hinaufzugehen und ihn zu ſtoören. So lag ich bis nach zehn Uhr; da jetzt das Ge— räuſch aber immer ärger wurde und ich nun auch ziemlich gewiß wußte, Sie wären oben Alle zu Bett, denn an der Linde, die vor meinem Fenſter ſteht, kann ich es deutlich ſehen, wenn oben in der Eckſtube noch Licht iſt, zog ich meine Filzſchuhe und meinen alten Schlafrock an, und ſchlich leiſe die Treppe hinauf.“ „Ihr wart an jenem Abend in meinem Zimmer?“ rief der Paſtor und die Lippen der Frau theilten ſich in Staunen und Ueberraſchung. „Auf der Treppe ſchon klang mir's unheimlich und laut,“ fuhr der Greis, die Frage nicht beachtend, fort, „das ſtürmiſche Brauſen um das Haus wurde hier, in dem umſchloſſenen Raume, zum leiſen Flüſtern und Ziſcheln, und ich öffnete raſch die Thür und ſchritt dem wohlbe⸗ kannten Platze zu, wo der Herr Paſtor immer Abends die Schlüſſel hinlegt, damit ich ſie früh finden kann. Schon hatte ich ſie gefühlt und in die Hand gefaßt, denn ein ſchwacher Mondenſtrahl fiel in dem Augenblicke durch's Zimmer, als ich, das Blut ſtockt mir noch jetzt in den Adern, wenn ich daran denke, ein leiſes Stöhnen vernahm, und den Kopf raſch danach umwendend, eine helle Geſtalt erkannte, die im Begriff ſchien, die Arme nach mir aus⸗ zuſtrecken. Im nächſten Augenblick ſtand ich vor Entſetzen ſtumm und regungslos, als ich jetzt aber wirklich ſah, daß ſich die Erſcheinung regte, als ich das weiße Grabtuch rauſchen hörte, da kann ich nachher nicht einmal mehr ſagen, wie ich aus dem Zimmer kam, nur ſo viel erinnere ich mich noch, ich glitt die Treppe hinunter, ſprang in meine Kammer, die ich hinter mir verſchloß, in's Bett, hüllte mich in die Decke ein und betete heiß und brünſtig zum lieben Herr Gott, daß er alles Unglück von mir und dieſem Hauſe abwenden wolle.“ „Und der Fenſterladen?“ frug der Schulmeiſter und ergriff lächelnd des Paſtors Hand. „Der Wind legte ſich bald nachher,“ meinte der alte Mann,„und das Aechzen hörte auf; wär's aber auch noch ſo ſtuͤrmiſch geweſen, an dem Abende hätten mich nicht zehn Pferde mehr in die Salkriſtei gebracht.“ „Eliſe!“ ſagte der Paſtor, und zog das bleiche zit— ternde Weib leiſe an ſich; ſie*. A, ſchaute noch zweifelnd, zaudernd vor ſich nieder und barg Br lautem Schluchzen den Kopf an ihres Gatten ruſt. „Meine gute Frau Paſtorin,“ bat der alte Mann beſtürzt. „Alterchen,“ rief aber jetzt der Schulmeiſter, und zog den Arm des erſtaunten Küſters in den ſeinen;„Ihr habt heute morgen den geſcheidteſten Streich gemacht, der ſich nur denken läßt, nun kommt aber, meine prächtige Geiſtererſcheinung, hier iſt Euer Dokument, heute Mittag müßt Ihr bei mir eſſen.“ „Aber Herr Schulmeiſter, ich begreife nicht.“ V Iſt auch gar nicht nöthig, Schaͤtzchen, iſt auch gar nicht noͤthig, nur jetzt ein Bischen die alten Knochen ge— ee, ee ich bin ſo fidel, ich könnte, glaube 7 nuet tanzen und mir di i 7 3 r die Melodie ſelber dazu Und ohne dem alten Manne auch nur Zei ſen, noch ein einziges Wort an die Weeds 117 richten, zog er ihn raſch den Gartenweg hinunter und ver— ſchwand mit ihm durch die hintere Thür. Und die Kranke? f Nur wenige Wochen ſind ſeit jenem Morge ſtrichen, in der Pfarre gibt's aber keine Krane 1 des Paſtors wackere Hausfrau wirthſchaftet wieder wenn auch noch etwas bleich und angegriffen, doch mit vollen rüſtigen Kräften im Hauſe herum; auch der Schulmeiſter und Verwalter kommen, wie früher, manchmal Abends herüber und verplaudern ein Stündchen; nur Geiſterge— ſchichten werden nicht mehr erzählt, und der Küſter nin jetzt den Schlüſſel zur Sakriſtei gleich Abends mit in ſeine Stube, damit der alte Mann nicht mehr Morgens die Treppen zu ſteigen braucht, ſie herunter zu holen. Altes Gold. Da am Rheine herum hat man ein Sprüchw das heißt:„Thue dich nicht eher aus, 915 511 ſchlafen geheſt.“ Das Wörtlein hat einen guten Zweck und einen ſchlimmen Grund. Daß es nicht vom Kleider— ausziehen am Abend redet, obwohl es auch da einen ver— nünftigen Sinn hätte, nämlich als Warnung vor einer ſchädlichen Verkältung, das ſpringt ins Auge. Es kommt am Rheine ſo gut wie anderwärts nämlich vor, daß die alten Leute, wenn ſie nicht mehr arbeiten können, Hab' und Gut den Kindern geben unter der Bedingung, daß ſie dieſe nach dem Gebot Gottes, das die Verheißung hat, liebreich hegen und pflegen ſollen bis ans Ende, Das nennen die Leute: Sich ausziehen, und den Tod: Schlafen gehen. Da trifft es ſich denn leider, daß das vierte Ge— bot bald vergeſſen wird. Die Kinder leben herrlich und in Freuden, wie der reiche Mann im Evangelium, und die Eltern haben's wie der Lazarus an deſſen Thüre. So iſt das Spruͤchlein für die Alten ein guter Rath; aber es ſpricht den Kindern ein hartes Urtheil— ſo in der Stille. Wehe denen, die es mit Grund trifft! Einmal war auch ſo ein alter Vater noch im Beſitze ſeiner Güter und ſeine Kinder ſagten: Wie mögt Ihr Euch doch ſo quälen und plagen! Macht's Euch leicht Gebt uns die Laſt ab, wir tragen ſie auf unſern jungen Schultern leicht, und es ſoll Euch gewiß nichts abgehen! Der Alte aber dachte an das Sprüchlein und wollte ſich vor dem Schlafengehen nicht austhun. Ueber ſeinem Fenſter war ein Schwalbenneſt, aus dem ein frecher Spatz die frommen Schwalben vertrieben hatte. Als die Spatzen Jungen hatten, hob der Alte das dliche zit⸗ Augenblick, er Und bar hes Galen alte Mann neiſter, und N en;„Ihr gemacht, der Ne prächtige kute Mittag icht“ i auch gar Knochen ge⸗ unte, glaube ſelder dazu 2 Zeit zu laſ⸗ e Frau zu lex und ver⸗ W, Morgen ver⸗ kranke mehr, dieder, wenn mit vollen, Schulmeiſter mal Abends r Geiſterge⸗ züſter nimmt mit in ſeine korgens die als bis du guten Zweck vom Kleider⸗ da einen ver⸗ g vor einer Es kommt por, daß die innen, Hab' gung, daß deißung daß, Endt. Dab od: Schlaf 16 vierte Gh herrlich und aelium, und Thür. So Noth; abet ſo in der — 0 — 345— Neſt aus, und ſetzte es in einen Käfig und hing dieſen ins offene Fenſter und endlich in ſeine Stube. Mit großer Treue fütterten die alten Spatzen ihre Jungen und kamen durch's Feuſter ohne Scheu in die Stube, um ihnen das nöthige Futter zu bringen. Der Alte und die Kinder hatten ihre Freude daran, aber die Kinder merkten nicht, was der ſchlaue Alte im Schilde führe. Als die jungen Spatzen allein ſich ihr Futter nehmen und ſich atzen konnten, fing er die Alten und ſetzte die in den Käfig und ließ die Jungen in der Stube herum fliegen, indem er ihnen Brod, weichen und harten Käs, Hafer und Gerſte, Kirſchen und Pflaumen in Tellern hinſtellte, woran ſie ſich weidlich luſtig machten. Den alten Spatzen aber gab er nichts. Was macht Ihr denn da? fragten ſeine Kinder. Ich will einmal ſehen, ob die jungen Spatzen den Alten, die ſie ſo treu gepflegt haben, und mußten ihr Futter ängſtlich ſuchen, etwas von ihrem Ueberfluſſe geben, ſagte der Greis. Aber die jungen Spatzen waren luſtig und guter Dinge, aßen, wo ſie Luſt hatten, und die Alten hungerten und ſchrieen und lamentirten um ein Broſämlein, und keins der Jungen dachte daran, ihnen etwas zu bringen. Am andern Tage ſteckte der Greis Brod und Käs in den Draht des Käfigs, worin die alten Spatzen ſaßen, und nahm das Futter den Inngen weg. Da fielen dieſe Da ſagte der Greis zu ſeinen Kindern: Habt Ihr das geſehen? Ueberall kann man was Nützliches lernen, ſelbſt bei den Spatzen, die doch allwege nicht viel taugen. Ich hab' auch da etwas gelernt, nämlich das Sprüchlein: Ziehe dich nicht eher aus, als bis du ſchlafen geheſt, und will mir's fein merken. Er behielt Hab' und Gut bis an ſein Ende und hatte nicht Urſache, es zu bereuen. Die Kinder aber ſagten nun kein Wort mehr. Das iſt eine Spatzenpredigt, aber ſie trifft!(Spinnſtube 1850.) Bitte. Aufgefordert durch einen Artikel in der Didaskalia, worin ein dringender Hülferuf aus Schleswig-Holſtein an alle deutſche Frauen zur Unterſtützung der dortigen Ver— wundeten ergeht, fühlen ſich mehrere Friedbergerinnen ver— anlaßt, ein Scherflein zur Linderung dieſer großen Noth beizutragen und bitten hiermit alle hieſigen Frauen und Jungfrauen ihnen thätige Hülfe zu leiſten, indem ſie ent— weder ſelbſt gefertigte Arbeiten oder auch andere geeignete Gegenſtände beiſteuern, um eine Verlooſung zum Beſten der Schleswig-Holſteiner verwundeten Kämpfer zu Stande zu bringen.— Noch wird die Bitte beigefügt, die zur Ver— looſung beſtimmten Sachen bis längſtens zum 24. Novem⸗ ber d. J. an eine der Unterzeichneten abzuliefern. gierig über das Futter der Alten her und verzehrten's, Buß. Hertwig. Kettinger. Klipſtein ja ſie biſſen die Alten zurück, wenn ſie ſich ſättigen wollten. Sell. Renner. Bekanntmachungen von Be⸗ tiſche, eine Brandkiſte, Bettladen, ein Ge— Orte Stammheim zuſtehende Hofraithe, Flur J. hoͤrden. O N Oeffentliche Ladung. (1670) Auf den Antrag des Curators des nach Amerika ausgewanderten Chriſtoph Stier aus Vilbel werden deſſen ſämmtliche Gläubiger hiermit aufgefordert, ihre Forderungen an den⸗ ſelben ſo gewiß im Termin Mittwoch den 13. November, Vormittags 9 Uhr, dahier geltend zu machen und zum Verſuch eines Arrangements entweder perſönlich in dieſem Termin hier zu erſcheinen oder ſich durch einen gehörig hierzu Bevollmächtigten vertreten zu laſſen, widrigen. falls ſie mit ihren Forderungen bei dem etwa zu Stande kommenden Arrangement unberück⸗ ſichtigt bleiben. Großkarben am 16. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht aer Brod⸗, Oel⸗ und Schuh- Lieferung. (1672) Samſtag den 2. k. Mts., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, wird: a) die Brod⸗ und Oellieferung auf das J. Semeſter k. J., p) die Bundſchuh⸗ und Sohlen- und Fleck⸗ lieferung, auf das Jahr 1851, für die Garniſon dahier, in dem Bureau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Soumiſ⸗ ſionsweg an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben. Dies den Jutereſſenten mit dem Be⸗ merken zur Nachricht, daß die Lieferungsbe⸗ dingungen von heute an in oben gedachtem Bureau eingeſehen werden können. Friedberg den 19. Oktober 1850. In Auftrag: g Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1671) Montag den 4. November d. J. und die folgenden Tage, jedesmal von Vor⸗ mittags 9 Uhr an, ſollen in der Wohnung des Gaſtwirths und Oekonomen Chriſtian Carl zu Okarben, nachfolgende, zu deſſen Concursmaſſe gehörige, größtentheils ſehr gut erhaltene Ge⸗ genſtände, als: Commode, Schränke, Nacht⸗ wehrſchrank mit Glasthüre, mehrere Flinten, Piſtolen ꝛc. ꝛc., ferner Weißzeug, Bettzeug, Glaswerk, Steingut, Kupfer, Meſſing, Zinn, Eiſen, Blech, ein Kronleuchter, mehrere Wirth— ſchaftsgeräthſchaften und ſonſtiger Hausrath, ſo— wie endlich eine Chaiſe und eine vollſtändige noch neue Brandweinbrennerei, beſtehend aus einem Schwarz'ſchen Apparat— 120 Quart- füllung— drei Gährbütten, einem Vormaiſcher, einer Kartoffelmühle(Cylinder), Sitzgefäßen, Maiſchpumpe ꝛc. ꝛc., unter den im Termin be kannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich verſteigert werden. Die Brennerei und die Chaiſe werden Dienſtags Nachmittags zur Verſteigerung kommen. Großkarben am 11. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. 1500 veredelte Aepfelbäumchen, (1689) ſämmtlich zur Verpflanzung auf Baumſtücke tauglich, wollen die Erben des Hrch. Sang 1. dahier, wegen Veräußerung einer Baum— ſchule, Freitag den 1. November, Vormittags 10 Uhr, in verſchiedenen Parthien einer frei— willigen öffentlichen Verſteigerung ausſetzen, wo— zu Steigluſtige einladet Fauer bach II. den 23. Oktober 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter ollen. Edictalla dung. (1702) Ueber das Vermögen des Heinrich Wilhelm Sommerlad zu Okarben iſt der for— melle Concurs erkannt worden. Demzufolge ſind alle Forderungen, Vorzugsrechte und An⸗ ſprüche an die Maſſe, bei Vermeidung ſtillſchwei— gend eintretenden Ausſchluſſes, im Termin Mittwoch den 27. November, Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen. Großkarben am 23. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Verkauf einer Hofraithe. (17109) Die dem Fürſtlichen und Grälflichen Geſammthauſe Yſenburg und Büdingen in dem Nr. 401. 103[◻Klafter haltend, beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stallung, ſowie der daran ſtoßende Garten Flur 1. Nr. 416 im Ge⸗ halte von 75[◻OKlafter ſollen Dienſtag den 17. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, in loco Stammheim unter den alsdann veröffentlicht werdenden Bedingungen an den Meiſtbietenden 55 werden, wozu man Kaufliebhaber ein⸗ adet. Büdingen den 21. Oktober 1850. Fürſtlich Aſenburg- und Büdingiſche Rentkammer Kim gelhöffer. Holzlieferung. (1700 Montag den 11. k. Mts., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 350 Stecken Buchenſcheitholz für die Garniſon dahier, in dem Bureau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Soumiſſtonsweg an die Wenlgſtneh⸗ menden vergeben werden. Dies den Intereſſen⸗ ten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in obenge⸗ dachtem Bureau eingeſehen werden können. Friedberg den 28. October 1850. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Holz⸗Verſteigerung. (1705) Freitag den 1. November d. J., Vormittags 9 Uhr, ſollen im Rodheimer Ge⸗ meindewald, Diſtrikt Vorderwald: 1 Stecken eichen Scheitholz, „ nadel„ 2„ Prügelholz, A eichen Stockholz, 8 nadel 5 630 Stück eichen und Nadelholz-Wellen und 180 Cubikfuß Nadelholz-Stangen; ſodann im Diſtrikt Grauenberg: 124 Stecken buchen Stockholz, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt im Vorderwald am Steinbruch. Bemerkt wird, daß gegen vor— ſchriftsmäßige Bürgſcheine eine Zahlungsfriſt bis zum 30. Dezember d. J geſtattet wird. Rodheim den 26. Oktober 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. ———— Bekanntmachung. 06) Das der hieſigen Gemeinde gehö⸗ Aar e ſoll Montag den 4. Novem⸗ ber d. J., Vormittags 10 Uhr, auf hieſiger Bürgermeiſterei an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. 15 Niedermörlen am 26. Oktober 1850. Der Großh. el. Bürgermeiſter e y. ae e 5 107) Die Anfertigung eines neuen Wagen 8 hieſtgen Feuerſpritze ſoll Montag den 4. November d. J., Vormittags 10 Uhr, auf dem Büreau des Unterzeichneten wenigſtnehmend in Ac⸗ cord gegeben werden. Dieſelbe iſt veranſchlagt: 1) Wagnerarbeit 40 fl. 2) Schmiedearbeit 151 3) Sattlerarbeit 10* 4) Spenglerarbeit 87 Niedermörlen am 7 5 1850. e y. Fruchtverſteigerung. (1708) Montag den 25. d. M., Morgens N Uhr, ſoll auf dem Rathhauſe dahier das erſte Drittel der herzoglichen Domanialfrüchte, nam⸗ lich eirca: 69 Malter Korn, 40„ Gerſte, 32„, Hafer, alt Friedberger Maßes, öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 24. Oktober 1850. Herzogl. Naſſ. Receptur v. Preuſchen. S ⏑ιννο Y Privat ⸗ Bekanntmachungen. Gen (1709) Eine Schenkamme wird geſucht. Wos? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Den N eme (1691) unterzeichneter macht einem hieſigen und benachbarten Publicum hierdurch die er⸗ gebene Anzeige, daß nächſten Marktag, den 30. d. Mts., gut beſetzte Tanzmufik bei ihm anzu⸗ treffen iſt. Friedberg den 23. Oktober 1850. G. Gerlach. Verſteigerung. (17100) Unterzeichneter will Montag den 4. November d. J., Vormittags 10 Uhr, nachbe— zeichnete Gegenſtände gegen gleich baare Zah⸗ lung einer öffentlichen Verſteigerung ausſetzen: 1) zwei Pferde von 6— 8 Jahren, 2) zwei Kühe, 3) zwei Mutterſchweine mit 13 Stück Ferkeln, 4) fünf Schweine, zum Mäſten geeignet, 5) 1717 zwelſpännige Wagen mit eiſernen chſen, 6) einen einſpännigen leichten Wagen, blos vom Wagner fertig, mit vollſtändigem Zugehör, 7) einen ſehr gut erbaltenen Fahrſattel und ſonſtiges Pferdegeſchirr, 8) ſonſtige Geräthſchaften. Wiſſelsheim den 27. October 1850. Georg Huber, Müller. Verſteigerung. (17110 Montag den 4. November, Mittags 2 Uhr, ſollen auf dem Löwenthal bei Wiſſels— heim 2 Schweine, ein Kochofen, mehrere Schränke, Bettladen und andere Möbel, ver⸗ ſchiedene Küchengeräthſchaften ꝛc. ꝛc., ſowie 400 Stück Bohnenſtangen gegen gleich baare Zah— lung öffentlich verſteigert werden. Hammelfleiſch, (1712) das Pfund zu 6 kr., verkaufen Friedberg. Johannes Kreuter, auf dem Marktplatz und Ludwig Kreuter, dem Trapp'ſchen Gaſthof gegenüber. — 346— See GG Ce- Ce CeCe. Ce- Ce.& Ce Ce- Ee. Ce Cee. Ce. Ce- Ee Ce. Se.& Ce. Ge- Gegen G § Hautausſchläge, Sommerſproſſen, Finnen, gichtiſche und rheumatiſche Affeetionen, Flechten, ſowie gegen ſpröde, trockene D 7 8 und gelbe Haut 5 90 9 8 7 8 AROM- ME DIC: KRAUITER- SEIFE 0 0 0 5 0 0 0 . 5 (1583) eignet ſich als ein anerkannt vorzügliches äußerliches Hautheilmittel Dr. Borchardt's aromatiſch-mediciniſche Kraͤuter⸗Seife, die für Friedberg und Umgegend nur bei P. F. 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(1718) Der Unterzeichnete macht hiermit bei herannahender Setzzeit einem geehrten Publicum die ergebenſte Anzeige, daß bei ihm alle Sor— ten von Obſtbäumen, ſowohl hohe als auch Pyramiden, Zwergſtämme, ebenſo auch alle Sorten von Alleebäumen zu haben find, welche noch den beſonderen Vortheil haben, da ſolche aus Norddeutſchland bezogen werden, um ſo üppiger bei uns wachſen werden; auch über⸗ nehme ich das Setzen von Bäumen, ſowie auch neu zu errichtende Anlagen, wozu ich ganz beſonders ſchöne engliſche Geſträucher und Zier⸗ bäume empfehlen kann und mache daher die Herren Bürgermeiſter und Liebhaber beſonders aufmerkſam darauf. Nähere Auskunft gegen portofreie Anfrage. Gießen den 26. October 1850. Georg Klees, Kunſt⸗ und Handelsgärtner. Anzeige. (1719) Zu Ilbenſtadt in den Gräflichen Gärten werden vom laufenden Monat bis Ende März 1851 nachſtehende Bäume, als: Aepfel⸗ und Birnſtämme in guten Sorten, Pflaumenſtämme in verſchiedenen Gattungen, Aepfelpflanzen, für in Baumſchulen und Zwetſchen⸗, Acacien⸗ und Roßkaſtanienſtämme, ſämmtlich zu billigen Preiſen abgegeben. Briefe erbittet ſich frei Eichhorn, Gärtner. Zum Tanzunterricht (1720) habe ich die Ehre anzuzeigen, daß der Curſus bereits ſeinen Anfang genommen. Da der Preis für einen Monat ſehr billig ge⸗ ſtellk iſt, ſo hoffe ich auf deſto mehr Theilneh⸗ mer. Diejenigen, die noch geneigt wären ein⸗ zutreten, bitte ich ſich baldigſt zu melden im Hauſe des Herrn Gerlach von 7 bis 9 Uhr. Auguſt Schultz e, Lehrer der höheren Tanzkunſt. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — des un! 9 ig der