igen — 7. Jan. verrichtet: 0. tadtkirche: * tadtkirche: a * urgkirche: Iſch . Nuraß Burgfirche: av e nd Butzbach Februar. —— — 2 2 — N Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Negierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. l 9. Mittwoch den 30. Januar 1850. Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1850, ebenſo wie im Jahre 1849, wöchentlich zweimal (Mittwochs und Samſtags) ausgegeben.— Das„Intelligenz⸗Blatt“ wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats- und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr.— Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr. Semeſter 46 kr. Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr. für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.— Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.— Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche f Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſaͤre des Regierungsbezirks. Betreffend: Die Landgeſtüts⸗Anſtalt— insbeſondere die Bedeckung der Stuten durch Landgeſtütsbeſchäler füe 1850. Sie haben binnen 8 Tagen den muthmaßlichen Be— darf an Bedeckſcheinen und Verzeichniſſen für laufendes Jahr berichtlich anzuzeigen. Friedberg den 24. Januar 1850. Wee Warnung. Es cirkuliren neuerdings falſche Preuß. Einthaler— Scheine vom 2. Januar 1835, welche ſehr täuſchend nach— gemacht und von den ächten nur dadurch zu unterſcheiden ſind, daß das Papier von hellerer Farbe, die Strafandrohung auf der einen Seite, in der unteren Randverzierung, nicht ſo deutlich, die auf derſelben Seite unter dem Worte: „Courant“ ſtehende Schrift:„vollgültig in allen Zah— lungen, ſenkrecht und nicht, wie bei den ächten, mit rückwärts gelegten Buchſtaben gedruckt iſt, und die beiden Adler rechts in der oberen unteren Ecke derſelben Seite, den Zepter ſtatt in der rechten in der linken Kralle tragen. Es wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Friedberg den 25. Januar 1850. Gr. Heſſ. Regierungs-Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvr ien Die Admiral Schenke. Eine Marineſkizze. War an einem Sonntage zu den geſegneten Zeiten Michael Adrianſon de Ruiter's, als ſich eine laute Be— wegung in der Stadt und auf den Werften von Helvoetſluis kundgab. Boot auf Boot ſteuerte der Mündung der Maas zu und die drinnen waren, ſchauten mit großer Spannung auf die offene See hinaus, als ob ſie nicht früh genug erſpähen konnten, was ihnen verkündigt worden. Am Strande aber drängten ſich Gruppen an Gruppen und war des Jubelns und Jauchzens kein Ende. Hart am Ufer ſtand ein Fiſcher mit bloßem Kopfe und glühendem Geſichte, der ſchwenkte die mit Genever und Waſſer gefüllte Kanne und ſagte:„Habt nur Ge— duld, Kerle, ſo werdet Ihr ſehen, daß ſich alles wahr macht, was ich Euch geſagt habe.“ Von mehreren Seiten ließ ſich ein ungläubiges Ge— murmel hören, während ein Paar neu Hinzugetretene ſag— ten:„Was habt Ihr denn geſagt? Laßt's uns auch hören.“ „Sollt's hören, Nachbarn,“ ſagte ein Bürgersmann. „Der Fiſcher da will geſehen haben, daß Minheer Adrianſon de Ruiter ſich mit drei Engländern auf Doggersbank her— umgeſchlagen hat.“ b „Mit drei Engländern? Das iſt wunderſam.“ „Was gibt's da zu verwundern? Er iſt ein Blixums— kerl, der ſich nicht bloß geſchlagen, ſondern ihnen auch ge— wiß Eins angehängt hat. Gelt?“ „Ja! er hat, wie es heißt, einen von ihnen in den Grund gebohrt und die beiden andern zu guten Priſen gemacht.“ „Oho! Drei auf einmal? Das iſt mehr, als ein ehrlicher Mann glauben darf.“ „Willſt mich zum Lügner machen?“ rief erbost der Fiſcher dem Letztern zu.„Kannſt es nicht glauben? Da ſieht man, daß Du eine verdammte Landratte biſt, die nichts davon weiß, wie es auf offener See zugeht. Du biſt ein ausländiſcher Hund, ein deutſcher Muff, oder ſo etwas dergleichen; denn hätteſt Du nur einen Tropfen niederländiſch Blut in Deinen Adern, das Wort wäre nimmer über Deine Lippen gekommen.“ „Seid nicht böſe, Meiſter Schellfiſch. Es war nicht ſo ſchlimm gemeint. Alſo eine Priſe ſagtet Ihr?“ „Zwei Priſen, ſagte ich, ſind es, und den dritten hat der Teufel geholt.“ „Erzählt es uns noch einmal, guter Mann!“ rief ein Anderer, der jeden Streit hindern wollte.„Wär' es auch nur, um den dicken Faßbinder da zu überzeugen, der ein ungläubiger Thomas und noch dickfelliger iſt, als ſein Namensvetter in der Bibel. Ihr braucht Euch nicht ſo anzuſtrengen mit dem Maulwerk, denn jeder brave Nie— derländer iſt ſtumm und ſperrt die Ohren weit auf, wenn vom Michael de Ruiter die Rede iſt. Erzählt alſo! Er— zählt! Ja! Erzählt, Gevatter Seezunge!“ „Erzählt, und Ihr ſollt Genever vollauf zum Schwim⸗ men haben den ganzen Tag.“ „Seid doch nur ſtille, damit er zu Worte kommen kann. Geſtern Abend alſo... 2“, „Nicht geſtern Abend, Hans Keſſelſchmied, ſondern geſtern früh, als kaum der Tag dämmerte und ich draußen vor meinen Netzen trieb, war ich am Steuer eingenickt, als es mir plötzlich vor den Ohren ſummete, ich weiß nicht wie, und ich jach auffuhr.“ „Was giebt's, Pieter?“ rief ich meinem Maaten zu, der auf der Vorderpflicht ſtand und die Hand über die Augen hielt, damit das Licht ihn nicht blende. „Na, Gott ſtärke Euer Trommelfell!“ lachte er laut auf.„Dauert nun ſchon drei Stunden, das Kanoniren, und Ihr ſchlaft feſter als eine todte Ratte.“ „Was für'n Kanoniren?“ fragte ich. „Was weiß ich!“ rief der Pieter.„Kommt von Doggersbank herüber. Wird am Ende wohl der de Ruiter ſein, der hier herum kreuzt und mit'n Engländern zuſam— men gerathen iſt. Kommt uns immer näher der Lärmen und iſt nur Schade, daß man vor dem Nebel nichts ſehen kann. Darum thäten wir gut, unſere Netze bei Zeiten in Sicherheit zu bringen.“ „Das wollen wir!“ ſagte ich, mir den Schlaf vol— lends abſtreifend, und nun zogen wir die Netze ein und warfen die gefangenen Fiſche in aller Eile durcheinander in eine und dieſelbe Bune. Und kaum hatten wir den letzten Zipfel des Netzes binnen Bords, da friſchte der Wind auf, der Nebel verzog ſich und wir ſahen die ganze Geſchichte vor uns. Vier Schiffe wiegten ſich auf der Salzfluth. Das eine trieb abwärts allein; es mußte ſei— nen Theil ſchon früher bekommen haben, denn es war im Sinken begriffen und die Mannſchaften enterten in die Böte, die aber auch gottesjämmerlich zugerichtet waren, denn man konnte ſie kaum über Waſſer erhalten. Zwei andere ſchwere Kanonenſchiffe hatten einen Dritten zwiſchen ſich und ſetzten ihm tüchtig zu mit Kanoniren, als wollten ſie ihn zwingen, ſeine Flagge zu ſtreichen. Aber dieſer Dritte hatte am großen Topp unſere geſegnete Staaten— Flagge und hielt aus wie ein braver Holländer. Ich und mein Maat ließen Alles ſtehen und liegen, aber wir gaben genau Acht und wenn ſich der Pulverdampf auf Augen— blicke verzog, ſahen wir ſtets deutlicher, wie es mit den Schiffen ſtand, denn die Strömung brachte uns einander immer näher. Und bald waren wir ſo nahe, daß ſie uns vom Verdecke aus mit ihren Flinten hätten treffen können. 34— Eine Zeitlang hatte der Wind geſchwiegen; es ſchien als wenn der Lärm ihn zurückgedrängt hätte. Aber nun kam er mit erneuerter Kraft zurück; er jagte den Dampf in dichten Ballen an uns vorüber, wie die Engländer die Flagge ſtrichen, wie unſere Leute beide Schiffe zugleich enterten und wie ein Lärmen entſtand auf allen drei Verdecken, daß man glauben mußte, es werde Keiner von Allen übrig bleiben und ſich alleſammt mit den Fäuſten würgen.“ „Schiffer!“ rief mein Pieter,„da geht's bunt über Eck. Das müſſen wir uns näher beſehen. „Ja, ſagte ich, das wollen wir, Maat.“ „Und ehe wir es uns verſahen, waren die Priſen— ſchiffe mit den Leuten des Holländers beſetzt, der nun zwiſchen ihnen heraus auf freies Waſſer ſegelte, worauf wir ſogleich an ſeinen Backbord heran gierten. Als wir nun das Staatenſchiff anſahen, wie es ſo donnermäßig zugerichtet war, daß es uns faßt erbarmte, ſprang ein Mann auf die Galerie, der glühte über und über und dieſer Mann war unſer Michael de Ruiter. Er winkte mit dem Hut und rief uns zu:„Hollah, Ihr da im Tjalkboot! Wenn ich nicht irre, ſind wir Landsleute mit— ſammen?⸗ „Das ſind wir, Gott helfe uns und ſegne Euch, Mynheer Michael Adrianſon,“ ſagte ich. „Wenn das iſt,“ ſprach er raſch weiter,»ſo ſtützt Euere Breitfock aus, ſegelt mit dieſem Briefe zu Lande und beſtellt uns Quartier.“ „Das wollen wir, Herr Admiral, und wollen Alles ausrichten, was Ihr ſonſt noch zu beſtellen habt!“ rief mein Maat Pieter zu Deck. „Habt Ihr nicht Augen im Kopf?“ hieß es nun. „Ihr habt geſehen, was wir für Arbeit gemacht und daß wir Noth haben werden, binnen zu kommen. Grüßt die Einwohner von Helvoetſluis und ich laſſe ihnen ſagen, die Maas ſei rein.“ Die umſtehenden Bürger gafften den Fiſcher mit offnen Mäulern an und ſchlugen die Hände zuſammen. Jener aber merkte, daß er tüchtig Oberwaſſer bekommen, darum machte er ſich noch ein Mal ſo lang und die leere Kanne ſchwingend, rief er aus:„Habt Ihr's Alle gehört? Das hat der Herr Admiral zu mir und meinem Maaten geſagt und da ſind wir nicht faul geweſen, haben die Breitfock und das Stagſegel ausgeſtützt und das alte Tjalkboot iſt gelaufen, daß das Spritzwaſſer ohne Aufhören über den Bug hinſchlug, und als wir noch nicht verſtanden werden konnten wegen der großen Entfernung, ſchrieen wir doch ſchon zu Lande: Der Michael de Ruiter kommt binnen und hat ein Paar ſchmucke Priſen im Schlepptau.“ „Habt in alle Wege Euere Schuldigkeit gethan, Landsmann, und könnt Euere Kanne in Ruhe trinken!“ entgegnete ein ſtattlicher Bürgersmann, der unlängſt zur Gruppe getreten war.„Habt Euere Stimme laut er— ſchallen laſſen und ſie iſt gehört worden, das könnt Ihr ſehen rings umher zu Waſſer und zu Lande.“ „Wahrhaftig! Kopf an Kopf wohin ſich das Auge wendet! Ich glaube, die ganze Stadt iſt draußen.“ „Aber, was ſoll denn das bedeuten? Da drüben drängen ſie ſich Alle nach einer Stelle zu.“ „Hollah! Hollah! Am Ende ſind ſie ſchon im Anzuge und wir haben's verplandert!“ „Ja, wahrhaftig, hört Ihr die Muſik von drü her? Sie ſind's! Sie nds l“ g N 5 „Hei! da fällt auch ein Schuß. Der kommt vom Wall herunter.“ „Das iſt das Landungs-Signal! Vorwärts!“ dichte liege Bbte Kam Muh Del hiel in de eigen armlt aber räum ferne Wirt er i hatt. einen beſud zehre ſeine ohne war. gelei lag, kaun der ein mit „. Abm. aus mag in d werd uber und Er winkte Ir da im sleute mit⸗ kane F. egne Euch, ſo ſtüͤtzt zu Lande ollen Alles abt! rief es nun. t und daß Grüßt dit ſagen, bie ſcher mit zuſammen. gen, darum tte Kanne ten über verſtanden „ſchrieen ler kommt Alepptau.“ 1 gethal, : tinlen! 4 aſt 1 laut er- tönt Ihr das Auge da drüben m Auge tellb en krülben von „ N. „Vorwärts! Vorwaͤrts!“ Und fort ſtürmte die Menge dem Ufer zu, wo in dichten Schaaren die Bevölkerung der Stadt und der nahe— liegenden Orte ſich zuſammendrängte, wahrend Böte über Böte mit zahlreichen Mannſchaften beſetzt den aus dem Kampfe Heimkehrenden entgegeneilten, um den von tauſend Mühſeligkeiten Erſchöpften Hülfe und Beiſtand zu bringen. Der Jubel wuchs von Minute zu Minute und von einem viel tauſendſtimmigen Hurrah begleitet ſanken die Anker in den Grund. Dort, wo man, jenſeits der Hafenwerke, in die eigentliche Stadt tritt, ſtand ein niedriges Haus von ärmlichem Anſehen. Das war eigentlich eine Schenke, aber es fehlten ihr die Gaͤſte, denn es ſtanden viel ge— räumige und beſſer eingerichtete Schenkhäuſer näher und ferner. Darum kehrte hier auch Niemand ein und der Wirth, ein alter Seemann mit zerſchoſſenem Bein, das er im Kampf mit dem Feinde dem Vaterlande geopfert hatte, wollte ſchier verzweifeln, denn er beſaß nichts, als einen magern Gnadengulden und die Schenke, die keiner beſuchte, außer ein Unglücksvogel wie er, der nichts ver— zehren konnte. Geſchah oft, daß der Stelzfuß des Morgens ſeine Hausthür öffnete und ſie des Abends wieder ſchloß, ohne daß ein fremder Fuß über die Schwelle gegangen war. Als nun der Zug, der den Admiral in die Stadt geleitete, die Gaſſe betrat, wo die vereinſamte Schwelle lag, öffnete ſich die Thür, und ein ſchönes Mägdelein von kaum ſiebzehn Jahren trat heraus mit einem Teller in der Hand; darauf ſtand ein Glas Wein und daneben lag ein Brödchen. Sie trat dem heranſchreitenden Admiral mit einem ſittigen Gruß entgegen und ſagte erröthend: „Wollt einer Tochter der Stadt nicht gram ſein, Herr Admiral, daß ſie Euch in den Weg tritt. Ich biete Euch aus gutem Willen einen Trunk dar, der Euch erquicken mag nach Eurem ſchweren Werke. Und möge jeder Tropfen in dieſem Glaſe für Euch zu einem Jahre des Heiles werden.“(Fortſetzung folgt). Mittel gegen die Waſſerſcheu. Auf dem Gute Bzy in Böhmen war ein Mann Namens Schweida, der den von wüthenden Hunden ge— biſſenen Leuten durch Verabreichung von Kräuterpulver und Bädern aus denſelben Kräutern vielfältig half. Se. Durch— laucht Fürſt Joſeph zu Schwarzenberg loͤßte dieſem Manne ſein Geheimniß ab. Es wurde ihm dafür auf obrigkeit— lichem Grund ein Haus aufgebaut und mehrere Grundſtücke zu Eigenthum übergeben, jedoch mit dem Bedingniſſe, daß, ſo lange dieſer Mann lebt, ſein Mittel als ein Geheimniß verwahrt werden ſoll. Während langer Jahre wurde dieſes Mittel zu Frauenberg durch den fuͤrſtl. Oberjaͤger Babutzky unter dem Titel:„Babutzky'ſches Wuthpulver“ verabreicht; es wurden große Sendungen nach England, Polen und 35— nach Deutſchland gemacht, von woher ſich noch in den letz— teren Jahren Anfragen um dieſes Pulver bei dem Unter— zeichneten wiederholten. Das Pulver wurde hier vielfach angewendet, und es war noch kein Fall, daß Leute, von wüthenden Hunden gebiſſen, nach Gebrauch dieſes Mittels, der Hundswuth oder Waſſerſcheu unterlegen wären. In einer Reitjägers Familie biß ein wüthender Hund des Ad— junkten dieſen, alſo ſeinen Herrn ſelbſt, ferner die Haus— frau, mehrere Kinder und Dienſtboten. Dieſe Armen durch— lebten ſchreckliche Tage der Furcht; allein es wurde nur dieſes Mittel angewendet und Bäder von den Kräutern gemacht, und keines der Hausgenoſſen, nachdem bereits 35 Jahre verfloſſen ſind, unterlag dieſem Uebel. Da mit dem nunmehrigen Ableben des Eingangs genannten Mannes die Urſache eines Geheimniſſes wegfiel, ſo haben Se. Durch— laucht Fürſt Adolf zu Schwarzenberg dem Unterzeichneten aufgetragen, dieſes Mittel gegen die Waſſerſcheu zu ver— offentlichen. Es beſteht in Folgendem: Poley(mentha polaai, d. h. Poloy, puleglum vul- gare Mill.; mentha pulegium I..) /. Pfund, Satorey(Saturea hortensis, d. h. Bohnenkraut, satu— reja hortensis L.)/ Pfund, Pyramidenpappelblätter(populus dilatata Willd.) 4 Loth, ſind zu Pulver zu ſtoßen, zu vermengen, in einer gut ver— ſchloſſenen Glasflaſche zu verwahren und vor dem Gebrauche mit gutem Provenceröl nur inſoweit zu vermengen, daß es feucht anzufühlen iſt. Gebrauch. Von dieſem Pulver ſind täglich fruͤh 3 Meſſerſpitzen voll dem Menſchen in einem Seidel(= 0,31 preußiſche Quart, oder beinahe 1 Großherzogl. Heſſiſchen Schoppen) warmen Bier, dem Hunde in einem halben Seidel warmer Milch, dem Pferde auf einem Stückchen Brod, und den übrigen Hausthieren im Trinkwaſſer zu geben. Nach dem Einnehmen darf während einiger Stunden keine Nahrung gegeben werden. Bäder konnen aus denſelben Kräutern gemacht werden, wobei dieſe Kräuter blos umgeſtoßen, ab— gebrüht(alſo nicht wie bei minneren Gebrauche mit etwas Provenceröl angerührt) und ſodann in ein laues Bad ge— ſchuͤttet werden. Da meine Fachgenoſſen als Jäger häufig Hunde im Hauſe haben, ſo glaube ich nicht den Zweck verfehlt zu haben, dieſes Mittel zu veröffentlichen. Frauenberg in Böhmen. Johann Heyrowsky, Forſtmeiſter“). ) Dieſes, von einem perſönlichen Freunde des Herrn H. eingeſandt, halten wir uns um ſo mehr verpflichtet, der Oeffentlichkeit zu übergeben, als ſich dieſer Tage ganz in unſerer Nähe die Tollwuth bei Hunden gezeigt haben ſoll. D. R. „würde, haben die Gläubiger ihre Erklärung über 10 Stecken linden Scheitholz, Bekanntmachungen von Be⸗ Faſſung geeigneter weiterer Beſchlüſſe in obigem 28„ buchen Prügelholz, hoͤrden. Termine abzugeben, mit dem Anfügen, daß die 58„ eichen 1 W Ausbleibenden den von der Mehrzahl der er- 9„linden ſcheinenden Gläubiger gefaßt werdenden Be— 381„ buchen Stockholz, iffor dern g. (82) Forderungen und Anſprüche jeder Art an den Nachlaß des am 2. Juni v. J. zu Bonames verſtorbenen Bäckers Balthaſar Zach von Niedereſchbach, ſind um ſo gewiſſer Dienſtag den 26. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſie ſonſt bei Vertheilung dieſes Nachlaſſes nicht be— rückſichtigt werden würden. Zuglelch und für den Fall, daß ſich, wie wahrſcheinlich, eine Ueberſchuldung herausſtellen ſchlüſſen als ſtillſchweigend beigetreten, erachtet werden ſollen. Groskarben den 9. Januar 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Holz ⸗-Verſteigerung. (89) Mittwoch den 6. Februar, von Morgens 9 Uhr an, ſollen im Licher Stadtwald am Steinbruch: 55 Stecken buchen Scheltholz, 87„elchen„ 123½„eichen„ 9„ linden„ 248„ buchen Reiſer, 274„elchen„und 42„linden 1 öffentlich meiſtbletend verſteigert werden. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Credit bis Michaeli gegeben. Lich den 21. Januar 1850. Der Groß. Heſſ. Bürgermeiſter Dieterich. Verſteigerung. (95) Dienſtag den 5. Februar, Morgens um 5 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 8 Mor⸗ gen, 1 Viertel und 32 Ruthen in der Bauern⸗ heimer Gemarkung liegende, dem vereinigten Armenfond dahier gehörende, Petritag dieſes Jahres leihfällige Gelände, auf 12 Jahren meiſt⸗ bietend verpachtet. Friedberg am 24. Januar 1850. i Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (96) Dienſtag den 5. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, wird in dem Hofraum des Bürgers und Wirths Konrad Reuß II. dahier ein fetter Faſelochs meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 28. Januar 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bend ek. Immobiliar-Verſteigerung (97) Donnerſtag den 31, d. M., Vormittags um 10 Uhr, läßt Frau Heinrich Wilhelm Mül⸗ lers Wittwe dahier ihr an der Uſa dahier ge⸗ legenes Gerbhaus ſammt dazu gehöriges Gärt⸗ chen öffentlich freiwillig auf dem hieſigen Rath⸗ hauſe an den Meiſtbielenden verſteigern. Friedberg den 28. Januar 1850. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (98) Donnerſtag den 14. Februar l. J. Vor⸗ mittags 11 Uhr werden auf hieſigem Bahnhofe 1) Zimmerarbeiten, veranſchl. zu 9233 fl. 18 kr. 2) Schloſſerarbeiten,„„ 1000„—„ zur Herſtellung der Lehrgerüſte bei Erbauung des Viaduktes über das Roſenthal an die Wenigſt⸗ bietenden öffentlich in Akkord gegeben werden. Friedberg am 25. Januar 1850. Der Großh. Heſſ. Sections Ingenieur der Section Friedberg. Hochgeſand. Holz-Verſteigerung. (99) Freitag den 1. Februar l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll im Jungfernwald bei Ilbenſtadt folgendes Gehölz öffentlich an den Meiſtbietenden, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, ver⸗ kauft werden: 25 Stecken buchen Scheitholz, 2 5 1 eichen 1 44„ buchen Prügelholz, 4* erlen 1 7 buchen Stockholz, 4„ fichten„ 2813 Stück buchen Wellen, 150„ eichen„ 100„ erlen„ 375„ kiefern 5 100„ Mfichten* 6 Stück runde buchen Hackklötze von 6 Fuß Länge mit 37 bis 44 Zoll Durchmeſſer. 2 eichen Bauſtämme, 21 und 34 Fuß lang, mit 19 und 23 Zoll Durch⸗ meſſer. 5 Erlenſtämme von 39 bis 56 Fuß Länge mit 6, 7 und 8 Zoll Durch⸗ meſſer. Schloß Ilbenſtadt den 26. Januar 1850. Gräflich von Leiningen Weſterburgiſche Rentey e e ee e a ιτε οεον . Privat-Bekanntmachungen. Verein für die Wahlen nach Erfurt. (100) Wie faſt in allen Orten unſeres Großherzogthums, hat ſich auch hier vor Kurzem ein Verein gebildet, um durch gemeinſames Wirken die Wahlen zum Reichstage nach Erfurt kräftigſt zu fördern; und es haben ſich bei deſſen Conſtituirung die Bewohner Friedbergs in erfreulicher Weiſe zahlreich betheiligt. Um jedoch vielfach bisher geſchehenen Anfragen zu begegnen und denjenigen unſerer Geſinnungsgenoſſen, welchen ſich bei der kurzen Friſt, die der Gründung des Vereins voranging, noch keine Gelegenheit zur Betheiligung geboten war, eine ſolche zu bieten, benachrichtigen wir die⸗ ſelben hierdurch, daß wir die Herren Ph. Preußer und W. Simon zur Entgegennahme von An⸗ meldungen beſtimmt haben, und ſehen bei dem regen Sinne unſerer Einwohner für Förderung der Wohlfahrt unſeres Vaterlandes noch fernerer zahlreicher Theilnahme um ſo mehr entgegen, als wir überzeugt ſein zu dürfen glauben, daß Friedbergs Bürger nie zurückbleiben, wo es der Unterſtützung der guten Sache durch einmüthiges Zuſammenwirken gilt. Der Ausſchuß des Meichswahlvereins. Ein Geldbeutel, (101) obngefähr drei Gulden enthaltend, iſt am 28. d. M. auf der breiten Straße verloren worden. Der Finder wolle ihn gefälligſt an die Expedition dieſes Blattes abgeben. Verſtei gerung. (102) Montag den 4. Februar, Nachmittags 2 Uhr, wird in der Wohnung des Seilermei⸗ ſters Stadelmann der Nachlaß des verlebten Spenglermeiſters E. Ockel dahier, beſtehend in lackirten und Weißblechwaaren, einem großen Glasſchrank, einer neuen Drehbank und ſonſti⸗ gen Gegenſtänden öffentlich, gegen gleich baare Zablung, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 28. Jae 1850. Ocke l 1. Geſuch. (103) Ein gewandter Bäckerburſch, welcher über ſeine Solidität gute Zeugniſſe vorzulegen vermag, wird als Schießer geſucht. Friedberg. Martin Philippi. Caſinoball. (100 Dienſtag den 12. Februar findet der zweite Caſinoball ſtatt. Eröffnung 7 Uhr. Die Vorſteher. Literariſche Anzeigen. (105) So eben iſt erſchienen: H. v. Gerſtenberg, die Wunder der Sympathie und des Magnetismus oder die enthüllten Zauberkräfte und Geheimniſſe der Natur, enthaltend 700 vielfach bewährte ſympathetiſche und magnetiſche Mittel, durch welche nicht nur ſehr viele Krankheiten, Wun⸗ den und ſonſtige leibliche Uebel ſchnell, wohlfeil und ſicher geheilt werden kön⸗ nen, ſondern die auch der Hauswirth⸗ ſchaft, Viehzucht, dem Acker⸗,„Wieſen⸗, Obſt⸗ und Gartenbau, dem Forſt⸗, Jagd⸗ und Fiſchereiweſen ungewöhn⸗ liche Vortheile erſchließen. Zweiter unveränderter e Duodez. geh. 36 kr. Daß ſolche Mittel doch mehr als bloßer Aberglaube ſind, daß ſie in Millionen Fällen alle anderen an Wirkſamkeit und Zuverläſſig⸗ keit übertreffen, daß ſie gegen gewiſſe Uebel ſelbſt von den größten Aerzten verordnet worden ſind, iſt zu factiſch, als daß nicht eine vollſtändige Zuſammenſtellung derſelben verdienſtlich ſein ſollte; denn warum wird es nie trügen, daß ein geſchälter Boſterapfel, gegen die Blüthe ge⸗ ſchabt laxirend,— gegen den Stiel dagegen verſtopfend wirkt,— daß die grüne Rinde des Hollunders aufwärts geſchabt ein vorzügliches Brechmittel abgibt, abwärts dagegen purgirend wirkt, daß der rothe Beifuß auf gewiſſe Weiſe abgeſchnitten, die Menſtruation befördert, in anderer Richtung ſie ſtillt, daß eine am Frohn⸗ leichnamstage ausgeriſſene Kornblumenwurzel alles Bluten ſofort ſtillt, ſobald ſie in der Hand erwärmt iſt?— alles Thatſachen, die kein grübelnder Rationalismus umſtoßen kann. „Von dieſem Büchlein, das alles Hierherge⸗ hörige vollſtändig enthält und keiner weitern dürftig ausgeſponnenen Forſetzung bedarf, hat kürzlich— das demſelben zugewandte allge⸗ meine Vertrauen mißbrauchend— Gewinnſucht und Speculation verfälſchte Nachdrücke, unächte Nachahmungen und inhaltsleere Verlängerungen erzeugt, ja ſogar in ein 2. Bändchen ganze, wieder aus dem l. Bändchen wörtlich abge⸗ druckte Seiten aufgenommen. Vor dieſen Mach⸗ werken warnt man Alle, die das obige allein ächte in nur einem Bändchen wünſchen. Wenn ſie ſtreng auf Uebereinſtimmung des Titels ſehen, ſichern ſie ſich vor Täuſchung. Vorräthig bei C. Bindernagel in Friedberg. (106) Bei Friedr. Gerhard in Berlin erſchien ſo eben und iſt in Friedberg bei E. Bindernagel zu haben: Dorn's Vertheidigungs⸗ Nede für Waldeck. gr. 8. broch. Preis 11 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Ste vor den