len Marz. richtet: kirche: tkirche: gkirche: gkirche: 122 281 — 2 2 2 eee ern 2 Intelligenz-Blatt Provinz fuͤr die Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M25. Mittwoch den 27. März 1830. Der Oſterfeiertage wegen erſcheint naͤchſten Mittwoch keine Nummer dieſes Blattes. Amtlicher Theil. Ein ba dung. Zu der in Folge Beſchluß der Generalverſammlung vom 14. April v. J., Montag den 15. April d. J., Morgens 10 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier ſtattfinden⸗ den Generalverſammlung des Mathildenſtifts, werden die Mitglieder des Stifts, ſowie die betreffenden Gr. Bürger⸗ meiſter hierdurch eingeladen. Friedberg am 18. März 1850. Der Dirigent der Großh. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts: irie r. Aus dem Tagebnche eines Nechtsanwalts. Von Samuel Warren.. Der Mord von Craig Farm. (Schluß.) Ich konnte an jenem Tage keinen Biſſen eſſen und war vollkommen herzkrank, denn mir war, als klebte mir das Blut zweier Mitmenſchen an den Händen. Am Abend ſuchte ich den Richter in ſeiner Wohnung auf; er hörte mich geduldig an, war aber unerſchütterlich. Der hart— näckige alte Mann war ganz zufrieden mit dem gefaͤllten Spruche und nicht davon abzubringen. In fieberhafter Verzweiflung kehrte ich in meinen Gaſthof zurück, wohl wiſſend, daß ich ohne die Zuſtimmung des Richters mich vergebens an den Staatsſekretär wenden würde. Auch reichte die Zeit nicht einmal, um eine Bittſchrift zur Straf— umwandlung nach London ſchicken zu können, wenn der Richter nicht einen Aufſchub gewähren wollte. Den ganzen Sonnabend und Sonntag war ich wie auf der Folter, nannte die Todesſtrafe eine grobe Unge— rechtigkeit, eine nationale Sünde und Schande, und die Erinnerung an den unglücklichen Harvey(deſſen Schickſal ich in einem früheren Artikel erzählt habe) geſellte ſich noch dazu, um mich recht elend geſtimmt zu machen. Es gelüſtete mich, den Advokatenberuf aufzugeben und mich nach irgend einem anderen, wenn auch noch ſo beſcheide— nen Auskommen umzuſehen.— Am Montag früh ſtieg meine Pein und Bangigkeit aufs Höchſte. Mit ſtarken Schritten ging ich in meinem Zimmer in der nächſten Aſ— ſiſenſtadt auf und ab, und gedachte des traurigen Endes der beiden Armſtrong'ſchen Eheleute, die ich nun fur un— ſchuldig hielt, als auf einmal eine vierſpännige Poſtchaiſe die Straße herunter vor meinen Gaſthof raſſelte, und der Conſtable Johnſon herausſprang. Was er zu ſagen hatte, war bald erzählt. Am geſtrigen Abende hatte die Wir— thin zum ſchwarzen Schwan, einer Schenke an der Land— ſtraße etwa vier Meilen vom Schauplatz des Mordes, als ſie in der Zeitung der Grafſchaft die Schilderung des Armſtrong'ſchen Proceſſes und darin den Namen Pearce geleſen, nach Johnſon geſandt, um anzugeben, daß der ge— nannte, ihr wohlbekannte Mann an jenem Unglücksabend in ihrer Schenke geweſen und ihr einen Reiſeſack zur Auf— bewahrung übergeben, welchen er in einer Stunde wieder abzuholen verſprochen, aber ſeither nicht abgelangt hatte. Bei Eröffnung des Reiſeſacks hatte man darin Wilſon's Uhr nebſt Kette und Siegelſtöcken und anderen Sachen Wilſon's gefunden, und Johnſon hatte dann nach Auf— nahme eines Protokolls ſich ſogleich aufgemacht, um mich aufzuſuchen. Da nun kein Augenblick zu verlieren war, ſo ging ich ſogleich mit Johnſon und Armſtrong's Ver— theidiger zu dem Richter und erlangte nach langer Wei— gerung endlich von ihm einen förmlichen Vefehl an den Sheriff zum Aufſchub der Hinrichtung bis auf weiteren Befehl. Mit größter Eile machte ich mich dann mit John— ſon auf den Rückweg und kam juſt noch zeitig genug, um die Hinrichtung zu hindern und den verſammelten Poͤbel N 9 N 0 . des gierig erwarteten blutigen Schauſpiels zu berauben. Als wir nach Mary Strugnell forſchten, fanden wir, daß ſie ſich noch am ſelben Abend nach dem Urtheilsſpruch aus dem Staube gemacht hatte, und alle Nachforſchungen nach ihr waren vergeblich.—— Fünf Monate waren ſeither vergangen; das Schick⸗ Armſtrong's und ſeiner Frau war noch immer unentſchie⸗ den, als eines Tages ein Frauenzimmer, das in St. Bar⸗ tholomew's Hoſpital auf den Tod lag, zu mir auf meine Kanzlei in Temple ſandte, um eine Unterredung mit mir nachzuſuchen. Ich willfahrte, und traf— Mary Strug⸗ nell, welche in trunkenem Zuſtand vor einem Wagen aus— geglitten und zu Boden geſtürzt war, als ſie in der Nähe von Holborn Hill über die Straße eilen wollte. Der Wa— gen war über ſie hingegangen und hatte ihr beide Beine über dem Knie gebrochen. Eines elenden ſichern Todes ſterbend, hatte ſie nach mir geſandt, um über Wilſon's Ermordung ein vollſtändiges Geſtändniß abzulegen. Arm— ſtrong's Darſtellung und Ausſage wurden hierdurch voll— kommen beſtätigt. Pearce hatte den Mord vollbracht, und Beide waren eben eifrigſt im Zuſammenraffen und Packen ihres Raubs begriffen, als ſie durch die ganz unerwartete Rückkehr des Armſtrong'ſchen Ehepaars geſtört wurden. Pearce raffte ein Bündel und einen Reiſeſack auf und entfloh durch das Fenſter; ſie aber hatte nicht Muth und Faſſung genug zur Flucht, ſondern kroch in ihr Schlaf— zimmer zurück, wo ſie des Farmers Thun und Treiben durch die Spalten des Verſchlages beobachtete, der ihre Kammer vom Gange ſchied, und das Lügengewebe erſann, welches die Angeklagten der Schuld überführte. Pearce mochte ſich für verfolgt und durch das Gepäck an raſcher Flucht gehindert glauben, und ließ daher den Reiſeſack auf die beſchriebene Weiſe zurück, um ihn am anderen Morgen abzuholen, wenn ſich ſeine Befürchtungen als grund— los ergäben. Er hatte aber nicht den Muth, wieder im ſchwarzen Schwan vorzuſprechen, ſondern entwich ſo eilig und heimlich wie möglich nach London. Jetzt ſaß er, we— gen Einbruchs mit gewaltſamer Hand zum Tode verur— theilt, in Newgate. Ich trug Sorge, die Depoſition der ſterbenden Verbrecherin in gehöriger Form zu Papier zu bringen, und das Ergebniß davon war, daß nach einer Unzahl von Petitionen, Mahnungen und Apellationen bei den zuſtändigen Behörden Armſtrong und ſein Weib voll⸗ ſtändig begnadigt wurden. Sie verkauften ſodann Craig Farm und zogen in einen anderen entfernten Theil des Landes,— ich nahm mir nicht einmal die Mühe, zu fra⸗ gen, wohin. Von Herzen aber dankte ich der Vorſehung, daß ich ſo aus dieſem Handel gekommen war, der mich ſo viel Angſt, Reue, Aerger und Vorwürfe gekoſtet hatte, und machte mir die Lehre zu Nutze, welche für mich darin lag, ja nicht wieder allzuraſch und voreilig in meinen Schlüſſen zu ſeyn, ſelbſt wenn, wie hier, die Wahrheit derſelben auf der Hand zu liegen ſchien,— eine Lehre, die ich durch die erlittene geiſtige Pein nicht einmal zu theuer erkauft habe.— 98— Hülferuf. Die Gemeinde Allendorf, bei Biedenkopf, iſt in der Nacht zum 22. Febr. durch ein großes Brandunglück betroffen wor— den, indem das Feuer, bei dem ſtarken Sturmwinde raſch verbreitet, binnen wenigen Stunden 37 Wohn- und 30 Neben— gebäude verzehrte. Das Elend iſt noch dadurch vermehrt, daß Lebensmittel und Hausgeräthe, ſelbſt die nothwendig— ſten Kleidungsſtücke verbrannt ſind, ſo daß die Verunglück— ten ſelbſt, wie die übrigen Einwohner, welche ihre Hab— ſeligkeiten vor der weiter greifenden Flamme in Verwirrung zu retten ſuchten und nun die Obddachloſen zu ſich aufge— nommen haben, in drückenden Mangel verſetzt ſind. Wie— wohl von den umliegenden Orten und ganz beſonders von Biedenkopf die erſte Hülfe eingetreten iſt, ſo wird doch die unglückliche Lage der Gemeinde Allendorf, welche im vori— gen Jahre ſo ſehr durch Hagelſchlag und erſt kuͤrzlich durch Ueberſchwemmung gelitten hatte, einer längeren und aus— giebigeren Beihülfe bedürfen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß dieſen Nah— rung- und Obdachloſen eine recht reichliche Beiſteuer zur Linderung ihres Elendes werde und erklären uns mit Ver gnügen bereit, Beiträge, mögen ſie in baarem Gelde oder Kleidungsſtücken ꝛc. beſtehen, entgegenzunehmen und ſpäter Rechenſchaft darüber abzulegen. Friedberg den 19. März 1850. Die Expedition des Intelligenzblattes. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Februar. Butzbach. f Getraute: 12. Der Bürger und Bäckermeiſter Jacob Wilhelm Rumpf dahier mit Marie Eliſabethe, des Bürgers und Bäcker⸗ meiſters Heinrich Seippel daſelbſt eheliche zweite ledige Tochter. 90 17. Der Bürger und Rothgerbermeiſter Bernhard Gruͤ⸗ ninger III. und Marie, des Bürgers und Rothgerber— meiſters Jacob Rübſamen dahier zweite eheliche ledige Tochter. Getaufte: 3. Dem Bürger Heinrich Ludwig Schild II. eine Tochter, Marie Katharine, geb. den 19. Jan. 3. Dem Bürger und Metzgermeiſter Heinrich Weiblinger eine Tochter, Caroline Johannette Dorothea, geb. den 12. Januar. 8. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Chriſtoph Roth— hardt ein todtgeborner Sohn. 17. Dem Bürger und Hutmachermeiſter Balthaſar Schild II. eine Tochter, Eliſe, geb. den 29. Jan. 17. Dem Poſtillon Johann Jacob Lemp ein Sohn, Jacob, geb. den 8. Febr. Beerdigte: 2. Clara Suſanne, des verlebten Bürgers und Rothger— bermeiſters Nicolaus Grüninger dritte nachgelaſſene ledige Tochter, alt 30 Jahre, 2 Monate und 24 Tage, den 21. Jan. 5. Der Poſtillon Joh. Degen von Anraff, im Furſtenthum Waldeck, alt 41 Jahre, 1 den 3. Febr. 13. Der Bürger, Strumpfweber und Glöckner in der Ho⸗ ſpitalkirche Heinrich Ludwig Rübſamen, alt 70 Jahre, 3 Monate und 2 Tage, r den 10. Febr. 17. Georg Chriſtoph Schwarz, des verlebten Burgers und Schuhmachermeiſters Philipp Heinrich Schwarz erſter nachgelaſſener lediger Sohn, alt 15 Jahre, 6 Monate und 18 Tage, 7 den 15. Febr. B0 * Racht en wor⸗ de raſch Neben⸗ ermehrt, wendig, ingluͤck⸗ e Hab⸗ doch die m vori⸗ d durch nN guad ine aus⸗ n Nah⸗ Uer zur ut Ver⸗ de oder d ſpaͤter ttes. bruar. Rumpf Bäcker⸗ te ledige d Grũ⸗ gerber⸗ e ledige * Tochter, riblinger geb. den oh Roth⸗ Schild Il. 40 „ Jacob, Rothger⸗ gelaſſene 4 Tage, cſtenthum der Ho⸗ 0 Jahre, gers und arz erſtet ale Mon Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. N Edietal ladung. (405) Alle Diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an den für concurs— fällig erklärten Heinemann Mayer von Wohn— bach bilden können, werden aufgefordert, die— ſelben im Liquidationstermin Donnerſtag den 16. Mai l. J., Vormittags 9 Uhr, ſo gewiß dahier anzuzeigen als ſonſt Aus ſchluß von der Maſſe erfolgt Hungen den 10. März 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück. Oeffentliche Ladung. (408) Ueber das Vermögen des Gaſtwirths Georg Havenecker und deſſen Ehefrau Eliſe, ge— borne Eberhardt, auf dem Mineralbrunnen bei Okarben iſt der formelle Concurs erkannt wor— den. Man fordert deßhalb alle bekannte und unbekannte Gläubiger derſelben auf, in dem auf Freitag den 26. April, Vormittags 10 Uhr, deſtimmten Liquidationstermin, ihre Anſprüche anzuzeigen und fo viel möglich alsbald richtig zu ſtellen, als ſonſt Ausſchluß von der Maſſe erfolgt. In dem Termin ſoll zugleich die Güte ver— ſucht und ſich in deren Entſtehung über einen Curator verſtändigt werden, weßhalb die Voll— machten etwaiger Mandatare hierzu ermächtigen müſſen. Groskarben am 11. März 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Schmidt. Edicetalla dung. (460) Großh. Heſſiſches Hofgericht zu Gießen hat über den unbedeutenden Nachlaß der Jacob Schäfer'ſchen Eheleute von Hungen den Con- cursprozeß erkannt, und es werden daher alle Diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an denſelben bilden zu können glauben, aufgefordert, ſolche im Termin den 16. Mai l. J., Vormittags 9 Uhr, ſogewiß dahier anzuzeigen, widrigenfalls Ausſchluß von der Maſſe erfolgen wird. Hungen den 14. März 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Butzbach. (461) Dienſtag den 2. April, des Vormittags um 10 Uhr, ſollen Erdarbeiten im Gambacher Wald, zu 1900 Gulden veranſchlagt, durch öffentliche Verſteigerung an den Wenigſtnehmen⸗ den in Accord gegeben werden. Butzbach am 22. März 1850. Der Gr. Heſſ. Sections⸗Ingenleur Eicke meyer. Holz⸗Verſteigerung. (462) Donnerſtag den 28. März l. J. ſoll in hieſigem Gemeindewald nachſtehendes Holz, als: 2 Stecken buchen Scheitholz, 0 7„ Prügelholz, 71*„ Stockholz, 33„„ Reisholz, 2 eichen Prügelholz, 24.„ Stockholz, 2*„ Reisholz, 3 Stück Hauklötzer für Schmiede und Wag⸗ ner geeignet, 3 Stück Hackklötzer, runde, für Metzger, 14 Schichten Salweiden, zum Umzäunen der Gärten ſich eignend, 8 Stämme buchen= 555 Cubikfuß und 098— 4 Stämme eichen Bauholz— 353 Cubik⸗ fuß und 10 Stück Lengwieden, meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Die Verſteigerung beginnt Morgens 9½ Uhr. Wölfersheim den 19. März 1850. Der Großh. Heſſ. Buürgermeiſter All wohn. Holz-Verſteigerung. (463) Mittwoch den 3. April l. J., Vor- mittags 10 Uhr, ſollen in den Diſtricten Eicher— ecke und Buchwald, nahe bei Ilbenſtadt: 4 Stecken buchen Scheitholz, 5„„ Prügelholz, 24%„ eichen Prügelholz, 11„ erlen Prügelholz, 5„buchen Stockholz, 6 eichen Stockholz, * 525 Stück buchen Wellen, 1400 Reichen Wellen, 275„ erlen Wellen, 24 Stämme eichen Werkholz, 15 buchen Werkholzſtämme, 2 Stämme fichten Werkholz, 11 Stämme erlen Werkholz, 1 eichen Bauſtamm, 35 Fuß lang und 2 Fuß Durchmeſſer, öffentlich an die Meiſtbietenden, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, verſteigert werden. Gegen genügende Bürgſcheine wird Zahlungs friſt bis 1. September l. J. geſtattet. Schloß Ilbenſtadt den 23. März 1850. Graflich von Leiningen-Weſterburgiſche Rentei Beh de n (4640 Mittwoch den 3. April, Vor⸗ mittags 8 Uhr, ſollen in dem Gemeinde— wald der Gemeinde Beyenheim, Diſtrict Siebenwegen: 1) 180 Stecken buchen Scheitholz, 295 1„ Prügelholz, 5 1„ Stockholz, 49 175 ½ 1„ Reiſer, und 5) 13 Stämme buchen Werkholz, circa 850 Cubikfuß enthaltend, an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Der Zuſammenkunftsort iſt in oben genanntem Diſtrict. Beyenheim den 22. März 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Muth. Bekanntmachung. (465) Mit Bezug auf die Bekanntmachung der Gräflich Solms-Rödelheim'ſchen Bergver— waltung zu Bauernheim vom 21. d. M., wo⸗ nach dortſelbſt der Verkauf der Braunkohlen bis auf weitere Bekanntmachung geſchloſſen worden, benachrichtige ich das verehrliche Publikum, daß auf den Fürſtlichen Braunkohlenwerken gut aus⸗ getrocknete Braunkohlenklötze und zwar auf der Grube Weckes heim der Centner gegen baar zu 9 kr. „„ auf Credit„ 10„ auf der Grube Wölfersheim der Centner gegen baar zu 11 kr. 1„ auf Credit„ 12„ in beſter Qualität zu haben ſind. Hungen am 23. März 1850. Der Rentamtmann Kießling. Braunkohlenverkauf. (460) In Folge der wiedereingetretenen Win— terwitterung und des wiederſteigenden Brenn— materialbedarfs ſieht man ſich veranlaßt, das Braunkohlen bedürfende Publikum darauf auf⸗ merkſam zu machen, daß auf dem hieſigen Werke 1 75 Vorrath ſehr gut ausgetrockneter Klötze agert. Der Preis iſt bis auf weitere Beſtimmung gegen Baarzahlung 10 kr. per Centner und werden gegen genügende Bürgſcheine Klötze bis zum Betrage von 25 Centner auf 6 Monate ereditirt, jedoch findet bei dem Verborgen eine Preis⸗Erhöhung auf 11 kr. per Centner ſtatt. Dornaſſenheim den 23. März 1850. Die Verwaltung der Braunkohlengrube Wilhelmshoffnung So m t det, Bergverwalter. I NN Privat- Bekanntmachungen. Friedberg. (426) Ein gutes Billard iſt zu verkaufen. Caſinodiener Künzebach ertheilt Auskunft. 0 a Tapeten-Karten-Niederlage. (420) Bei Unterzeichnetem liegt die Tapeten⸗ und Borden-Karte aus der Fabrik Gebrüder Scherer in Heidelberg in den neuſten Muſtern zu ſehr billigen Preiſen, die ich bei Bedarf em⸗ pfehle. Vilbel im März 1850. Wilhelm Kullmann. Kleeſaamen (4210 von vorzüglicher Güte billigſt bei 1 Wilhelm Kullmann Vilbel im März 1850. Agenten⸗Geſuch. (455) Für ein einträgliches Geſchäft, welches ohne Kapital betrieben werden kann, ſind thätige Mitarbeiter geſucht. Anerbietungen unter der Aufſchrift: A. D. Poste restante in Frankfurt a. M., werden franco erbeten. Nauheimer Teichhaus. (467) Am zweiten Oſterfeiertage iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Henke Regelmäßige Poſtſchifffahrt (488) über Antwerpen, London und Havre mit beſtimmten Abfahrtstagen. Zur Abſchließung von Verträgen em— pfiehlt ſich Wi u nch, Bre c 1. 5 Zum Verkaufen. (14200 2 Jlügel und 2 LClaviere ſind bei Inſtrumen⸗ i tenmacher Glück in Fried⸗ berg billig zu kaufen. Ge ſuch. (469) Für den Abſatz eines Artikels ge⸗ gen einen effectiven Gewinn von 28 pEt. werden Uebernehmer geſucht. Näheres iſt franco, unter der Adreſſe K. B. C. in Har⸗ burg bei Hamburg zu erfragen. Tee i f f ft k. (470) Am zweiten Oſterfeiertag d. J. iſt bei dem Unterzeichneten gut beſetzte Tanzmuſik an⸗ zutreffen, wozu höflichſt einladet Nauheim den 23. März 1850. ii 0 — 100— Anzeige. (470 Veranlaßt durch die Eröffnung der Eiſenbahn von hier nach Frankfurt a. M. habe ich mich entſchloſſen, ein Spedlilions- Commissions-Geschdift unter meinem Namen auf hieſigem Platz zu errichten. Ich mache dieſes unter der Verſicherung ſorgfältiger und ungeſäumter Bedienung bekannt und bitte um recht zahlreiche Zuwendung von Gütern. Friedberg den 22. März 1850. Ehriſtian Hecht. Die Holzhandlung von Friedr. Becher in Franheſurt d. M., von der Friedberger Warte aus der erſte Dielhof links, (472) empfiehlt ihr Lager aller Sorten Flosholz ſowohl in ganzen Böden als einzelnen Stämmen, ferner in Dielen aller Art, Eichen- und Kiefernholz in allen Dicken, ſowohl in Bohlen als Staffel und Poſten. a Bei reeller Bedienung ſichert ſie die billigſten Preiſe zu und können die Pferde in die Stallung eingeſtellt werden. Darmſtadt. (356) Bei der Eröffnung der Main-Weſer-Bahn, verfehle ich nicht meinen Gaſthof zum Hotel Koehler in der Nähe des Bahnhofs in empfehlende Erinnerung zu bringen und ſehe einem recht zahlreichen Zuſpruch aus Oberheſſen entgegen. Carl Koehler. Diejenigen Leidenden, (473) welche ſich bisher weder ſelbſt, noch im Kreiſe ihrer Bekannten von der heilkräftigen Wirkſamkeit der Goldberger'ſchen Ketten zu überzeugen Gelegenheit hatten, mache ich auf den im Druck erſchienenen Zweiten Jahresbericht über die Heilkraft und Wirkſamkeit der Kaiſerl. Königl. Oeſterreichiſch privile⸗ girten und Königl. Preuß. conceſſionirten Goldberger'schen galvano- elec⸗ triſchen Rheumatismus ⸗Ketten aufmerkſam und iſt dieſe, für Alle, die an gichtiſchen, nervöſen und rheumatiſchen Uebeln leiden, ſo höchſt wichtige Schrift unentgeltlich bei mir zu haben. Dieſe ſegensreichen Erfolge, beſtätigt in amtlich beglaubigten Atteſtaten von mehr denn Ein Tauſend Sanitäts⸗Behörden, renommirten Aerzten und hochachtbaren Privat- Perſonen aller Länder Europa's, rechtfertigen ſicherlich die Celebrität der Goldberger'ſchen Ketten und bieten die größte Bürgſchaft für deren gerühmte und geprieſene Heilkraft. Von dem Erfinder und Verfertiger dieſer Ketten, Herrn J. T. Goldberger in Berlin, vormals in Tarno witz, iſt mir ſeit Jahr und Tag der alleinige Verkauf für den hieſigen Ort übergeben und halte ich ſonach mein wohlaſſortirtes Lager der Goldberger'ſchen Ketten in der Original⸗Verpackung, zu den feſtgeſtellten Fabrikpreiſen(a Stück mit Gebrauchs⸗Anwei⸗ ſung 1 Thlr., ſtärkere à 1 Thlr. 15 Sgr. und in doppelter Conſtruction gegen veraltete Uebel à 2 Thlr., ſo wie ſchwächſte Sorte à 15 Sgr.) bei Bedarf zur geneigten Abnahme beſtens empfohlen. Friedberg. P. F. Sehmittner, nächſt der Burg. Saamen⸗Empfehlung. von ſich die weiße Erdkohlrabe für hieſige Ge— gend ſehr eignet, in Erinnerung zu bringen und zu möglichſt billigen Preiſen verkaufe. Friedrich Hilbrecht. (47 Auch ich ermangle nicht meinen weißen, rothen und ewigen Kleeſaamen in beſter Quali⸗ tät, ſowie alle Sorten Garten⸗Sämereien, wo⸗ Verlorene s. (475) Auf der breiten Straße wurde am Montag Mittag ein Perſpectiv in einem ſchad⸗ haften Futteral verloren; der redliche Finder, welcher es bereits gleich beim Finden dem Eigen⸗ thümer als ein verlornes Schächtelchen anbot, wird höflichſt gebeten, daſſelbe an die Expedition d. Bl. gegen ein angemeſſenes Douceur abzu⸗ liefern. B. Zum Verfa hf e m. (476) Bei Unterzeichnetem iſt eine neue, ſchön und leicht gebaute zweiſpännige Chaiſe mit Glas⸗ verdeck unter dem Preis zu verkaufen. Auch kann dieſelbe auf einen Tauſchhandel abgegeben werden. F ye der ich Lan z, Wagnermeiſter in Homburg vor der Höhe, Mauer⸗ gaſſe Nr. 70. Hofraitheverkauf. (477) Ein noch in gutem Zuſtande ſich be⸗ findendes zweiſtöckiges Wohnhaus, ſowie eine Scheuer, welche Gebäude aus gutem Eichenholz aufgeführt, ſind auf den Abbruch aus freier Hand zu verkaufen bei D e e in Bleichenbach. Einladung. (478) Den zweiten Oſterfeiertag iſt bei mir Tanzmuſik, wozu ich höflichſt einlade. Reichelsheim den 21. März 1850. CE ohnerda d, Naſſauerhof. Literariſche Anzeigen. (A479) So eben iſt bei mir eingetroffen: Bog. 1— 5(nebſt einer lithogr. Abbildg.) der Verhandlungen und Aetenſtücke des Prozeſſes über den Tod der Gräfin Görlitz vor den Geſchwornen in Darmſtadt. Nach ſtenographiſchen Berichten ſorg— fältig bearbeitet. Jeder Bogen koſtet 3 kr. Friedberg. C. Bindernagel. (480) In allen Buchhandlungen, in Friedberg bei C. Bindernagel, iſt zu haben: Prof. Dr. F. A. Grün, Der kleine Engländer oder die Kunſt die engliſche Sprache, ohne Lehrer auf eine leichte und ganz faßliche Art in kurzer Zeit vollkommen richtig ſprechen zu lernen. Ein Hülfs- buch für Auswanderer und dieje⸗ nigen, welche ſchnell engliſch lernen wollen., 12. broch. Preis 5 Sgr. oder 18 kr. Von einem practiſchen Gelehrten iſt hier ein ſehr guter Leitfaden zur Erlernung der engliſchen Sprache zuſammengeſtellt, und in kürzeſter Zeit und ohne die Ermüdung, welche gewöhnlich das Studium dieſer ſchwierigen Sprache be⸗ gleitet, wird man mit leichter Mühe in den rei⸗ chen Schatz dieſer jetzt ſo unentbehrlichen Um⸗ gangsſprache eingeführt. Die ſehr ſchnell ver⸗ griffenen zwei erſten Auflagen, verbürgen hin⸗ länglich die Nützlichkeit des ſchön ausgeſtatteten Buches, das für den Deutſchen in England und Amerika unentbehrlich iſt. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. e 225