1 1 1 17 166 1 0 0 5 f ff. uin —— 7 11 8.— 12 1 Ie r 4 * 2 — — — W 2 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 20. November 1850. M 91. Regierungsblatt⸗Auszũge. Nr. 48 enthält: 1) Verordnung, die Vervielfältigung und Verbreitung von Druckſchriften und verſchiedene durch Druck, Rede, gildliche oder andere Darſtellung begangene ſtrafbare Handlungen Hetreffend.— 2) Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern, die Steuermannsordnung für die Gr. Heſſ. Rheinſtrecke betr. Um der Rheinſchifffahrt in Bezug auf das Steuermannsweſen weitere Etleichterung zu gewähren, wird in Folge der bei der Rheinſchifffahrts⸗Central⸗Commiſſion deßhalb gepflogenen Verhandlungen Nachſtehendes verfügt: 1) Die durch den Art. 59 der Convention vom 31. März 1831 feſtgeſetzte Ausnahme vom Steuer⸗ mannszwange wird auf Fahrzeuge feder Ladungsfähigkeit ausgedehnt, welche unter 600 Centner Ladung enthalten; 2) alle Schiffe, deren Zadung ohne Rückſicht auf den Eigenthümer derſelben ausſchießlich aus Gegenſtänden beſteht, die im Falle des Sinkens des Schiffes ſich von ſelbſt heben, ſind vom Steuermannszwange befreit; 3) die zu Segelſchiffen gehörigen Lichterfahrzeuge, welche an das Hauptſchiff nur Seite befeſtigt ſind(alſo nicht im Schlepptau nachgeführt werden), find von der Verpflichtung zur Annahme eines beſonderen Steuer⸗ nannes entbunden; 4) jedem Steuermann, welcher ein Schiff zu Berg oder zu Thal geſteuert hat, iſt von nun an geſtattet, binnen der nächſten 24 Stunden ein anderes Schiff zu Thal oder zu Berg auf derſelben Strecke zurückzuſteuern. Nach dieſen Beſtimmungen, Hurch welche die entgegenſtehenden Vorſchriften im Art. 8 und 9 der Großh. Heſſ. Steuermanns⸗Ordnung vom 11. Juni 1836— Regie⸗ zungsblatt Nr. 28— abgeändert ſind, haben ſich alle, die es angeht, zu achten; auch iſt in Folge der Beſtimmung unter 4) bei Prüfung und Annahme von Steuerleuten fortan darauf zu ſehen, daß jeder ür eine beſtimmte Stenermannsſtation zu patentiſirende Aspirant für ven Steuermannsdienſt die nöthige Befähigung ſowohl zur Bergfahrt uls zur Thalfahrt auf der betreffenden Stromſtrecke beſitze. Nr. 49 enthält: Verordnung, die Berufung einer außerordent⸗ ichen Ständeverſammlung betreffend. Nr. 50 enthält: 1) Verordnung vom 26. September, die Ausdehnung der Bauordnung vom 10. Febr. 1825 auf die ganze Reſidenz und deren Umgebung betreffend.— 2) Verordnung vom 9. October, die Wahl von weiteren Ergänzungsgeſchwornen für die im vierten Quartal 1850 in der Provinz Starkenburg abzuhaltenden Aſſiſſenſitzungen betr.— 3) Dienſtnachrichten. Am 17. Sept. wurde dem evang. Pfarrer Gries zu Frohnhauſen, R-B. Biedenkopf, die vang. Pfarrſtelle zu Biedenkopf übertragen; am 20, dem Geometer— gebülfen König von Obermoos das Patent als Geometer der(. Kl. kür den R.⸗B. Darmſtadt ertheilt; am 21. wurde der Regierungs⸗ ſecretär Schmidt dahier zum Regierungsſeeretär bei der R-C. des M.⸗B. Mainz ernannt— und wurde dem Hülfslehrer an der höhern Hewerb⸗ und Realſchule Pr. Schleuß ner dahier die erledigte Lehrer⸗ gelle an der hieſigen Realſchule, ſowie am 30. dem Schulovicar Vogt an Großwinternheim die kathol Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen. — 4) Dienſtentlaſſungen. Am 17. Sept. wurde der Poſterpeditor Haag zu Bürſtadt und am 3. Okt. der Diſtrietseinnehmer im Erh. ⸗ Diſt. Oherohmen, Bernbeck zu Grünberg, des Dienſtes entlaſſen. — 5) Erledigt iſt: die 1. evang. Pfarrſtelle zu Großenlinden, R.-B. Hießen, mit jährlich 1869 fl.— 6) Berichtigung eines Verſehens in Nr. 8 des Regierungsblattes. Nr. 51 enthält: 1) Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 15. Oktober, die Wahl der Abgeordneten zur erſten Kammer der außerordentlichen Ständeverſammlung durch die höchſt⸗ beſteuerten Grundbeſitzer betreffend. Zum Behuf einer vollſtändigen Aufzeichnung der nach Art. 3, Nr. 1 der Verordnung vom 7. d. M. bei der Wahl von Abgeordneten zur erſten Kammer der Stände ſtimmberechtigten Staatsbürger iſt es erforderlich, zuverläſſige Kennk— niß davon zu erlangen, welche Beiträge an Grunoſteuer von Ein- zelnen wegen Beſitzes in verſchiedenen Gemarkungen entrichtet wer⸗ den. Es werden deßhalb Diejenigen, welche außer der Gemarkung ihres Wohnorts Grundſteuer zu entrichten haben und darthun zu konnen glauben, daß ſie bei deren Zurechnung den Fünfzig wegen eigenthümlichen oder nutznießlichen Grundbeſitzes Hoͤchſtbeſteuerten, wenigſtens 25 Jahre alten, Staatsbürgern im Großherzogthume bei— zuzählen ſind,— hiermit aufgefordert, über die gellend zu machende Stleuerentrichtung binnen 14 Tagen, vom Erſcheinen dieter Bekannt⸗ machung im Regierungsblatte an, dem Steuercommiſſär des Bezirks, zu welchem der Wohnort gehört, durch Vorlegung von Steuerzetteln oder Regiſterauszügen, Nachweiſung zu ertheilen. Hierzu wird je⸗ doch bemerkt, daß nach den bereits vorliegenden Notizen Diejenigen, welche nach Abzug der Beiträge zu den Koſten für den Neubau don Provinzialſtraßen, an Grundſteuer weniger als 200 Gulden jährlich entrichten, nicht erwarten dürfen, zu der Zahl der Stimmberechtigten zu gehoren. Es wird ferner angefügt, daß diejenigen Staatsbürger, welche einen feſten Wohnſitz im Großherzogthum dermalen nicht haben, aber ihre Stimmberechtigung als Grundbeſitzer darthun wollen, die Nachweiſung über die von ihnen zu entrichtende Grundſteuer dem Groß. Steuercommiſſär zu Darmſtadt unter Angabe ihres Aufent— haltes vorzulegen haben. Diejenigen, welche dieſer Aufforderung nachzukommen unterlaſſen, würden es ſich ſelbſt zuzumeſſen hahen, wenn ſie in das Verzeichniß der nach Art. 3, Nr. 1 der Verordnung ſtimmberechtigten 50 Staatsbürger nicht aufgenommen werden ſollten. — 2) Bekanntmachung, den Holzpreistarif für die Großh. Domanial— waldungen betr.— 3) Bekanntmachung, die Communalumlagen für 1850 in der Gemeinde Oberſchmitten, R.-B. Nidda, betr.— 4) Bekanntmachung, die Erhebung der Umlagen zur Beſtreitung der Communalbedürfniſſe in der Gemeinde Partenheim für 1850 betr. — 5) Namensveränderung. Am 2. Oct. wurde der legitimirten Tochter des Chriſtian David Stein zu Homberg, Julie Bauer von Lauterbach, geſtattet, künftig den Namen„Stein“ zu führen.— 6) Dienſt nachrichten. Am 17. Sept. wurde dem Pfarrer Seriba zu Stadecken die evang. Pfarrſtelle zu Felda, R-B Alsfeld, und am 26. dem evang. Pfarrer Uhrig zu Neuiſenburg, R.⸗B. Darmſtadt, die evang. Pfarrſtelle zu Pohlgöͤns, R.-B. Friedberg, übertragen. Am 28. wurde dem Geometer ir Kl. Welſch zu Rüſſelsbeim das Patent als Geometer der 1. Klaſſe für den R.-B. Darmſtadt ertheilt. Am 7. Oktober wurde dem evang. Pfarrer Groß zu Bornheim die ev. Pfarrſtelle zu Stadecken, R.⸗B. Mainz, ſodann am lo dem Lehrer an der 5, kath. Schule zu Dieburg, Franz, die katholiſche Schullehrerſtelle, und dem Schuͤlvicar Klaſſert zu Darmſtadt die 5. kath. Schullehrerſtelle zu Diebueg übertragen— und wurde der Ober-Appellations⸗ und Caſſations-Gerichts-Rath Krug dabier zum Mitgliede für das Juſtiz⸗ und Regierungsfach beſtellt.— 7) Am 10. Oktbr. wurde dem Subſtituten des General-Staatsprocurators bei dem Obergerichte zu Mainz, Dr Schalk, der Charakter als „Generaladvocat“ verliehen.— 8) Am 10. Oct. wurde der Ob. Appell. und Caſſ.⸗Ger.-Rath Frhr. von Münch-Bellinghauſen von der Theilnahme an den Prüfungen fur das Juſtiz- und Regie— — 368— rungsfach, auf Nachſuchen, entbunden.— Am 3. Okt. wurde der geiſtliche Rath und Pfarrer br, Bögner zu Viernheim, auf Nach“ ſuchen, in den Ruheſtand verſetzt.— 10) Erledigt ſind: die kath · Pfarrſtelle zu Viernheim, R.-B. Heppenheim, mit jährlich 3189 fl. 11½ kr., worauf jedoch die Verbindlichkeit ruht, zwei Kaplane zu balten und denſelben nebſt freier Station vor der Hand jährlich 125 fl. auszuzahlen, ſodann dem früheren daſigen Pfarrer auf die Dauer ſeiner Lebenszeit jährlich 1100 fl. in vierteljährlichen Raten abzugeben;— die kath. Pfarrſtelle zu Bingen, R⸗B. Mainz, mit jährlich 1556 fl. 34 kr., jedoch mit der Verbindlichkeit, zwei Kaplane zu halten und denſelben freie Station ohne Geldgehalt zu 1 21 11) Geſtorben iſt am 6. Sept. der penſ. Schullehrer Volkmar zu Freienſeen, R.⸗B. Gießen. Nr. 52 enthält: 1) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 18. Okt. die Wahl der Bezirksräthe, insbeſondere die deßfallſige Eintheilung der Regierungsbezirke Mainz und Worms in Wahldiſtricte betr.— 2) Bekanntmachung deſſelb. Gr. Min. vom 14. Oct. die Beſtätigung von Stiftungen und Vermächtniſſen betr. — 3) Am 11. Oktober wurde dem Acceffiſten bei dem Secretariate des Miniſteriums des Hauſes und des Aeßern, Arnold von Biege⸗ leben, der Charakter als Legationsſecretär ertheilt.— 4) Geſtorben iſt am 8. October der Diſtrietseinnehmer Schauberger zu Kirtorf. Von einem wackern Danersmanne. Es war im Herbſt 1816, als zwei Heidelberger Studenten über den ſogenannten„Gau,“ die geſegnete Landſchaft zwiſchen der Nahe und dem Donnersberge, wanderten, dem Dorfe Badenheim bei Kreuznach zu. Es war junges, fröhliches Blut, und wenn der Eine hätte in einen Spiegel ſchauen wollen, ſo hätte er darin den nach⸗ maligen Spinnſtubenſchreiber geſehen, und der Andere war eine treue Seele aus Heidelberg, des Erſteren viel— erprobter Freund, der nun auch ſchon droben zu Bretten auf dem Gottesacker ruht, aber ein Denkmal der Liebe in vielen Herzen hat im badiſchen Oberland, in Bretten und da unten an der Nahe, und ich glaub', noch weiter herum, und da der Spinnſtubenſchreiber dies ſchreibt, wird's ihm weich um das Herz und feucht im Auge, denn des treuen Gottesmannes Bild ſteht lebendig vor ſeiner Seele! Als die zwei Freunde nach Badenheim kamen, fragten ſie einen Mann:„Wo wohnt der Dichter Iſaae Maus?“ Gar freundlich ſagte der:„Dort!“ und wies auf ein ſchlichtes Haus. Wir traten ein, und vor uns ſtand der Geſuchte, ein ſchlichter, einfacher Mann mit einem offenen, freundlichen Geſichte und lebendigen Augen. Er trug ein dunkelgrautuchenes Wamms, eine lange Weſte von blauem Mancheſter und ein grünſammtnes Käppchen mit Marderpelz beſetzt, wie's der Gevatter, der Schmied— jacob und andere wackere Bauersleute heute noch tragen. Wie freundlich nahm uns der liebe Mann auf! Wie friſch und frei, wie verſtändig und weiſe ſprach er ſich aus! Wir blieben ein paar Stunden bei ihm, und zogen dann, froh, ihn kennen gelernt zu haben, unſeres Weges. Was war denn das für Einer, fragt der Gevatter, daß Ihr ſo weit her zu ihm gewandert ſeid?“ Gevatter, es war eine volle Aehre. Es war ein einfacher Bauersmann, aber ein Dichter, vor dem Hohe und Niedere Achtung, zu dem ſie Liebe im Herzen tragen, ein Mann, der aus ſeinem frommen, treuen Herzen man— ches ſchöne Lied hat fließen laſſen, und wenn Ihr's kriegen könnt, ſo leſet einmal das Buch: Lyriſche Gedichte von Iſaac Maus, Bauersmann zu Badenheim bei Kreuznach. Mainz 1821. Gedruckt bei Florian Kupferberg, dann werdet Ihr auch Achtung vor den hohen Gaben dieſes Mannes und Liebe für ſeine Geſinnung in Euch ſich regen fühlen, wie wir junge Burſche ſie damals fühlten, als wir ihm in's treue Auge blickten. Er hatte einen weit⸗ verbreiteten Ruhm, und darum zog's uns zu ihm hin. Hab' ich Euch nun da vornen von einem deutſchen Kaiſer, dann von Einem, der Matroſe war und Admiral wurde, erzählt, ſo möcht' ich Euch jetzt einmal von einem deutſchen Bauersmann erzählen, in dem viel ſteckte und der doch demüthig ein Bauersmann blieb, weil er ein braver Sohn war und das fünfte Gebot wohl kannte, deſſen Segen er auch erfuhr. Die Eltern von Iſaae Maus waren fleißige und ihrer Rechtlichkeit wegen geachtete Bauersleute in Badenheim. Am 8. September 1748 wurde er geboren, das jüngſte und ſiebente ihrer Kinder. Etwas Anderes, als einen Bauersmann, der ja auch das Fundament der ganzen bürgerlichen Geſellſchaft iſt, aus ihm zu machen, fiel den Eltern nicht ein. Drei der Kin⸗ der ſtarben, dann der Vater, als Iſaac dreizehn Jahre alt war. Zwei ſeiner Geſchwiſter waren in anderen Orten verheirathet, und ein Bruder widmete ſich dem Lehrerſtande, trat aber ſpäter in andere Verhältniſſe, und ſchwang ſich durch Rechtlichkeit und Geſchicklichkeit zum Rechnungsrathe in Darmſtadt auf, wo er ſtarb. So war denn die Mutter mit ihrem Hausweſen und fünfzig Mor⸗ gen Ackerlandes recht übel dran, wenn aus Iſaac nicht ein tüchtiger Bauer wurde. Er war ja jetzt ihre einzige Stütze. Iſaac hatte die Dorfſchule in Badenheim beſucht, aber da ſtand's nicht eben extra. Er ſagt ſelber, er habe da leſen und ſchlechtt ſchreiben gelernt. Mit dem Rech— nen war's nicht weit her. Drum ging er denn täglich in eine benachbarte Schule, wo der Lehrer tüchtig rechnen und auch im Feldmeſſen Unterricht geben konnte. Später unterrichtete ihn noch ſein Bruder, der einige Zeit zu Hauſe zubrachte. Alle Zeit aber verwandte er, um bei und mit dem Knechte ſeiner Mutter den Ackerbau aus dem Fß kennen und betreiben zu lernen. An den Abenden und den Sonntagen fühlte er eine unwiderſtehliche Luſt, im Geſangbuche die ſchönen, frommen Lieder zu leſen, die einen tiefen Eindruck auf ſein weiches Gemüth machten. Er ſah ſie als Gottes Werk an, und konnte darum gar nicht denken, daß ein Menſch ſolch ein Lied machen könnte. Einmal aber bekam er ein anderes Geſangbuch in die Hand, worin unter jedem Liede der Name deſſen ſtand, der es gedichtet hatte. Das fiel dem Knaben auf. Er erkundigte ſich, und hörte nun zu ſeinem nicht geringen Erſtaunen, daß dieſe Lieder von den Leuten gedichtet oder gemacht ſeie, deren Name darunter ſtehe. Da fuhr's wie ein Blitz durch ſeine Seele: Mache auch ſolche Lieder! und er fühlte die Kraft dazu in ſich. Von da an dichtete er im Stillen. Sein Bruder und ein Buchbinder in Kreuznach verſchafften ihm gute Buͤcher, die er nun in freien Stunden, Abends und ſogar wahrend des Eſſens las. Die Mutter ſah das ſehr ungern. Sie verſtand halt nichts davon, und meinte: Ein Bauersmann brauche keine Bücher zu leſen. Darum ſagte ſie oft: „Ach, Iſaac, laſſ' mir doch die Bücher weg, du wirſt mir am Ende noch tiefſinnig.“ Iſaac war ein guter Sohn. Er ſagte nichts, und ging treu an ſeine Feldarbeit, aber das Buch hatte er im Sack, und wenn er Ruheſtunde hielt, las er. Hätte er den Ackerbau verſäumt, hätte er ſchlechte Bücher geleſen, die es leider auch gibt, die Mut— ter hätte Urſache zur Klage gehabt; ſo war's eben bloß eine vorgefaßte, aber falſch verſtandene Anſicht der Mut⸗ ter. Auf ſein inſtändiges Bitten ließ ſie es denn auch, wenn gleich ungern, zu, daß er bis tief in die Nacht ſaß, ſchrieb und las. dun weit, n din n deuten id Admirg ven eine lachte 2 well er ein el kannte, von Iſaat en geachtete nder 1748 rer Kinder. d auch das aſt iſt, aus tei der Kin⸗ zehn Jahre in anderen ete ſich dem Atniſſe, und lichkeit zun d. So war uufzig Mor⸗ Nagt nicht ihre einzige eim beſucht, ber, er habt t dem Rech, kenn täglit bter tüͤchtz eben konnt. einige Zeit te er, um Kerbau aud den Wender tetliche Luft, zu leſen, di ub machten. t darum gar lachen könnte. zeſangbuch in Name deſſen Knaben auf nicht geringen gedichtet oder — 369 In Kreuznach lebte damals ein ſehr gebildeter und braver Kaufmann, Namens Schmerz, der ſeine rechte Freude daran hatte, wenn er in einem armen Kinde gute Anlagen fand, die Hand dazu zu bieten, daß ſie konnten ausgebildet werden. Durch eine beſondere Veranlaſſung kam ein Blatt Papier in die Hand dieſes Mannes, auf dem einige Gedichte von Iſaac Maus ſtanden. Herr Schmerz las ſie und erſtaunte über die ſchönen Verſe. Er ragte nach, und hörte, ſie ſeien von einem jungen Bauern⸗ ſohn in Badenheim, Namens Iſaac Maus. In dem Dorfe Winterburg wohnte damals der badiſche Superintendent der Grafſchaft Sponheim, Herr Götz, ein ſehr berühmter Dichter, der in der damaligen Zeit nur unter dem Namen: „Die Nachtigall von Winterburg“ bekannt war. Herr Schmerz eilte mit den Gedichten von Iſage Maus zu ſei— nem Freunde Götz, und auch dieſer erkannte, daß reiche Gaben in dem Bauernknaben lägen. Beide edle Männer entſchloſſen ſich, die Mittel zuſammenzulegen, um ihn wei⸗ ter auf einer höheren Schule ausbilden zu laſſen, und Sch merz übernahm es, ihn zu beſuchen, zu ermuntern und ihn nach Winterburg zu beſtellen, wo ſie Beide dann mit ihm reden und ihr Anerbieten ihm eröffnen wollten. Von dem Allen ahnete Iſaac nichts. Da kam denn eines Tages der reiche Herrr Schmerz ans Haus geritten, und redete ſo liebreich und aufmun⸗ ternd mit Iſaac, daß eine rechte Freude in ſein Herz kam; aber kein Hochmuth. Nur noch freudiger dichtete er jetzt, da er ſah, daß auch andere Leute daran ihre Freude hat⸗ ten. Gern folgte er der Aufforderung, Herrn Schmerz in Kreuznach zu beſuchen und mit ihm zu dem lieben, guten Gotz nach Winterburg zu gehen, deſſen ſchöne Ge⸗ dichte Maus nun kannte, und vor dem er gar hohe Ach⸗ tung hatte. Aber welch einen Sturm weckten in der Seele Iſaac's die Anerbietungen dieſer beiden Manner, ihn, wenn er wolle, auf die hoͤhere Schule nach Kreuznach zu bringen, und ihn dann auch auf einer Univerſität ſtudiren zu laſſen. (Schluß folgt.) Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Oktober. Friedberg. Getraute 13. Heinrich Simmrock, hieſiger Bürger und Schuhmacher⸗ meiſter, ein Wittwer, und Margarethe Katharine Han⸗ ſtein, geborne Strackbein, Wittwe des weiland hieſigen Bürgers und Handarbeiters Heinrich Wilhelm Hanſtein. 13. Heinrich Jordis, hieſiger Bürger und Schreiner, des hieſigen Bürgers und Privatmanns Joh. Heinrich Jordis ehelicher lediger Sohn, und Juliane Krebs von Obermörlen, des weiland daſigen Bürgers und Wir⸗ thes Jakob Krebs eheliche ledige Tochter. 12. 13. 14. 20. 22. 31. 10. 12. 28. 29. Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Johann Philipp Wolf eine Tochter, Marie Eliſabethe Katha—⸗ tharine, geb. den 26. Auguſt. Dem hieſigen Bürger und Gaſtwirthe Hermann Jakob Simon ein Sohn: Martin Ludwig Wilhelm Auguſt, geb. den 21. Auguſt. Dem Bürger zu Muͤhlhauſen in Thüringen und hier wohnenden Tabaksfabrikanten Karl Hertwig ein Sohn, Wilhelm Karl Theodor Richard, geb. den 23. Sept. Dem Gr. Oberlieutenant Theodor von Breidenbach zu Breidenſtein eine Tochter, Louiſe Antonie Julie, geb. den 16. Sept. Dem hieſigen Buͤrger und Rothgerbermeiſter Johann Heinrich Hellwig ein Sohn, Heinrich Wilhelm, geb. den 25. Sept. Dem hieſigen Burger, Gemeinderath und Kaufmann Karl Daniel Groß eine Tochter, Eliſe Helene Sophie Marie Louiſe, geb. den 12. Sept. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Konrad Scheig ein Sohn, Johannes Elias Karl, geb. den 10. Sept. Dem hieſigen Bürger und Färbermeiſter Wilhelm Bech— ſtein eine Tochter, Katharina Margaretha, geb. den 22. Sept. Dem Gr. Oberlieutenant Philipp Friedrich Riedel ein 885 Ernſt Adelbert Karl Ludwig Friedrich, geb. den 8. Sept. Beerdigte: Chriſtian Martin Eißner, des geweſenen Ortsbürgers zu Dorheim weiland Chriſtian Eißner nachgelaſſener ehelicher lediger Sohn, alt 21 Jahre, 4 Monate und 10 Tage, 1 den 30. Sept. Johann Balthaſer Schmidt, hieſiger Burger und Hut⸗ machermeiſter, alt 60 Jahre, 7 Monate und 25 Tage, 1 den 1. Okt. Katharine Eliſabethe Heck, geborne Vogt, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Anton Heck Ehe— frau, alt 42 Jahre, r den 6. Okt. Peter Karl Gatzert, des hieſigen Bürgers und Weg⸗ aufſehers Johann Peter Gatzert eheliches Söhnchen, alt 3 Jahre, 9 Monate und 7 Tage, f den 9. Okt. Peter Wilhelm Katſcher, Söhnchen des Maurergeſellen Simon Wilhelm Katſcher von Beſſungen und der Anna Regine Philippine Faß von hier, alt 2 Monate und 25 Tage, k den 10. Okt. Margarethe Stadelmann, geb. Zeun, des weiland hie⸗ ſigen Bürgers und Seilermeiſters Chriſtian Stadelmann, Wittwe, alt 88 Jahre, 1 den 26. Okt. Sophie Magdalene Rauſch, geb. Pfeil, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Franz Albrecht Rauſch Ehefrau, alt 69 Jahre, 4 Monate und 12 Tage, 1 den 27. Okt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. S ν Edictalladung. (17430 1) Die dem Eberhard Huber 1. zu Wiſſelsheim in der Gemarkung Melbach zu⸗ flebenden Grundrenten, im jährlichen Geld⸗ anſchlag von 1 fl. 13¼ kr., 11, 2) die den Kindern des Freiherrn Maximilian Löw von und zu Steinfurth in der ſelben Gemarkung zuſtehenden Grundrenten, im jährlichen Geldanſchlag von 11 fl. und 3) die dem Herrn Grafen Max von Solms⸗ Rödelheim in der Gemarkung Niederwöll⸗ ſtadt zuſtehende— durch Allodification der Erbleihe des Johannes Schmidt JI. entſtan⸗ dene Grundrente, im Geldanſchlage von ee eee ſollen nach den geſetzlichen Beſtimmungen abge⸗ lößt werden. Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen Belheiligten hierdurch aufgefordert, binnen 2 Monaten ihre etwaigen Rechtsanſprüche bei dem unterzeichneten Gerichte vorzubringen, wid⸗ rigenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapita⸗ lien an die resp. Berechtigten,— wegen Nr. 2 an den Vormund der Kinder, Großh. Regie⸗ rungsrath Küchler zu Gießen— geſtattet wer⸗ den wird. Friedberg am 16. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. (Butzbach) Schuhmacherarbeiten. (1782) Mittwoch den 20. dieſes Monats, des Vormittags um 11 Uhr, ſollen die für die hieſige Garniſon in dem Jahre 1851 erforder- lich werdenden Schuhmacherarbeiten, beſtehend in neuen Halbſtiefeln, Schuhen, Sohlen und Vorſchuhen, auf dem bekannten Soumiſſions⸗ wege an den Wenigſtverlangenden in Accord gegeben werden. g Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Bedingungen von heute an Vor⸗ und Nachmittags auf dem Verwaltungs⸗ büreau beſagter Garniſon eingeſehen werden können. Butzbach den 13. November 1850. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. (Butzbach.) Verkauf getragener Monti⸗ rung, ausrangirten Reitzeugs, Caſerne⸗ requiſiten, ſowie alter Fenſter. (1783) Donnerſtag den 21. dieſes Monats, des Vormittags von 9 bis 12 und des Nach- mittags von 1 bis 4 Uhr, ſollen in der hiefi⸗ gen Reitercaſerne eine Quantität getragener Montirungsſtücke, ausrangirtes Reitzeug und Caſernerequiſiten, wobei eine große Anzahl Tep⸗ piche, ſowie mehrere Parthien alte 4flügelige Fenſter, die eine Breite von 2“ 8“ und eine Höhe von 8“ haben, und ſich theilen laſſen, meiſt⸗ bietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. a Indem man dieſes zur öffentlichen Kenntniß bringt, erſucht man zugleich die Herren Bürger⸗ meiſter dieſen Verkauf in Ihren Gemeinden ge⸗ eignet bekannt machen laſſen zu wollen. Butzbach den 12. November 1850. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1796) Donnerſtag den 21. l. Mts., Mor⸗ gens um 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Einwinterung der Waſſerleitung und An⸗ liefern von/ Fuder Roggenſtroh, circa 3 Fuder Erbſenſtroh und 2 Wagen Pferdemiſt an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 18. Rovember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermelder Bender. Obligations ⸗Verlooſung. (1797) Bei der diesjährigen ſtattgebabten Verlooſung der für dieſes Jahr zum Abtrag und Rückzahlung beſtimmten Gemeinde⸗Partial⸗ Obligationen wurde die Nr. 11, 12 und 14, jede zu 200 fl., und dann das Loos Nr. 75 zu 100 fl. gezogen; was mit dem Anfügen bekannt 10915 wird, daß die Capitalien am 1. Januar 851 entweder bei dem Handlungshaus Lind⸗ belmer in Friedberg oder bei dem hieſigen Ge⸗ meindeeinnehmer in Empfang genommen werden können, da von da an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Büdesheim den 9. November 1850. Der Großh Heſſ. Bürgermeiſter Heep. Verſtelgerung. 1798) Dienſtag den 26. November, Vor⸗ mittags 10 Uhr, läßt die Heinrich Hock'ſche Wittwe bahier durch den Unterzeichneten, erb⸗ vertheilungshalber, folgende Gegenſtände gegen gleich baare Zahlung verſteigern: 1) 6 Pferde, 2) 5 Kühe, worunter eine friſchmelkende, 3) 1 Maſtochs, 4) 2 Rinder, 5) 1 Kalb, 6) 5 fette Schweine, 7) 2 Mutterſchweine, 80 10 Sprenger. Aſſenheim den 16. November 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. — 370— Aufforderung. (1799) Forderungen und Anſprüche jeder Art an das Vermögen der verſtorbenen Anna Eliſabetha Ritter von Fauerbach J., ſind inner⸗ halb acht Tagen bei dem Unterzeichneten an⸗ zuzeigen, wibrigenfalls ſie bei Vertheilung des Nachlaſſes nicht berückſichtigt werden. J Fauerbach 1. den 18. November 1850. Der Großb. Heſſ Bürgermeiſter chnei der. Privnt- Bekanntmachungen. ein Spezereiwaarengeſchäft etablirt hab Solche zu billigſt geſtellten Preiſen. Friedberg im November 1850. ADD οοοοοο οον 8 ch hiermit ergebenſt anzuzeigen, daß ich dahier a e und empfehle alle in die ſes Fach einſchlagende Artikel unter Zuſicherung reeller und billiger Bedienung zur geneigten Abnahme beſtens. Auch führe ich alle Sorten Liqueure, ſowie feinſte Grog⸗ und Punſch⸗Eſſenzen, und erlaſſe JJCCCCCCTCCCSSTCTCCCCCCcC0C0 0 ²⁰Üwꝛm A x Geſchäfts⸗Eröffnung. (1737) Dem geehrten Publicum beehre mi Wilhelm Hanſtein, am Haagk Nr. 465. AND DnD οονοαπν . ⁵˙!]ðx. ̃]. ̃˙ Zum Vermiethen. (1788) Ein möblirtes Zimmer iſt gleich zu beziehen. Näheres ertheilt die Expedition. Agenten⸗Geſuch. (1716) Es werden thätige und gewandte Leute als Agenten und Commiſſionäre geſucht, in Vilbel, Aſſenheim, Friedberg, Butzbach, Mün⸗ zenberg, dieſelben müſſen in ihrem Bezirk auf dem Lande Bekanntſchaft und Vertrauen haben und Wirthe, Beamte oder Kaufleute ſein. Näheres F. J. Rauch, D. 100 Mainz. Nur Franco⸗Briefe werden angenommen. Wohnungsveraͤnderung. (1792) Ich ermangle nicht ein verehrliches Publikum zu benachrichtigen, daß ich mein bis⸗ heriges Logis verlaſſen und den zweiten Stock des ſogenannten Eiſen⸗Fritziſchen Hauſes be⸗ zogen habe. Für den ſo zahlreich geſchenkten Zuſpruch dan⸗ kend, werde ich auch fernerhin durch reelle Be⸗ handlung, gute und preiswürdige Waare, das in mich geſetzte Vertrauen zu erhalten ſuchen. Bei dieſer Gelegenheit empfehle ich mein in dieſem Augenblick beſonders reich aſſortirtes Lager von Uhren jeder Art, ſowohl Pendüls⸗ als Taſchenuhren, zu möglichſt billigen Preiſen. Friedberg den 14. November 1850. K. Caſſella. Zum Vermiethen. (17600 Ein Wohnzimmer iſt mit oder ohne Mödel zu vermiethen und kann gleich bezogen werden in der Burg bei Fr. Schweitzer. Zu Vermiethen. (1800 Für einen einzelnen Herrn iſt eine freundliche Wohnung auf der breiten Straße zu vermiethen und kann die Koſt gegeben wer⸗ den. Näheres bei der Expedition d. Bl. Are: (1801 von Terneaux⸗, Hamburger-Stauchen⸗ und Strickwolle, ferner von Druckzeugen, Kat⸗ tunen, Napolitaine, Bettzeugen, Näh-, Strick⸗ und Stickſeide ꝛc. zu herabgeſetzten Preiſen bei H. W. Müller's Wittwe in der Uſergaſſe. Zum Vermiethen. (1802) Zwei möblirte Zimmer, jedes mit einem Schlafcabinet verſehen, wovon das eine ſogleich das andere bis zum 1. Dezember be⸗ zogen werden kann, ſind zu vermiethen bei Ja⸗ cob Pfeffer nächſt dem Bahnhof. Verſtei gerung. (1803) Unterzeichnete will Donnerſtag., als den 28. November d. J., Vormittags 9 Uhr, nachbezeichnete Gegenſtände, gegen annehmbare Bürgſchaft Credit bis Martini 1851„einer öffentlichen Verſteigerung ausſetzen, als: 19 zwei Pferde, von 4½— 6 Jahren, 2) ſechs Kühe, 3) ein Faſelochs und zwei Rinder, 4 zwei Schweine, 50 zwei Wagen, vollſtändig, einer noch neu, 60 zwei Pflüge, neu, und eine Egge, 7) eine Chaiſe in gutem Zuſtande, 8) mehrere Fäſſer, 9) ein Branntweinbrennerelgeſchirr mit einem Keſſel, vollſtändig, 112 10) ſehr gut erhaltenes Pferdegeſchirr und ſonftige Geräthſchaften. g Wiſſelsheim am 16. November 1850. Balthaſar Webers Wittwe. Zum Verkaufen. 180) Eine Parthie Miſt hat zu verkaufen N Wirth Ph. Wagener in Friedberg. Zum Verkaufen. (1805) Eine Parthie Miſt iſt zu verkaufen bei C. ertwig. Zum Verkaufen. (1806) Ein gutes Zugpferd ſteht zu ver⸗ kaufen bei Karl Berg in Friedberg. Anzeige. (1807) Eine große Parthie feſtfarbiger Kat⸗ tune habe ich erhalten, wovon ich die feinſten neuſten von 16 bis zu 20 kr. und die älteren Muſter von 7 bis zu 12 kr. per Elle erlaſſe. Bei dieſer Veranlaſſung erlaube ich mir mein gut aſſortirtes Lager von ſchweren Möbel⸗ und Vorhang-Kattunen von 12 bis zu 20 kr. per Elle in Erinnerung zu bringen. R. C. Haußer, auf dem Römerberg in Frankfurt a. M. Einladung. 1808) Montag den 25. November, bei Gelegenheit des hieſigen Katharinen-Mar kts, findet in meinem Saale ein Ball ſtatt. Indem ich bierzu ergebenſt einlade, wird bemerkt, daß nebſt guten und billigen Getränken auch eine Reſtauration anzutreffen iſt. Butzbach den 15. November 1850. Carl Becker, zum deutſchen Hof. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg —