hei 6 en 1 14. Juli. verrichtet: isch. Stadtkirche: Stadrlircht: tc. c Burgkirche: Sell. r Burgkirche: Lage und Butzbach Juli. — grid · Buß · berg. bach. uu Fi. kt. 5 — 3 ů— 1 37 6 Lig 16.* 1060 167 15 pf. pf. * 1. 8.— 7 171— 5— 72502 91— 82 1172 n- HS NSE 1 181— 18 21 21 a- Ae 16— 6 11— 5 1461 „ een 112 igenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 35. Mittwoch den 17. Juli 1850. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks f Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter und Polizei⸗Offieianten des 5 Regierungsbezirks. Betreffend: In Unterſchungsſachen gegen die Gebrüder Sebaſtian und Wilhelm Schoenecker aus Kinzighauſen und Philipp Völ⸗ ker aus Hanau, wegen Falſchmünzerei, ſowie die Wittwe Caroline Lotz, wegen Betheiligung resp. Mitwiſſenſchaft. Unter Mittheilung einer Requiſition des peinlichen Verhöramts Frankfurt weiſen wir Sie an, nach ſorgfältiger Erkundigung und ſich ergebenden Reſultats zu berichten, ob und welche gedachter Münzſorten curſiten oder curſirt haben. Friedberg den 11. Juli 1850. r Am 29. Juni l. J. wurde dahier in dem Gaſthaus zum Donnersberg, auf geſchehene, Anzeige hin, daß dort dem Anſcheine nach Falſchmünzerei betrieben werde, eine Hausſuchung gehalten, und hierbei ein zur Falſchmünzerei vollſtändig hergerichteter und tauglicher Apparat vorgefun— den, zugleich auch die drei Rubricaten, anſcheinend mit ein⸗ zelnen Arbeiten, der Falſchmünzerei beſchäftigt, betroffen und verhaftet. 8 Nach dem jetzigen Stand der Unterſuchung iſt anzu⸗ nehmen, daß in der letzten Zeit nur Frankfurter Gulden geprägt wurden. 5 Dieſelben tragen auf einer Seite den Frankfurter Adler mit der Umſchrift„freie Stadt Frankfurt“, auf der andern Seite den Eichelkranz mit der Inſchrift„1 Gulden 1846. Die Gravirung, Ränderung und Prägung der falſchen Guldenſtücke beſonderes erſtere iſt ſehr gut ausge— führt, das dazu verwendete Metall Meſſing und galvantiſch verſilbert. Eine Verſchiedenheit zeigt die Schrift, welche auf den falſchen Guldenſtücken etwas größer und ſchmächti— ger, auch ungleicher als auf den ächten iſt; am kenntlichſten dürften dieſelben durch die bläuliche Silberfarbe und den durchſcheinenden Meſſingſchimmer, ſowie auch durch den falſch— tönenden Klang ſein. Der Stempel für die Adlerſeite iſt bereits in amtlichem Beſitz, dagegen derjenige der Schrift— ſeite mit der Jahrzahl 1846 noch nicht ermittelt oder auf⸗ gefunden werden konnten. Außerdem hat ſich aber ein Stempel mit gleicher Schrift und der Jahres zahl 1848 vor⸗ gefunden, wornach es nicht unmöglich wäre, daß vielleicht früher falſche Guldenſtücke mit dieſer Jahreszahl geprägt und in Umlauf geſetzt worden wären. Wir erſuchen Sie dahier dringend die eifrigſten Nach⸗ forſchungen anzuſtellen, ob ſich dermalen in Ihrem Gerichts ſprengel vielleicht ſolche falſche hieſige Guldenſtücke beſonders mit der Jahreszahl 1840 in Circulation befinden, oder deß⸗ halb bereits eine Anzeige gemacht worden iſt. Zugleich aber erſuchen wir Sie um gefällige Benachrichtigung über die in den letzten Jahren bei Ihnen in Circulation gekom⸗ menen falſchen Münzen, beſonders Guldenſtücke, Dreißig⸗ kreuzerſtücke und Sechskreuzerſtücke, indem in rubricirter Unterſuchungsſache aufgefundene Durchſchlagmaſchienen die dem Anſcheine nach fruher benutzt worden waren, auf Prägung dieſer Geldſorten deuten. —————— 1vꝓyU— Erinnerungen eines Londoner Polizei-Deamten. II. Schuldig oder Nicht⸗ſchuldig. Einige Wochen nach der glücklichen Beilegung der Sandford'ſchen Angelegenheit ward mir die Auskundſchaf— tung der Urheber eines merkwürdigen Falls von Einbruch und Mord übertragen, welcher ſo eben in der Wohnung eines gewiſſen Mr. Bagſhawe, eines ſehr wohlhabenden Mannes in der Nähe von Kendal in Weſtmoreland ſtatt— gefunden hatte. Der nähere Thatbeſtand, wie er von den Lokalbehörden der Londoner Polizeiverwaltung mitgetheilt worden, war etwa folgender: Mr. Bagſhawe, welcher mit ſeinem ganzen Haus- weſen einige Zeit in Leamington, in Warwickſhire, ab— weſend geweſen war, meldete einer Sarah King(ein junges Frauenzimmer), welche er als Hausverwalterin und Schaff— nerin zurückgelaſſen hatte, ſeine nahebevorſtehende Rückkehr, und zugleich die Heimkehr ſeines Neffen, Mr. Robert Briſtowe, der eben aus dem Ausland zurückgekehrt und wahrſcheinlich unmittelbar von London nach Five Oaks Houſe abgereiſt war; für dieſen ſollte ein beſonderes Zim— mer gelüftet und ein anderes zu ſeinem Empfang herge— richtet werden. Die King hatte ſich gegen mehrere Ge— werbsleute von Kendal am Morgen vor der Nacht des Mordes und Einbruchs über das beſtimmte Eintreffen dieſes Neffen geäußert, und Jene hatten auf Sarah King's Auf⸗ trag friſches Fleiſch, Geflügel, Fiſche ꝛc. nach Five Oaks — — 222— dt. Der Junge, welcher die Fiſche hingebracht, er⸗ 1 er habe 500 fremden jungen Herrn durch die halb⸗ geöffnete Thüre in einem der Empfangszimmer des Erd—⸗ geſchoſſes bemerkt. Am folgenden Morgen entdeckte man, daß in Five Oaks Houſe nicht ein- ſondern aus ge⸗ brochen worden ſei, wie aus dem Zuſtand der Thürangeln und Riegeln zu ſehen war, und die Schaffnerin grauſam ermordet gefunden wurde. Die Nachbarn fanden ſie todt und eiskalt am Fuß der großen Haupttreppe, nur mit Strümpfeu und Nachtgewand bekleidet, einen flachen Nacht- leuchter mit der Hand krampfhaft umſchloſſen. Man ver⸗ muthete, ſie ſeie durch irgend ein Geräuſch im Erdgeſchoſſe geweckt, herabgekommen um nach der Urſache deſſelben zu ſehen, und bei dieſer Gelegenheit von den Räubern erbar⸗ mungslos erſchlagen worden. Mr. Bagſhawe kam den Tag darauf an, und nun ergab ſich's, daß die eingebrochenen Diebe nicht allein eine große Menge Silbergeſchirr, ſondern auch zwiſchen 3 4000 Pfd. Sterling in Gold und Banknoten mit⸗ genommen hatten. Die einzige Perſon, welche, außer ſei⸗ ner bei ihm wehnenden Nichte, um das Vorhandenſein dieſer Summe im Hauſe wußte, war ſein Neffe Robert Briſtowe, dem er nach London, in Hummum's Hotel ge⸗ ſchrieben hatte: die Summe für den ſchon längſt in Aus⸗ ſicht ſtehenden Ankauf des Gutes Ryland liege ſchon ſeit einiger Zeit in Five Oaks parat, da er noch mit ihm Rückſprache nehmen möchte, bevor er den Handel definitiv abſchließe. Dieſer Mr. Robert Briſtowe ſchien nun ſpur⸗ los verſchwunden, und zu noch größerer Beſtätigung des Verdachts gegen ihn, der freilich Mr. Bagſhawe und ſei⸗ ner Nichte unſäglich peinlich ſein mußte, daß er nämlich der Dieb und Mörder ſei, war ein Fetzen von eben dieſem Briefe des Oheims an ihn in einem der Zunmer von Five Oaks gefunden worden. Da er in der Nachbarſchaft von Kendal ſpurlos verſchwunden war, ſo vermuthete man, er müſſe mit ſeiner Beute nach London zurückgekehrt ſein, und eine möglichſt genaue Beſchreibung ſeiner Perſon und der Kleidung, die er nach der Ausſage des Laufburſchen vom Fiſchhändler trug, ward von den Behörden nach Lon⸗ don geſandt. Ebenſo ſtellten ſie zu unſerer Verfügung einen gewiſſen Joſiah Barnes, einen ſchlauen, ge⸗ ſcheidten Burſchen von Thunichtgut, der anfangs feſtge— nommen worden war, weil er früher mit der erſchlagenen Sarah King Umgang gehabt, die aber, wie es ſchien, wegen ſeiner unverbeſſerlichen Trägheit und ſeiner auch in anderer Beziehung minder löblichen Aufführung, längſt mit ihm gebrochen hatte; allein er hatte nicht nur ein Alibi auf's Bündigſte nachgewieſen, ſo daß man ihn ſchon nach einer Haft von wenigen Stunden hatte entlaſſen müſſen, ſondern auch einen ſo großen Eifer für die Auf⸗ findung des Mörders ſeines wirklich innig geliebten Mäd— chens an den Tag gelegt, daß ſeine Hülfe bei ſeiner um— faſſenden Perſonen- und Ortskenntniß am Schauplatz des Verbrechens gar nicht zu verachten war. Joſiah Barnes war ſeines Gewerbes eigentlich Zimmermann, wie ſein Vater, und in ſeinem Fache nicht ungeſchickt; aber er zog es vor, das unſtäte Leben eines Muſikanten zu führen, und bei den kleinen Feſten und Vergnügungen der ärmeren Kendaler zu ſingen, die Violine zu ſpielen oder den Bauch⸗ redner, Taſchenſpieler und Buffo zu machen. Sein größter Vorzug für uns war, daß er Mr. Robert Briſtowe von Geſicht kannte; ſobald ich daher meinen Auftrag und In— ſtructionen empfangen hatte, begab ich mich mit ihm nach Hummum's Hotel, in Covent-Garten; dort erhielt ich auf meine Fragen die Antwort, daß Mr. Robert Briſtowe ſchon vor einer Woche das Hotel verlaſſen habe; ohne ſeine übrigens ganz geringe Zeche zu bezahlen, und daß man ſeither Nichts mehr von ihm wiſſe, er auch ſein Ge— päck nicht mitgenommen habe. Dies war ſeltſam, obwohl die genannte Friſt ihm Zeit genug gegeben haben würde, Weſtmoreland an demjenigen Tage zu erreichen, wo er laut Bericht dort angekommen war. „Was für eine Kleidung trug er, als er zuletzt im Hotel geſehen wurde?“ fragte ich. „Dieſelbe, die er gewöhnlich trug: nämlich eine militäriſche Interimsmütze mit goldener Borte, einen mili— täriſchen blauen Ueberrock, leichte Beinkleider und Welling— tonſtiefeln!“ war die Antwort. Genau daſſelbe Koſtüm hatte auch des Fiſchhändlers Laufburſche beſchrieben. Hierauf begaben wir uns nach der Bank von England, um zu erfahren, ob einige der entwendeten Noten umgewechſelt worden ſeien; ich über⸗ gab eine mir von Mr. Bagſhawe eingehändigte Liſte und erhielt artig zur Antwort, daß ſie alleſammt ziemlich früh am Tage zuvor von einem Herrn in halbmilitäriſcher Tracht und einer Interimsmütze eingeloͤſt worden ſeien. Das In— doſſament auf der Rückſeite lautete auf einen Lieutenant James, und die Adreſſe:„Harley Street, Cavendiſh Square,“ war natürlich eine erdichtete. Der Kaſſier be— zweifelte ſehr, die Identität der Perſon des Herrn beſchwören zu können, der die Noten eingewechſelt, aber ſeinen Anzug hatte er ſich ganz beſonders gemerkt. Ich kehrte auf das Polizeibureau zurück, um zu berichten, daß ich Nichts aus— gerichtet habe; es ward nun befohlen, genaue Steckbriefe von Robert Briſtowe auszugeben und eine bedeutende Prämie auf ſeine Beifahung oder genügende Nachweiſe über ihn zu ſetzen. Allein kaum war der Befehl gegeben, ſo ſahen wir zu unſerem nicht geringen Erſtaunen Mr. Robert Briſtowe in eigener Perſon unbefangen über Scot— land Yard herüberkommen und auf das Polizeibureau zu— ſchreiten, noch immer in der alten Kleidung. Kaum hatte ich noch Zeit gehabt, den Juſpector zu bitten, er ſolle ja kein Arb wohn verrathen, ſondern ruhig ſein Vorbringen anhören und ihn wieder in Frieden ziehen laſſen,(ja kaum war ich ſelbſt mit Joſiah Barnes hinter eine ſpaniſche Wand ge⸗ treten, ſo trat Robert Briſtowe ſelber herein und brachte eine förmliche aber äußerſt confuſe Ausſage vor, er ſei vor ungefähr einer Woche ſelbſt beſtohlen worden, er wiſſe nicht von wem oder wo,— er ſei dann bei dem Bemühen, die Diebe zu entdecken, mehrere Tage lang von einer Perſon, die er jetzt für einen Spießgeſellen der Räuber halten müſſe, myſtiftcirt, und in der Irre herumgeführt worden. Aber ſelbſt von dieſer letzteren Perſon konnte er keine ge— nügende Beſchreibung geben, und nachdem der Juſpector ruhig ſeine Angabe angehört, welche ohne Zweifel eben— falls eine Myſtification beabſichtigte, ſagte er ihm, die Polizei werde Nachforſchungen anſtellen, und wünſchte ihm guten Morgen. Sobald er aus Scotland Yard in die Straße eingebogen, welche zum Strand führt, machte ich mich hinter ihm her. Er wandelte gemächlich zu, doch ohne anzuhalten, bis er den„Sarazenenkopf,“ ein Gaſt— haus in Snowhill, erreichte, wo er ſich zu meinem größten Erſtaunen für den Nachtwagen nach Weſtmoreland ein— ſchreiben ließ. Er trat dann in das Gaſthaus, ſetzte ſich in's Kaffeezimmer und beſtellte eine Flaſche Sherry und Zwieback. Da er nun jedenfalls ſich hier einige Zekk auf— halten mußte, wollt' ich eben ein wenig in der Straße auf- und abgehen und mich über die zweckmäßigſten Schritte beſinnen, die ich nun zu thun hatte, als ich drei ſchmuck⸗ gekleidete Burſchen mit frechen Geſichtern, in deren Einem ich trotz der eleganten Kleidung einen gefährlichen Kerl zu erkennen wähnte, ebenfalls in das Bureau des Stellwagens treten ſah. In meiner Lage natärlich mißtrauiſch, trat ich ſo nahe an die Thuͤre, als ich ohne Aufſehen und ohne bemerkt zu werden, konnte, und hörte den Einen N obwohl würde, eu, 1e er T zuletzt im Amlich eine einen mill, IS N 1 Welling. cbandlers uns nach einige der ich uͤber⸗ e Liſte und emlich früh cher Tracht . Das In⸗ Veutenant Cavendish Kaſſier be⸗ deſchwoͤreu men Anzug te auf das Nichts aus. Steckbriefe bedeutende Nachweiſe gegeben, nen Mr. über Scot⸗ iburegu zu⸗ Kaum hatte ſolle ja fein en anhören um war ich Wand ge⸗ und brachte vor, er ſei en, er wiſſe emüben, die ner Perſon, uber halten ort worden. er keine ge⸗ Juſpectot eifel eben⸗ im, die unſchte ihm hard in die nachte ich 7 zu, doch eu Gaſt⸗ ven größten errland ein⸗ tte ſſch Sherry und eh aul, der Straße ten Schtittt ti ſchnuc⸗ deren Einem ben Kerl zu lwagen Vcc, trat geben und den Einen — 223— davon, in welchem ich an der Stimme meinen Be— kannten zu erkennen glaubte, die Frage thun: ob noch freie Plätze im Nachtwagen nach Weſtmoreland zu bekom- men ſeien?— Nach Weſtmoreland? Was in's Merkur's Namen konnten denn drei Beutelſchneider vom reinſten Waſſer im Lande des Ginſters und der Friesröcke wollen! Die nächſte Frage meines Bekannten, die er an den Com- mis richtete, während er das Geld für drei Plätze im Fond nach Kendal bezahlte, war ebenſo oder vielmehr in noch höherem Grade befremdlich; er fragte nämlich:„Wird der Herr, der vorhin aus dem Bureau trat, der in der Offiziersmütze nämlich, unſer Reiſefährte ſein?“ „Allerdings, er hat ſich einſchreiben laſſen, und iſt ſeither, glaub' ich, in's Haus getreten!“ war die Antwort. Zeit in einen Seitenflur zu treten, als die drei Gentlemen aus dem Bureau traten, an mir vorübergingen und den Hof verließen. Ich weiß nicht wie es geſchah; allein mich überkam plotzlich ein unbeſtimmter Argwohn in Betreff des Zuſammenhangs dieſer drei Burſche mit der„Offtziers⸗ mütze, und den Ereigniſſen von Kendal. Offenbar ſteckte dahinter etwas Unnatürliches, hinter das ich übrigens zu kommen hoffte. Mein nächſter Gedanke war: die Fahrt nach Weſtmoreland mitzumachen und die drei Spitzbuben ſammt dem in der Offiziersmütze genauer zu belauſchen: da— her trat ich in das Bureau, fand zum Glück noch zwei Plätze vakant und belegte Beide für James Jenkins und Joſiah Barnes, zwei Landsleute und Freunde von mir, „Danke ſchön, guten Morgen!— Ich hatte kaum die in die nördliche Gegend zurückkehren wollten. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NIN INM NN N NN Edictalladung. (1046) Im Jahre 1823 leiſtete Peter Bou⸗ temp in Frietberg dem hieſigen Hospitalfond, resp. der geiſtlichen Stiftungsdeputation als Rechner jenes Fonds eine Caution durch Ver- pfändung mehrerer Grundſtücke im Werthe von 1057 fl. und im Jahre 1843 ſetzte Johannes Breitenbach in Oberwöllſtadt der hieſigen Stadt- kirche eine Hofraithe wegen gehöriger Verrich tung der übernommenen Weißbinderarbeiten un⸗ terpfändlich ein. Beide Cautionen ſind nach vorliegender Anzeige erloſchen, die Urkunden jedoch verloren gegangen. Sollten dritte die⸗ ſelben beſitzen und Anſprüche daraus begründen wollen, ſo iſt dies ſo gewiß binnen 6 Wochen von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt, daß kein ſolcher Anſpruch mehr beſtehe, unterſtellt und Löſchung der betreffenden Einträge in den Hppo⸗ thekenbüchern verfügt werden wird. Friedberg den 22. Juni 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Verpachtung fiskaliſcher Grundſtücke zu Friedberg. 1103] Die nachgenannten fiscaliſchen Güter⸗ ücke werden mit Ablauf dieſes Jahres leihfäl⸗ lig und da die letzte Verſteigerung derſelben von Gr. Ober ⸗Forſt⸗ und Domänen ⸗Direction die höhere Genehmigung nicht erhalten hat in den unten angegebenen Terminen in dem Gaſthauſe um Maulbeerbaum dahier, anderweit auf 6 ahre, von Anfang 1851 an ſtückweiſe öffent⸗ lich verpachtet, und zwar: 1) Mittwoch den 17. dieſes Monats von Nach- mittags 2 Uhr an; die Grundſtücke in der Fauerbacher, Ockſtädter und Straßheimer Gemarkungen; 2) Freitag den 19. von Nachmittags 2 Uhr an: die Grundſtücke in der Stadt Fried- berger Gemarkung(ehemalige Mainzer⸗ domkapiteliſche und Deutſchordensgüter); 3) Dienſtag den 23. ebenfalls von 2 Uhr an: die Grundſtücke in der Burg Friedberger Gemarkung. Friedberg den 9. Juli 1850. Der Gr. Heſſ. Rentamtsvicar des Rentamts Friedberg ien Bekanntmachung. (1127) Samſtag den 10. Auguſt l. J., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohn⸗ haus des Auguſtin Hütter zu Dornaſſenheim auf daſigem Rathhauſe verſteigert werden. Reichelsheim den 10. Juli 1850. Herz. Naſſ. Landoberſchultheißerei n Gras ⸗Verſteigerung. (1128) Donnerfiag den 18. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das Gras von circa 6 Morgen Gemeindewieſen zu Heu öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Oberwöllſtadt den 15. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Breidenbach. Verſtei gerung eines Oeconomiegebäudes auf den Abbruch zu Glaubzahl. (1129) Montag den 22. d, Vormittags um 11 Uhr, ſoll das auf dem Forſſhof Glaubza bei Nidda befindliche, noch gut in 1— 7 aus ſteinernen Umfangsmauern von 83 Fuß Länge und 42 Fuß Breite aufgeführte, mit Ziegeln gedeckte, nunmehr entbehrliche ſüdliche Oeconomiegebäude unter den im vorgenannten Termin bekannt zu machenden Bedingungen auf Wen meiſtbietend öffentlich verſteigert werden. Ridda den 11. Juli 1850. Der Gr. Heſſ Kreisbaumeiſter des Baubezirks Nidda Linde. Privat- Bekanntmachungen. (707) Die weit und breit rühmlichſt bekannten und bewährten Aechten Ohren ⸗ Magnete (à Paar mit Gebrauchs-Anweiſung in eleganten Carton verpackt 1 Thlr. Pr. Cour.), welche ein vorzüglich ſchnelles Heilmittel gegen Kopfleiden aller Art, rheumatiſche Zahn⸗ chmerzen, Ohrenreißen und Harthörigkeit find, ſowie Goldberger's thermo-electrische Fingerringe in allen Größen, (à Stück mit Gebrauchs-Anweiſung erſter Qualité 1 Thlr. Pr. Cour. zweiter Qualite 20 Sgr. Pr. Cour.) die mit vielem Nutzen gegen Schreibkrampf, Zittern und Schwäche in den Händen, ſowie zur Stärkung und Kräftigung der Finger⸗ und Handmuskeln und Nerven, ohne jede Unbequemlichkeit getragen werden, ſind bei dem Unterzeichneten ſtets echt und unverfälſcht zu den feſtgeſtellten Fabrikpreiſen vorräthig, und werden, als ihrem Zweck vollkommen ent⸗ ſprechend, zur geneigten Abnahme beſtens empfohlen. Friedberg. P. F. Schmittner, nächſt der Burg. Bad⸗Nauheim. (1122) Das diesjährige große Haupt— ſchießen wird Montag den 22. Juli abgehalten, wozu einladet. Die Schuͤtzenmeiſter: Raabe. Rieß. Der Platzmeiſter: D. Fritz. In Bezug auf vorſtehende Annonce bemerke ich, daß Sonntag den 21. Juli gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik, Montag den 22. Juli, am Tag des Hauptſchießens, Harmonie-Muſtk ſtatt⸗ findet, ausgeführt von der Offenbacher Bürgergarde-Muſik, und um 1 Uhr table d' Hote in meinem Saale anzu— treffen iſt, wozu hoflichſt einladet D. Fritz. Anzeige. (1110 Daß ich das ſeit mehreren Jahren für meinen verſtorbenen Vater geführte Geſchäft als Frauenkleidermacher für mich übernommen habe, bringe ich zur ergebenen Anzeige mit der Bitte, daß diejenigen verehrlichen Kunden, welche mir ſeither ihr Zutrauen ſchenkten, mich ferner mit ihrem Wohlwollen beehren werden, indem ich ſtets billige, moderne und zur Zufriedenheit meiner Auftraggeber ausfallende Arbeit liefern werde. Auf Verlangen bin ich bereit bier in Fried⸗ berg auch die Arbeit in dem Hauſe zu verfer⸗ tigen und bittet um geneigten Zuſpruch Friedberg. Jacob Berg, Frauenkleidermacher, wohnhaft bei Heinrich Lochmann in der Burg, nächſt der Kirche. Großes Preiskegelſchieben (1129) findet Sonntag und Montag den 21. und 22. d. M. in dem Garten des Unter- zeichneten ſtatt und ladet dazu höflichſt ein Butz bach. C. Becker, zum deutſchen Hof. „ Die Magdeburger Keuerverſicherungs⸗Geſellſchaft (10960 übernimmt zu billigen, feſten Prämien Verſicherungen gegen Feuersgefahr ſowohl in Städten, als auf dem Lande, auf bewegliche und unbewegliche Gegenſtände. ö N In der Billigkeit ihrer Prämienſätze ſteht dieſelbe gegen keine andere ſolide Anſtalt nach, auch gewährt ſie bei Verſſcherungen auf längere Dauer bedeutende Vortheile. n 5 Ueber den Geſchäftsſtand der Geſellſchaft. geben nachſtehende Auszüge aus dem Rechnungs-Abſchluſſe pro 1849 die befriedigendſten Aufſchlüſſe. ü 5 5 d Ueberſicht des Activ⸗Vermögens der Geſellſchaft am 1. Jannar 1830. Rthlr. Sgr. Pfg. Kapital⸗Fonds: Grund⸗Kapitalll 72 I, 000, Nihir Sg gs abzüglich noch nicht begebener 48 Stuck Actien 48,000 77—— 952,000 Rthlr.— Sgr.— Pfg. Reſerve⸗Fonds aus dem Jahre 1848 4,363 Rthlr.— Sgr.— Pf. 1 aus dieſem Jahre. 8,092„ 7„ 7 PFF 964,445 7 7 Prämien⸗Reſerve der baar vereinnahmten Prämie: für 1850 auf 57,488,853 Rthlr. Verſicherungsſummme 94,746 Rthlr. 19 Sgr. 10 Pfg. „ ſpätere Jahre 0 2.300— 3 11 120,046 23 9 Zurückgeſtellt fuͤr 84 angemeldete, aber noch nicht regulirte Brandſchäden 5 40,000—— Summa 1,124,502 1 4 Prämien⸗Reſerve der noch zu vereinnahmenden Prämie: t f auf 15,705,125 Rthlr. Verſicherungsſumme mehrjähriger Verſicherungen mit jährlicher Prämien- Zahlung 5 2 67 0 5 147,050 24.— ueberſicht des Geſchäfts Betriebes im Jahre 1849. Geſchloſſene Verſicherungen: vorgetragen aus dem Jahre 1848 48,879,215 Rth. Verſicherungsſumme mit Prämie im Jahre 1849 geſchloſſene neue Ver⸗ 5 ſicherungen 17,604 auf längere Dauner 64,611,052„ wofuͤr an Prämie vereinnahmt 228,260 16— auf kürzere Dauer und Transporte 295,682,631. e 1 23,741 6 11 Summa der geſchloſſ. Verſicherung 409,172,898 Rth. der vereinnahmten Prämie] 334,818 27 6 Ferner wurden auf mehrere Jahre mit jährlicher Prämien⸗Zahlung verſichert: 15,705,124 Rth. und ſind dafür an Prämie noch zu vereinnahmen. 147,050 24— Geſammr- Prämie 481,808 29 102,817 4 7 Von dem Rein⸗Gewinne des Jahres 1849 de 36,115 Rthlr. 20 Sgr. 3 Pfg. ſind 8,092 Rthlr. 7 Sgr. 7 Pfg in den Reſerve⸗ Fonds gelegt, und an die Actionäre 27 Rthlr. pro Aetie Dividende vertheilt. g N Der unterzeichnete Agent nimmt Verſicherungs-Anträge gern entgegen und ertheilt über die näheren Bedingungen W. Kullmann, Agent der Magdeburger Feuerverſicherungs ⸗Geſellſchaft in Vilbel. ſtets bereitwillig Auskunft. Zu Vermiethen. (1102) Ein möblirtes Zimmer nebſt Schlaf⸗ kabinet hat zu vermiethen Carl Klein, Friedberg. nächſt der Eiſenbahn. Zum Verkaufen 1130) Ein Haus hat auf den Abbruch zu verkaufen Melbach. Joh. Kleeberger. Ball zu Aſſenheim. (1131) Um dem vielfachen Wunſche israe⸗ litiſcher Bürger zu entſprechen wird in meinem Saale Samſtag den 20. Juli d. J. ein Ball abgehalten. Von 2 bis 4 Uhr findet Harmonie⸗ und dann Tanzmuſik ſtatt. Das Entrée beträgt 36 kr., wofür eine Flaſche Wein verabfolgt wird. Das Comité ſowohl, wie Unterzeichneter wer⸗ den für eine ſolide Behandlung ſorgen und Letzterer außerdem für gewünſchte Speiſen und Getränke den Wünſchen der verehrten Gäſte entſprechen. Aſſenheim den 11. Juli 1850. Chriſtian Bertalott. Einladung zu einem Geld⸗Scheibenſchießen, 61132) welches Sonntag den 21. d. M. in der Nähe von Dornaſſenheim bei günſtiger Wit⸗ terung abgehalten werden ſoll. Die erſte Gabe iſt 3 fl. ꝛc. Für gute Speiſen und Getränke wird beſtens geſorgt und lade ich alle Freunde des Schießens und geſelligen Vergnügens hierdurch ergebenſt ein. Es wird noch bemerkt, daß mit Büchſen, welche nicht unter 18 Kugeln auf das Pfund ſchießen, geſchoſſen wird. 5 Das Nähere beſagt der Anſchlagszettel. Dornaſſenheim den 15. Juli 1850. Wilhelm Klein, Gaſtwirth. Anzeige. 1133) Bei unterzeichnetem ſtehen noch einige ſehr gute zweirädrige Wippkarren mit eiſernen Achſen aus freler Hand billig zu verkaufen. Friedberg. N. Wag e Oſſenheimer Waͤldchen. Nachkirſchenfeſt. (113% Sonntag den 21. Juli Harmonie⸗ und Tanzmuſik mit vorzüglich zu empfehlenden Einigkeitskirſchenkuchen— wozu oi einladet e he. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. enn