berg. den 11. Auguſt gen verrichtet: * Sell. der Stadtkirche: zun let. der Stadtkirche: Riller. der Burglirche: Eulet. der Burgkircht: Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 745 63. Mittwoch den 14. Anguſt 18530. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre, ſowie die Gendarmen dieſes Regierungsbezirks. Taxe Sie werden hiermit angewieſen, auf den Johannes 7 Buß aus Kalbach, welcher dringend verdächtig iſt, am 4. u and Bübbach f. M. einen Diebstahl mittelſt Einbruchs zum Nachtheil des „ August. Packers W Moritz 1 zu ehen verübt zu — ben und flüchtig geworden iſt, genau zu fahnden und ihn 7 dub im Betretungsfall zu arretiren und hierher abzuliefern. 1 5 Friedberg den 8. Auguſt 1850. % a Perſon⸗Beſchreibung. 3 Alter: 16 Jahre. Größe: 5 Schuh, 2 Zoll. Haare: 1 blond. Augen: blau. Augenbraunen: blond. Naſe 3 8— ſtark. Mund:: mittel. Stirn: frei. Bart: keinen. Kinn: a e. rund. Geſicht: oval. Statur: geſetzt. 167 X½% Kleidung. 17* 18 Melirter Sommerrock von grünlicher Farbe. Die übrige Kleidung dürfte der Flüchtige vertauſcht haben. 55.* Wee ien, l be 71 an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. 7 1 Betreffend: Die Einrichtung von Induſtrieſchulen in den Gemeinden 1 des Regierungsbezirks Friedberg. 116A Induſtrieſchulen, in welchen den Kindern gewiſſe me⸗ „ cqhaniſcheſßerkigkeiten— und zwar den Knaben in der Baum⸗ „und Gartenzucht, den Mädchen aber im Spinnen, Nähen 1 15— und Stopfen beigebracht werden, ſind in den meiſten Ge⸗ ee meinden des Regierungsbeztrkes ein ſehr gefühltes Bedürf⸗ 1 u niß. Der im Jahr 1849 für den hieſigen Regierungsbezirk 4 perſammelt geweſene Bezirksrath hat daſſelbe anerkannt und tin reges Jutereſſe für das Aufblühen dieſer gemeinnützigen 6— Anſtalten gusgeſprochen. Indem wir Sie hiervon in Kennt⸗ 40% niß ſetzen, empfehlen wir Ihnen, nach vorheriger Bera⸗ thung mit den Schalvorſtänden, wegen Einrichtung ſolcher Judlitrieſchulen in Ihren Gemeinden, insbeſondere wegen Aufbringung der nicht ſehr beträchtlichen Mittel zur Beſoldung des Lehrerperſonals mit dem Gemeinderath zu berathen und das Berathungsprotokoll uns berichtlich vorzulegen.— Schließlich bemerken wir, daß die Generalverſammlung des Mathildenſtifts den Gemeinden des früheren Kreiſes Fried⸗ berg für dieſen wohlthätigen Zweck einen jährlichen Beitrag, der ſich pro 1850 auf 1000 fl. berechnet, bewilligt hat. Friedberg den 6. Auguſt 1850. S Negierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 34 enthält: 1), Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 9 Juli, die Beſtellung der Wahlcommiſſäre für die Wahlen der Abgeordneten zu den beiden landſtandiſchen Kammern betr.— 2) Inſtruction des Gr. Miniſteriums der Juſtiz vom 2. Juli, die Bezeichnung gleichnamiger Ortseinwohner und die Wahrung der Namensveranderungen betr.— 3) Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums der Finanzen vom 12. Juli, die Aufnahme eines Capi⸗ tals von Zwei Millionen Gulden für den Eiſenbahnbau betr. In Gemäßheit des Art. 2 des Geſetzes vom 16, Juli 8 42, den Bau und den Betrieb der Eiſenbahnen im Großherzogthum betr., wonach de' zm Ba der mit den Ständen vereinbarten Haupt⸗Eiſenbahn⸗ 1„ ſoſth aur erſten Anſchaffung des Betriebsmaterials erförder⸗ 6 Jeg ſuf dem Wege der öffentlichen Anleihe aufgebracht wer⸗ Len hloſſen worden für den Bau der Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn tere„hen von Zwei Millionen Gulden zu einem Zins⸗ fuße vn% Pocent jahrlich aufzunehmen und daſſelbe im Wege der Se ö zu begeben, wenn annehmbare Gebote erfolgen. (Die um sia den neun Punkte enthalten u. a:) Ueber das An lehen werden 4% procentige Partial-Obligationen ausgefertigt, welche auf Juen lauten. Den Partiglobligationen werden Zins⸗ coupons beigeſligt. Die Summen, auf welche die Part alobligationen lauten, ſowie die Beträge, in welchen ſie von jeder Gattung ausge⸗ fertigt werden ſollen, beſtimmt das Groß h. Miniſterium der Ginanzen unter billiger Berückſichtigung der Wunſche des Gläubigers, Der Zins der Partialobligationen beginnt mit dem 1. September d.. und wird halbjahtig am 1. März und 1. September bei allen Gr. Staatskaſſen und in Frankfurt a. M. bei dem damit beauftragt wer⸗ denden Banquierhauſe gegen Ablieferung der Zinscoupons koſtenfrei und ohne Abzug bezahlt. Der Darleiher hat die ganze von ihm nach ſeinem Gebote zu zahlende Summe in grober ſüͤddeutſcher Münze oder auch in Gr. Heſſ. Grundrentenſcheinen koſtenfrei an die Gr. Staatsſchulden⸗Tilgungskaſſe zu zahlen. Er erhält fur dieſe Summe nach Maßgabe ſeines Gebotes, Partialobligationen. Er zahlt das Darlehen in Summen von beliebiger Größe gegen jeweilige Auslie⸗ ferung einer entſprechenden, Anzahl von Partialobligatihnen, jedoch dergeſtalt, daß mindeſteus e ein Zehntheil zu Ende Auguſt d. 70 und zu Ende jedes der folgenden 9 Monate und daher das ganze Darlehen bis zu Ende Mal 1851 einbezahlt iſt. Hinſichtlich der Deckung des Zinsbedürfniſſes und der allmähligen Rückzahlung des aufzunehmenden Anlehens, ſowie der für das Anlehen beſtehenden Garantie finden die Beſtimmangen in den Artikeln 3 und 6 des Ge⸗ ſeßes vom 16, Juli Steiieze Anwendung. 4) Namensper dune zungen. Es wurde geſtattet: am 8. Juni den Adoptipkinderm ane Leonhard Kreß zu Hirſchhorn, Eliſad. — 254— Franzisca Henk und Franz Carl Henk, künftig den Familiennamen „Kreß“ und am 12. der Wilhelmine Blümlein dahier künftig den Familiennamen„Becker“ zu führen.— 5) Dienſt nachrichten. Am 31. Mai wurde dem penſ. Oberſteuerboten Pfifferling zu Beerfelden die Salzmagazinsverwalterſtelle zu Furth übertragen. Am 5. Juni wurde dem O.⸗St.⸗D⸗S. Langsdorf die Nebenſtelle eines Provinzial-Salzregieinſpectors der Provinz Starkenburg übertragen. am 11. wurde der Phpſicatswundarzt fur den Ph.-B. Waldmichel⸗ bach, Dr. Dalquen zu Birkenau zum Phyſicatsarzte des Ph. Vohl ernannt; ferner wurde dem evang. pfarrer Frank zu Sellnrod die evang. Pfarrſtelle zu Wolfsheim, R.⸗B. Mainz, und am 21. dem Schullehrer Steinheimer zu Wirhauſen, R⸗B. Darmſtadt die J. evang. Schullehrerſtelle daſelbſt, ſodann am 22. dem evang. Mitprediger Draudt zu Wimpfen, R.-B. Erbach, die 2. evang. Pfarrſtelle daſelbſt übertragen. Am 24. wurde der Conducteur bei der Main⸗Neckar⸗ Eiſenbahn, Reiche, zum Conducteur auf der Eiſenbahn von Offen⸗ bach nach Fraukfurt, und der Wagenwarter bei der Main⸗Neckar⸗ Eiſenbahn, Eck, zum Heizer bei der Eiſenbahn von Offenbach nach Frankfurt ernannt. Am 27. wurde dem Schulvicar Englert zu Hammelbach, R.-B. Heppenheim, die kath. Schullehrerſtelle daſelbſt, ferner am 1. Juli dem Schullehrer Oehlſchlager zu Langen die 2. evang. Schullehrerſtelle zu Crumſtadt, R.⸗B. Darmſtadt, und dem Schullehrer Hanſult zu Wieſeck, R⸗B Gießen, die 1. evang. Schul⸗ lehrerſtelle daſelbſt übertragen, ſowie dem 2. Landgerichtsdiener Lemſer zu Offenbach die Stelle eines 1. und dem vormaligen Kreisdiener Kriegbaum zu Grünberg die Stelle eines 2. Landgerichtsdieners bei dem Landg. zu Offenbach ertheilt.— 6) Am 26. Juni wurden die Aſſiſtenten bei dem Hauptzollamte zu Offenbach Fuchs und Hopfen⸗ blatt ihres Dienſtes entlaſſen.— 7) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 13. Juni der evang. Schullehrer Lindner zu Frau⸗ rombach, R.⸗B. Alsfeld; am 1. Juli der Centralkaſſier Hoff mann zu Mainz, unt. Anerk. ſein. langen u. ausgez. Dienſte.— 8) Er⸗ ledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Sellnrod, R.⸗B. Nidda, mit jährl. 808 fl.; die evang Pfarrſtelle zu Blodesheim, R.⸗B. Mainz, mit jährl 657 fl.; die evang. Pfarrſtelle zu Biebesheim, R.⸗B. Darm⸗ ſtadt, mit jahrl. 1211 fl.; die 3. evang. Schullehrerſtelle zu Oſthofen, Reg.⸗Bez. Mainz, mit einem, einſchließlich der zu 10 fl. veranſchlag⸗ ten Wohnung für einen unverheiratheten Lehrer, in 235 fl. beſtehen⸗ den jährl. Gehalte und 20 fl. Heizungsentſchädigung. Der Schiffbruch. Eine Erzählung von H. J. Nott. (Fortſetzung.) Der Kapitän ſtellte nun alle Zwiſchendeck-Paſſagiere in verſchiedenen Haufen auf, als ob keine ſchnelle Gefahr vorhanden wäre. Sobald dieß geſchehen war, bemerkte ich, daß er jedem einzelnen der Kajüten-Paſſagiere der Reihe nach etwas in's Ohr flüſterte. Der größte Theil der Matroſen ſammelte ſich auf einem Theile des Schiffes und zeigte ſogar jene mit Heiterkeit verbundene Ruhe, die ſtets bei drohender Gefahr ihr Eigenthum iſt. Als der Kapitän bei mir vorüberging, ſagte er:„Folge mir und bleibe in meiner Nähe.“ Plötzlich ward nun das große Boot hinabgelaſſen. Die Kajüten-Paſſagiere und Matroſen in einem Haufen kletterten die Leiter hinunter, während ſich von allen Seiten auf dem Schiffe ein Geſchrei erhob und ein allgemeines Andrängen ſtattfand.„Vorwärts!“ rief der Kapitän mir zu. In dieſem Augenblicke ſah ich das engliſche Paar mit ihrer kleinen Tochter, und unwillkürlich zögerte ich. Die wenigen übrig gebliebenen Matroſen ſprangen in das kleine Boot, welches bald überfluthet ward, und drei Männer fanden vor unſern Augen den Tod in den Wellen. Das große Boot war vermittelſt eines langen Seiles an das Schiff befeſtigt, und die, welche an Bord zurückgelaſſen waren, machten mehrere Verſuche, uns wieder zu ſich her— anzuziehen. Doch der Kapitän verſicherte ſie, er würde bis zum letzten Augenblick in der Nähe des Schiffes blei— ben und ihnen jeden Beiſtand, der in ſeiner Macht läge, leiſten; er würde aber augenblicklich in See ſtechen, im Falle ſie nicht in jeder Hinſicht ſeine Befehle befolgten. Die See ging ziemlich ungeſtüm und aus der Schwärze der ſich zuſammenziehenden Wolken konnte man mit gutem Grunde auf einen Sturm ſchließen. Ich zweifelte ernſtlich, ob ich nicht beſſer gethan hätte, an Bord des Schiffes, das ſich noch immer tapfer hielt, zu bleiben, als mein Leben einem zerbrechlichen Boote anzuvert e auen, das ſo überladen war, daß es ſich kaum über Waſſer hielt. Wir waren ſämmtlich durch unausgeſetzte Arbeit überangeſtrengt, und die Klage über unerträglichen Durſt wurde allgemein. Als aber das einzige Faß, das wir bei uns hatten, ge— öffnet wurde, fand es ſich, daß wir in der Eile Brannt— wein ſtatt Waſſer genommen. Was war in dieſer Ver— legenheit zu thun? Der Engländer Campbell horte es, denn wir waren nicht weiter als fünfzig Fuß weit vom Schiffe entfernt; er ging hinunter und kam bald wieder herauf mit einem kleinen Tönnchen, das er uns zuwarf. Von dieſem geringen Vorrath ward ein Mundvoll oder wenig mehr jedem Einzelnen zugetheilt. Da die See ruhi— ger geworden war und das Schiff ſich gut über Waſſer hielt, wurde eine augenblickliche Gefahr nicht gefürchtet; doch blickte jedes Auge nach dem Horizont, in der Hoff— nung, ein Segel zu erſpähen. In dem Augenblick, wo das große Boot das Schiff verlaſſen hatte, erbrachen der Stewart, der Koch und mehrere rohe Geſellen die Vorrathskammern und bemäch— tigten ſich der ſtarken Getränke, die ſie dann in Fülle ver⸗ theilten. Madera, Champagner, Bordeaux-Weine, welche für die Kajüten⸗Paſſagiere mitgenommen waren, wurden mit ſorgloſer Unmaͤßigkeit getrunken. Eine große Anzahl der Leute war bald berauſcht und ſie erhöhten durch ihr wildes Schreien und Singen das Schreckliche der Scene. Während des Tages war ich durch die Arbeit zu ſehr in Anſpruch genommen geweſen, um an etwas An— deres denken zu können. Sobald ich im Boote war, er— innerte ich mich an Katharina Campbell und bat den Kapitän, ſie an Bord zu nehmen.—„Danke dem Himmel, daß Du ſelbſt gerettet biſt. Glaubſt Du, daß die Eltern ſich von ihrem einzigen Kinde trennen würden?— und außerdem iſt ja hier kein Plätzchen mehr übrig, nicht ein— mal für eine Katze,, erhielt ich zur Antwort. Mehrmals war das arme Kind auf die Seite des Schiffs gekommen und hatte, indem ſie ihre kleinen Arme ausſtreckte, ge⸗ rufen:„Nehmt mich mit, nehmt mich und Vater und Mutter mit!“ Keiner hatte geantwortet, und zuletzt wandte auch ich mein Geſicht ab, um den Aublick eines Leidens zu vermeiden, dem ich nicht abhelfen konnte. Als die Nacht hereinbrach, befahl der Kapitän, daß das Seil verlängert werden und ein Mann mit einem Beil ſich an den Bug des Bootes ſtellen ſolle, um, wenn das Schiff ſinken ſollte, das Seil durchzuhauen. Das Wetter war ziemlich ruhig, und ermüdet wie ich war, hätte ich auf der Stelle einſchlafen können, wenn nicht die Kälte es verhindert hätte, die in unſerm Zuſtand der Erſchöpfung doppelt fühlbar war. Alles was wir thun konnten, war, daß wir uns ſo eng als möglich zuſammen⸗ drängten, um uns ſo etwas zu erwärmen. Während der ganzen unendlich langen Nacht hörten wir von dem Schiffe her Rufen, Singen, Tanzen, gottloſe Schwüre, Zank und Schlägerei, trunkenes Gelächter. Kurz nach Anbruch des Tages legte ſich der Wind; das weite Meer war glatt wie Kryſtall; die Schatten der Nacht waren im Weſten noch gemiſcht mit der Mor— gendämmerung, aber öſtlich zeigte ſich ein weißer Streif, gemiſcht mit roſigem Licht, der die flockigen Wellen färbte, und von dem breiten Spiegel des Meeres zurückſtrahlte. Endlich erhob ſich die Sonne in ſtrahlendem Glanze wie aus einem Ocean von flüſſigem Golde. In der Mitte ſtand unſer Schiff mit ſeinen weißen Segeln, die ſchlaff an den Maſten herabhingen. Wie bald gewöhnt ſich doch S — „„ ˖˖ ů ²˙» 22ͤĩX7!75E2ee⸗e 2 cut ernſtli ich 8 Schiffes, angeſtreng, allgemein. oll oder Ste rubi⸗ der Waſſer gefürchtet; der Hoff das Schiff Koch und ad demäch⸗ Fülle ver⸗ une, welche en, wurden 'oße Anzahl durch ihr der Stene. e Arbeit zu etwas An⸗ ge war, er⸗ bat den Himmel, Cern — und „ licht ein⸗ Mehrmals gekommen reckte, ge⸗ Vater und letzt wandte nes Leidens kpitän, daß mit einem um, wenn gen. Das t ich war, wenn nicht Zuſtand der wir Hun Helle nb der n Echiffe Jauk und r Wind; Schatten der Nol⸗ — 255— das Gemüth des Menſchen an einen fortgeſetzten Zuſtand der Gefahr! Da die See ruhig war und das Schiff noch ſchwamm, lebte die Hoffnung ſowohl bei uns, als bei unſern verlaſſenen Reiſegefährten wieder auf; und ich ſelbſt, indem ich um mich her die jungen, geſunden Ge⸗ ſichter ſah und auf das herrliche Schauſpiel der Natur blickte, konnte mir nicht vorſtellen, daß der Tod ſo nahe drohe. Wir waren ganz heiter geworden, ſprachen und ſcherzten über Alles, was vorkam. Nur der Kapitän nahm keinen Theil an unſerer Heiterkeit. Im erſten Augenblicke der Gefahr hatte er eine Faſſung bewährt, die noch un— verändert fortdauerte. Als ich zu ihm ſagte, daß das Schiff wohl noch in einigen Tagen nicht ſinken würde, drückte er nur ſeine Lippen zuſammen und ſchüttelte den Kopf mit dem ſichtbaren Ausdrucke innerer Trauer. Die auf dem Schiffe ſich am Morgen enthüllende Scene war nur eine Wiederholung des vorhergehenden Abends. Der größere Theil der Paſſagiere ſetzte, noch immer berauſcht, die lärmende Luſtigkeit fort, während einige Andere, von dem Anblick überwältigt, langſam und ſchweigend auf dem Verdeck umhergingen, oder unbeweglich da ſaßen, Bilder der Verzweiflung. Die Campbells waren wie bisher während der ganzen Reiſe, gänzlich allein. Der Mann hatte den einen Arm um ſeine Frau geſchlun⸗ gen und Beide zeigten in ihrer Miene feſte und würdige Faſſung; ihre Tochter ging bald hierhin, bald dorthin, da die See ſo ruhig war, daß die Eltern ihr ſo weit ſie wollte, zu gehen erlaubten. Der Kapitän befahl, daß das Boot einen Augen- blick an das Schiff hinangezogen werden ſollte, um einige Anordnungen zu machen; ſogleich lief das kleine Mädchen an die Seite und rief mir zu:„Wollt Ihr uns nicht auch mitnehmen? Bitte, Mr. Ferguſon, guter Mr. Fer⸗ guſon! Willſt Du nicht Deine liebe kleine Karharina mit⸗ nehmen?“ Mein Herz brach faſt bei den flehenden Tönen des Kindes.„Ich kann Dich nicht mitnehmen, Katharina,“ erwiderte ich.„Wollte Gott, ich könnte es, mein liebes Kind!“ Sie kletterte auf den Rand des Schiffes, indem ſie fortwährend rief:„Bitte, nimm uns mit, Mr. Ferguſon.“ (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Juli. Friedberg. Getraute: 7. Heinrich Präfried, Bürger zu Echzell, Reg.⸗B. Nidda, und Buchbinder dahier, des weiland Heinrich Präfried, geweſenen Ortsbürgers und Gerichtsſchreibers zu Ech— zell nachgelaſſener ehelicher Sohn, und Louiſe Charlotte Maria Edling, des Gr. Oberfeldwebels Georg Edling dahier eheliche Tochter. 21. Joh. Konrad Ruppel, Bürger und Wagnermeiſter dahier, des weiland hieſigen Bürgers und Wagner— meiſters Joh. Adam Ruppel ehelicher lediger Sohn, und Maria Magdalena Schutt, des Ortsbürgers und Oekonomen zu Dorheim Heinrich Schutt eheliche ledige Tochter. 21. Georg Wilhelm, Bürger und Handarbeiter dahier, des weiland Chriſtian Wilhelm, Ortsbürgers und Acker— manns zu Niederweiſel, Reg.-B. Friedberg, ehelicher verwittweter Sohn, und Margaretha Schwalm, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Hein— rich Schwalm eheliche Tochter. 21. Ludwig Mehl, an der Eiſenbahnſtation dahier ange⸗ ſtellt, des Bürgers und Ackermanns Georg Mehl in Fehlheim ehelicher lediger Sohn, und Louiſe Henriette Sophie, Wittwe des weiland hieſigen Bürgers und Oekonomen Rudolph Schmidt, eheliche Tochter des hieſigen Bürgers und Bierbrauers Anton Burk. 21. Joſeph Seitz, Gr. Feldwebel dahier, des verſtorbenen Bürgers und Schreiners zu Mainz Joſeph Seitz ehe⸗ licher lediger Sohn, und Eliſabetha Bauer, des Ho⸗ boiſten im Gr. Leibgarde-Regiment Chriſtian Bauer zu Darmſtadt eheliche ledige Tochter. Getaufte: 4. Dem hieſigen Bürger und Materialiſten Heinrich Hahn eine Tochter, Margaretha Helene Amalie, geb. den 31. Mai. 4. Ein unehelicher Sohn, Wilhelm, geb. den 1. Mai. 7. Dem Bürger zu Herchheim in Rheinheſſen und Ziegler dahier Peter Wendel ein Sohn, Chriſtian, geb. den 16. Juni. 7. Dem Bürger in Echzell und Buchbinder dahier Hein— rich Prafried eine Tochter, Helene Marie Margarethe, geb. den 21. Juni. 10. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Wilhelm Krauch eine Tochter, Helene, geb. den 20. Juni. 14. Dem hieſigen Burger und Dreher Andreas Gerhard ein Sohn, Emmerich, geb. den 2. Juli. 14. Dem hieſigen Bürger und Bäcker Johannes Dieterich eine Tochter, Juſtine Margarethe, geb. den 2. Juli. 21. Dem hieſigen Bürger und Baumwollenwebermeiſter Anton Aloys Länder eine Tochter, Margerethe Eliſa⸗ bethe, geb. den 27. Juni. 21. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Peter, geb. den 9. Juli. 21. Dem dahier an der Eiſenbahn beſchaftigten Burger und Schmiedmeiſter Peter Conrad Thomas von Die— burg ein Sohn, Peter Conrad, geb. den 18. Juli. 28. Ein unehelicher Sohn, Georg, geb. den 13. Juli. Beerdigte: 3. Friedrich Horn, des Chriſtian Horn, Ortsbürger zu König, Reg.⸗B. Erbach, ehelicher lediger Sohn, Schütze in der zweiten Schützencompagnie des 4. Gr. Infan⸗ terie-Regiments dahier, alt 21 Jahr, 5 Monate und 25 Tage, 1 den 1. 25. Georg Chriſtoph Morell, hieſiger Bürger und Tabaks⸗ fabrikant, alt 84 Jahr, 10 Monate und 23 Tage, 1 den 23. 25. Maria Zimmermann, geb. Pendling, des hieſigen Bür— gers und Weißbindermeiſters Johannes Zimmermann Ehefrau, alt 44 Jahre, 1 Monat und 28 Tage,* den 24. 8 26. Katharina Konrad, des weiland Regimentsſchreibers Johannes Konrad dahier hinterlaſſene ledige Tochter, alt 27 Jahre, 3 Monate und 1 Tag, f den 24. 25. Eliſabetha Ruths, geb. Braunſchweig, des Expedienten an der Main-Weſer-Eiſenbahn, Section Friedberg, Philipp Ruths dahier Ehefrau, alt 50 Jahre, 5 den 25. Für die Familie des H. Sommerlad iſt ferner eingegangen: Von A. L. 36 kr. mit dem Motto: Gott beſchütze uns vor ſol⸗ chem Unglück. i 1 Die Expedition des Friedberger Intellgzbl. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Jagdverpachtung im Grüninger und Dorfgiller Markwald. (1230) Freitag den 23. Auguſt l. J., Mit⸗ tags um 1 Uhr, ſoll die Jagd im Grüninger und Dorfgiller Markwald öffentlich meiſtbietend auf dem Rathhaus zu Grüningen, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden. Grüningen den 31. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mea rie err Arbeits⸗Verſteigerung. (1259) Donnerſtag den 15. l. Mts., Mit⸗ tags um 1 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das Reinigen der Leierbrunnen wenigſtnehmend verſteigert. Friedberg den 10. Auguſt 1850. 8 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Butzbach. (1260) Die Erdarbeiten in der Gemarkung Bußbach, bei welchen in Folge der Verlegung der Bahnhofsſtelle eine Aenderung eingetreten iſt, ſollen Donnerſtag den 15. d. M., des Vormit⸗ „tags um 10 Uhr, nochmals verſteigt werden. Dieſelben ſind in zwei Looſen veranſchlagt zu 2023 fl. und zu 2555 fl. Die Zuſammenkunft iſt am Baumagazin. Butzbach am 9. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Sections⸗ Ingenieur Eicke meyer. Frucht lieferung. (12610 Montag den 19. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll in dem Geſchäftslocale der unterzeichneten Behörde die für hieſige Saline erforderliche Lieferung von 160 Achtel Korn und 80 Achtel Gerſte an den Wenigſtnehmenden im Wege des öffentlichen Ausgebots vergeben wer⸗ den, was Luſttragenden mit dem Bemerken be⸗ kannt gemacht wird, daß nur ſolche Steigerer zum Bieten zugelaſſen werden, welche die er⸗ forderliche Caution alsbald im Termine zu leiſten im Stande find. Nauheim den 9. Auguſt 1850. Kurfürſtliches Salzamt K. Engelhard. F. Schreiber. Hansmann. Avenarius. Verſteigerung. (1262) Nächſten Donnerſtag den 15. l. M., Morgens 9 Uhr, will Johann Konrad Pflug von Wölfersheim die unten verzeichneten Gegen⸗ ſtände durch den Unterzeichneten verſteigern laſſen: 1) eine Drehbank, 2) eine Hobelbank, 3) eine Schnitzbank, 4) zwei große Radhohrer nebſt mehreren kleinen Bohrern, 5) mehrere Stückringe, Hobel und mehrere Sägen, 6) zwei Beile und ein Handbeil, 7) eine Stockaxt, 8) zwei Schnitzmeſſer, 9) eine Dechſel, 10) eine Partie Pflugkringe, 11) Achſen, Eggebalken und Speichen, und 12) eine Partie Deichſel, Stangen zu Leiter⸗ bäumen, nebſt einer Quantität eichen Werkhölzer, wozu Kaufliebhaber einladet Wölfersheim den 10. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Allwohn. — 236— Arbeits ⸗Verſteigerung. (1263) Samſtag den 17, Auguſt, Vormit⸗ tags 11 Ubr, ſoll auf hieſigem Rathhaus die bei Reparatur der Gemeinde-Brunnen vorkom⸗ menden Arbeiten, als: 1) Steinhauerarbeiten, veranſchl. zu 17 fl. 36 kr. 2) Zimmerarbeiten„„ 19„ 56„ 3) Pumpenmacherarbeit„ 7„— an die Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Aſſenheim den 12. Auguſt 1850. 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Verkauf eines Faſelochſen. (1264) Freitag den 16. d. M., Morgens 10 Uhr, ſoll der in Oberflorſtadt ſtehende Ge⸗ meinde⸗Faſelochs, welcher ſich zum Schlachten eignet, in der Behauſung des Gemeindeeinneh⸗ mers dahier meiſtbietend verkauft werden. Florſtadt den 8. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Faſelochs⸗ Verſteigerung. (1265) Donnerſtag den 15. Auguſt, Vor⸗ mittags 10 Uhr ſoll einer von den hieſigen Ge⸗ meinde⸗Faſelochſen, welcher gut gehalten iſt und ſich zum Schlachten eignet, meiſtbietend verſteigert werden. Okarben den 10. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jung. Privat- Bekanntmachungen. — Beſten Limburger Käs (1283) à 9 kr. per Pfund bei 1 L. Goldmann, junior. Vorzüglichen Branntwein, (123) ſowohl in großen als in kleinen Quantitäten, billigſt bei L. Goldmann, Junior. Mobilien-Verſteigerung. Donnerſtag den 15. d. M., (1246) Morgens um 9 Uhr, läßt Unter⸗ zeichneter 4 Zugpferde von 8 bis 10 Jahren, 6 Kühe, 6 Rinder, welche großentheils der Hol⸗ länder und Mannheimer Rage angehören, ſo⸗ dann 3 Mutterſchweine, eins mit Ferkel, 12 Ferkel vom Frühjahr, verſteigern. Gegen genügende Bürgſcheine wird bis Martini d. J. Kredit ge⸗ geben oder gegen Baarzahlung 5% vergütet. Okarben den 8. Auguſt 1850. G. Klee. Eine große Scheuer (1166) iſt zu vermiethen. Bei der Expe⸗ dition das Nähere. 300 Gulden (1267) Kuratelgelder können gegen gericht⸗ liche Obligation auf Güter zu 5 Procent abge⸗ geben werden. 21 Friedberg den 9. Auguſt 1850. Peter Boutemp. Verlorenes. 12685 Auf dem Wege zwiſchen Oſſenheim und Friedberg wurde am 11. d. M. ein duukel⸗ blau ſeidener Sonnenſchirm verloren. Der red⸗ liche Finder wird gebeten ihn gegen eine Beloh⸗ nung an Hofgerichtsadvokaten Trapp III, dahier abzugeben. Für Jagdfreunde. (1269) Zur nächſten Hühnerjagd wird ein junger Hühnerhund für ein billiges Koſtgeld in Dreſſur genommen. Wo? ſagt Ausgeber d. Bl. L i te ar i iche Ade g 1270) Bei R. v. Auw in Darmſtadt iſt erſchienen und bei E. Binder nagel in Fried⸗ erg zu haben: Fitzliputzli und ſein Neich, eine Betrachtung über den polikiſchen Katzenjammer. Dieſe intereſſante Schrift iſt in einer für Jedermann verſtändlichen Sprache abgefaßt und zeigt einfach und wahr, wie d. ſog. Demokratie das Heil des Volkes auf's Unverantwortlichſte untergräbt. Der geringe Preis macht ſie für alle Welt käuflich. Schaum und Blaſen der Revolution. Zeitbilder eines politiſchen Guckkaſtenmannes. reis 36 kr. Sprudelnder Witz und bitterer Eu gehen in dieſen Verſen Hand in Hand. Wem ſich das rechte Verſtändniß der Weisheit unſerer meiffen Tageshelden auf Volksverſammlungen, in Zei⸗ tungen und Parlamenten eröffnet hat, der wird dem geiſtreichen Verfaſſer für ſeine krefflichen Bilder danken. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. S eee SAA—