erg. 17 1 Dezember en verichtet: Jertſe Intelligenz-Blatt 6 fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. ö N 97. Mittwoch den 11. Dezember 1850. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Uebereinkunft zwiſchen dem Großherzogthum Heſſen und dem Kurfürſtenthum Heſſen wegen der in jedem der beiden Staaten den daſelbſt erkrankten armen Unter⸗ thbanen des anderen Staates zu gewährenden unentgelt⸗ lichen Verpflegung. Die Großherzogl. Heſſiſche und Kurfürſtlich Heſſiſche Regierung ſind mit einander übereingekommen, ihren in den beiderſeitigen Staaten erkrankenden oder verunglückenden unbemittelten Unterthanen gegenſeitig, ohne Erſatz, die be nöthigte Heilung und Verpflegung angedeihen zu laſſen, ſowie auch für die Koſten der Beerdigung der daſelbſt ver— ſterbenden armen Unterthanen des anderen Staates zu ſorgen, und es iſt zu dieſem Ende zwiſchen beiden Re⸗ gierungen Folgendes feſtgeſetzt worden: 1) Die Kur- und Verpflegungs- nicht minder auch die Begräbnißkoſten von dergleichen in dem einen der beiden Staaten erkrankten, oder verunglückten, oder verſtorbenen, Angehörigen des anderen Staats werden im Allgemeinen von den Stiftungs- oder Gemeindekaſſen derjenigen Orte, wo dieſe Individuen einen Unfall erleiden, beſtritten, ohne daß deßhalb ein Erſatz in Anſpruch genommen werden kann. Auch wird jede Regierung die geeigneten Vorkehrungen treffen, daß bei ſolchen Fällen in dem, was die Menſchlich⸗ teit gebietet, kein Mangel und keine Verſäumniß erſcheine. 29 Da jedoch dieſe Verbindlichkeit immer nur ſub—⸗ ſidiariſch bleibt, inſofern, außer dem Falle wirklicher gänz⸗ licher Vermögensloſigkeit, häufig nur die Bedürfniſſe des Augenblicks die Mittel ſolcher Erkrankten oder Verunglück— ten auf der Reiſe überſteigen, ſo iſt der verurſachte Auf— wand nach billiger Berechnung in dem Falle zu erſetzen, wenn entweder der betreffende Reiſende dieſen Erſatz aus eigenen Mitteln zu leiſten vermag, oder wenn die nach privatrechtlichen Grundſätzen zu ſeiner Ernährung und Un⸗ terſtützung verpflichteten Perſonen, nämlich ſeine Ascenden— ten und Descendenten, oder ein Ehegatte deſſelben, dazu vermögend ſind; was erforderlichen Falles durch amtliche Nachfragen bei der heimathlichen Behörde zu erheben iſt. Indem wir Sie hiervon wiederholt in Kenntniß ſetzen, erwarten wir, daß Sie ſich hiernach bemeſſen, insbeſondere den Transport eines Erkrankten in ſeine Heimathgemeinde, wenn dieſer gewünſcht wird, nur dann zulaſſen, wenn dieſes nach dem Gutachten des Arztes mit Rückſicht auf die Krank⸗ heit überhaupt ſtattfinden kann. Ouvrier. left an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ darmerie des Regierungsbezirks. Betreffend: In Unterſuchungsſachen die dem Peter Holzhauer und Ludwig Zahrt zu Keſſelbach zugefügte Körperverletzung. Ludwig Zahrt, Johannes Zahrt, Peter Holzhauer und Hyronimus Handſtein von Keſſelbach ſtehen bei Großh. Landgericht Homberg in Unterſuchung und ſollen ſich in der Wetterau aufhalten. Auf Erſuchen dieſes Gerichts beauf— tragen wir Sie, den Aufenthaltsort der Genannten zu er— mitteln und ſie anzuweiſen, ſich ſogleich in ihre Heimath zu verfügen und bei dem Gericht zu ſiſtiren. Daß und wo dies geſchehen, iſt unverzüglich anzuzeigen. Friedberg den 9. Dezember 1850. Ouvrier. Ein Weihnachts baum. (Fortſetzung.) Um nun von den kleinen und großen ſchönen Kindern auch auf andere Leute, welche die Weihnachtszeit insbeſon— dere intereſſirt, zu kommen, ſo erwähne ich hier die Grati— ſications- und Trinkgeldermenſchen; nicht diejenigen, welche Trinkgelder geben, denn dieſe ſind geſchlagen genug, ſon— dern diejenigen, welche dergleichen zu empfangen haben. Dieſe üben ſich das ganze Jahr hindurch in der Approxi— mationsrechnung und verrechnen ſich jedesmal himmelweit im Calcül. Nicht die beſcheidenſte Erwartung, ſagen ſie, iſt dieſesmal erfüllt worden.— Wer die Trinkgelder er— funden hat, der hat das Mißvergnügen dieſer Leute auf dem Gewiſſen. Er hat Schuld an ihren getäuſchten Hoff— nungen, ihren Seufzern und Thränen. Ich werde diesmal nicht weinen, denn ich gehöre nicht zu den Hoffenden, weil ich nichts zu erhalten habe; ich bin blos ein Gebender; aber ich ſchwöre es bei mei⸗ nem Papier, ſchwöre, daß ich diesmal keine dieſer ſoge— nannten beſcheidenen Erwartungen befriedigen, noch weit weniger übertreffen werde. Ich werde mich auf einer niedern Stufe des beſcheidenen Mittelſtandes verhalten.— 9 * 8 * 0 8 9 — 392— Hoffet daher nicht zu kühn, damit ihr nicht enttäuſcht werdet!— Und nachdem ich dieſe Einleitung vom Herzen habe, ſo zündet den Weihnachtsbaum an: der Vater den Kin⸗ dern, die Kinder den Eltern, der Gatte der Gattin, der Bruder der Schweſter, der Geliebte der Geliebten, und ſpendet— nicht mit vollen Händen; denn das vermag nicht ein Jeder; aber mit vollem Herzen!— Und ſo ſei dieſer Tag ein Freudenſpender für Alle, er gieße ſein heiliges Licht hinein in den Palaſt und in die Hütte, tief unten in die ärmliche Kellerwohnung und in das thurm— hohe Dachfenſterlein. Der Weihnachtsbaum— und ob nur ein einzig mattes Lichtlein an ihm brennt— wider⸗ glänze nur in Freudenthränen. Selig ſind, die da geben können, glücklicher als die Empfangenden. Es iſt ſo leicht, Dankesthränen zu entlocken und, doch— doch — wir harten Menſchen geben uns mehr Mühe, Thränen des Schmerzes zu erpreſſen. Mögen wir es wenigſtens an dieſem Tage vergeſſen! Mir aber— da ich, wie geſagt, kein Empfangender bin— möchte ich; wenn ich's vermöchte, am liebſten be⸗ ſcheeren: die Liebe der Guten, das Vertrauen der Braven, die Hingebung der Aufrichtigen, die Theilnahme der Herz⸗ lichen, und die Verzeihung der von mir etwa Gekränkten. Dann will auch ich mir einen Weihnachtsbaum anzünden, und an dieſem Weihnachtsbaum verbrennen und vernich— ten allen Groll und Zweifel, ſo ich je gehegt, jede bittre Kränkung, die ich erfahren, jedes Unrecht, das ich erduldet, jede Täuſchung, die mich betrübt, und jedes Mißtrauen fuͤr die Zukunft. Doch das will ich auch ſo! und ſo flamme denn der Weihnachtsbaum in meiner einſamen Stube:— Ach! enger und immer enger iſt der Kreis der Freunde gewor⸗ den— und ich hänge an ſeine Zweige zerknitterte Blätter, welke Blumen, morſche Kränze, geſtorbene Lieder: Alles — Alles; es iſt nicht viel, aber für den Armen iſt auch Wenig viel. Eines nur verſchließe ich in den engſten Schrein, es iſt mein Frieden ic. Amen! Gute Nacht! Ich werde ruhig ſchlafen.— Dritter Gang. I. An einer Eckbude des Marktes, worin Pfefferkuchen, Zuckernüſſe, Confect, Mandeln und dergleichen feilgeboten werden, ſteht eine alte Frau mit gutmüthigen Zügen, ſanf— ten Augen,— einfach, doch ſauber und wohlhäbig ge— kleidet. Sie ſpricht mit der Verkäuferin. Nicht weit von ihr lehnt an einem Pfeiler ein junger Menſch von ſechszehn, ſiebzehn Jahren. Er hat ein hübſches, offenes Geſicht, freundliche Augen, blonde Locken und etwas Scheues, Schüchternes in ſeiner Haltung. Er blickt zerſtreut und ſinnend zu den erleuchteten Fenſtern des Marktes empor, die in einem Glanze ſtrahlen, als gelte es den Einzug eines Fürſten zu feiern. Die alte Frau ſchließt eben ihre Erzählung, die ſie mit ziemlicher Weitſchweifigkeit vorgetragen, mit den Wor⸗ ten:„Und ſo, liebe Frau Roſel, habe ich meine einzige Tochter Marie verloren. Um vorige Weihnachten ſtarb ihr Mann am Nervenfieber, und juſt im Mai, wo ich ihr die erſten Blumen vor's Bett ſetzte, die ſie über Alles liebte, ſchloß ſie ihre guten Augen. Es war ein unheil— bares Bruſtübel, ſagte der Arzt; aber ſie ſah noch im Tode ſo friſch und blühend aus, daß ich immer glaubte, ſie müſſe nur ſchlafen und hernach wieder geſund werden. Und ſo iſt mir nur da mein Enkel, der Julius, geblieben — er iſt jetzt eine doppelte Waiſe und ich muß bei ihm Vater⸗ und Mutterſtelle vertreten. Er iſt manchmal ein Bischen im Schuß und ſo leicht hin— wie immer die Jugend— aber ſonſt hat er ganz- das Herz meiner Marie. Er lernt jetzt in einer Buchhandlung und ſein Herr iſt mit ihm zufrieden. Ich hab' ihm heut einen neuen Anzug und eine ſilberne Uhr beſcheert. Ich hab' ja doch Niemand Anderen auf der Welt, und wer weiß, wie lange ich noch lebe.— Aber jetzt, Frau Roſel, geben Sie mir für vier Groſchen Pfefferkuchen und Zuckergebackenes durch einander — s iſt für die Nachbarskinder— ich muß ihnen doch auch Etwas beſcheeren.— Ach, Herr Je, da hab' ich mein Geld zu Hauſe vergeſſen!“ Sie wendet ſich zu ihrem Enkel:„Julius, Julius! ſpring nach Hauſe,— hier haſt du den Schlüſſel— und 5 mir meinen Geldbeutel. Er liegt auf dem Spiegel— tiſch.“ Und Julius ſpricht leiſe und ſchmeichleriſch zur Groß⸗ mutter:„Nicht wahr, Großmütterchen, Du wirſt mir dann auch die zwei Thaler borgen, um die ich Dich ge— beten?“ —„Ach geh' nur, geh' nur und komm bald wieder.“ Julius enteilt und die Großmutter ſetzt ihre Unter⸗ haltung mit Frau Roſel fort. Bald iſt der Jüngling wieder zurückgekehrt; er hält der Matrone die Börſe hin und fleht:„Alſo Großmüt⸗ terchen, Du borgſt mir die zwei Thaler?“— Die alte Frau bezahlt erſt das Eingekaufte und dann reicht ſie die zwei Thaler ihrem Julius hin, mit den Wor⸗ ten:„Aber Du mußt ſie mir diesmal beſtimmt wieder geben— hörſt Du, Julius? Und komm nicht ſo ſpät nach Hauſe!“ „Gewiß, gewiß,“ verſetzt er, und fliegt ſeelenver— gnügt fort. „Er verwendet das Geld,“ ſagt die Matrone erläu⸗ ternd zu ihrer Freundin, Frau Roſel,„nicht etwa zum Debauchiren, ſondern er kauft Farben, Bleiſtifte und Zeichnenpapier dafür. Er malt nämlich gern in ſeinen freien Stunden— er hat's von ſelbſt erlernt,— das iſt ſeine einzige Freude.“. — Wie oft mag Julius von dem guten Großmüt— terchen zwei Thaler geborgt und ſie nicht wieder gegeben haben, und wie oft wird ſie die Großmutter noch geben, und ſagen:„Aber diesmal beſtimmt, Julius!“ O ſcheltet ihr Rigoriſten die heutige Welt nicht ſo egoiſtiſch, ſo ſtarr und herzlos. Es iſt noch viel Liebe darin; die labt und erfreut nicht allein, weil ſie der Glaube geboten, ſondern weil ſie glaubt an das Menſchenherz und wieder an die Liebe. Ja die Erde wär' ein großes Grab, ein penſylvaniſches Schweigegefängniß;„Wenn nicht die Liebe wär'!“(Fortſetzung folgt.) Zur Nachricht. Durch die Verlooſung für die Verwundeten Schleswig-Holſteins, welche am 30. Nov. l. J. auf hieſigem Rathhauſe ſtattfand, ging ein: a) für 1035 Looſe 207 fl.— kr. b) von mehreren Gebern in baar 5% 12% c) von einem Ungenannten 10„42„ Summa 222„ 54„ für Auslagen gehen ab 2% 48„ bleiben Reſt 220„ 6„ welche Summe am 8. Dezember l. J. an das Comité für die Verwun⸗ deten Schleswig⸗Holſteins in Frankfurt abgeſandt wurde. Die Liſte, ſowie der ſpecielle Nachweis der Einnahme und Ausgabe liegt zu Jeder⸗ manns Einſicht bei Rathsdiener Wagner acht Tage lang offen. Allen an dieſem Unternehmen Betheiligten unſern wärmſten Dank. Friedberg den 8. Dezember 1850. 3 Buß. Dieffenbach. Hertwig. Klipſtein Kettinger. Renner. Sell. dt 0 SS e SSS SSS 2 — aß dei ihm chm ein nder die ner Marie. n Herr il cuen Anzug h Niemand e ich noch i für vier ch einander ihnen doch da hab ich , Julius! ſſel— und n Spiegel: zur Groß. wirſt mir Y Dich ge⸗ N wieder.“ dre Unter⸗ rt; er halt Großmüt⸗ t und dann it den Wor⸗ amt wieder o ſpaͤt nach ſeelenper⸗ Nene vu ctwa zum leiſtifte und in ſeinen „ das iſt Großmüt⸗ det gegeben noch geben, iat nicht ſo piel Liebe der Glaube endet und ßes Grab, un nicht die fang folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. c ν Steckbrief. (1878) Am 26. v. M., Abends, ſind die nachſtehend näher beſchriebenen, mit Ausnahme der wegen Landſtreicherei in Unterſuchung be— riffenen Katharine Förſter, ſämmtlich wegen Diebftabls detinirten Perſonen, in Verbindung und mit Hülfe des wieder aufgegriffenen Ar⸗ reſtanten Konrad Steyer von Altenhain, mittelſt gewaltſamen Durchbruchs aus dem dahieſigen Arreſthaus entwichen. Da die Entwichenen übel beleumundet und ſchon mehrfach beſtraft worden ſind, ſo iſt an ihrer Habhaftwerdung viel gelegen. Es ergeht daher an alle in- und ausländiſchen Juſtiz⸗ und Polizei⸗Behörden das dienſtfreund⸗ ſchaftliche Erſuchen, nach den Entwichenen fahn⸗ den und ſie im Betretungsfalle arretiren und hierher abliefern zu laſſen. Rödelheim den 1. Dezember 1850. Groß. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Signalement der Eliſabethe Prätorius aus Bacharach, im Königreich Preußen: Alter: 29 Jahre, Größe: 4 Fuß, 10 Zoll, Haare: hellbraun, Stirne: gewölbt, Augenbraunen: hellbraun, Augen: blau, Naſe: lang, Mund: gewöhnlich, etwas aufgeworfene Lippen, Kinn: rund, Geſicht: lang, Gefichtsfarbe: blaß, Statur: klein, unterſetzt, Beſondere Kennzeichen: keine. Signalement der Anna Maria Kilian aus Rimmelsheim, im Königreich Preußen: Alter: 26 Jahre, Größe: 4 Fuß, 4 Zoll, Haare: dunkelblond, Stirne: niedrig, Augenbraunen dunkelblond, Augen: grau, Naſe:; klein und ſpitz, Mund: gewöhnlich, Kinn: oval, Geſicht: rund, Geſichtsfarbe: geſund, Statur: klein, Beſondere Kennzeichen: keine. Signale ment der Katharina Förſter aus Rödelheim: Alter: 19 Jahre, Größe: 5 Fuß, Haare: blond, Stirne: proportionirt, Augenbraunen: blond, Augen: blaugrau, Naſe: ſtark, Mund: klein, Kinn: rund, Geſicht: länglich, Geſichtsfarbe: geſund, Statur: ſchlank,. Beſondere Kennzeichen: keine. Bekanntmachung. Die zum Nachlaſſe des Heinrich Hock — 57 15 gehörige Mühle in der Stadt mit fünf Mahlgängen an der Nidda ge⸗ legen, nebſt dem dazu gehörigen Gelände— Erblehn— ſoll erbvertheilungswegen Freitag den 27. Dezember d. 2770 Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Aſſenheim öffentlich ver⸗ ſteigert werden, wozu man Kaufliebhaber mit — 393— dem Anfügen einladet, daß bei annehmbarem Gebote die Genehmigung alsbald erfolgt, die weiteren Bedingungen aber vor der Verſteigerung bekannt gemacht werden. Zugleich werden alle Gläubiger des Heinrich Hock, da ſeine Erben den Nachlaß unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten haben, aufgefordert, ihre Anſprüche an den Nachlaß vor dem obigen Termine bei der Wittwe oder bei dem unterzeichneten Gerichte anzuzeigen, gegenfalls ſie bei der Vertheilung nicht berück— ſichtigt werden. Friedberg den 27. November 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Holz ⸗Verſteigerung. (1893) Montag den 16. und Dienſtag den 17. Dezember ſollen im Heldenberger Gemeinde⸗ wald, Diſtrikt Eichwald, Morgens 10 Uhr, 223 Stämme eichen Bau-, Werk- und Nutzholz, 1000 Cubikfuß enthaltend, gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Heldenbergen den 7. Dezember 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. rücht⸗Verſtei gerung. (189) Freitag den 13. Dezember l. J., werden auf dem Rathhauſe zu Dornaſſenheim, Amts Reichelsheim, 39 Malter Korn, 39 Malter Gerſte und 37 Malter Hafer, Kirchenfrucht, meiſt⸗ bietend verſteigert werden. 7 Dornaſſenheim den 7. December 1850. Der Kirchenvorſtand: Schönberger, Pfarrer. FIruſchtliefe rung. (1895) Dienſtag den 17. Dezember d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem Geſchäftslocale der unterzeichneten Behörde die für hieſige Sa⸗ line erforderliche Lieferung von 120 Achtel Korn und 60 Achtel Gerſte an den Wenigſtnehmenden im Wege des öffentlichen Ausgebots vergeben werden, was Luſttragenden mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß nur ſolche Steigerer um Bieten zugelaſſen werden, welche die er⸗ derne Caution alsbald im Termine zu leiſten im Stande find. Nauheim am 6. Dezember 1850. Kurfürſtliches Salzamt K. Engelhard. F. Schreiber Hansmann. Avenarius. Holz ⸗Verſteigerung. (1896) Freitag den 13. d. M., Vormittags 9 Uhr, wird in hieſigem Gemeindewald an Ort und Stelle folgendes Gehölz öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert: A. im Schlag X: 24 Stecken nadel Scheitholz, 13 1„ Prügelholz, 9„„ Stockholz, 813 Wellen nadel Reisholz, 138 Cubikfuß„ Stangenholz, B. im Schlag XII: 1% Stecken erlen Stockholz, 92 Wellen erlen Reiſerholz. Niedermörlen am 6. Dezember 1850. Der Großh. Sal. Bürgermeiſter e y. Mühlverſteigerung. (1897) Die unterſchlächtige Roſſelmühle bei Niedergemünden an dem Feldabach, mit 2 Mahl⸗ und 1 Schlaggang, nebſt den dazu gehörigen Oekonomiegebäuden und Gute, gegen 20 Mor⸗ gen Aecker, Wieſen und Gärten des Paulus Gerhard, ſoll Montag den 16. Dezember Vormittags 10 Uhr, verſteigert werden, wovon man Steigliebbaber mit dem Anfügen in Kennt⸗ niß ſetzt, daß die Verſteigerung in der Woh⸗ nung des Wirths Kaspar Becker dahier vor⸗ genommen werden wird, und daß Steigliebhaber ſchon vor dem Verſteigerungstermin die Mühle und Güterſtücke einſehen können. Niedergemünden am 30. April 1850. A Der Bürgermeiſter Bünding. Privat- Bekanntmachungen. Zu Weihnachtsgeſchenken empfiehlt (1887) die Buchhandlung von C. Bindernagel in Friedberg ihr wohlaſſortirtes Lager von Kinder- und Jugendſchriften, Bilderbücher, Andachts— bücher und ſonſtigen zu Geſchenken paſſenden Werken. Die Preußiſche Nakional⸗Verſicherungs⸗ Geſellſchafk in Stell 0 gegründet auf ein Capital von drei Millionen Thaler, (1898) übernimmt Verſicherungen auf faſt alle verbrennbaren Gegenſtände und leiſtet vollen Erſatz fur jeden Schaden, welcher durch Brand- oder Blitz ſchlag herbeigeführt wird, ſowie für die Koſten, welche durch Löſchen und Aus⸗ räumen verurſacht, als auch für diejenigen Gegenſtände, welche in letzterem Falle abhanden kommen, vernichtet und beſchädigt werden. Ihre Prä— mien ſind feſt und die Verſicherten zu keinerlei Nachzahlung verpflichtet. Die Dauer der Verſicherung bleibt lediglich dem Antragenden zu beſtimmen überlaſſen; wer die Prämien von 6 Jahren vorausbezahlt, erhält davon nicht allein 10 Procente Rabatt, ſondern hat auch noch die Verſicherung des ſiebenten Jahres frei; bei Vorauszahlung der vierjährigen Prämie iſt das fuͤnfte ein Freijahr. Die vollſtändigen Rechnungs-Abſchlüſſe und die Statuten können zu jeder Zeit bei dem Unterzeichneten, ſowie den vorerſt im Großherzogthum Heſſen ernannten in Ber Stadtrechner Carl Heidt, in Offenbach Dr. jur. Robert Schmidt, Herren Agenten — 394— eingeſehen werden, dieſelben vermitteln die Verſicherungen, zu den billigſten Praͤ⸗ mien und ertheilen Auskunft uber alle das Aſſecuranz⸗Weſen betreffende Anfragen, auch werden von ihnen die Verſicherungs-Bedingungen gratis verabreicht. Geeignete Bewerber zu gleichen Etabliſſements von Agenturen, wollen ihre deshalbigen Geſuche baldigſt, entweder direct beim Unterzeichneten oder den genannten Herren C. Heidt& Dr. Schmidt zur Beförderung einreichen. Caſſel im November 1850. Der Gener al⸗Agent Carl Weis. Spielwaaren (1899) werden, um damit aufzuräumen, zu ſehr billigen und herabgeſetzten Preiſen verkauft. 0 J. Fürth ſeel. Erben. 5 Dr. Borchardt's 8 aromatisch- medieinische 2 e f Kräuter⸗Seife, 2 O cemiſch unterſucht und geprüft von dem Königl. Preußiſchen Geheimen Sanitäts- 8 Rath und Stadt⸗Phyſikus Dr. Natorp in Berlin, ſo wie von vielen anderen 82 renomirten Aerzten und Chemikern. 2 888150 Bei der ſo rühmlichſt anerkannten Vortrefflichkeit der pr. Borchardt'ſchen Kräuter⸗Seife empfiehlt ſich dieſelbe mit beſtem 2 5 Rechte für jede Haushaltung und Toilette als das wirkſamſte und 2 Aaeeign etſte Mittel gegen die ſo läſtigen Haut ausſchläge, Som- merſproſſen, Finnen, gichtiſche und rheumatiſche Affec tionen, Flechten, ſo wie gegen ſpröde, trockene und gelbe Haut 8 und eignet ſich namentlich auch als ein vorzügliches äußerliches Heilmittel 2 bei krankhafter Reizbarkeit der Haut, Hautſchwäche, die zu N Erkältungen disponirt, bei manchen chroniſchen Hautkrank⸗ O heiten, ſo wie zur Umſtimmung der Schleimhantthätigkeit. Oz Sie erweicht und reinigt die Haut, trägt zu ihrer Erfriſchung 8 und Stärkung ſowohl durch raſche Zerſtörung aller die Porenaus⸗ J dünſtung hindernder Stoffe, als wie auch durch mittelbare Herſtellung? Mund Befoͤrderung der für die Geſundheit ſo nothwendigen freien Cir⸗ Y culation in den äußerſten Haargefäßen der Körperoberfläche weſentlich 2 e verſchönert und verbeſſert den Teint und erhält denſelben bei fortgeſetztem Gebrauch in friſchem und belebtem Anſehen. Dieſe 88 OKrauter⸗ Seife eignet ſich auch ganz vorzüglich für Bäder und wird zu dieſem Zwecke mit dem beſten Erfolge benutzt. 92 5 Dr. Borchardt's aromatiſch⸗medieiniſche Kräuter⸗Seife 8 2 onchan 18 wird in weißen mit grüner Schrift bedruckten und an beiden Enden 58 8 d mit nebenſtehendem Stempel verſehenen Packetchen à 21 kr. verkauft 0 5 in und iſt nur allein acht zu haben bei N i 8 8 P. F. Schmittner in Friedberg 8 nächſt der Burg. 2 Zu Weinachtsgaben (1900) beehrt ſich Unterzeichneter ſeine reiche Auswahl von Waaren zu empfehlen, beſtehend in den neueſten und ſchönſten Jugendſchriften, ſowie Bilderbüchern für Kinder und Erwachſene; Zeichnen ⸗,„ Schreib ⸗ und Stick⸗Vorlegeblätlern, Farbenkaſten und Reißzeuge von den feinſten dis zu den ordinärſten, Papp⸗ und Portefeuille-Waaren, ſowie ſeine evangeliſchen und katholiſchen Geſangbücher, Kinderſpielwaaren, als auch Glaskugeln aller Farben zu Chriſtbäumen u. ſ. w. Auch übernimmt derſelbe jedwede Ausführung von Papp⸗ und Portefeuille ⸗ Arbeiten, einerlei, ob die Stickerei ꝛe. dazu gegeben oder verlangt werden. Friedberg. Louis Weis, den Apotheken gegenüber. Nicht zu uͤberſehen! (1837) Montag den 30. December, Mit⸗ tags 1 Uhr, will ich meine in Utphe belegene, früher dem Metzger Johannes Friedrich Schneider zugehörig geweſene Hofraithe, beſtehend in einem zweiſtöckigen Wohnhauſe, Scheuer, Pferde⸗, Küh⸗, Schaaf⸗ und Schwein⸗ ſtällen, auch Garten, unter billigen Zahlungs⸗ Bedingungen, freiwillig öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden verkaufen, ſei es nun auf den Ab⸗ bruch oder zum Stehenlaſſen. Sämmt⸗ liche Gebäude ſind von Eichenholz und in noch gutem Zuſtande; insbeſondere iſt das Wohnhaus neu hergerichtet und wurde in demſelben Krä⸗ merei und Wirthſchaft mit Erfolg betrieben. J. C. Seidenſtricker. Neue holländiſche Vollhäringe (19010 bei P. F. Schmittner. Verloren. Stein iſt verloren worden; der Finder wird gebeten denſelben gegen eine angemeſſene Beloh⸗ nung an die Expedition d. Blis. abzugeben. 3 Gulden Belohnung (1908) Demjenigen, welcher einen entlaufenen braunen Jagdhund, Weibchen, mittlerer Größe mit weißer Bruſt, weißen Füßen und weißer Schnauze, im Gaſthaus zum Adler in Kaichen abliefert oder über deſſen Aufenthaltsort genü⸗ gende Auskunft geben kann. Verpachtung. (190) Montag den 16. d. M., Morgens 10 Uhr, ſoll die den Erben des verſtorbenen Heinrich Wolf I. eigenthümliche Mahlmühle an der Wetter gelegen,(nit einem Mahlgang) nebſt Scheuer und gut eingerichteten Stallungen, geräumigem Hof und Gärtchen, nebſt 60 Mor⸗ gen Ackerland, wegen Minderjährigkeit der Erben auf 6 Jahre anderweit im Gaſthaus zum weißen Roß unter den dabei bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meiſtbietend verpachtet werden. N Rockenberg den 6. Dezember 1850. Die Vormünder: Jacob Wolf. Kilian Sulzbach. Literariſche Anzeige. So eben iſt erſchienen 8 1 Taubheit iſt heilbar! Hülfe Allen, die am Gehör leiden. Ein Wort über Dr. Pinter's Heilmittel von Dr. M. F. Feldberg. Volle Geneſung ſteht bei richtigem Ge⸗ brauch des hier Geſagten in ſicherer Aus⸗ ſicht, allen Leidenden an: ſtanden durch Erkältung, Schreck, hitzige, oder auch ſophilitiſche Krankheiten, ſchwere Entbin⸗ dungen ꝛc.— 2. Hart⸗ und Schwerhörigkeit, her⸗ vorgerufen nach überſtandenen Krankheiten durch Nervenfehler, Krämpfe, Erſchütterungen ꝛe. 3. Ohreunflüſſen, Polypen, als Folgen verhärteten Ohrenſchmalzes, Ausſchlag am Ge⸗ hirnorgane, Einkriechen von Inſekten ze.— 4. Sauſen, Brauſen, Klingen und ſonſtigen Schwächen des Gehöres bei vorge⸗ rücktem Alter ꝛc. Zeugniſſe der glücklichſten Erfolgs⸗ kuren, darunter welche von den höchſten Per⸗ ſonen, ſind theils beigedruckt, theils können ſie beim Herausgeber eingeſehen werden. In Friedberg zu beziehen durch C. Bin⸗ dernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. (1902) Ein Siegelring mit einem violetten (1905) 1. Gänzlicher Taubheit, ent⸗ N 1