Intelligenz- Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. errichtet: 9 — — eee 9 — 1 M. 71. Mittwoch den 11. September 1850. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1850. Da die Zeit der Einſendung der Waiſenhausbüchſen⸗ gelder gekommen, ſo müſſen wir Sie, da ſeither bei der Einſendung dieſer Gelder die Beſtimmungen der Inſtruction vom 26. April 1843,§. 28 bis 32 nicht überall befolgt worden, darauf aufmerkſam machen und deren pünktliche Befolgung erwarten, widrigenfalls wir ſirenge Rüge ein⸗ treten laſſen müßten. 8 Friedberg am 9. September 1850, r Die Ahnung. Nach einer wahren Begebenheit. Von Fr. Gerſtäcker. (Fortſetzung.) „Sie haben eine lebhafte Einbildungskraft, und die gaukelt Ihnen da allerlei ſeltſame Dinge vor,“ fiel hier die Paſtorin ein,„Sie denken ſich in dem Augenblick viel⸗ leicht etwas recht Entſetzliches oder Graußliches, und das ſtört, wenn es auch nicht wirklich eintreffen kann, doch für kurze Zeit ihre ſonſtige Ruhe.“ a ˖ 8 „Ih nun, mit der Einbildungskraft dürfen wir am Ende ſo etwas nicht einmal alleine entſchuldigen,“ meinte kopfſchüttelnd der Schulmeiſter,„Einbildungskraft ſchreiben wir doch ſonſt ſchon einem ausgebildeteren Geiſte zu, und daſſelbe Gefühl, das Ihnen der Herr Verwalter vorhin geſchildert, finden Sie nicht ſelten bei dem geringſten Dreſcher, der ſein Hirn den ganzen Tag über mit nichts weniger martert, als mit Gedanken und Ideen. Ich habe mir nach meiner ſchlichten Weiſe die Sache immer ſo ver⸗ ſucht auszulegen: etwas Uebernatürliches gibt's doch, das können und dürfen wir nicht leugnen; wo das nun— uns verſteht ſich unbewußt, weil unſere Sinne zu grob und rauh ſind, es zu verſtehen und zu erkennen— in unſere Nähe kommt, da läuft uns, wir wiſſen ſelbſt nicht weßhalb, eine ſogenannte Gänſehaut über den ganzen Leib. Daher kommt auch wahrſcheinlich die Sage von den Ahnungen, denn was ich meine, iſt eben nichts weiter als eine Ahnung überirdiſcher Kräfte.“ „Die wir auch um Gotteswillen nicht ableugnen wollen,“ ſagte die Paſtorin und wurde auf einmal ganz ſtill und ernſt,„ich dächte, wir hätten davon ein Beiſpiel in unſrer eignen Familie.“ 6„Ju Ihrer eignen Familie?“ frug der Verwalter raſch. „Meine Frau bildet ſich's wenigſtens ein,“ meinte der Paſtor kopfſchüttelnd;„die Sache klingt freilich ganz abenteuerlich, hat aber ſicher eine ſehr naturliche Löſung.“ „Die aber bis jetzt noch kein Menſch gefunden hat,“ flüſterte die Frau;„es iſt meiner eignen Mutter wider- fahren, und ich habe es nicht allein aus ihrem Munde, ſondern auch die Beſtätigung, wenn es deren überhaupt bedurft hätte, oft von meiner Tante gehört, die als Kind dabei geweſen war, und ſich der einzelnen Umſtände noch recht gut erinnerte.“ „Und wären Sie wohl ſo freundlich, uns die Ge— ſchichte mitzutheilen?“ frug der Verwalter und rückte ſei⸗ nen Stuhl etwas näher zum Tiſch;„es wäre möglich, daß ich durch etwas Aehnliches die Exiſtenz ſolcher Ahnun⸗ gen ebenfalls zu bekräftigen vermöchte.“ „Die Sache iſt einfach genug,“ erzählte die Paſto⸗ rin;„wir waren unſer drei Geſchwiſter, ich, ein alterer Bruder und noch eine jüngere Schweſter, und die Groß— mutter vor etwa acht Wochen geſtorben, als meine Mut- ter, die ſich allerdings damals noch in einem ſehr aufge— regten Zuſtande befand, träumte, ſie ſchaute am hellen Nachmittag aus dem Fenſter. Da ging die Hofthür auf und herein kam in demſelben Kleide wie ſie im Sarge gelegen, ihre Mutter, ſchritt langſam durch den ganzen Hof 8 ſtieg dann die Leiter hinauf, die zu dem Heuboden ührte. „Wie man nun ſo im Traume iſt, ſo ſcheint auch meine Mutter gar nichts Außerordentliches in dem Wie— derkommen der Todten geſehen zu haben, nur daß dieſe, was ſie im Leben nie gethan, auf den Heuboden ſtieg, fiel ihr auf. Trotzdem ſprach ſie kein Wort und die Mut⸗ ter kam denn auch bald wieder zurück und hatte ein Heu— bündel unter dem Arm. Damit ſtieg ſie die halbe Leiter hinunter blieb plötzlich ſtehen, drehte dann wieder um und holte ſich noch ein zweites.“ „Ei um Gott, Mutter,“ rief die Träumende da, und ſtreckte die Arme nach ihr aus,„iſt denn das eine nicht genug?“ 0 5 „Ja,“ ſagte die Todte und ſtieg langſam nieder, „ich bringe Dir das andere wieder zuruck,“ und aus der Hofthür verſchwand ſie, wie ſie gekommen. „Mein damals etwa vierzehnjähriger Bruder war ein ausgezeichneter Harfenſpieler, und übte ſich beſonders in jener Zeit Tag und Nacht; um es zu noch immer größerer Fertigkeit zu bringen, hatte er ſich aber wohl darin übernommen, oder lag der Keim der Krankheit ſchon in ihm, kurz, wenige Tage nach dieſem Traume wurde er, ſonſt ein kräftiger, geſunder Knabe, krank, und ſah ſich bald durch das hitzigſte Nervenfieber auf ſein Lager ge⸗ worfen. Fünf Tage ſpäter legte ich mich ebenfalls mit demſelben Uebel, mein Bruder aber ſtarb am neunten Tage und in dem Augenblicke, wo er im Todeszucken lag, riſſen plötzlich alle Saiten ſeiner Harfe.— Mich brachte die Großmutter wieder— ich genas nach kurzer Zeit.“ „Die Harfe hat hinter dem Ofen geſtanden,“ brach der Paſtor raſch eine feierliche Pauſe;„das Geſtell kann ſich gezogen haben und da mußten wohl die Saiten mit einem Male ſpringen.“ 2 „Die Erklärung mag wohl ganz gut und natürlich klingen,“ ſagte der Schulmeiſter endlich,„ich ſehe aber wirklich nicht ein, weßhalb wir uns Alles natürlich er⸗ klären müſſen. Du lieber Gott, unſer Aller Leben iſt ſo arm, ſo entſetzlich arm an jeder Poeſie, daß ich denken ſollte, es hätte ſogar etwas Wohlthuendes, einmal einen Gegenſtand zu finden, den man nicht recht be⸗ greifen kann. Ich weiß mich noch recht gut zu erin⸗ nern, wie ich als Kind feſt und heilig glaubte, der Storch bringe die Kleinen, und das Chriſtkindchen die ſchönen Sachen zu Weihnachten; wie ich mich vor dem Knecht Ruprecht fürchtete und die heiligen drei Könige ehrfurchtsvoll anſtaunte, und einmal im Theater, der Abend wird mir unvergeßlich bleiben, da ſah ich ein Stück, das hieß die Kreuzfahrer, und etwas Derartiges war mir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen. Ich weinte und lachte den ganzen Abend und träumte ein volles Jahr von weiter nichts, als tapfern edeln Rittern, braven Türken, unglücklichen Türkenmädchen und böſen Aebtiſſinnen. Das Stück übte auch merkwürdiger Weiſe einen ganz eigenthümlichen Einfluß auf mein künftiges Leben aus; ich ſchwärmte für die altadeligen Geſchlechter der tapfern Ritter und bekam einen ordentlichen Haß auf die katholiſche Religion, die den Mißbrauch der Klöſter dulden konnte. Jetzt iſt das ganz, ganz anders geworden, ich halte die Störche für ſehr gewöhnliche Zugvögel, die von Fröſchen und anderem Zeug leben, und ſich keineswegs mit Kindertransport beſchäftigen; den ſogenannten heiligen Chriſt habe ich diverſe Male ſelbſt machen müſſen, und deßhalb gegründete Urſache, an ſeiner Heiligkeit zu zwei⸗ feln; ebenſo den Knecht Ruprecht, wobei ich gleichzeitig und höchſt trauriger Weiſe allen Reſpekt ſelbſt vor den heiligen drei Königen verloren; und was das Theater anbetrifft, ſo gaben ſie, als ich im vorigen Jahre zum letzten Male in Hamburg war, dort zufällig daſſelbe Stück und die Erinnerung an meine Kindheit trieb mich hinein. Ich wollte, ich waͤre nicht gegangen, denn als ich wieder heraus kam, und ich ſollte mich eigentlich ſchämen, es zu geſtehen, habe ich großer erwachſener Kerl geweint, bittere, große Thränen geweint, und weßhalb? weil ich durch meine Neugierde ein kleines Heiligthum muthwillig geſtört hatte, das mein Herz ſeit ſeiner Jugendzeit in ſeiner innerſten Zelle ſtill und heilig genährt, weil ich das muth⸗ willig und mit roher Hand jetzt von mir geriſſen ſah, was mich ſo viele, viele Stunden mit froher geheimnißvoller — 288— Luſt erfüllt. Die hohen ſchattigen Palmen, die mir bis dahin noch immer vorgeſchwebt, ſchrumpften zu Pappdeckeln mit hölzernen Stützen zuſammen,— jener Zweikampf, an den ich oft mit ſtillem Schauder zurückgedacht, wurde zu einem gewöhnlichen Hämmern auf Blechſchilde; der alte ehrwürdige Emir, in der einen Scene ſiel ihm der Bart ab, und das ganze Publicum lachte, während mir die Thränen in die Augen traten, die fürchterliche Aebtiſſin war die Frau meines freundlichen Wirths, eine treffliche brave Seele, die ſich noch an demſelben Nachmittag erſt ſo theilnehmend erkundigt hatte, wie es all' den Meinigen zu Hauſe ging, die Frau konnte unmöglich ein Böſewicht ſein; und nun erſt die Knappen und Ritter, die früher einen ſolchen Eindruck auf mich gemacht, wie hölzern ſie daſtanden und wie ungelenk: ach, mein ſchöner Jugend⸗ traum, wie bös, wie häßlich war der zerſtört worden, und wie viel beſſer wäre es geweſen, wenn ich keine natür⸗ liche Erklärung für all den ſüßen Zauber gefunden hätte!“ „Es läßt ſich auch nicht Alles natürlich erklären,“ ſagte der Verwalter ernſt und ſtopfte ſich dabei langſam den hohen Maſerkopf mit dem vor ihm liegenden Tabak, zund wenn man's noch ſo gern erklären möchte und wollte. Ich ſelbſt habe zum Beiſpiel etwas erlebt, was ſo wun⸗ derbar und märchenhaft klingt, daß ich es ſelten erzähle, es glaubt mir's Niemand, und es thut mir nachher weh, wenn etwas beſpöttelt wird, das,— heiliger Gott, wie das wieder raſt und tobt, man ſollte glauben, es ſchüttelte die alte Erde aus den Axen,— das mir ſelbſt ſo allge⸗ waltig in's Leben gegriffen hat.“ „Sie ſcheinen mich für einen total Ungläubigen zu halten, lieber Verwalter,“ ſagte der Paſtor freundlich, „darin thun Sie mir aber Unrecht, das vertrüge ſich auch nicht einmal mit meiner Stellung, mit meiner Religion. Auch von Gott ward uns ja weiter nichts, als in ſinn⸗ bildlichen Uebertragungen eine Ahnung ſeines Weſens, und was Anderes als Ahnung einer höheren Welt iſt es, wenn uns bei frommem, erhebendem Choralgeſang die Seele in ſüßer unbegriffener Luſt zuſammenſchauert. Ich glaube an Ahnungen, möchte ſie aber nur von den gewöhnlichen Vorbedeutungen geſchieden ſehen.“ (Fortſetzung folgt.) Eine Anekdote). Als der Fürſt Windiſchgrätz Wien belagerte Anno 1848 im Spätherbſt, und die Wiener Bürgerwehr in den Kampf ſollte, bekam auch ein Schneider ein Gewehr, der ſein Lebtag noch keines in der Hand gehabt. Er nimmt eine Patrone und ſtoßt ſie in den Lauf, vergißt ſie aber abzubeißen. Nun legt er an und drückt los; aber es geht nicht. J will noch eini nein thun! ſagt er, und ſetzt die zweite Patrone drauf. Abermals kein Feuer! J glaub', denkt er, i muß noch a Biſſel nein thun! und auch die dritte Patrone ſetzt ſich auf die zwei andern, und doch will's nicht losgehen. Dos is a kurioſi Geſchicht', denkt er, und ſinnt eine Weile. Pas ſchadet's, ſagt er zu ſich, i ſetz' die vierti drauf! Geſagt, gethan. Jetzt legt er an— aber es iſt vergeblich, weil die erſte Patrone nicht abgebiſſen und kein Pulver auf der Pfanne war. Es geht nicht los. *) Indem wir unſern verehrl. Leſern wieder eine Reihe von Erzaͤhlun⸗ gen, Anekdoten zꝛc. aus der„Spinnſtube 1850, vorführen, erlauben wir uns zugleich auf den neu erſchienenen Jahrgang für 1850, welcher in der Buchhandlung von C. Bindernagel vorräthig it, aufmerkſam zu machen. Die Redaetion. de natür, 1 batte!“ rllaren, langſam 1 Tabat, d wollte. o wun⸗ erfitle, der weh, ott, wie ſchütteltt ſo allge⸗ bigen zu eundlich, ſich auch feligion. in ſinn⸗ ud, vd e, wenn Stele in laube an öhnlichen tt Auno r in den tht, det t nimmt ſie aber aber es ö ſczt bi iin thun! andern, Daß dich a Mäuſel beiß! flucht er, und ſetzt nun auch die fünfte, und, da es noch immer nicht geht, die ſechſte Patrone auf. Ganz außer ſich, daß der Schuß nicht losgehen will, ruft er den Corporal, ſeinen Gevatter und Nachbar, und ſagt: Schaut's mal her, das ſokriſch Ding will nit knallen! Der Corporal unterſucht das Gewehr und ſagt: Glaub's wohl, das das nit krachen thut, S' hoben's jo kan Pulver uf der Pannen und die Patron' nit abbiſſen! los. — 289— Nun ſchüttet er ihm Pulver auf, und gibt's ihm zurück. Der Schneider legt an, zielt und drückt los. Ein furchtbarer Knall erſchreckt alle Umſtehenden, und ein ſo Gewehr auf. gewaltiger Stoß erfolgt, daß der Schneider weit zurück⸗ geſchleudert wird und die Beine zum Himmel ſtreckt. Auf ſein Geſchrei kommt der Corporal wieder und rafft das Loſſen's liegen, loſſen's liegen, ruft aber voll Ent⸗ ſetzen der Schneider, denn es geht holters noch fünfmal J hob ja ſechs Patrone eini than! Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Edictalladung. (13460 Die dem Herrn Fürſten zu Solms. Braunfels in der Gemarkung von Traismün⸗ zenberg zuſtehenden Grundgefälle im jährlichen Geldanſchlage von zuſammen 40 fl. 34% kr., ſollen nach den beſtehenden geſetzlichen Beſtim⸗ mungen abgelößt werden. 5 Man fordert deßhalb Alle, bei dieſer Ablöſung Betheiligten auf, ihre etwaigen Rechtsanſprüche dinnen zwei Monaten bei dem unterzeich⸗ neten Gerichte anzuzeigen, widrigenfalls die Auszahlung des Ablöſungskapitals 486 fl. 54 kr. an den vorbenannten Berechtigten ge⸗ ſtattet werden wird. Hungen den 22, Auguſt 1850. 1 Großh. Heſſ. Landgericht 5 Hofmann. Edictalla dung. (1347) Die längſt verſchollenen Brüder Jo⸗ bannes Stephan, geboren den 10. Juli 1773 und Johann Henrich Stephan, geboren den 23. Auguſt 1779, Söhne der Eheleute Johann Hen⸗ rich und Eliſabeih Stephan zu Nonnenroth, werden aufgefordert, ſogewiß innerhalb 3 Mo⸗ naten von ihrem Aufenthalt Nachricht zu geben, als ſonſten ihr Ableben unterſtellt und demge⸗ mäß weiter verfügt, insbeſondere auch die ſeit einer Reihe von Jahren für Joh. Henrich Stephan beſtandene Curatel aufgelößt werden wird. Hungen den 10. Auguſt 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Sttohlteferung. (1113) Freitag den 13. dieſes Monats, Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird die Liefernng von 700 Gebund Kornſtroh in die Betten der ledig caſer⸗ nirten Mannſchaft dahier in dem Verwaltungs⸗ büreau auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben und die Liefe⸗ rungsbedingungen können von heute an in oben⸗ dachtem Büreau eingeſehen werden. Die Gr. errn Bürgermeiſter der Umgegend werden er⸗ ſucht, daſſelbe im Intereſſe ihrer Gemeinde ge⸗ fälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 2. September 1850. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1449) Der auf Montag den 16. d. Mts. ausgeſchriebene Jahrmarkt zu Hungen iſt wegen Feiertag der Juden auf Montag den 23. d. M. verlegt worden. Die Gr. Bürgermeiſter werden erſucht dieſes in den Orten gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Hungen den 8. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Zimmer. Edietalla dung. (1450) Die dem Fürſtlichen Hauſe Solms Braunfels in der Gemarkung von Holzheim zu⸗ ſtehenden Grundgefälle, im jährlichen Geldan⸗ ſchlage von 125 fl. 7¼ kr. ſollen nach den ge⸗ ſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. Man fordert daher alle bei dieſer Ablöſung Bethei⸗ ligten hierdurch auf, ihre etwaigen Rechtsan⸗ ſprüche binnen 2 Monaten bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte vorzubringen, widrigenfalls die Aus zahlung des in 2252 fl. 19 ½ kr. beſtehen⸗ den Abkaufkapitals an den Herrn Fürſten Fer⸗ dinand zu Solms Braunfels geſtattet werden wird. Hungen den 4. September 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edietalla dung. (14310 Wühelm Launſpachs Wittwe Anna Eliſabetha, geb. Roth, von Langsdorf, bat einen Theil ihrer Grundſtücke veräußert und will einen andern verpfänden. Da ſie ihr Eigenthum an dieſen, in der Gemarkung von Langsdorf ge⸗ legenen Grundſtücken, worüber die Grundbuchs⸗ auszüge in der Landgerichts⸗Regiſtratur zur Ein⸗ ſicht offen liegen, nicht genügend nachweiſen kann, ſo werden alle Diejenigen, welche an die be⸗ merkten Immobilien dingliche Anſprüche bilden wollen, aufgefordert, ſolche binnen 3 Wochen von heute an dahier geltend zu machen, widri⸗ genfalls das Eigenthum als nachgewieſen an⸗ genommen und die Hypothek ſowie Kaufbriefe beſtätigt werden. Hungen den 4. September 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück. Aepfel ⸗Verſteigerung. (1432) Freitag den 13. d. M., Vormittags 10 Übr, ſollen die hieſigen Gemeindeäpfel, circa 50 Malter, an Ort und Stelle meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden. Wohnbach den 6. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. Bekanntmachung. (1483) Mittwoch den 18. d. M., Vormit⸗ tags 9 Uhr anfangend, ſollen auf der Verwal- tungsſtube des Dorheimer Bergwerks 8 Morgen 1 Vrtl. 7,5 Ruthen in der Gemarkung Dorheim, Felddiſtrikt Rothenberg gelegenes, aus 9 Par⸗ ellen beſtehendes Bergwerksgelände, auf dem ege der öffentlichen Verſteigerung an den Meiſtbietenden, unter Geſtattung vierjähriger Zahlungstermine, verkauft werden. Kauflieb⸗ haber, welche die Grundſtücke vorher einzuſehen wünſchen, wollen ſich an Oberſteiger Knoche auf dem Dorheimer Bergwerk wenden. Friedberg am 7. September 1850. In Auftrag Gr. Oberbaudirection: Der Gr. Bergrentmeiſter Textor. Aepfel⸗Verſteigerung. (148 Donnerſtag den 12. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das Obſt auf den gemein⸗ heitlichen Baumſtücken in mehreren Abtheilungen öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Niederwöllſtadt den 6. September 1850. Der Großh. e o ſt. Arbeits ⸗Verſteigerung. (14535 Freitag den 13. September l. J., Nachmittags 1 Uhr, ſollen auf hiefigem Gemeinde⸗ hauſe die nöthige Maurerarbeit am hiefigen Schul⸗ hauſe, veranſchlagt zu 39 fl. 17 kr., ſowie die Dachdeckerarbeit am hieſigen Kirchendache, ver⸗ anſchlagt zu 55 fl. 36 kr. wenigſtnehmend in Accord gegeben werden. Obererlenbach den 7. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Cloos. O bſt⸗Verſteigerung. (1436) Freitag den 13. September l. J., Morgens 10 Uhr, ſoll das der Gemeinde ge⸗ hörige Obſt aus circa 12 Malter Aepfel, ½ Malter Birnen und 2½ Malter Zwetſchen be⸗ ſtehend, in Abtheilungen an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Niederrosbach den 7. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Groh. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1487) Die Anfertigung eines eiſernen Thores an den Kirchhof zu Fauerbach II. ſoll am 13. d. M., Morgens um 11 Uhr, in der Amts⸗ ſtube des Gr. Bürgermeiſters dahier unter den dann bekannt zu machenden Bedingungen ver⸗ ſteigert werden. auerbach II. am 6. September 1850. Dr. Matthias, Pfarrer. O bſt⸗Verſteigerung. 488) Donnerſtag den 19. September l. 3. Vormittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Ge⸗ meinde zuſtebende Obſt, als: circa 60 Malter Aepfel, „ 20„ Birnen, „ 6„Z boetſchen, an Ort und Stelle öffentlich an den Meiſtbie⸗ tenden verſteigert werden. Rodenbach am 7. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Se r r m a n n. Weißbinderarbeit⸗Verſteigerung. (1459) Freitag den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird auf dem Büreau des Unterzeich⸗ neten der Anſtrich des Geländers der über den Nidderfluß erbauten neuen Brücke mit Oelfarbe, welche Arbeit im Ganzen zu 53 fl. 30 kr. ver⸗ voranſchlagt iſt, öffentlich wenigſtnehmend ver⸗ ſteigert. Altenſtadt den 6. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. N οοο⏑ d ιε Y — 290 Privat- Bekanntmachungen. Geſchuͤffs⸗Eroffnung. Dari Strauss, Dongesgaſſe— 8 neu in Frankfurt a. M. a e r (14g) in allen Sorten Tuche, Buckskin, halbwollenen, leinenen und baumwollenen Hoſenſtoffe, Weſten, Herrnbin⸗ den, bielefelder und ſchleſiſcher Leinwand ꝛc. zu den billigſten und feſtgeſtellten Preiſen. D 2 2 0. iejenigen Leidenden, (1460) welche ſich bisher weder ſelbſt, noch im Kreiſe ihrer Bekannten von der heilkräftigen Wirkſamkeit der Goldberger'ſchen Ketten zu überzeugen Gelegenheit hatten, mache ich auf den im Druck erſchienenen Zweiten Jahresbericht über die Heilkraft und Wirkſamkeit der Kaiſerl. Königl. Oeſterrelchiſch privile— glrten und Königl. Preuß. conceſſlonirten Goldberger'schen galvano: elec⸗ triſchen Rheumatismus ⸗Ketten aufmerkſam und iſt dieſe, für Alle, die an gichtiſchen, nervöſen und rheumatiſchen Uebeln leiden, ſo höchſt wichtige Schrift unentgeltlich bei mir zu haben. Dieſe ſegensreichen Erfolge, beſtätigt in amtlich beglaubigten Atteſtaten von mehr denn Ein Tauſend Sanitäts⸗Behörden, renommirten Aerzten und bochachtbaren Privat- Perſouen aller Länder Europa's, rechtfertigen ſicherlich die Celebrität der Goldberger'ſchen Ketten und bieten die größte Bürgſchaft für deren gerühmte und geprieſene Heilkraft. Von dem Erfinder und Verfertiger dieſer Retten, Herrn J. T. Goldberger in Berlin, vormals in Tarnowitz, iſt mir ſeit Jahr und Tag der alleinige Verkauf für den hieſigen Ort übergeben und halle ich ſonach mein wohlaſſortirtes Lager der Goldberger'ſchen Ketten in der Original- Verpackung, zu den feſtgeſtellten Fabrikpreiſen(ài Stück mit Gebrauchs ⸗Anwei⸗ ſung 1 Thlr., ſtärkere à 1 Thlr. 15 Sgr. und in doppelter Conſtructlon gegen veraltete Uebel u 2 Thlr., ſo wie ſchwächſte Sorte à 15 Sgr.) bei Bedarf zur geneigten Abnahme beſtens empfohlen. Friedberg. P. F. Sehmittner nächſt der Burg. Milikar⸗Sfellverkrekungs⸗Anſtalt von Carl Schiarze Rheinſtraße Lik. E. Nr. 5. (14610 Indem ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß ich mich von Herrn Dr. juris Vogel, mit dem ich bisher die allgemeine Militär- Stellvertretungs⸗Anſtalt in Gemeinſchaft leitete, getrennt habe, verbinde ich damit die Anzeige, daß ich unter heutigem Datum eine Militär⸗ Stellvertretungs-Anſtalt auf alleinige Rechnung dahier gegründet habe, deren Hauptzweck iſt, für jedes laufende Conſeriptionsjahr denjenigen Dienſtpflichtigen, die einen Stellvertreter wünſchen, a zu beſchaffen und die Verträge mit denſelben, den beſtehenden Geſetzen gemäß, abzuſchließen. Für diejenigen Dienſtpflichtigen, die bereits in dieſem Jahr ein Marſchloos ge⸗ jo gen und noch vertreten ſein wollen, bilde ich eine beſondere Geſellſchaft, die auf Gegenſeitig⸗ eit gegründet, dem Einſteller die Sicherheit gewährt, daß er nicht durch etwaige Deſertion oder ſchlechte Aufführung der für ihn eingetretene Einſteher in großen Schaden kommen kann. Die Statuten beſagen das Nähere darüber. Mit dieſer Militär-Stellvertretungs-Anſtalt verbinde ich zugleich eine Aſſecuranz⸗Anſtalt die, nach dem Grundſatz der Gegenſeitigkeit, den Conſeriptions⸗ pflichtigen vor der Loosziehung die Sicherheit gewährt, daß, bei etwaiger Ziehung eines Marſch⸗ looſes, ſie jedenfalls einen Einſteher erhalten und zwar zu einer viel geringeren Summe, dadurch daß bei einer beſtimmten Anzahl Geſellſchaftsmitglieder immer ein kleiner oder größerer Theil ſein wird, die Freilooſe ziehen. Hierzu können die im Jahr 1851 zur Ziehung kommenden Conſeriptiongpflichtigen ſich jederzeit bei mir oder meinen Herrn Agenten anmelden und die Statuten, woraus die näheren Beſtimmungen zu erſehen ſind, in Empfang nehmen. Diejenigen, welche als Einſteher dienen wollen, erſuche ich, ſich mit den nöthigen Papieren verſehen, brieflich oder perſönlich auf meinem Bureau zu melden. Die Garantie für Erfüllung der wechſelſeitigen Verbindlichkeiten muß zunächſt und vor⸗ zugswelſe im gegenſeitigen Vertrauen auf Rechtlichleit und Gewiſſenhaftigkeit beruhen, ich, meiner⸗ ſells werde mich bemühen mich dieſeg Vertrauens in jeder Beziehung würdig zu zeigen. Zur weiteren Sicherbeit habe ich in der Perſon des Kaufmanns Herrn Cart Hemmerde elnen Bürgen geſtellt, der für die Summe von 5000 fl. als Selbſtzähler haftet; für jedes weitere Conſeriptionsjahr werde ich einen neuen Bürgen ſtellen. Mein Büxreau iſt Rheinſtraße Lit. E. Nr. 5. und ſind zur perſönlichen Rückſprache und Anmeldungen die Stunden von 8 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr Nachmittags beſtimmt. Carl Sch w ar d. n Darmſtadt im Auguſt 1850. Nähere Auskunft ertheilt der Agent für den Regierungsbezirk Friedberg H. Hahn Friedberg. ö Zum Vermlethen. (AAng) In meinem Hauſe iſt der von Herrn Meßger Schäfer bewohnte untere Stock zu ver⸗ miethen und kann bis zum November bezogen werden. K. Erbes, Wittwe. Winterbukskins ( 1388] von fl. 5 30 kr. per Hoſe an, ſo⸗ wle Paletot⸗ und Weſtenſtoffe zu billigſten Prei⸗ ſen bei 5 K. W. Kellermann, kleiner Kornmarkt 5, in Frankfurt a. M. Fliegenkohle für Menſchen durchaus unſchädlich. (1366) Dieſes ausgezeichnete von R. Dubois erfundene und in Frankreich allgemein verbreitete billige Mittel tödtet ſicher und ſchnell die läſtl⸗ gen Fliegen, und iſt in Packeten mit Gebrauchs⸗ Anweiſung ä 1 Sgr. und 2 Sgr. zu haben bel Friedberg. P. F. Schmittner, * nächſt der Burg. Verſteigerung. (1482) Freitag den 13. September, Morgens 10 Uhr, ſollen in hieſigem Pfarrhofe nachbe⸗ nannte Gegenſtände: 1) vler ſtarke eiſerne Fenſtergitter, 2) mehrere Stubenthuͤren, 30„ vierflügliche Fenſter, 4) ein Ofen, 5) eine große Waſchbütte, 6) eine Parthie altes Holzwerk, 2„„ Eiſen gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Melbach den 7. September 1850. In Auftrag: Joh. La un, Rechner. Zum Vermiethen. (1463 Ein Familienlogis iſt zu vermietheu. Näheres bei der Expedition d. Blattes. Anzeige. (14640 Von der bei mir zu findenden Aus⸗ wahl ganz vorzüglich gearbeiteter Bruchbänder ſetze ich Hülfsbedürftige in Kenntniß mit dem Bemerken, daß ich jetzt in dem ebemaligen Commandantenhauſe neben dem Rathhauſe dahier wohne. Nauheim den 7. September 1830. A mend eg gane forderlichen Formulare, ſowie Getränke⸗Dekla⸗ rationen ſind zu haben bei Heinrich Seriba, Buch- und Steindruckerei. Anzeige. (1166) Die Jahresfeier des Kinderrettungs⸗ hauſes zu Kloſter Arnsburg findet den 25. Sep- tember d. J., Morgens 10 Uhr, ſtatt*). Wie voriges Jahr, ſo findet auch diesmal wieder ein Verkauf weiblicher Handarbeiten zum Beßten der Anſtalt ſtatt. Freunde und Freun⸗ dinnen der Anſtalt werden daher um Einſendung recht zahlreicher Liebesgaben— auch die kleinſte wird mit Dank angenommen— freundlichſt ge⸗ beten und zur Theilnahme an der Feier erge⸗ benſt eingeladen vom Vorſtande. *) Wer ſich bei Taubſt.⸗Lehrer Schäfer Abends vorher meldet, findet für weniges Geld Fahrgelegenheit nach Arnsburg. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Bechtold, Amtswundarzt (14165) Die zur Wahl der Bezirksräthe er⸗ 0 —— 2 ande daß Hal und ven bil M Fr Pa