lcchen. fe Stadtkirche 1 Burgfirche Burglirche: Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg * im Beſonderen. M 33. Mittwoch den 10. Juli 1850. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre, ſowie die Gendarmen dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die heimliche Entfernung des Heinrich Wagner von Rodheim. Rubrikat, Sohn des Bäckers Heinrich Wagner von Rodheim, hat ſich am 24. v. Mts., wahrſcheinlich aus Furcht vor einer Züchtigung, heimlich von Hauſe entfernt und es iſt bis jetzt der Ort ſeines Aufenthalts nicht bekannt ge— worden. Unter Beifügung eines Signalements deſſelben beauftragen wir Sie, nach dem Vermißten zu forſchen und ihn im Betretungsfalle in ſchonender Weiſe anzuhalten und hierher abzuliefern. Friedberg den 2. Juli 1850. Ouvrier. Signalement. Alter: 14 Jahre. Größe: 5 Fuß. Haare: hell. Augen: grau. Augenbraunen: hell. Geſicht: klein. Naſe und Mund gewöhnlich. Geſichtsfarbe: bleich. Statur: klein. Kleidung: ein gutes dunkelblaues Tuchkamiſol, eine desgleichen Weſte, eine desgleichen Kappe mit Sturmband, gute geſtreifte Hoſen von Sommerzeug, neue Stiefel mit Stiftchen beſchlagen, ein gutes Hemd. Der Sonnenſchirmbaum. Ein naturgeſchichtliches Curioſum. In vielen Ländern gewährt die Natur aus freiem Antriebe den Bewohnern in Fülle jene dringenden Lebens⸗ bedürfniſſe, welche man in anderen erſt mit vieler Mühe und Handarbeit hervorbringen muß. So wächſt auf den Inſeln des Stillen Oceans der Brodfruchtbaum, der den Einwohnern derſelben eines der koſtbarſten und unentbehr⸗ lichſten Nahrungsmittel Europa's liefert; ſo gibt in den heißen trockenen Wüſten Südamerika's der palo de vaccu oder Kuhbaum ein kühlendes milchartiges Getränke; und die Kokosnuß gewährt den Völkern der heißen Zone nicht nur Speiſe und Getränk, ſondern verſieht ſie auch mit Gefäßen zur Aufbewahrung der einfachen Nahrungsſtoffe, welche ſie enthält. Betrachten wir insbeſondere die manch—⸗ faltige Natur der Erzeugniſſe verſchiedener Länder und die wunderbare Anpaſſung derſelben an die Bedürfniſſe ihrer Bewohner näher, ſo müſſen wir unfehlbar und mit ſtau— nender Ehrfurcht die unerſchöpfliche Sorgfalt und Güte des gnädigen allmächtigen Schöpfers bewundern. In den kahlſten, unfruchtbarſten, kälteſten Regionen des Nordens wächſt das unſcheinbare verkümmerte Rennthiermoos, von welchem das für den Menſchen ſo nützliche Rennthier lebt, und in den heißen Wüſten der Sahara, wie in der ſtrotzen⸗ den Wildniß der Selva finden ſich noch immer Mittel genug zum Unterhalte des Menſchen, und zur Befriedigung ſeiner gewöhnlichſten Bedürfniſſe. Unter der reichen Fülle ſeltſamer Geſchöpfe im Pflanzenreiche gibt es aber dennoch kaum ein merkwürdigeres oder nuͤtzlicheres, als den Tali— pot oder Schirmbaum auf Ceylon, deſſen Blätter zur Papierbereitung, zum Bedecken von Hütten und Zelten, ſowie zur Anfertigung von Kleidungsſtücken dienen, wäh⸗ rend das Mark der juͤngeren Stämme ein nahrhaftes wohl— ſchmeckendes Brod liefert, das die Bewohner von Ceylon vor der Reife ihrer Erndten gerne genießen. Der Talipot iſt aber auch ein ſchöner Baum; ſein Stamm ſo ſchlank wie eine Binſe, erreicht eine Höhe von 6070, oft von hundert Fuß, und ſpitzt ſich gegen den Gipfel hinauf zu, wo ſeine großen breiten Blätter ohne Zweige auswach⸗ ſen. Der Umfang des Stammes eines ſolchen Baums beträgt, wenn er vollkommen ausgewachſen iſt, ungefähr fünf Fuß, nimmt aber nach oben allmählig ab. Die Blät⸗ ter, ſo lange ſie noch auf dem Baume, ſind beinahe ganz rund und von ſo bedeutendem Umfange(15—18 Fuß lang und 12— 14 Fuß breit), daß eines derſelben gar leicht zehn bis zwölf Perſonen vor dem Regen ſchützen kann. Auf dem Gipfel des Baumes ſelbſt wächſt die Blüthe, welche ſich manchmal noch mehr als 30 Fuß über die ge⸗ wöhnliche Höhe der Pflanze erhebt, bevor ſie die Rinde durchbricht, welche ſie umſchließt und die etwa mit einem zuſammengelegten Regenſchirm Aehnlichkeit hat. Hat der Embryo ſeine Reife erreicht, ſo berſtet die Hülle mit einem lauten Krachen, und entfaltet herrliche Traubenbüſchel ſchöner gelber aber übelriechender Blüthen. Die Ent⸗ wickelung der Blüthe iſt aber zugleich das Signal zum Abſterben des Baumes,— jene iſt die Entfaltung der höchſten Schönheit vor dem raſchen Zerfall. Auf die Bluͤthe — 214— folgt die Frucht, zu deren Ausreifen(die Entwickelung der Blüthe mitinbegriffen) 14 Monate erforderlich ſind; iſt die Frucht, eine Beere, gereift, ſo welkt und kränkelt der Baum, der ſeine Lebensaufgabe nun erfüllt hat, ſtürzt bald zuſammen und verfault; jeder Baum blüht und trägt nur einmal Frucht, und zwar ungefähr in ſeinem 30ſten Jahre. Jede Beere entwickelt ſich wieder zu einem neuen Pflanzenindividuum. (Schluß folgt.) ſamen in Vilbel 6 kr.; von 755 Eifert in Vilbel 12 kr.; d. Hrn. Pfr. Buchhold zu Oſſenheim 2 fl.; d. Hrn. Pf, Lucius in nheim in Rheinheſſen 9 fl.; d. die Redakt. der polit. kirchlichen Blätter 27 fl. 24 kr.; d. Hrn. Lehrer Jäger in Staden 7 fl. 27 kr; E. Falk 30 kr.; d. Hrn. Pfr. Heim in Zwingenberg 1 fl. 45 fr.; Hr. Aktuar Nau zu Bieden⸗ kopf 36 kr.; Ungenannt 1 fl.; d. Hrn. Pfr. Ebel zu Winnerod 36 kr.; d. Univerſitätsdiener Schwarz zu Gießen 4 fl. 54 kr.; C. C. N. 36 kr.; Uhrmacher Reiz 30 kr.; V. B. in der Kirche 6 kr.; d. den evangeliſchen Verein in Frankfurt 10 fl. 30 kr.; d. Hrn. Pf. Oeſer in Lindheim 1 fl. 3 kr.; durch Hrn. Pf. Scriba in Büdingen 1 fl.; durch die Redact. des Offenbacher Jutelligenzblts. 40 fl; etlich und 20 Bund Waizenſtroh von Hrn. Collector Reuß; Hrn. K. Groß 2 fl. 42 kr.; Hr. Pfarrvikar Meyer und werden hiermit dankbar beſcheinigt. Ungenannt 1 fl.; Koſtgeld für einen Knaben 10 fl.; d. Hrn. Pfr. Blinden⸗Anſtalt in Friedberg. Im Monat Juni gingen für obige Anſtalt folgende Gaben ein Scriba in Büdingen 10 fl. 24 kr.; Sr. Durchl. Fürſt zu Solms⸗fich d. Lehrer Anthes 10 fl.; von Hrn. v. R. 2 fl. 45 kr.; d. Hrn. Rüb⸗ in Homburg 2 fl.; d. Hrn. Cand. Römheld aus Dautphe 3 fl. 39 kr. aus der Hausbüchſe 5 fl. 51½ kr.— Summe 157 fl. 36½ kr. Allen edlen Gebern herzlichen Dank! g Weiter den Gebern und Freunden die Nachricht, daß am 1. d. M. der vierte Zögling, ein Mädchen, eingetreten iſt. Friedberg, Anfangs Juli 1850. J. P. Schäfer, Vorſteher der Blinden-Anſtalt. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. 045) Ueber den von den Erben ausge⸗ anden Nachlaß der Wittwe des Gr. Phyſi⸗ tatsarztes Dr. Köhler von Bensheim: jetzt zu Friedberg, iſt der Konkurs erkannt worden. An⸗ ſprüche jeder Art find deß, alb im Termin Mittwoch den 31. Juli d. I., Morgens 8 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präclufiv⸗ dekret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen und zu begründen. In dem Termin ſoll zugleich wegen Geneh⸗ migung der Verſteigerung zweier, zur Maſſe gehörigen Grundſtücke, verfügt und ein Arran⸗ gement verſucht und im Entſtehungsfalle über die Wahl eines Curators und die Verwaltung der Maſſe verhandelt werden. Gläubiger, welche nicht in Selbſtperſon er⸗ ſcheinen, haben ihre Vertreter mit Specialvoll⸗ machten zu verſehen, gegenfalls ſie als den Be⸗ ſchlüſſen der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger beitretend werden angeſehen werden. Friedberg den 25. Juni 1850. ö Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Edictalla dung. (4060 Im Jahre 1823 leiſtete Peter Bou⸗ temy in Friedberg dem hieſigen Hospitalfond, resp. der geiſtlichen Stiftungsdeputation als Rechner jenes Fonds eine Caution durch Ver⸗ pfändung mehrerer Grundſtücke im Werthe von 1057 fl. und im Jahre 1843 ſetzte Johannes Breitenbach in Oberwöllſtadt der hieſigen Stadt⸗ kirche eine Hofraithe wegen gehöriger Verrich⸗ tung der übernommenen Weißbinderarbeiten un⸗ terpfändlich ein. Beide Cautionen find nach vorliegender Anzeige erloſchen, die Urkunden jedoch verloren gegangen. Sollten dritte die⸗ ſelben beſitzen und Anſprüche daraus begründen wollen, ſo iſt dies ſo gewiß binnen 6 Wochen von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt, daß kein ſolcher Anſpruch mehr beſtehe, unterſtellt und Löſchung der betreffenden Einträge in den Hypo⸗ thekenbüchern verfügt werden wird. Friedberg den 22. Juni 1850. f . Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Hofraithe⸗Verkauf. (1017) Wegen eingelegtem Nachgebote ſoll Freitag den 12. d. Mts., Vormittags um 10 Uhr, die in der Hauptſtraße dahier gelegene, zu jedem Geſchäftsbetrieb geeignete Hofraithe des verſtorbenen Kaufmanns Joh. Heinr. Fritz, be⸗ ſtehend aus Wohnhaus mit geräumigem Hofe und Brunnen, ſchönen Magazinen und Stallun⸗ gen, einer Waſchküche, einer großen maſſiv von Stein gebauten Scheuer nebſt angrenzendem Garten, ſowie auch 1 Viertel 27 Ruthen Garten in den Liebfrauengärten, öffentlich meiſtbietend, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hiefigem Rathhaus nochmals verkauft werden. Friedberg den 1. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Behn der Arbeits verſteigerung zu Laubach. (1065) Freitag den 12. Juli l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen die bei Umbauung des hieſigen Schulhauſes erforderlichen Arbeiten und Materialien in Gegenwart des Gr. Heſſ. Kreis⸗ baumeiſters des Baubezirks Friedberg auf dem Rathhauſe dahier an die Wenigſtfordernden öffent- lich in Accord gegeben werden. Nach dem Voranſchlag betragen dieſe Arbeiten: 40 Maurerarbeit 620 fl.— kr. 2) Steinhauerarbeit 325„16„ 3) Zimmerarbeit 20187 56„ 4) Dachdeckerarbeit 199% 28„ 5) Schreinerarbeit 904/ 09„ 6) Schloſſerarbeit 672„ 44„ 7) Glaſerarbeit 249%— 8) Weißbinderarbeit 687„ 10„ 9) Spenglerarbeit 94„ 08„ 10) Das Brechen, Anfahren und Aufſetzen von 6,5 Cubkl. Mauerſteinen, 100 Anliefern von 15000 Stück Backſteinen, 2500 Kaminſteinen und 5000 Rohrbackſteinen, 12) Anliefern von 106 Bütten Kalk, 13) Anliefern von 4 Cubikkl. Schlackenſand, 14) Anliefern von 4 Stecken eichen Stückholz, 15) Auliefern von 208 Gebund Kornſtroh, 16) Anliefern von 3,5 Cubikkl. Lehm. Die Zeichnungen, Voranſchläge und Beding⸗ ungen liegen auf dem Büreau des Gr. Kreis⸗ baumeiſters zu Friedberg und auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Laubach den 3. Juli 1850. Der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter daſelbſt. Edietalla dung. (1039) Nachdem über das Vermögen des Gutspachters Dr. Jaup zu Dorheim der förm⸗ liche Concurs erkannt worden iſt, werden hier⸗ mit alle Gläubiger deſſelben vorgeladen, ihre Forderungen bei Meidung des Ausſchluſſes von der Concursmaſſe, im Termine den 29. Juli d. J., Vormittags 8 Uhr, vor dem unterzeichneten, von der Civilkammer des kurfürſtlichen Obergerichts zu Hanau mit der Leitung und Entſcheidung dieſes Verfahrens be⸗ auftragten Gerichte unter Vorlage etwaiger Be⸗ weisurkunden anzumelden und zu begründen, ſich auch über die Wahl eines Maſſecurators, als welcher vorläufig der Müllermeiſter Georg Schudt zu Dorheim beſtellt worden iſt, zu ver⸗ einigen.— Zugleich wird bemerkt, daß die Bekanntmachung des demnächſt ergehenden Prä⸗ eluſiv⸗Beſcheides blos durch Anſchlag im Ge⸗ richtslocale bewirkt werden wird. Nauheim am 29. Juni 1850. Kurfürſtlich Heſſiſches Juſtizamt Kröber. vat. Raabe. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1063) Donnerſtag den 11. Juli 1850 Vor⸗ mittags 10 Uhr wird auf dem hieſigem Rathhauſe die Lieferung von 11000 hartgebrannten Back⸗ ſteinen zur Erbauung des Viaductes über das Roſenthal bei Friedberg öffentlich an die Wenigſt⸗ bietenden verſteigert werden. Friedberg den 2. Juli 1850, Der Großh. Heſſ. Sections ⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1085) Donnerſtag den 11. J. Mts., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhaus die Herſtellung der ſog, krummen Gaſſe in der 1 Gemarkung wenigſtnehmend verſteigert, als: 1) Anfertigen eines Grabens und die Fahr⸗ bahn zu chauſſiren 49 fl. 22 kr., 2) die Lieferung von 0,3 Cub. ⸗ Klftr. Pflaſterſteinen II. Sorte 9— 3) desgleichen von 3,0 Cub.⸗Klftr. Chauſſirſteinen 4) Pflaſterarbeit Friedberg den 8. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de Verſteigerung von Bauarbeiten zu Butzbach. (1086) Montag den 15. Juli l. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſollen die bei Umbauung des II. Pfarrhauſes zu Butzbach vorkommenden Arbeiten und Material⸗Lieferungen im frühern J. Pfarrhaus daſelbſt öffentlich an die Wenigft⸗ nehmenden verſteigere werden. f Der Voranſchlag hierfür beträgt: 1) Maurerarbeit 551 fl. 56 kr., 2) Steinbauerarbeit 337„ 51 3) Zimmerarbeit 481 42„ 4) Dachdeckerarbeit 140 20„ 5) Schreinerarbeit 699„25„ 6) Schloſſerarbeit 465 30. 7) Glaſerarbeit 195„ 52 8) Weißbinderarbeit 666„ 25„ 9) Spenglerarhejt 63 46 10) Anlieferung der erforderlichen Materialien, beſtehend in Mauerſteinen, Backſteinen, Kalk und Sand, veranſchlagt im Ganzen zu l 773 fl. 38 kr. Zu gleicher Zeit wird das an der früheren Wohnung des Schreiners Diehl ſtehende, von 63ꝶDfn ˙ p! ⅛ Wu. ˙. 1 ew. pft um ne ee ee Aa zu Bieden. duunccod 30 kr. T N. S6. den crangeliſchen dudpeim fl. cgchenden prä cas n G. d. 75 Muttzamt A. Nabe tudahn. Juli 1850 Bor⸗ Aigtn Ruthhauſe Ingrniert dderg Igttung 1 N., Nach ö ußgem Rathaus n Gaſf in der zend perftigert, und die Fahr⸗ 0 fl. Q K., datbeiuen zu 5. l. J, Sa, 1 bei Umbauung „„ f Jamallel, Holz erbaute Kugelhausgebäude, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert.„ Die weiter an den zum Abbruch beſtimmten Kugelhausgebäude vorkommenden Arbeiten wer⸗ den mit den oben angegebenen Arbeiten öffent- lich an die Wenigſtnehmenden verſteigert. Voranſchläge und Verſteigerungsbedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. g Friedberg den 7. Juli 1850. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Bekanntmachung. (1087) Montag den 15. Juli l. J., Nach⸗ mütags um 3 Uhr, ſollen in Butzbach bei Herrn Gaſtwirth Joutz die auf die Straße von Butz⸗ bach in der Richtung nach Friedberg vom Stein⸗ bruch bei Griedel noch anzufahrenden Steine, auf Koſten der früheren Steigerer, nochmals öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 7. Juli 1850. 5 Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (1088) Die Lieferung der nachgenannten Materialien in das Magazin des Bahnhofes zu Friedberg ſoll auf dem Submiſſionswege ver⸗ geben werden. Die Bedingungen der Lieferung können vom 10. Juli l. J. an auf dem Büreau des Materialverwalters der Station Friedberg eingeſehen werden; die Gebote ſind verfiegelt und mit der Aufſchrift:„an die Gr. Maga⸗ zins⸗Commiſſion zu Friedberg, Material ⸗Lie⸗ ferung betreffend:“ längſtens bis zum 16. Juli Nachmittags 2 Uhr auf genanntem Büreau ab⸗ zugeben woſelbſt unmittelbar hierauf die Er⸗ öffnung der Gebote geſchieht, welcher die Inte- reſſenten beiwohnen können. Die Lieferung erſtreckt ſich auf: 1) 20 Zentner Knochenöl, 2) 18 Zentner Rübol, 3). 14 Zentner Sparbl, 4) 2% Zentner Schmalz, 5) 5. Zentner Talg, 6) 8 Zentner Terpentinsl, 70 ½ Zentner weiße Seife, 8 ½ Zentner ſchwarze Seife, 9) 40. Ordfs. altes Meſſingdrahtgewebe, 10) 25 Pfund Mening, 115 25 Pfund Bleiweiß, 10 250 Stück Streichfeuerzeuge, 13) 60 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 14) 30 Stecken Tannen⸗Scheitholz, 15) 600 Stück Tannen⸗Wellen, 16) 50 Stück Unterſchlaghölzer, 17) ½ Zentner Stearinlichter, 18) 17 Zentner Baumwollenabfälle, 19) 5 Zentner Leinwand, 20) 8 Rieß Fenſterpapier, 21) 200 Ellen Saalband, 32) 100 Stück Lampenchlinder. Von den unter Nr. 1 bis 12 genannten Ge⸗ genſtänden ſind Proben mit den Geboten vor⸗ zulegen. 1 Friedberg den 4. Juli 1850. i Die Gr. Magazins ⸗Commiſſion Lauben heimer. Main- Weſer⸗Eiſenbahn. Section Butzbach, (10890 Mittwoch, den 10. d. Mts., ſollen die Küchengeräthyſchaften der Baracken im Gam⸗ bacher Wald und der Langgönſer Hardt, ſowie die Strohmatrazen, an die Meiſtbietenden öffent⸗ lich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt Vormittags 8 Uhr im Gambacher Wald. Butzbach am 3. Juli 1850. N Der Großh. Heſſ. Sections ⸗Ingenieur Eicke meyer. 215— Bekanntmachung, Holzverſteigerung in den Gr. Domanialwaldungen des Reviers Oberrosbach betreff. (1090) Dienſtag den 16. d. M. werden an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: Morgens 7 Uhr in dem Diſtrict Mainzer hecken: 100 Wellen aspen ꝛc. Reiſerholz, Morgens 8 Uhr anfangend, im Diſtrict Burgwald, Schlag Nr. VI.: 75 Stecken geſchält eichen Prügelholz, 17 Stecken eichen Stockholz, 100 Wellen buchen, 15525 Wellen geſchält eichen und 400 Wel⸗ len birken ꝛc. Reiſerholz; 4 Wagen, 9 Läſte Allexleiholz, 800 Stangen zu Baumſtützen; endlich, nachdem dieſe Verſteigerung been— digt iſt, im Burgwald Schlag Nr. I.: 200 Wellen birken ꝛc. Reiſerbolz. Oberrosbach den 5. Juli 1850. Der Gr, Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bin gmann. Holz ⸗Verſteigerung. (1091) Da die unterm 27. v. Mts. der Verſteigerung ausgeſetzt geweſenen 320 Stecken buchen Prügelholz in hieſigem Wald nicht ge⸗ nehmigt worden find, ſo ſollen ſolche Donnerſtag den 11. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, nochmals verſteigert werden, was die Herren Ortsvorſtände in ihren resp. Gemeinden be— kannt machen laſſen wollen mit dem Anfügen, daß gegen ordnungsmäßige Bürgſcheine Credit bis Martini l. J. gegeben wird. Florſtadt den 5. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Arbeits Verſteigerung. (1092) Samſtag den 13. Juli, Vormittags 11 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhaus die Re— paraturen an der Kirchen ⸗Uhr, welche zu 20 fl. veranſchlagt find, an die Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Der Voranſchlag kann jeden Tag auf meinem Bureau eingeſehen werden. Aſſenheim den 6. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1093) Freitag den 12. Juli l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen auf hieſigem Bürger⸗ meiſtereibureau nachfolgende Arbeiten öffentlich an den Wenigſtnehmenden unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen veraccordirt werden. I. Zur Einrichtung des Friedhofshäus⸗ chens erforderlichen: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 10 fl.— kr., 2) Steinhauerarbeit,.„ 18— 3) Schreinerarbeit,„ 19„— 4) Schloſſerarbeit, N 8 5) Weißbinderarbeit,„„ II. Zur Vergrößerung der Friedhofs- mauer daſelbſt: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 18 fl.— kr., 2) Steinbauerarbeit,„„ 63*— 3) Schloſſerarbeit,„*„ 4%— und endlich III. Zur Anlegung einer Waſſextreppe an der Mühlbach: 1 Maurerarbeit, veranſchlagt zu 9 fl.— kr., 2) Steinhauerarbeit,„„ 28*— Höchſt a. d. Nidder den 4 Juli 1850. Der Großb. Heſſ. Bürgermeiſter Meininger. Hofraithe-Verſteigerung. (1094) Dienſtag den 30. Juli d. J., Mit⸗ tags 12 Uhr, ſoll die Hofraithe des Speicher⸗ verwalters Müllers Erben dahier, beſtehend in einem Wohnhaus, Scheuer mit Viehſtälle, Schweinſtälle, Holzſchoppen und 2 an dene, welches ſich zu allen Geſchäften eignet, auf bie⸗ ſigem Rathhaus perſteigert werden. Die Be⸗ dingniſſe werden bei der Verſteigerung bekannt gemacht und liegen zu jeder Zeit zu Jedermans Einſicht auf bieſiger Bürgermeiſterei offen. Bingenheim den 7. Juli 1850. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Scheib. N 0 N Privat- Bekanntmachungen. Bekanntmachung. (1075) Ich Unterzeichneter beabfichtige bal⸗ digſt mit meinen Kindern nach Amerika abzu⸗ reiſen und will deßhalb meine Hofraithe auf dem Haagk, neben Herrn Metzgermeiſter Blum, Freitag den 12. Juli, Morgens 10 Uhr, auf hieſigem Rathhauſe durch den Großh. Bürger⸗ meiſter, Herrn Bender, öffentlich meiſtbietend verſteigern. Bei annehmbarem Gebot iſt die Ge⸗ nehmigung alſobald zu erwarten. Carl Oswald. Anzeige. Stimmzettel (1077) zu der demnächſt ſtattfinden⸗ den Bezirksrathswahl ſind vorräthig bei C. Bindernagel in Friedberg. fn (1055) Ein mit den nöthigen Vorkenntniſſen verſehener junger Menſch von braven Eltern kann unter vortheilhaften Bedingungen in einer hieſigen Handlung in die Lehre treten. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Vincenzo Maria Nardini. (1095) Dieſer vielfach gefeierte und beſun⸗ gene, berühmte tiefſinnige Forſcher der Natur-, Sonnen- und Weltſyſtemen, des Bau des Uni⸗ verſums und des Menſchens, durch die Harmonie der Töne, Lehrer der Erziehung und Ausbildung der Geſellſchaft in Glaube und Sitten, tapfer Vertheidiger der Frauen gegen die rohe Männer⸗ Tyrannei“), Sänger, Clavier⸗ und Orgelvirtuos, wird ſich Mittwoch den 10. Juli, Abends um 8 Uhr im Saale des Herrn Gerlach in Geſang und Clavierſpiel hören laſſen. Die Er⸗ ſcheinung ſolcher Cometen iſt ſelten, und wir denken mit Beſtimmtheit, daß Niemand unſerer Gebildeten dieſe Gelegenheit, um ſich einen Ge⸗ nuß höher Art anzuſchaffen, vermeiden wird. Aus den unzähligen wichtigen Schriftſtellern, die über ſeine Gelehrſamkeit, Leiſtungen und Edel— thaten geſchrieben haben, möge hier eine An- denkensſchrift des br. Theobald Kerner zur Beſtätigung dieſer Kunſtnotiz dienen. „Herr Nardini war mehrere Tage in Weins⸗ berg. Derſelbe hat das Verdienſt ſich aus dem alltäglichen Menſchenwuſt herausgeſchält zu haben und kein gewöhnlicher Menſch zu ſein, was in jetziger Zeit immer ſchon viel werth iſt. Ferner beſitzt Herr Nardini in Geſang und Clavier⸗ ſpiel extravagante Virtuoſität, und mit einiger Hingebung in feinen originellen Charakter laſſen ſich in ſeinem Umgange denkwürdige Stunden verleben. Dr. Theobald Kerner. *) Eine wichtige Frage:„Iſt die Frau Eigen⸗ thum eines herzloßen Speculanten,— oder als das ſchönſte Wunder der Schöpfung und das heiligſſe Symbol der Erlöſung in ihrem ſtrahlenden Himmel frei, ſelig und mächtig? — 216— Die Magdeburger Feuerverſicherungs-Geſellſchaft (4096) übernimmt zu billigen, feſten Prämien Verſicherungen gegen Feuersgefahr ſowohl in Städten, als auf dem Lande, auf bewegliche und unbewegliche Gegenſtände. 5 8 In der Billigkeit ihrer Prämienſätze ſteht Weft gegen keine andere ſolide Anſtalt nach, auch gewährt ſie bei Verſicherungen auf längere Dauer bedeutende Vortheile. Ueber den Geſchäftsſtand der Geſellſchaft geben nachſtehende Auszüge aus dem Rechnungs-Abſchluſſe pro 1849 die befriedigendſten Aufſchlüſſe. Ueberſicht des Aetiv⸗ Vermögens der Geſellſchaft Kapital⸗Fonds: Grund⸗ Kapital abzüglich noch nicht begebener 48 Stück Actien am 1. Jannar 1830. 1,000,000 Rthlr.— 48,000 1— Rthlr. Sgr.] Pfg. 952,000 Rthlr.— Reſerve⸗Fonds aus dem Jahre 1848 4,363 Rthlr.— Sgr.— Pf. 5 aus dieſem Jahre 8,092 7 7 1 7„ 12,455 Rthlr. 7 Sgr.— Pfg. Sgr.— Pfg. 5 7 7 964,445 7 7 Prämien⸗Reſerve der baar vereinnahmten Prämie: für 1850 auf 57,488,853 Rthlr. Verſicherungsſummme 94,746 Rthlr. 19 „ ſpätere Jahre Zurückgeſtellt für 84 angemeldete, aber noch nicht regulirte Brandschäden * 25,300— 3 Sgr. 10 Pfg. 7 11. Prämien⸗Reſerve der noch zu vereinnahmenden Prämie: auf 15,705,125 Rthlr. Verſicher Prämien ⸗ Zahlung. Ueberſicht des Geſchã Geſchloſſene Verſicherungen: vorgetragen aus dem Jahre 1848 48,879,215 Rth. Verſicherungsſumme mit Prämie ungsſumme mehrjähriger Verſicherungen mit jährlicher * im Jahre 1849. im Jahre 1849 geſchloſſene neue Ver⸗ ſicherungen 17,604 auf längere Dauer auf kürzere Dauer und Transporte 64,611,052„ 1 295,682,631 1 77 77* 7 Summa der geſchloſſ. Verſicherung 409,172,898 Rth. fts⸗Betriebes wofuͤr an Prämie vereinnahmt 120,046 23 9 00 40,000—— Summa 1,124,502 1 4 . 147,050 24— Ferner wurden auf mehrere Jahre mit jährlicher Prämien⸗Zahlung verſichert: 15,705,124 Rth. und ſind dafür an Prämie noch zu vereinnahmen 102,817 4 7 228,260 16— ö 75 3,741 6 11 der vereinnahmten Prämie 334,818 27 6 147,050 2 Geſammt⸗ Prämie 481,868 29 6 Von dem Rein⸗Gewinne des Jahres 1849 de 36,115 Rthlr. 20 Sgr. 3 Pfg. ſind 8,092 Rthlr. 7 Sgr. 7 Pfg in den Reſerve⸗Fonds gelegt, und an die Actionäre 27 Nthlr. pro Aetie Dividende vertheilt. Der unterzeichnete Agent nimmt Verſicherungs⸗Anträge gern entgegen und ertheilt über die näheren Bedingungen W. Kullmann, Agent der Magdeburger Feuerverſicherungs-Geſellſchaft in Vilbel. ſtets bereitwillig Auskunft. Ein junger Menſch, (1097) welcher geſonnen iſt die Schuhmacher⸗ profeſſtion zu erlernen, kann in die Lehre treten. Wo? ſagt die Expedition d. Blits. Zu Verkaufen. (1098) 2 zweijährige und 3 jährige Faſel⸗ ochſen, ſchwyzer Rage, hat zu verkaufen Pachter Leonhard, Wiſſelsheim. Einladung. (1099) Sonntag den 14. Juli findet auf der Felſenhöhe, auch Kirſchenwäldchen genannt, Tanz⸗ und Harmonie⸗Muſik ſtatt; wozu ich das geehrte Publicum einlade mit dem Bemerken, daß nur für gute Speiſen, Getränke und auch Kirſchen⸗ kuchen geſorgt iſt. Enzheim den 6. Juli 1850. Eckel, Wirth. Zur Beachtung. (11000 Meine verebrlichen Geſchäftsfreunde mache ich hiermit aufmerkſam, daß ich in meinem Cigarren⸗Geſchäft keine Reiſende mehr be⸗ ſchäftige, ſondern die Verkäufe ſelbſt beſorge, indem vorgekommen iſt, daß unter meinem Namen deren verkauft worden ſind. Ludwigsbrunnen im Juli 1850. J. G. Specht. Ge ſ u ch. (1101) Für einen jungen Mann mit den nöthigen Vorkenntniſſen, der die Handlung zu erlernen wünſcht, iſt eine Stelle in einem Eugros- Geſchäft der Provinz Oberheſſen offen. Zu Vermiethen. (1102) Ein möblirtes Zimmer nebſt Schlaßß kabinet hat zu vermiethen Friedberg. Carl Klein, nächſt der Eiſenbahn. Ge ſu ch. (1103) Ein mit den nöthigen Vorkenntniſſen verſehener junger Menſch kann unter vortheil⸗ haften Bedingungen in einer hieſigen Handlung in die Lehre treten. Näheres bei der Expedition d. Bltts. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. r ar ſtat Co. ſchl nan arti sers