rburſch, Wctßgeſprrnkelten d. N. aus den dgtl in der Uſer⸗ lde zugelaufen if, u eine Belohnung det 1850. Büch ſenmacher. r———— Nur 15 kr. Kichter. iber 1 hab Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M S8. Sonnabend den 9. November 1850. Das Heinzelnännchen. Eine Geſchichte. (Fortſetzung.) Mein Großvater mütterlicher Seits war ein Schreiner in Deſſau, ein frommer Mann und fleißig dazu. Der kaufte ſich auch ein Haus, darin ein Heinzelmännchen war, und er wußt's gar nicht. Wenn er Abends ein Stück Arbeit begonnen hatte, und er kam Morgens früh in die Werkſtatt, ſo war's ſir und fertig, und polirt wie ein Spiegel, daß man ſich darin beſehen konnte. Das machte ihn anfangs confus, aber er erinnerte ſich, von den Hein— zelmäunchen gehört zu haben und wußte nun, woher's kam. Da das ihm ungeheuren Vortheil brachte, und er wußte, daß man im eigenen Hauſe von den Heinzelmänn⸗ chen nicht reden darf, ſich auch hüten muß, ſie zu ſehen, ſo ſchwieg er ſtille und ſagte es nicht einmal ſeiner Frau. Er wußte, daß die Weiber das Plaudern nicht laſſen kön⸗ nen, und ihre Neugierde kein Maaß und kein Geſetz kennt. Alle Abende ſchloß er die Werkſtatt ab, und ſeine Frau durfte wo moglich gar nicht hinein. Weibernaſen ſind fein. Der Großvater meinte ſeine Frau merke nichts; aber Proſit die Mahlzeit! Die roch ſchon lange Lunten und hatte nur die Courage nicht, etwas zu ſagen. Die Neugierde aber, ſo ein Heinzelmännchen zu ſehen, brannte uhr ſchier das Herz ab, wie es ebenſo Weiberart iſt. Einmal beſtellt ein adeliger Gutsherr meinen Groß— vater zu ſich auf ſein Schloß, da er neue Möbel braucht, und mein Großvater geht hin. Es war aber weit, und er mußte über Nacht bleiben. In den Gedanken an das gute Geſchäft, dem er entgegengeht, läßt er den Werk⸗ ſtattſchlüſſel in ſeinem Alltagswamms ſtecken und geht. Abends denkt meine Großmutter: Wenn du jetzt das Heinzelmännchen nicht arbeiten ſiehſt, ſo geſchieht's den Nimmerlestag. Nachdem ſie gegeſſen hat, bläſt ſie das Licht aus und hockt ſich unter die Hobelbank, wo ein Stoß Bretter ſteht, und man ſie gar nicht ſehen kann. Kaum hockt ſie da, ſo wird's taghell in der Werkſtatt, und iſt doch weit und breit kein Licht. Plötzlich kommt hinter dem Ofen ein Kerlchen heraus, ſo groß wie eine Kinderpuppe, niedlich und ſchön anzuſehen. Das fängt an zu klopfen und zu hobeln, und es geht ihm wie der Blitz von der Hand, und doch gibt's kein Geräuſch, keinen Lärm. Ehe ſie's ſich verſieht, iſt ein kleines Schränkchen fertig und polirt. Da aber kommt meiner Großmutter das Nieſen an. Das Heinzelmännchen wußte nicht, daß ſie da war. Sie macht allerlei Grimaſſen, hält die Naſe mit der Hand zu, aber da widerſteh' Einer! Plötzlich nieſt ſie mit Macht. Da erſchrickt das Heinzelmännchen. Es iſt mit einem Male ſtichdunkel in der Werkſtatt und— das Heinzelmännchen iſt für ewige Zeiten fort. So ein Heinzelmännchen iſt in dem Pinkert ſeinem Hauſe. Wie könnte der ſonſt ſo viele Schuhe machen? Himmel und Erde, ich bin auch ein Schuhmacher, dem's fir vom Leder geht, aber ſo arbeiten und gut arbeiten, wie der Pinkert, kann Niemand, wenn er nicht ein Heinzelmännchen zur Hilfe hat! Daher kommt's auch, daß er niemals einen Geſellen halt, und könnt' ihn doch brauchen. Er fürchtet das Plaudern, damit ihm das Heinzelmännchen uicht durch⸗ geht, wie meinem Großvater. Der Wirth ſteht auf und ſagt: Meiſter Hopp, wenn Ihr Euch wollt heimgeigen laſſen, ſo will ich die Muſik bezahlen. Drauf geht er hinaus, und da ich auch genug hatte, ich ihm nach, bezahle mein halbes Schöppchen und gehe. Wie ich nun ſo die Gaſſe hinaufgehe und nach dem Schuſter Jacob Pinkert frage, zeigen mir die Leute eim hübſches Haus. Ich trete hinein, wo Alles ſo blank und rein iſt, daß man ſeine Freude daran hat, und öffne die Stubenthür, da ſtellt ſich mir ein liebliches Bild dar. Gegen mir über ſtand ein Tiſch, an dem ſaß die Frau Lisbeth und legte die Hände in den Schooß und machte ein ſo glückliches Geſicht, wie man's nur ſehen mag. Vor ihr ſaß mein getreuer Pinkert und hatte ein Glas Wein in der Hand und rief eben: Vivat der Lis— beth! Ueber der Mutter Schulter lehnte ſich die hübſche Tochter und hatte das erſte weiße Blatt der Handbibel aufgeſchlagen, wo der lieben Mutter Geburtstag einge— ſchrieben ſtand. Ein Bub, der von Geſundheit und Schel— merei ſtrotzt, guckte neben dem Vater heraus und freut ſich einestheils über der Eltern Freude und anderntheils über den Kaffe und die Faſtnachtsküchelchen, die die Schweſter zu Ehren des Geburtstags der Mutter gebacken hat, und zur Küchenthür herein bringt fröhlichen Angeſichts die Magd die Milch zum Kaffe. Ich wär' gern ſtehen geblieben und hätte mich an dem Anblicke des häuslichen Glückes meines Kameraden ſtille gefreut; aber er bemerkte mich und erkannte mich auf den erſten Blick. Jacob, rief er, du treuer Kamerad, kommſt du end— lich einmal! Er riß mich faſt um vor Freude. Daß du aber gerade heute kommſt am fünf und fünfzigſten Ge— ..— ———.. ͤ———ß— — 356— burtstag meiner Lisbeth, der ein Ruhe- und Freudetag für's ganze Haus iſt, das iſt noch ſchöner! Die Frau Lisbeth, die Tochter, das Gretchen, der Bub, die Magd ſogar, kamen, reichten mir recht herzlich die Hände und ſagten, ſie freuten ſich ſo ſehr, daß ſie mich, den ſie aus ihres Vaters Erzählungen ſchon ſo lange kennten, nun auch von Angeſicht ſähen! Siehſt du, Jacob, ſagte Pinkert, heute früh hat Gretchen zu mir geſagt: Heut' iſt der Mutter Geburts- tag, ich hab's in der Bibel geſehen. Still, ſagte ich da, back' Faſtnachtsküchelchen und mach' einen guten Kaffe, hole auch eine Flaſche guten Wein. Sie darf nichts merken. Wie wir ihr nun alle⸗ ſammt Glück wünſchen, will ſie's nicht glauben. Da holt Gretchen die Bibel und zeigt's ihr, und da gerade biſt du gekommen. Nun iſt heute ein doppelter Freudentag, und da ohnehin kein Streich heute gearbeitet werden darf, ſo können wir recht plaudern. Nun ſetz' dich, alter Kamerad! Ich ſag' Euch, das ſind Menſchen nach dem Herzen Gottes. Dieſer Tag iſt der froheſte, den ich ſeit Philipp's Hochzeit und den Taufen ſeiner zwei Kinder erlebt habe, geweſen. Alle die alten Geſchichten aus Spanien und Frankreich, alle das Elend, das wir erlebt und miteinan— der durchgekämpft haben, alle die Freuden, die uns zu Theil wurden, kamen wieder lebendig in die Erinnerung. Bis ſpät in die Nacht hinein ſaßen wir bei einander und ſuchten dann das Bett mit frohen glücklichen Herzen. Am andern Morgen als die Glocke vier Uhr ſchlug, ging's unten ſchon Pfiff! Pfaff! Da dachte ich: Kaufe die Stunden aus, die du bei dem Freunde biſt, wer weiß, ob du ihn auf dieſer Erde noch einmal ſiehſt, und ſtand auf. Als ich herunter kam, ſaß Frau Lisbeth da und ſpann Schuhhanf; das Gretchen faßte Schuh ein; der Bub, das Andreschen, zog Pechdrähte, und die Magd beſorgte das Vieh im Stalle. Als der Bub ſeine Anzahl Pechdraͤhte gemacht hatte, nahm er ſeine Bücher, lernte für die Schule, und der Andern Arbeit ging unausgeſetzt fort. Pinkert ging's flugs von der Hand, und doch waren die Nähte wie genagelt. Dabei plauderte er lebhaft mit mir. Nach dem Frühſtück ging Gretchen mit der Magd auf's Feld; die Mutter kochte; der Bub war in der Schule, und Pinkert arbeitete wie ein Feind. So ging's bis Mittag, dann wieder bis zur Feierſtunde. In dieſer gingen wir in den ſchönen Garten hinter dem Hauſe, wo noch die letzten Herbſtarbeiten ver— richtet wurden. Nach dem Nachteſſen ging's wieder an die Arbeit bis Schlag zehn Uhr. Da betete Pinkert den Abendſegen, wie er auch vor dem Frühſtück den Morgen⸗ ſegen gebetet hatte, und wir gingen zu Bette. So hatte Alles in dem Hauſe ſeine Ordnung, und dieſe wurde mit größter Pünktlichkeit beobachtet. Ich fragte Pinkert: Warum hältſt du dir keinen Geſellen? Er ſagte: Die ordentlichen ſind ſelten und keinen Strohmer mag ich. Heut zu Tag iſt es bös mit den Geſellen. Sie wollen viel Lohn und wenig Arbeit, und die Arbeit iſt ſchlecht. Auf ein Dorf kommt kein ordent— licher Geſelle. Einen hatte ich drei Jahre, der war brav. Er iſt daheim jetzt und— dir darf ich es ſagen— er wird nun bald kommen und mein Gretchen heirathen. S'iſt ein gar braver, treuer Würtemberger. Bis der kommt, mag ich keinen andern. (Schluß folgt.) Statt des alten Goldes eine Frage. Wie mag's kommen, daß, wenn man zur Erndtezeit an einem Kornacker vorübergeht, die meiſten Aehren zur Erde gebeugt ſind, einige aber ganz gerade in die Hoͤhe ſtehen und weit über die anderen hinausſchauen? Ei, ruft der Gevatter aus, da müßte man doch Tinte getrunken haben, wenn man das nicht wüßte; die Aehren, die voll Körner ſind, die ſenken ſich herunter, und die ganz leeren recken ihre Hälſe hoch in die Höhe! Richtig, Gevatter, ſo iſt's! aber gerade ſo iſt's in der Menſchenwelt. Den vollen Aehren, die ſich in ihrer Körnerfülle zur Erde beugen, möchte ich die Menſchen vergleichen, die viel wiſſen und viel erfahren haben, in⸗ wendig und auswendig. Die ſind beſcheiden und demüthig, weil ſie wiſſen, daß ſie noch viel mehr wiſſen könnten und möchten, und es doch nicht wiſſen. Die Dummköpfe, die nichts im Kopfe haben, gleichen den leeren Aehren, die gerade in die Höhe ſtehen. Die recken auch die Köpfe hoch hinauf über andere Leute, und meinen, ſie wären's. Nun ſagt, Gevatter, was denkt Ihr, wenn Ihr ſo einen hochmüthigen Pinſel einhertänzeln ſeht, der die Naſe hoch trägt und meint, er habe es ſchon erreicht? Nun, ſagt der Gevatter, ich denke, es ſei eine leere Aehre, leeres Stroh, oder in Summa— ein Eſel! Hat der Gevatter Unrecht, lieber Leſer? Merk's darum: Geſcheidte Leute ſind beſcheiden und demüthig, und Demuth und Beſcheidenheit ſteht Jedem gut zu Geſichte! (Spinnſtube 1850.) Markt- Bericht. Friedberg, am 6. November 1850. Aufgefahren] Verkauft Mittelpreiſe Gattung. wurden wurden (Mltr.)(Mltr.) fl. ö kr. Walzen 23 23 11 50 ß 3 3 6— Gerſte 36 36 4 53 Hafer 10 6 3 7 Erbſen 3 3 6 10 Kartoffelnn 24 19 2 3 Mohnſamen.——— Bekanntmachungen von Be⸗ Dofratthe⸗ Verſteigerung. ſtehendes, den Wilhelm Netz'ſchen Eheleuten hoͤrden. dc t ον Bekanntmachung. (17210 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Mittwoch nach Martini, als den 13. November l. J., Viehmarkt dahier abgehalten wird. Die Gr. Bürgermeiſter der Umgegend werden erſucht ſolches in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Friedberg den 31. Oktober 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. (1680 Dienſtag den 26. November, Mor⸗ dahier gehörendes Grundſtück meiſtbietend ver⸗ gens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗ hauſe die dem Bürger Chriſtian Vogt gehörende Hofraithe, beſtehend in einem Wohnhaus und zwei Ställchen, an Johannes Steinhäußer, einer meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt. Friedberg den 23. Oktober 1850. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter eee Verſteigerung. (1686) Dienſtag den 26. November, Mor⸗ gens 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe nach⸗ ſteigert, als: 164 Ruthen S 322,4 Klafter im Lachen⸗ feld, an der Steinritz. Friedberg den 24. October 1850. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de r. Edictalladung. (1702) ueber das Vermögen des Heinrich Wilhelm Sommerlad zu Okarben iſt der for⸗ melle Concurs erkannt worden. Demzufolge find alle Forderungen, Vorzugsrechte und An⸗ fut glb e mt den em, und lein onen, der war biay Jagen— er en heirathen, dis der kommt, 8 ige. zur Erndtezeit in Aehren zur uin d n die Hoͤhe 3 die Aehren, et, und die ſo iſt's in ſſch in ihrer die Menſchen en daben, u und demüthig, u konnten und ummkopfe, die 1 Aehren, die ich die Kopfe ſie wären's. wenn Ihr ſo der die Naſe ct dei eine leere m Cſel. eſer? Merkt demuͤthig, un t zu Geſichte! 18500 5 ciend ber ⸗ 4 ed Int im Lachen prüche an die Maſſe, bei Vermeidung ſtillſchwei⸗ zend eintretenden Ausſchluſſes, im Termin Mittwoch den 27. November, Vormittags 9 Uhr, ahier anzuzeigen und zu begründen. Großkarben am 23. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. lz lief tun g. (170) Montag den 11. k. Mts., Vormit⸗ gs um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 350 Stecken Buchenſcheitholz für die Garniſon dahier, u dem Bureau des Bataillonsverwaltungsraths zuf dem Soumiſſionsweg an die Wenigſtneh⸗ nenden vergeben werden. Dies den Intereſſen⸗ en mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die dieferungsbedingungen von heute an in obenge⸗ vachtem Bureau eingeſehen werden können. Friedberg den 28. October 1850. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Zum Ausleihen. (11722) 12-1500 Gulden gegen doppelten Sinſaß, können aus der Kaſſe des Auguſtiner Schulfonds zu Friedberg ausgeliehen werden. Friedberg den 31. Oktober 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben den zieferungen verſchiedener Bedürfniſſe für die Garniſon Butzbach. (172 Die Lieferungen nachbenannter Be⸗ nürfniffe für die Garniſon Butzbach ſollen auf zem Wege der Soumiſſion an den Wenigſtver⸗ angenden in Accord gegeben werden, und zwar: Montag den 11. November d. J., Vormittags 10 Uhr, zie Bedürfniſſe an Brod, Brennöl, Thran, Stearinlichter, Gerſtenſchroth, Waizenkleie, Lein⸗ lachen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Zetten, pro 1. Semeſter 1851, Freitag den 15. November d. J., Vormittags 10 Uhr, nie Bedürfniſſe von Wannen, Zimmer- und Stall⸗ eſen, ſodann Kardätſchen auf die Jahre 1851, 852 und 1853, Montag den 18. November d. J., Vormittags 10 Uhr, vas Brennholzbedürfniß pro 1851 in 36 Stecken »uchen und 188 Stecken eichen Scheitholz be⸗ nehend. 0 Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen jeden Sag auf dem Verwaltungsbüreau beſagter Gar⸗ niſon eingeſehen werden können, woſelbſt auch „ie Soumiſſions⸗Formulare für die Holzliefe⸗ kung in Empfang zu nehmen ſind. Butzbach den 30. Oktober 1850. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1747) Auf dem Bauplatz im Roſenthal ſenſeits der Uſa werden Abfälle von rothen Sand⸗ deinen unentgeltlich abgegeben; Luſttragende vollen ſich an den Aufſeher Braun wenden. Friedberg den 2. November 1850. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Edietg lla d un g. 11712) In Sachen des Markus Engel und Wolf Lichtenſtein zu Münzenberg Imploranten gegen Philippine Will zu Grünningen Implo⸗ catin, Forderung betr., iſt im Zwangswege das ver letzteren zuſtehende zu Grüningen belegene Wohnhaus verſteigert und ein Gebot von 60 fl. eingelegt worden. Da daſſelbe den Taxations⸗ werth bei Weitem nicht erreicht, ſo kann die Verſteigerung nicht genehmigt werden. Indem 357 man der Philippine Will, welche nach England ausgewandert ſein ſoll, auf dem Wege der öffent— lichen Bekanntmachung von Vorſtehendem Nach- richt zugehen läßt, fordert man ſie zugleich auf, binnen 6 Wochen vom erſten Erſcheinen dieſer Ladung in öffentlichen Blättern an gerechnet, ſo gewiß einen beſſeren Käufer zu ſtellen, als ſonſt eine nochmalige Verſteigerung verfügt, und alsdann ohne Rückſicht auf das Verhältniß des Gebots zur Taxation der Zuſchlag ertheilt wer— den wird. Hungen den 16. Oktober 1850. Großh. Heſſ. Landgericht. Hofmann. Brück. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (1746 Zur Uniformirung des Bahnperſonals werden erforderlich: 0 170 Ellen dunkelblaues Tuch geringer Qualität, 32*„„ beſſerer„ 110 ü graues geringer 74 1 beſſerer. L 7 Die Lieferung dieſer Tücher ſoll auf dem Sub⸗ miſſionswege in Akkord gegeben werden, und ſind zu dieſem Behufe die Muſter unter Angabe der Tuchbreite und der Preiſe längſtens bis den 12. d. Mts., des Morgens 9 Uhr, auf dem Sektionsbüreau dahier verſiegelt und mit der Aufſchrift„Uniformirung betreffend einzureichen. Auf gleiche Weiſe ſoll die Anfertigung von 53 Röcken, ebenſo viel Hoſen und 9 Paletots vergeben werden; die Gebote müſſen ebenfalls bis zu dem obengenannten Termine, verſiegelt und mit derſelben Aufſchrift verſehen, abgegeben ſein. Die Vertragsbedingungen liegen vom 5. l. M. an auf dem genannten Büreau zur Einſicht offen. Gießen am 1. November 1850. Der Gr. Bahn⸗Ingenieur Eickemeyer. Verſteigerung von Subſelien. (1756) Montag den 11. November, Nach⸗ mittags um 2 Uhr, ſoll in dem Gaſthaus zum Anker dahier, die Anfertigung der nöthigen Subſelien in dem neu erbauten Schulſaal zu Münſter öffentlich in Accord gegeben werden. Die hierbei vorkommenden Arbeiten ſind ver anſchlagt: 1) Schreinerarbeit zu 53 fl. 48 kr., 2) Spenglerarbeit„ 6— 1 3) Weißbinderarbeit„ 8- Voranſchläge und Bedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 5. November 1850. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Mobiliar-⸗Verſteigerung. (1157) Montag den 11. d. Mts., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath— hauſe nachverzeichnete Mobiliar-Gegenſtände, als: ein Divan, drei Kleiderſchränke, zwei Com⸗ mode, eine Bettſtelle, eine Kinder-Wiege, ein Spiegel und ſonſt allerlei Kleinigkeiten freiwillig, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 6. November 1850. In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (1758) Dienſtag den 12. d. Mts., Vormit⸗ tags 11 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhaus die Wagner⸗ und Schmiedarbeit zu einem neuen Karrn für Wegbringung der Thiercadaver wenigſt— nehmend in Accord gegeben werden. Melbach am 6. November 1850. Der Großh. 1 1 el. Bekanntmachung. (1759) Dienſtag den 12. d. Mts., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll ein der hieſigen Gemeinde zuſtehender ſchlachtbarer Faſelochs auf dem Rath⸗ hauſe dahier meiſftbietend verſteigert werden. Melbach am 6. November 1850. Der Großh. el 1 ei 5 Faſelochs Verſteigerung. (1760) Dienſtag den 12. November d. J., Morgens 10 Uhr, ſoll dahier ein der Gemeinde gehöriger fetter Faſelochs verſteigert werden. Obereſchbach den 5. November 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter ele eg rr Privat- Bekanntmachungen. Ein junger Menſch, (1727) welcher gute Zeugniſſe über ſein Be⸗ tragen vorzuzeigen vermag, kann in einem hieſigen Gaſthaus als Lehrling placirt werden. Näheres bei der Expedition d. Bl. Braunſchweiger Flachs, (1733) feinſter Qualität, iſt wieder friſch angekommen bei Münzenberg im Oktober 1850. Hirſch Mayer Sohn. Empfehlung. (1730 184fr rother Affenthaler Wein, die Ohm fl. 54, 1846 r rother Oberingelheimer Wein die Ohm fl. 60, 18461 rother Aßmans⸗ hauſer die Ohm fl. 90, ſowie verſchiedene an⸗ dere Sorten weißer Weine zu den billigſten Preiſen. Döngesgaßeck 6 neu im Hof in Frank⸗ furt a. M Anzeige. (17360 Es ſind mehrere gebrauchte Claviere und F Flügel, ſowie neue Cla⸗ Jviere— neueſte engliſche 2.—amerikaniſche Conſtruktion und Plepel'ſche Mechanik— in Nußbaum⸗ und Magoni⸗Holz billig zu haben bei C. L. Glück, Inſtrumentenmacher in Friedberg. Anzeige. (1751) Unterzeichnete warnt hiermit Jeder⸗ mann, Niemanden, ſei es wer es wolle, etwas auf meinen Namen zu borgen, ohne von mir autorifirt zu ſein, indem ich für nichts hafte. Friedberg den 3. November 1850. K. Erbes Wittwe. eee (1761) iſt ein fehlerfreies Pferd und ein voll⸗ ſtändiger zweiſpänniger Wagen mit eiſernen Achſen. Der Wagen kann auch gegen einen guten einſpännigen vertauſcht werden bei Philipp Wilh. Sieck in Friedberg. Eine gute friſchmelkende Kuh (1762) mit dem Kalbe ſteht in Friedberg zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt bei wem? Pferdeverſteigerung. (176) Donnerſtag den 14. d. Mts., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, läßt Unterzeichneter in ſei⸗ ner Behauſung 10 bis 12 ſehr brauchbare Pferde unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich meiſtbietend verſteigern. Friedberg den 6. November 1850. Helmolt, Poſthalter. Zum Vermiethen. 176 Ein Wohnzimmer iſt mit oder ohne Möbel zu vermiethen und kann gleich bezogen werden in der Burg bei Fr. Schweißer. A — 358— PPP] i y Solche zu billigſt geſtellten Preiſen. Ne e eee ee e eee Friedberg im November 1850. Geſchäfts⸗Eröffnung. 5 1 (1737) Dem geebrten Publicum beehre mich hiermit ergebenſt anzuzeigen, daß ich dahier 8 ein Spezereiwaarengeſchäft etablirt habe und empfehle alle in dieſes Fach einſchlagende& Artikel unter Zuſicherung reeller und billiger Bedienung zur geneigten Abnahme beſtens. 8 Auch führe ich alle Sorten Liqueure, ſowie feinſte Grog- und Punſch⸗Eſſenzen, und erlaſſe . 8 8 8 Wilhelm Hanſtein, am Haagk Nr. 465. 85 Nicht zu überſehen! 768) Eine große Parthie Pferdeteppiche, ſowie eine große Auswahl Maͤntel ſind zu haben bei M. Schwarz, in Friedberg. Bekanntmachung. Hofraithe⸗ und Gelände⸗Verſteigerung in Hoch⸗ weiſel bei Butzbach betr. (1766) Dienſtag den 19. November d. J., Mittags präcis 12 Uhr anfangend, läßt der Unterzeichnete in Folge ſeiner nachgeſuchten und gewährten Verſetzung in's Revier Mönchhof, die nachſtehend verzeichneten Objecte öffentlich meiſt⸗ bietend gegen Zielzahlungen in mehreren ſehr vortheilhaften Terminen, in dem Mohr'ſchen Wirthslocale dahier, verſteigern, und zwar: N Hofroi the: 1) Wohnhaus von circa 60 Fuß Länge, 36 Fuß Breite und entſprechender Höhe, mit ſehr geräumigen Haupt⸗ und Nebenzimmern und einem ſehr guten Keller verſehen. 2) Scheune von circa 38 Fuß lang, 30 Fuß breit, einſchließlich Stallungen für ver⸗ ſchiedene Viehgattungen. 3) Remiſe von circa 20 Fuß lang und 30 Fuß breit. 5 4 Sbſtdarre von ſehr zweckmäßiger Con⸗ ſtruction. 5 5) Brunnen, ſehr gut, und auch im hohen Sommer nicht erſchöpfend. 5 6) Großer Hofraum mit zweckmäßiger Ein⸗ fahrt verbunden. 5 5 7) Große Miſtſtätte mit zwei Pfuhllöcher vereinbart. 8) Zwei Gärten von circa 100 U◻UKlafter Flächengehalt, mit vorzüglich guten Obſt⸗ ſortimenten, Traubenanlagen 2. verſehen. II. Gelände: 9) Drei Gärten in vorzüglicher Lage und Bodengüte, direct vor dem Wege nach Butzbach liegend, wovon der Eine mit Karpfen beſetzten Fiſchteiche verſehen und mit einer gut gebauten Gartenhütte ver⸗ ziert iſt. 5 N 10) Mehrere Baumſtücke, ausgezeichnet gut und meiſtens mit jungen veredelten, ſchon tragbaren Obſtſortimenten beſetzt, nament⸗ lich mit: Aepfel⸗, Birn⸗, Wallnüſſen⸗, Zwetſchen⸗ und ausgeſucht veredelten Kirſch⸗ bäumen. 11) Ackergelände und Wieſen, zuſammen, ein⸗ ſchließlich der Gärten und kleinen Wald⸗ parzellen circa 10 Morgen haltend und den beſten Zuſtand aufweiſend. Bemerkt wird ſchließlich noch, daß die Ge⸗ meinde Hochweiſel einen Communalwald von circa 2032 Morgen beſitzt und der Bewohner des fraglichen Hauſes die begründete Berechti⸗ gung hat, ſich gleich jedem Ortsbürger, wenn ſelbſt er auch nicht Ortsbürger iſt, an den ſämmt⸗ lichen Loosholz- und Nebennutzungen zu be⸗ theiligen. Außerdem noch anführend: daß Hochweiſel nur ½ Stunden von der Stadt Butzbach, ganz nahe an der dortigen Eiſenbahnſtation liegt, und kann daher die beſchriebene Hofraithe vermöge ihrer Lage und des ohnehin ſehr verkehrreichen Orts, ſowie des ſehr wohleingerichteten Wohnhauſes ꝛc. wegen, mit dem beſten Erfolge resp. jedes Ge⸗ ſchäft, betrieben werden. Hochweiſel den 6. November 1850. Stillgebauer, Revierförſter. Braunſchweiger Flachs, (1767) à 20, 22 und 24 kr. per Pfund, iſt friſch angekommen bei W. Kullmann. Vilbel im November 1850. Verkaufsanzeige. (1768) Zwei Oefen, eine Kinderbettlade, ſowie noch ſonſtige Hausgeräthſchaften ſind zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedition. Bekanntmachung. (1769) Montag den 11. November, Mor⸗ gens 9 Uhr, ſollen an der Scheuer des Herrn Georg Steinhäuſer eine Quantität vorzüglicher eichene Schälwellen viertelhundertweiſe an den Meiſtbietenden verkauft werden. Friedberg den 7. November 1850. Johannes Feiling. Wiederholte Warnung. (1770) Ich warne hiermit wiederholt Jeder⸗ mann, Niemanden, wer es auch ſein mag, auch ſelbſt meiner Ehefrau, Maria, geborne Roth, Etwas auf meinen Namen zu borgen oder Zahlungen zu leiſten, indem ich weder die Ver— bindlichkeit zum Erſatz der Schuld noch die ge⸗ leiſteten Zahlungen anerkenne. Bauernheim den 7. November 150. Der Bürgermeiſter Walther. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 24. Sonntag n. Trinit. den 10. Nobr. Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Diaconus Baur. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Seeger. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Seel. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Diegel. Bemerkung. Der Vormittags-Gottesdienſt nimmt von jetzt und den Win⸗ ter über um 9½ Uhr ſeinen Anfang. Fruchtpreiſe. 6. Nov. 26. Okt.— Gattung. Fried⸗ f Die⸗ berg Mainz] burg 5 ff. Ar. fl. f. e Waizen pr. Malter 750 825 8* L 6 e Gerſte„ 70 41534 5 264—— Hafer„ 5 3171 41 414—— Polizei- Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 9. bis 15. November. 2. Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod-Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 1 2 N 1. 41 2 2 4 er 7 9 Lth 9— th. Lth, — Milchbrod 41 55 1 30 — Waſſerweck 16 —Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 14617 Fleiſch-Preiſe. 1. 1 Ochſenfleiſch 115 10 5 „ Kühfleiſch, gemäſtetes 1 „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 „ Kalbfleiſch 8 „„, gemäſtetes r „Schweinenfleiſch 9— 19— „ Hammellleiſch 6— 7— 17 Schaaffleiſch 5——— „ Wurſt v.blos Schweinen 12— 12— „ Bratwurſt 14— 14— „Schwartenmagen 144— 14— „ Geräucherter Speck 18— 18— „Schinken 14— 14— „ Dörrfleiſch 144— 14— „ Schweinenſchmalz,. ausgelaſſen 22— 18— ungausgelaſſen 16— 16— „ Nierenfett 16— 16— „ Hammelsfett 161— 16— Die Großherzoglich Heſfiſchen Bürgermeiſter Beine. Krauß Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — dal die beg