Intelligenz-Vlatt lichtet: fircht: ttircht: kirche: rmelfter 5 — fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 36. Mittwoch den S. Mai 1850. Der corſiſche Dolch. (Fortſetzung.) 5 Acht Tage nach der eben beſchriebenen Scene, gegen Sonnenuntergang, ſtieg ein junger Mann, der ſich mit großer Mühe ſeinen Weg durch das Dickicht brach, einen Felſtenſteeg von einem der höchſten Berge von Cagna herab. Stolz trug er ſeine Flinte auf der Schulter, doch war aus der Verſtörtheit ſeiner Züge und der Unordnung einer Kleider zu ſehen, daß er lange Zeit ſchon auf einem beſchwerlichen Marſche geweſen. Das Gebirge ſpaltete ſich hier in zwei Theile und bildete damit eilen tiefen Abgrund, der ſtellenweiſe von ſcharfkantigen Schluchten zerriſſen war, in denen wilde Waſſer brausten, die in unterirdiſchen Kanälen dem Meeresbette entſchlüpft. Der Boden war mit einem dicken Teppich von Moos und wildem Thymian bedeckt, und ringsum war das Thal mit thurmartigen Felsſpitzen umgeben. Ein Dichter, ein Ma⸗ ler, ein Geiſt überhaupt mit Sinn für das Großartige und Erhabene würde bewundernd ſtill geſtanden ſeyn vor dieſen nur dem Adler und dem Lämmergeier zugänglichen Felſen, vor dieſen Gebirgskämmen, bald beſchattet von dem ewigen Dunkel rieſiger Kaſtanienwälder, bald vor⸗ ſpringend in drohend den Weg überhangende Steinmaſſen, bald in Tuff, bald in Muſchelerde, bald in Thon aus⸗ laufend, bald halbnackt und nur mit verkümmerten Myr⸗ then⸗ oder Wachholderbüſchen bekleidet. In der Ferne er⸗ hoben ſich, gewaltigen Grabmälern gleich, Haufen von verſteinerten Reſten der Urwelt, zwiſchen denen ungeheure Kegel und Säulen von Marmor und Granit gen Himmel ragten. Am Wege aber, den der junge Mann verfolgte, flüſterte der Wind in den dunkeln Aeſten der Lerchenbäume und in den weißen Blättern der Trauerpappel wie die Stimme einer dem Grabe entflohenen Seele. Der Mann mit der Flinte war ſchwerlich ein Dich⸗ ter oder ein Maler, der die wilde Schönheit der Gegend zu würdigen verſtand; denn ohne ſich viel um ſeine Um⸗ gebung zu kümmern, warf er ſich, kaum angelangt auf der Hohe, am Fuße einer großen Buche nieder, that einen Zug aus der an ſeiner Huͤfte hängenden Jagdflaſche und verſiel dann in träumeriſches Sinnen. Die Sonne ging jetzt hinter den Bergen zur Ruhe, die Bergroſe in den Schluchten öffnete ſchweigend ihren Kelch, um den Nachtthau einzuſchlürfen; die Inſekten ſenk⸗ ten die Flügel und ließen ſich hinter ſchützenden Blättern in ihre Schlummerſtätten nieder, und die Gazelle, kühn gemacht durch die wachſende Finſterniß, trat mit vorſichtig ausgeſtrecktem Halſe aus ihrer Kluft. Der Geſang der Hirten ſchwieg, kein Hörnerton rief die zerſtreuten Heerden zuſammen. Nur die Waſſer brausten noch in der Tiefe, und nur die Vögel der Nacht flatterten durch das Halb— dunkel, ihre Beute bis in ihr Neſt verfolgend. Wenn ein lauter Ruf den Menſchen aus ſeinen Träumen weckt, ſo ergibt ſich oft dieſelbe Wirkung, wenn um ihn ein tiefes Schweigen herrſcht. Die Gedanken, müde auf's Geradewohl durch eine ununterbrochene Stille zu ſchweifen, ziehen ſich an ihrer Stätte zurück und öffnen ſo dem Triebe nach der Wirklichkeit des Lebens den Weg. So ſchien es dem jungen Wanderer zu gehen; denn in— dem er plötzlich den Kopf erhob, fuhr er ſich mehrmals mit der Hand über die Stirn, legte ſie dann an's Ohr und überſchaute dann die Gegend mit fieberhaftem Blicke. Alles ringsum war ſtill und einſam. Der Unbekannte machte eine Geberde der Ungeduld.„Wieder ein Tag verloren!“ murmelte er. In dieſem Augenblicke entfalteten die Schatten der Nacht ihre letzten Schleier und breiteten ſie über die Erde, die Dämmerung ward zur Finſterniß, die Gegenſtände verſchwammen in einander, und kaum vermochte man noch mehr als die in den ſchwarzblauen Himmel ſich verlieren— den Häupter der Berge zu unterſcheiden, welchen die Nacht eine goldne Sternenkrone aufſetzte. „Schlafen wir jetzt,“ ſagte der junge Freund,„und möge die Sonne von morgen für mich nicht auf immer untergehen!“ Eine Nacht unter freiem Himmel iſt nichts Unge⸗ wöhnliches unter den Bewohnern der Berge. Der, mit dem wir hier zu thun haben, hatte denn auch bald ſeine Vorbereitungen getroffen. Er ſtreckte ſich unter den Baum, deſſen mooſige Wurzeln ihm als Kopfkiſſen dienten, hielt ſein Gewehr an ſich gedrückt, und es dauerte nicht lange, ſo ließ ihn ein tiefer Schlaf alle ſeine Leiden vergeſſen. Gegen Mitternacht begann die Dunkelheit im Thale hin— wegzuſchwinden, der Mond ſtieg allmählig hinter dem Ka— ſtanienwalde empor und verlieh der Landſchaft die melan⸗ choliſche Färbung, die nie ein Pinſel ſo rührend ſchön wiederzugeben vermochte. Auf dieſe geheimnißvolle Er— leuchtung ſchien die Natur einen Augenblick zu erwachen, die eingeſchlummerten Pflanzen öffneten ihre mit Diaman⸗ ten und Perlen bedeckten Kelche zur Hälfte, und die weißen Wolkendünſte auf den Berges gipfeln ſtiegen wie eine aus⸗ einandergeſcheuchte Heerde einzeln in das Thal zurück. Plötzlich zeichnete ſich, inmitten dieſer ſchweigenden Phantasmagorie, über einem Felshorne, wo kaum jemals eine wilde Ziege Fuß zu faſſen gewagt, auf der Klarheit des Himmels eine Silhouette ab, die einem Menſchen glich. Auf welchem Pfade mußte dieſer Mann dorthin gelangt ſein? Niemand konnte es ſagen. Und dann, mit welcher Sicherheit ging er an's Herabſteigen, wie ver⸗ rieth er bei jedem Tritte, daß die wildeſten Wege ihm vollſtändig bekannt ſein mußten. Sein Gewehr über der Schulter, ſprang er von Fels zu Fels, von Wurzel zu Wurzel mit einer Leichtigkeit und genauen Berechnung, welche faſt übernatürlich ſchien. Das leiſe Pfeifen, wel⸗ ches in einer luſtigen Melodie durch die Zähne dieſes kühnen Kletterers drang, zeigte noch außerdem, wie ſehr er die Gefahren verachtete, welche ſich unter ſeinen Schrit— ten unaufhörlich erneuerten. Er war ein Mann, ſchon über die erſte Jugend hinaus, von mittlerer Größe, aber breit von Schultern. Sein gebräuntes Geſicht war von einem ſtarken Barte und dichten ſchwarzen Augenbraunen beſchattet. Von ſeinem Kopfe, den eine hohe Mütze be— deckte, floß ihm auf Stirn und Nacken ein reiches Haar herab. Das Einzige, was ſich von dieſem düſtern Antlitz in der Ferne genau unterſcheiden ließ, waren ſeine Augen. Die Wildheit, der Hohn und der Stolz in denſelben gaben — 144— ihnen einen unbeſchreiblich unheimlichen Ausdruck. Schil⸗ lernd, von bräunlichem Orange, funkelten ihre Sterne in der Finſterniß, wie die der Eule. Dieſe neue Perſönlich⸗ keit war eben im Begriffe, den letzten Sprung zu thun, der in das Thal herabführte, als ſie plötzlich ſtillſtand, einen Satz nach rückwärts machte und mit ſcharfem Blicke nach dem Feinde herabſpähte, den ihr Inſtinkt ihr ahnen ließ. Der Mond, der in dieſem Augenblicke das Laubdach der Bäume durchbrach, warf einen ſeiner Strahlen unter die große Buche, der Lauf des auf dem Boden liegenden Gewehrs warf das Licht zurück, und— der Bär wußte, wo der Jäger war. Ein höhniſches Lächeln flog über die Züge des Bergbewohners droben. Schnell wie der Blitz, leiſe wie der Schatten, in zwei Sätzen ſtand er neben dem Schläfer. Jetzt begann ein ſonderbares Schauſpiel, unerhört, ſeltſam, keinem anderen vergleichbar. Ein Knie auf dem Boden, die Mündung ſeines Gewehrs hart an den Schlä⸗ fen ſeines Gegners, den Zeigefinger am Drücker, blieb der Mann unbeweglich in dieſer Stellung. Fünf Stunden vergingen auf dieſe Weiſe;— keine Regung, keine Be⸗ wegung, kein Zucken der Muskeln; die ſchweigſamſte unter den tauſend ſchweigſamen Geſtalten der Nacht, erwartete der Räuber das Erwachen ſeines ſchlummernden Opfers. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. rr Edicetalladung. (623) Ueber das Vermögen des Sattlers und Tapeziers Georg Wilhelm Klein zu Friedberg iſt der Concurs erkannt worden. Anſprüche feder Art, auch wenn ſie bereits früher angemeldet worden, ſind deshalb im Termin Mittwoch den 26. Juni, Vormittags 8 Uhr, 8 bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſio⸗ decret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe, dahier anzuzeigen und zu begründen. In dem Termin ſoll zugleich ein Arrangement verſucht und im Entſtehungsfalle über die Wahl tines Curators und die Verwaltung der Maſſe verhandelt werden. Gläubiger, welche nicht in Selbſtperſon erſcheinen, haben ihre Vertreter mit Spezialvollmachten zu verſehen, gegenfalls ſie in dieſen Beziehungen als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger bei⸗ tretend werden angeſehen werden Friedberg den 10. April 1850. Großb. Heſſ. Landgericht daf. de Dr. Ir le. Bekanntmachung, Holzverſſeigenkung im Domanialwald Burg⸗ wald, Reviers Oberrosbach betreffend. (682) Freitag den 10. Mai d. J., wer⸗ den in verſchiedenen Schlägen des oben ge⸗ nannten Waldes an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: „ Stecken birken Prügelholz, 1663 Wellen buchen, 0 3184„ birken und eichen, Re iſerholz, 6700„ aspen und nadel 1 2 Wagen voll Allerleiholz, 25 Stück kiefern Bohnengerten. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 7¼ Uhr auf der Haſſeleckerſtraße am Wald der Burg⸗ Vorſtadt Friedberg. Oberrosbach den 29. April 1850. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. 1 en. (683) liegen in der Bauernheimer Kirchen⸗ kaſſe zum Ausleihen bereit. Oſſenheim den 1. Mai 1850. Pfr. Buchhold. Guts ⸗ Verpachtung. (6841) Das in der Gemarkung Enzheim ge⸗ legene 74 Morgen, 75 Ruthen haltende Gräf. Gorziſche Gut ſoll Dienſtag den 21. Mai d. J., Vormittags 11 Uhr, in der Bürgermeiſterei zu Enzheim auf weitere 9 Jahre an einen Pächter, mittelſt öffentlichen Ausgebots durch den Unterzeichneten verliehen werden. Pachtliebhaber werden hierzu mit dem An⸗ fügen eingeladen, daß die Steigerer auf Ver⸗ langen ſich über ihre Zahlungsfähigkeit aus⸗ zuweiſen haben. Ortenberg den 26. April 1850. Roth, Stadtrechner. Gras ⸗Verſteigerung. (675) Freitag den 10. Mai, Nachmittags um 4 Uhr, werden an Ort und Stelle die Be⸗ graſungen von der Kunſtwieſe in der Burgge⸗ markung, beſtehend in ſieben Abtheilungen, für das laufende Jahr meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 2. Mai 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edietalladung. (698) Nicolaus Winterling, ein Sohn des Johann Georg Winterling zu Obererlenbach, am 4. Januar 1779 geboren, iſt ſeit beinahe 50 Jahren abweſend und ſein Aufenthaltsort unbekannt. Derſelbe oder ſeine etwaige Leibes erben, oder ſonſtige Erbprätendenten werden hiermit aufgefordert, ſein bisher euratoriſch ver⸗ waltetes Vermögen im ungefähren Betrage von 250 fl., nach vorheriger Legitimation, binnen drei Monaten dahier in Empfang zu nehmen, gegenfalls er für verſchollen erklärt und das Vermögen ſeinen bereits legitimirten Seitenver⸗ wandten ausgeantwortet werden wird. Großkarben am 1. Mai 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jdget. 8 Edictalla dung. (699) Gegen Ludwig Weber von Traishorloff iſt von Großh. Hofgerichte zu Gießen der Con⸗ cursprozeß erkannt worden und es werden daher alle Diejenigen, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an denſelben bilden zu können glan⸗ ben, aufgefordert, ſolche ſogewiß im Termin den 4. Juli, Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen, widrigenfalls Ausſchluß von der Maſſe erfolgt. 5 Hungen den 1. Mai 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück. Edictalladung. (100 Die Hofraithe der Georg Heinrich Müllers Wittwe zu Birklar/ ,, welche im Grundbuche auf den Namen„Konrad Müller 1. eingetragen iſt, iſt zwangsweiſe verſteigert wor⸗ den. Da das Eigenthum der Georg Heinrich Müllers Wittwe an derſelben urkundlich nicht nachgewieſen werden kann, ſo werden alle Die⸗ jenigen, welche dingliche oder ſonſtige Anſprüche an die bezeichnete Hofraithe bilden können, auf⸗ gefordert, ſolche ſogewiß binnen 4 Wochen, von heute an, dahier geltend zu machen, widrigen⸗ falls das Eigenthum als nachgewieſen angenom⸗ men und der Kaufbrief beſtätigt werden wird. Hungen den 27. April 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Brück. Verpachtung fiskaliſcher Grundſtücke zu Friedberg. (701) Die nachgenannten fiskaliſchen Güter⸗ ſtücke werden mit Ablauf dieſes Jahrs leihfällig und darum in den unten angegebenen Terminen in dem Gaſthauſe zum Maulbeerbaum dahier, anderweit auf 6 Jahre, von Anfang 1851 an, ſtückweiſe, öffentlich verpachtet, und zwar: 1) Mittwoch den 22. dieſes Monats, von Vor⸗ mittags 11 Uhr an: Die Grundſtücke in den Fauerbacher, Ockſtädter und Straß⸗ heimer Gemarkungen; 120 Sie e 24., von Nachmittags 2 Uhr an: Di 0 e Grundſtücke in der Stadt Fried⸗ berger Gemarkung;(ehemalige Mainzer⸗ domkapiteliſche und Deutſchordensgüter); 2) Dienſtag den 28., ebenfalls von 2 Uhr „HES U — Schül. kerne in onlich, iu tun, ſallſand, m Blickt nen ließ. aubdach u unter egenden wußte, Uder die er Vl, den dem verhört, auf dem u Schla⸗ r,, blieb Stunden ine Be⸗ e unter wartete Opfers. Nachmittags an, die Grundſtuͤcke in der Burg Friedberger Gemarkung. Friedberg den 4. Mai 1850. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bau ß. fe terung (102) Freitag den 10. Mai, Morgens um 8 Ubr, werden in hieſigem neuen Schulhauſe ein den Alexander Schmidt'ſchen Kindern gehö⸗ rendes, in der Burggemarkung liegendes Grund— ſtück, 20 Ruthen haltend, auf Antrag der Kura— ratoren, freiwillig meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 6 Mai 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben den Bekanntmachung, Holzverſteigerung in den Domanialwaldungen des Reviers Hochweiſel, Forſts Friedberg betr. (703) Die Verſteigerung dieſes Gehölzes fin⸗ det unter den ſeither üblichen Bedingungen an den nachſtehend angeführten Tagen und Holz⸗ ſortimenten ſtatt, und zwar: 1. Freitag den 10. Mai d. J., in dem vor⸗ maligen Domanialdiſtricte Iſſel: 10 105 ½ Stecken kiefern Scheit und Prü⸗ gelholz, 2) 69 ½ Stecken kiefern Stockholz, 3) 2400 Wellen kiefern Reisholz, 4) 13 Stecken erlen Prügel holz, 5) 325 Wellen„ Reisbolz, 6) 420 Klötze und Stück kiefern Stamm⸗ bolz= 1345 Cubikfuß, 7) 38 Klötze erlen Stammholz= 397 Cubikfuß, 8) 225 Stück birken Stangenholz= 71 Cubitfuß haltend, und 9) 30 Gebund birken Nutzreißig. Sämmiliches Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz iſt in den bisher üblichen Dimenſionen vorhanden und kann wie die ſeitherigen Verſteigerungen delehrt, auf's Mannigfaltigſte angewendet werden. II. Mittwoch den 15. Mai d. J., in dem Diſtricte Griebelshecke an dem ſ. g. Vogelsgrund: 1) 120 Stecken buchen Scheit⸗ und Prügelholz, n„ Stockholz, 3) 2150 Wellen„ Reisholz, 4) 224 Stecken eichen Scheit⸗ und Prügelholz, i„„ Stocktolz, 6) 275 Wellen„ Reisholz, 7) 38 Klötze„ Stammhbolz- 1193 Cubikfuß, und 825 Klötze buchen Stammholz= 486 Cubikfuß haltend. 11J. Donnerſtag den 16. Mai d. J, in den Diſtricten: mittelſter und hinterſter Köppel, ſowie unterm großen Rothlauf: t) 31 Stecken buchen Scheit⸗ und Prü⸗ gelholz, 2) 31 Stecken buchen Stockholz, 3) 1625 Wellen buchen Reisholz, 3 23¼½ 215 eichen Scheit⸗ und Prü⸗ gelbolz, 5) 21 Stecken eichen Stockholz, und 6) 150 Wellen„ Reisholz. Bemerkt wird, daß die Zuſammenkunkt der Steigliebhaber jedesmal Morgens präcis 9 Uhr und zwar am 10. Mai in der Iſſel und an den beiden folgenden Verſteigerungstagen in loco Bodenrod ſtattfindet. Hochweiſel den 3. Mai 1850. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Hochweiſel Stillgebauer. Frucht ⸗Verſteigerung. 70) Mittwoch den 15. d. Mis, Vormit⸗ 18 9 Uhr, werden in dem Geſchäftszimmer der Fürſtl. Jſenburgiſchen Kammerkaſſe dahier, bundert Malter Walzen, das Malter zu 200 Pfund Gr. Heſſ. Gewichte gerechnet, öffentlich — 145— an den Meiſtbietenden verſteigert, wozu man Kaufliebbaber einladet. Die Bedingungen, unter welchen die Ver⸗ ſteigerung ſelbſt ſtattfinden ſoll, werden vor der⸗ ſelben bekannt gemacht werden. 0 Büdingen den 1. Mai 1850. Die Verwaltung Fürſtl. ſend. Büd. Kammerkaſſe een Faſelochs⸗Verſteigerung. (705) Freitag den 10. Mai d. J., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll ein der vieſigen Gemeinde ehöriger Faſelochſe im Rathhauſe dahier meiſt⸗ ietend verſteigert werden. Reichelsheim den 5. Mai 1850. Schmid, Bürgermeiſter. Privat- Bekanntmachungen. Hagelſchaͤden⸗Verſſcherungs⸗Geſellſchaft in Erfurf, beſtätigt durch Allerhöchſte Cabinets⸗Ordre, d. d. Berlin den 14. Februar 1845. (632) Dieſe gegenwärtig aus 7100 Mitgliedern und mit einer Verſiche⸗ rungsſumme von Neun Millionen Thaler beſtehende, auf Gegenſeitigkeit und Oeffentlichkeit gegründete, von Seiten des Staates durch einen Deputirten der Regierung beaufſichtigte Anſtalt hat ſich ſeit ihres Beſtehens ſtets der leb— hafteſten Theilnahme zu erfreuen gehabt. Die raſche Zunahme der Geſellſchaft iſt das ſicherſte Zeichen für die all— gemeine Anerkennung der von ihr befolgten Grundſätze. Im Jahre 1849 ver— mehrte ſie ſich wieder um Eintauſend neunhundert Mitglieder und Einer Million zweihundert viertauſend Thaler Verſicherungs⸗ ſumme. In den fünf Jahren ihres Beſtehens ſind bei ihr Ein und dreißig Millionen Thaler verſichert geweſen, und in dieſer Zeit über Zweihun⸗ dertſiebenzigtauſend Thaler für Hagelſchäden durch ſie vergütet worden. Die Nothwendigkeit, ſeine Erzeugniſſe gegen die durch keine menſchliche Kraft und Vorſicht abzuwehrenden Folgen des Hagelſchlags zu ſichern, wird von allen rationellen Landwirthen täglich mehr erkannt; je größer aber und je gleichmäßiger die Theilnahme in allen Theilen des Wirkungskreiſes der Geſellſchaft wird, deſto gleichmäßiger und billiger werden ſich die Beiträge ſtellen. Nach der Auflöſung der Kurheſſ. Hagelſchäden-Verſicherungs-Geſellſchaft haben wir den Director derſelben, Herrn Carl Weis, zu unſerem General⸗ Agenten für das Kurfürſtenthum Heſſen, Großherzogthum Darmſtadt ꝛc. er⸗ nannt und ihm die ausgedehnteſte Vollmacht ertheilt, in unſerem Namen Ver⸗ ſicherungen entgegenzunehmen, reſp. abzuſchließen, bei welchen auch das Geſell— ſchafts-Statut, Verſicherungs-Anträge, ſowie Proſpekte zu erhalten ſind. Zur größeren Bequemlichkeit der Theilnahmeſuchenden werden in den ver⸗ ſchiedenen Diſtrikten noch Special-Agenten ernannt, welche in der Kürze noch zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden ſollen. Erfurt, im April 1850. Das Directorium der Hagelſchäden-Verſicherungs⸗Geſellſchaft daſelbſt. Steuber. Schmalfuß. Herr Carl Heidt in Friedberg vertritt nunmehr obige Geſellſchaft als Spezial⸗Agent, was ich hiermit zur allgemeinen Kenntniß bringe. Im Beſitz der erforderlichen Statuten, Proſpecte ꝛc. wird derſelbe auf Anfragen gern gewünſchte Auskunft ertheilen und Verſicherungs-Anträge ent— gegennehmen. Kaſſel am 19. April 1850. Carl Weis. Aufruf. (106) Ein großes Unglück hat, wie durch öffentliche Blätter bekannt iſt, unſere Schweſterſtadt Bingen betroffen. Durch eine furchtbare Feuersbrunſt, welche mehr als 50 Wohngebäude vernichtete, wurde eine bedeutende Anzahl Familien um Obdach und Habe gebracht, ſo daß die Glieder derſelben zum großen Theile nur das nackte Leben retteten. Unter dieſen Umſtänden wird es heilige Pflicht des Menſchenfreundes, ſein Scherflein zur Abhülfe gränzenloſer Noth darzubringen. Die unterzeichneten Vorſtands-Mitglieder des hieſigen Hülfs-Vereins, welche ſchon ſo vielfältig Gelegenheit hatten, ſich von dem Wohlthätigkeits- und Mild⸗ thätigkeitsſinne der Bewohner der Wetterau im Allgemeinen, der Stadt Fried berg insbeſondere, zu überzeugen, glaubten darum auch, daß es nur eines Auf rufes ſowie eines vermittelnden Organes bedürfe, um recht Viele zu vermögen, Denjenigen unſerer rheiniſchen Brüder, welche ſich in der verzweifeltſten Lage — 146— befinden, erbarmend Huͤlfe und Beiſtand zu leiſten. Die Vorſtands⸗ Mitglieder des Hülfsvereins haben es für ihre Pflicht erachtet, ſich Dem zu unterziehen, und erklären ſich mit Vergnügen bereit, Gaben jeglicher Art, welche den Un— gluͤcklichen nützlich ſein können, in Empfang zu nehmen und Sorge zu tragen, daß ſie an den rechten Mann gelangen. Wir werden auch nicht ermangeln, ſeiner Zeit gewiſſenhaft Rechenſchaft abzulegen von Dem, was man uns an— vertrauen wird. f Friedberg den 4. Mai 1850. Die Ausſchußmitglieder des Hülfsvereins: Prof. Ph. Dieffenbach. Dr. Fertſch, Großh. Profeſſor und Stadtpfarrer. Dr. Sell, Profeſſor und Stadtpfarrer. G. Trapp II., Advocat. Bender. P. Preußer⸗ Buß, Domänenrath. F. W. Neuß, Collector. Carl Wahl. Werner. Boutemy. K. Baur. Ferner ſind zur Annahme von Beiträgen bereit: Iſidor Lindh Peter Cronen Hartmann eimer. berg. Chriſtian Hecht, Gaſtwirth. Auguſt Fritz, Kaufmann. Walz. Gaſtwirth. Die Expedition des Intelligenzblattes. (707) Die weit und breit rühmlichſt bekannten und bewährten Aeehten Ohren ⸗ Magnete (à Paar mit Gebrauchs-Anweiſung in eleganten Carton verpackt 1 Thlr. Pr. Cour.), welche ein vorzüglich ſchnelle 8 Heilmittel gegen Kopfleiden aller Art, rheumatiſche Zahn⸗ ſchmerzen, Ohrenreißen und Harthörigkeit ſind, ſowie a Goldberger's thermo electrische Fingerringe in allen Größen, 10 15 (à Stück mit Gebrauchs⸗Anweiſung erſter Qualité 1 Thlr. Pr. Cour. zweiter Qualité 20 Sgr. Pr. Cour.) die mit vielem Nutzen gegen Schreibkrampf, zur Stärkung und Kräftigung der Fing Zittern und Schwäche in den Händen, ſowie er⸗ und Handmuskeln und Nerven, ohne jede Unbeguemlichkeit getragen werden, ſind bei dem Unterzeichneten ſtets echt und unverfälſcht zu den feſtgeſtellten Fabrikpreiſen vorräthig, und werden, als ihrem Zweck vollkommen ent⸗ ſprechend, zur geneigten Abnahme beſtens empfohlen. Friedberg. P. F. Schmittuer, nächſt der Burg. Allgemeine Militar⸗Stellvertretungs⸗Anſtalt. (108) Die Zahl der Mitglieder der Aſſecuranzgeſellſchaft pro 18 /; iſt bereits auf 260 geſtiegen, zahlreiche Beitrittserklärungen ſind angemeldet. Diejenigen, welche noch beizutreten beabſichtigen, werden wegen der Nähe der Muſterung und Loosziehung erſucht ihren Beitritt baldigſt dahier oder bei den Herrn Agenten der Anſtalt erklären zu wollen. Zur weiteren Nachricht diene, daß der Unterzeichnete die Caution um 10,000 fl. erhöht hat, und daß zu Mitgliedern des ſtatutenmäßigen Ausſchuſſes die Herrn Geſellſchaftsmitglieder Polizeirath Petſch, Gymnaſiallehrer Dr. Wagner und Kaufmann Walther, f Darmſtadt den 30. April 1850. ämmtlich von hier, ernannt worden ſind. Dr. Friedr. Vogel. Mit Bezug auf Vorſtehendes lade ich zu weiteren Beitrittserklärungen ein, die Statuten der Anſtalt können bei mir eingeſehen werden. Friedberg am 3. Mai 1850. G. F. Nau, Agent. Lehrlings⸗Geſu ch. (691) Ein junger braver Menſch kann bei mir unter annehmbaren Bedingungen die Kamm⸗ macherei erlernen. Friedberg den 2. Mai 1850. Wilhelm May. Bekanntmachung. (709) Die auf den 8. Mai anberaumte Mo⸗ dilienderſteigerung der verſtorbenen Frau Wittwe Jung dahier kann erſt, wegen Schulprufung, Freitag den 10. d. M. auf dem Rathhaus ab⸗ gehalten werden. Die Erben. Wirthſchaftserdͤffnung. (110) Ich mache hierdurch die ergebenſte An⸗ zeige, daß ich meine neu errichtete Wirthſchaft in der Falkenſteiniſchen Müble Donnerſtag den 9. d. M., bei günſtiger Witterung in meinem ſchön eingerichteten Garten, mit gut beſetzter Harmonie ⸗Muſik eröffnen werde. Durch gut zubereitete Speiſen und vorzügliche Getränke, ſowie reelle Bedienung werde ich mir das Ver⸗ trauen der mich beehrenden Gäſte zu erwerben ſuchen und glaube darum auf einen recht zahl⸗ reichen Beſuch rechnen zu dürfen. Obererlenbach den 5. Mai 1830. Jean Lehr. Verſteigerungs Anzeige. (J11) Von den am 18. v. Mts. verſteigerten Mobilien, ſo zum Nachlaß des Kammerdieners Michael Ramwalther gehören, ſind mehrere von den Steigerern in der feſtgeſetzten Friſt nicht in Empfang genommen worden, weshalb ich ſolche Freitag den 10. d. Mts., Mittags 12 Uhr, tm hieſigen Schloßhof anderweit gegen gleich baare Zahlung unter dem Bemerken öffentlich verſteigern laſſe, daß mit dem Zuſchlag die Genehmigung erfolgt. O bermörlen den 6. Mai 1850. Der Curator: Riedel, Rentmeiſter. Ge ſäu ch. (112) In eine hieſige Handlung wird ein gefitteter, mit den nöthigen Vorkenntniſſen ver⸗ ſehener junger Menſch in die Lehre geſucht. Bei der Expedition das Nähere. Literariſche Anzeige. (118) Durch die Buchbandlung C. Bin⸗ dernagel in Friedberg iſt zu beziehen: Neue illuſtrirte Jeitſchriſt. Jährlich 52 Bogen Text in groß Quart mit circa 400 feinen Original-Holz⸗ ſtichen. 8 Preis des Quartals nur fl.— 36 kr. rh. In gegenwärtiger Zeit, in welcher die wich tigſten Begebenheiten wie im Sturme an uns vorüberfliegen, bietet das Erſcheinen obiger Zeit⸗ ſchrift, welche ihr Hauptaugenmerk darauf richtet, die ſich drängenden Zeitereigniſſe im wahr- heitsgetreuen Bilde zuſammenzufaſſen, gewiß ein großes Intereſſe dar. Sie bringt die ge⸗ treuen und wahrhaft künſtleriſch aus⸗ geführten Portraits ſammt Lebensbeſchrei⸗ dungen der bedeutendſten Perſönlichkeiten unſerer Zeit, und indem ſie in fortlaufender Reihenfolge die Geſchichte der Zeit in Bildern darſtellt, dürfte ſie als Bilder-Commentar zu jeder politiſchen Zeitung als unentbehrlich er⸗ ſcheinen, welcher noch nach Jahren eine höchſt werthvolle Sammlung des intereſſanteſten Stoffes bildet. Zur Unterhaltung und angenehmen Er⸗ götzung liefert der Unterhaltungsſaal die beſten Novellen mit äußerſt hübſchen Abbil⸗ dungen; illuſtrirte Anekdoten, Scenen aus dem Volksleben, Randzeichnungen zu deutſchen Dichtungen, humoriſtiſche und ſatyriſche Witzbilder und Bilder⸗ Räthſel(Rebus), worunter von Zeit zu Zeit Preis- Bilder ⸗Räthſel, deren Auflöſung mit Hauptprämien, wie: Schiller's ſämmtlichen Werken, Schiller's Gedichten, in Miniaturausgabe und Prachteinband, Göthe's Fauſt in Miniaturausgabe und Pracht⸗ einband, Uhland's Gedichten, in Miniaturausgabe und Prachteinband, Freiligrath's Gedichten, in Miniaturausgabe und Prachteinband, Auerbach's Dorfgeſchichten, Prachtvollen Stahlſtichalbums u. ſ. f. honorirt werden. Außer obigen Hauptprämien werden noch an alle Einſender von richtigen Auflöſungen Neben— prämien, welche in kleineren Albums oder in ausgezeichneten, ſich zu Zimmerverzierung eig⸗ nenden Stahlſtichen beſtehen, abgegeben. Die Hauptprämien werden durch's Loos vertheilt. Nach dem oben Geſagten dürfte es nun kaum eine andere Zeitung geben, welche bei dieſer enormen Wohlfeilheit einen ſolchen reiche n 5 für Unterhaltung und Belehrung ö te. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 3