Intelligenz-Blatt fuͤr die . Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg 8 im Beſonderen. eigen. Sonnabend den 7. September 1850. 1 70. zen und in der wernagel in au Die Ahnung. Nach einer wahren Begebenheit. Von Fr. Gerſtäcker. Draußen über die Haide tobte und wetterte der Sturm, heulte durch die blattloſen Baumwipfel der Eichen, und ziſchte und fluͤſterte in den dichten Nadeln des benach⸗ 0 karten Schwarzholzes. Der Mond war hinter ſchweren olken verſchwunden, trüb und düſter lag die Nacht auf er Erde und der Orkan, der ſich von den Geiſtern der körpers. bret luft die tollen Weiſen aufſpielen ließ, raſte mit der Winds⸗ kraut über den weiten Plan, durch Bergesſchlucht und N äänſames Thal, und über die ſtarren, drohenden Felſen⸗ fange, mme der trotzig ihm die Stirn bietenden Gebirgsrücken —— in. So, draußen im Freien— aber faſt noch tolleres 1 Atlas ver Spiel trieb er um die Wohnungen der ſchüchtern zuſam⸗ nengedrängten Menſchen. Hui!— wie das um die Gie⸗ 5 7.4. el pfiff und ſplitterte, wie die Windfahne auf dem alten —— Jaſtorhauſe kreiſchte und knarrte, daß ſelbſt der hoch und Nur Az kr atersgrau daneben aufſtarrende Schornſtein den Lärmen * udlich ſatt bekam, und bald links in den dunkeln Hof, ald rechts in den feuchten Garten hinunter ſah, als ob r nur noch nicht recht wiſſe, in welchen von beiden er uerſt kopfüber hineinſpringen ſolle. Wie's an den alten norſchen Fenſterrahmen riß und klapperte, und ſeine Kraft 1. un den breitäſtigen Birn- und Aepfelbäumen verſuchte, die ſchon ſo lange Jahre dem Sturme getrotzt und ſich jetzt, bei ſen erneuten Angriffen, nur noch. immer feſter und hart— läckiger mit den weitgeſpreizten Wurzeln in die Erde ineinklammerten. Viele viele Stunden lang trieb er's ſo, und vergebens hatten die wetterſchwangeren Wolken ſchon oft verſucht, ſich in einzelnen Fluthengüſſen zu erleichtern, wie es wohl ein bedrängtes Schiff thut, das ſeinen Ballaſt über Bord wirft, um die leewärts drohende Küſte zu ver⸗ aſſen; der wachſende Orkan ſchleuderte ihnen ſtets neue waſſerſchwere Nebelberge entgegen, und jagte die zuͤrnenden * un Sild und toll durch einander in entſetzlicher Fröhlichkeit. Bei A n* olchem Wetter, wo die Natur in ihrer ganzen großartigen ene Furchtbarkeit erſteht, drängen ſich die armen ſchwachen 8. Menſchenkinder am liebſten in freundlicher Traulichkeit zu⸗ ammen, und von ſicheren Wänden geſchützt, unter Dach und Fach, dem brauſenden Nord wie dem kalten Regen entzogen, lauſchen ſie nur manchmal in ängſtlicher Stille um Fenſter hinüber, wenn der Sturm einen neuen Accord n ſeine dröhnende Aeolsharfe greift, und das feſte Ge— bäude vielleicht vor dem markdurchſchauernden Ton bis in ſeine innerſte Tiefe hinein erbeben macht. So ſtill und traulich war's auch im kleinen behag— lichen Studirzimmerchen des wackern Paſtor Barrenkamp, der mit ſeiner Frau, dem Schulmeiſter, einem Univerſitäts— fteund des Paſtors, und dem Rittergutsverwalter, einem alten wettergebräunten Oekonomen, um den ſchweren eichenen Tiſch ſaß und bei einer guten Taſſe Warmbier das Unwetter draußen ſo wenig als möglich zu beachten ſchien. Nur manchmal, wenn der Wind die Backen ein bischen gar zu voll genommen und irgend ein krachender Stamm des dicht an den Garten grenzenden Waldes ſeine gewaltige Kraft verrieth, ſtand Barrenkamp wohl auf, ging an's Fenſter, ſchob den Vorhang zurück, nahm die Pfeife einen Augenblick aus dem Munde, und ſchaute, das ſchwarze Sammetkäppchen feſt an die kalte behauchte Scheibe gedrückt, in die rabenfinſtre Nacht hinaus. Es war während einer ſolchen Pauſe, denn das Ge— ſpräch ſtockte in dem Fall gewöhnlich auf einige Minuten und die kleine Geſellſchaft horchte ebenfalls nach dem Kampf der aufgeregten Elemente hinüber, als der Verwalter lang— ſam ſeine ausgetrunkene Taſſe niederſetzte und mit leiſer, faſt ängſtlicher Stimme ſagte:„Sie haben ganz recht gethan, Frau Paſtorin, daß Sie ſich heute einmal aus— nahmsweiſe in des Herrn Paſtors warmgelegenes Studir— ſtübchen geflüchtet; da druͤben in der großen Eckſtube muß bei ſolchem Sturme ein keineswegs freundlicher Aufenthalt ſein— draußen freilich iſt's noch ſchlimmer; der Wind pfeift ſich ordentlich ſein Stückchen und es kommt Einem wahrhaftig manchmal ſogar vor, als ob man einzelne Worte und Redensarten verſtände— möchte heute nicht über den Kirchhof gehen., „Nicht uͤber den Kirchhof?“ wiederholte, ſich lächelnd nach ihm umwendend, der Paſtor,„Sie fürchten ſich doch nicht etwa, Verwalterchen? ei, ei, ein Mann in Ihren Jahren.“ „Mein beſter Herr Paſtor,“ meinte der Verwalter und rückte auf ſeinem Stuhle hin und her,„von Fürchten kann bei mir wohl keine Rede ſein, ich bin kein böſer Meuſch und— glaube nicht an Geſpenſter, wovor ſollte ich mich alſo fürchten, aber...“ „Aber,“ lachte die Hausfrau und ſchaute mit einem ſchelmiſchen Blicke zu ihm auf,„aber? der Herr Verwal⸗ ter laſſen ſich noch eine Hinterthüre offen.“ „Ei, ich meinte nur was das Kirchhofgehen betraf,“ erwiderte gutmüthig der alte Mann,„ich weiß ebenſowohl wie jeder Andere, daß die Todten ſanft da unten, unter ihrer warmen Decke ruhen und Nachts nicht wieder herauf kommen werden, um ſich auf die kalten Hügel zu ſetzen und hinter den weißen Steinen Verſteckens zu ſpielen, aber ich vermeide auch gern jede unnütze Aufregung, die mir nachher immer nur Kopfſchmerz und Unwohlſein ver⸗ Blinden ⸗Anſtalt. Zum Beſten obiger Anſtalt gingen im verfloſſenen Monat 383 fl. 21 kr. ein. Mit herzlichem Danke den edlen Gebern bringt dies der Unterzeichnete allen Freunden der Anſtalt mit dem Beifügen zur Kennt⸗ niß, daß am 1. d. Mts. der fünfte Zögling(ein Jüngl. aus Orten⸗ berg) eingetreten iſt. Neben dem erlaubt er ſich die Bitte, daß wer Roggenſtroh im Ueberfluß habe, ſolches mit Dank von der Blinden⸗An⸗ ſtalt zu Strohgeflechten angenommen wird. Friedberg Anfang September 1850. urſacht. Es hat etwas Unbehagliches für mich, mir in dem ſchwachen Dämmerlicht aus wehenden Trauerweiden und Büſchen, die bleiche Steine halb überdecken, Geſtalten mit weißen Gewändern und ringenden Händen herauszu— finden, und ich mag mich nicht in Einem fort umſehen, weil ich jeden Augenblick darauf ſchwören wollte, es käme Jemand hinter mir drein. Ebenſo ungern, und aus eben J. P. Schäfer, Vorſteher der Blinden-Anſtalt. Markt- Bericht. Friedberg, am 4. September 1850. dem Grunde, ſitze ich Abends allein in einem Zimmer und f 3 mit dem Rücken einer Thüre zugedreht, die halb offen oder Aufgefahrenſ Verkauft[ Mittelpreiſe angelehnt iſt. Ich weiß dabei recht gut, daß ſich Niemand Gattung. wurden wurden. im andern Zimmer befindet, alſo auch Niemand von da(Mltr.)(Mltr.) feen zu mir herein kann, und dennoch läßt es mir, wunderlicher TWNaßgenn 91 77 8 0 Weiſe, keine Ruhe; ich muß mich entweder herumſetzen, Korn 10 5 5 30 oder die Thüre ſchließen.“ Gerfte 15¼ 13 4 25 5 e,, 25 15½ 2 56 (Fortſetzung folgt.) Eiben 23 177 5 35 Kartoffeln 137 5 1 40 Bekanntmachungen von Behoͤrden. Braunkohlen verkauf. (1317) Mit Bezug auf die gemeinſchaftliche Bekanntmachung vom 7. Juni l. J. bringen die unterzeichneten Bergverwaltungen, nach erfolgter höherer Genehmigung, zur öffentlichen Kenntniß, daß ſie zur Herſtellung eines gleichmäßigen Verfahrens eine Vereinbarung getroffen haben, nach welcher auf den ſämmtlichen unter ihrer Verwaltung ſtehenden Braunkohlen⸗ Bergwerken die Abgabe von Braunkohlen auf Credit unter nachſtehenden Bedingungen erfolgen ſoll: 1) Das Kalenderjahr zerfällt hinfichtlich des Creditgebens in zwei Perioden.— Die erſte läuft vom 1. Januar bis 30. Juni eines Jahrs, ver⸗ bunden mit einer Zahlungsfriſt bis Ende September deſſelben Jahrs, die zweite vom 1. Juli bis 31. Dezember, verbunden mit einer Zahlungs⸗ friſt bis letzten März des nächſtfolgenden Jahrs. 2) Im Laufe einer Creditperiode erhält ein Braunkohlenkäufer nur einen einmaligen Credit in ſo lange die vorher bezogenen Kohlen nicht bezahlt ſind.— Ebenſo wird erſt dann in der zweiten Periode ein neuer Credit geſtattet, wenn die betreffenden Einleger durch Quittung die Bezahlung etwa früher eingelegter Bürgſcheine nachgewieſen haben. 3) Die Abgabe von Braunkohlen auf Credit kann nur gegen das gemeinſchaftliche angenommene Bürgſcheins⸗Formular, welches in der C. Bin⸗ dernagel'ſchen Buchdruckerei zu Friedberg zu haben iſt, erfolgen. 4) Die Bürgſcheine dürfen nur auf einen Empfänger und auf einen Braunkohlen⸗Bezug von mindeſtens 25 Centner ausgeſtellt ſein. Aufgenommen am 17. Auguſt 1850. Für die Bergverwaltungen der Braunkohlen⸗Werke zu Dorheim, Bauernheim, Weckesheim und Wölfersheim und Dornaſſenheim. S L. Sto rech Kießling, Fr. Schmidt, Großh. Berginſpector. Bergverwalter. Fürſtlicher Rentamtmann, als Bergrechner. Bergverwalter. * Braunkohlen verkauf. (1318) In unſerer Bekanntmachung vom 7. Juni d. J. iſt bis auf weitere Beſtimmung eine Zahlungsfriſt für ſeitdem eingelegte Bürgſcheine bis zum 31. Dezember geſtattet worden. 1 Um die in der vorſtehenden Bekanntmachung gemeinſchaftlich gefaßten Beſchlüſſe wegen gleicher Creditperioden in Ausführung zu bringen wird bemerkt, daß für die bereits eingelegten und bis zum 31. September noch eingelegt werdenden Bürgſcheine eine Zahlungsfriſt bis zum 31. Dezember d. J. beibehalten wird, daß aber vom 1. October an die in der vorſtehenden Bekanntmachung feſtgeſetzten Creditperioden Giltigkeit erhalten. Braunkohlenabnehmer, welche noch Kohlen auf bereits eingelegte Bürgſcheine zu beziehen haben, werden erſucht dieſelben bis Ende Sep⸗ tember abzufahren, da vom 1. Oktober ab auf früher eingelegte Bürgſcheine keine Kohlen mehr verabfolgt werden. Den 17. Auguſt 1850. Für die Verwaltungen der Braunkohlenwerke zu Dorheim, Bauernheim und Dornaſſenheim. r L. Storch, Fr. Schmidt, Großh. Berginſpector. Bergverwalter. Bergverwalter. Schäfereiverpachtung zu Rendel. (1379) Freitag den 13. September d. J., Morgens 8 Uhr, wird in dem Gemeindehauſe zu Rendel die fiscaliſche Schäferei⸗ und Pferch⸗ berechtigung in der dortigen Gemarkung, von Petritag künftigen Jahres an auf 3 oder 6 Jahre, und zwar mit voller Rückſicht auf das in dem vorjährigen Großherz. Regierungsblatt bekannt gemachte Geſetz vom 7. Mai v. J., betreffend die Aufhebung, Verwandlung und Ab⸗ löſung der Weideberechtigungen auf landwirth⸗ ſchaftlichem Boden, verpachtet. Friedberg am 27. Auguſt 1850. Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beu ß. Verſteigerung. (1377) In Auftrag des Herrn Peter Bou⸗ temp dabier werden Montag den 9. September l. J., Morgens 9 Uhr anfangend, in deſſen Wohnung einer freiwilligen meiſtbietenden Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzt, als: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eiſen, Bettung, Weißzeug, Holzwerk, be⸗ ſtehend in Tiſchen, Schränken, zwei Mehlkaſten, Kiſten ꝛc. ꝛc., Fäſſer von verſchiedener Gattung. Friedberg am 29. Auguſt 1850, 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. — Ditte Nittelpteiſe E 8 30 5 30 4 25 1 55 5 35 1 40 — * en, nach erfolgter getroffen haben, F Credit um rs Jahrs, ber⸗ vun Ahlungs⸗ urn Luhe nicht durch Quittung die is in der C. Bin⸗ uctellt ſein. a0 Sürgſcheint bis ung iu bringen A. Derne Stroh lieferung. (1413) Freitag den 13. dieſes Monats, Vor⸗ nittags 10 Uhr, wird die Liefernng von 700 Gebund Kornſtroh in die Betten der ledig caſer⸗ irten Mannſchaft dahier in dem Verwaltungs- füreau auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſt⸗ ſehmenden in Accord gegeben und die Liefe⸗ ſungsbedingungen können von heute an in oben⸗ ſedachtem Bürcau eingeſehen werden. Die Gr. Herrn Buürgermeiſter der Umgegend werden er⸗ ſicht, daſſelbe im Intereſſe ihrer Gemeinde ge— älligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 2. September 1850. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung, ſie Wiederverpachtung des zum Domanialwald Frauenwald gehörigen Ackerlandes, der Sautrieb genannt, im Revier Oberrosbach, Forſts Fried⸗ berg betreffend. (1415) Freitag den 13. d. Mts., Mor⸗ zens 9 Ühr, werden von dem obigen, bei Nie⸗ ſermörlen gelegenen Ackerland die Abtheilungen Nr. 4, 5, 6 und 7, zuſammen 2 Morgen 325,1 Klafter enthaltend, auf eine ſechsjährige Be⸗ fandzeit an die Meiſtbietenden öffentlich verpach⸗ et. Dieſes geſchieht auf dem Ackerfeld ſelbſt, die Bedingungen werden den Pachtliebhabern wöffnet und Nachgebote nicht angenommen, viel⸗ riehr wird, wenn das Meiſtgebot dem Ab⸗ chätzungspreis gleich kommt und ſonſt kei kand obwaltet, der definitive Zuſchlag ſogleich rtheilt. Oberrosbach den 2. September 1850. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Mobiliar⸗Verſteigerung. (1422) Donnerſtag den 12. d. Mts., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Joh. Conrad Nagel'ſche Mobiliar⸗Verſtei⸗ zerung fortgeſetzt und kommen nachſtehende Ge⸗ zenſtände zur Verſteigerung, als: Ellenwaaren, ine Parthie Baumwollwatten, Weſtenzeuge, mehrere Töpfe Honig und Fett, Holzwerk und ine Parthie altes Papier und Kartoffeln. Friedberg am 5. September 1850. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben dern Obſt⸗Verſteigerung. 423) Dienſtag den 10. d. Mts., Nach⸗ —— um 5 Uhr, werden an Ort und Stelle um Seer⸗ und Stadtſchreiberei-Graben von 19 Stück ſtädtiſchen Birnbäumen das Obſt verſtei⸗ gert und der Anfang am Neuenthore gemacht. Friedberg den 5. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (112) Für das Hospital der hieſigen Straf⸗ Anſtalt ſollen verſuchsweiſe zwei Invaliden als Rrankenwärter angenommen werden.— Inva⸗ liden, welche noch kräftig, unverheirathet, unbe⸗ ſcholten, im Schreiben und Rechnen etwas er⸗ Fahren und zur Uebernabme von Krankenwärter⸗ Zellen erbötig find, haben ſich binnen 14 Tagen dei der unterzeichneten Direction zu melden, worauf ihnen die Größe des Lohns und die ſonſtigen Bedingungen mitgetheilt werden ſollen. Marienſchloß den 2. September 1850. Die Direction der Strafanſtalt. Calmberg. Bekanntmachung. 11425) Auf Antrag der Maſſecuratoren in der Concursſache des Dr. Jaup in Dorheim ſollen Dienſtag den 10. und noöthigenfalls Mitt⸗ — 285— woch den 11. d. M., Vormittags 8 Uhr, in Dorheim in der Wohnung des Gemeinſchuld— ners verſchiedene Gegenſtände, als: Gold, Silber, Meffing, Kupfer, Blech, Zinn, Eiſen, Glas, Porzellan, Bücher, Garn, Haus- geräthſchaften verſchiedener Art, Holzwaaren, getrocknetes Obſt, Wein, eine Chaiſe, eine Maſchine zum Saamen-Säen, 1 Reitpferd, 2 bis 3 Laſt Waizen und circa 150 Malter hängender Aepfel von edler Sorte, öffentlich meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, was hierdurch bekannt gemacht wird. Nauheim am 2. September 1850. Kurfürſtlich Heſſiſches Juſtizamt Kröber. vdt. Raabe. Obligations ⸗ Verlooſung. (1426) Bei der heute ſtattgehabten Verloo⸗ ſung des 4% israelit. Gemeinde⸗Anlehens wurde Nro. 13(fl. 100) zur Abtragung beſtimmt. Der Inhaber dieſer ausgelooſten Schuld⸗Ver⸗ ſchreibung wird aufgefordert den Betrag nebſt Zinſen bis zum 31. Dezember d. J. bei dem israelit. Gemeinderechner unter Aushändigung der Obligation nebſt Coupons in Empfang zu nehmen, da die Verzinſung von dieſem Tage an aufhört. Rödelheim den 2. September 1850. Der Vorſtand der israelit. Gemeinde. O bſt⸗Verſteigerung. (1427) Montag den 9. d. M., des Morgens 9 Uhr, ſollen die der hieſigen Gemeinde zuſtehen— den Aepfel, circa 50 Malter, und 40 Malter Birnen, die meiſten zu Honig geeignet, in ver— ſchiedenen Abtheilungen meiſtbietend verſteigert werden. Steinfurtb am 3. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Thönges. Verkauf eines Faſelochſen. (1428) Ein der hieſigen Gemeinde gehöriger Faſelochſe kommt Dienſtag den 10. d. M., Vor⸗ mittags 11 Uhr, auf dem hieſigen Gemeinde⸗ haus zur Verſteigerung, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Kleinkarben den 3. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter te i bie. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1429) Dienſtag den 10. d. M., des Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen die durch Umlegung der Ortsſtraße nöthig werdenden Arbeiten, als: 1) Pflaſterarbeit, veranſchlagt zu 150 fl.— kr. 2) Aufbrechen der alten Fahrbahn, ſowie Planiren derſelben 50— 2 3) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 10 18, 4) Steinhauerarbeit,„ 1 9 36„ 5) Zimmerarbeit„„ 15„24„ 6) 11 Cubikklafter Pflaſterſteine, Brechen, Fah⸗ ren und Aufſetzen, 7) 11 Cubikklafter Kiß an der Uſa aus⸗ und durchzuwerfen, ſowie Fahren und Meſſen des Kiſſes, 8) 3 Cubikklafter Chauſſirſteine zu zerſchlagen, in dem Wirthshauſe des Gerhard Holler r da— hier öffentlich an den Wenigſtnehmenden ver— ſteigert werden. Fauerbach II. den 4. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Holler. Aepfel ⸗Verſteige rung. (14300 Dienſtag den 10. d. M. werden die Gemeindeäpfel, circa 240 Malter, in mehreren Abtheilungen auf dem Baumſtück meiſtbietend verſteigert. Ockſtadt den 2. September 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter e Srucht⸗Verſteigerung. (1431) Montag den 16. September, Mor⸗ gens 9 Uhr, werden auf hieſigem Rathhauſe circa 120 Achtel Gemeindekorn meiſtbietend ver⸗ 1 wird bemerkt, daß dieſes Korn reine eebkorn iſt, eignet ſich vorzügli Saatkorn. 3 e Pfaffenwiesbach den 1. September 1850. Der Bürgermeiſter u p p. Bekanntmachung. (1432) Da die wegen Einfriedigung des israelitiſchen Friedhofs zu Fauerbach II. am 26. Juli a. c. zu Niederwöllſtadt abgehaltene Ver⸗ ſteigerung die Genehmigung nicht erhalten hat, ſo wird eine zweite Veraccordirung auf Dienſtag den 10. September a. c., Vormittags 10 Uhr, bei Gaſtwirth Holler zu Fauerbach II. ausge⸗ ſchrieben. Der Voranſchlag beträgt: 1) für die Zimmerarbeit 65 fl.— kr., 2)„„ Schloſſerarbeit 3„ 24„ 3)„„ Weißbinderarbeit 11 53„ Voranſchlag und Steigbedingungen liegen bei der Verſteigerung offen. Fauerbach II. am 4. September 1850. Det Bo k ſt an d. rr 2 N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zum Vermiethen. (1396) In meinem neu eingerichteten Hauſe am Bahnhof iſt der zweite Stock, beſtehend in 6 Zimmern, zu vermiethen und kann in vier Wochen bezogen werden. Friedberg den 26. Auguſt 1850. Konrad Reuß II. Winterbukskins (1388) von fl. 5 30 kr. per Hoſe an, ſo⸗ wie Paletot⸗ und Weſtenſtoffe zu billigſten Prei⸗ ſen bei K. W. Kellermann, kleiner Kornmarkt 5, in Frankfurt a. M. Lampendochte (1410) jeder Art empfiehlt zu billigen Preiſen Joſ. Hoffmann, Poſſamentier, Metzgergaſſe. Geſchaͤftsempfehlung. (1419) Der Unterzeichnete empfiehlt ſeine dahier neu errichtete Buch⸗& Steindruckerei dem Wohlwollen des geehrten Publicums beſtens, indem er für alle in dieſe beide Geſchäftszweige einſchlagenden Aufträge die billigſte und pünkt⸗ lichſte Ausführung zuſichert. Friedberg im September 1850. Heinrich Seriba, Haagk Nr. 459. Aepfel⸗Verſteigerung. (1433) Montag den 9. September laufen⸗ den Jahrs, Vormittags 11 Uhr, ſollen die den Freiherrl. v. Franckenſtein'ſchen Gutspächtern zu⸗ ſtehenden Aepfel auf dem Baumſtück an der Hollerkapelle, ohngefähr 50 Malter, und die Nüſſe im Trieb an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Ockſtadt den 1. September 1850. In Auftrag: Gottfried Mörler, Rechner. Zum Verkauf. (143) Ein Wägelchen für 1 Pferd oder 2 Kühe zu fahren, noch in gutem Zuſtande, iſt zu verkaufen von Friedberg. Friedrich Müller in der Uſergaſſe. — 286— Geſchuͤfts⸗Eroͤffnung. Darid Sirutiss, Döngesgaſſe Nr. 8 neu in Frankfurt a. M. Lager (44885 in allen Sorten Tuche, Buckskin, halbwollenen, leinenen und baumwollenen Hoſenſtoffe, Weſten, Herrnbin⸗ den, bielefelder und ſchleſiſcher Leinwand ꝛc. zu den billigſten und feſtgeſtellten Preiſen. Selſerbrunnen bei Olarben. (1436) Sonntag den 8. September Große Harmonie⸗ und Tanzmuſik, ausgeführt von dem Muſikcorps des Schützen-VBataillons des königl. preuß. 31. Infanterie⸗Regiments. Carl Muffert. Anzeige. (1437) Neue wollene Kleiderſtoffe in großer Auswahl zu 36 kr. per Staab. R. C. Haußer, auf dem Römerberg in Frankfurt a. M. Zugelaufener Hund. (1438) Es iſt Jemanden ein ſchwarzer Dachs⸗ hund mit weißer Bruſt und Hals zugelaufen. Wem? ſagt die Expedition d. Bl. Weir e (1139) kann jeden Tag bei mir in Benutz genommen werden. 5 Philipp Söllner. Zwei große Kochoͤfen, (1440 noch gut erhalten und zweckmäßig eingerichtet, wegen Bauanderung in der Vilbeler Schule entbehrlich, find zu kaufen in Vilbel bei Schloſſermeiſter Peter Pfad. Zum Verkaufen. (1441) unterzeichneter will Nachſtehendes verkaufen: 5 1) Ein halbes Haus mit zwei Logis, nebſt einem Loos Holz, Miſtplatz, Stall und Hofraum. 2) Einen Nebenbau mit zwei Logis, nebſt Miſtplatz, Stall und Hofraum. Conrad Gerſter. Zum Verkaufen. (1442) Ein ſchwarzes Pferd, wo unter drei die Wahl gelaſſen wird, hat zu verkaufen Karl Berg in Friedberg. Zum Vermiethen. (13 In meinem Hauſe iſt der von Herrn Metzger Schäfer bewohnte untere Stock zu ver⸗ miethen und kann bis zum November bezogen werden... K. Erbes, Wittwe. Ein Branntweinbrenner (IAA) wird geſucht bei Carl Heil in Butzbach. Kirchweihfeſt zu Fauerbach II. (1445) Sonntag den 8. und Montag den 9. dieſes Monats iſt bei Unterzeichnetem gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wo ich Wein und Aepfelwein in Zapf nehmen werde und lade hiermit höflichſt ein. Fauerbach II. im September 1850. H, Sang 1I. Kirchweihfeſt zu Wiſſelsheim. (1446) Sonntag den 8. und Montag den 9. September d. J. wird das hieſige Kirchweih⸗ feſt gefeiert, wozu ich meine Freunde und Gön⸗ ner mit dem Bemerken höflichſt einlade, daß an dieſen Tagen gut beſetzte Tanzmuſik, ſowie kräf⸗ 11 Speiſen und Getränke bei mir anzutreffen D ee eee, Gaſtwirth zum grünen Baum. Kirchweihfeſt zu Fauerbach II. (1447) Sonntag den 8. und Montag den 9. d. M., als an den Tagen des hieſigen Kirch⸗ weihfeſtes iſt bei dem Unterzeichneten gut be⸗ ſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen und ladet unter Zuſicherung beſter Bedienung höflichſt ein Fauerbach II. den 4. September 1850. . J. Wie eilt Woͤlfersheimer Markt (AAus) Montag den 9. dieſes Monats, wo⸗ zu ich meine Freunde und Gönner höflichſt ein⸗ lade und um geneigten Zuſpruch bitte. Wölfersheim den 4. September 1850. A. All wohn, zur Spezerey. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 15. Sonntag n. Trinit. den 8. Septbr. Pfarramtliche Functionen verrichtet: Herr Diaconus Baur. Vormittags predigt in der Stadtkirche: f Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Pfnorr. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Stock. Fruchtpreiſe. 4. Sep. J30. Aug.] 21. Juni Gattung. Fried⸗ Die⸗ berg Mainz burg 5 fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 8030] 849 620 Kor 5 30 547 440, Gerſte„* 9 3 28 25 Hafer„ 5 21561 31521 225 Polizei ⸗ Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 7. bis 13. September. — D 5 Fried⸗ Buß⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg. bach. S : kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 2 1 2 7, 7 4— 4 1 Lth. Lth. — Milchbrod I — Waſſerweck 115 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 1 17 Fleiſch-Preiſe. f pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 11— 11— „ Kühfleiſch, gemäſtetes R „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7% 21 „ Kalbfleiſch 7—, 7— „„„ gemäſtetes 2 „ Schweinenfleiſch N „ Hammelfleiſch 8.— 8— „ Schaaflleiſch 61——— „Wurſt v. blos Schweinen 12— 12— „ Bratwurſt 14— 14— „ Schwartenmagen 144— 14— „Geräucherter Speck 18— 18— „Schinken 144— 141— „ Doörrfleiſch 14— 14— Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 22— 18— a unausgelaſſen 16— 16— „ Nierenfett 16— 116— „ Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Krauß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 121 P ͤÄF