heigen rg. en 1. Septdt i verrichtet: ell. A. Stadtlirche: el. Scl. r Burgfirche: age 1 Bußbach Depteuber. 1 1 5 eee N Stadtkirche: r Burgkirche: 11 fuͤr die f Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den A. September 1850. N 60. Negierungsblatt⸗Auszüge. Die Nr. 38 enthält: 1) Verordnung, die Verleitung der Mi⸗ litärperſonen zur Verletzung ihrer Dienſtpflichten betr. Ludwig II. don Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen e. Um den dringenden Gefahren vorzubeugen, welche daraus hervorgehen, daß bisher häufig ver⸗ fucht wurde, Perſonen vom Militärſtande zum Ungehorſame gegen ihre Vorgeſetzten zu verleiten, oder ſonſt von ihren militäriſchen Pflichten ab⸗ wendig zu machen, haben Wir auf den Grund des Axt. 73 der Verfaſ⸗ Fungsurkunde verordnel, und verordnen hiermit wie folgt: Art. 1. Wer Militärperſonen von den Großherzoglichen oder verbündeten Truppen auffordert oder anreizt, den Befehlen ihrer Vorgeſetzten den Gehorſam zu verſagen, oder wer in ſonſtiger Weiſe, namentlich durch Erregung don Unzufriedenheit mit ihrem Stande oder den militäriſchen Einrichtun⸗ gen, es verſucht, dieſelben von ihren militäriſchen Pflichten abwendig zu machen, wird, inſofern die Handlung nicht als ein ſchweres Verbrechen oder Vergehen einer höheren Strafe unterliegt, mit(Bofängniß nicht unter einem Monate oder mit Correctionshaus bis zu einem Jahre beſtraft. Art. 2. Ueber das durch den Art. 1 der gegenwärtigen Verordnung vorgeſehene Vergehen haben in den Provinzen Starkenburg und Ober⸗ heſſen die Landgerichte, in der Provinz Rheinheſſen die Kreisgericht zu erkennen. Art. 3. Gegenwärtige Verordnung tritt vom Tage ihres Er⸗ ſcheinens im Regierungsblatte an in Wirkſamkeit. Urkundlich ze. Auer⸗ bach, den 7. Auguſt 1850. Lud wi g. v. Lindeloff. 2) Bekanntmachung des Gr. Miniſteriums des Innern vom 23. Juli, die Verbeſſerung der Lage der Volksſchullehrer betr.(Daß aus dem durch Leiſtungen der Mobiliar FJeuerverſicherungs⸗Geſellſchaften gebildeten Fonds für gemeinnützige Zwecke eine weitere Vertheilung von 4000 Gulden zu einmaligen Zulagen ſtatt zu finden habe.) 3) Be⸗ kanntmachung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 26. Juli, die Wiederbeſetzung des biſchöflichen Stuhls zu Mainz betr.(Daß, nach⸗ dem der zum Biſchof von Mainz ernannte Herr Wilhelm Freiherr v. Ketteler conſecrirt und eingeſetzt worden, ſonach in die volle Ausübung der mit dem Episcopat verbundenen Rechte und Pflichten getreten iſt, die beſtandene probiſoriſche Verwaltung des erledigt geweſenen Bisthums ſo⸗ wohl in geiftlicher als auch in ökonomiſcher Hinſicht aufgehört hat.) 5) Bekanntmachung, 25 e einer nachträglichen Umlage der inde Rohrbach für 1850 betr. Kani; ee Seine Königliche Hoheit der Großher⸗ zog haben am 8. Auguſt d. J geruht, den ſeitherigen Departementschef des Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern, Gebeimen, Staatsrath Wilhelm Conrad Hallwachs, auf ſein unterthänigſtes Nachſuchen, aus Rückſichten für ſeine geſchwächte Geſundheit und unter Bezeigung der allerhöchſten Zufriedenheit mit deſſen bisherigen treuen und erſprießlichen Dienſten in den Ruheſtand zu verſetzen. Allerhöchſtdieſelben haben Sich zugleich bewogen gefunden, dem Director des Miniſterſums des Innern Reinhard Carl Friedrich Freiherrn v. Dalwigk proviſoriſch die Leitung der Geſchäfte des Miniſteriums des Hauſes und des Aeußern zu über⸗ tragen.— 7) In den Ruheſtand wurde verſetzt: am 7. Juli der Steueraufſeher Diſtel zu Michelſtadt und der Waldſchütze Becker zu Hartenrod; am 20. der Phyſtcatswundarzt Schneider zu Marienhagen; am 27. der Phyſicatswundarzt Engau zu Umſtadt.— 8) Erledigt find: die Phpſicatswundarztſtellen für die Bezirke Waldmichelbach, Um⸗ ſtadt, Dieburg und Vöhl; die kath. Schullehrerſtelle zu Alsheim, R.⸗B. Mainz, mit jährlich 409 fl., ausſchließlich 30 fl. für Heizung des Schul⸗ locals. Der Schiffbruch. Eine Erzählung von H. J. Nott. (Schluß.) Da ich Niemand um Rath zu fragen und nur wenige Vorbereitungen zu machen hatte, ſo wurde unſere Hochzeit in kurzer Zeit gefeiert; wenn ich auch nicht reich war, ſo konnten wir doch ein anſtändiges Haus machen. D.rei Jahre waren vergangen, als ich eines Morgens bei'm Durchſehen einer engliſchen Zeitung eine Nachfrage nach einem William Malone, deſſen Frau und Tochter fand, die vor neun Jahren nach Neu⸗Südwales oder nach den Vereinigten Staaten gereiſt ſein ſollten. Obgleich ich mich keiner ſolchen Perſonen erinnern konnte, ſo kam mir doch der Name bekannt vor, und am Ende fiel es mir ein, daß ich in dem einen von zwei Büchern, die mir Katha⸗ rinen's Vater auf dem Schiffe geliehen und die ich beim Schiffbruche in meiner Taſche behalten hatte, dieſen Na⸗ men geſehen hatte. Ich ſuchte das Buch auf und fand darin wirklich den Namen„William Malone“ geſchrieben, zum Theil ausgelöſcht; ich unterſuchte auch das andere Buch, das ich früher nie geöffnet hatte, und entdeckte da⸗ rin noch deutlich genug den Namen„Katharina Dormer,“ obwohl auch hier der Verſuch gemacht war, ihn auszu⸗ loſchen. Indem ich die Bücher in meiner Hand hielt, fielen drei Silhouetten heraus, unter denen mit Bleiſtift die Namen„William Malone, Katharina Malone und Katharina Dormer Malone“ geſchrieben waren. Die letzte Silhouette war die eines kleinen Mädcheus. Ich theilte meiner Frau meine Entdeckung mit und ſagte ihr, daß ich die Hoffnung hätte, ihre Familie ausfindig zu ma⸗ chen; ſie aber zeigte mir ſogleich ein kleines goldenes Schloß, das ſie immer getragen hatte, mit den Buchſtaben K. D. M., welches wahrſcheinlich die Anfangsbuchſtaben der Namen auf der kleinen Silhouette waren. Da dieſe Nachforſchung langwierig und mühſam ſein konnte, ſo entſchloß ich mich, nach Europa zu reiſen, um ſo mehr, da auch unſere Handelsverhältniſſe dieß wünſchens⸗ werth machten. Als wir in England angekommen waren, gingen wir nach Exeter, von wo jene Anzeige datirt war. Dort erfuhr ich, daß ein ſehr achtungswerther junger Mann Namens William Malone eine Heirath mit einer Tochter eines Herrn Dormer, eines reichen Gutsbeſitzers, gegen den Willen der Eltern derſelben, geſchloſſen, daß er darauf nach unglücklichen landwirthſchaftlichen Verſuchen, in Dürf⸗ — 8860 ͤ—„% 55 tigkeit mit ſeiner Frau und einer kleinen Tochter Exeter verlaſſen habe; aber wohin er gegangen, wußte Niemand. Malone's Eltern waren bald nach der Entfernung ihres einzigen Kindes geſtorben; auch Dormer war kürzlich ge⸗ ſtorben und hatte in einer letzten Stunde der Reue ſein anzes Vermögen ſeiner Tochter und ihren Kindern ver⸗ 3 Die Teſtaments-Vollſtrecker Malone's des Vaters macht. 5 e den mir ohne Schwierigkeit, deſſen Papiere zu unter⸗ ſuchen, und ich fand unter dieſen einen Brief, worin Wil⸗ liam Malone ſeine Eltern benachrichtigte, daß er den fol⸗ genden Tag von Greenock nach NewYork abſegeln werde — es war gerade der Tag, an welchem ich Europa ver⸗ laſſen hatte. a 11 Dieß Alles gab mir hinlängliche Ueberzeugung in Be⸗ zug auf Katharinen's Herkunft; auch waren viele Leute, die William Malone gekannt hatten, erſtaunt über ihre Aehnlichkeit mit demſelben. Aber es war ein geſetzlicher Beweis erforderlich, und nichts Anderes konnte ausreichen, da mehrere entfernte Verwandte da waren, die ihre An⸗ ſprüche auf die Erbſchaft bis zum Aeußerſten geltend machen wollten. Schon verzweifelte ich an einem guͤnſtigen Erfolg, da erfuhr ich, daß ein alter treuer Diener, John Cradock, William Malone's Familie, als ſie Exeter verließen, be⸗ gleitet habe, aber nie zurückgekehrt ſei. Sogleich begab ich mich nach Greenock, um ihn wo möglich aufzufinden. Dort erhielt ich die Kunde, daß ein John Cradock Diener in einem der erſten Hotels geweſen, aber vor einigen Jahren nach Amerika gegangen und daß er, ein alter und ſchwacher Mann, wahrſcheinlich geſtorben ſei; es wurde hinzugefügt, daß Cradock in größter Armuth in New⸗Jork gelebt habe. Ein geſchickter Rechtsgelehrter, deſſen Hülfe ich in Anſpruch nahm, ſagte mir, daß er zwar Hoffnung habe, meiner Frau zu ihrem Rechte zu verhelfen, rieth mir aber, vor Einleitung eines Proceſſes, wenn irgend möglich, den John Cradock ausfindig zu machen, weil dieſer wahrſcheinlich der Einzige wäre, der erweiſen könne, daß Campbell nur ein angenommener Name geweſen. Ich that demgemäß Alles, was ich vermochte fur dieſen Zweck. Ungefähr zwei Monate waren verfloſſen, ſeit ich nach Amerika geſchrieben hatte, als eines Morgens ein mir wohl bekannter alter Bettler von New-Nork in mein Zimmer trat. Ich fragte ihn, welches wunderbare Schickſal ihn nach Europa gebracht.„Ich habe einen Brief von Ihrem Aſſocié,“ ſagte er,„der Ihnen Alles aufklären wird.“ John Cradock ſogleich in New-Nork aufgefunden ſei, daß er gleich bei ſeiner Ankunft daſelbſt von der Gicht befallen, von Almoſen gelebt, daß er New-Nork ſeitdem nie ver⸗ laſſen, jetzt aber gern darein gewilligt habe, für ein kleines Geſchenk in ſein Vaterland zurückzukehren. Als ich den alten Mann fragte, ob er William Camp⸗ bell gekannt, brach er in Thränen aus.„Ob ich ihn ge⸗ kannt habe!“ rief er aus.„Was wißt Ihr von ihm?“ Ich bat ihn nun frei und offen zu ſprechen, da meine Nachforſchungen nicht aus müßiger Neugier hervorgingen. „Ja,, ſagte der Alte,„ich ſah ihn an Bord, als er ſein Vaterland verließ und empfing von ihm ein Andenken, das ich ſeither immer bei mir getragen habe: er drang in mich, ſeine Uhr von ihm anzunehmen, aber ich würde eher geſtorben ſein, als daß ihn des einzigen werthvollen Stückes, das er noch beſaß, beraubt hatte.“ Nun zog Cradock eine kleine Doſe hervor und nahm aus derſelben ein Miniaturgemälde auf Elfenbein, in welchem ich ſogleich die Züge von Katharinen's Vater erkannte. „Und war Campbell ſein wirklicher Name?“ fragte ich. Dieſer Brief enthielt die Auskunft, daß 8„Das thut nichts zur Sache;“ antwortete der Alte mit Feſtigkeit,„das Meer birgt ihn, und eben ſo ſicher ſoll auch das Geheimniß, das ich zu bewahren verſprach, bei mir geborgen ſein.“* In dieſem Augenblick trat Katharina in's Zimmer, zog ſich aber, da ſie uns beſchäftigt ſah, ſogleich wieder zurück.„Um Gottes Willen,“ rief der Alte aus,„wer iſt die junge Dame?“ 5 „Es iſt meine Frau,“ antwortete ich,„und William Campbell's Tochter.“ „Was! Litt er denn nicht Schiffbruch? Ich glaubte, ſie wären Alle untergegangen!“ 8„Nein, der Vater und die Mutter kamen um, aber ich rettete die Tochter, die Ihr eben geſehen habt.“ „So lebt alſo doch noch Eine, die den Namen Ma⸗ lone trägt!“ rief er, die Aufregung entlockte ihm ſein Geheimniß. 8 „Alſo waren William Campbell und William Ma⸗ lone dieſelbe Perſon?“ fragte ich. i „Ja ſo war es,“ erwiderte er.„Niedergedrückt durch Armuth, hoffte er in fremdem Lande ſeine Lage zu ver⸗ beſſern und vielleicht aus falſchem Stolz veränderte er ſeinen Namen, damit, wenn ihm das Glück nicht wieder lächeln ſollte, ſeine Erniedrigung den Verwandten und vor⸗ züglich ſeinem hartherzigen Schwiegervater nicht bekannt würde. Ich folgte ihm nach Greenock, und würde mit ihm gereiſt ſein, wenn er meine Begleitung nicht ſtandhaft verweigert hätte. Keiner außer ſeinen Eltern wußten um ſeinen Entſchluß, und auch dieſe ſelbſt kannten den Namen, den er annahm, nicht'“ f So war denn Alles klar und gewiß, und der Beweis, daß Katharina die Tochter Campbell's ſei, war leicht durch einige von meinen damaligen Reiſegefährten, die noch in New⸗York lebten, zu führen. Wirklich geſchah dieß mit ſolcher Beſtimmtheit, daß die Anverwandten jeden Anſpruch auf die ſehr beträchtliche Erbſchaft meiner Frau aufgaben. Ich werde mich ſobald als möglich von meinem Ge⸗ ſchäfte zurückziehen, aber doch nach Amerika zurückkehren, um dort lebenslänglich zu bleiben. Der iriſche Pächter. Ein kleiner Pächter im Süden von Irland, auf einer Beſitzung des Herzogs von Devonſhire, erhielt die Weiſung, ſein Gütchen, als die Pachtzeit zu Ende ging, zu verlaſſen. Da er und ſein Vater viele Jahre hindurch dieſe Pachtung inne gehabt hatten, und ihm des Herzogs gütiger Character bekannt war, ſo gerieth er über dieſe Aufkündigung in nicht geringe Beſtürzung. Mit Thränen im Auge ſtellte er dem Agenten des Herzogs vor, wie hart es ſei, ihn und ſeine Familie ohne allen Grund zu verſtoßen; allein die einzige Erwiderung, die er darauf erhielt, lautete, daß er bis zu dem beſtimmten Tage die Pachtung geräumt haben müſſe; dies ſei des Herzogs Wille und Befehl.„Gut denn, Sir, ſagte der arme Pachter,„aber ich hoffe, Sie werden mir nicht hinderlich ſein, bei einem andern Herrn eine Pachtung zu erlangen, und mir ein Zeugniß ausſtellen, daß ich ein ehrlicher, fleißiger und nüchterner Mann bin und nicht etwa von dem Gute vertrieben worden ſei, weil ich den Pacht⸗ ſchilling nicht rechtzeitig bezahle.“—„Nur ein Schuft könnte Euch verweigern,, entgegnete der Agent,„worauf Ihr ſo gerechten Anſpruch habt., Der Pachter empfing mit Dank das Zeugniß, beurlaubte ſich auf einige Tage von ſeiner Familie, ſetzte ſich in Cork auf ein Dampfſchiff und ſtand bald in London vor dem Thore des Palaſtes des Herzogs von Devonſhire. Anfangs wollte ihn der Herzog nicht vorlaſſen; aber da ſich der Pachter durchaus nicht abweiſen Nite der Al . ben d ſchn n derſpech, — Zune, gleich wieder aus,„wer and William Ich gaubte, en um, aber N habt.! Namen Ma,; de ihm ſein Diliam Ma, jebrückt durch kage zu ver, eranderte er nicht wieder ten und vor⸗ nicht bekannt d würde mit nicht ſtandhaft tern wußten kannten den der Beweis, leicht durch dir noch in 40 dieß mit en Nuſpruch u aufgaben. meinem Ge⸗ zurückkehren, —— t k. ind, auf einer die Weiſung, 1 perlaſſen. ieſe Pachtung ger Character zung in nicht ſttllte er dem ion und ſeint in die einzige daß er bis zu haben müſſe; denn, Sit, *. werden mit ne Pachtung daß ich ein — 281— ließ, ſo willigte er endlich ein, ihn zu ſprechen.„Ich bin erſtaunt,“ fuhr der Herzog den armen Irländer an,„daß ein ſo ſchlechter Menſch, wie Ihr, der ſich dem Trunke er⸗ geben hat, und Weib und Kind am Hungertuche nagen läßt, ſo unverſchämt ſein kann, mir vor Geſicht zu kommen oder gar um eine neue Pachtung anzuhalten.“—„Mich dem Trunk ergeben? Weib und Kind am Hungertuche nagen eher rief der Irländer erſtaunt.„Wer ſagt das?“— „Wer es ſagt,“ erwiderte der Herzog, indem er ihm einen Brief hinwarf,„hier leſet, was mir über Euch geſchrieben worden iſt.“— Der Pachter hob den Brief auf, las ihn, ſah den Herzog an, dann wieder den Brief, und brach end⸗ lich ein Gelächter aus.—„Wie,“ rief der Herzog ent⸗ rüſtet,„iſt dies die Art, wie man eine ſo ernſthafte Sache behandelt? Ich ſehe, mein Agent hat mir die Wahrheit ge⸗ ſchrieben, daß Ihr ein unverbeſſerlicher Menſch ſeid.“— „Ich bitte Ew. Gnaden um Vergebung wegen meines Ge— lächters,“ erwiderte der Irländer,„allein ich habe da etwas ſchwarz auf weiß bei mir, was der Wahrheit näher kommt. Wollen Ew. Gnaden es nicht gefälligſt eines Blickes wür⸗ digen?“ Somit üͤͤberreichte er dem Herzog ehrfurchts voll ſein Zeugniß. Dieſer war nicht 5 en 105 ſo verſchieden lautende Berichte von einer und derſelben Hand zu leſen. Der Herzog ließ hierauf ſeinen Pachter gut be⸗ wirthen, erſetzte ihm das Reiſegeld und gab ihm beim Ab⸗ ſchiede einen Pachtbrief und ein Schreiben an ſeinen Agen⸗ ten mit, indem er ſagte:„Nun, mein Freund, ſagt Niemand ein Wort, wo Ihr geweſen ſeid, bis der Sheriff(Bezirks⸗ beamte) in Euer Haus kommt, Euch hinauszutreibenz dann zeigt dieſen Pachtbrief vor und gebt meinem Agenten, der Euch gewiß nicht mehr beläſtigen wird, dieſes Schreiben.“ — Geſagt, gethan. Der Pachter reiſt zurück und erwartete getroſten Muthes den Tag, wo er von der Pachtung ab⸗ ziehen ſollte, und als der Agent mit dem Sheriff in's Haus trat, überreichte er dieſem den neuen Pachtbrief, jenem zu ſeinem größten Schrecken das Schreiben des Herzogs, worin ihm ſein Dienſt genommen wurde. Der Agent hatte einen Bruder, dem er das wohlgebaute Pachtgut in die Hände ſpielen gewollt, weßhalb er den ehrlichen Irländer bei dem Herzoge ſo angeſchwärzt hatte. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Edictalladung. 41346) Die dem Herrn Fürſten zu Solms. Braunfels in der Gemarkung von Traismün⸗ zenberg zuſtehenden Grundgefälle im jährlichen Geldanſchlage von zuſammen 40 fl. 34½ kr., ſollen nach den beſtehenden geſetzlichen Beſtim⸗ mungen abgelößt werden. Man fordert veßhalb Alle, bei dieſer Ablöſung Betheiligten auf, ihre etwaigen Rechtsanſprüche binnen zwei Monaten bei dem unterzeich⸗ neten Gerichte anzuzeigen, widrigenfalls die Auszahlung des Ablöſungskapitals— 486 fl. 54 kr. an den vorbenannten Berechtigten ge⸗ flattet werden wird. Hungen den 22, Auguſt 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edietalladung. 113477) Die längſt verſchollenen Brüder Jo⸗ dannes Stephan, geboren den 10. Juli 1773 und Johann Henrich Stephan, geboren den 23. Auguſt 1779, Söhne der Eheleute Johann Hen⸗ cich und Eliſabeth Stephan zu Nonnenroth, werden aufgefordert, ſogewiß innerhalb 3 Mo⸗ maten von ihrem Aufenthalt Nachricht zu geben, als ſonſten ihr Ableben unterſtellt und demge⸗ rnäß weiter verfügt, insbeſondere auch die ſeit einer Reihe von Jahren für Joh. Henrich Stephan beſtandene Curatel aufgelößt werden wird. Hungen den 10. Auguſt 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. (13480 Ueber das Vermögen des H. Münch in Oberros bach, das zu 726 fl. 45 kr. taxirt ſt und aus dem, außer einer Hypothek von 250 fl. auch das Einbringen der Ehefrau mit 840 fl. reclamixt wird— iſt beträchtlich über⸗ chuldet und deßhalb der Concurs erkannt wor⸗ ſen. Forderungen und ſonſtige Anſprüche an de Concursmaſſe ſind bei Vermeidung ſtill⸗ ſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der⸗ elben Mittwoch den 23. Oktober, Vormittags, hier vorzubringen. Bezüglich der alsdann ſtatt⸗ ſndenden Wahl eines Maſſecurators und eines itwgigen Vergleiches werden die nicht perſönlich ſaſcheinenden Gläubiger als an die Beſchlüſſe der Mehrheit der erſcheinenden gebunden erachtet werden. Friedberg den 19. Auguſt 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Verſteige rung. (140˙7) Montag den 16. September l. J., Vormittags 9 Uhr, ſollen bet der Wohnung des Oeconomen Wil⸗ helm Keudel zu Storndorf folgende dieſem ge⸗ hörige Stücke Vieh öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert und ſogleich zugeſchlagen werden: I. Pferde: 2 Schimmel, 4jährige Stuten, 1 Fuchs, Stute, 3½ Jahr alt, 1 Fohlen, Grauſchimmel, 1 Reitpferd, brauner Engländer, Stute, 11 Jahre alt, 1 brauner Wallach, 10 Jahre alt. II. Rindvieh: 4 Kühe, 12 Rinder und Stiere, 7 Kälber. a III. Schafe: 190 Stück* 2„„ Hämmel, 68 82 7. 8„ 4 und 2 breitige ausgezeichnete Böcke(engliſche Baſtarde), 55 124 Stück Mutterſchafe, friſch, 4 und 6breitig, 42„ Mutterjährlinge(engliſche Baſtarde), 106„ wjunge Lammer, darunter Hammel⸗ lämmer und zum Theil engliſche Baſtarde. IV. Schweine: 5 Zuchtdoggen, 42 junge Ferkeln, 6 Maſtſchweine, 6 Läufer, 1 Eber. Alsfeld den 27. Auguſt 1850. Gr. Heſſ. Landgericht daf. Ellenberger. Dr. Stammler. Grummetgras⸗Verſteigerung. (1408) Freitag den 6. September, Morgens 10 Uhr, ſoll das diesjährige Grummetgras auf den hieſigen Gemeindewieſen in mehreren Ab⸗ theilungen und Looſen, im Geſammtgehalte von circa 200 Morgen, öffentlich zur Verſteigerung gebracht werden. Man erſucht die Herren Bür⸗ germeiſter im Intereſſe ihrer Ortsangehörigen dieſes bekannt machen zu laſſen. Utphe am 31. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter⸗Vikar Walther. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1409) Freitag den 6. September l. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen die bei Her⸗ ſtellung der Pfarrhofraithe nöthig gewordenen Reparaturarbeiten, als: 1) Maurerarbeit mit dem erforderlichen Mate⸗ rial, veranſchlagt zu 49 fl. 45 kr., 2) Zimmerarbeit 8„40„ 3) Schreinerarbeit 6„— 4) Weißbinderarbeit 4 75—„ auf dem Rathhaus zu Oberrosbach öffentlich wenigſtnehmend in Accord gegeben werden. Oberrosbach den 30. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Blecher. Aepfel⸗Verſteigerung. (14100) Freitag den 6. September d. J., Vormittags 10 Uhr, werden die dies jährigen hieſigen Gemeindeäpfel, eirca 50 Malter, an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert. Altenſtadt den 31. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. Grummetgras⸗Verſteigerung. (1411) Das diesjährige der Gemeinde Flor⸗ ſtadt zuſtehende Grummetgras von circa 350 Morgen ſoll Freitag den 6. September l. J., Mittags 11 Uhr anfangend, in der Behauſung des Gemeinderechners Wagner dahier öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Florſtadt den 31. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Arbeits-Verſteigerung. (1412) Donnerſtag den 12. September, Vor- mittags um 10 Uhr, ſollen Dachdecker⸗Arbeiten an der Kirche zu Burggräfenrod, veranſchlagt zu 30 Gulden, in der Gemeindeſtube an den Wenigſtnehmenden veraccordirt werden. Burggräfenrod am 30. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mo ſchero ſch. S eee (1413) Freitag den 13. dieſes Monats, Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird die Lieferung von 700 Gebund Kornſtroh in die Betten der ledig caſer⸗ nirten Mannſchaft dahier in dem Verwaltungs- büreau auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben und die Liefe— rungsbedingungen können von heute an in oben- gedachtem Büreau eingeſehen werden. Die Gr. Herrn Bürgermeiſter der Umgegend werden er— ſucht, daſſelbe im Intereſſe ihrer Gemeinde ge⸗ fälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 2. September 1850. In Auftrag:. Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. (1414) Donnerſtag den 12. September, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll eine der hieſigen Gemeinde zustehende bleierne Waſſerpumpe, welche ſich im guten Zuſtande befindet, auf der Gemeindeſtube verkauft werden. a Burggräfenrod am 30. Auguſt 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mo ſchero ſch. Bekanntmachung, die Wiederverpachtung des zum Domanlalwald Frauenwald gehörigen Ackerlandes, der Sautrieb genannt, im Revier Oberrosbach, Forſts Fried⸗ berg betreffend. (1415) Freitag den 13. d. Mts., Mor⸗ genus 9 Uhr, werden von dem obigen, bei Nie⸗ dermörlen gelegenen Ackerland die Abtheilungen Nr. 4, 5, 6 und 7, zuſammen 2 Morgen 325,1 UEKlafter enthaltend, auf eine ſechsjährige Be⸗ ftandzeit an die Meiſtbietenden öffentlich verpach⸗ tet. Dieſes geſchieht auf dem Ackerfeld ſelbſt, die Bedingungen werden den Pachtliebhabern eröffnet und Nachgebote nicht angenommen, viel⸗ mehr wird, wenn das Meiſtgebot dem Ab⸗ — 282 „ Neuer zypriſcher Vitriol (1400) zu den billigſten Preiſen bei 5 Friedberg. Fr. Hilbrecht. Ein junger Menſch, (1401) welcher gute Zeugniſſe über ſein Be⸗ tragen vorzuzeigen bermag, kann in einem hie⸗ ſigen Gaſthaus als Lehrling placirt werden. Naheres bei der Expedition d. Bl. Lampendochte (110) ieder Art empfiehlt zu billigen Preiſen ane Jo. i Puente Metzgergaſſe. Weinverſteigerung ad circa 100 Ohm zu Bad Homburg 1 0. d. H. (11179 In der Stadtrath Krag'ſchen Be⸗ hauſung zu Bad Homburg werden Donnerſtag den 12. September a. C., nachbezeichnete in ſeinem Weinberge zu Erben⸗ heim am Rheine ſelbſtgezogene Weine öffentlich verſteigert, nämlich: 5 0 4 Ohm 183ar, 1 Stück 184ar, 1„ 1835 r, 10 Ohm 184ör, ſchätzungspreis gleich kommt und ſonſt kein An⸗ 2205 r der definitive Zuſchlag ſogleich ertheilt. Oberrosbach den 2. September 1850. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Fuͤrſtlich Iſenburg- und Buͤdingen'ſches Anlehen von fl. 100,000 d. d. 31. Dezember 1846. (1368) Von obigem bei uns nego⸗ ciirten Anlehen ſind zur Rückzahlung auf den 31. Dezember d. J. verlooſt worden: A. Nr. 3. 6. 14. à fl. 1000.— fl. 3000 B.„ 23. 28. 66. 97. à fl. 500.— fl. 2000 zuſammen fl. 5000 und ſind die Beträge nach Eingang bis den 31. Dezember d. J. zu erheben, indem von da ab deren Verzinſung aufhört. Simon Lindheimer in Friedberg. A. Lißmann Sohn in Büdingen. Winterbukskins (1388) von fl. 5 30 kr. per Hoſe an, ſo⸗ wie Paletot⸗ und Weſtenſtoffe zu billigſten Prei⸗ ſen bei K. W. Kellermann, kleiner Kornmarkt 5, in Frankfurt a. M. Zum Vermiethen. (1396) In meinem neu eingerichteten Hauſe am Bahnhof iſt der zweite Stock, beſtehend in 6 Zimmern, zu vermiethen und kann in vier Wochen bezogen werden. 1 Stück 18361, 3 Stück 184r, 6 Ohm 1837r, 1½% Stück 1847r, 1½ Stück 1840r, 1½%„ 1848r. 2 Ohm 18a4tr, ſchon einige Stunden vor der Verſteigerung an den Fäſſern probirt werden. 11 Zu gleicher Zeit werden daſelbſt noch einer Verſteigerunghausgeſetzt: mehrere Ohm Weineſſig, eine große Parthie Fäſſer und* eine einſpännige Chaiſe nebſt Pferdegeſchirr. In Auftrag:; 3. G. Hamel. Zum Verkaufen. (1418) Ein zweiflügeliges Lattenthor mit Pfoſten hat die Turngemeinde zu verkaufen. Friedberg. Der Vorſtand. Vormittags 10 Uhr, Dieſe Weine ſind rein gehalten und können Geſchaͤftsempfehlung. (1419) Der Unterzeichnete empfiehlt ſeine dahier neu errichtete Bu 1 dem Wohlwollen des geehrten Publicums beſtens, indem er für alle in dieſe beide Geſchäftszweige einſchlagenden Aufträge die billigſte und pünkt⸗ lichte Ausführung zuſichertt. Friedberg im September 1850. Heinrich Scriba, Haagk Nr. 459. Verlorenes. (1120) Am 19. Auguſt wurde von Nauheim nach Friedberg ein ſchwarzſeidener Regenſchirm, ein grünſeidener Sonnenſchirm und ein Stock zuſammengebunden verloren; der redliche Finder wird gebeten dieſes gegen eine Belohnung an die Expedition dieſes Blattes abzugeben. Friedberg im September 1850. eiterariſche Anzeige n. (14210 So eben ißt erſchienen und in der Buchhandlung von C. Bindernagel in Friedberg zu haben: ini Der Bau des 2 menſchlichen Korpers. Handbuch Nd für i Volksſchullehrer von Dr. J. B. v. Franque, Herzogl. Naſſ. Obermedizinalrathe. Mit einem anatomiſchen Atlas von 17 Tafeln. Zweite Auflage. Preis fl. 4. Sechster Verfaſſer, der ſich längſt dern auch ſeinen aus dem eigenthümlichen würzt, der von Kalender einen Friedberg den 26. Auguſt 1850. Konrad Reuß II. Jedem willkommen geheißen wird. Spiegel vor, in dem wir uns ſelbſt wiedererkennen, und das Gemüthsleben der deutſchen Familie, mit allen ſeinen kleinen Freuden und Leiden, ſeiten. Wenn nur die Leute fleißig hineingucken. Vorräthig bei C. Bindernagel in Friedberg. ö Die Jahrgänge 1847 bis 1850 find zum ſelben Preis ebenfalls daſelbſt zu haben. Nur us kr. Fur Alt und Jung und Arm und Reich! Nur 43 kr. Spinnſtube, Polksbuch für das Jahr 1851. a Herausgegeben von W. O. v. Horn. Jahrgang. Mit einem Stahlſtich nach v. d. Embde und vielen Holzschnitten von Richter. (1406) Neben allen Volksbüchern ſteht die Spinnſtube einzig in ihrer Art da! Der Hert 1 ein warmes Plätzchen in unſerm Herzen erobert hat, iſt bekannt dafür daß er nicht allein die kräftige, reiche und naive Sprache des Volkes vollkommen bemeiſtert, ſon⸗ Leben der Nation gegriffenen Stoff mit einem Humor Der Spinnſtubenſchreiber hält uns in ſeinem allen ſeinen Licht⸗ und Schatten⸗ Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. „ Steindruckere! 12