eigen 0. en d. Juni. i verrichtet: . tadtkirche: * Stadtkirche: dell b Burglirche: 1 u r Burgkirche: Taxe und Bußbach —— eee eeresrne 1 8 2 8 — 1 1 * Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Begierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M31. Mittwoch den 3. Juli 1850. Amtlicher Theil. An die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre des Regierungsbezirks Friedberg. Auf Erſuchen Gr. Landgerichts zu Homberg beauf— tragen wir Sie, falls ſich eine gewiſſe Chriſtina Fried- rich aus Rüdingshauſen, Reg.⸗Bez. Gießen, welche „in die Wetterau gegangen“, in einer Ihrer Gemeinden aufhält, dies alsbald berichtlich dahier anzuzeigen. Friedberg am 29. Juni 1850. Die Großh. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvrier. Regierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 17 enthält: Bekanntmachung, die Beſtätigung von Stiftungen und Vermächtniſſen betr.— 2) Bekanntmachung, die Niederſchlagung eines Theils der für das Jahr 1848 zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinde zu Gräfenhauſen mit Wixhauſen, Erz⸗ hauſen und Weiterſtadt genehmigten Umlage betr.— 3) Bekanntmachung, den Steuerausſchlag zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der Landjudenſchafts⸗ kaſſe zu Darmſtadt für das Jahr 1850 betr.— 4) Umlagen zur Be⸗ ſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Regierungs- bezirks Nidda für 1850.— 5) Bekanntmachung, die Vergütung der Brandſchäden zu Beerfelden betr;— 6) Erlaubniß zur Annahme frem⸗ der Orden,(bereits früher mitgetheilt.)— 7) Namens veränderungen. Es wurde geſtattet: am 14. Februar der Chriſtiane Krug zu Niedereſch⸗ bach, künftig den Namen„Steinmetze und am 28. dem Matthias Grimm aus Gimbsheim, künftig den Familiennamen„Martin zu führen— 8) Dienſtnachrichten. Am 4. März wurde der Hofbib⸗ liothekſecretär Walther dahier zum Hofbibliothekar ernannt; am 20. wurde dem evang. Schullehrer Ploch zu Offſtein die 1. Knabenſchul⸗ lehrerſtelle zu Zwingenberg, Reg.⸗Bez. Heppenheim, übertragen; am 25. wurde der Medicinalaſſeſſor Dr. Hohenſchild dahier zum Director und Arzt des Hospitals Hofheim ernannt, und wurde der auf die 1. evang. Pfarxſtelle zu Hungen, Reg.⸗Bez. Friedberg, präſentirte evang. Pfarrer Seipp zu Battenberg für dieſe Stelle beſtätigt.— 9) Militärdienſt⸗ nachrichten,(bereits früher mitgetheilt.)— 10) Charakterverleihungen. Am 9. März wurden den Beſehern beim Erhebungsamte der Rhein- ſchifffahrtsgebühren zu Mainz Scheich und A. v. Müller, der Cha⸗ rakter als Controleur verliehen; am 21. wurde dem penſ. Kreisrath v. Rüding zu Bensheim der Charakter eines Geheimen Regierungsraths verliehen.— 11) Dienſtentlaſſungen. Am 6. November 1849 wurde der Notar Wieger zu Wörrſtadt, R.⸗B. Mainz, ſeines Dienſtes ent⸗ laſſen; am 14. März wurde, der evang. Pfarrer zu Steinbockenheim und Decan des Decanats Wöllſtein, Flick, a. ſ. N. von dem Amte als Decan entbunden.— 12) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 18. März der Friedensrichter an dem Friedensgerichte zu Alzei, Haas; am 20. ber kath. Schullehrer Haupt zu Bechtheim, R.⸗B. Mainz.— 13) Exledigt ſind: die evang. Pfarrſtelle zu Wolf, R.⸗B. Nidda, mit jährl. 815 fl., Iſenburg⸗Büding ſches Präſentationsrecht; die evang. Pfarrſtelle zu Oolgesheim, R.⸗B. Mainz, mit jährl. 546 fl.; die kath. Knaben⸗ ſchullehrerſtelle zu Oppenheim, R.⸗B. Mainz, mit jährl. 530 fl. 20 kr. einſchließlich der Entſchädigung für Heizung des Schullocals; die 1 evang. Schullehrerſtelle zu Heppenheim a. d. W., R.⸗B. Mainz, mi 320 fl. nebſt einer Vergütung von 35 fl. für Heizung des Schullocals. — 14) Geſtorben ſind: Am 21. Februar der penſ. Gen. ⸗M. Frhr. v. Stoſch; am 23. der penſ. Gen.⸗L. Graf Open; am 24. der penſ. Kriegscommiſſär Lange zu Darmſtadt; am 8. März der kath. Pfarrer Herrmann zu Fürth, R.-B. Heppenheim; am 15. der evang. Pfarrer Kißner zu Mittelſeemen, R.⸗B. Nidda; am 18. der Univerſitätskanzlei⸗ diener Schmidt zu Gießen; am 19. der penſ. Seeretär Simon⸗ Günzer dahier. Die beiden Uebenbuhler. Von J. A. Fröhlich. (Fortſetzung.) Roſette war gegen Beide ſo gleichmäßig liebevoll und freundlich, daß Pierre die Hoffnung nicht aufgeben mochte, treue Hingebung an ſie werde ihm am Ende noch ihre Neigung erwerben. Florian dagegen, der von luſtigerem Weſen und ſanguiniſcherem Temperamente war, und mehr auf die Reize ſeiner Perſönlichkeit vertraute, hegte nur die Befürchtung, ob Roſette ebeuſo ſehr an ſeiner Arbeit Gefallen finden würde, wie an ſeiner Perſon und ſeinen Manieren. Unter dieſem mächtigen Antrieb, in Verbindung mit dem Ehrgeiz, welchen der Vorſchlag des alten Uhr⸗ machers erregte, war der Wetteifer zwiſchen Beiden un— aufhörlich und der emſigſte. Der Grundzug des Charac— ters bei Beiden war aber ſo gut, daß all die kleinen Qualen des Neids und der Eiferſucht durch das Vorwal⸗ ten edlerer und wohlwollenderer Geſinnungen unterdrückt wurden. Eines Abends las Roſette dem Großvater die Be— ſchreibung eines Eichhorn-Kakerlaken vor, und die Schnee⸗ weiße des Thierchens mit den rothen Augen und dem Federſchweif gefiel ihrer Einbildungskraft ausnehmend und ſie wünſchte ſich nur einmal ein ſolches zu ſehen. Pierre ſagte Nichts, aber nicht lange nachher, als ſie eines Tages nach Tiſche Trauben aſſen, ſprang ein weißes Eichhörn— chen auf den Tiſch, hüpfte von Schulter zu Schulter, und ſetzte ſich endlich mit einer Traube in den Vorder— pfoten nieder. Roſetten entfuhr ein Ausruf der Ueber⸗ raſchung.„Iſt es lebendig?“ fragte ſie. „Seht Ihr nicht, daß es lebt?“ verſetzte Pierre; „ruft nur einmal den Hund, und ſeht, was er davon denkt!“ „Jenun,“ gab ſie lächelnd zur Antwort,„wir haben hier ſo viele Sachen, welche lebendig ſcheinen und doch nicht leben! Florian lobte den ſchönen Automate ſehr, ärgerte ſich aber einigermaßen, daß er nicht ſelbſt das hübſche Thierchen nachgeahmt habe, für welches das Mädchen 4— 206— 8 N 3 auf die Straße hinaus und floh wie ein Verrückter in die Berge. N 1 ee 8 K 1* 4 0* ein ſolches Intereſſe an den Tag gelegt. Roſettens Lieb⸗ lingskanarienvogel war am Tag zuvor mit Tod abgegan⸗ gen, und ſein Auge ſtreifte zufallig den leeren Käfig über dem Blumenſtänder. Ich will ihr auch ein Vergnügen machen, dachte er: Einige Wochen ſpäter ließen ſich lieb⸗ liche Tone aus dem Käfige hören, ganz ſo wie der Ka⸗ narienvogel früher geſungen, und als das Mädchen er— ſtaunt hinaufblickte, ſah es den lieben Vogel ſo lebhaft als je auf ſeinem Stängchen herumhüpfen, am Zucker naſchen und ſich die Federn putzen.“ Florian lächelte und ſagte:„Iſt er ſo lebendig wie Pierre's Eichhorn?⸗ Der Wiederkehr des nächſten Geburtstages ſahen beide Freunde mit Spannung und Ungeduld entgegen, und ſelbſt der alte Mann fand großes Vergnügen an dem Wetteifer ſeiner Schüler, den er dem Wettlaufe zweier edlen Pferde vergleichen konnte. Pierre war von Roſettens Aeußerung, daß ſie den goldenen Apfel für Florian's Arbeit gehalten, ſo angeregt worden, daß er noch ein eleganteres und ſinnreicheres Kunſtſtück zu Wege gebracht hatte, als ſeine früheren. Es war ein Barometer, zu deſſen beiden Seiten zwei Ritter in ſilberner Rüſtung, welche in ihre Häuschen traten, wenn es regnete, und bei'm Sonnen⸗ ſchein wieder herauskamen. Oben auf dem Barometer war ein kleiner ſilberner Korb angebracht, ven überaus feiner Arbeit, und angefüllt mit Blumen, welche ſich bei feuchtem Wetter ſchließen. Wenn die Ritter in ihre Häu⸗ ſer traten, ſchloſſen dieſe Blumen ihre emaillirten Kelche, und breiteten ſie wieder aus, ſobald die Ritter wieder zum Vorſchein kamen. f Florian brachte einen ſilbernen Streitwagen mit zwei flüchtigen ſchön gemodelten Roſſen zum Vorſchein. Ein drehbarer Kreis in einem der Rader zeigte, auf welchen Tagen der Woche jeder Monats tag das ganze Jahr hindurch fiel. Ueber jedem Monat war das ihm zukommende Zei⸗ chen des Thierkreiſes angebracht, ſehr ſchön in ſcharlach⸗ rothem, grünem goldenen Schmelz ausgeführt. Um zehn Uhr kam eine junge Mädchengeſtalt in Roſettens gewöhn⸗ licher Kleidung, und ihr an Wuchs und Zügen ähnlich, langſam hinter dem Rade herauf, und zu gleicher Zeit er⸗ hoben ſich die drei Grazien im Wagen und hielten Blu⸗ mengewinde über ſie. Aus der Achſe des Wagens aber kam ein junger Mann in Florian's Kleidung hervor, kniete vor Roſetten nieder und überreichte ihr eine Roſe.— Dieſes Kunſtwerk war als ganzes ſo ſchön und in ſeinen Einzelnheiten ſo vollendet, daß Pierre die Fauſt vor Wuth ballte, bis ihm die Fingernägel tief in's Fleiſch drangen, ſo ſehr er auch ſeinen Groll über ſeine Niederlage in Be⸗ ziehung auf Geſchicklichkeit zu verbergen ſuchte. Wäre er nur eine Stunde allein geweſen, ſo wäre Alles wieder in's Geleiſe gekommen; als er aber mit Florian auf den Vor⸗ platz hinaustrat, ſah er wie dieſer Roſetten einen trium⸗ phirenden Blick und eine Kußhand zuwarf, welche ſie mit einem beſcheidenen, aber bedeutſamen Blicke erwiderte. Unglücklicherweiſe hielt er ſo eben einen mit Juwelen be⸗ ſetzten Dolch von türkiſcher Arbeit in der Hand, welchen ihm Antoine Breguet gegeben, um ihn in das dazu ge⸗ hörige Käſtchen zu legen, welches noch im Atelier ſtand. Doppelt getäuſcht in ſeinen Erwartungen des Ehrgeizes und der Liebe, durchbrachen nun bei ihm die ſo muͤhſam zurückgehaltenen Gefühle der Leidenſchaft plötzlich die Schranken, wie ein Blitz ſtürzte er ſich auf ſeinen glück- licheren Nebenbuhler, und ſtieß ihm den Dolch in die Bruſt. Nun aber erſchrack er erſt über Das, was er gethan, ſtürzte voll Schreck bei dem Gedanken an Roſettens Verzweiflung Ein Jahr verging, ohne daß man das Mindeſte von Pierre vernommen hätte. An Roſettens Geburtstag ſaß der hochbejahrte Großvater am offenen Fenſter und ſonnte ſich, als auf einmal Pierre Berthoud blaß und verſtört in's Zimmer trat. Er war nur noch ein Schatten ſeiner früheren Erſcheinung, ſo daß ihn ſelbſt ſein Meiſter nicht eher erkannte, als bis er ſich ihm zu Füßen geworfen und ausgerufen:„Vergebt mir, Vater; ich bin Pierre!“ Der Alte ſchrack heftig zufammen und barg ſein An⸗ geſicht in den zitternden Handen.„Ha, Du Verbrecher!“ rief er ihm entgegen,„wie kannſt Du wagen, dieſe Schwelle noch einmal zu betreten mit einem Mord auf Deiner Seele?“ „Einem Mord?, rief Pierre mit ſo gewaltig tiefer und deutlicher Stimme, daß dem Greis das Blut in den Adern zu gefrieren drohte.„Iſt er alſo, tödte'⸗ hab' ich den herrlichen Jüngling erſchlagen, den ich ſo ſehr liebte 2 Er ſtürzte zu Boden auf ſein Angeſicht, und die Klage, die ſeiner breiten Bruſt entſtieg, war wie ein Erdbeben, das Bäume bei den Wurzeln ausriß. 1 N Der alte Breguet war tief bewegt, und Thränen rannen über ſeine gefurchten Wangen.„Stehe auf, mein Sohn, und entflieh' ehe die Häſcher kommen, um Dich zu verhaften!“ rief er. 1. l „Laßt ſie kommen!“ verſetzte Pierre düſter;„wofür ſollte ich noch länger leben?“ dann erhob er das Geſicht vom Boden und fragte zögernd und furchtſam:„Wo iſt denn Roſette, Vater Breguet?“ 1 nncdun Der Alte verhüllte von Neuem ſein Antlitz und rief ſchluchzend:„Sie iſt bei Florian! Ich werde ſie niemals wiederſehen, meine Augen werden ſich nie wieder an ihren unſchuldigen Zügen weiden!..“ So blieb er eine lange Zeit, und der reuige Mörder hielt ſeine Kniee weinend umfaßt, und erflehte ſeine Vergebung. Endlich trat die Wirthſchafterin herein, eine Frau, welche Pierre ſchon von Jugend auf gekannt und geliebt hatte. Als ihre erſte Betroffenheit gewichen war, ver⸗ ſprach ſie ſeine Rückkehr geheim zu halten, und beredete ihn hinaufzugehen auf den Dachboden und ſeine allzu aufgeregten Gefühle zur Ruhe zu bringen. Im Verlauf des Tages erzählte ſie ihm, wie Florian an ſeiner Wunde geſtorben, und wie ſich Roſetten in ſtillem Trübſal ver⸗ zehrt habe, wie ſie oft mit dem Faden in der Hand ge⸗ dankenlos am Spinnrädchen geſeſſen, als wüßte ſie gar nicht, wo ſie ſich befand. Die ganze Nacht hindurch konnte der Unglückliche kein Auge ſchließen: Trugbilder der Ver⸗ gangenheit umgaukelten ihn, und Gewiſſensbiſſ nagten an ſeiner Seele. In der tiefen Stille der Mitternacht wähnte er die Stimme des tiefbekümmerten Greiſes zu hören, wie er ſchmerzlich ausrief:„Ich werde ſie nie wiederſehen!“ Er betete ernſtlich zu Gott um ſeinen Tod; allein plötzlich fuhr ihm dann ein Gedanke durch den Kopf, der ſeinen Lebensdrang wieder erweckte. Von ſeinem neuen Vorhaben erfüllt, ſtand er frühe auf und ſuchte ſeinen guten alten Meiſter auf. Vor ihm in die Kniee ſinkend rief er:„O ſagt mir, daß Ihr mir vergebt, Meiſter! Ich bitt' Euch flehentlich, gebt meinem tief bekümmerten Ge⸗ müthe nur dieſen einzigen Troſtſtrahl in ſeine düſtere Nacht. Glaubt mir, ich wäre lieber ſelbſt geſtorben, als daß ich ihn erſchlagen hätte; aber die Natur gab mir ſo heftige Leidenſchaften! O vergib mir, o Gott, daß ſie ſo heftig waren, Du allein weißt ja, wie ich bereut, wie ich gebüßt habe! Ach, warum brachen ſie in jenem verhängnißvollen Augenblicke los, und tödteten jene Beiden, die mir das uc Ar in die Mindeſte von artstag ſaß und ſonnte ind verſtoͤrt ten ſei Meiſter— en geworfen din Pierre!“ ig ſein An⸗ Verbrecher! eſe Schwelle mer Seele 2, waltig tiefer Blut in den t. dat“ ich ehr lieble 2% d die Klage, u Erdbeben, und Tera de auf, weit um Dich zu ſtet;„woſür das Geſicht :„Wo iſt lit und rief t ſie niemals der an ten tt tine lang. iner weinend eint Frau, t und geliebt n war, ver⸗ und betedete b ſeine alzu an Verlauf berer Wunde Tuubſal ver. er Hand ge⸗ rüßte ſie gat urch kenne ker der Ver⸗ biſſe nagten T Muterracht 1 Ottiſes zu went ſi mie einen Tod; 10 ben Korf, — 207— Theuerſte waren auf Erden! O könnt Ihr mir nicht ſagen, daß Ihr mir vergebt, Vater 24 f „O ja, mein armer Sohn! ich vergebe Dir und ſegne Dich! erwiderte der Alte mit bebender Stimme und legte ſeine Rechte ſegnend und liebevoll auf Pierre's Haupt. „Auch ich brauche Vergebung. Ich that Unrecht, zwei edle Naturen in Wettelfer und Neid zu verſetzen. Aechte wahre Liebe zum Schönen um ſeiner ſelbſt willen, iſt der einzige geſunde Sporn, um Schönes hervorzubrin⸗ gen. Der Trieb der Mitbewerbung, des Wettkampfs zog Dich aus Deiner ſtillen Sphäre und brachte Dich in eine falſche Stellung. In großartigen Schöpfungen und Werken von Dauer und Kraft hatteſt Du ſtets Florian überragt, wie er Dich an Zierlichkeit und Anmuth ſeiner Schöpfun⸗ gen übertraf. Als Du aber ſtrebteſt, Dir ſeine Gaben anzueignen, verlorſt Du die Deinigen, ohne ihn zu er⸗ reichen. Ein Jeder im natürlichen Kreiſe ſeines eigenen Talents und Alles in Harmonie,— das iſt die wahre Ordnung, mein Sohn, welche zu verletzen ich Dich an— ſpornte. In meinem thörichten Stolze begehrte ich ernſt— lich, einen würdigen weltbekannten Nachfolger für den be— rühmten Antoine Breguet zu bekommen; ich wähnte, Du könnteſt Dir Florian's Gaben noch zu den Deinigen an⸗ eignen, und doch noch charakteriſtiſche Vorzüge behalten. Deßhalb reizte und drängte ich Deinen Verſtand, Scharf⸗ ſinn und Empfindungsgabe auf's Aeußerſte, ohne zu be— denken, daß Dir in dieſem Prozeß das Herz brechen könnte. Vergib mir, o Gottz es war eine zu herbe Prüfung für die arme Menſchennatur! Aber auch Du, mein Sohn, ſollſt mir dieſen aberwitzigen Ehrgeiz vergeben, denn mein Stolz iſt entſetzlich gedemüthigt worden!“ 5 Pierre konnte nicht ſprechen, aber bedeckte des Grei⸗ krampfhaft.—„Laßt mich eine Weile hier verborgen bleiben!“ ſagte er endlich.„Ihr ſollt ſie wiederſehen; nur laßt mir Zeit!“ Als er dem Alten auseinanderſetzte, daß er Roſettens Bild aus dem Gedächtniſſe machen wolle, ſchuͤttelte der bekümmerte Großvater ſeufzend den Kopf und ſagte:„O mein Sohn! die Seele in ihrem Auge und die Anmuth ihrer Bewegungen kann keine Kunſt wie— derherſtellen!“(Schluß folgt.) Bitte an Menſcheufreunde. 8 In der Nacht vom 21. auf den 22. d. M. brach in einer Scheuer dahier Feuer aus, und kaum ſtand dieſe in Flammen, als auch das benachbarte Häuschen eines braven und fleißigen Taglöhners, Namens Heinrich Sommerlad, von denſelben ergriffen und in weniger als einer Stunde in Aſche gelegt wurde. Die armen unglücklichen Leute konnten nur ihre Kuh und mit Gefahr ihres Lebens einiges Bettwerk und ganz wenig an Kleidungsſtücken retten. Den Abgebrannten iſt ſchnelle Hülfe nöthig. Sie ſind dieſer würdig, und wenn wir ſagen, auch ſehr bedürf⸗ tig, ſo dürfen wir nur noch bemerken, daß das Häuschen verſchuldet iſt. Alle Menſchenfreunde bitten wir, der armen Familie eine kleine Unterſtützung gütigſt mittheilen zu wollen. Die Redaction dieſes Blattes, ſowie die Herren Geiſt— lichen, Bürgermeiſter, Lehrer und Andere, werden ſich gewiß der Einſammlung von Liebesgaben gerne unterziehen und dieſe dann an uns gelangen laſſen. Ueber die Verwendung werden wir dann ſpäter Rechen⸗ ſchaft ablegen. Langenhaim am 24. Juni 1850. Kitz, Lehrer. ſes welke Hand mit Küſſen, und umſchloß ſeine Kniee Huth, Bürgermeiſter. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN NN Bekanntmachung. Den Concurs über das Vermögen des Schreinermeiſters Philipp Tremmel von hier betreff. (1016 Der Rubritat bat ſein Zahlungs- uͤnvermögen bei unterfertigter Stelle angezeigt. Es werden daher nunmehr ſämmtliche Credi⸗ toren des Philipp Tremmel andurch vorgeladen im Termin Dienſtag den 16. Juli d. J., Vormittags 9 Uhr, ſo gewiſſer dahier an- und auszuführen als die Ausbleibenden von der vorhandenen Maſſe aus⸗ geſchloſſen werden ſollen. Dag Präcluſin: Decret wird übrigens nur n Gch eröffnet. e den 15. Juni 1850. Landgräfl. Heſſ. Juſtiz⸗ Amt Dr. v. Haupt. Mühlenverpachtung zu Vilbel. (1026) Die dem Großh. Heſſiſchen Fiscus zustehende, an der Nidda zu Vilbel gelegne Mahlmüble, welche mit 4 Gängen verfehen iſt, und wozu Nebengebäude, Stallungen, Scheuer, ein kleines Gärtchen und 233[◻Klafter Wieſen gehören, wird Dienſtag den 6. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Gemeindehauſe zu Vilbel auf 3 Jahre, vom 1. November d. J. an, meiſtbietend verpachtet. Die Bedingungen, unter welchen ſolches ge⸗ ſchleht, werden in dem Verpachtungstermine er⸗ ffnet, ſind aber auch ſchon vorher auf dem Büreau des Unterzeichneten einzuſehen und zu vernehmen. Friedberg den 24. Juni 1850. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Edictalla dung. (1045) ueber den von den Erben ausge⸗ ſchlagenen Nachlaß der Wittwe des Gr. Phyſi katsarztes Dr. Köhler von Bensheim, jetzt zu Friedberg, iſt der Konkurs erkannt worden. An⸗ ſprüche jeder Art ſind deß, alb im Termin Mittwoch den 31. Juli d. J., Morgens 8 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſiv⸗ dekret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier anzuzeigen und zu begründen. In dem Termin ſoll zugleich wegen Geneh⸗ migung der Verſteigerung zweier, zur Maſſe gehörigen Grundſtücke, verfügt und ein Arxran⸗ gement verſucht und im Entſtehungsfalle über die Wahl eines Curators und die Verwaltung der Maſſe verhandelt werden. Gläubiger, welche nicht in Selbſtperſon er⸗ ſcheinen, haben ihre Vertreter mit Specialvoll⸗ machten zu verſehen, gegenfalls ſie als den Be⸗ ſchlüſſen der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger beitretend werden angeſehen werden. Friedberg den 25. Juni 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Edictalladung. (10460 Im Jahre 1823 leiſtete Peter Bou⸗ temp in Frievberg dem hieſigen Hospitalfond, resp. der geiſtlichen Stiftungsdeputation als Rechner jenes Fonds eine Caution durch Ver⸗ pfändung mehrerer Grundſtücke im Werthe von 1057 fl. und im Jahre 1843 ſetzte Johannes Breitenbach in Oberwollſtadt der hieſigen Stadt⸗ kirche eine Hofraithe wegen gehöriger Verrich⸗ tung der übernommenen Weißbinderarbeiten un⸗ terpfändlich ein. Beide Cautionen ſind nach vorliegender Anzeige erloſchen, die Urkunden jedoch verloren gegangen. Sollten dritte die— ſelben beſitzen und Anſprüche daraus begründen wollen, ſo iſt dies ſo gewiß binnen 6 Wochen von heute an hier anzuzeigen, als ſonſt, daß kein ſolcher Anſpruch mehr beſtehe, unterſtellt und Löſchung der betreffenden Einträge in den Hypo⸗ thekenbüchern verfügt werden wird. Friedberg den 22. Juni 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Hofraithe-Verkauf. (1047) Wegen eingelegtem Nachgebote ſoll Freitag den 12. d. Mis., Vormittags um 10 Uhr, die in der Hauptſtraße dahier gelegene, zu jedem Geſchäftsbetrieb geeignete Hofraithe des verſtorbenen Kaufmanns Joh Heinr. Fritz, be⸗ ſtebend aus Wohnbaus mit geräumigem Hofe und Brunnen, ſchönen Magazinen und Stallun⸗ gen, einer Waſchküche, einer großen maſſiv von Stein gebauten Scheuer nedſt angrenzendem Garten, ſowie auch 1 Viertel 27 Ruthen Garten in den Liebfrauengärten, öffentlich meiſtbietend, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hieſtgem Rathhaus nochmals verkauft werden. Friedberg den 1. Juli 1850. Det Großh. Heſſ. Buͤrgermeiſter Bender. Schaafpferche Verpachtung. 4018) Freitag den 5. d. M., Vormittags 10 Ubr, werden auf bieſigem Rathhauſe 5 bis 10 Schaaſpferche öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 1. Juli 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits Verſteigerung. (109) Mittwoch den 9. Juli l. J., des Mittags 12 Uhr, ſollen in dem Gaſthaus zum Löwen in Niedermörlen nachſtehende Arbeiten an die Wenigſtfordernden in Akkord gegeben werden. Dieſelben ſind vervoranſchlagt: 1) Maurerarbeit 24 fl. 40 kr. 2) Steinhauerarbeit 39„ 54, 3) Schreinerarbeit 16% 24„ 4) Schloſſerarbeit 12,—„ 5) Handarbeit 15— Pläne und Ueberſchläge können bei der Ver⸗ ſteigerung eingeſehen werden. Oſtheim und Nieder mörlen am 30. Juni 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Dey. In Auftrag: C lo tz, Bauaufſeher. Braunkohlenverkauf. (1050) Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß gut ausgetrocknete Braunkohen 1) auf dem Wölfersheimer Bergwerk a) die Klötze gegen Baarzahlung der Ctr. zu 11 kr. auf Credit bis 1. April 1851 12 kr., d) die Holzkohlen der gemeſſene Centner zu 14 kr., 2) auf dem Weckesheimer Bergwerk a) die Klötze gegen Baarzahlung der Ctr. zu 9 kr. auf Credit bis 1. April 1851 10 kr., b) die Holzkohlen der gemeſſene Centner zu 14 kr, zu haben ſind. In Anſehung der Bürgſcheine wird auf die Bekanntmachung der e vom 7. Juni d. J., in Nr. 45 des Intelligenz⸗ blatts, Bezug genommen. Hungen den 29. Juni 1850. Fürſtl. Rentamtmann Kießling. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Anzeige. (1022) Für Bauluſtige ſind in Florſtadt bei Unterzeichnetem 8 eichene und 50 tannene Bau⸗ ſtämme zu verkaufen. ö Jacob Schmidt. Ein brauchbarer Seſſel, (1051) mit Springfedern, gut im Stande, ſteht zu verkaufen bei Mendle Garde in der Judengaſſe. Ein vollſtändiges Logis (1052) iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei Heinrich Möhling. Anzeige. (4053) Unterzeichneter wohnt bei Herrn Apotheker Werner, eine Treppe hoch und iſt täglich Morgens von 9— 11, Nachmittags von 2— 4 Uhr zu ſprechen. Friedberg am 27. Juni 1850. Dr. Mayer, pract. Arzt, Chirurg und Geburtshelfer. Eine große Scheune (105) iſt bidlig zu miethen, und ein Sprung⸗ heerd billig zu kaufen. Näheres bei der Expe⸗ dition d. Bl. N — 208— (707) Die weit und breit rühmlichſt bekannten und bewährten Aechten Ohren⸗ Magnete (a Paar mit Gebrauchs⸗Anweiſung in eleganten Carton verpackt 1 Thlr. Pr. Cour.), welche ein vorzüglich ſchnelles Heilmittel gegen w Purthor aller Art, rheumatiſche Zahn⸗ ſchmerzen, Ohrenreißen und arthörigkeit ſind, ſowie Goldberger's thermo-electrische Fingerringe in allen Größen, (à Stück mit Gebrauchs⸗Anweiſung erſter Qualité 1 Thlr. Pr. Cour. zweiter Qualite 20 Sgr. Pr. Cour.) die mit vielem Nutzen gegen Schreibkrampf, Zittern und Schwäche in den Händen, ſowie zur Stärkung und Kräftigung der Finger- und Handmuskeln und Nerven, ohne jede Unbequemlichkeit getragen werden, ſind bei dem Unterzeichneten ſtets echt und unverfälſcht zu den feſtgeftellten Fabrikpreiſen vorräthig, und werden, als ihrem Zweck vollkommen ent⸗ ſprechend, zur geneigten Abnahme beſtens empfohlen. Friedberg. P. F. Schmittner, nächſt der Burg. Empfehlung. (990) Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß ich wieder eine große Anzahl neuer Möbeln erhalten habe und in den Stand geſetzt bin, dieſelben zu den nachſtehenden äußerſt billigen Preiſen verabfolgen zu laſſen. Die mir zu Theil werdenden geehrten Aufträge werde ich zur vollſtändigſten Zufriedenheit ausführen. Gepolſterte nußbaumne Möbeln, welche mit Federkanten verſehen ſind: ein Kanapee, zweiſitzig, 22, 24 fl. und mehr, „ 15 dreiſitzig, 25, 27, 29 fl. und mehr, eine Causeuse 32, 36, 40 fl. und mehr, ſechs Stühle 32 fl. und mehr, „ Strohſtühle 11 fl. 30 kr., „ Rohrſtüple 15 fl. und mehr. Nußbaumne Möbeln: ein Kommod 14 fl. und mehr, „Pfeilerkomod 9 fl. und mehr, Pfeilerſchrank 12 fl. und mehr, heetiſch 15 fl. und mehr, Zulegetiſch 12 fl. und mehr, Wachstuchtiſch 3 fl. und mehr, Nachttiſch 5 fl. und mehr, Nachtſtuhl 3 fl. und mehr, Bettlade 14 fl. und mehr, Caunitz 44 fl. und mehr, Chiffonniere 34 fl. und mehr, Bücherſchrank 24 fl. und mehr, Klappentiſch 14 fl. und mehr, Arbeitstiſchchen 10 fl. und mehr. In nußbaum⸗ und Eichenholzfarbe lackirte Möbeln: ein einthüriger Kleiderſchrank 9 fl., „ zweithüriger Kleiderſchrank 18 fl., eine Bettlade 6 fl. und mehr, „ Kinderbettlade 3 fl. und mehr, ein Pfeilerſchrank 10 fl. g 0„ mit Waſchtiſch und Spiegel 15 fl., * 1 ohne Spiegel 13 fl., „ Waſchtiſch mit Spiegel 8 fl. 30 kr. u. mehr, „„ ohne Spiegel 7 fl. und mehr, Angeſtrichene Arbeit: ein Küchenſchrank ohne Aufſatz 6 fl. und mehr, „„ mit Glasaufſatz 14 fl. und mehr. Unbeſchlagene Geſtelle für die Herren Tapezierer: ein zweiſitziges Canapé 9 fl. und mehr, „ dreiſißiges Canapé 11 fl. und mehr, S SSS eine Causeuse 15 fl. und mehr, 6 Stühle 15 fl., 18 fl., 20 fl., 24 fl., 28 fl. Gebrauchte Möbeln in gutem Zuſtande ſind ebenfalls bei mir ſtets zu haben. Alle Möbeln werden frei nach Friedberg geliefert. Frankfurt den 15. Juni 1850. Georg Friedrich Strauß, Große Bockenheimergaſſe Nr. 21 und 22, Eck der Kalbächergaſſe. e e (1055) Ein mit den nöthigen Vorkenntniſſen verſehener junger Menſch von braven Eltern kann unter vortheilhaften Bedingungen in einer hieſigen Handlung in die Lehre treten. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Ein Lehrling (1056) wird geſucht von Martin Philippi, Conditor. A n firalgſeg (1037) Kann wohl der Herr Beigeordnete Schmidt von Wiſſelsheim für die Folge den Dienſt als Polizeibeamter begleiten, da derſelbe, anſtatt über die polizeiliche Ordnung wachſam zu ſein, in Gemeinſchaft ſeiner Frau ſelbſt auf fremdes Eigenthum(einen Kleeacker) gegangen und in Correſpondenz eines Taglöhners zwei Läſte und einen Schiebkarren voll Klee unbefugter Weiſe ſich zueignete. 5 Aödchen den 29. Juni 1850. Literariſche Anzeige. Einladung zur Subſeription. (1058) Auf die jetzt wöchentlich ein⸗ mal in meinem Verlage erſcheinende Nauheimer Kur⸗ und Badcliſte, Subſcriptionspreis für den ganzen Som— mer fl. 1—, werden noch Subſcrip⸗ tionen angenommen. Friedberg im Juni 1850. f C. Bindernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. E — . —— P ˙ù˙ ˙ AX