Igntelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. richtet: kirche: tkirche: gkirche: Rrche: 1 8 1— ein . 31. Mittwoch den I. Mai 18530. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Geſchehener Anzeige zu Folge ſoll dem§. 4 der Ver⸗ ordnung vom 16. März 1847, Regierungsblatt Nr. 12, dahin lautend: „Sämmtlichen Agenten zur Vermittelung des Trans— ports von Auswanderern iſt ſtreng unterſagt, zu Auswanderungen anzuwerben; ſie dürfen zu dem Ende namentlich weder ſelbſt im Lande umherreiſen, noch andere Perſonen abſenden,“ öfters zuwidergehandelt werden. Indem wir Sie hierauf aufmerkſam machen, erwarten wir, daß Sie in allenfalls vorkommenden Fällen gedachte Verordnung ſtrengſtens befolgen, und nach Befund hierher Anzeige machen. Friedberg am 25. April 1850. Ouvrier. Bekanntmachung. Der auf den 20. Mai d. J. im Landkalender einge⸗ tragene Wölfersheimer Vieh- und Krämermarkt, ſoll, da dieſer Tag auf den zweiten Pfingſttag fällt, an dieſem Tage nicht, vielmehr Donnerſtag den 2. Mai d. J. abgehalten werden. Die Gr. Bürgermeiſter werden dieſes veröffentlichen. Friedberg am 23. April 1850. Großh. Heſſ. Regierungscommiſſion. Du dir Per, 0 Der corſiſche Dolch. (Fortſetzung.) Giuſeppe Roballini fuhr auf wie aus einem Traume, dann verſank er wieder in ſein finſtres Brüten.„Ach, Du biſt's, Antonio!, ſagte er endlich mit traurigem Tone, „was führt Dich in dies Haus, welches mehr Todte als Lebende zählt?⸗ 5 „Ich wollte Euch ein fröhliches Feſt wünſchen, Onkel Giuſeppe,“ antwortete der junge Burſche,—„und dann..“ Antonio vollendete den Satz nicht, aber man errieth aus ſeinem verlegenen Aeußern und der Art, mit der er ſeine Mütze wie einen Roſenkranz in den Fingern drehte, daß gerade im Ende der angefangenen Phraſe der Zweck ſeines Beſuchs verborgen lag. „Da, wo man ſo viele leere Plätze erblickt, gibt es kein fröhliches Feſt mehr, Antonio,“ ſagte der Greis, und ſein Auge überlief trübſinnig den mit den ſechs Gedecken beſetzten Tiſch. „Aber weßhalb entfernt Ihr, trotz der Bitten Eurer Tochter, dieſe traurigen Erinnerungszeichen an Euer Un— glück nicht e „So iſt es denn wahr, Antonio?“ ſchrie Roballini, indem er ſich erhob,„daß Du von Deiner Mutter genue⸗ ſiſches Blut in den Adern haſt? Corpo di Bacco, ich glaube es beinahe; denn ſonſt würdeſt Du mich nicht fra⸗ gen, weßhalb ich die ſechs Gedecken auf den Tiſch legen laſſe. Weißſt Du nicht, daß ich auf dem Boden von jeder dieſer Schüſſeln einen Blutstropfen ſehe, in welchem das Geſicht meines Feindes ſich ſpiegelt; denn es iſt das Blut meiner Söhne. Verdammt will ich ſeyn, wenn ich jemals meine Rache vergeſſe. Aber freilich, ich bin alt und ſchwach,“ fuhr der Greis mit tiefer Niedergeſchlagenheit fort;„geſtern hatte ich nicht einmal Kraft genug, meine Flinte erheben zu können!“ „Ihr wißt, Oukel Giuſeppe, was ich Euch geſagt habe,“ entgegnete Antonio, und näherte ſich Roballini. Der Letztere machte ein Geberde der Ungeduld und zog ſich nach dem Hintergrunde des Saales zurück, um ſich zu verſichern, ob Angeluccia ſich noch dort befinde. Das junge Mädchen hatte ſich ruhig verhalten, und es ſchien, als ob ſie von Dem, was um ſie vorgegangen war, nichts verſtanden hätte. Trotzdem hätte ein auf— merkſamer Beobachter bemerken können, daß ihre Hände zitterten, als ſie fuͤr ihren Vater das Fruchtkörbchen füllte, das ihm zum Deſſert dienen ſollte. „Figlia, ſteig in Deine Kammer hinauf und zieh Dich zur Veſper an,“ ſagte Giuſeppe Roballini, zu An— geluccia gewendet. „Und wer wird bei Euerm Eſſen aufwarten, Vater?“ fragte das Mädchen. „Die Magd wird heute Deinen Platz ausfüllen; ich habe mit Nachbar Antonio etwas abzumachen, wobei Weiber überflüſſig ſind.⸗ — 136— Angeluccia that drei bis vier Schritte nach der Kammer hin, wie wenn ſie ungern wegginge, dann, nach⸗ dem ſie Antonio noch einen langen vielſagenden Blick zu⸗ geworfen, verließ ſie das Zimmer. Die Thür aber blieb nach innen zu offen. „Antonio,“ ſagte Roballini, nachdem er ſich verſichert, daß ſeine Tochter ſich entfernt habe,„wie oft ſoll ich es Dir wiederholen, daß ich bei'm Gedächtniß meines Vaters geſchworen habe, Niemand als ich ſolle unter dem Dache wohnen, ehe der Moͤrder der letzten Roballini mit ſeinem Angeſichte im Staube liegt! Wer weiß, was ſich noch ereignen kann! Der Kampf mit dieſem Feinde iſt gefähr— lich, aber ich will lieber ſehen, daß Angeluccia über ihren Verlobten, als daß ſie über ihren Mann weint. Außerdem,“ fügte der Greis mit einem tiefen Seufzer hinzu,„bin ich entſchloſſen, ſie auf das Feſtland zu ſenden.“ „Was! Eure Tochter, Euer einziges Kind fern von Euch?“ ſchrie Antonio auf;„habt Ihr denn gar kein Ge— fühl, Onkel Giuſeppe?“ a „Ich habe gerade ſo viel Gefühl, daß mich zuweilen die Furcht überkommt, über die Trennung von ihr den Verſtand zu verlieren,“ ſagte der unglückliche Vater, indem er ſich mit der Hand über die Stirn fuhr—„Aber's iſt eine Nothwendigkeit...“ „Eine Nothwendigkeit, daß Ihr Euch Eurer Tochter beraubt? Jeſus Maria, was wolltet Ihr anfangen, allein in Eurem alten Hauſe hier? Wie wollt Ihr die langen Nächte und die ſchweigſamen Tage verbringen? Ach, Onkel Giuſeppe, Ihr werdet dieß nicht thun,— werdet es aus Liebe zu Euch ſelbſt nicht thun...“ „Und vielleicht wohl auch wegen der Liebe eines an⸗ deren Jemand nicht; he, nicht ſo, Antonio?“ ſagt Robal⸗ lini mit einem halben Lächeln auf den Lippen; denn trotz der trüben Gedanken, die ſeinen Geiſt umdüſterten, konnte der Greis gegen die treue, anſpruchsloſe und ergebene Anhänglichkeit nicht gleichgiltig bleiben, welche der arme Antonio nun ſeit zwei Jahren Angeluccia bewies. „So glaubt Ihr alſo, daß Eure Tochter einwilligen wird, ſich vom Vater zu trennen?“ fragte der junge Corſe erröthend; denn die Worte Giuſeppe's ließen ſein Herz mit beſchleunigtem Pulſe ſchlagen. „Sie wird wohl müſſen,“ antwortete der alte Ro⸗ ballini.„Und iſt es nicht vorzuziehen, daß man ſein Kind hundert Meilen weit von ſich, aber am Leben hat, als daß man es hier in der Nähe, in den Schluchten von Santa⸗Anna todt liegen weiß?“ Antonio erblaßte, ſeine Lippen zogen ſich zuſammen, ſeine Augen ſchienen Feuer zu ſprühen.„So will Pietro Santo auch Angeluccia an's Leben?“ ſchrie er, und ſeine Hand fuhr nach dem Griffe des Dolches, den er im Gür⸗ tel trug. „Ich allein kenne alle meine Leiden,„murmelte Giu⸗ ſeppe Roballini,„aber weßhalb davon ſprechen? Es gibt auch andere Hinderniſſe Deiner Heirath, Antonio. Ange— luccia bekommt keine Mitgift, und Dein Vater iſt ein Geizhals... Meine Tochter ſoll dem nicht ausgeſetzt ſeyn, daß er ihr Vorwürfe macht,— verſtehſt Du?“ „Wer ſollte es wagen, der Frau Antonio's Vor⸗ würfe zu machen?“ rief Antonio, indem er ſtolz und trotzig das Haupt erhob.„Und außerdem findet mein Vater ſelbſt, daß Eure Tochter ihrem Vermögen nach eine fur uns hinreichend gute Parthie iſt.“ „O ja„, ſagte Roballini mit einer duͤſtern Ironie. „Dein Vater hat ſich die Erbſchaft ausgerechnet, welche uns der Tod gelaſſen; aber ein Anderer hat dieſe Rech—⸗ nung vor ihm gemacht,“ fügte er mit dumpfem ingrim⸗ migem Tone hinzu. Dann verſank er wieder in ſein fin⸗ ſteres Bruten. Antonio wagte es nicht, ſich den Sinn der letzten Worte des Greiſes erklären zu laſſen. Indeß, als das Stillſchweigen noch eine Weile gewährt hatte, entſchloß er ſich, es zu brechen. 5 „So verſprecht mir wenigſtens, daß Eure Tochter nicht abreiſen ſoll.“ „Meine Tochter reist ab.“ In dieſem Augenblicke ſetzte die Magd das Eſſen auf den Tiſch. Giuſeppe Roballini näherte ſich demſelben langſam, nahm feierlich die Mütze ab und begann dann eine Art Pſalm halb zu ſprechen, halb nach einer klagen— den Melodie zu ſingen, in welchem das Wort Figli(Söhne) in jeder Strophe vorkam. Antonio, der weder zu bleiben, noch durch ein lautes Lebewohl dieſe Scene des väter— lichen Schmerzes zu unterbrechen wagte, zog ſich in trau— rigem Schweigen zurück. Nicht weit von der Thüre, die, wie erzählt, offen geblieben war, traf der junge Mann Angeluccia. Sie zeigte mit dem Daumen nach einem klei⸗ nen, an das Haus anſtoßenden Garten, wo ſie ihn treffen wolle. „Antonio,“ ſagte ſie,„ich thue damit etwas, was vielleicht noch nie ein Mädchen von unſrer Familie gethan hat, und ich bin ſicher, daß dieſe Handlung Dich von mir übel denken laſſen wird.“ „Du ſtehſt in meiner Achtung zu hoch, als daß Du darin jemals ſinken könnteſt,“ entgegnete der junge Mann, der kaum ſeine Freude zu bemeiſtern vermochte; denn zum erſten Male ſollte er ſich mit der, welche er liebte, allein befinden. „Ich habe Alles gehört, was mein Vater zu Dir ſagte,“ fuhr das junge Mädchen fort. „Aber weißſt Du auch, daß er mir alle Hoffnung genommen?- „Mein armer Vater!“ „Nenne ihn lieber grauſam, Angeluccia;— er iſt es nicht bloß gegen mich, ſondern auch gegen ſein eigen Fleiſch und Blut, ja gegen ſich ſelbſt. Er will Dich weg— thun,— weit von hier, und bei ſeinem Alter iſt keine Ausſicht, daß er Dich wiederſieht.“ g „Du darfſt meinen Vater nicht ſo ſchwer anklagen, Autonio; wenn ich mich entſchloß, Dich hier insgeheim zu ſprechen, ſo geſchah es in der Abſicht, ihn bei Dir zu vertheidigen. Ach, Du kennſt unſer ganzes Ungluͤck noch nicht; weißſt noch nicht, daß Pietro Santo, nicht zufrieden, meine Brüder ermordet zu haben, auch mich mit ſeinen Drohungen verfolgt, und daß ich's nur den größten Geld— opfern meines Vaters verdanke, wenn ich noch am Leben bin. Dreimal ſchon hat er die von dem Banditen gefor— derte Summe an den von ihm beſtimmten Orte getragen, und nun iſt ihm nichts übrig geblieben, als meine geringe Mitgift, und ſchon iſt der Tag nicht mehr fern, wo Santo kommen und Geld fordern wird.“ „Und was wird Dein Vater thun, Angeluccia?“ fragte der junge Corſe, deſſen Züge bei der Erzählung ſeiner Geliebten nach und nach einen immer erregteren Aus— druck annahmen. „Er wird ihm mein Mitgift geben, da wir keinen anderen Verwandten mehr haben,“ antwortete das Mäd— chen, mit beſonderem Nachdruck die letzten Worte beto— nend und ihren Geliebten mit einem ſonderbaren Blicke anſehend. „Was wird Euch dann bleiben?“ „Nichts;— wenn ich es nämlich geſchehen laſſe, daß mein armer Vater das Brod, das er für die wenigen ihm noch übrigen Jahre bedarf, Anderen gibt..... Aber ich werde dieß nicht zugeben!“ f „Was willſt Du thun?“ fragte Antonio zitternd; n auf ſelben da dann lagen; ohne) eiben, väter⸗ trau⸗ „ die, Mann m llei⸗ treffen was ethan u mir aß Du Mann, u zum allein . nr fnung et iſt eigen h weg⸗ feine klagen, eim zu Dir zu K noch neden, ſeinen Geld⸗ Leben gefor⸗ ragen, geringe Santo cia? ihlung 1 Aus⸗ keinen Mäd⸗ e beto⸗ Blicle se, daß 1 ihm ber ich ſternd: — 137— denn er glaubte zu errathen, was der Plan des Mäd— chens ſey. „Ich werde gehen und mich dem Dolche Santo's darbieten,“ entgegnete Angeluccia entſchloſſen. „Aber er wird Dich umbringen,“ ſchrie Antonio; „lieber hundertmal nach dem Feſtlande reiſen.“ „Ja, und mein Vater würde dann ohne ſeine Nache ſterben, und das Blut meiner Brüder würde unabgewaſchen bleiben!“ rief das junge Mädchen mit einer wilden Energie aus.„Dann, wenn man in Sartena ſagen wird, daß Angeluccia, die ſich ſogar die Kluge nennen hörte, daß die einzige Tochter des alten Onkel Giuſeppe, die Schwe— ſter der fünf ermordeten Roballini, auch getödtet iſt, dann wird ſich wohl ein Mann von Herz finden, welcher zu Ehren des Opfers eine Kugel abzufeuern oder einen Dolchſtoß zu führen wagt!“ Antonio verſtand das junge Mädchen: ſie war in dieſem Augenblicke von einer furchtbaren, ſchrecklichen er bereit wäre, Dich zu vertheidigen,“ rief Antonio, er— griffen von dieſer hohen kindlichen Liebe Angeluccia's; „würdeſt Du ihm nach vollbrachtem Werke ſagen, daß Du ihn liebteſt?⸗ „Gottes Tod! ich würde ſeine Frau werden,“ ent— gegnete das Mädchen erröthend. „Und wenn er unterginge bei Deiner Vertheidigung? fragte Antonio, deſſen Geſichtszüge düſter und traurig geworden waren. Was würdeſt Du dann thun? Ange— luccia? „Dann würde mir gerade ſo viel Geld übrig bleiben, um in ein Kloſter gehen zu können und dort zu ſterben!“ war die augenblickliche Antwort des jungen Mädchens. „Ich glaube Deinen Worten, Angeluccia! Lebe wohl! — Horch da läuten die Glocken von Santa Anna zur Veſper, geh' in die Kirche und bete für mich.“ „Möge Gott Dich behüten, daß Du die Seelen meiner Brüder beruhigſt!“ antwortete das Mädchen, ſich Schönheit. bekreuzend und ſie trennten ſich. „Und wenn dieſer Mann jetzt ſchon gefunden, wenn (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. NN NN Edicetalladung⸗ Betr. den Nachlaß der Wittwe des Johannes John von Londorf. (5300 Der rubricirte Nachlaß iſt nach dem vorliegenden Inventar überſchuldet und es ha— ben die Curatoren der minorennen Kinder der Verſtorbenen die ihren Curanden angefallene Erbſchaft ausgeſchlagen, reſp. ſich von dem Nach⸗ laß losgeſagt. Zur Anmeldung etwaiger, noch nicht zur An⸗ zeige gekommener Forderungen, ſo wie zum Ver⸗ ſuch eines Arrangements wird Termin auf Donnerſtag den 23. 7.— d. J., Vormittags hr, unter dem Anhange anberaumt, daß unbekannte Forderungen bei Vertheilung der Maſſe keine Berückſichtigung finden könnten, die nichterſchei⸗ nenden gerichtsbekannten Gläubiger aber, als den Beſchlüſſen der erſcheinenden Creditoren ſtillſchweigend beigetreten, betrachtet werden ſollen. Rödelheim, den 6. April 1850 Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gil met. Edietalla dung. (575) Anſprüche aller Art an den Nachlaß des geweſenen Stadthauptmanns Georg Renne⸗ berg von hier, über welchen der förmliche Con⸗ curs erkannt worden iſt, ſind Mittwoch den 26. Juni l. J, Morgens 10 Uhr, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe, dahier anzuzeigen. Die nicht per- ſönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Ver— treter liquidirenden Gläubiger werden an die im Termine zu Stande kommenden Beſchlüſſe jeder Art für gebunden erachtet. Friedberg am 10. April 1850. Großh. Heſſ. Landgericht n Edit algo un g. (623) Ueber das Vermögen des Sattlers und Tapeziers Georg Wilhelm Klein zu Friedberg iſt der Concurs erkannt worden. Anſprüche jeder Art, auch wenn ſie bereits früher angemeldet worden, ſind deshalb im Termin Mittwoch den 26. Juni, Vormittags 8 Uhr, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſiv- decret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe, dahler anzuzeigen und zu begründen. In dem Termin ſoll zugleich ein Arrangement verſucht und im Entſtehungsfalle über die Wahl eines Curators und die Verwaltung der Maſſe verhandelt werden. Gläubiger, welche nicht in Selbſtperſon erſcheinen, haben ihre Vertreter mit Spezialvollmachten zu verſehen, gegenfalls ſie in dieſen Beziehungen als den Beſchlüſſen der Mebrheit der erſcheinenden Gläubiger bei— tretend werden angeſehen werden Friedberg den 10. April 1850 Großh. Heſſ. Landgericht daſ. IA, d. W. bbs, Edietalladung (624) Die bedeutend überſchuldete Erbſchaft der verſtorbenen Ehefrau des nach Amerika aus— gewanderten Reviſors Schlotzhauer dahier, iſt von deren Erben unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden und werden dem— nach ſowohl bekannte als unbekannte Gläubiger der Reviſor Schlotzhauers Ehefrau zur Anmel— dung ihrer Forderungen, ſowie zum Verſuch eines gütlichen Arrangements auf Donnerſtag den 30. Mai d. J, Morgens 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheil anher vorgeladen, daß die Nichterſcheinenden bei Regulirung dieſer Erbſchaftsangelegenheit unberückſichtigt bleiben. Nidda den 10. April 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Katkrein. reg (629) Mittwoch den 8. Mai l. J, ſollen 150 Centner Loh, auf dem Bureau des Unter- zeichneten, meiſtbietend öffentlich verſteigert werden. Obbornhofen den 19. April 1850. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau (630) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. Der Badearzt Hr. Dr. Bode dahier wird etwaige Anfragen in ärztlicher Be— ziehung beantworten; jeder verlangten wund⸗ ärztlichen Hülfeleiſtung wird ſich neben dem Ba⸗— dearzte auch der hieſige Amtswundarzt Herr Bechtold unterziehen. Logisbeſtellungen für das neu erbaute Badehaus ſind an die Soolbade— Inſpection zu richten, die auch jede andere etwa gewünſchte Auskunft bereitwilligſt ertheilen wird. Nauheim den 20. April 1850. Kurfürſtliches Salzamt Hansmann. Avenarius. Oeffentliche Bekanntmachung. (625) Montag den 6. Mai d. J., Morgens 10 Uhr, wird auf dem Rathhauſe zu Okarben eine noch nicht lange erbaute, im beſten Zuſtande befindliche Hofraithe, beſtehend aus zweiſtöckigem Wohnhaus, Scheuer, Stallung und Brennerei nebſt etwas über 100 Morgen dazu gehöriges Gelände unter den alsdann eröffnet werdenden Bedingungen im Zwangswege verſteigert. Der Zuſchlag erfolgt alsbald, und da das Gelände zu dem Vorzüglicheren gehört, ſo bie— tet ſich für einen Oeconomen und Wirth die Gelegenheit zum Erwerbe einer ſchönen Be— ſitzung dar. Großkarben am 6. April 1850. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Schmidt. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (613) Donnerſtag den 2. Mai l. J. ſoll die Kleeerndte an den Böſchungen der Bahn für das Jahr 1850 in den Gemarkungen Fauer⸗ bach II., Friedberg, Bruchenbrücken und Nieder- wöllſtadt und Freitag den 3. Mai l. J. in den Gemarkungen Okarben Kloppenheim und Vilbel loosweiſe an die Meiſtbietenden öffentlich ver⸗ ſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt den 2. Mai l. J. Morgens 8 Uhr an dem Dorheimer Chauſſee- haus und den 3. Mai l. J. an dem 8— übergang nördlich von Okarben. Friedberg den 24. April 1850. Der Gr. peſſ. Bahn ⸗Ingenieur Hochgeſand. Bekanntmachung, Holzverſteigerung in den Großh. Domanialwal— dungen des Reviers Oberrosbach, Forſts Fried berg betreffend. (646) Freitag den 3. Mai d. J. wird das nachverzeichnete Holz, in den Diſtricten Kellerberg, Weſterfeld'ſcherwald und Mainzerhecken, an die Meiſtbietenden öffent⸗ lich verſteigert: 1 Stecken buchen, 55 ½ Stecken birken, 1% Stecken aspen Prügelholz, 17„ birken Stockholz, 1212 Wellen buchen, 6475 Wellen birken, 9294 Wellen aspen c. Reiſerholz, 14 Wagen, 11 Laſte Allerleiholz, 4 Gebund Nutzreisholz. Die Verſteigerung beginnt Morgens 7½ Uhr, auf dem Hauptweg im Kellerberg. Oberrosbach den 24. April 1850. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. Holz ⸗Verſteigerung. (6510 Dienſtag den 7. Mai, Vormittags 9 Ubr anfangend, ſoll in dem Freiherrlich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſelheck nachſtehen⸗ des Holz öffentlich an den Meiſtbietenden, unter den vorher bekannt gemacht werdenden Beding⸗ ungen, verſteigert werden: — 11 Stecken birken Prügelholz, 3„ tannen„ 5275 birken und eichen Wellen, 773 tannene Wellen, 700„ 1 30 Stück Backwellen und 600„ tannene Bohnenſtangen. Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſelheck. Friedberg den 23. April 1850. In Auftrag: FJ a a tz. Verſteigerung. (66˙71) Mittwoch den 1. Mai, Morgens 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaß der verſtorbenen Ehriſtian Eichs Wittwe gehö⸗ renden Mobilien, als: Holz⸗ und Bettwerk, Bet⸗ tung, Kleidungsſtücke, Gold, Silber, Meſſing, Porzellain ꝛc., meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 23. April 1850. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Holz Verſteigerung. (668) Mittwoch den 15. Mai, Morgens 8 Uhr anfangend, werden im Gemeindewald, Diſtrikt Mehrholz: 70 Eichſtämme von 2000 Cubikfuß, 45 Klafter Buchenholz, 10„Eichenholz, 30000 Wellen, an den Meiſtbietenden verſteigert. Pfaffenwiesbach den 21. April 1850. Der Bürgermeiſter Rupp. N ι Privat- Bekanntmachungen. Steigſchillinge (619) Solcher, die nach Amerika auswandern und meine Fahrgelegenheit benutzen, werden unter folgenden Bedingungen gekauft: 1) Daß die Ziele entweder durch den Bür⸗ germeiſter des Orts einkaſſirt, oder koſten⸗ frei an den Käufer ſelbſt geliefert werden. 2) Daß entweder für das erſte und zweite Zahlziehl ein ſolventer Bürge geſtellt wird, oder der Bürgermeiſter des Orts die Bürg⸗ ſchaft übernimmt. Frankfurt a. M. den 15, April 1850. Jo h. Aug. Simeons, Schützenſtraße 11. Annonce. (687) In der Fabrik der Unterzeich⸗ neten können noch 5—6 tüchtige Cigar⸗ renmacher, die mit guten Atteſten ver⸗ ſehen, dauernde Beſchäftigung erhalten. Fröhlich und Fauerbach in Vilbel. Zu Vermiethen. (655) Ein freundliches Zimmer mit Kabinet it zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. Anzeige. (636) Einem geehrten Publicum widme ich die ergebene Anzeige, daß ich ſehr geſchmackvolle Tapeten in den neueſten dessins beſitze. Die Muſterkarte kann auf Verlangen zur Einſicht abgegeben werden; indem ich um zahlreichen Zuſpruch bitte, erlaube ich mir die Bemerkung, daß ich meine geehrten Abnehmer ſtets pünktlich und reell behandeln werde. Friedberg. Joſeph Straus. 3 um Verkaufen. (669) Eine Parthie lindene Schneidbretter für Sattler und Schuhmacher, ſowie 5 bis 6 Centner gutes Heu find zu verkaufen bei P. Fa lck. — 138— Bekanntmachung. Ziegel 9 kr. per tauſend, (670) Auf der von Lersner'ſchen Ziegelhuͤtte Hohl ziegel 4 kr. per Stück, zu Obererlenbach ſind unausgeſetzt nachſtehende Schornſteinklötz 9 fl. per tauſend, Zieglerwaaren, beſter Qualität, vorräthig zu Keſſelſteine 9„„„ haben: Plättcher 9 n„ Ruſſenſteine, gute, 10 fl. per tauſend, Obererlenbach den 27. April 1850. 1 tothe 9g 5 Die Verwaltung: „ Stücker, 6„„ 1 Reinicke. Backſteine Ne„ Agenten (66) für ein ſehr lueratives Geſchäft, welches ſowohl von Geſchäfts⸗ als Privatperſonen in allen Gegenden Deutſchlands betrieben werden und bei entſprechender Thätigkeit bis zu 23000 Gulden Nutzen per Jahr einbringen kann, werden geſucht. Ausgebreitete Bekanntſchaft iſt Haupterforderviß, und werden 33½% pCt. Gewinn garantirt. Frankirte Offerten an A. B. C. in Harburg bei Hamburg. Neu Abonnement auf Meyer's Universum. (Vierzehnter Band.) (671) Feſt, keck, ſcharf in allen Zügen, die Augen trotzig im eigenen Lebensfeuer ſprühend, bald in Blitzſchläge die eigene Gedankenwelt entladend, bald die Außenwelt unter der verſchiedenſten Beleuchtung betrachtet, weiß der Verfaſſer ſeit vierzehn Jahren unter den Gebildeten aller Stände, einen Leſerkreis um ſich zu verſammeln, ſo groß, wie ihn kein Werk dieſer Art jemals gehabt hat. Meper's Univerſum hat jetzt vierzehntauſend Abnehmer. Alle Nachahmungen hat es überdauert, allen Wechſel der Zeit hat es überſtanden; weder Theuerung, noch Cholera, noch Krieg, noch Revolutionen haben ſein Publikum geſchmälert. Wo ein alter Freund des Buchs weniger wurde durch Tod oder Abfall, da traten bald neue dafür ein.— Es weht ein reicher Geiſt aus dieſem Buche Bald tönts heraus wie Hochgeſang, bald wie Prophetenklage, bald gießt es Troſt, Ruhe und Zuverſicht in die Seele, bald glaubt man die Apokalypſe der Geſellſchaft zu leſen. Meyer's Univerſum, der vierzehnte Jahrgang, erſcheint wie bisher, in monat⸗ lichen Lieferungen, von denen 12 einen Jahrgang oder Band ausmachen. Jede Lieferung iſt mit 4 Stahlſtichen geſchmückt, über deren Vortrefflichkeu das kunſtſinnige Publikum längſt entſchieden hat. Der ganze Jahrgang des Univerſums koſtet im Abonnement 2 Thaler 24 Sgr. Kurant oder 4 Gulden 48 Kreuzer rhein. Für ein ſo koſtbar ausgeſtattetes Buch iſt dies wenig. Es iſt weniger, als der Jahrpreis der meiſten Unterhaltungs-Journale, welche man lieſt, vergißt und kaum des Aufhebens werth achtet. Wo aber Meyer's Univerſum in gebildeten Familiencirkeln Eingang gefunden hat, da wird es immer ein Schatz für Unterhaltung und Belehrung, und für Geiſt und Gemüth eine Fundgrube der Kräftigung und Erhebung bleiben. Wir haben bisher die Jahrgänge von Meyer's Univerſum mit paſſenden Ge⸗ ſchenken(Prämien), meiſtens Kunſtblättern von bedeutendem Werthe, begleitet. 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