verrichtet: g. ſtadtlirche: iz Stadtkirche: — Burgkirche: tſch. Burgfirche: 1 ——————— e. — Juli. 28. Juni Die⸗ burg t 521 830 151 530 14030 151 340% axe ud Butzbach 1849. rid Buß berg. bah. Intelligen 3-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 2505 den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 25. Juli 1849. Regierungsblatt⸗Auszüge. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 25 von 1849. 1) Verordnung der proviſoriſchen Eentralgewalt, betreffend das Verbot der Ausfuhr von Munitionsgegenſtänden, Pferden und Schiffs⸗ bauholz nach Dänemark; vom 22. April 1849.(Aus dem Reichsgeſetz⸗ blatt.) 2) Verordnung vom 25. April, die Einführung des Geſetzes über das Verfahren in Aſſiſenſachen und die Bildung der Schwurgerichte in der Provinz Rheinheſſen betr. 3) Bekanntmachung, Veränderungen in der Bezirkseintheilung der Landgerichte Hungen und Lich betr. 4) Bekanntmachung, die Ausfuhr von Pferden betr. 8) Dienſtnachrichten. Am 1. April wurde der Kreisbaumeiſter Gladbach im Baubez. Nidda zum Kreisbaumeiſter im Baubez. Oberingelheim, der Ortseinnehmer Trayſer zu Seligenſtadt zum Ortseinnehmer und Salzmagazinsverwalter zu Beerfelden, der Obercontroleur Clar zu Worms, zum Oriseinnehmer zu Seligenſtadt, der Gehülfe bei der Chauſſeegelderhebe⸗ und Expeditions⸗ elle in dem Zollhauſe vor Worms, Chriſtopyh Röder, zum Diſtricts⸗ ſteuereinnehmer in dem Erheb.⸗D. Bingen ernannt und die Stelle eines Chauſſeegelderhebers auf dem Zollhauſe vor Worms dem geweſ. Lieut. Seriba dahier übertragen; am 7. wurde der Gerichtsacceſſ. Dr. Kroll zu Alzei zum 2. Ergänzungsrichter bei dem Friedensgerichte daſ, ernannt; um 11. wurde der Schulvicar Ploch zu Kölzenhain, Reg⸗Bez. Nidda, die evang. Schullehrerſtelle daſ, dem Schulvicar Jung zu Oberflörs— deim die evang. Schullehrerſtelle zu Vendersheim, Reg.⸗Bez. Mainz und dem Schulbicar Bähr zu Pfeddersheim, Reg.-Bez. Mainz, die 4. evang. Schullehrerſtelle daſ. übertragen; am 14. wurde dem evang. Pfarrer Winter zu Oberbeerbach die evang. Pfarrſtelle zu Fränkiſch⸗Crumbach, Reg.⸗Bez. Dieburg, übertragen. 9) Dienſtentlaſſungen: Am 12. April wurde dem evang. Pfarrer Tewaag zu Kirchlotheim, Reg.-Bez⸗ Ziedenkopf, a. N. von dieſer Pfarrſtelle entlaſſen; am 14. wurde der wang. Pfarrer Lüdeking zu Lehrbach, Reg.-Bez. Alsfeld, auf Nach. uchen von der Pfarrſtelle zu Lehrbach entlaſſen; am 15. wurde de⸗ Phiſicatswundarzt Knispel zu Laubach a. N von ſeiner Stelle entlaſſen. 0) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 15. April der Kanzlei⸗ hiener bei der O.⸗Forſt⸗ u. D.⸗Direction Pfannmüller; am 18. der 1. Lehrer, Rector Schaaf zu Romrod. 11) Erledigt iſt: die Phyſi⸗ (atschirurgenſtelle des Phyſtcatsbezirks Laubach. 12) Geſtorben iſt!: am 6, April der penſionirte Revierförſter Horſt zu Bergheim, Reg.“ Zez. Nidda. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 26 von 1849. 4 10 Verordnungen der proviſoriſchen Centralgewalt: a. Disci⸗ inar⸗Strafordnung für das deutſche Reichsheer, vom 22. April 1849; 1. Einführungsverordnung, betr. die gleichmäßige Behandlung der Dis⸗ cplinarvergehen bei allen im Reichsdienſte befindlichen Truppen; vom 22. April 1849;— 2) Bekanntmachung, Veränderung in der Bezirks⸗ emtheilung der Landgerichte Laubach und Schotten betr.— 3) Con⸗ curtrenz für die Mitprediger⸗ und Mädchenlehrer⸗Stelle zu Zwingen⸗ berg, Reg.⸗Bez. Heppenheim, mit jährl. 597 fl. Gehalt; die evang, Schullehrerſtelle zu Bornheim, R. Bez. Mainz mit jährl. 290 fl. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 27 von 1849. 1) Geſetz vom 2. Mai, die Aufhebung des Lehnverbands betr. 2) Bekanntmachung, die Vergütung der Brandſchäden im Orte Harten⸗ rod, Regierungsbezirks Heppenheim betr.— 3) Dienſt nachrichten. Am 17. April wurde dem Schulvicar Voß zu Bensheint, im Reg.⸗B. Heppenheim, die 8. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragenz am 21. dem 2. Stadtgerichtsdiener Senkenberg dahier die Stelle eines 1. und dem Subſtiſtuten Heyl die Stelle eines 2. Stadtgerichtsdieners bei hieſigem Stadtgerichte ertheilt; am 24. wurde der 2. Ergänzungsrichter bei dem Ir ⸗G. zu Oberingelheim, Gerichtsacceſſiſt Dr. Keller zum Ergänzungs⸗ richter bei dem Fr.⸗G. zu Wöllſtein ernannt; am 21. wurde dem 1. Landgerichtsdiener Schellmann zu Butzbach die Stelle eines 2. Kanz⸗ leidieners bei dem Hofgerichte zu Gießen, ſodann dem 2. Landgerichts⸗ diener Schüler zu Butzbach die eines 1. und dem 2. Landgerichtsdiener Korell zu Biedenkopf die Stelle eines 2. Landgerichtsdieners bei dem Landgerichte zu Butzbach, ferner dem früheren Kreisrathsdiener Gon⸗ dolph zu Bingen die Stelle eines 2. Landgerichtsdieners bei dem Land⸗ gerichte zu Biedenkopf verliehen; am 27, wurde dem Schulvicar Wag⸗ ner zu Malchen, Reg.⸗Bez. Heppenheim, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und dem Schulvicar Daab zu Leuſel, im Reg.⸗Bez. Alsfeld, die daſige evang. Schullehrerſtelle übertragen.— 4) Am 18. April wurde der Rheinſchifffahrts⸗-Commiſſär, Regierungsrath Schmitt zu Mainz als Kreisrath des Landkreiſes Mainz mit Vorbehalt ſeiner ander⸗ weiten Verwendung in den Ruheſtand verſetzt.— Erledigt ſind: die Stelle eines Lehrers an der untern Knaben⸗ und Mädchenſchule(Elemen⸗ tarſchule) zu Gernsheim mit jährl. Gehalte von 333 fl. 43 kr.; die evang. Schullehrerſtelle zu Bechtolsheim, Reg.-Bez. Mainz, mit jährl. Gehalte von 366 fl. ausſchließlich der zu 20 fl. berechneten Heizungs⸗ koſten; die evang Pfarrſtelle zu Kirchlotheim, Reg.⸗Bez. Biedenkopf, mit jährl. Gehalte von 619 fl., wovon jedoch in den erſten 3 Jahren der jährl. Betrag von 75 fl. und für die ſpätere noch unbeſtimmte Zeit der jährl. Betrag von 50 fl. abzugeben iſt.— 6) Geſtorben find: am 24. Marz der penſ. evang. Schullehrer Vollrath zu Grolsheim, Reg.⸗ Bez. Mainz; am 7. April der Förſter La valle auf dem Forſthauſe im Vorholz bei Offenheim, Reg.-Bez. Mainz. a Neiſeſtizzen aus Balifornien, im Frühjahr 1848. Von J. Tyrwhitt Brooks. (Schluß.) Wir haben eine ſchwere, aber nicht ſehr einträgliche Woche überſtanden; drei volle Tage brauchten wir dazu, unſre Vertheidigungswerke zu verſtärken, und es war keine Kleinigkeit, die Baume zu fällen und zu unſeren Palliſa⸗ den zu ſchleppen. Spitze Pfoſten trieben wir in die Erde, legten dann die Stämme langweg dahinter und flochten die leichtern Zweige und das Buſchholz der Bäume in die Zwiſchenräume. Ehe wir jedoch dies Werk anfingen, gin⸗ gen Malcolm und Lacoſſe und der Jager noch einmal aus, — 24 N Phail zu ſuchen, kehrten aber denſelben Abend(Sonn⸗ 0 an unverrichteter Sache zurück. Indeſſen er⸗ holten 5 meine Patienten ziemlich ſchnell, die reine Luft und das mäßige Leben thaten mehr für die Wunden, als ärztliche Hülfe zu leiſten im Stande geweſen wäre. Am Montag hielten wir nochmals eine Berathung, ob ein Erfolg möglich ſei, wenn wir noch eine Partie ausſchicken ſollten, unſern fehlenden Freund zu ſuchen. Nach einigen Hin- und Herregen brach der Jäger allein auf und nahm Proviſion für zwei oder drei Tage mit ſich. Am Mittwoch gingen wir wieder an die Arbeit, gruben und wuſchen, hielten uns jedoch zu den Theilen des Stro⸗ mes und zu den Schluchten, die ſich in der Nähe unſers Lagers befanden. Im Ganzen machten wir übrigens ziem⸗ lich gute Geſchäfte und erbeuteten gewöhnlich per Mann täglich 4 Unzen Goldſtaub. Früh am Mittwoch kam der Fallenſteller wieder, aber ohne eine Spur unſers fehlen⸗ den Kameraden gefunden zu haben. Es war Dounerſtag Abends, wir ſuchten eben nach einer harten Tagesarbeit unſer Lager, als wir nicht wenig durch M'Phails Anblick, den wir ſchon faſt verloren gege— ben, erfreut wurden. Er erſchien in Begleitung von ein paar Indianern, die auf die phantaſtiſche Art nach ſpaniſcher Mode gekleidet waren und ſich den Putz wahrſcheinlich weiter unten im Lande mit Goldſtaub angeſchafft hatten. Man kann ſich denken wie froh wir unſeren Freund em⸗ pfingen, und eine beſondere Kanne Pisco-Punſch wurde zur Feier ſeiner Rückkehr gebraut. Die Abenteuer, die er ſeit ſeiner Trennung von der Geſellſchaft beſtanden, waren bald erzählt. Er hatte ſich an jenem Abend etwas ſeitwärts gewandt, um ſein Pferd in einem kleinem Bache zu tränken, und zu den Spuren zurückgekehrt, vergebens auf die Kameraden gewartet, die er noch immer weiter zurück glaubte. Nachdem er etwa eine halbe Stunde gewartet, kam es ihm vor, als ob ſie vielleicht ſchon an ihm vorbei wären, und er galloppirte ihnen ſeiner Meinung nach in der genauen Richtung nach. Nach einer halben Stunde etwa fand er ſich jedoch voll⸗ kommen verirrt, keine Spur des Lagers, keine Spur ſeiner Kameraden. Er kletterte auf mehrere hohe Hügel, die, wie er hoffte, den Blick über das Bärenflußthal gewähren würden. Alles, was er aber erkennen konnte, war eine Wildniß von Bergen und tiefen Schluchten, zwiſchen denen hier und da ein furchtbares Thal mit Kiefern und Eichen lag. Er verlor in der That ganz ſeine Geiſtesgegenwart, und um ihn noch mehr zu verwirren, ſtolperte ſein Pferd in einem reißend ſchnellen Bergſtrom, den er durchreiten, wollte, und wurde ein Stück weit mit fortgeriſſen, ſo daß er an's Ufer ſchwimmen mußte. Endlich erreichte er mit dem Pferde die andere Uferbank, fand aber, daß er im erſten Schreck ſeine Büchſe hatte fallen laſſen, die rettungs⸗ los verloren war. Als er endlich einſah, daß er an dieſem Abend in der ihm vollkommen fremden Gegend doch nichts weiter vornehmen könne, beſchloß er zu lagern, legte deshalb ruhig ſeinen Kopf auf den Sattel, wickelte ſich in die Decke und ſchlief ohne Abendbrod ein. Als er am Morgen erwachte, war ſein Pferd, das er an einen benachbarten Buſch ge⸗ bunden, in der Nacht fortgegangen. Er folgte der Spur einige Zeit, mußte aber endlich die weitere Nachſuchung aufgeben. An dieſem und dem folgenden Tage ſtreifte er rathlos in dem unfruchtbaren von furchtbaren, oft mehr als hundert Fuß tiefen Schluchten durchriſſenem Lande umher, wo er oft Meilen weit gehen mußte, um nur eine dieſer Felsſpalten zu paſſtren. In der Zeit erging es ihm ſehr traurig. Wohl ſah er viele Trupps von Elenn⸗ thieren, ſie ſprangen aber unbeſchädigt vorbei; er hatte kleine Büchſe! er verſuchte einige eßbare Wurzeln zu finden, doch vergebens, und endlich mußte er Gras und Hollun⸗ dermark kauen. Während dieſer ganzen Periode hatte er ungemein viel auszuſtehen, und wurde auch zuletzt noch ſo krank, daß er endlich nicht mehr auf ſeinen Füßen ſtehen konnte. Am Abend des dritten Tages legte er ſich auf einem gra ſigen Fleck nieder und fiel in eine Art dumpfen Halbſchlafs, aus dem er, wie er feſt glaubte, nur zu ſeinen Todes- zuckungen wieder erwachen würde. Dort wurde er von den beiden Indianern entdeckt, die ihn zum Lager brachten. Sie betrugen ſich mit großer Freundlichkeit gegen ihn, ließen ihn jedoch im Anfang nur ein paar Biſſen von dem getrockneten Fleiſch eſſen, das ſie bei ſich führten, damit er ſich nicht übereſſen ſollte. Als ſich ſein Magen nach und nach an Speiſe wieder gewöhnt, gaben ſie ihm mehr, und nach⸗ dem ſie ihn dieſe und die nächſte Nacht bei ſich behalten, fühlte er ſich hinlänglich wieder hergeſtellt, ſeinen Weg zu uns zurück anzutreten. Die wackern Wilden verſtanden einige Worte ſpaniſch, und er fand ſich endlich im Stande, ihnen den Theil des Landes, den er zu erreichen wünſchte, zu beſchreiben. Sie verſprachen ihn dahin zu fuͤhren und ſagten ihm, daß er dort ſein würde, wenn er einmal ge⸗ ſchlafen hätte. In langſamen Märſchen erreichten ſie end⸗ lich das Bärenflußthal am Abend des zweiten Tages. M' Phail äußerte ſein Erſtaunen, nicht weiter davon ent⸗ fernt geweſen zu ſein. Seinen Führern bewies er übrigens ſeine Dankbarkeit dadurch, daß er ihnen die beiden großen Sattelpiſtolen gab, die er mit ſich von Oregon gebracht, und am nächſten Morgen verließen ſie unſer Lager.“ Von dieſem Zeitpunkt an ſchien ſich Mr. Brooks nach der Küſte zurückzuſehnen. Der reiche Gewinn au Gold, welchen die Geſellſchaft mit ſich führte, mehrte ihre Gefahr. Verſchiedene Pläne, das Gold zu verwerthen, blieben unausgeführt, weil die Habſucht die Gemüther ge⸗ genſeitig ſo entfremdet, daß Einer dem Anderen mißtraute. Endlich ward es am 5. September mit einer Escorte abge⸗ ſchickt, ging aber durch einen Angriff räuberiſcher Mexi⸗ caner groͤßtentheils verloren, wobei Malcolm beinahe das Leben einbüßte.— Sie vertheilten darauf das noch übrige Gold, welches vier Pfund und zwei Unzen auf den Mann ergab, und die Geſellſchaft trennte ſich. Brooks will dem verwundeten Malcolm ärztlichen Beiſtand bringen, und reiſt mit ſeinen geſunden Gefährten nach den Anſiedlungen zurück, wo ſie bereits eine grauenhafte Demoraliſation finden, wo Raub, Mord, Diebſtahl und ſchrankenloſe Hab⸗ und Selbſtſucht ihnen bei jedem Schritte entgegentreten. Malcolm geneſt bald wieder von ſeinen Wunden unter der Pflege einer gutherzigen kaltforniſchen Famille, bleibt aber inzwiſchen noch zurück. In Sutter's Fort trifft Brooks bereits einen furchtbaren Andrang von goldgierigen Einwanderern, erhält aber auch von Sutter genaue Nach— richt über den Räuber, der ſie beſtohlen. Er ſetzt dieſem mit einigen ſeiner Genoſſen nach bis San Francisco, von da nach Monterey, von da in die Wüſte, bis ſie endlich nach mehrwöchentlicher vergeblicher Streife den Plan der weiteren Verfolgung aufgeben müſſen und nach Monterey, zurückkehren. e In Monterey trennt ſich Brooks von ſeinen Gefähr⸗ ten. Er findet die Stadt verödet, die Läden geſchloſſen, die Schiffe, die Häuſer verlaſſen, die Soldaten in Deſertion begriffen. Schon bereitet ſich die fürchterliche Kataſtrophe vor, welche dieſes reiche Land zu ereilen droht, ja in die— ſem Augenblicke wohl ſchon ereilt hat. Halbſchlafs, nen Todes⸗ rde er von r brachten. gegen ihn, n von dem u, damit er ich und nach und nach⸗ 6 beholten, ten Weg zu verſtanden im Stande, u wünſchte, fuhren und einmal ge⸗ ten ſie end, en Tages. davon ent⸗ er übrigen den großen u gebracht, Ager. dr. Brooks ſewinn an nehrte ihre derwerthen, muͤther ge⸗ nmiß traute. scorte abgt⸗ iſcher Men beinahe des noch übrig den Mann 4 will den ungen, un Anſiedlunger moraliſatiot lenloſe Hab igt gentteten. Anden unter l, bleib 0e, tf zoldgierigl⸗ naue Nach ſetzt dieſt cisco, in ſſe endlie 1 Plan dn 0 Moni inen Geftt geſchloſſl 2 Deal dufte, a in d. — 243— Wir empfehlen das ſehr intereſſante leſenswerthe Buch, aus welchem wir obige Auszüge entlehnt haben, all unſeren Leſern. Im Zuſammenhange wird ſein Inhalt, und der reiche Wechſel von Landſchaftsſchilderungen und Abenteuern noch mehr anziehen, als in unſeren fragmen⸗ tariſchen Auszügen, die nur dazu dienen ſollten, den Werth des Buches zu beurkunden. Nun noch einige neuere No⸗ tizen aus dem Goldlande. In Boſton ſind Nachrichten aus San Francisco an⸗ gelangt, welche bis zum 12. Januar gehen. Sie lauten entſetzlich. Der Zudrang der Goldſuchern war ungeheuer, Hunderte von ihnen hatten den Herbſt hindurch die Schiffe gebracht; Lebensmittel waren unſäglich theuer, und die Neuangekommenen konnten oft nicht die Mittel erſchwingen, ſich zu verproviantiren. Dazu kam, daß ſie tief in's Innere reißen mußten, daß alle Transportmittel ſünden⸗ theuer waren, und viele Advokaten ꝛc., welche früher durch Goldſuchen reich geworden waren, nun als Fuhrleute noch mehr und mit weniger Mühe gewonnen, als früher beim Goldwaſchen. Dazu kam der regneriſche Herbſt, der frühe mit Strenge eintretende Winter. Die meiſten Goldſucher erlagen der rauhen ungewohnten Arbeit, ſchlech⸗ ten und dürftigen Nahrung und dem Ungemach des Wet⸗ ters, und Räuberbanden beraubten die hülfloſen Kranken, trieben Wegelagerei, und wer Gold hatte, war ſeines Le⸗ bens keinen Augenblick ſicher. Dazu kam noch die Kunde von dem Goldausfuhr⸗Verbot, von den Bergwerksgeſetzen und den Beſatzungstruppen, welche von den Vereinigten Staaten aus kommen ſollten(und inzwiſchen angelangt ſind). Jeder wollte ſich noch ſo ſchnell wie möglich be⸗ reichern, und ſcheute zu dieſem Behufe kein Verbrechen Auch ſinkt der Werth des Goldes mehr und mehr, währen die Preiſe der Lebensmittel, Waaren und Taglöhne noch immer ſteigen, und jeder Vernünftige den Tag erſehnt, wo ſich die Gelegenheit für ihn ergeben wird, ſich mit dem Reſte ſeiner Ausbeute in ein anderes Land zu fluͤchten, wo er die Früchte ſeiner Mühen in Ruhe und Sicherheit genießen kann. So wird es denn nicht an Enttäuſchungen fehlen für diejenigen, welche noch nach Kalifornien unter⸗ wegs ſind; ebenſowenig aber laßt ſich erwarten, daß die Regierung der Vereinigten Staaten dieſer Anarchie ſo bald zu ſteuern im Stande ſein wird. Jedenfalls iſt es frevelhaft, daß die nordamerikaniſche Preſſe zum größten Theil noch immer mit neuen Vorſpiegelungen neue Opfer nach den Küſten des Stillen Oceans lockt, um dieſe ſobald als möglich zu bevölkern, und ſo den ganzen nördlichen Continent von allen Seiten zu umſpannen. Priſen⸗ Ordnung. Bei einer Sonntags⸗Parade, die Friedrich der Große abhielt, hatte ſich eine große Menge Volks ver⸗ ſammelt, die ihn ſelbſt ſehr eng umſtand und in's Gedränge brachte. Als der König nun aus ſeiner Doſe eine Priſe Schnupftabak nahm, hatte ein Zuſchauer die Dummdreiſtig⸗ keit, ihm über die Schulter zu langen und auch eine Priſe zu nehmen. Friedrich, erſtaunt, ſah ſich nach dem kecken Meuſchen um, konnte ihn aber aus dem Gedränge nicht herausfinden, weshalb er ſeiner Umgebung befahl, den Mann aus zumitteln und ihn nach dem Schloß zu bringen. Es ergab ſich, daß jener Menſch ein alter Schuhflicker war. Er wurde vor den König beſchieden und war darüber nicht wenig erſchrocken. Als er nun vor Friedrich erſchien, fragte ihn dieſer: wie er ſich habe unterſtehen können, aus ſeiner Doſe eine Priſe zu nehmen.—„Ja, Euer Majeſtät⸗ antwortete der Schuſter, der ſich wieder etwas gefaßt hatte,„das war ganz nach der Prifen⸗Ordnung l — Alſo eine Priſe-Ordnung gibt es auch 2, fragte der König.„Was hat denn die für Geſetze?—„Nach der Priſen⸗Ordnung, Euer Majeſtat unterthänigſt aufzuwarten, bezeichnet der Schnupfer, wenn er vor dem Oeffnen der Doſe e in mal darauf klopft, daß er allein eine Priſe neh⸗ men will; klopft er aber zweimal auf, fo iſt der Nach⸗ bar auch mit eingeladen.“—„J, das iſt mir ja noch ganz was Neues!, ſagte der König.„Aber das war bei mir nicht ſo gemeint. Ich ſchnupfe nicht mit All' und Jedem aus einer Doſe und damit Er nicht einmal wieder in Ver⸗ ſuchung kommt, in meine offene Doſe zu greifen, ſo nehm' Er dieſe, aus der Er einmal geſchnupft hat, zu Seinem Gebrauch hin, und komm' Er nicht wieder! f Für die bei dem Kampfe in Baden verwundeten Heſſ. Soldaten ſind zu den in Nr. 55 dieſes Blattes bereits angezeigten 193 fl. 56 kr. ſeitdem ferner beigeſteuert worden;: 9 derrosbach 12 kr., Pfarrer Matthias zu Fauerbach 1 fl., Frl. M. W. 1 fl. 30 kr., Apotheker Werner 1 fl. 45 kre, Apotheter Wohl fl. 30 kt., f kr, Peter Gräs in Ilbenfgadt 3 fl., Ph. H. in R. fl., Pfarrer Strack in Oberrosbach 30 kr., Schullehrer Werner daſ. 30 kr., Förſter Blecher daf. 18 kr. pr. Brief an Cronenberg von einem Ungenannten 10 fl.— Bisherige Summe: 246 fl. 13 kr. Den gütigen Gebern herzlichen Dankz der günſtige Erfolg der Sammlung in der verfloſſenen Woche, beſtimmt uns dieſelbe noch einige Tage länger offen zu halten, 7 Friedberg am 22 Julk 1849. Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. Meyer Hirſch. H. M. Decher. Jac. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß. 8 ö No- um 10 Uhr, ſoll die auf dem Gelände des Milltaͤr⸗ Bekanntmachungen von Be⸗ fiscus 5 45 neben dem Ei ders ende Gerſte, auf dem Halmen, öffentlich gegen gleich bagre Zahlung verſteigert werden. ſteigerung wird auf dem Exereierplatze abgehalten. Friedberg den 18. Juli 1849. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. hoͤrden. Verſteigerung. (4120) Freitag den 27. d. M., Morgens Bauarbeiten. (11250 Die zur Herſtellung des hieſigen Sprltenhauſes caterderiſch 8 eee Maurerarbeit, veranſchlagt zu 8 fl K. Zimmerarbeit eat ſoll Dienſtag den 24. d. M., Vormittags um ie Ver⸗ 10 Uhr, auf dem hieſigen Gemeindehaus an die Wenigſtfordernden vergeben werden. Kleinkarben den 17. Juli, 1849. f Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ströbel. Aufforderung. (1148), Der Schullehrer Philipp Baumann zu Bruchköbel hat unterm 2. März 1824 zu Gunſten des Profeſſors Ph. O. Zipf dahier eine Schuld⸗ und Pfandverſchrelbung über 62⁵ fl. errichtet. Das Capital iſt an den Seeretär Ihm zu Frankfurt g. M. als Ceſſioner des urſprüng⸗ lichen Gläubigers beſcheinigtermaßen am 26. November 1839 abgetragen, die Urkunde konnte jedoch, da ſie angeblich abhanden gekommen nicht zurückgegeben werden. Auf den Antrag von Betheiligten wird nun hierdurch der unbekannte Beſitzer derſelben aufgefordert, unter Vorlage derſelben den 2. Oktober l. J., Vormittags 11 Uhr, ſeine etwaigen Anſprlüche daraus dahier um ſo gewiſſer geltend zu machen, widrigenfalls die Forderung für erlſchen und das deßfallſige Pfandrecht in den betreffenden Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Hanau den 14. Juli 1849. 1 Churfuͤrſtliches Landgericht Gille er., b ydt. Moltorff. Bekanntmachung. Verſteigerung von Ginſtern und Halden zu Back- holz, 10 von Moos und Laub zu Streu, in den Domanialwaldungen des Reviers Ober- rosbach betreffend. Aan Es werden an den nachbemerkten agen an die Meistbietenden ö entlich verſteigert und damit jedesmal um 2 Uhr achmittags begonnen: Dienſtag den 31. Juli d. J. im Burgwald: 688 Gebund Ginſtern und Heiden zu Back⸗ olz. göss tunen auf der Straße am Forſthaus Winterſtein. 8 Mittwoch den 1. Auguſt d. J, im Kellerberg und Mainzerhecken 3825 Gebund Ginſtern und Heiden zu Back- holz und ungefähr 120 einſpännige Wa⸗ gen aus Moos und Laub beſtehende Streu, zum Selbſterndten durch die Käufer. a Zusammenkunft auf dem Hauptweg im Kel⸗ lerberg. Oberrosbach den 21. Juli. 1849. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Arbeits ⸗Verſteig erung. (4180) Am 2. Auguſt d. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe nach⸗ ſtehende Reparaturarbeiten an der Kirche zu Grüningen, an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden, nämlich: 1) Maurerarbeit, veranſchl. zu 23 fl. 42 kr. 2) Zimmerarbeit„„ 71% 40% 3) Dachdeckerarbeit„ 174 20„ 4) Schreinerarbeit„ 5% 45„ 5) Schloſſerarbeit„„ 11% 30„ 6) Weißbinderarbeit„ 9%ͥ 52„ Grüningen den 18. Juli 1849. Der Kirchenvorſtand: Pfarrer Deichert. Bürgermeiſter Leidich. Bekanntmachung. (1161 Donnerſtag den 20. Juli, Nachmit⸗ tags 4 Ühr, ſoll dahier die Maurerarbeit an zwei aufzuführenden Canälen auf der Weide, an den Wenigſtfordernden vergeben werden. Dorheim den 20, Juli 1849. N J. Bingel, Bürgermeiſter. — 214— Bekanntmaſch unn g. (1162) Freitag den 27. Jull, Vormittags um 10 Uhr, ſoll eine der hieſſgen Gemeinde gehörige bleierne Waſſerpumpe, welche nur drei Jahre benutzt worden iſt, meiſtbletend öffentlich verkauft werden. g Burggräfenrod den 21, Juli 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Mo ſcher o ſch. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Seetlon Gießen. (1183) Den 1. Auguſt d. J., des Vormit⸗ tags 8 Uhr, ſoll an der Badenburg nördlich von Gießen, ein zu 45,000 fl. veranſchlagtes Loos Erdarbeiten durch öffentliche Verſteigerung an den Wenigſtfordernden, in Accord gegeben werden. 1 Voranſchlag und Steigbedingungen, liegen auf dem Sectionsbüreau zur Einficht offen. Gießen am 21. Juli 1849.* Der Großh. Heſſ. Sections Ingenieur Eicke meyer, NN Privat- Bekanntmachungen. Ein Logis, (1115) welches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Joh. Hanſtein UI. neben der Poſt. Annonce. (40nd) Guter reingehaltener Pfälzer Wein wird zu fl. 16. 18. 20 und fl. 24. per Ohm, ſowie auch verſchiedene an⸗ dere Sorten billig abgegeben: Dönges⸗ gaſſe Nr. 6 neu im Hofe in Frank⸗ furt a. M. nn NB. Der Keller iſt offen von Morgens 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr Abends. Zum Vermiethen. (1154) Ein vollſtändiges Logis bat nebſt Laden hat zu vermiethen Jacob Heß. Zum Vermiethe n. (1153) Ein Zimmer mit oder ohne Möbel hat zu vermiethen f Taubſtummenlehrer Schäfer. Zum Verkaufen. (1150 In dem Schloßhof in der Burg wird gutes eichen und tannen Bauholz, Schiefer, Backſteine, Diele, Stickſtecken und ſonſtige Gegen⸗ ſtände, jeden Tag billig aus der Hand gegen Baarzahlung abgegeben; auch werden ungefähr 50 Wagen alter Strohlemen im Einzelnen ver⸗ kuuft und kann jeden Tag gefahren werden. Fr. Schweitzer und Deweil. Keine Huͤhneraugen mehr! (1187) Zur ſchnellen ſicheren und schmerz. loſen Vertreibung dieſer ſo läſtigen Plage iſt das Nöthige u 18 kr. zu haben bei P. F. Schmittner in Friedberg. Nach Amerika fl. wachſene, fl. 44. 56, für Er⸗ ür Kinder. (4096) Jede Woche ueberfahrt nach New. Jork und Baltimore, ewie Rew⸗ Orleans zu obigen Preißen mit Inbegriff des Kopfgeldes, bei, freiem, Transport der Effecten ab Mainz auf e erſten Rangs. Briefe frei. Steigſchillinge können zu jeder Zeit durch mich zu billigen Bedingungen verſilbert werden. Frankfurt a. M. den 12. Juli 1849. J. A. Simeons, Büreau Schützenſtraße 11. Literariſche Anzeige. (1188) Mit Nr. 27 beginnt ein neues Abonnement auf die Neue illuſtrirte Zeitſchriſt. Die neue illuſtrirte Zeitſchrift bringt in fortlaufenden Wochennummern folgende Rubriken Tagesereigniſſe, bedeutende Momente aus der Geſchichte der Gegenwart. 890 Charakteriſtiken, Porträts öffentlicher Charactere der Gegenwart und jungſten Vergangenheit.— Erſcheinungen und Bewegungen in den Gebieten der Wiſſenſchaft und Kunſt, wie auf dem Felde der Induſtrie, des Handels ꝛc.— Humoriſtiſche Schilderungen aus dem Leben, Erzählungen und Sagen— Aneedoten und Bilderräthſel. Auf die Löſung der letzteren werden von Zeit zu Zeit werthvolle Prämien geſetzt. Der Jahrgang wird in 52 Nummern von je einen Klein-Foliobogen circa 400 Holzſchnitte bringen. Preis pro Quartal nur 36 kr. Stuttgart. Die Redaction& Expedition der neuen illuſtrirten Zeitſchrift. Zu geneigten Beſtellungen empfiehlt ſich die Buchhandlung C. Binder⸗ nagel in Friedberg. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bind ernagel in Friedberg. da