2 —— * Intelligenz-Blatt 0 für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den negierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. Mittwoch den 25. April 1849. N32. Lebensbilder aus dem yfernen Weſten“ Nordamerikas. 5 Fern am Hauptarm des Platte-Stromes oder Nev⸗ tasca, da wo in den Padouca oder ſüdlichen Arm deſſelben mehrere kleine Flüſſe einmünden, welche aus den zerklufteten Felſenkämmen des Divide⸗Gebirges, der Waſſerſcheide zwiſchen den Stromgebieten des Arkanſas und des Platte, herabkommen, lagerte eine Truppe Biberfänger oder Trap⸗ pers an einem Flüßchen, Bijou Creek genannt. Cs war im Monat Oktober, wo die Frühfröſte des herannahenden Winters bereits die Blätter der Kirſch⸗ und Zutereſpe verdorrt und in eine nüchterne braune Farbe gekleidet hatten, welche der Umgebung des Flüßchens eine melan⸗ choliſche Farbe verlieh. Die ſteilen Gipfel und Grate der Felſengebirge waren bereits mit einem glänzenden Schnee⸗ mantel bedeckt, in deſſen Kryſtallen die ſchrage Herbſtſonne ſpielte.— Das Lager der Biberfänger ſchien ein ſtehendes zu ſein; darauf deuteten nicht nur zwei oder drei bequeme Schuppen von ziemlichem Umfang, ſondern auch die vielen Gerüſte hin, an welchen große Streifen Büffelfleiſch zum Trocknen aufgehängt waren, zum Beweiſe, daß hier eine zahlreiche Jagdgeſellſchaft ſich niedergelaſſen, um Winter⸗ vorräthe aufzubringen oder, wie die Jäger ſagen, um ſich „Fleiſch zu machen.“ Um's Lager her weideten 15-16 Pferde und Maulthiere, an den Vorderfüßen durch Feſſeln von ungegerbtem Leder geknebelt, und zwei Männer, denen die Hut dieſer Thiere anvertraut ſchien, ſpazierten hin und her und trieben die Zerſtreuten wieder zum Haufen; hie und da ſtieg Einer oder der Andere von Beiden auf die ſteile Böſchung, welche den Fluß eindämmte, und ließ, auf die lange Büchſe gelehnt, ſein ſcharfes Auge über die um⸗ gebende weite Prairie hinſchweifen. Mehrere Feuer brannten im Lager, und an einem derſelben hauthierten etliche in⸗ dianiſche Weiber an dampfenden Keſſeln, während um das größte Feuer in der Mitte 4— 5 vierſchrötige Jäger, in Hirſchhaut gekleidet, mit unterſchlagenen Beinen kauerten und rauchten. Sie bildeten eine Biberjägergeſellſchaft vom nördlichen Arm des Platte, die auf der Reiſe nach dem Winteraufent⸗ halt in dem mehr ſüdlichen Arkanſasthale begriffen war — einer Reiſe, die etliche von ihnen noch weiter auszu⸗ dehnen gedachten, nämlich bis nach den fernen Nieder⸗ laſfungen von Neu⸗Mexico, dem Paradies der Felſengebirgs⸗ Jäger oder mountaineers, wie ſie hier ſchlechtweg heißen. Der Aelteſte der Geſellſchaft war ein mächtig großer ſtatt⸗ licher Mann mit einem Geſicht, das ein zwanzigjähriger Aufenthalt im Freien unter dem ſtrengen Klima der Berge gebräunt hatte. Sein langes ſchwarzes Haar, kaum mit lichtem Grau unterſprengt, hing ihm faſt bis auf die Schul⸗ tern herab, aber ſein Geſicht war nach Art der Mountai⸗ neers glatt geſchoren. Seine Kleidung beſtand in dem ge⸗ wohnlichen Jagdrocke von Hirſchhaut, mit langen Franzen auf den Säumen, aus ähnlich verzierten Beinkleidern vom ſelben Stoff und Mocaſſinen von indianiſcher Arbeit. Während ſeine Gefährten wortlos ihre Pfeiffen rauchten, erzählte er einige ſeiner früheren Erlebniſſe und Abend⸗ teuer, von welchen wir einige intereſſantere und zwar ſoviel möglich in der Sprache dieſes merkwürdigen Menſchen⸗ ſchlages wiederzugeben verſuchen wollen, während der Büffel⸗ rücken und die Hirſchrippen im Topfe ſchmoren. „s war etwa um„Kälberzeit,“ hub er an,»viel⸗ leicht auch etwas ſpäter und noch keine hundert Jahre her, daß die größte Art von Rendezvous zu Independance ge⸗ halten ward, einem mächtig hübſchen kleinen Ort etwas ſtromaufwärts am alten Miſſouri. Ne hübſche Handvoll Kerle war da gelagert, meine Seel! und wie da der Whisky in Strömen floß, Jungens, das mag ich Euch gar nicht ſagen. Da war zum Exempel der alte Sam Owins— derſelbe, den die Spanier erſchlugen bei Sacra⸗ menty oder Chihuahuy, oder der Gaul mag wiſſen, wie das verd— Neſt heißt— genug, Sam Owins ward von den Spaniern hinterher kalt gemacht. Kurzum, Sam hatte all ſeine Siebenſachen bei ſich, an die zwanzig mächtig beladene Pittsburger Karren, weil er in's Mexicanerland hinüberziehen wollte, und wie ſeine Santa⸗fé⸗Burſchen Schnapps ſoffen, das ging über's Bohnenlied,— nicht wahr, Bill?/ „Mein Seel', über's Bohnenlied!“ ſagte dieſer kopf⸗ ſchüttelnd. „Da war ferner Bill Bent— ein tüchtiger Burſche; ſeine Leute waren lauter Mountaineers und lagerten drüben jenſeits des Fluſſes— und Bill Williams, und Bill Tharpe (die Pawnies nahmen letztes Frühjahr ſeinen Scalp am Pawnee Fork)— drei tüchtige Bills, und alle drei ſind nun dahin. Auch Joe Hatcher war dabei, und Bill Garey kam auch noch, der alte Spieler. Er und Chabonard ſaßen 'mal zwanzig Stunden lang bei einer einzigen Parthie — „ 1 N 5 . 1 . . ind vert—t ſchlimme Indianer; hab' Euker“)! Dieſe beiden waren Bent's Zwiſchenhändler mit den Indianern. Armer Bill Bent! die Spanier machten ihn kalt, und er verlor ſeinen Haarwulſt bei Taos. Aber ein tüchtiger Burſche war Bent, ſo geſchickt als nur je Einer einen Biber abgeſtreift oder einen Buffel auf der Fährte geſchoſſen. Der alte St. Vrain konnt's ihm im Schießen gleich thun, und die alte Süberferſe' hatte Recht, denn ſie ſagte: Wenn Einer von Euch ſeine Buch ſe brummen läßt, ſo iſt der Zweck hinausgeſchoſſen.“ Der alte St. Vrain traf auf ſeine 200 Gänge noch eine Pflaume. Die Schmutzlümmel“) ſollen Bent's Scalp theuer be⸗ zahlt haben; aber der alte St. Vrain, der ein wackerer Kerl und ein Stück Ehrenmann iſt, zog mit einer Hand— voll Bergburſchen aus Santa-fé und rächte Bent, und manches Pueblo(Dorf) der Spanier hat's entgelten müſſen, was ihre Landsleute an Bill Bent gethan. Aber auch ſeit er„dahin“ iſt, blüht Fort William“) noch immer.— Chavez war auch mit ſeinen Wagen da; war zwar nur ein Spanier, und einer ſeiner Roßtnechte ſandte ihm auf der nächſten Fahrt eine Kugel durch die Rippen und ging mit ſeinen Piaſtern davon; je nun, drüben in den Staaten' ſoll ihn Onkel Sam dafür gehenkt haben; aber ich glaub's nicht, denn wenn ſo ein Spanier mehr werth iſt als eine Kugel, ſo möcht' ich wohl wiſſen Was!. Du warſt wohl auch mit dabei damals, Jemmy? „Nein wahrlich,“ verſetzte der Angeredete gedehnt; »ich zog damals mit aus, als Spiers am Eimmaron ſeine Thiere verlor, wo beim Wetter hundertundzwanzig Maul⸗ thiere und Ochſen in Einer Nacht erfroren!“ 5„Aber der ſchwarze Harris war dabei, und Der war der ärgſte Lügner unter der Sonne, denn die Lügen fielen ihm zum Maule heraus, wie boudinst) aus einem Buffel⸗ magen. Er war der Burſche, der den verſteinerten Wald in den Schwarzen Bergen geſehen haben wollte. Black Harris kommt mal von Laramie herab; hatte drei Jahre und darüber am Platte und drüben jenſeits der Berge den Biber gejagt; da kommt er mit vollen Taſchen nach Liberty hinunter und ſetzt ſich im erſten Gaſthaus feſt, wie ein rechter Dandy(Stutzer) aus Saint Lony. Sitzt er eines Tages beim Mittagbrod, da ſagt eine Dame zu ihm: Nun, Miſter Harris, Ihr ſeid wie ich höre ein rechter Reiſender?— Reiſender, Marm(Madame)? ſagt Black Harris; den Henker bin ich von einem Reiſenden! bin ein Trapper, ein Jäger, Marm! ein Mann aus den Bergen, wWagh!—„Je nun, Miſter Harris! ſagt ſie! Trappers ſind große Reiſende und ihr muͤßt auf Euren Zügen eine ſchöne Strecke Land ſehen, mein' ich!“— Land? ſagt Black Harris; ich ſeh' mehr Waſſer, und Felſen und Prairie denn Land(worunter der Amerikaner Ackergrund verſteht). Hab' all mein' Tag Biber gejagt am Platte und Arkanſa, am Miſſoura und Yellow Stone, am Co⸗ lumbia, Green River und Lewis Fork; hab' am Grand Niver gejagt, Marm, und am Heely(Gila); aber da hat lich was von Land! Hab gegen die Schwarzfüße gefochten, mehr als Ein em und manchen Rapaho in's Hab' im Himmel, auf Erden und in der Apachen das Haar abgeſtreift, Gras gelegt. )„Euker,“„poker“ und even- up“ ſind drei Kartenſpiele, die unter den Jägern des Weſtens beſonders beliebt find. )„Schmutlümmel, oder„Spanier“ werden von den Amerikanern des Weſtens die Mexicaner genannt, wegen ihrer Unreinlichkeit ſo. wohl wie wegen ihrer Habſucht. f ee) Bent's Fort, zum Zwiſchenhandel mit den Indianern, am obern Arkanſas gelegen, eine der früheſten Stationen. ö ) Engerlinge, Larven der Rinderhiesfliege, ähnlich den Engerlingen unſerer Pferde biesfliege in den Roßäpfel. 142 Hölle gejagt, und ich laß meinen alten Schopf ſcalpiren, Marm, wenn ich nicht einen putreſicirten Wald geſehen habe...— Was, Miſter Harris? einen putreficirten Wald?— Ja, ſagt Black Harris; ſo wahr ich lebe und meine Büchſe ein Viſir hat, Centrum. War draußen in den Schwarzen Bergen,— Bill Sublette weiß wann, im ſelbigen Jahre wo's Feuer regnete, und das weiß ja Jedermann. Wenn damals nicht holliſch kalt war, bin ich nie ein Kind geweſen. Der Schnee lag 50 Fuß tief und die todten Büffel lagen herum wie Bienen nach einem Septemberfroſt; und da wo wir waren, war's ſo kalt, daß gar kein Feuer brannte, um Fleisch zu kochen, und ich und meine Bande mußten ſechs Wochen lang von unſeren Mocaſſinen leben, und das iſt bei Gott'ne armſelige Nahrung, Marm Ein's Tags gingen wir über einen Fluß und über'nen Bergrücken und kamen in'ne Prairie, wo grünes Gras war und grüne Baume und Blätter, und zwar im Februar; und wir Alle, wie wir das ſahen, ſchrieen: Hurrah,'s wird Sommer, und unſere Thiere waren wie toll vor Freude, da ſie das ſahen! — Huſſah, nun gibt's Fleiſch! ſag“ ich, und nehme meine Büchſe an die Wangen und haſt'n nicht geſehen!— hol' ich mir da ſo'nen Singvogel vom höchſten Baum her⸗ unter. Die Kugel hat ihm den Kopf wutſch! abgeſchlagen, aber trotz dem ſingt die kleine Kreatur noch immer fort; ich ſpringe hin und hol' ihn, und ſieh' da, wie ich ihn aufhebe, iſt er eitel Stein. Höll und T! ruf' ich, das ſiſt naß Pulver und kein Feuer zum Trocknen!— Was? kein Feuer? ſchreit der alte Ruby; das iſt Holz genug, und ich will ein Hund ſein, wenn ich kein Feuer zu Stande bringe! Sagt's, nimmt ſeine Art und haut hutſch! in den nach ſten Baumwollenbaum; aber das klingt, als hätt' er an einen Stein geſchlagen. Springt nun zwar ein Stück Holz herunter, aber wie wir's aufheben, iſt's kalt, ſchwer, hart und trocken wie Stein, und von der Axt war ein Stück losgeſprungen ſo groß wie meine Hand. Der junge Sublette kommt auch heran, der zuvor Schreiber geweſen war, unten am Platte, ein geſcheidtes Bürſchchen; der nimmt auch ſein Meſſer und ſchabt an den Bäumen und ſchlägt das Gras ab wie Thonpfeifenröhrchen, und bricht die Blätter herab, krach! als wären's Californy⸗Mucheln. Und wir alle ſtehen und ſehen, und wie lange wir auch ſehen, es iſt und bleibt nur Stein.— Was iſt das, Junge? ſag' ich.— Putrefakten, ſagt er; Putrefakten, oder ich will ein Nigger(Neger) ſeyn!—— Bah, bah, Miſter Harris! ſagt die Dame, Putrefakten?— ſo hatten alſo die Blätter und die Aeſte und das Gras einen ſchlimmen Geruch— Schlimmen Geruch, Marm e? ſagt Harris; würd ein Skunk“) noch ſtinken wenn's ſteinhart gefroren wär'? Nein, Marm, wir wußten zuvor nicht, was Putre⸗ fakten ſind, aber der jungen Sublette wußt's und ſagt: die ganze Prairie mit Bäumen und Gras und Allem ſeyen Putrefakten. Will ich dem Burſchen nicht glauben, ſchlagꝰ mir ein paar Grasſtengel und ein paar Rindenſtücke ab, ſagt Harris; leg' ſie in meine Taſche, ſagt er, und trag' ſie herunter nach Laramie. Da heb' ich ſie mir auf und im Frühjahr drauf kommt der alte Capitain Stewart(ein geſcheidter Mann das, obwohl ein Engländer!) und ſo'n deutſcher Doktorslehrling mit ihm. Dem zeig' ich die Stücke, Marm, ſagt Harris, und wie der die Stücke ſieht ſagt' er ebenfalls, es ſeyen real putrefactions, und wenn das keine verſteinerte Prairie war, Marm, ſagt Black ) Stinkthier(Vwerra putorius); heißt bei den akadiſchen Jägern 8 15 von franzöſiſchem Urſprung aus Untercanada) auch Nouffette. 5 g 4 0 1 1 7— N 1 und ſie trifft allerwegen in's * ren, Harris, ſo möcht' ich wiſſen, was es anders geweſen! der in höher gelegenen Gegenden, eine unerträgliche Feuchtigkeit N du ben Engländer mußt' doch wiſſen, was er vor ſich hatte, und geltend, gegen welche ſich der Menſch gar nicht genug zu irten konnte„fette Kuh“ von„magerem Stier“ unterſcheidenl ſchützen vermag. In den beſtſchließenden Gefäßen kann 1 und— Da macht! die Dame große Augen, und Black Harris man. diejenigen Präparate nicht verwahren, die irgend eine n den in's muß ſeither den verſteinerten Wald gefunden haben. Fähigkeit der Auſſauchung oder eine chemiſche Verwandſchaft 1.(Foriſetzung folgt.) fan die ale daten B. Zucker, S Koch⸗ e Fener g l 2 alz; ſie alle zerfließen binnen wenigen Tagen und ein ge⸗ aal nicht Wanderungen in einem braſtlianiſchen Urwalde. ladenes Gewehr iſt am Morgen nur noch unt einem feuchten der(Schluß.) ſchwammigen grauen Stoffe erfüllt, der nicht mehr brennbar agen herum Dieſe jungfräulichen Urwälder ſind jedoch nur in der iſt. Das feinſte Poſtpapier fließt aus, Bücher werden * wo wir drückenden Mittagsglut der tropiſchen Sonne ſchweigſam. ſchimmelig, feine metalliſche und beſonders ſtählerne Inſtru— rannte, un Die Morgendämmerung begrußen Legionen von Affen, mente überlaufen mit Roſt, leinene und baumwollene Zeuge mußten ſechs Baumkröten und Fröſchen, und wenn die Sonne aufgegan⸗ ſind fortwährend naß, und die wollenen Kleider, welche und das iſt gen, iſt die Scene ſchon voll Leben. Eichhörnchen, Schaaren man über Nacht abgelegt, muß man Morgens am Feuer Eu's Tags geſelliger Affen kommen neugierig aus dem Schooße der trocknen. Das Lederwerk fault, die Taſchenuhren, das Sil⸗ n DBergrucken Wälder in die Nahe der Pflanzungen, und ſpringen plau⸗ bergeld orydiren, Farbſtoffe zerfließen, und naturhiſtoriſche as war und dernd, purzelnd und ſchreiend von Baum zu Baum. Vögel Präparate ſind nur mit größter Mühe vor dem Verderben uar; und wir von den auffallendſten Geſtalten und dem ſchönſten Gefieder, zu bewahren. Alle eiſernen Geräthe muͤſſen mit dickem Fir⸗ nd Sommer, flattern einzeln oder in Schaaren durch die duftenden Büſche niß übertüncht und im Rauch des Feuers aufgehängt wer⸗ ſie das ſahen! und Baumaäſte. Auf den Gipfeln der Bäume ſammeln ſich den, weil ſie ohne dies und beſonders wenn man ſie einige nehme meine die grünen, blauen und rothen Papagaien, oder dieſe flattern Tage lang im Freien liegen ließe, vom Roſt bis zur Un⸗ den!— hel“ auch unter lautem Geſchrei um die Pflanzungen oder fliegen brauchbarkeit zerfreſſen würden.— Trotz all dieſer Nach⸗ Baum her⸗ nach den Inſeln. Die geſchaäftigen Beutelſtaate(Orielen)? theile und mißlichen Verhältniſſe ſoll aber Braſilien doch abgeſchlagen,, kriechen aus ihren langen, herabhängenden, beutelformigen nach dem beinahe einmüthigen Zeugniſſe aller Reiſenden mmer fort; Neſtern, und ſuchen die Orangenpflanzungen heim, und ihre und Naturforſcher, die es beſuchten,„das ſchönſte, reichſte, wir ich in ch laute Schreie vor jeder An— herrlichſte Land auf dem ganzen Erdboden ⸗ ſein, und beſon⸗ uf' ich, das Alle dieſe ſonderbaren und man- ders das Becken des Amazonenſtromes in der Gegend von — Was? tönen aber die metalliſchen Töne Para wird einſtimmig als der ſchönſte und uͤppigſte Hoelz genug, de die wie Hammerſtreiche auf einen Ambos Punkt Braſiliens, als der Garten der Schöpfung par ct zu Stande ſten Baume herabtönen und den Wan- excellence geſchildert. Wir beſchließen dieſe kurze Schil⸗ Auch in den derer mit Erſtaunen erfüllen. Zahlreiche überaus zarte und derung der ſchönſten und reichſten Schätze der Natur wohl als hätt er bri's, die an Farbenſchmelz und Schönheit mit am beſten mit den eigenen Worten eines neueren Reiſenden ur ein Stic Diamanten, Smaragden, Rubinen und Supphiren wetteifern,(Darwin),„Es iſt leicht, die einzelnen Gegenſtände indi⸗ 41t ſchmer, ſchwärmen um die herrlichſten Blumen, und verleben ſo ihr vidueller Bewunderung in dieſen großartigen Scenen zu rt war ein kurzes Daſeyn mitten unter dem Schönſten, was die belebte ſchildern; allein es iſt nicht möglich, einen geeigneten Be⸗ Der junge Natur zu ſchaffen gewußt hat. Die Sonne ſinkt tiefer, die griff von den Empfindungen der Bewunderung, Ueber⸗ ut gewesen Raubthlere kommen aus ihrem Lager und gehen auf Beute kaſchung, des Staunens und der Ehrfurcht gegen den Schöfer a der nimmt aus, bis endlich das Geheul und Greinen der, Affen, der zu geben, welche das Gemüth erfüllen und erheben. Unter — flat jammernde, wie hülfeſuchende eintönige Schrei des Faul⸗ all den Scenen, welche ſich meinem Geiſte tief eingepraͤgt D bricht die thiers, das Gequalke der Fröſche und Kröten, das mondtone haben, übertrifft an Erhabenheit und hehrem Character keine ap- Nucheln 1 Zirpen und Wetzen der Grillen und Heuſchrecken, und die die jungfräulichen Urwälder des ſüdamerikaniſchen Continents, —— niefen Baßtöne des Ochſenfroſches das Herannahen der welche der Menſch noch nicht verunſtaltet und verſtümmelt 5* das Nacht verkünden. Nun flattern Myriaden von leuchtenden hat mit ſeiner zerſtörenden Hand, und ich mache darin kei⸗ 1 10 1 Inſekten wie Irrwiſche durch das Dunkel, und blutdürſtige nen Unterſchied zwiſchen denen von Braſilien, wo das Leben 7 Fledermäuse ſchwüumen geſpenſtig durch die rabenſchwarze in unerſchöpflicher Fülle und Schöpferkraft ſich kundgikt, at. ah, Nacht. und denen des Feuerlandes, wo Tod und Verweſung thronen: en Man glaube aber ja nicht, daß dieſe Wälder ein beide ſind ja Tempel, die mit den verſchiedenartigen Schöpfun⸗ en ſclimnan Paradies fur den Menſchen ſind. Schwärme von Mos⸗ gen des Gottes der Natur angefüllt ſind. Niemand kann 281 Hartz quitos, eine Unzahl beißender und ſtechender, tückiſcher, gif? dieſe Einöde ungerührt und ohne die Empfindung betreten, art geftclen tiger Fliegen peinigen jeden Theil des menſchtichen Körpers; daß im Menſchen noch mehr liege, als der bloße Lebens⸗ wat— der auch nur für Augenblicke entblößt iſt. Affen und Vogel odem ſeines Körpers.“(Erh.) — 72 5 plündern die Pflanzungen des Wen— und r rodſchaben(Blatto orientalis), Milben und Käfer ver⸗ ri . laß 8 Nahrungsmittel und brechen ihm das Haus An die Frauen Friedbergs und der enſtücke ab, über dem Kopf ab. Außer dem Hauſe lauert der gierige Umgegend! ru. Kayman auf ihn, wenn er ſich zu nahe an das ſtetende Nach den letzten Berichten vom Kriegsſchauplatze in ir an N Waſſer wagt, und in den Wäldern bedrohen ihn grauſame Schleswig⸗Holſtein mangelt es in den dortigen Hoſpitälern ren 75 f Unzen, giftige Schlangen, Scorpionen, Eidechſen, Hundert. außerordentlich an Eharpte und Leinwand! und 25 fuße, Spinnen und Milben(Carabatos). Auch das Klima Werden unſre deutſchen Frauen und Jungfrauen nicht e 100 beeinträchtigt ſeine Geſundheit durch die ſchädliche Einwir⸗ eilen, mit gleichem Eifer ihr Scherflein beißütragen, um den Sun, an kung der mit den Gaſen verweſender Pflanzen und Thier. Schmerzen der verwundeten tapfern Söhnen des eignen „ at— N ſtoffe und mit allzuviel Feuchtigkeit geſchwängerten Luft Auf Vaterlandes möglichſte Erleichterung und Linderung bereiten „ fag Bla ſeine Lungen, durch den Einfluß allzuraſchen Tempexatur⸗ zu können, wie dies in den dreißiger Jahren für die pol⸗ Wechſels auf die Haut, und durch 1 Fieber, denen nchen Krieger geſchah? 0 lee Nihr 5 nur wenige Einwanderer aus gemäßigteren Klimaten auf 0 40 die Dauer entgehen. In der Regenzeit macht ſich, beſonders Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN Frucht ⸗Verſteigerung. 8 Donnerſtag den 26. April, Nachmit⸗ 8 10 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe, von dem Fruchtvorrath der milden Stiftungen, 56 Malter Korn und 24 Malter Gerſte meiſt⸗ bietend, zweimalterweis, verſteigert. Friedberg am 18. April 1849. Der Großb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. ur Fundamentirung der Schienen⸗ 95777 425 dem Vit über die Staatsſtraße ſüdlich von Niederwöllſtadt bis zum Heiligen⸗ häuſerweg bei Okarben, ſoll in dem Gaſthauſe des Herrn Puth zu Niederwöllſtadt, Samſtag den 28. April l. J. Vormittags 10 Uhr, das Brechen und Fahren von 99 Kubikklafter Steinen aus den Brüchen bei Aſſenheim, Ilbenſtadt, Kleinkarben ꝛc. ꝛc. in mehreren Looſen, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht wer⸗ denden Bedingungen, öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden verakkordirt werden. Friedberg den 16. April 1849. a Der Großh. Heſſ. Sections⸗ Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. (Butzbach) Fohlen ⸗ Verſteigerung. (659) Donnerſtag den 26. dieſes Monats, des Vormittags um 10 Uhr, wird in hieſiger Reitercaſerne ein ſechs Wochen altes Fohlen, meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert. Butzbach den 18. April 1849. In Auftrag: Cellarius, Overquartiermeiſter. Proecla ma. (67) Zu Anfang dieſes Jahres wurde auf dem neben der Chauſſee in der Gemarkung Mel⸗ bach, unfern der Södeler Grenze, gelegenen Grundſtück des Johann Väth VIII. von Sodel ein Aepfelbäumchen boshafterweiſe abgebrochen und der Frevel wiederholte ſich im Monat März, nachdem der Beſchädigte das Bäumchen durch ein anders erſetzt hatte. Auf den Grund der Verordnung vom 3. Februar 1797 werden diejenigen, welche über dieſe beiden Frevel Auskunft ertheilen können, unter Zuſicherung einer Belohnung von 10 Athlr. aus des Thäters Vermögen, eventuell aus der Melbacher Gemeindekaſſe, aufgefordert, dem Ge⸗ richt die Mittel zur Entdeckung des Frevlers an die Hand zu geben. Friedberg den 18 April 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. 2 Bekanntmachung. (675) Die am 11., 12. und 13. April l. J. im hieſigen Auwald abgehaltenen Holzverſteige⸗ rungen find genehmigt, was die Herren Bürger⸗ meiſter gefälligſt bekannt machen laſſen wollen. Dauernheim am 22. April 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Meith. Main ⸗Weſer⸗ Eiſenbahn. (676) Dienſtag den 1. Mai d. J. Vormit⸗ tags 9 Uhr ſoll die Kleeerndte an den Boſchun⸗ gen der Bahn in den Gemarkungen Fauervach II., Friedberg, Bruchenbrücken und Niederwollſtadt für das Jahr 1879 unter den, bei der Verſtei⸗ gerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich an die Meiſtoietenden loosweiſe ver⸗ ſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt an dem Dorheimer Chauſſcehaus in der Gemarkung Fauerbach II. und wird von da aus die Verſteigerung fortge⸗ ſetzt bis nach Niederwöllſtadt. Friedberg den 22. April 1849. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (677) Dienſtag den 1. Mai d. J. Vormit⸗ tags 11 Uhr wird auf dem Rathhauſe dahier die Anfertigung und das Anſchlagen verſchiedener Gußarbeiten, welche bei Erbauung des Werk⸗ ſtättenbaues in dem hieſigen Bahnhofe an 33 Stück gußeiſernen Fenſterrahmen und 3 Gewölb⸗ trägern erforderlich werden und zuſammen 640 fl. 12 kr. veranſchlagt ſind, an den Wenigſt⸗ nehmenden öffentlich in Aktord gegeben werden. Friedberg den 20. April 1849. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Holz ⸗Verſteigerung. (678) Freitag den 27. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Rodheimer Gemeindewald, Diſtrikt Grauenberg: 6 Stecken buchen Scheitholz, 13* 5 Prugelholz, 61„„ Stockholz, 1250 Stück buchen Wellen, 10300„weichen 1 1800„w kiefern 1 öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft findet auf der Fahrbahn an den ſogenannten drei Eichen ſtatt. Gegen vorfchriftsmäßige Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt bis zum 1. September d. J. ge⸗ ſtattet. Rodheim den 21. April 1849. Der Großh Heſſ. Bürgermeiſter Jae obi Holz⸗Verſteigerung. (679) Freitag den 27. d. M., werden in den Straßheimer Hecken und ober der Querſchneiße 6475 Stiick Eichenwellen, ‚ 6½ Stecken dergl. Scheit⸗ und i 2%„„ Prügelhbolz, an den Meiſtbietenden verſteigert. * Zuſammenkunft Vormittags 9 Uhr auf dem Straßheimer Hof. Ockſta dt am 20. April 1849. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Ang Frucht⸗ und Strohverſteigerung. (680) Dienſtag den 1. Mai l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in der Behauſung des Gaſthalters Herrin Johann Ohmeis J. dahier, verſteigert: b 60 Malter Waizen, 1a orm, 71„ Gerſte, 22 Date, 1 Fude Gebund Roggen, „„ 12„ Waizen⸗ und „„ 14„ Wirrſtroh. Obererlenbach am 19. April 1849. Der Gräflich von Ingelheimiſche Domainenverwalter Ohmeis. Bekanntmachung. Brennholzverſteigerung e e N Reviers Oberrosbach diſtrict Mainzerhecken, betreffend. (681) Mittwoch den 2. Mai d. J., Morge um 8 Uhr, werden in dem oben genannten Walddiſtrict; 5 10500 Wellen Reiſerholz, von Birken⸗ und Nadelholz, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Der Zuſammenkunftsort iſt an der ſ. g. Einſtedelwieſe. O berrosbach den 21. April 1849. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberxrosbach f Bingman n. Marktverlegung. (682) Der im Landkalender auf den 8. und 9. Mai d. J. angezeigte Markt zu Nidda wird wegen des an dieſem Tage zu Schotten ſtatt⸗ findenden Marktes am 1. und 2. Mai abge⸗ halten werden, was man hierdurch zur öffent⸗ lichen Kenntniß bringt. Die Gr Bürgermeiſter werden außerdem noch um beſondere Bekanntmachung erſucht. Nidda den 19. April 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter e N Privat- Bekanntmachungen. 0 M. P. Worms, Juwelier und Goldarbeiter, i Zeil Nr. 8. neu gegen der Schäfergaſſe über, in Frankfurt am Main, 4660) kauft alle Sorten Edelſteine, altes Gold und Silber, alte Münzen, Treſſen und Epaulettes, ſowie auch geſtickte Uniformen und antique Spitzen.— Offerten werden franco erbeten. 5 Ge ſuch. (668) Eine Schieferplatte für einen Pult, wird zu kaufen geſucht. f Gebrüder Simon. Ge ſ uch. (68) Ein Bäckerburſche findet Arbeit, bei Friedberg. Fr. W. Reuß. (684) Literariſche Anzeigen. So eben iſt bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg eingetroffen die erſte Lieferung von Meyer's Zeitungs ⸗Atlas ſur Krieg und Frieden. Entworfen nach den neueſten Auf⸗ nahmen und mit Berückſichtigung der letzten politiſchen Eintheſſungen und Abgrenzungen in 20 Lieferungen, jede von 4 Karten. Subſcriptionspreis nur 3½ kr. für jede Karte. Merkwürdige Weiffagungen des unlängſt geſtorbenen Cardinals Laroche über die Jahre 1848 bis 1851. 6. Auflage. Preis 6 kr. (685) Von dieſer merkwürdigen Schrift ſind bereits 60,000 Exemplare abgeſetzt worden. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. 1