n verrichtet: int. ü Stadtkuche: Seel. Stadtlircht: r Burglircht: trtſch. r Burgkirche: 05. — . 5 e i ſe. — . Wbt. J. Nb. Tage 2 aelreee — — Hall 111: fuͤr die pProvin Obe „ i in — im Beſonderen. 1 rheſſen 55 ach nn 110 3 1 126151 21 en a 8 nee iu! 90 15. Ned 1 7 N Ae Ani 1100 Sande 19112 7 1 N 7 egen An elmn . Hinz nd: 3 In 8 aan 1200ο⁹, ue 7 4 342 12 1 1e nne 3 11 J ibo Mn 1 Ai 1849. . l— HA I ing 0 Amtlicher Theil de Die Großherzablich Heſſie. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks 1 0 — an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ „ darmerie des Regierungsbezirksz. Betreffend: In Unterſuchungsſachen wegen Ausſetung eines Kindes. Nach einer Mittheilung Gr. Landgerichts Offenbach, würde daſelbſt am 9. November, Vormittags 8 Uhr, in dem an der ſogenannten Bieberer Straße vorüberfließenden Bache tin todtes, neugebornes Kind aufgefunden, welches Pi haft in der Nacht vom 8. auf den 9. November dort aus⸗ geſetzt worden. 8 550 e Das Kind iſt männlichen Geſchlechts, hat blaue Augen e ee e ee, ee Wir beauftragen Sie, dieſem Gegenſtande ihre Auf⸗ merkſamkeit zuzuwenden und etwa ſich ergebende, auf die Entdeckung der Thäterin führende Indicien alsbald zu un⸗ ſerer Kenntniß zu bringen. 2 Friedberg am 16, November 1849. f ee 1 n u i en- 310 1 Die letzte Nacht in der Wildniß. eee 10 f(Fortſetzung.) 95 1 Es vergingen nunmehr zwei Jahre; die alte Fran war jetzt bei der Familie ganz einheimiſchogeworden, und da die letztere ſeit der Zeit ſo gar keine Nachricht empfan⸗ gen hatte und deßhalb unruhig zu werden begann, ſo ward beſchloſſen, Stephan nach Quebeck zu ſenden, um deßhalb Nachfragen anzuſtellenn. 550 g Einige Tage nach Stephan's Abreiſe, als Richard im Hofe beſchäftigt war, Emilie aber bald ihrer Handar⸗ beit oblag, bald nach den Kindern ſah, trat letztere freund⸗ lich zu ihrem Gatten mit der Frage, ob der kleine Wagen bald vollendet ſei, welchen er; für die Ziege ihrer älteſten Tochter fertigte.„ 442 0 11 511 „„Ich kann leſder die Arbeit nicht vollenden,“ ent⸗ geguete Richard,„es fehlt mir dazu eine Art Holz, welche den Fluß hinan wächſt, dort won ich. neulich auf die Bären⸗ gad ging ß ene dun me, g, Bi 0 ö f e ſollteſt Du heute hin, das Wetter iſt ſo ſchoöͤn,/ ſprach die Frau.„Nimm Corney mit Dir, Du kannſt zun Abendessen wieder, Alt c ſeit. Ich iu, Dir t den Kindern entgegen kemmen, und ein gutes Fiſche ſoll Dich erwarten) lit ſeiner Axt alf der Schultet, einem treuen Hünnd zur Seite, machte ſſch 9 00 Campbe l äuf den Weg, und ihrem Verſprechen geiukß, ging ihm Emille eine Stunde vor Einbruch der Dämmerung mit den Kindern entgegen. Sie ſchritten tüſtig fort, bis es dunkler zu werten 15 mit der Anſtrengung ihrer ganzen Sehkraft ſchante Emiſie nach allen Seiten hin, konnte aber nichks von ihrem Maſine ecke.. r „Mich friert, ach, mich friert gar zu ſehr, liebe Mutter, klagte die kleine Betty, indem ſie ſich in den Mantel ihrer Mutter hüllte. 8 e% Ja, ja, mein liebes Kind, es wird zu kalt, wir wollen heimkehren,“ verſetzte Emilie, und nachdem ſie noch einen langen Blick in die Ferne geworfen hatte, kehrte ſie mit den Kleinen traurig nach Hauſe zurück. Granny, ſo nannte ſich die alte Frau, hatte das Abendeſſen bereitet und im Kamin ein helles Feuer ange⸗ zündet. Nachdem ſie noch länger als eine Stunde ängſt⸗ lich auf die Rückkehr ihres Gatten gewartet hatte, ſetzte ſich Miſtreß Campbell mit ihren vom Hunger geplagten Kin⸗ dern zum Theetiſch, aber der Anblick des leeren Stuhles neben ihr raubte ihr jeden Appetit. Alle Augenblicke er⸗ hob ſie ſich und blickte zum Fenſter hinaus, aber ſie konnte weder etwas ſehen noch hören, denn die Nacht war dunkel und der Wind hatte ſich erhoben. Ste verſuchte es, ihren Muth zu ſammeln, aber ihre Angſt nahm immer mehr über⸗ hand.! Die Fragen der Kinder hakten etwas Qualvolles für ſie; ſie erkundigten ſich fortwährend, ob der Vater noch nicht heimkehre und ob er dieſe Nacht noch heimkehren werde. Endlich wurden ſie zu Bett gebracht und die arme Emilie blieb jetzt allein, allein mit ihren quälenden Gedanken. Als Granny die Kinder zur Ruhe gebracht hatte, kehrte ſie zu ihrer Gebieterin zurück, die in heftiger Ge⸗ müthsbewegung im Zimmer auf⸗ und abging. 0„Ach! Granny, Granny! jammerte ſie,„wo bleibt mein Mann? Wo kann er ſein? Ach, wenn ich doch nur kräftiger und die Nacht nicht ſo dunkel wäre!“ Sie trat an's Fenſter, um wieder hinaus zu ſchauen. g Die Dienerin ſuchte ihrer Herrin den Gedanken aus⸗ zureden, ſich in der Dunkelheit der Nacht hinauszuwagen, und verſicherte, wie es oft geſchehe, daß ein Wanderer in Waldung übernachtet, weil ihn die hereingebrochene Dun⸗ kelheit überraſcht und verhindert habe, den Weg heimwärts Gericht 1 76700 2 9 10 1 1 0 0 — 378— zu finden. Endlich gelang es der guten Alten, ihre Ge⸗ bleterin in ſo weit zu beruhigen, daß ſie ſie bewog, ſich zu Bette zu legen. Emilie verſuchte zu ſchlafen, aber ver⸗ gebens, und kaum daͤmmerte der Tag, als ſie von ihrem Lager aufſprang und ſich ſchnell in ihre Kleider warf. „Granny,“ rief ſie, indem ſie in das angrenzende Zimmer trat, in dem die Alte mit den Kindern ſchlief, „beſorge mir ſchnell etwas Frühſtück, ich muß auf der Stelle fort!“ 5 S „Fort, Herrin, und wohin?“ fragte die Alte. „Ich muß hinaus, muß mich nach meinem Gatten umſchauen ,, entgegnete Emilie mit faſt erſtickter Stimme. „Nicht doch, nicht doch le bat die Alte;„ohne Zwei⸗ fel hat der Herr nun den rechten Weg gefunden, und ge⸗ wiß kehrt er bald zurück. Wartet wenigſtens noch einige Stunden.“ „Wenn er aber vielleicht erkrankte oder verwundet ward 2797 f Das iſt nicht ſo wahrſcheinlich, als daß er ſich verirrt hat und den Tag abwartete, um den Heimweg zu uche. 5 Auf; dieſe Weise geduldete ſich Emilie noch einige Stunden; als 1 dieſe vorüberſchwanden, ohne daß ihr Gatte erſchien, konnte ſie ihrer Unruhe nicht län⸗ er, gebieten, ern eilte hinaus. Raſchen Schrittes fei ſie ihren Weg fort, ſie fühlte keine Ermüdung, die Hoffnung ſtärkte ſie und beflügelte ihre Schritte. 8 e A8 die Sonne herabzuſinken begann, ohne daß ſie ihren Gatten gefunden hätte, und ſie einſah, daß ſie den Heimweg einſchlagen müſſe, wollte ſie noch vor Nacht nach Hauſe gelangen,— da fühlte ſie ſich faſt von Verzweif⸗ lung erfaßt. ö N Als ſie ſich aber ihrer Wohnung wieder näherte, fühlte ſie ſich durch die Hoffnung ermuthigt, daß ihr Gatte vielleicht auf einem anderen Wege heimgekehrt ſein koͤnne. Sie trat eilig in den Hof, kein treuer Corney, der ihr entgegenbellte, Niemand, der ſie freudig begrüßte. Die Thür öffnete ſich langſam, ſie blickte voll Angſt umher, das Feuer im Kamin beleuchtete das welke, traurige Ant⸗ litz der Alten, die für ihre Gebieterin kein beruhigendes Wort mehr hatte. Die Kinder, welche in ihrer Unſchuld die Angſt der Mutter nicht ahnten, ſpielten im Zimmer umher. Geiſtig und körperlich erſchöpft, ſank Emilie auf den nächſten Stuhl. Am folgenden Morgen ſetzte die unglückliche Frau ihre Nachforſchungen mit gleichem Eifer, aber eben ſo erfolglos fort. Während der Nacht war Corney, der treue Hund, zurückgekehrt. Ihr ſcharfes Ohr hörte ihn vor der Pforte bellen, und man eilte ihn einzulaſſen. „Laß ihn gleich herein zu mir,, rief Emilie. „Nicht doch,“ entgegnete die Alte von außen,„er iſt ſchmutzig und durchnäßt und würde drinnen Alles be⸗ ſudeln. Auch ſcheint er faſt verhungert, ich will ihm zuvor etwas Nahrung reichen.“ Emilie ließ das geſchehen, die Heimkehr des Hundes belebte ſie mit neuen Hoffnungen. So wie der Tag däm⸗ merte, war der Hund wieder wach, er wimmerte und gab zu verſtehen, daß er wieder aus dem Haus hinaus wolle. Emilie warf raſch ihre Kleider über, nahm aus Granny's bebender Hand einen kleinen Mundvorrath mit ſich und folgte dem Hunde, der voran rannte, bis zu dem Fluſſe hinab. Dort ſprang er in die Fluth und blickte zurück, gleichſam als fordere er Emilien auf, ſeinem Beiſpiele zu folgen. Der Fluß, obgleich ſchmal, war ſtark und reißend. Plötzlich erinnerte ſich Emilie, daß etwas weiter hinab ein umgeſtürzter Baum gewiſſermaßen eine Brücke bilde. Sie eilte dorthin, gelangte glücklich hinüber und folgte dem Hunde, der unabläſſig voranrannte. f f Endlich erſchöpft und ermattet, ruhte ſie ein wenig unter einem Baume und theilte ihren kleinen Mundvorrath mit dem treuen Hunde. Als ſie ſich etwas geſtärkt fühlte, ſetzte ſie ihren Weg wieder fort, aber der größere Theil des Tages war jetzt verfloſſen. N Plötzlich kehrte der Hund, der ſtets voran war, heu— lend und wimmernd zurück. Emilie blickte forſchend umher. Sie hatten eben einen kleinen offnen Raum betreten, der von den Bäumen begrenzt war, welche zu fällen, ihrem Rathe zufolge, ihr Gatte ausgegangen war. Jetzt mußte ſie ihr Schickſal erfahren; ſie konnte ſich kaum aufrecht erhalten, nichtsdeſtoweniger eilte ſie vorwärts. Bei der Scene aber, die jetzt vor ihren Blick trat, ſchwand die wenige Kraft, die ihr noch übrig geblieben war, gänzlich dahin.(Schluß folgt.) Ein Beſuch in Calcutta. Von allen Städten, die ich in früheren Jahren auf meinen Reiſen geſehen, hat keinen angenehmeren, überra⸗ ſchenderen und zugleich tieferen Eindruck auf mich gemacht, als Calcutta mit ſeinem Gemiſch von europäiſcher Kultur und morgenländiſcher Pracht. Ich ſah es zuerſt als ein Jüngling von 15 Jahren, als Volontär auf einem Kauf⸗ fahrteiſchiffe, mit welchem ich ſieben Wochen im Hugly lag. Während dieſer Zeit hatten wir mehrere Feier⸗ oder Raſt⸗ tage, an welchen die gauze Mannſchaft an's Land gehen durfte, und unſere Beſuche in der Stadt waren für Alt und Jung immer mit ee und Luſtbarkeiten verbunden. Beſonders mein erſter Ausflug ſchwebt mir mit ſeinen Eindrücken noch immer friſch vor der Seele. Eines Morgens um die vierte Glocke der Morgen⸗ wache, oder um zehn Uhr nach gemeiner Zeitrechnung am Lande, waren alle Verdecke abgewaſchen und das Frühſtück vorüber. Dieſes letztere war ſtets ein äußerſt luxurtöſes, ſo lange wir in Indien waren, beſtehend aus einem Büſchel trefflicher Bananen, friſcher Butter auf einem Piſangblatte und neugebackener Semmel ſtatt des harten Zwiebacks, dazu Schiffsthee und kalten Braten von köſtlichem Büffel⸗ fleiſch. Welch' ein Unterſchied von der gewöhnlichen Schiffs⸗ koſt! Und die angenehme Zubuße zu dem gewohnten Mahle koſtete jeden von uns wenig mehr als einen Penny, und dazu noch auf Kredit, ſo daß die ganze Mannſchaft, vom Koch bis zum Kajütenjungen, ſich dieſen Luxus er⸗ lauben konnte. Die Semmeln waren kleine kegelförmige Rollen, und wurden jeden Morgen in Rahmoun's Kram⸗ boote zu uns an Bord gebracht; das Büffelfleiſch hatte den einzigen Nachtheil, daß es nicht fett und ganz weiß war wegen der Abweſenheit des Blutes, das die Muſel⸗ männiſchen Schlächter wie die Juden durch das Oeffnen der Halspulsadern gänzlich entfernen.— Nach dem Früh⸗ ſtück wuſchen wir uns, und raſirten uns ſelbſt, wo dieß nöthig war; zum erſten Male nahm ich meine ſchmuckſte blaue Jacke, weiße Beinkleider von Segeltuch und meine blaue Tuchmütze mit der goldenen Borte aus der Truhe, und machte meine Toilette vor einem kleinen Spiegel, der an der Halbdecktreppe angebracht war. Wir acht Volon⸗ täre(prentiees) putzten uns heute auf wie Seekadetten (midshipmen) eines Londoner Schiffes. Die Matroſen ſtanden bereits am Windlaß(der kleinen Schiffswinde) in beſter Tracht mit getheerten Huͤten, die ſie ſich meiſt ſelbſt verfertigt und bemalt. Der Kapitän mit den Unterſchiffern waren am Kabeſtan(der großen Ankerwinde)„und der erſtere hatte ein Kaſtchen voll Rupien im Arme, die er kaum zuvor vom Agenten am Lande erhalten hatte. Zu⸗ erſt traten die Matroſen zu ihm und empfingen Jeder 5—8 Rupien, je nach ihren Wünſchen; dann kamen wir und erhielten gleichfalls 2—3 auf den Kof.(Die Rupie e tin w enig Nun nn errath bab le, doßere Theil 1 war, heu⸗ dend umher eireten, der Len, ihrem Jetzt mußte um aufrecht 8. Bei der ſchwand die ur, ganzlich laß folgt.) —————5ð*3 Jahren auf ten, überra⸗ nich gemacht, ſcher Kultur Lerſt als ein einem Kauf⸗ Hugly lag. oder Raſt⸗ kund gehen nen fur Alt Luſtbarkeiten ſchwebt mit der Seele. der Morgen⸗ rechnung am as Frübhſtück J lururioſes, rem Büchel Fangblatte Zwiebacks, dem Büfftl⸗ chen Schiffs gewohnten enen Penny, Nannſchaft, n Lurus er kegelfoͤrmige uns Kram⸗ eiſch hatte b ganz weiß die Muſel⸗ das Oeffnen 4 den Früh u, vs dh ie ſch guckſte und neine 57 Truhe, gurl, det acht Volon⸗ Scekabetten — 8 iſt etwa fl. 1. 15 kr. rhein. oder 22 Sgr.) Die Matroſen begaben ſich in einem Schleppboot der Eingebornen an's Land, während wir Lehrlinge, der Obhut des Aelteſten von uns anvertraut, in einem zu dieſem Zwecke herbeigerufenen Boot ohne Nachtheil für unſern Putz wohlbehalten an's Land gelangten. Oberhalb der Anlände trafen wir eine Gruppe Palankinträger, Kulies und Punkah⸗Bedars oder Sonnenſchirmträger mit ihren Sonnenſchirmen und Palm— blättern, die ſümmtlich emſig bemüht ſich um unſere Kund⸗ ſchaft zu bewerben, uns ihre Namen zuriefen und ſich Alles gefallen laſſen wollten, wenn wir ihnen nur eine Gelegenheit gaben, unſer Geld zu verdienen. Unter dem Vortritt unſerer älteren Vorgeſetzten marſchirten wir übri— gens ſammtlich in Einer Truppe an Sailor's Homme und unter den Balkonen der nächſten Häuſer vorüber, deren glänzend⸗weißer blendender Kalkbewurf auffallend mit ihren hohen grünen Fenſterblenden und den umgebenden Bäumen contraſtirte. 10 2 11 111125 Wir jungen Leute waren ſeelenvergnügt; fühlten wir doch nun nach einer langen beſchwerlichen Fahrt wieder einmal feſten Boden unter unſern Füßen, waren wir doch wieder frei, hatten unſeren eigenen Verdienſt in der Taſche, und ſahen die weitgerühmten Herrlichkeiten des Morgen⸗ landes jenſeits dieſer Gebäude vor uns ausgebreitet, und Alles ſo ſpottbillig, daß ein Schilling hier weiter reichte, als eine Krone(5 Schillinge) in England! Dazu kam noch, daß mehrere von uns den indiſchen Boden zum erſten Male betraten! Bald bogen wir von der Anlände aus um die Ecke in eine breite ſtille Straße von großen ausein⸗ anderſtehenden Häuſern ein, wo keine Seele ſich zu rühren ſchien— eine doppelte Reihe maſſiver Häuſer mit flachen Dächern ohne ſichtbare Thüren, die oberen Stockwerke voll dicht verhangener und beſchatteter Fenſter; hohe Mauern reichten vom einen zum andern, und über dieſe ſchaute reichliches Laubwerk von der verſchiedenſten Farbe und Geſtalt herüber, mit den reichſten Blüthen bedeckt, deren Duft die ganze ſtille Atmoſphäre mit Würzhauch erfüllte. Von allen Seiten ſtrömte grelles Licht auf den weißen Gypsbewurf; die Baluſtraden der großen Gebäude in der Ferne, der ſpitze Thurm einer Kirche mit flachem Dach erſchienen noch weißer in dem ſozuſagen zunehmenden grellen Licht der Ferne, das durch alle Oeffnungen drang. In der Straße war weder Fußweg noch Fahrſtraße zu be— merken, ſondern nur eine ſchmale Goſſe trennte die Straße vom Bürgerſteig; und die einzigen Spaziergänger ſchienen anfangs zwei Bhiſties oder Waſſerträger, welche aus Schläuchen von Büffelhaut den rothen Staub der Straße beſprengten. Bei der nächſten Straßenbiegung trafen wir übrigens eine größere Anzahl Menſchen, meiſt Eingeborene oder Matroſen, denn ſonſt geht Niemand bei Tage oder zu Füße aus; ferner begegneten uns Heckeries oder in⸗ diſche Fuhrwerke, Boggies und raſſelnde Miethkutſchen, gefüllt mit halb betrunkenen Matröſen, Palankine und Kulies, die über ihre Herren die breiten Sonnenſchirme hielten— Alles wogte bunt durcheinander. Plötzlich er— öffnete ſich uns die weitgedehnte Ausſicht auf Flach-Street, den Haupttummelplatz der Fremden und der auf Urlaub am Lande befindlichen Matroſen, und bald umgab uns ein dichtes Menſchengewuͤhl. Hier gab ein Schlangenbeſchwörer mit ſeinem Korbe Vorſtellungen vor einem dichten Haufen, dort lag ein ſchwarzer Beſchwörer platt an der Erde und heulte in wilder Verzückung, um einige Pice(die kleinſte Scheidemünze.) Morgenländer aller Arten: Juden, Ma⸗ layen, Parſis, ernſte bletche Armenier in weißen wallenden Gewändern und hohen Turbanenz Chineſen mit den ſchiefen Aeuglein, der gelben Haut und der bunten Kleidung; der gewöhnliche Bengaleſe in ſchmutzigem Kattun, der indiſche Kaufmannsdiener im wallendem Gewand von leichtem Ge⸗ webe, der Muſelmann mit dem weiten bunten Kaftan, der ſchwarze Portugieſe und der Paria mit dem Tuch um die Hüften,— ſie alle umſchwärmten uns in dichtem Gewühl, machten aber ſcheu den lärmenden engliſchen Matroſen Platz, die deſto zahlreicher wurden, je weiter wir vorſchritten. In Flach⸗Street— dieſen Namen fuͤhrt die Straße von dem Flaggenſtock an ihrem einen Ende— waren ungemein viele europäiſche Fäden, Weinhäuſer, Bierſchenken, wo ginger beer verzapft wurde, portugieſiſche Kneipen und ein Hotel für reichere oder vornehmere Fremde. Hier be⸗ fand ſich auch das Polizeibürcau mit ſeinen Gruppen von Tſchokihdars oder einheimiſchen Polizeiſoldaten, von denen wir Einige ſo eben beſchäftigt ſahen, einen rieſigen betrun⸗ kenen Matroſen in Arreſt zu ſchleppen, worauf aber ſeine Gefährten einen Angriff auf die Tſchokihdars machten und ihn herausriſſen. Ganze Reihen von Mieth-Palankinen ſtanden an der Ecke von Frittie Bazar, einer Reihe von Gold⸗ ſchmieds⸗ und Juweliers⸗Gewölben, wie man ſie in London oder Liverpool nicht ſchöner und reicher ſehen kann. Die Seſſelträger lungerten neben ihren Gefährten herum oder rannen, zu vier und vier, keuchend und ſtöhnend mit ihrer Laſt davon; es waren gar ſeltſame Burſchen, merkwürdig anzuſchauen mit ihrem Haar, das ſie nach Weiberart in einem Knoten über dem Scheitel aufbinden, die Geſichter mit rothem und gelbem Ocker beſtrichen wie die Arbeiter der ärmſten Kaſte, die nackten Körper mit übelduftendem Kokosnußöl eingeſalbt. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN Mobilien Verſteigerung. 41684) Donnerſtag den 22. l. M., Vormit⸗ nags um 9 Uhr, werden in der Wohnung des Tobias Thaler in der Uſa⸗Vorſtadt dahier deſſen Mobilien, beſtehend in Holzwerk, wobei ſich ein Schreibſecretär befindet, Zinn, Kupfer, Eiſen, Weißzeug, Bettung, Kleider, Pferdegeſchirr ze. de., ſodann ein Pferd und eine Ziege, meiſtbietend werſteigert. f 1 Friedberg am 14. November 1849, In Auftrag Groß, Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben der, Gläubiger aufforderung. 10 9) Rechtsanſprüche jeder Art an den Fug ver unter dem 10. Juli d. J. zu Fried⸗ berg ohne Leibeserben verſtorbenen Wittwe des Mathſchöffen Ehriſtian Friedrich Eich, einer ge⸗ borenen Engel, welcher theilweiſe unter der Rechtswohlthat des Geſetzes und Inventars angetreten wurde, find Mittwoch den 12. Dezem⸗ ber d. J., Vormittags 9 Uhr, bei unterzeich⸗ netem Gerichte, bei Meidung Ausſchluſſes von dem Inventar, geltend zu machen. Friedberg den 15. November 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Bekanntmachung. (17000) Da die am 13. November Nach⸗ mittags abgehaltene Emrich Rauch'ſche Mobilien⸗ Verſteigerung die Genehmigung nicht erhielt, ſo werden die betreffenden Mobilien Montag den 26. l. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, in der Wohnung in der Vorſtadt zum Garten, be⸗ ſtehend in Holzwerk, als: Bettſtellen, einen nuß⸗ baumenen Tiſch, Küchenſchrank, eine Wanduhr ze. ſodann ſämmtliches Schloſſerhandwerksgeſchirr, als: Ambos, zwei Blasbälge, zwei Schraub⸗ ſtöcke u. ſ. w., nochmals meiſtbiekend verffeigett. Friedberg am 19. November 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1701) Donnerſtag den 22. November Vor⸗ mittags 10 Uhr ſoll in dem Magazin des hie⸗ ſigen Bahnhofes die Lieferung von Schippen, Rechen, Handſägen, Kratzen, Handrammen, Oel⸗ kannen, Gießkannen, Pechpfannen, Nagelkaſten, Schneeſchlitten, Klafterſtangen, Tracirleinen ꝛc. ꝛc. zur Ausrüſtung der Bahnwärter nach den vor⸗ liegenden Muſtern an den Wenigſtnehmenden öffentlich in Akkord gegeben werden. Friedberg den 15. November 1849. Der Großh. Heſſ. Sections ⸗ Ingenieur der Seetion Friedberg. Hochgeſand. Katharinenmarkt zu Butzbach. (1702) Der diesjährige Katharinenmarkt findet nicht wie in den Landkalendern angegeben iſt Sonntag den 25, ſondern Montag den 28. d. M. ſtatt. Butzbach den 15. November 1849. Der Großhe Heff. Bürgermeiſter Krauß. „Verſteigerun (470 25 Mella den 26. d. 1, D ie 10 Uhr, ſollen im Rovheimer Galende. wald nachbenannte⸗ Holz⸗Sortlmente, as? 15 737% Stecken kuchen Schl, 73% 121 rügelholz, 14%„„ Sfockholz, nh ache Scheitholz, f 6511 2* 490 Prügelhol⸗⸗ 7 e e 25 1176 Stile buchen Wellen und nee ginſtern 15. öffentlich! meiftbietend verſteigert werden. Ole Zuſammenkunft iſt auf der Fahrbahn bberhalb der Köpperner Chauſſee präcis halb 10 Uhr. Bemerkt wird, daß für die Ginſtern⸗Wellen gegen Vorſchriftsmählge Bargſcheine Zahlungs⸗ friſt bis 1. März 1850 geſtaktet wird. e den 17. November 18499 nat Großh. Heſſ. ehe 1 de 90 5977 9% f 8 75 Ver 1 50 11 10 0 der Wisfaprtgen fangt abten bsſung durch den G Gemeinderath“ der“ füt diefes Jahr zur Abttagung und Rückzahlung be⸗ ſtimmten Gemeinde Obligationen wurde die Nr. 73 gezogen, was mit der Anfügen 1 1 zur che Keuntniß ge 5 5 wird, das Capital am 1. Januar 1850 in Shen genommen werden kann, da von da⸗ 5 18 f weiteren Zinſen vergütet werden. u keks den 16. Nove. 1840. 17 5 Der Großh. 859 80 h ue * 126555 2„Frucht 12 irg (1105). den 8. November, Nach mittags um 2 Uhr, st Kirchenkorn auf dem Rathhaus in Kaichen pere ſteigert, werden. b Brod, Gel und Schüh lieferung. (17060 Freitag den 30. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird: a) die Brodlieferung, aufs 1. Semeſter k. b)„ Oellieferung, und c)„ Leferung det Bundſchuhe, ber Schuhe, ſowie der Sohlen und Flecke auf das Jahr 1850 für die Garniſon dabier, in dem Bureau des Batalllonsverwaltungsraths, auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in dem oben gedachten Bureau einge⸗ ſehen werden können. ee den 19. November 1849, In Auftrag: Ramſpeck, Oberquärtiermeiſter. F (1707) Samſtag den 1. k. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll der Dünger in den Senkgruben der beiden Caſernen dahier, auf die Jahre 1850, 1851 und 1852 nach den feſtgeſtellten Bedin⸗ gungen auf dem Soumiſſionswege an den Meiſtbietenden vergeben werden. Feine den 19. November 1849. n Auftrag: Ramſpe, Oberquartiermeiſter. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Mädchen 16900 mit guten Zeugniſſen, welches mit Kochen und Hausarbeiten umgehen kann, wird in einer ſtillen Haushaltung geſucht. Ausgeber dieſes ſagt bei wem. Friedberg den 14, November 1849. Ge ſ u ch. (17108) 8— 10. geühte Cigarrenmacher oder, junge Leute, welchendas Eigarrenmachen, erlernen wollen, finden dauernde Beſchäftigung durch den 17 en etwas über 5 Malter Der Klrchenvorſtand. a „Braubach: in Butzbach. etabli 380 N Die eee eee n „Colonia, un end un 9100 133 112140 (1339) welche burch die 1 vom 26. November 1847 det Aachen⸗Münchner Geſelſchatt, als ein inländiſches Inſtitut des Großherzogthums, dag ee, wurde, bietet dieſelben Garantien und Vortheile dar, wie jene Geſellſchaft. Die unte e auen Agenten ſind zur Annahme von Verſt cherungs, Anträgen auf bewegliche Gegenſtände jeder Aale in Friedberg. rt und zur Ertheilung jeper gewünſchten Auskunft bereit. r können bei denſelben unentgeldlich bin Empfang, genommen werden. ee und Hungen den 18. November 1849. Die Agenten der, Colonia 1 N n ebe 5 N Alle Sorten 07090 franzöſiſcher Liqueure, Ananas! Arack„ Num und rothe Eau, 1 a 29 fender Eſſenze,— in 1 Qualität Ans 1 1 erg. N 2 RM F. 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Arnold Stiebel Julgort Döngesgaſſe Nr. 6 neu in Frankfurt a. M. Zu Verkäufen. (17110 Ein Pferd von—.— Farbe, ö Wallach, ſteht zu verkaufen bei Friedberg. Philipp Stork's Wittwe. Nachkirchweihfeſt zu Okarben. (1712) Nächſten Sonntag den 25. d. M. findet bei mir gut beſetzte Tanzmufik ſtatt, wozu ich mit dem Bemerken, daß ich für gute Speiſen und Ge⸗ tränke beſtens beſorgt ſein werde, höflichſt einlade Okarben. Carl im e Geſ u (1718) Eine geſetzte 1 Köchin, welche im Hötel Prapp in Condition ſteht, ſücht eine ähnliche Stelle. Auch iſt dieſelbe fähig in jeder Eigenſchaft die Stelle als Haushälterin zu begleiten. g 25 0 Gulden (1710 liegen zum Ausleihen bereit. N bei der Expedition d. Bl. Entlaufener Hun d. (17150 Mein Pudel iſt entlaufen, dem, der mir dazu werhüters eine gut Belohnung, 5 Baruch Hecht. zu H 87 (17160 Meinen Stelen a Gönnern die ergebenſte Anzeige, daß ich mich hier als Metz⸗ ger etablirt und namentlich das Geſchäft von „Joſeph Engel fortführen werde. Unter Zuſicherung reeller Bekeninz, bite um geneigten Zuſpruch 9 „Feten, im 3 1849. 9 Moſes lernen 210 Bekanntmachung g.. (1717) Die conſtitutionell Geſtnnten in den Orten der vereinigten Wahlbezirke Fried⸗ berg⸗Vilbel werden erſucht einige Vertrauens, männer aus jedem Orte zu einer Beſprechung, bezüglich der bevorſtehenden Wahl zur erſten Kammer auf Sonntag den 25. d. Mis., Nach⸗ mittags 2 Uhr, in das Gaſthaus zum Engel in Vilbel abzuſenden. Bei der Wichtigkeit des Ge⸗ genſtandes glaubt man auf recht zahlreiche Be⸗ ech rechnen zu können. Das conſtitutionelle Wahl⸗Comite für den Bezirk Friedberg. eee Anzeige. 2 Das in Nr. 194 der Darmſtädter Jeitang angekündigte Werk: Evangeliſches Choralbuch von K. Thurn, welches alle in un⸗ ſerm Großherzogthum. gebräuchlichen Choral⸗ Melodieen der evangellſchen Kirche, für Orgel und Geſang geſetzt, mit Zwiſchenſpielen verſehen, enthält, iſt nun bei dem Unterzeichneten 17 8 und für den Subſeriptionspreis von 2 fl., bunden in Halbfranzband 2 fl. 24 noch bis Ende dies Jahres bei dem Unterzeichneten zu— re den 17. November 1849. CE. Nagel Buchhandlung (4718 r * Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Binder nagel in Feiedößtg. f- — 7* 1 18