eigen 8 N 16. Sagthr. ö verrichtet: n tſch. Stadtlirche: tſch. 5 Burglitche: = N 1 12 FEED 1 — 1 g — U Burgkirche: Inte ligen 3 fuͤr die Blatt Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. N 73. Mittwoch den 19. September 1849. 1 Amtlicher Theil. —— a Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks TFriedberg an ſämmtliche Kirchenvorſtände und Localverwaltungs⸗ Commiſſionen dieſes Regierungsbezirk. Betreffend: Die Ablöſung der vielfältigen kleinen Geld⸗ und Natural⸗ gefalle, welche an Kirchen, Stiftungen und Pfarreien zu entrichten find. Zu den Einkünften der meiſten Kirchenkaſten, Stiftun⸗ gen und Pfarreien im Regierungsbezirk Friedberg namentlich derjenigen vom ehemaligen Kreiſe Hungen gehören eine Menge kleiner Geld⸗ und Naturalgefälle, welche unter viel⸗ fältigen Namen, als z. B. Zinskorn, Fruchtzins, Geldzins, Grundzins, Grundrente, Zinsgänſe, Hühner und Hahnen, Blutzehnten ic. jährlich erhoben werden. Dieſe Gefälle ſind häufig ſo ſehr in's Kleinliche zerſplittert, daß ſie nicht ſelten nur in einzelnen Kreuzern oder Hellern beſtehen. Es iſt einleuchtend, daß dergleichen kleinliche Gefäll⸗ Bezüge im Allgemeinen gleich läſtig und nachtheilig für die Verwaltung resp. die Berechtigten als für die Pflich⸗ tigen ſelbſt ſind. Wir dürfen zum Beleg dafür nur die eine mehrfach in unſerer Erfahrung bewährte Thatſache erwähnen, daß ſolche Gefälle, ſo klein ſie auch waren, dennoch von zahlungs ſäumigen Pflichtigen zwangsweiſe bei⸗ getrieben werden mußten, wodurch denſelben alsdann dop⸗ pelt ſo viel Koſten erwachſen ſind, als das ganze Ab⸗ löſungskapital betragen haben würde, um dieſe Behauptung zu rechtfertigen. Am meiſten ſpringt jener Nachtheil bei denjenigen Gefällen in's Auge, welche als Dotation der Pfarreien an die Herren Geiſtlichen zu entrichten ſind. Wie viel Stoff zu den unangenehmſten Berührungen zwiſchen den Geiſtlichen und ihren Pfarrkindern bieten dieſe nicht dar! Wir empfehlen Ihnen deswegen recht ſehr, auf die Abloͤſung der erwähnten kleinen Geld- und Naturalgefälle im Allgemeinen, insbeſondere aber derjenigen, in deren Bezug ſich die Herren Geiſtlichen befinden, thätigſt hinzu⸗ wirken. Nach höchſter Vorſchrift ſollen 1) In Anſehung der Berechnung der Ablöſungskapitalien von Naturalgefällen die in dem Geſetze vom 25. Ja⸗ nuar 1831 feſtgeſetzten Naturalienpreiſe hierbei zu Grunde gelegt; ferner 2) Geldzinſen unter 1 fl. und Früchte unter ½ Simmer im zwanzigfachen, 3) Alle Geld- und Naturalzinſen von höherem Belaufe aber im fünfundzwanzigfachen Betrage abgelöſt werden. Zu mehrerer Gleichförmigkeit wünſchen wir, daß Sie die Ablöſungserträge nach dem beifolgenden Muſter ein⸗ richten mögen. 5 D und ir ie v. Formular für die Ablöſungsverträge. Zwiſchen dem unterzeichneten Kirchenvorſtand zu 1 ö g chneten Einwohnern iſt heute vorbehaltlich höherer Genehmigung folgende Uebereinkunft Zins pflichtigen gleichfalls unterzei abgeſchloſſen worden: 1) Die Letzteren zahlen zur en beibemerkte Ablöſungsſumme bis zum 8 2) Bis zu vollſtändiger Berichtigung dieſer Ablöſun gungen ausdrücklich vor den Grund⸗ und Flurbüchern, in ſo weit ſie darin enthalten iſt, einerſeits und den zur Kirche(Pfarrei) gänzlichen Ablöſung ihrer in nachſtehendem Verzeichniſſe aufgeführten Zinspflicht an Erſtere die baar und ohne irgend eine Auf- oder Abrechnung. gsſumme bleiben der Kirche(Pfarrei ꝛc.) alle ihre Zinsberechti⸗ behalten, nach erfolgter Zahlung ſoll dagegen die Zinspflicht für immer aufhören, und in abgeſchrieben werden. — eee ˖ ährl. Betrag derſ.] Maasſtab J Betrag der Unterſchrift des Ordn. Namen der ohnort. Beſchreibung Jahr ö der Ver⸗ Ablöſungs⸗ 1% Nr. Pflichtigen. 185 4 der Zinspflicht.] in Geld. in Frucht.] wandlung. e Pflichtigen. . ——ů—ů—— — — 306— Dieſelbe an die ſämmtlichen Großh. Herren Geiſtlichen und Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Aufnahme der Bevölkerung im Großherzogthum Heſſen nach dem Stande derſelben im Monat Dezember 1849. Unter Bezugnahme auf die in obigem Betreff höchſten Orts erlaſſene Beſtimmungen, namentlich auf die Inſtruction vom 4. April 1833,— auf das Miniſt. Amtsblatt Nr. 17 vom 24. März 1834,— auf das Miniſt. Amtsblatt Nr. 34 vom 31. Juli 1837,— auf das Miniſt. Amtsblatt Nr. 28 vom 2. Dezember 1841, beſonders aber auf das Miniſt. Amtsblatt Nr. 23 vom 7. Sep⸗ tember 1846 empfehlen wir Ihnen, wegen Aufnahme der Bevölkerung und Aufſtellung der Liſten I. und II., wozu wir Ihnen die nöthigen Formularien bereits haben zugehen laſſen, alsbald die erforderliche Einleitung zu treffen, und bei jenen Ar⸗ beiten die größt-möglichſte Pünktlichkeit und Genauigkeit, unter Beobachtung jener Vorſchriften, eintreten zu laſſen. Wir wiederholen Ihnen, daß die Aufnahme der Be— völkerung(Volkszählung) mit dem 3. Dezember l. J., als Normaltag, begonnen und die eigentliche Zählung, d. h. die erſte Ermittelung der vorhandenen Perſonenzahl von Haus zu Haus ununterbrochen fortgeſetzt und möglichſt am näm⸗ lichen, in volkreicheren Orten ſpäteſtens am dritten Tage vollendet werden muß, und daß dieſe Regel nur für die größeren Städte, auch hier jedoch nicht mehr als unerläßlich nothwendig, überſchritten werden darf. Es iſt hierbei übrigens genau darauf zu ſehen und zu halten, daß, wenn auch die Zählung an einem oder dem andern Orte, hiernach mehrere Tage dauern ſollte, doch die Bevölkerung immer nur nach dem Stande aufzunehmen iſt, wie ſie am 3. De⸗ cember, als Normaltag, war. Ihre Spezialliſten ſind in doppelter Ausfertigung laͤngſtens bis zum 15. Dezember l. J. an uns einzuſenden. Friedberg am 14. September 1849. Ouvrier. Dieſelbe an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Einſendung der Voranſchläge der Gemeinden des Regierungsbezirks Friedberg für 1850. Da bis jetzt nur einige Voranſchläge eingekommen ſind, ſo erinnern wir Sie binnen weiteren 8 Tagen an die Vorlage derſelben bei Meidung von Wartboten. Eine längere Friſt kann nicht nachgeſehen werden, da bis zum Zuſammentritt des Bezirksraths die Reviſion bereits erfolgt ſein muß. Friedberg am 14. September 1849. Büng de Bekanntmachung. Betreffend: Das Mathilldenſlift. Nach Beſchluß der Generalverſammlung ſollen von den Zinſenüberſchüſſen des Mathildenſtifts im laufenden Jahre gemäß§. 2. der Geſetze des Stifts 1000 fl. zur Vertheilung kommen, nämlich: 1) 666 fl. 40 kr. zur Unterſtützung für hochbetagte, min— deſtens 80 Jahre alte, ſittlich würdige Arme und 2) 333 fl. 20 kr. zur Belohnung braver treuer Dienſtboten, welche ununterbrochen wenigſtens 15 Jahre bei einer Herrſchaft gedient haben, mit Ausnahme jedoch der⸗ jenigen, welche bei der letzten Vertheilung berückſich⸗ tigt worden ſind. 8 1 Diejenigen, welche ſich um die eine oder andere dieſer Unterſtützungen bewerben wollen, haben über die betreffen⸗ den thatſächlichen Verhältniſſe Zeugniſſe der Herren Buͤrger⸗ meiſter und insbeſondere über ihr Alter und ihre ſittliche Würdigkeit Beſcheinigungen der Herren Geiſtlichen ihrer Gemeinde bis zum 31. Oktober d. J. anher beizubringen. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berückſichtigt werden. Friedberg den 15. September 1849. Der Präſident des Mathildenſtifts Qu d eie x. So that eine edle deutſche ſürſtin. (Erzählung aus der Spinnſtube. Als der jetzt regierende Herzog, Adolph von Naſſau, geboren worden war, wurde für ihn nach einer Säug⸗ amme im ganzen Herzogthume geſucht;— denn es ſollte eine reine, ſittige, junge Ehefrau ſein, von blühender Ge—⸗ ſundheit, unbeſcholtener Rechtlichkeit und ſanfter Gemüths⸗ art. Aus allen Aemtern des Herzogthums wurden geeignete Perſonen nach Weilburg gebracht, denn es hatten ſich gar viele gemeldet, da es ein ſchönes Stellchen war; aber nur Eine fand Beifall, und bei ihr traf auch ſo ziemlich Alles zuſammen, was man forderte; ja, was noch mehr war, gerade ihr wollte die liebende Mutter ihren Erſtge— bornen an die ernährende Bruſt legen mit vollem und ganzem Vertrauen. Das war viel; aber es war auch viel für eine Mutter, ihr Kind einer andern zu geben und ein fremdes an ihre Bruſt zu nehmen, ſich auf ein Jahr ganz loszuſagen von ihrem Gatten und ihren Kindern und gar keinen Umgang mit ihnen zu haben. Die Er⸗ wählte war ſehr arm; ihr Häuschen drohte einzuſtürzen und — mit ihrem Gehalte wollte ſie es bauen. ö So wurde ſie denn des Erbprinzen Schenkamme, und das Prinzchen gedieh gar ſchön und geſund. Die all⸗ gemein geliebte Herzogin Louiſe, eine geborne Prinzeß von Hildburghauſen, hatte die Schenkamme ungemein lieb, und beſchenkte ſie gar reichlich, und hielt ſie recht in Ehren; aber das liebliche Weib blieb ſo wie ſie geweſen, ſtille, freundlich, dienſtbereit und demüthig. Gar oft ſprach die Herzogin mit ihr über ihre Verhältniſſe, und ſuchte ihr ſo ihren Kummer und ihre Wünſche herauszulocken. Da kam ſie denn dahinter, daß nur zwei Dinge das gute Herz be⸗ ſchwerten, nämlich eine Schuld von hundert Gulden und der baufällige Zuſtand ihres Hüttchens. Je näher der Zeitpunkt der Rückkehr zu den Ihrigen kam, deſto froͤhlicher wurde ſie. Eine andere wäre traurig geworden, wenn ſie das gute Leben am Hofe hätte ver⸗ laſſen müſſen; aber es fiel ihr auf, daß ihr Mann und ihre Kinder, die ſie wohl alle paar Wochen Sonntags ein— mal ſah, ſchon lange nicht mehr da geweſen, und doch war Mehrenberg nur eine Stunde von Weilburg entfernt. Das tröſtete ſie, daß die gute fromme Herzogin immer ſagte, ſie ſolle nur ruhig ſein, ſie ſeien friſch und geſund— und dabei lächelte. Endlich— es war im Herbſt— kam die Zeit, daß ſie wieder heimkehren ſollte. Mit heißen Thränen trennte ſie ſich von ihrem Säuglinge und von der guten Frau Herzogin, und doch ſchlug ihr Herz in ſeliger Luſt, daß ſie wieder zu ihren Lieben kommen ſollte nach ſo langer Trennung. Ihre Kiſte war neu, war vollgepfropft von Leinwand und Kleidungsſtücken, die ſie alle neu erhalten hatte. Ihr Bett und alle das einfache, aber ſo ſchöne Geräthe ihres Zimmers ſchenkte ihr die edle Fürſtin. Heine wiß ſcheit heim Frau vor nicht freun liebet W Moch der, andert dier de betreffen. tren Bürge, Are ſittliche lichen ihrer dehubringen. deigt werden. hldenſtfts T. — l. ven Naſſau, er Saug⸗ un es ſollte ühender Ge⸗ r Gemüths⸗ en geeignete en ſich gar war; aber ſo ziemlich noch mehr gren Erſtge⸗ vollem und war auch geben und uf ein Jaht en Kindern 1 Die Er⸗ ſtürzen und chenkamme, . Die all⸗ Prinzeß von un lieb, und t in Ehren; peſen, ſtille, t ſprach die ſuchte ihr ſo en. Da kam ute Herz be⸗ Gulden und den Ibrigen wre traurig batte ver⸗ Mann und onntags ein⸗ 95 doch war 2 ernt. Das mmer ſagte, geſund— Zeit, daß Ach, ſagte die Fran, wo werd' ich's doch hinthun in meinem armen Hüttchen?— Nun, nun, ſagte lächelnd die Fürſtin, Du findeſt ge⸗ wiß ein Plätzchen dafür. Gerührt entließ die Herzogin die unter Dankesthränen ſcheidende Frau, und bald rollte der Hofwagen, der ſie heimbringen ſollte, die Straße nach Mehrenberg hin. Endlich erblickte die ſehnſüchtig ausſchauende, iunge Frau den Kirchthum von Mehrenberg und— ſie zitterte vor Luſt, denn ſeit einem Jahre hatte ſie ihr liebes Dorf nicht wieder geſehen. Endlich fuhren ſie ins Dorf. Die Leute grüßten freundlich die Heimkehrende, und ſie hinwieder die alten, lieben Bekannten und Freunde. Aber da hielt der Wagen an einem neuen Hauſe. Sehr groß war's nicht, aber gar freundlich und wohnlich. Ach, da wohn' ich nicht! rief ſie dem Kutſcher zu,— aber— da ſtanden die Nachbarshäuſer, wie früher auch— nur ihr altes bäufälliges Häuschen nicht. Sie wußte nicht, was ſie ſagen ſollte.— Da kamen im hellen Jubel ihre Kinder aus dem neuen Hauſe heraus und: Mutter! liebe Mutter! rief's hier und da, und: ſiehſt du auch unſer neues Haus? 307 Und der Gatte kam und hielt hin, daß ſie es herze! Ach, das war zu viel! Es wurde trübe vor ihrem Blicke; ihre Thränen rollten auf ihr Kind, das ſie an die mütterliche Bruſt drückte, und das Gebet, das aus einem ſeligen Herzen gen Himmel ſtieg, das galt der edlen Fürſtin, und Der droben, Der die ſtillen Gebete hört, hat's nicht vergeſſen.. Sie ſtieg nun aus und trat in das Haus, und ſah mit thränenfeuchtem Blicke die ſchönen Räume, und als ſie die Kiſte aufmachte, lagen zwei Papiere darin, das eine war der Schenkungsact über das Haus und Garten, und das andre die Quittung über die Schuld von hundert Gulden. Aber da war's aus! Alle weinten vor Luſt und Seligkeit, und als der Bediente, der die Frau heimbegleitet hatte, der edlen Fürſtin erzählte, was er geſehen und ge⸗ hört, da perlten auch ein paar Thränen über ihre Wangen, und das waren von denen, die zu Perlen werden für die Krone im Himmel.* Die edle Herzogin iſt längſt hinüber gegangen in das Land des Friedens; aber— wenn ganz Naſſau ſie ver⸗ geſſen hätte, was nicht iſt, ſo wüßte ich Herzen, die ihrer nie vergeſſen. In Mehrenberg könnte man ſie finden! Gott lohn's! ihr blühendes, liebes Kind Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Edictalladung. Den Verkauf des zu Obbornhofen gelegenen Freiherrlich von Schenk'ſchen Guts an den Herrn Grafen zu Solms⸗Laubach betreffend. (1402) Die Erben der verſtorbenen Ehegat⸗ tin des Hauptmanns Freiherrn von Schenk zu Schweinsberg auf der Sorge, nachher zu Her⸗ mannſtein, haben bereits im Jahr 1837, ihr in der Gmarkung des hieſigen Bezirksortes Obborn⸗ hofen gelegenes, auf den Namen Freiherr von Schenk, wohnhaft zur Sorge, cataſtrirtes Gut, beſtehend in dem ehemaligen Deutſch⸗Ordensgut daſelbſt, in einem zu ohngefähr 403 Morgen angegebenen Flächengehalt, in dem ehemaligen von Bobenhauſen'ſchen Gute mit einer Hofraithe und dem etwa 6 Hufen haltenden, dazu gehö⸗ rigen Gelände, auch 5 in der neu angekauf⸗ ten vorhin Amtsjäger Marchand'ſchen Hofraithe mit Nebengebäude und etwas über 13 Morgen Land, nebſt allen weiter dazu gehörenden Ge⸗ rechtſamen, namentlich auch Berechtigung in dem Bellersheimer Markwald, an den Herrn Grafen Otto zu Solms-Laubach zu 67,000 fl. verkauft, und es iſt bei unterzeichnetem Gericht erſt neuerdings die Ausfertigung und Confir⸗ mation des Kaufbriefs beantragt worden. Um nun die nicht ganz vollſtändige Eigen⸗ thumsnachweiſung zu ergänzen, ergeht dieſe Edictalladung unter dem Anfügen, daß, wer an das bezeichnete Gut oder einzelne Beſtandtheile, Eigenthums ⸗„ Pfand⸗ oder ſonſtige Anſprüche zu haben vermeint, ſolche ſogewiß binnen 3 Monaten dahier anzumelden und nachzuweiſen habe, als ſonſten keine Rückſicht darauf ge⸗ nommen und der Kaufcontract ohne Weiteres beſtätigt werden wird. Hungen den 18. Auguſt 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. O bſt⸗Verſteigerung. (1403) Die der Stadt Friedberg gehoͤrende Obſterndte wird Donnerſtag den 20. und Mon⸗ tag den 24. l. Mts., jedenfalls um 8 Uhr anfangend, an Ort und Stelle mit dem Anfügen, daß das Obſt erſt in Abtheilungen im Ganzen, dann im Einzelnen zur meiſtbletenden Verſtei⸗ gerung gebracht wird. 4 Die Obſtbaumanlagen, welche Donnerſtag 15 20. September zur Verſteigerung kommen, nd: 1) an der Seewieſe; 2) im kleinen Wildkautsgraben; 3) vom Wartberg bis an die Galgenbrücke; 4) von da bis zur Oberwöllſtädter Grenze; 5) auf der Pfingſtwaide. Der Anfang dieſer Verſteigerung iſt an der Kapelle. Montag den 24. l. Mts., werden folgende Abtheilungen dem Meiſtgebot ausgeſetzt: 1) Im Bleichgarten in der Vorſtadt zum Garten; 2) am Seegraben bis an das neue Thor; 3) von da bis an das Ende deſſelben; 4) im großen Wildkautsgraben und in der Ockſtädter Gaſſe; 5) im Schützenrain; 6) im Haingraben, auf dem neuen Friedhof und an der Fauerbacher Grenze; und 7) im Stadtſchreibereigraben. Der Anfang dieſer Verſteigerung geſchieht am Morell'ſchen Garten in der Vorſtadt. Friedberg den 12. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edictalla dung. (1424) Die Ablöſung der Grundrenten in der Gemarkung Trais⸗Münzenberg, insbeſondere der dem Herrn Grafen von Solms-Laubach zu⸗ ſtehenden, betr. Die in der Rubrik angedeuteten Grundrenten, deren Geldanſchlag im Ganzen zu Fünfhundert Drei und Siebenzig Gulden Vierzehn Kreuzer Ein Heller feſtgeſtellt worden, und in deren Be⸗ zug der Herr Graf Otto zu Solms ⸗Laubach ſich ſeither befunden, ſollen, nach Mittheilung der Adminiſtrativ-Behörde, abgelößt werden, weshalb öffentliche Aufforderung dahin ergeht, daß, wer ſich betheiligt erachtet, und Rechtsan⸗ ſprüche an die bemerkten Grundrenten geltend zu machen gedenkt, ſolche ſo gewiß innerhalb 2 Monaten dahier anzuzeigen und zu begründen habe, als ſonſten keine Rückſicht darauf genom⸗ men und das Ablöſungskapital dem genannten Herrn Grafen ſofort überwieſen werden ſolle. Hungen am 14. September 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1425) Samſtag den 22. September d. 3. Vormittags 9 Uhr wird auf hieſigem Rathhauſe der Anſtrich der Eiſen⸗ und Holztheile an dem Viaduct ſüdlich bei Niederwöllſtadt, veranſchlagt zu 98 fl. 34 kr., unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffeut⸗ lich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg am 13. September 1849. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1426) Donnerſtag den 20. d. M. Vor⸗ mittags 10 Uhr ſoll in dem Bahnhofe zu Nieder⸗ wollſtadt: 1) Die Chauſſirarbeit zum Weg nach dem Bahnhofe daſelbſt, veranſchlagt zu 321 fl.— kr. 2) Das Zerſchlagen von 32 Kubik⸗ klafter Steinen zur Fundamen⸗ l tirung der Bahn, veranſchlagt zu 576 fl.— kr. unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden. Friedberg den 14. September 1849. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1427) Dienſtag den 25. d. M. Vormittags 10 Uhr werden auf dem Sektions-Büreau zu Vilbel nachſtehende Arbeiten zur Erbauung eines Abtritts in dem Babnhofe zu Vilbel, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werden⸗ den Bedingungen, an die Wenigſtnehmenden öffent⸗ lich verſteigert. 1) Maurerarbeit veranſchlagt zu 15 fl. 30 kr. 2) Zimmerarbeit„ 123 3) Dachdeckerarbeit 23„ 50 4) Schreinerarbeit„ 67 u 45„ 5) Schloſſerarbeit„0„ 22% 54„ 6) Spenglerarbeit„ 14% 34„ 7) Weißbinderarbeit„„ 32% 20 Friedberg den 16. September 1849. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. Bekanntmachung. (1428) Donnerſtag den 20. d. M. werden 125 Gebund Ginſtern, zu Backholz brauchbar, welche unbezahlt und unverbürgt über den Ab⸗ fuhrtermin im Domanialwalddiſtriet Mainzer⸗ hecken liegen geblieben find, abermals an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert.— Steig⸗ liebhaber wollen ſich an dem gedachten Tag, Morgens 9 Uhr, auf dem Bütkau des Unter⸗ zeichneten einfinden. f Oberrosbach den A ede 1849. Der Gr. Revierförſter des Replers Oberrosbach Bingmann.“ Holz⸗Verſteigerung. (1429) Donnerſtag den 20. d. 855 Morgens f 779 Uhr, ſoll in dem Rodheimer Gemeindewald nachbenanntes Holz, als: 1 138 Stecken verſchiedenes Skockholz, 4½ Stecken= Scheitholz, öffenllich meiſtbietend perſteigert werden. Die Zuſammenkunft ſſt an den ſogenannten drei Eichen, präcis 8 Uhr. Rodheim den 15. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacob i. Verlooſung (11300 von Partial⸗ Obligationen der Ge⸗ meinde Eichloch zu 100 fl., welche dieſelbe laut Vertrag mit Simon Lindheimer in Friedberg am 31. Juli 1845 abgeſchloſſen, wurde heute Nr. 18 zut Auszahlung gezogen und wird am 1. Januar 1850 dem Inhaber von dem Gemein⸗ deeinnehmer zu Eichloch oder Herrn Simon Linvheimer in Friedberg ausbezahlt, mit dem Bemierken, daß von dieſem Tage an der Zins⸗ lauf der gezogenen Nummer aufhört. Eichloch am 15. September 1849. Det Großh. Heff. Bürgermeiſter ene en en Bekanntmachung. (14310 Nächten Freitag ven 21. dieſes Mo⸗ nats, Vormittags 10 Uhr, ſoll dahier eine be⸗ deutende Quantität Gemeindeäpfel, von vor⸗ züglicher Güte, öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Die Zuſammenkunſt iſt auf dem Büreau des Unterzeichneten, Bellersheim den 15. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter „ 9 O bſtverſteige rung zu Arnsburg. (1432) Montag den 24, September d. J Vormittags 9 Uhr, ſollen an 300 Malter Aepfel, Birnen und Zwetſchen in den hieſigen Gärten und an den Straßen meiſtbietend verſteigert werden. Arnsburg am 13. September 1849. Der Gräfl. Solms ſche Rentamtmann Fabricius. Aepfel ⸗Verſteigetrung. (1433) Samſtag den 22, d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen die der Gemeinde Maibach gehörigen Aepfel, eirca 130 Malter, auf Ort Und Stelle öffentlich meiftbietend verſteigert wer⸗ den, wozu Kaufliebhaber einladet. Maibach den 15. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter eee Verlooſung (143) von Partial⸗ Obligationen der Ge⸗ meinde Armsheim zu 100 fle, welche dieſelbe laut Vertrag mit Simon Lindheimer in Fried⸗ berg am 4. Auguſt 1845 abgeſchloſſen, wurde heute Nr. 58 zur Auszahlung gezogen und wird am 1. Januar 1850 dem Inhaber von dem Gemeinde⸗Einnehmer zu Armsheim oder Herrn Simon Lindheimer in Friedberg ausbezahlt, mit dem Bemerken, daß am 1. Januar 1850 der Zinslauf der gezogenen Nummer aufhört. Armsheim am 12. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Krug. —— — 308— d Verpachtung. „gd„ (1435) Freitag den 21. September, Vormit⸗ ſags um 11 Uhr, ſoll die Jagd in der Gemar⸗ kung Heldenbergen, auf dem Gemeindehaus da⸗ ſelbſ, auf mehrere Jahre meiſtbietend verpachtet werden. Heldenbergen den 17. September 1849. * Dei Großh. Heſſ. Bürgermeiſter f anne, Aepfel Verſteige rung. (14360 Montag den 24. d. M., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll das hieſtge Gemeinde⸗ f e e in circa 150 Malter Aepfel, 5 ter Birnen und 5 Malter Zwetſchen, in Abtheilungen, meiſtbietend verſteigert werden. Oſtheim am 16. September 1849. Der Großh. Heff. Bürgermeiſter Schneider. Aepfel ⸗Verſtelgerung. (1437) Freitag den 21. September d. J., des Vormittags von 9 Uhr an, ſollen die der Gemeinde Reichelsheim gehörigen diesjährigen Aepfel, circa 210 Malter, ſtammweiſe in Ab⸗ theilungen an Ort und Stelle meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden, Reichelsheim den 14. September 1849. Schmidt, Bürgermeiſter. Aepfel ⸗Verſteiger ung. (1438) Donnerſtag den 20. I. M., des Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen die Gemeindeäpfel vahier, circa 200 Malter, in Abtheilungen an den Meiſt⸗ bietenden verkauft werden, woͤzu Kaufliebhaber einladet. Wölfersheim den 13. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter All wohn. Aepfel⸗Verſtei gerung. (1439) Montag den 24. d. M., Vormittags 10 ÜUhr, ſollen die hieſigen Gemeindeäpfel, eirca 80 Malter, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Fauerbach 1. den 11. September 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeifter Schneide r. NN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zum Verkaufen. (1273) In Gedern ſteht eine geräumige Zehntſcheuer auf den Abbruch aus freter Hand zu verkaufen. Liebhaber wollen ſich an die Gräfliche Nentkammer daſelbſt wenden. f Anzeige. (133 Ich habe einen neuen Trans⸗ port von reingehaltenen Pfälzer- und Rheinweinen, per Ohm zu fl. 46. 18. 20 und fl. 24. erhalten, ſowie auch vorzüglich ſchöne 18481 Weine zu ganz billigen Preiſen. Arnold Stiebel junior Döngesgaſſe Nr. 6 neu in Frankfurt a. M. Zu Verkaufen. (1396) 20 Stückfaß, wovon 10 ganz neu, die andern einmal gefüllt waren, ſind zu ver⸗ kaufen bei Bierbrauer Nathan in Laubach. Zu Vermiethen. (1398) Ein vollſtändiges Logis hat zu ver⸗ miethen und kann bis Anfang Dezember bezogen werden bei Wilhelm Stritzinger in der Kirchgaſſe. Kelterſchrauben (1411) mit geſchnittenen eiſernen Muttern, find vorräthig und werden nach jeder Angabe ſchnell, ſolid und zu den billigſten Preiſen an⸗ gefertigt von Wilhelm Ferdinand Heim, Maſchinenfabrikant in Offenbach. iwatlehranſtalt für Knaben 10 in edel 1120 (1370) Oer Unterzeichrete, der durch Ver⸗ wendung im Staatsdienſte verhindert iſt, der von ihm gegründeten Privatlehranſtalt für Kna⸗ ben fernerhin vorzuſtehen, bringt hiermit z offentlichen Kenntniß, daß mit dem 15. Oktober kaufenden Jahres die Leitung dieſer Anſtalt in die Hände ſeines ſeitherigen Hülfslehrers, des Herrn Candidaten Groh, übergehen wird. Friedberg den J. Septeber 1849. ne a Wiberg. Auf obige Erklärung Bezug nehmend, bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Privatlebranſtalt für Knaben unter meiner Lei⸗ tung ganz in der ſeitherigen Art und Weiſe fortbeffehen wird, und daß es mir gelungen ift, einen tüchtigen Sprachlehrer in einem Candidaten der Philologie, der ſeit längeren Jahren Unter⸗ richt ertheilt, für die Anſtalt zu gewinnen. Das neue Schulhalbjahr beginnt mit dem 15. Octo⸗ ber, und ſehe ich den Anmeldungen bis zum 28. d. Mts. entgegen, um die nöthigen Anord⸗ nungen treffen zu können. 0 Friedberg den 4. September 1849. f A. Or d h. Faß ⸗Verſteigerung. (IAO) Mittwoch den 26. September, Nach⸗ mittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete dahier 1) 24 Stückfaß, 2) 5 Sechsohmfaß und 3) 6 Zulaſtfaß, 1 alle in einem ſehr reinen guken Zuſtande, meiſt⸗ bietend verſteigern. Vilbel den 13. September 1849. Chriſtian Kreiling, Küfermeiſter. H. G. von Oven, (IIA1) Bleidenſtraße 24 in Frankfurt am Main, empfiehlt ſich mit allen Gattungen Hand⸗ ſchuhen, ſchwarzen und farbigen ſeidenen und wollenen Halsb inden und Shlips, wollenen und ſeidenen Umknüpftüchelchen, farbigen, baumwol⸗ lenen und leinenen Taſchentüchern, Parfümerien ꝛc. Zwetſchen zum Branntweinbrennen (1442) werden gekauft bei Friedberg. E. Altmannsperger. Tin vollſtändiges (1443) Meublement für Ein Zimmer wird zu miethen geſucht. Wo? ſagt die Expedi⸗ tion dieſes Blattes. Anzeige. (IAA) Mittwoch den 26. September d. J., dem Tage der landwirthſchaftlichen Bezirksver⸗ eins⸗Verſammlung des vormaligen Kreiſes Fried⸗ berg, findet in dem großen Saale des Unter⸗ zeichneten ü iable d'hõie ſtatt, wozu derſelbe höflich einladet. Trapp, Nachfolger, Hotel Trapp. Verloren. (1445) Am Samſtag, den 15. d. M., find von hier nach Dorheim auf der Chauſſee ein Paar ſchwarze Zeugſtiefel verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dieſelben bei Jacob Heß dahier abzugeben. Berichtigung. In Nr. 70 d. Bl., Seite 296 in der 5 Zeile auf der erſten Spalte muß es heißen „Fürſten⸗ ſtatt„Förſter.“ „ 0 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von E. Bindernagel in Friedberg. 10 .————— 8—— e