s * * 5 ö ö 2 . 225— 1 — 2 — SBN — 5 Reer —— im Regierungsblatte in Kraft. Intelligenz-Blatt provng Sberteſſen den Regierungsbezirk Friedberg 4 im Beſonderen. 2 Mittwoch den 18. Juli 1819. Regierungsblatt⸗Auszüge. 112¹ Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 23 von 1849. Bekanntmachung des Gr. Kriegsminiſteriums betr. die Stel⸗ lung von Einſtehern für Militärpflichtige des 2. und 3. Aufgebots vom Muſterungs⸗ und Ziehungsjahr 1848. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 24 von 1849. 1) Reichsgeſetze, a, Geſetz, betr. die Wahlen der Abgeordneten zum Volkshauſe, b. Geſetz, betr. die Taggelder und Reiſegelder der Ab⸗ geordneten zum Reichstage.— 2) Geſeß, die Aufhebung der Todes- ſtrafe betreffend: Lu D WIG 11. Großherzog von Heſſen und bei Rhein zc. ꝛc. Zur Ausführung der im Reichsgeſetze vom 27. December 1848, die Grundrechte des deutſchen Volkes betreffend, im§ 9 ent⸗ haltenen Beſtimmung daß die Todesſtrafe, ausgenommen wo das Kriegs recht fie vorſchreibt, oder das Seerecht im Fall von Meutereien ſie zu⸗ läßt, apgeſchafft iſt, haben Wir, nach Anhörung unſeres Staatsraths und mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände, verordnet und verordnen, wie folgt: Art. 1. Bei den mit Todesſtrafe zu ahnenden Verbrechen ſoll, ſoweit dieſe Strafe durch das gedachte Reichsgeſetz abgeſchafft iſt, ſtatt der Todesſtrafe auf lebenslängliche Zuchthausſtrafe erkannt werden. Art. 2. Das gegenwärtige Geſetz tritt mit dem Tage ſeines Erſcheinens Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unter⸗ schrift und des beigedrückten Staaisſiegels. Darmſtadt am 11. April 1849. Lud wi g. Kilian. 5) Militärdienſtnachrichten Ruheſtandsverſetzungen auf Nachſuchen: 27. Dec. v. J. Oberſt Senkenberg, Commandant von Baben⸗ haufen; 16 Febr. Oberſt Gerlach, Comm. des 3. Inf ⸗Reg.; 11. März Oberſtl. v Weſterweller im 1. Inf⸗Reg. m d. Char. als Oberſt; 13. Oberſt Zeitz, Comm. des 2. Inf.⸗R.; 18. Oberſtl. Scriba im 2. Inf.⸗R. m. d. Char. als Oberſt;— wegen Dienſtunfähigkeit: 16. Febr. Ober⸗ lieut. Faſſig im Art.⸗C. Nachgeſuchte Abſchiede erhielten: 8. März Major Prinz v. Wittgenſtein; am 24. Rittmeiſter a. 1. S. Gr. zur Lppe⸗Bieſterfeld. Am 47. März wurde dem Oberauditeur Hoffmann die Amtsbenennung Generalauditeur mit Oberſtenrang beigelegt. 6) Am 27. März wurde der Gymnaſiallehrer Dr. Schaum zu Gießen a. N. in den Rüheſtand verſetzt. 7) Erledigt find: die evang Pfarr⸗ ſtelle zu Alsheim, Reg.⸗Bez. Mainz, mit jährl. 545 fl.; die evang. Schullehrerſtelle zu Gunzenau, Reg⸗Bez. Alsfeld, mit jährlich 160 fl. 31 kr.; die evang. Schullehrerſtelle zu Niederklingen, Reg.-Bez. Erbach, mit jährlich 189 fl. 31 kr. 8) Geſtorben ſind: am 3. April der Major Schaffnit im Gr. Art.⸗C.; am 6, der Oberbaurath Müller zu Gießen. Beiſeſkizzen aus Kalifornien, im Frühjahr 1848. Von J. Tyrwhitt Brooks. (Fortſetzung.) Mit dieſen Gefährten verſtärkt erreichen ſie nach fünftägiger Wanderung den Bärenfluß, und befinden ſich, nach unſäglichen Strapazen, enttäuſcht, in einer vollſtän⸗ digen Wildniß, wo nicht einmal Indianer zu ſehen, und noch weniger Gold zu finden. Ein ausgeſandter Streif— trupp findet jedoch nach einigen Tagen weiter ſtromauf⸗ wärts, den Quellen des Bärenfluſſes zu, einen ergiebigen Goldgrund. Die Geſellſchaft überſiedelt dorthin, errichtet Hüt⸗ ten und Palliſaden, baut Wiegen, legt durch glückliche Jagd⸗ züge Fleiſchvorrath ein, und beſchaut ſich die Umgebung, bis die Goldwäſche begonnen werden kann. Dieſe liefert reiche Ausbeute und verſöhnt ſo einigermaßen mit der Oede der Gegend. Da unterbricht das Einerlei ihres Lebens der Beſuch von Indianern, die übrigens diesmal nur in friedlicher Abſicht kamen. „Geſtern, während wir bei Tiſche ſaſſen, wurden wir durch die Annäherung einer Indianerpartei in Er⸗ ſtaunen geſetzt, die vom Truckee-See ſich unſerm Lager⸗ platz näherte. Sie ſchienen keine feindliche Abſicht zu haben, und wir erwarteten deßhalb ruhig ihr Herankom⸗ men. Der vorderſte Häuptling hielt einen langen Stock in die Höhe, an dem ein Büſchel weißer Federn hing; Story erklärte uns, dies ſei ein freundſchaftliches Zeichen und verſicherte, wir hätten Nichts von dem Trupp zu fürchten. Als ſie näher kamen, fingen ſie an zu tanzen und zu ſingen; wir bemerkten auch bald, daß nur Wenige unter ihnen bewaffnet waren, und ihr ganzes Auftreten ſchien weder kriegeriſch, noch imponirend. Story ging hinaus, ihnen entgegen und ſchüttelte einigen der erſten Häuptlinge die Hände. Als ſie die Hütte erreichten, vor deren Thur wir ſaſſen, ſammelten ſich die Häuptlinge an unſrer rechten Seite und kauerten auf dem Boden nieder, wo die Friedenspfeife augenblicklich durch einen alten Häupt⸗ ling hervorgeholt und herumgereicht wurde. Ich that mit den Uebrigen einige wenige Züge daraus, und wir hörten dann von unſerm Beſuch, daß ſie ſich gern in einen Han⸗ del einlaſſen wollten. Alles was ſie übrigens hatten, waren einige wenige nahrhafte Wurzeln und mehrere Säcke Fichtennüſſe. Dieſe letztern röſten und eſſen ſie, der Geſchmack iſt aber keineswegs angenehm. Als Tauſch dafür verlangten ſie einige Ladungen Pulver und Kugeln. Drei von ihnen führten, wie ich bemerkte, alte ſpaniſche Musketen, auf die ſie äußerſt ſtolz waren. Sie hielten ſie in der gewöhnlichen vorſichtigen, indianiſchen Art, den Kolben in der rechten Hand gefaßt, den Lauf im linken Arm ruhend. Einige Andre hatten Bogen und Pfeile über den Schultern. Wir ſchützten, um den Handel abzulehnen, ſelbſt Mangel an Munition vor. Unſre Proviſionen waren ebenfalls ſo knapp, daß wir ihnen nicht einmal etwas zu — 234— eſſen bieten konnten. Einige Decken gaben wir ihnen aber, die wir nicht ſehr vermißten, um ſie wenigſtens bei guter Laune zu erhalten; denn ſie hätten es, wie uns Story ſagte, ſehr übel genommen, wenn ſie nicht wenigſtens einige Geſchenke erhielten. Die Indianer blieben und lagerten die ganze vergangne Nacht bei unſrem Fort, und an dieſem Morgen brach der größre Theil wieder auf. Die Wache hatte übrigens Befehl, ſcharf aufzupaſſen, da wir uns nicht enthalten konnten, zu glauben, unſre Freunde möchten, wenn auch wirklich keine feindſelige Abſicht ge— gen uns, doch vielleicht eine zu freundliche Neigung zu unſeren Pferden hegen. Es ſtel aber nichts Verdächtiges vor. Fünf junge Leute des Stammes blieben zurück und erboten ſich für uns zu arbeiten. Wir fühlen aber ſchon den Mangel an Lebensmitteln ſo, daß wir das Anerbieten nicht annehmen können, ausgenommen, unſre Jäger kehren heute mit guter Beute zurück. Am(Freitag den 26. Aug.), während einige von uns in der Nähe des Lagers in den zahlreichen Bergſchluch— ten herumkletterten, die zwiſchen uns und der Sierra Ne⸗ vada liegen, fanden wir zwiſchen den lockern Felsblöcken, die von Seiten des Ravins abgebröckelt und in den Grund gefallen waren, verſchiedene ſehr große Goldklumpen, wie wir ſie bis jetzt noch nicht entdeckt hatten. Dies veran⸗ laßte uns, den obern Theil des Ravins zu unterſuchen, wo ſich bald gar lockend erſcheinende Goldzeichen vorfan— den. Eine nähere Unterſuchung überzeugte uns, wie das edle Metall hier in weit größern Quantitäten liege, als in der Gegend die wir bis dahin bearbeitet, und auch, was uns beſonders freute, mit weniger Arbeit zu erlangen wäre. Da awir es hier größtentheils in gediegenen Klum⸗ pen aufſpürten, erſparten wir jedenfalls die mühſelige Arbeit des Waſchens. Wir entſchieden uns deshalb dafür, am folgenden Morgen all unſer Handwerkszeug zu dieſem Fleck zu ſchaffen, wo wir nur das eine Unangenehme hat⸗ ten, daß er ſich etwas zu weit entfernt von unſerm Lager befand. Seit uns die Indianer verlaſſen, mochten wir die Hütte nicht mehr ohne Wache wiſſen, und es mußle ſtets irgend Einer von uns dort bleiben, um Pferde und Bagage vor heimlichen Dieben zu ſchützen. Zu dieſer Maßregel beſtimmte uns noch dies, daß unſere Pferde in der letzten Zeit ſehr häufig unruhig geweſen waren, ein ziemlich ſicheres Zeichen, daß Indianer in der Nähe herumkriechen. Während des Tages blieb gewöhnlich ein Mitglied der Geſellſchaft in der Hütte und behielt entweder Joſé oder Horry bei ſich. Die Schlucht, zu der wir gehen wollten, lag ziemlich eine halbe Meile entfernt. Nach dem Frühſtück gin— gen Bradley, Lacoſſe, M'Phail und der alte Jäger auf eine Jagderpedition aus; denn unſere Proviſionen fingen an, Lücken zu zeigen. Joſé und der Advocat blieben im Lager. Die Uebrigen der Geſellſchaft, ebenſo auch ich, gingen mit unſern Werkzeugen nach der Goldſchlucht hinauf, wo wir nach wenigen Stunden Arbeit mehr Gold erbeutet hatten, als in irgend zwei Tagen der letztvergangenen Woche. Wir wollten eben nach dem Lager zurückkehren, um unſer Mittagseſſen zu verzehren, als Dowling, der neben einigen Wermuthbuͤſchen am obern Theile der Schlucht ſtand, etwas zwiſchen ihnen raſcheln horte und anſpringend einen Indianer bemerkte, der ſich eben davon zu ſchleichen ſuchte. Kaum aber bemerkte er, daß er entdeckt ſei, ſo ſprang er auf und ſchoß einen Pfeil auf den Kopf des Weißen ab. Der Pfeil traf allerdings ſein Ziel nicht, zerſchnitt aber doch, und zwar ziemlich bedeutend, Dow⸗ ling's Ohr. Der Wilde ſtieß einen furchtbaren Schrei aus und lief davon, ſtelperte aber, ehe er einen zweiten Pfeil aus ſeinem Köcher ziehen konnte, während Dowling ihm nacheilend, ſein kleines Beil aus dem Gürtel riß und dem geſtürzten Feind damit den Kopf ſpaltete. Er blieb todt auf dem Platze. In dieſem Augenblicke hörten wir einen Schuß in der Richtung vom Lager her, der uns, mit dem Schlachtſchrei der Indianer noch in den Ohren, nicht wenig erſchreckte. Wir Alle griffen jedoch nach den Büchſen, und Dowling, niederſpringend, erzählte uns mit wenigen Worten, was eben geſchehen ſei. Einige Secun— den blieb Alles ſtill, und ich eilte einen kleinen Hügel hinauf, um zu recognosciren. Plötzlich ſah ich einen Trupp Indianer, die Erſten zu Pferde, die ſich uns in vollem Galopp näherten. Ich kehrte raſch zu meinen Gefährten zurück, und wir ſuchten in einer kleinen Schlucht Schutz, entſchloſſen, hier jeden Angriff abzuwehren; denn daß die Indianer nicht friedlich geſinnt ſeien, lag auf der Hand. Es war ein Augenblick athemloſer Erwartung. Wir hörten das Stampfen der Pferde, die gegen uns anſpreng— ten, ſie aber und ihre Reiter konnten wir noch nicht er— kennen. Ich muß geſtehen, daß ich am ganzen Leibe zit— terte, wenn auch nicht aus Furcht— obgleich wir erwar— ten konnten, daß wir einige Momente ſpäter von unſern wilden Angreifern Alle ſcalpirt ſein würden;— es war die überraſchende Gefahr, die mich aufregte und mein Herz ſo heftig ſchlagen machte. In dem nämlichen Augenblick aber, und gerade als ich mir ſelbſt meinen Mangel an Muth vorwarf, durchſchnitt ein furchtbarer Schrei die Luft, und gleich darauf ſahen wir etwa 40 bis 50 krie⸗ geriſche Indianer vor uns. Die erſchienene Gefahr gab mir meine volle Selbſtbeherrſchung wieder, und als ein Pfeilſchauer zwiſchen uns hinſauſte, war ich der Erſte, der dieſen mit einem Büchſenſchuß erwiderte und dadurch einen der vordern Indianer vom Pferde warf. Ich lud augenblicklich wieder; indeſſen leiſteten die Büchſen meiner Gefährten gute Dienſte. Wir hatten unſre Stellung hin⸗ ter einer Reihe von Weidenbäumen genommen, die das Ufer eines ſchmalen Baches umgürteten, und dadurch wur⸗ den wir ſehr bedeutend gegen die Pfeile unſrer Angreifer geſchützt, die größtentheils durch die Zweige eine andere Richtung bekamen. Eine zweite Salve folgte dabei von unſrer Seite der erſten, und während wir wieder luden und ſich der Rauch leiſe verzog, konnte ich ſehen, wie wir Tod und Verderben in die Reihe der Feinde geſchleudert, die ihre Todten zurückließen und ſich zum Rückzuge vorbe— reiteten. Ich hatte mein Auge auf einen alten Mann gerichtet, der eben von ſeinem Pferde ſprang; mein Finger lag am Drücker, als ich aber ſah, wie er kaltblütig vor— trat und einen ſeiner verwundeten Gefährten, der in's Bein geſchoſſen worden, in den Arm nahm, um ihn auf ſein Pferd zu ſetzen, dann ſein eignes beſtieg und des an— dern Zügel ergriff und damit fortgalloppirte, konnte ich mich dennoch nicht entſchließen, abzudrücken, wenn ich auch wußte, daß eben dieſe Bande, hätte ſich das Glück des Tages gegen uns entſchieden, nicht einen einzigen Mann von uns am Leben gelaſſen, ſondern Alle ſcalpirt haben würde. 8 Nach wenigen Minuten waren die Hügelſeiten rein von Feinden, und als wir aus unſerm ſchattigen Ravin vortraten, konnten wir nur noch drei der Zurückgebliebenen in ihrem Blute, ein paar Pfeile, einige leere Kocher und ein paar zerſtreute Federn und Tomahawks ſehen, die auf dem Boden lagen. Einer nach dem Andern ſchlichen wir jetzt vorſichtig nach dem Gipfel des kleinen Hügels hinauf, von dem ich das erſte Nahen der Feinde beobachtet, und als wir dort fanden, wie ſie im vollen Gallopp eine ent⸗ gegengeſetzte Richtung von unſerm Lager einſchlugen, be— ſhloſen vir für. die ein vergif feſt ül ſei, d ſichtst werden angſtli uns d von! geher ten,! chen Tag Rück wir Gefe nach wie falle Alle konn Gefe loch ſie j. mt Und dur. bar em An her ſpa Lag und eine Uns ſich uns bur owling riß und r blieb en wir r uns, Ohren, ach den ins mit Steun⸗ Hügel einen uns in meinen chlucht denn auf der . Wir ſpreng⸗ icht er⸗ be zit. erwar⸗ unſern s war in Herz zenblick gel an rei die 0 krie⸗ ihr gab als ein Erſte, dadurch ch lud meiner ing hin⸗ die das ich wur⸗ ugreifer andere bei von r luden wie wir eudert, vorbe⸗ Mann — 235— ſchloſſen wir, augenblicklich nach dieſem aufzubrechen; denn wir fürchteten ſchon faſt, Story wie Joſé ermordet zu finden. Als wir das Fort erreichten, kam uns jedoch Story ſehr kaltblütig entgegen und erwiderte auf unſere Fragen, daß er, während er das Kochen des Mittagseſſens beſorgt und Joſé die Kannen mit Waſſer füllte, mehrere von unſern Pferden habe fortgalloppiren ſehen, denen zu glei⸗ cher Zeit drei oder vier Indianer nachſprengten.„So raſch,“ erzählte er dabei,„geſchah das Alles, daß ſie, ehe ich nur meine Büchſen aufgreifen konnte, ſchon faſt aus Schußweite waren. Ich feuerte allerdings noch nach, doch ohne Erfolg, und während ich mich, wahrſcheinlich etwas ſehr verblüfft, umſchaute, ſprengten etwa noch vier⸗ zig andere raſch an mir vorbei. Ich weiß nicht, vob ſie mich bemerkten oder nicht; mir lag aber keineswegs viel daran, ihre Aufmerkſamkeit auf mich zu lenken, und ich war froh genug, als ich nichts mehr von ihnen hörte noch ſah. Ich ging dann, um Joſé aufzuſuchen, den ich im Fluß und zwar bis an den Hals im Waſſer fand. Er hatte geglaubt, ſich auf ſolche Art am beſten verſtecken zu können, da er wußte, daß ihn ſeine wilden Brüder, ſobald ſie ihn erwiſchten, jedenfalls erſchlagen, und vielleicht gar gefreſſen hätten. Ich ging augenblicklich daran, Dowling's Ohr und eine Wunde, die Don Louis in die Hand bekommen hatte, zu verbinden. Die letztere ſchien nur kaum geritzt, und die einzige Gefahr konnte ſein, wenn der Pfeil vielleicht vergiftet geweſen wäre. Don Louis fühlte ſich aber ſo feſt überzeugt, daß dies nicht die Sitte der dortigen Stämme ſei, daß er mir nicht einmal geſtattete, die nöthigen Vor⸗ ſichtsmaßregeln gegen einen ſolchen Fall zu treffen. Wir ſingen jetzt an, um unſere Freunde beſorgt zu werden, die auf der Jagd draußen waren, und ſaben ängſtlich deren Rückkunft entgegen. So überraſchend kamen uns dabei die ganzen Vorfälle des Morgens, daß Keiner von uns Luſt verſpürte, gleich wieder an die Arbeit zu gehen, und wir uns in und um das Lager herum beſchäftig⸗ ten, die vermuthliche Urſache des indianiſchen Angriffs beſpra⸗ chen und überlegten, ob wohl ein erneuter zu fürchten ſei. Der Tag ſchwand, ohne daß wir auch nur ein Zeichen von der Rückkehr unſerer Gefährten ſahen. Gegen Abend ſchoſſen wir gelegentlich eine Büchſe ab, um ſie wenigſtens die Gefahr wiſſen zu laſſen, der ſie aller Wahrſcheinlichkeit nach durch einen Angriff der Wilden ausgeſetzt waren, wie auch den Letzteren anzudeuten, daß wir für ſie eben— falls bereit ſeien. Dabei hatten wir uns verſtändigt, Alle wach zu bleiben, bis unſere Freunde einträfen; wir konnten uns dann auch beſſer gegen jede uns noch drohende Gefahr bewahren. Denn wenn ſich die Indianer überhaupt noch in der Nähe des Lagers aufhielten, ſo beabſichtigten ſie jedenfalls einen neuen Ueberfall. Erſchöpft jedoch durch Aufregung und Arbeit legten wir uns nach einander nieder und ſchlieſen ein. Ich erwachte endlich, wie ich glaubte, durch den Knall einer Büchſe, dem augenblicklich ein furcht— bares Stöhnen folgte. Wir alle ſprangen wie der Blitz empor, griffen unſere Büchſen auf und erwarteten nichts Anderes, als die Feinde. Bradley's wohlbekanntes Pfeifen beruhigte uns jedoch in Etwas wieder. Wenige Minuten ſpäter ſtanden Lacoſſe, Bradley und der alte Jäger am Lagerfeuer. i „Iſt M'Phail hier?“ frugen Alle in einem Athem und ſahen ſich äugſtlich im Kreiſe um. Die Antwort war eine traurige. Keiner von uns hatte ihn geſehen. Auf unſer Fragen, wo ſie ſich von ihm getrennt, und ob ſie ſich von ihm getrennt, und ob ſie den Schuß gehört, der uns aufgeſtört, erwiderte Lacoſſe, daß ſie ihn zuerſt etwa vor ¼ Stunden vermißt, ſich aber nicht viel darum be⸗ kümmert hätten, da ſie geglaubt, er ſei vorangeritten. Die Nacht war ziemlich dunkel, Lacoſſe verſicherte jedoch, die Spur wäre deutlich zu erkennen. Was den Schuß betrifft, den wir gehört, und das Stöhnen, das ihm folgte ſo ſagte Bradley: Bald nachdem ſie gefunden, daß Mi'Phail fehle, ſeien einige Wölfe auf ihre Spur gekom⸗ men, die wahrſcheinlich die geſchoſſenen und auf den Pfer⸗ den liegenden Hirſche witterten. Damit der Lärm aber nicht etwa einen gefährlicheren Feind in Geſtalt eines Panthers auf ſie locken möchte, feuerten ſie ein paar Piſtolen auf das Rudel ab und verwundeten zwei deſſelben, die in ein furchtbares Heulen ausbrachen. Bradley's letzter Schuß muß uns aufgeweckt haben; denn Keiner von uns hatte mehr als einen gehört. Unſere drei Jäger gingen augenblicklich daran, ihr Abendeſſen zu bereiten und hofften feſt, daß M'Phail ein⸗ treffen würde, ehe das Fleiſch gebraten ſei. Das Mahl wurde jedoch gekocht und gegeſſen, und M'Phail kam nicht. Noch eine Stunde ſchwand dahin, und dann überlegten wir, daß es wohl jetzt drei volle Stunden wären, ſeit er zuletzt geſehen worden, während die Entfernung, in der er damals geweſen, kaum eine einzige Stunde vom Lager be— trug. Er mußte alſo entweder die Spur verfehlt, oder den Rückwechſel, wie der alte Jäger meinte, angenommen haben. War das nicht der Fall, ſo konnte ihm nur ein Unglück wiederfahren ſein. Wir beſchloſſen augenblicklich, ihn aufzuſuchen und ließen deßhalb eine Wache im Lager. Der Steuermann und Don Louis, Beide verwundet, blie— ben natürlich ebenfalls zurück. Bradley ſchützte Müdig⸗ keit vor und wünſchte, als Wache zu bleiben. Biggs wurde ihm beigegeben. Es muß ungefähr 1 Uhr geweſen ſein, als wir auf⸗ brachen, und nach einer halben Stunde ſcharfen Reitens erreichten wir den Ort, wo M' Phail zuletzt geſehen wor— den. Wir ſchrieen einige Zeit ſo laut, als es unſere Lun⸗ gen erlaubten, börten aber Nichts, als das Heulen einiger Wölfe. Dann folgten wir der Spur etwa 8—9 Meilen in raſchem Trab, konnten aber auch hier Nichts von un— ſerem fehlenden Freunde entdecken. Es ſchien daher gar nicht mehr möglich, heraus zubekommen, ob er dieſer Rich tung gefolgt ſei, oder nicht, da die Spuren, welche die Geſellſchaft an dem Morgen hinterlaſſen, den alten Jäger irre machten. Sein ſcharfes Auge entdeckte jedoch bald Spuren eines Pferdehufes in einer entgegengeſetzten Rich— tung, über die hin, welche die Pferde der zurückkehrenden Partei auf ihrem Heimmarſch hinterlaſſen hatten. Dieſe Zeichen fanden wir aber nicht auf der Stelle, die wir jetzt erreicht; wohin ſie ſich aber gewendet, war die Nacht zu dunkel zu erkennen. (Fortſetzung folgt.) Für die in Baden verwundeten Heſſ. Soldaten ſind zu den in Nr. 53 dieſes Blattes bereits eingezeigten 181 fl. 26 kr. ſeitdem ferner beigeſteuert worden: von F. P. 1 fl., St. H. 5 fl., Herrn Lehrer Pabſt zu Bönſtadt 1 fl., Fr. S. in O. 30 kr., Herrn Hauptmann von Runkel hier 5 fl.; bis⸗ herige Summe 193 fl. 56 kr. Den gütigen Gebern berzlichſt dankend, bemerken wir zugleich, daß die Sammlung in der Kürze geſchloſſen werden wird und bitten daher diejenigen, welche etwa noch etwas beiſteuern wollen, um baldgefällige Mittheilung ihrer Gaben. Friedberg am 16. Juli 1849. Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. Meyer Hirſch. H. M. Decher. Jac. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß. g .— — Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. . 1 NN a Edietal ladung. 105) Nach der auf Andringen verſchledener NMäubiger angeſtellten Unterſuchung der Ver⸗ mögens⸗Verhältniſſe des in unbekannte Fremde fich verfügten Handelsmannes Moſes Oppen⸗ heimer aus Niederrodenbach, iſt es mehr als wahrſcheinlich, daß eine Ueberſchuldung deſſen Vermögens vorliegt und iſt daher zu deren mehren Feſfftellung und zum Verſuch der Güte, Termin auf 2 den 26. Juli, Morgens 10 Uhr, dbals Contumazirſtunde) anberaumt worden. a Es werden daher ſämmtliche Gläubiger des⸗ ſelben hiermit aufgefordert, in obigem Termine ihre Förderungen, wo möglich unter Vorlage der darüber ſprechenden Urkunden entweder in Perſon oder durch gehörig legitimirte Vertreter anzumelden und bei den weitern Handlungen mitzuwirken, widrigenfalls die Nichterſchienenen und Nichthandelnden als dem Beſchluſſe der Mehrzahl beigetreten, angenommen werden. Hanau am 28. Juni 1849. Kurfürſtl. Hefſ. Landgericht i Giller. vt. Molter Oeffentliche Aufforderung. (40910 Dem Kirchenrechner Veith in Ober⸗ Wöllſtadt ſind in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai Il. J., auf dem alten Kirchhofe acht junge Zwetſchenbäume boshafter Weiſe abge⸗ ſchnitten worden. Wegen Entdeckung des Thäters ergeht hier⸗ mit allgemeine Aufforderung zur Hülfeleiſtung durch Angabe ſubjectiver Verdachtsgründe. Friedberg den 3. Juli 1849. 1 Großh Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Hofmann. eee Privat Bekanntmachungen. Annonce. (10460 Guter reingehaltener Pfälzer Wein wird zu fl. 16. 18. 20 und fl. 24. per Ohm, ſowie auch verſchiedene an⸗ dere Sorten billig abgegeben: Dönges⸗ gaſſe Nr. 6 neu im Hofe in Franl⸗ furt a. M. NB. Der Keller iſt offen von Morgens 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr Abends. Tölpelſtro h (1112 iſt auf hiefigem Hofgut käuflich zu haben. Utphe den 12. Juli 1849. ik Zu Vermiethen. 1113) Ein vollſtändiges Logis hat zu ver⸗ miethen Friedrich Kautz, auf der breiten Straße. Z3üm Vermiethen. (1114) Ein Logis für eine ſtille Familie iſt zu vermiethen bei Emmerich Rauch in der Vorſtadt. Sen, ei g (1115) wecches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Joh. i III. neben der Poſt. Muſikaliſche Abendunterhaltung. (1116) Mittwoch den 18. d. M., Abends um 6 Uhr anfangend, findet im Simon'ſchen Garten eine muſikaliſche Unterhaltung von der Familie Burſchel aus Fulda ſtatt, wozu man höflichſt einladet. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. * — 266 15 zan 12 ehrliche Publikum Friedbergs und der Umgegend . Anzeige. eee,, etz freun u gde 4 (1117) Oe Bürgergarde⸗Muſtk von Gießen., Sch wube, Director des Mufikkorps. Janitſchaarenmuſik, 36 Mann ſtark, ſplelt Sonn 1231 ö 500 11 0 im Bade Sage und wird Ein tüchtiger Schuhmachergeſelle dieſelbe Auszüge aus den beliebteſten Opern, 1118) kann d d ei 13 Märſche, Tänze u, dergl. vortragen. Das ver⸗ e Fa 40 F e c edo * aspar Holler, 2.. 7 2. 8 wach ſene, fl. 44. für Kinder. 4096) ede Woche ueberfahrt nach New⸗Jork und Baltimore, ſowie New⸗Orle n 15 Wei 1 9 1 dos. if eie 0 19 e Transport der 75 a eee en erſten Rangs. efe frei. elgſchillinge können zu j N eee Saen verſilbert werden. e N 2 en e Zen Ne c 2 igen Frankfurt g. M. den 12. Juli 1849. ini J. A. Simeons, Büreau Schützenſtraße 11. Bekanntmachung. (1071) Nachdem ich von Gr. Heſſ. Miniſterium des Innern in Darm⸗ ſtadt die Erlaubniß erhalten habe, Vorſtellungen in Gnaden⸗ und ſonſtigen Geſuchen auf meinen Namen fertigen zu dürfen und mich mit allen ſon— ſtigen Arbeiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu befaſſen, bringe ich dieſes hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß ich bereit bin, alle dergleichen Arbeiten, ohne Unterſchied, zu übernehmen, ſie äußerſt billig und prompt zu verfertigen. 512 a 126 1 15 In ſolchen Angelegenheiten werde ich gewöhnlich Dienſtags am Gr. Landgerichte in Großkarben zu treffen ſein. N 1 i Vilbel den 2. Juli 1849. f 8 G. Jilß, Bürgermeiſtereiſecretär. E ene (1119) Mit Nr. 27 beginnt ein neues Abonnement auf die Wenn 210 Nene illuſtrirte Zeitſchrift. ene illuſtrirte Zeitſchriſt. Die neue illuſtrirte Zeitſchrift bringt in fortlanfenden Wochennummern folgende Rubriken: Tagesereigniſſe, bedegtende Momente aus der Geſchichte der Gegenwart. 20 Charakteriſtiken, Portraits öffentlicher Charactere der Gegenwart und jüngſten Vergangenheit.— Erſcheinungen und Bewegungen in den Gebieten der Wiſſenſchaft und Kunſt, wie auf dem Felde der Induſtrie, des Handels ꝛc.— Humoriſtiſche Schilderungen aus dem Leben, Erzählungen 1 5 Sagen— Aneedoten und Bilderräthſel. 3 Auf dle Löſung der letzteren werden von Zeit zu Zeit werthvolle Prämien geſetzt Der Jahrgang wird in 52 Num von je ei i i 0 40 0 i e 8 ee r n je einen kleinen Foliobogen circa 400 Holzſchnitte Stuttgart. f 5 Die Redaction& Expedition der neuen flluſtrirten Zeitſchrift. Zu geneigten Beſtellungen ewpfiehlt ſich die Buchhandlung von E. Bin dernagel in Friedberg. (41200 Als beſtes Bildungs- und Geſellé spiele,— 10 deklamatori Sti ſchaftsbuch können wir jungen Leuten aus Ueber 18 beläſtcgeade Kuga zeugung empfehlen: ken rng— 30 ſcherzhafte Anekdo⸗ 5 77 3 en,— 22 verbindliche St 5 ünfte!! verbeſſerte A 5 ing nee Fünft 1 0 uflage verſe,— 45 Toaſte, Sprüchwörter on und Kartenorakel. 5 Galanthomme Vom Profeſſor S. t. is 2 bed Preis 20 gr. oder 1 fl. 30 kr. 5 1 Dieſes Buch enthält alles das,. Der Geſellſchofter wie er ſein ſoll, bildung eines guten Geſelſhafters vohig i um ſich in Geſellſchaft beliebt zu machen. weßhalb wir es zur Anſchaffung beſtens empfehlen Enthelt 30 Regeln für Auſtand und und im Voraus versichern, daß Jedermann noch Feinſitte, 3 ſeine Erwartung damit befriedigt werden 20 Liebesbriefe,— 15 Heirathsan. träge,— Blumenſprache,— 28 Ge⸗ ſellſchaftslieder,— 30 Geſellſchafts⸗ Zu beziehen d C. Bi g Fete berg, 9 0 Bindernagel in U