. igen PEI . 19119 4 1 1 . Ayril.(en E 8* 10 10* 5 g Suneche:*. irie 5 0 buch für die 6 U. mi meet a 104 0 31. 0 wem Oberheſſen „d den negicrungsbezirk Friedberg e 12 7 1 1 Beſonderen. e r — 16 Nucnoch den 18. Tru 1819. Amtlicher Theil. mans Die Großherzoglich Heſſiſche ee Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks a Triedberg n an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gi, Gens; dar merie deb, Reglerungsbezirks⸗ zung mg Belreffend: Diebſtahl z. N. der Handlung de Neufville-Merteuꝰ e eee Frankfurt a. s it 1 11 Zu Frankfurt a. M. wurde am 23. März J. J. 1 Böll⸗ chen, C. K. Nr. 463, 25 Pfund, netto 19 Pfund, gezeich⸗ net, und Mousseline enthaltend, geſtohlen; und beauftragen wir Sie in Felge Exſuchens des Polizeiamtes dortſelbſt, ein Augenmerk auf dieſen Diebſtahl zu richten, etwaige Entdeckungen aber alsbald dahier anzuzeigen. Friedberg am 11. April 1849. 1 Oauvrier. Dieſelbe an dieſelben. Betreffend: Diebſtahl mittelſt Nachſchlüſſels zum Nachtheil des Muſik⸗ lehrers Simon Schaub zu Frankfurt a. M. Nach Benachrichtigung des Polizeiamtes zu Frankfurt würden daſelbſt am 8. d. Mis, entwendet: 1 neuer ſilberner Vorleglöffel, 2 N 1 Dutzend ſchwere neue ſilberne Theeloöffel, 1 Dutzend verſchiedene ſilberne Theelöffel, worunter ein ſehr ſchwerer von alter Facon, 8 neuſilberne Theelöffel, noch neu, 1 kleine ſilberne Standuhr, auf einem ſchwarzen Brett⸗ chen mit runden meſſingenen Füßchen, 1 große goldene Vorſtecknadel mit rothem, mit einem blauen Reifchen umgebenen Knopf, letzteres etwas ausgeſprungen und mit einem goldnen Kettchen, 1 vlerzehnkarätiger goldener Ring, inwendig J. S. und 1 ſechskarätiger goldener Ring mit S. auswendig gezeichnet, 2 Paar goldene Ohrringe mit goldenen Glocken, das eine Paar ſchon reparirt, N 1 goldene ſehr gebrauchte und ausgebeſſerte Broche, I werthvolle gehäkelte Goldbörſe von hochrother Grund⸗ farbe, auf der einen Seite, mit großer ſeidener Quaſte, auf der andern mit 2 Glöckchen von Poſſamentirar⸗ beit, und s 5 dem Reichs verweſer geprägtes Zweiguldenſtück⸗ Sie baben wegen, dieſes bedeutenden Diebſtahls die geeigneten Nachforſchungen anſtellen zu laſſen resp. anzu⸗ ſtellen, auch von einem etwaigen Reſultate alsbald Anzeige an uns zu erſtatten. 281 u e ban Friedberg am 14. April 18499. - f a Ou vr ier, 4 lecteur biegen Betteffend; Duebſtabl mitelſt Nachſchlüſſels z. N. bes Harelsmannes Salomon R 2E. 0 1 n Worms zu Franffurt a, M. Zbwiſchen dem 6. und 11. d. Mts. ſind zu Frankfurt a. M. entwendet worden n mn 1 Zimmerthürſchlüͤſſel, 2 70 1 kn aun 2 1 1 Operngucker von weißem Elfenbein, f 1 grünſeidener Regenſchirm mit geſchnitztem beinernem Knopf und Verzierungen am b 1 ganz neuer feiner ſchwarzer Oberrock mit Bruſttaſche, 1 ganz neue feine ſchwarze Hoſe, 1 ganz neue ſchwarze Atlasweſte, 1 1 Paar karrirte Tuchhoſen, blau und grün, 1 Paar neue Halbſtiefel, roth ausgeſchlagen, 1 ſeidenes Foulard, weiß, mit ſchwarzem Druck, und gelb und ſchwarzen Kanten, S. W. gezeichnet, 1 feines weißleinenes Taſchentuch, S. W. 12. gezeichnet, 1 Stahlbrille mit grünem Futteral, 1 Reißzeug, worauf David Worms, Abraham Worms geſchrieben, 8 1 getragener ſchwarzer Oberrock, 1 Paar karrirte Bukskinhoſen, 2— 3 Paar Stiefel. f Sie ſind angewieſen, genaue Nachforſchungen eintreten zu laſſen und von einem etwaigen Reſultate Anzeige zu er⸗ ſtatten. 8 g Friedberg am 14. April 1849.. Ouvrier. Dieſelbe an dieſelben. Betreffend: Diebſtahl mittelſt Einbruchs zum Nachtheil des Handels⸗ mannes Belli⸗Seufferheld zu Frankfurt a. Am 12. auf den 13. d. Mts. wurden zu Frankfurt a. M. folgende Gegenſtände entwendet: f 11 füberne Eßlöffel neuer Fagon, Wifllberne Eßlöffel älterer Form M. G. S. gezeichnet, mit einem Rand 1— 10 kleine ſilberne Löffel 12 filberne Kaffeelöffel, — * 14 kleine ſilberne Gabeln, wovon eine C. B. und eine F. B. gezeichnet iſt, 10 ſilberne Gabeln, 10 ſilberne Böckchen, 1 ſilberne Spargelſcheere, 1 ſilberner Vorleglöffel, ö 2 ſilberne Gemüsloffel, 98 eg 1 ſilbernes Theeſeichen ohne Stiel,, (ſämmtliche Gegenſtände waren wahrſcheinlich mit dem Stempel des daſ. Silberarbeiters Schott verſehen)) 1 plattirter Knochenhalter. 5 Sie erhalten hiermit Auftrag, wegen dieſes Diebſtahls die erforderlichen Nachforſchungen anzuſtellen und eintreten⸗ den Falls Anzeige hierher zu machen. a Friedberg am 14. April 1849. 5 5 Ou vr i e r. Regierungsblatt⸗Auszüge. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 18 von 1849. 1) Bekanntmachung, Veränderungen in der Bezirkseintheilung der Landgerichte Altenſchlirf und Schotten betreffend;— 2) Bekannt⸗ machung. die Herſtellung einer Botenpoſt zwischen Wetzlar und Butzbach betreffend;— 5) Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf der Großh. Heſſ. Ludewigs⸗Univerſität zu Gießen im Sommerhalbjahr 1849 gehalten und am 16. April beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden; — 6) Dienſtnachrichten. Am 22. Februar wurden Schmuck und Rapp zu Heizern bei der Main⸗Neckarbahn ernannt; am 5. März dem Schulvicar Lammermann zu Heidelbach, Reg.⸗Bez. Alsfeld, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und- am 9. dem Schulvicar Schauz zu Basdorf, Reg.⸗Bez. Biedenkopf, die evang. Schullehrerſtelle zu Basdorf und Ober— werba übertragen; am 10. wurde der Privatdocent Dr. Kilian zu Gießen zum Aſſiſtenten bei der Entbindungsanſtalt zu Mainz, am 12 der Buchhalter und Secretär Bader bei der Hauptſtaatskaſſe zum Kaſſier bei derſelben ernannt. 7) Des Dienſtes entlaſſen wurden: Am 22. Februar die Heizer Schnittſpahn und Schenk bei der Main⸗ Neckarbahn, ſodann am 12. März der Diſtr.⸗Steuereinnehmer Rauch u Bingen und am 15. der evang. Schullehrer Hofmann zu Wiſeck, eg.⸗Bez. Gießen, Letzterer auf Nachſuchen. 8) In den Ruheſtand verſetzt wurde am 12. März der Kaſſier bei der Hauptſtaatskaſſe, Rech⸗ nungsrath Brenner a. Nachſ. u. A. ſ. l. tr. D. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 20 von 1849. 1) Bekanntmachung, die Errichtung von Criminal-⸗Senaten bei den Großh. Hofgerichten der Provinzen Starkenburg und Oberheſſen betreffend.— 2) Bekanntmachung, die Umwandlung der Mainz⸗Forbacher Mallepoſt in eine Reitpoſt betreffend.— 8) Namensveränderungen. Es wurde geſtattet: am 17. März dem Ludwig Wolf aus Battenberg, dermalen zu Marburg, künftig den Namen„Blocke, und am 18. dem Adoptivſohne des Carl Kröcker zu Gießen, Martin Henrich, künftig den Namen„Kröcker“ zu führen.— 9) Dienſtnachrichten. Am 17. März wurde dem Pfarrverweſer Renner zu Eſchenrod, im Reg.⸗Bez. Nidda, die evang. Pfarrſtelle daſ., ſodann am 21. dem evang. Pfarrer Stöh r zu Kriegsheim, die reformirte Pfarrſtelle zu Lindenfels und Schlier⸗ bach, im Reg.⸗Bez. Heppenheim, dem kathol, Pfarrer Dehos zu Zorn⸗ heim, die kathol. Pfarrſtelle zu Frieſenheim, im Reg.⸗Bez. Mainz, und dem kathol. Pfarrer Chriſtoph Kempf zu Frieſenheim, die kathol. Pfarr⸗ ſtelle zu Zornheim, im Reg ⸗Bez. Mainz, übertragen.— 10) Ain 16. Marz wurde der Schullehrer Schaller zu Ebersheim, im Reg.-Bez. Mainz, in den Ruheſtaud verſetzt.— 11) Geſtorben ſind: am 53 März der penſ. Reitknecht bei dem Univerſitätsmarſtalle Daniel Becker zu Gießen; am 14. der penſ. Reitknecht bei dem Univerſitätsmarſtalle Johannes Becker zu Giesen; am 21. der Diſtrietsſteuereinnehmer Johannes Seifried zu Umſtadt. Wanderungen in einem braſtlianiſchen Urwalde. „So viel ich auch an großartigen und impoſanten landſchaftlichen Scenen geſehen habe— Gebirge, Felſen— parthieen, Seen, Waſſerfälle und den majeſtätiſchen Ocean ſelbſt,/ ſagt der engliſche Naturforſcher Darwin,—„ſo hat doch niemals Etwas ſo eindrücklich die Empfindung des Erhabenen und Wunderbaren in mir hervorgerufen, als die ungeheuren Wälder Braſiliens. Es iſt in der That auch und erhabeneres Schau loſen Walder Nordamerika's, welche die Tropenwelt auszei 134—. a „wovon einer C. B. gezeichnet, erwieſen, daß das nen ler Natur kein grohartigeres r uſpiel bietet, das zugleich anmuthiger nd überraſchender wäre, als den Anblick der Urwälder 2 4 Braſiliens zwiſchen dem Orinoko einer-, und dem Parana und Uruguay andererſeits. Die unabſehbaren und pfad⸗ en Walde dame obwohl an Ausdehnung und Dichtigkeit ihnen vielleicht gleich, ſind doch in ihrem Aeuſſe⸗ ren verhältnißmäßig nur eintönig, winzig und zahm im Vergleich zu den Utforſten Südamerikas; das Klima der nördlichen Hälfte des amerikaniſchen Continents iſt nicht im Stande, ihrer Vegetation jene Kraft und Fülle und jene bleibende, wechſelvolle und maleriſche Schönheit zu geben, eichnen. /,. Fur einen ſolchen Wal iusflug beſonders ausgerüͤſtet und von einem Führer begleitet, wagt ſich der Reiſende in die Forſten Braſiliens, die ihm von ferne den Anblick eines wahren Meeres von Bäumen, Sträuchern, Blumen und thieriſchem Leben gewähren,— es tritt ihm eine neue Welt ſeltſamer Schöpfung entgegen, die ihn in ihrer wuchernden Fülle und ſchrankenloſen Manchfaltigkeit beinahe überwäl⸗ tigt. Er ſieht hier, was die Natur zu leiſten vermag, wenn ſie unter einer glühenden Sonne und bei einem reichen Boden ſich ſelbſt überlaſſen bleibt! Wie armſelig bleiben dagegen Menſchenkunſt und Menſchenkraft! Nach einer be⸗ ſchwerlichen Wanderung von einem oder zwei Tagen findet er, daß er bis zum Aufenthalt der Raubthiere, dem Para⸗ dieſe der Inſekten⸗ und Vogelwelt vorgedrungen, und ſieht hier das Ausgezeichnetſte und Großartigſte der Pflanzen⸗ welt, den Garten der Schöpfung, vor ſich. In Staunen und Bewunderung verloren, von Empfindungen bewegt, die ihm ganz neu ſind, wird er nie müde, ſeine Umgebung an⸗ zuſchauen und zu beobachten. Sagt doch Dr. v. Martius in München, der unermüdliche Reiſende, welcher mit ſeinem Freunde Spix die Reiſe durch Braſſlien machte, ebenſo ſchön als treffend:„In dieſen ungeheuren Wäldern, deren durch Kränze von allerhand Wunderblüthen verwobene Gipfel tief in den blauen Himmel hineinzuragen ſcheinen, während die Ebenen an ihrem Fuße mit den lieblichſten und wohl⸗ riechendſten Blumen bedeckt ſind, mag der Reiſende leicht wähnen, plötzlich in die fabelhaften Gärten der Heſperiden verſetzt zu ſeyn, wenn ſein Auge das ganze weite Reich des königlichen Palmengeſchlechts überſchaut., Dieſe Wälder ſind ungeheuer alt: die Oberfläche des Bodens deutet offenbar darauf hin, daß während in anderen Ländern unebene und bergige Strecken eben gemacht, Berge abgetragen und Thä⸗ ler erhoben wurden, hier Jahrzehnte vergingen, ohne daß auch nur ein Theil der Waldlandſchaft durch die Einwir⸗ kung der Naturkräfte ſeine Phyſiognomie verändert hätte. Die ungeheure Größe der Bäume, die ja alle ihren Ge⸗ burtsſchein und ein treues Regiſter über ihr Alter an ſich tragen, nämlich in ihren concentriſchen Ringen, liefern den beſten Beweis für dieſe merkwürdige Thatſache. f Die Braſilianer nennen ihre Wälder ſehr paſſend jungfräuliche Wälder. Was dem Reiſenden zumeiſt und zuerſt auffällt, wenn er dieſe Urwälder betritt, das iſt die überraſchende und erfriſchende Kühle, welche hier herrſcht. Am Saume der unabſehbaren Forſten drückt die Hitze mit erſtickender Glut auf das Haupt des Fremden; ſobald er ſich aber in die Tiefe der Wälder wagt, umgibt ihn ein ganz gemäßigtes Klima. An minder dichten Stellen des Waldes wird die Maſſe der Sonnenſtrahlen in myriaden⸗ fache feine Lichtfäden gebrochen, die wie, goldene Nadeln durch das grüne Dach dringen und mehr als die Hälfte ihrer wärmenden und leuchtenden Kraft verlieren. Ein leiſes unbeſchreibliches Murmeln und Geflüſter herrſcht in dieſen majeſtätiſchen Hainen, dem Geſumme einer weit ent⸗ fernten Menſchenmenge zu vergleichen: das leiſe Summen . dusgerüſtet Reiſende in indlick eines Blumen und neue Welt wuchernden de überwäl⸗ mag, wenn nem reichen ſlig bleiben ch einer be⸗ agen findet dem Para⸗ und ſieht t Pflanzen; u Staunen bewegt, die gebung an⸗ Martius mit ſeinem denſo ſchon deren durch ene Gipfel u, während und wohl⸗ ſende leicht Heſperiden Reich des Balder ſind ct offenbat nebene und und Tha⸗ ohne daß ie Einwu⸗ dett halle. ihren Ge⸗ er al ſich lern den K paſſend meiſt und as iſt die 1 berrſchl. Hitze mi ſobald er b ihn eln ellen des mptiaden⸗ le Nadeln N. hälſte n. Ein ſerrſcht in at n ane 1 der Inſekten, das ſeltſame Geſchrei und der fremdartige Geſang der Vögel und das ferne Gebrülle und Geſchwätze der Affen erfüllen die Scene mit den ungewohnteſten Na⸗ turlauten. Aber abgeſehen davon wendet ſich der Reiſende zu der erhebenden Betrachtung der wunderbar üppigen Vege⸗ tation, die ihn in unüberſehbarer Manchfaltigkeit umgibt, die den Boden dicht bedeckt, ſich an den Stämmen empor⸗ rankt und ſchlingt, und ſelbſt hoch in Lüften, noch leichte Blüthenguirlanden durch Aeſte und Zweige windet, ja die den Vorder-, Mittel- und Hintergrund, den Boden und den eigentlichen Himmel der ganzen Waldſcene bildet. An Contraſten fehlt es im Rahmen dieſes Bildes natürlich nicht. Die hochſtrebende ſchlanke Palme ſchießt bis in den wolkenloſen Himmel hinauf, als ſuche ſiee die nächſte Nähe der Sonne und wolle mit ihrer anmuthigen Krone Alles überragen, und hart an ihrem Fuße entfalten Schwämme auf kurzem gedrungenem Stamme eine breite Krone mit holzigen Zellen. Man vergegenwärtige ſich den Eindruck einer prächtigen Krone dunkelgrüner Blätter von den ſchönſten Formen, die ſich auf dem Gipfel eines ſchlan⸗ ken Schaftes vielleicht 180 Fuß über dem Boden wiegt. Wenn der Wind friſch über die Waldkronen fegt, ſieht man dieſe anmuthigen Monarchen der Pflanzenwelt mit verbind⸗ lichem Neigen ihre Häupter ſchütteln, als wollten ſie ihm ihre freundliche Huldigung darbringen, und ſich wieder er⸗ heben, um die prachtvollen Federn ihrer Wipfeln ſchwingen zu laſſen, gleich als beeilten ſie ſich, wenn der augenblick⸗ liche Gruß vorüber, die ihrem hohen Range gebührende Stellung wieder einzunehmen und aufrecht zu erhalten. Die Standorte, auf welchen die Palmen ſich oft in dieſen Wäl⸗ dern zeigen, geben ihnen noch mehr Schönheit und impo⸗ ſante Pracht. Manchmal wurzeln dieſe„Fürſten der Vegetation“(wie Linné ſie ſo ſchön und treffend nennt) auf dem einſamen Gipfel eines Granitfelſens, wo ihnen der Humus von Jahrhunderten ein Beet gibt, und die Wald⸗ ſtröme ihre Wurzeln befeuchten, und überragen die umge⸗ benden Gewächſe rieſengleich. Andererſeits trifft man ſie zuweilen ebenſo auf einem öden einſamen Fleck; ihr Stamm iſt in der Mitte angeſchwollen, nach oben und unten ſich verjüngend(denn die Palmen haben durchaus nicht einerlei Geſtalt, Wuchs und Größe), und gleichen ſo auf's Täu— ſchendſte ungeheuren Kegeln, die die Natur zur Beluſtigung der alten Enacksſöhne hingeſtellt zu haben ſcheint; und ein ander Mal ſieht man Kinder derſelben Gattung im Schat⸗ ten eines uralten mächtigen Rieſen der Waldung ein Ob⸗ dach ſuchen, und mit einer Art harmloſer Koketterie ihre ſchönen Formen und graziöſen Kronen recht als Kontraſte neben den rauhen verwitterten Stamm und die wirren Aeſte eines ſolchen alten Baumes ſtellen. Während die Wälder der gemäßigten Klimate eine ewiſſe langweilige Eintönigkeit der Formen des Baum⸗ chlages und der Belaubung zeigen, fallen an den braſi⸗ lianiſchen Wäldern gerade eine wunderbare Mannigfaltigkeit der Geſtaltung und eine endloſe Reihe von Kontraſten in's Auge.„Der Seiden-Baumwollenbaum z. B.,“ ſagt Dr. Spix,„der theilweiſe mit ſtarken Dornen bewehrt iſt, be⸗ ginnt erſt in beträchtlicher Höhe über dem Boden ſeine dicken Arme und gefingerten Blätter auszubreiten, die in leichten luftigen Maſſen zuſammengruppirt ſind, während um ihn her und unter ihm üppige Bäume von niedrigerem Wuchſe und die braſiliſche Anda, die in geringerer Höhe ihre zahl⸗ loſen reichbelaubten Aeſte ausbreitet, ſich zu grünen Bogen- gängen und Laubgewölben vereinigen.“ Ein weiterer ſelt⸗ ſamer Baum, beſonders für's Auge, iſt der ſchildförmige Trompetenbaum(Cecropia peltata) mit ſeinen harten 4 iſſen. Der mannsdicke Stamm, der glatt, wie polirt hellaſchgrauer Farbe iſt, erhebt ſich zu einer be⸗ 5. nriſſ 1 135 deutenden Höhe(40— 50 Fuß) und entfaltet dann erſt plötzlich einen Wirtel von Zweigen in Geſtalt einer Hals⸗ krauſe, die an dem Ende ſchuhbreite weiße filzige Blätter tragen; der ganze Baum hat— wenn es uns erlaubt iſt, zur Verdeutlichung einen ſehr trivialen Vergleich zu ge⸗ brauchen— die Geſtalt jener hölzernen Bäumchen, welche wir in den Schachteln der Nürnberger Kinderſpielwaaren ſehen. Im tieferen Schooße der Wälder finden ſich Baume von wahrhaft coloſſalen Verhälkniſſen. So ſchildert Martius einen ſogenannten Erbſenbaum(Robinia pseudacacia), den fünfzehn Indianer mit ausgeſtreckten Armen kaum um⸗ ſpannen konnten. Mehrere andere maßen am Boden 80 Fuß, und da wo die Stämme cylindriſch wurden, 60 Fuß im Umfange. Als er die concentriſchen Ringe ſolcher Theile des Stammes zählte, an welche er noch gelangen konnte, gelangte er zu dem Schluſſe, daß ſie, ſo alt waren wie Homer und zu Pythagoras Zeiten ſchon 332 Jahre ge⸗ zahlt haben mußten; in der That reducirte die eine Schätzung ihr Alter auf 2052 Jahre, während eine andere ihnen 4104 Jahre gab! Die Wirkung, welche der Anblick dieſer Pflanzenpatriarchen auf die Einbildungskraft ausübt, iſt kaum in Worte zu faſſen. Viele dieſer Bäume tragen Blüthen von allen möglichen Farben und dem verſchieden⸗ artigſten Geruch, der dem Beſchauer bald Behagen, bald Eckel erregt. Einige dieſer Blüthen, in die anmuthigſten Farben gekleidet, contraſtiren angenehm mit dem dunkeln Laub, worauf ſie ruhen, andere bergen ſich darunter, während wieder andere nur in einer Höhe erblühen und verwelken, wo ſie weder die Hand des Menſchen noch der. Zutritt anderer Thiere als der Vögel und Inſekten erreichen kann. Obwohl der Anblick dieſer mächtigen Bäume gewiſſer⸗ maßen Etwas von dem Eindruck eines ewigen Lebens mit ſich bringt, ſind ſie doch nichtsdeſtßyweniger ebenſo ſterblich und vergänglich, als ihre beſcheideneren und niedrigeren Gefährten. Mancherlei Kräfte wirken zuſammen, ſie end⸗ lich doch auszuſaugen, darniederzuwerfen, dem Boden gleich zu machen und wieder in ihren ürſprünglichen Staub zu ver⸗ wandeln. Iſt ein ſolcher Baum unglücklicherweiſe lange von einer Menge Bäume von anderen Arten umgeben ge⸗ weſen, wie die Großen des Menſchengeſchlechts, ſo iſt ſeine Lage deſto gefährlicher. Die neidiſchen Nachbarn ſcheinen ſich verſchworen zu haben, ihm alle Kraft auszuſaugen, ihm die Säfte zu entziehen und mit ſeinen Wurzeln ſich um den Grund und Boden zu ſtreiten. Das Reſultat davon iſt leicht abzuſehen: der edle Baum beginnt zu kränkeln, hin⸗ zuwelken; Aſt um Aſt fällt verdorrt vom Stamm; er ſtirbt ab, verliert ſeine Blätter, fault und vermodert von der Krone bis zu den Füßen, und ſchon nach wenigen Monaten macht ein jaher Windſtoß dem ſtolzen Daſein ein Ende und wirft den morſchen Rieſen an die Erde. Die holzfreſſenden und zerſtörenden Inſekten haben ſich ihn ſchon lange zum Opfer auserſehen, und ſeine beſten Säfte ſchaarenweiſe ver⸗ zehrt. Der herrliche Stamm beugt und krümmt ſich unter der Wucht des Windes; ein plötzlicher heftigerer Stoß er⸗ faßt ihn mit jaͤher Wucht im verzweigten Gipfel, und zu Boden ſtürzt er mit donnerndem Krachen und reißt im Falle noch nicht wenige von den Feinden und Schmarotzern mit ſich nieder, die ſich gegen ihn verſchworen hatten. Allein noch ein weiteres Werk iſt zu thun: ſeltſam geformte und gefärbte Schwämme bilden ſich in Fülle auf dem gefällten Stamme, und entfalten ihr wucherndes Leben auf den Trüm⸗ mern. Dazu geſellt ſich noch der chemiſche Einfluß der Luft und der Feuchtigkeit, und ſo dauert es unter dieſem Himmel gar nicht lange, bis Nichts mehr die Stätte bezeichnet, wo einſt der Rieſe der Waldung geſtanden, als eine formloſe Maſſe vegetabiliſcher Erde. f (Fortſetzung folgt.) Bekanntmas 1 05 von; Be⸗ Abör hen. 19 0 en h an 20 oſeph Klein 111. bon Ockſtadt iſt ge⸗ richtlich unter 3 worden, was mit dem Anfügen zur öffentlichen Keuntniß gebracht wird, daß derſelbe, 1 daſtemun. 75 be⸗ ſtellten Cura oxen, Georg 1 55 10 Dietrich Schuhmann don Ottſtadt, keine Vetb ldlichteiten eingehen kaum und daß die Curatoren allein 2 Hahlung empfangen und darüber W tiven e e Mär 9 ub bee E b. 1 i GI Frkilag den 20. April d. J., von Mor⸗ Nubt an; werden in hieſi gem Ratyhhauſe die zur eee der Wittwe des Dreher⸗ meiſters Philipp, Sta höri obilien, heſtehend in Nobel 1 b 20 200 160 enten berſteigert. 1128 1 Grobb Pe. a bebte, a Der Groß. Heſſ. Bürgermeister FCC e in de nx. 1 Set be ge, im Rentamt 100 Friedberg. 5 G14) Von den, 4848x, ſerallhden Feuchwor⸗ f rathen des hieſigen Rentamtes kommen Freitag den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Hleronimus vox dem ehemaligen Wee zur Verſtol⸗ N d e, ey Gerſte; 2 zu⸗ Na enmsbag ua, eltca 11 Malter Korn 80 bon 9 Sheet z Vulbel; 6 Malter Korn; 9 10 Dlamm heim lagernd, ungefahr 23 Mal- ter Hafer. N den 4. April. 1849. Der Gr. Rentaintmann des Rentamts Friedberg g Domänenrath B u b. Malu Weſer⸗ Eiſen bah n. 615) Auf hieſigem Rathhauſe ſollen zur 0 Mr des Schienenweges Freitag den April l. J. Vormittags 10 Uhr die hierzu nochn Erde und Chaufſtrarbeiten im Ganzen veranſchlagt zu 5140 fl. 48 kr. in 4 Looſen, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an den Wenigſtneh⸗ menden in Akkord getzeben werden. Friedberg den 5. April 1849. Der Großh. Heſſt Sections Ingenieur N der Section Friedberg Hochgeſand. Main. Weſet„Eiſen bahn. G1 Freitag den 20. April l. J., Vormit⸗ tags 1 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe die Lirferüng. von 2652 Cubikfuß eichnen Schwellen von verſchiedenen Dimenſionen, unter den bei der Verſteigetung bekannt gemacht werdenden Bedingungert, an den Wenigſtnehmenden ööffent lich in Akkord gegeben werden. r den 5, April 1849. 15 Sectlon Friedberg 5 ochgeſand. „Holze Verſteigerung. (621) Dienſtag den 24. April l. J., Vor⸗ mittags um 8 Uhr anfangend, werden im Pfaf⸗ fenwiesbacher Gemeindewald, Diſtrikt Wehrholz: 60. d e. zeug, Heſſ. Sections.⸗ Ingenieur 7 20e Ban ⸗ und ebentämme, 4 1 45 9 after buchen und 2 Sen, 5 meifibietend verſteigert. 0 136 5000 E ubiffuß enthaltend, 40„ Etrdſtöcke, 15000 Stück Wellen, 5 15 8 Wee. wich, daß den olzen der iterau l Wa e den Sen 1849. Venen 1 5 09 Nuß p. Arbeits Verſeiherußg f (639) Montag den 23. April, Na 0 1 J um 2 hr, werden in bhieſi. igem Rathhan Unterhaltungsarbeiten der Vieinalwege n das 1 1— 1849 wenigfinehmend perſteigert. 10 d 5 April 1849. . 115 Ff wee Wertholz Aer el 06 00 Freitag den 20. d. Mis., Vormitta 0 050 werden in dem hiefigen Gemeindew Bit Bachſprünge, 93 Stamme buchen Werk⸗ 1 holz öffentlich meiſtdietend verſteigert. Altenſtapt den 17. April 1849. Der roh. Hef Fe 1 Sbligaklons. ga t 16 A1) Bei der heute ſtattgehabten Verlooſtt ung, Nr. 4 mit 100 fl. für 1847, und Nr. 7 mit 100 fl. für 1848 rückzahlbar geworden. In⸗ haber dieſer Ae de ea e wird aufge ordert, ſolche bis zum 1. Mai l. J. bei dem hieſigen Gemeinde⸗Einnehmer in Empfang zu nehmen, wenn ſie nicht Wperinckich ſtehen gelaſſen werden ſoll. e ee den 1. April 1849. 4 Der r an en N Verlooſung. a Bei der heute ſtattgehabten Berlooſung wurde die Obligation Nr. 64 für den 1. Mai . IJ. mit 50 fl. tückzahlbar. Der Inhaber derſelben wird däher aufgefordert, dieſe Summe längſtens bis zum 1. Mai l. J. bei dem israe⸗ litiſchen Gemeinderechner dahier in Empfang zu 15 indem von da an die Verzinſung auf⸗ rt. Niederurſel den 9. April 1849. Der Vorſtand der israelitiſchen Religionsgemeinde Jo ſeph. Roßbq ch. Bekanntmachung. (6618), Das zu Bergbau⸗Zwecken angekaufte und im Gräfl. Leining'ſchen Walde bei Ilben⸗ ſtadt noch lagernde Eichen⸗Stammholz von 6875 Cubifkuß, Frankfurter Maas, ſoll in Gemäßheit höherer Verfügung auf das Gr. Dorheimer am 20. Ap 1 Braunkohlen⸗Bergwerk angefahren n— Die Anfuhre deſſelben ſoll an den 1 7 dernden 1 J. werden, zu welt 1 J., Morgens 10 Uhr, uf; em Büreau des Unterzeichneten die deßfallſige Ver⸗ Iſteigerung vorgenommen werden ſoll. Die betreffenden Steigerungsluftige werden mit dem a hierdurch eingeladen, daß die Verſteigerungs⸗Bedingungen vor der 24 ſteigerung bekannk gemacht werden. r e er n] am 14. 184 01 loßh, 11 0 9 0 Gr. Berglapel. este, Verſteigerung. (611 Montag den 23, April, e 755 55 fell ba viesjährige Ergebniß ver Eichen-Lohrinde in dem Gemeindewald Langen. hain, öffentlich an den eee werden. 90 1 bee 05 13. April 1849. Der e e f 1 1 1 (448) He.. April d. J. fallende Vleh⸗ und Krämertparkt der Gemeinde Ulf witd nicht an dieſen zwei Tagen, ſondern an einem Tag, den 26. April I. T, abgehalten werden, 1270 hiermit dur en eee gebracht wi* 1127 1 9 113 Alfa den 5 Aprll 184 1 Der Gr Groß. 80 duuhememe 15 1 21t d ſch. n 5 e kan 0 u n 9. 1 1 50 Ein herrſchaftli hes zweißsöteih t haus zu 15 7 von 30 Fuß lang, 18 Fuß breit, nebſt einem Stall von 42 Fuß lang und 12 Fuß breit, noch nicht lange von eichen Holz gut erbaut, ſoll den 30. Ap 8 daſelbſt auf den Abbruch verſtelgert we den. Arſtsdang am 14. April 1849. SGräfl. Nella Fabricius. Privat 2 nee 1 ene n dne (896) Bei A. Foucar iſt eben neuer Wein in Zapf, per Schoppen zu 6 kr. Friedberg am, 4. April 1849. Gute Teppiche, (617) beſonders Auswanderern zu empfehlen, ſind zu billigen Preiſen vorräthig bei 9 Friedberg. N Bechſtein. Ei te a i e e Anzeigen. (648) So eben erſchien in Frankfurt a. M. bei H. L. Brönner und iſt in allen Buch handlungen, in Friedberg bei C. Vindernagel, zu haben: Molion des Abgeoroneken Schwindelreich; „Es möge die hohe Kammer zu Protokoll erklären, daß der liebe Gott als Weltenkönig, ſein Miniſterium die ſieben Erzengel und ſeine Weltregierung das Vertrauen des Volkes nicht mehr beſitzen.“ Geh. Preis 6 kr. (64190 Bei M. Kuhl in Butzbach ißt erſchienen und in unterzeichueter Bunhhendlung zu haben: Die Weidigsſtiftung und die Einweihung des Denkmals Weidigs auf dem Friedhofe zu Darmſtadt am 17. September 1848. Mit einer Lithographie„das Grab digsſtiftung. Bogen. geh. 12 kr. Da der ganz jede weitere Gabe mit Dank angenommen. Friedberg. Zum Beſten der Wei⸗ Weidigs.“ gr. 8. 1½ e Erlbs der Stiftung 1 1 ſo wird E. Bindern Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.