igen Nai 1849. verrichtet: tadtkirche: dtadtlirche: et. urgkirche: . Burgkirche. — ——— 75 e. . — Nai. in 221 2 S 19. Apr. Die⸗ burg 522 5 erg 0 rern Intelligen är de Provinz Oberheſſen g im Allgemeinen, den Uegierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 10 Mittwoch den 16. Mai 1815. 1 S8 Cbensbilder aus dem„fernen Weſten“ Vordamerih abs. (Fortſetzung.) Mit der Zeichenſprache und Mimik der Indianer vertraut, erfuhr Killbuck all dies, auch ohne daß er ein Wort ihrer Unterredung hörte. Er erfuhr ferner noch, daß der größere Theil der Truppe mit Sonnenuntergang wieder weiter ziehen würde, um das Bayou mit erſter Morgenfrühe zu erreichen, und daß nur vier bis fünf der jüngſten bei den Packthieren und dem Gpäcke bleiben ſoll⸗ ten. Gleichwohl blieb der Jäger in ſeinem Verſteck liegen, bis die Sonne hinter den Bergen untergegangen warz um dieſe Zeit griffen die Rapahos wieder zu den Waffen, warfen ihre Büffelröͤcke über die Schultern und verließen einer hinter dem andern mit geräuſchloſen Schritten und ſtumm wie das Grab das Lager. Als endlich die letzte dunkle Geſtalt hinter den Felſen verſchwunden war, welche das nördliche Ende des kleinen Thales begränzen, erhob ſich Killbuck und kroch auf dem Bauche den Abhang hinab, um wieder zu ſeinem Gefährten zu ſtoßen. „Lève- toi!“ ſagte er, als er ſeinen Lagerplatz er⸗ reicht hatte;„ſoll nicht lange mehr dauern, ſo werden wir genug zu thun bekommen, denk' ich, und die Sonne iſt nahezu hinunter.“ 0 1 i f„Bin ſchon fertig, alter Burſch,“ ſagte La Bonté und ſchüttelte ihm die Hand;„wie ſieht's aus? und wie viel ſind ihrer äm Lager? „Alles ſteht gut! Die Fährte iſt friſch, und nur ihrer fünf ſind auf der Wache. Wie iſt Dir's?“ „Bin ganz erpicht auf Kopfhaar!“ ſagte La Bonté; mach' nur, daß wir zum Schlagen kommen 170 „Hm ſagte Killbuck;„dazu kann Rath werden. Haben heute Nacht Mondſchein und ſobald der Mond herauf iſt, woll'n wir ihnen auf den Pelz!“ Er beſchrieb nun ſeinem Gefährten Alles was er geſehen hatte und ſetzte ihm ſeinen eigenen Plan auseinander. Er wollte nur warten, bis es genügend mondhell war, dann nach dem indianiſchen Lager ſchleichen und es überfallen, ſo viel Schöpfe nehmen als man konnte, die geſtohlenen Thiere wieder nehmen und dann ſogleich nach dem Bayou auf⸗ brechen, um die befreundeten Putas vor der ihnen drohen⸗ den Gefahr zu warnen und ihnen beizuſtehen. Freilich lief man Gefahr, den auf dem Marſch befindlichen Rapa⸗ hos zu begegnen; allein hiefür verließen ſich die beiden Trapper auf ihre Behutſamkeit und die Schnelligkeit ihrer Maulthiere, falls dies je begegnete. Von Sonnenunter⸗ gang bis zum Aufgang des Mondes hatten ſie Zeit genug, ihr Abendbrod zu verzehren, das abermals aus Buͤffelleber und getrocknetem Büffelfleiſche beſtand, worauf Killbuck meinte, es ſeie ihm nun noch einmal ſo wohl, und er fühle ſich noch weit aufgelegter zu einer Rauferei. Während der kurzen rabenſchwarzen Finſterniß, welche dem Mondſchein voranging, und von heulenden Windſtößen aus dem Hochgebirge herab begleitet war, krochen die bei— den kühnen Männer mit dem leiſen Tritte des Panthers an den Rand des kleinen Plateaus vor, das nur wenige hundert Ellen in's Gevierte maaß, und auf welchem die mit der Hut der Thiere betrauten Indianer, gar keine Gefahr ahnend, um das Feuer ſaſſen. Etliche Gruppen von Zedern und Unterholz ſchoſſen in der kleinen Prairie auf, und zwiſchen dieſen weideten die gutgekoppelten Maulthiere und Pferde. Dieſe an die Nähe von Weißen gewöhnten Thiere brauchten unſere beiden Jaͤger, nicht zu fürchten, denn ſie gaben gewiß kein Zeichen der Unruhe von ſich, wenn die Trapper von Buſch zu Buſch dem Feuer näher krochen; ja ſie dienten gewiſſermaßen eher dazu, die Be⸗ wegungen derſelben zu verbergen, falls je die Judianer auf ihrer Hut wären. Dieß bemerkten die beiden Jäger auf den erſten Blick; aber Killbuck wüßte auch, daß, wenn ſein treues altes Maulthiex ihn äuge(ſehe) oder wittere, es ein fröhliches Wiehern ausſtoßen wuͤrde, das die In— dianer leicht aus ihrer Unbefangenheit aufſchrecken möchte. Er ſuchte daher erſt ausfindig zu machen, wo ſein Thier weide, und war recht froh, als er es am entfernkeſten Ende der Prairie entdeckte, wo es ſeinen eigenen Bewegungen nicht hinderlich werden würde. 3 Zwiſchen den äſenden Maulthieren hinkriechend, er⸗ reichten ſie einen dichtbelaubten Buſch, kaum vierzig Schritte von der Stelle, wo die argloſen Wilden rauchend um ein Feuer hockten. Hier duckten ſie ſich nieder und warteten, kaum zu athmen wagend, auf den Augenblick, wo der Mond über die Berge heraufgekommen ſeie und ihnen ge⸗ uug Licht geben wurde, um ſich ihrer Büchſen bedienen zu konnen. Kein Pulsſchlag im Buſen der beiden ernſten Männer ſchlug höher als gewöhnlich, kein Nervenzucken ſtörte ihre antike Ruhe. Mit ſchußfertigen Büchſen, die Piſtolen lockerer im Gürtel ſteckend, die Scalpirmeſſer halb aus der Scheide ziehend, ſtauden ſie unter den überhän⸗ genden Zweigen. Schon zeigte ſich der blutrothe Hof des Mondes über den höchſten afengre im Oſten; ſchon blinkte Licht durch die Fohrengipfel auf deuſelben, und La Bonté brannte vor Begier, hervorzubrechen und ſein blu— . CCC ˙— A 5 5 3 tiges Werk zu beginnen; aber Killbuck legte ihm leiſe ſeine eiſerne Hand auf die Schulter und ermahnte ihn zu nur noch kurzer Geduld. N i Et fleine Pauſe verging, die Mondſcheibe ſtand ſchon halb über den Bergen, der Moment der That war nahe. In dieſem Augenblick aber reckte das alte Maul⸗ thier des Trappers, das im Graſen allmählig über die ganze Prairie herübergekommen war, den Kopf in die Höhe und gewahrte die wohlbekannte Geſtalt ſeines Herrn. Auf einmal ſtand es ſtill, ſpitzte die Ohren, ſtreckte Hals und Nüſtern aus, ſchnüffelte in die Luft und ließ ein durch⸗ dringendes lautes Freudenwiehern hören. Killbuck hatte kein Auge von den Indianern verwandt und ſo das Thier nicht bemerkt; dieſer Ton aber, der ihn erſchreckte wie die Indianer, gab ihm das Signal zum Angriff.„Drauf, Burſche! jag' die Niggers zur Hölle!“ rief er mit ſeinen wildeſten Toͤnen, und ſprang mit La Bonté hinter den Büſchen vor auf die verdutzten Indianer ein, die der un⸗ vermuthete Angriff ſo ſehr überraſchte, daß ſie nicht gleich wußten, wohin ſie ſich wenden ſollten, und wie Schafe durcheinander rannten. Am Fuße der kleinen Anhöhe ließ er ſich im Schatten auf ein Knie nieder, ſtieß ſeinen Peit⸗ ſchenſtock auf Armslänge in den Boden, legte die Büch ſe auf und zielte ſo kaltblütig und methodiſch, als gälte ſein Schuß einem feiſten Hirſche. Mit dem Knall ſtürzte ein Indianer zuſammen, und ebenſo auf La Bonteé's nicht minder ſicheren Schuß. Als die überlebenden drei Indianer nur zwei Feinde vor ſich ſahen, die ſich uͤberdies bereits verſchoſſen hatten, drangen ſie mit gellendem Wuthgeſchrei und geſpannten Bogen auf dieſe ein, tief an den Boden geduckt, um ihrer Gegner Geſtalten deſto deutlicher auf dem lichteren Firmament hervortreten zu ſehen und deſto beſſer zielen zu können. Die beiden Trapper warteten aber nicht ſo lange, zogen vielmehr ihre Piſtolen, ſprangen den Feinden entgegen und ſchoſſen auf ſie, obwohl zu glei⸗ cher Zeit drei wohlgezielte Pfeile von der Sehne ſchwirr⸗ ten. La Bonts ſchleuderte die entladene Piſtole dem einen der Indianer an den Kopf, der auf Armslänge von ihm entfernt ſchon wieder einen Pfeil auf den Bogen legte, zog ſein Meſſer und ſtieß nach ihm. Der andere Indianer aber und ſein Gefährte liefen davon, und Killbuck ſtieß raſch eine Kugel in ſeine Büchſe, und ſandte ſie den beiden nach, die wie die Ziegen an den Bergwänden hinaufkletter⸗ ten und in ihrer Eile und Beſtürzung Bogen und Schilde weggeworfen hatten. 5 Das Gefecht war voruͤber und die beiden Trappers ſahen einander an.„Na, wir haben ihnen heimgeleuchtet!“ ſagte Killbuck mit wildem Lachen. „Ja, das haben wir!, verſetzte La Bonté und zog ſich einen Pfeil aus dem Arme. „Schätz' wohl, wir woll'n ihnen jetzt das Haar ab⸗ ſtreifen, bevor der Scalp kalt wird!, ſagte Killbuck, nahm den Wetzſtein aus ſeinem Gürtel, ſchärfte ſein Meſſer und hatte mit ſicherer Hand bald die Kopfhaut des erſten In⸗ dianers abgeſtreift, der ſchon mauſetodt am Boden lag, worauf er das Blut davon am Graſe abwiſchte und die furchtbare Trophäe unter ſeinem Gürtel barg. La Bonté hatte ſich mit dem andern auf gleiche Weiſe zu ſchaffen gemacht; darum trat Killbuck nun auf den dritten zu, der noch lebte, weil ihm die Kugel der Piſtole nur durch den Leib gedrungen war, ohne einen edleren Theil zu verletzen. „Der verde Nigger da iſt nur waidwund geſchof⸗ ſen!“ ſagte er;„dieſe verwünſchten Piſtolen thun nie ihre Schuldigkeit!“ dabei gab er ihm mit ſeinem Meſſer den Gnadenſtoß, und zog auch ihm mit einem ſcharfen Schnitte die Kopfhaut herab, die er zu der anderen ſteckte. i La Bonté hatte nur zwei leichte Wunden, und Kill— buck hatte einen Pfeil noch ſo tief im Schenkel ſtecken, daß die Spitze davon ſich auf der anderen Seite an der Oberfläche der Haut verſpüren ließ, war aber ſeither da⸗ mit umhergegangen. Nun ſtieß er, das läſtige Ding los zu werden, die Spitze des Pfeils vollends durch, ſchnitt mit dem Meſſer den Schaft dicht hinter dem Eiſen ab, zog ihn rückwärts heraus und ließ die Wunde verbluten. Eine Compreſſe von Büberfell ſtillte bald die Blutung, worauf der Bergjäger ſein geliebtes Maulthier einfing und zum Feuer führte, das La Bonts inzwiſchen wieder ange— facht hatte. Nach manchen, oft recht komiſch klingenden Liebkoſungen gegen den langjährigen treuen vierfüßigen Gefährten ſeiner Wanderungen fing er dann auch die an⸗ deren Thiere ein, die er alle noch wohlbehalten antraf; mittlerweile hatte La Bonté einiges Wildpret gekocht, das die Indianer am Feuer zurückgelaſſen hatten; ſie hielten nun eine tüchtige Mahlzeit, und rüſteten ſich dann zur Fortſetzung ihrer Reiſe, weil ſie ſich nicht der Gefahr aus⸗ ſetzen wollten, nun ihrerſeits von den Rapahos beläſtigt zu werden. 1 Da ſie keine Sättel mehr vorfanden, banden ſie ihren beiden Maulthieren Büffelhäute auf den Rücken, und ſetzten ihre Wanderung fort. Sie folgten den Spuren der Indianer ſtromaufwärts, und fanden, daß jene den Schluchten und Thalgründen des Weges gefolgt waren, wo der Weg beſſer war. Allein gleichwohl war dieſer noch uneben genug, um ihnen große Schwierigkeiten zu bereiten, da er häufig ganz mit Felsblöcken verſchüttet war. Killbuck's Wunde ward ſehr ſchmerzhaft, denn das Bein ward ſteif und ſchwoll ſtark an, aber trotzdem ritt er die ganze Nacht hindurch. Mit Tagesanbruch, wo ſie ſich wieder zu orientiren vermochten, verließen die Jäger die Fährte der Indianer, und folgten dem Laufe eines kleinen Flüßchens, das auf mäßiger Anhöhe in den Bergen ent⸗ prang, und über welchem ſüdwärts der Pike's Peak hoch in die Wolken hineinragte. Nur mit ſchwerer Mühe über⸗ ſtiegen ſie dieſe Anhoͤhe und ſtiegen an ſanfteren und nie⸗ drigeren Hügeln herab, die ſich am Ende ganz in's Thal verloren. N Etwa drei Stunden nach Sonnenuntergang befanden ſie ſich im ſüdöſtlichen Winkel des Bayou Salade. Dieſes Bayou, wörtlich das Salzthal, iſt das ſüdlichſte von drei ſehr ausgedehnten Thälern, die hier mitten im Schooße der Hauptkette der Felſengebirge eine fortlaufende Reihe von Ebenen bilden, welche bei den Trappern unter dem Namen der Parks bekannt ſind. Die zahlreichen Ströme, welche dieſe Ebenen bewäſſern, ſind reich an den um ihrer Pelze willen ſo ſehr geſchätzten Bibern, während alle Ar- ten des im Weſten vorkommenden Wildes hier ebenfalls in Fülle vorhanden ſind. Das Bayou Salade insbeſondre iſt um des Salzgehalt ſeines Bodens und ſeiner Quellen ein Lieblingsaufenthalt aller großeren Thiere, und die Büf⸗ fel weiden beſonders gern im hohen üppigen Graſe dieſer Niederungen, deren Fruchtbarkeit ſo grell gegen die Nackt⸗ heit und Oede der umliegenden Berge abſticht. Aus dieſen Urſachen wird das Bayou Salade auch immer von In— dianern als Winteraufenthalt benützt, und die größeren Stämme jener Gegenden: die Rapahos, YJutas, Sioux und Shians führen deßhalb auch häufig blutigen Krieg um ſeinen Beſitz. Beſonders die Nutas hatten hier ſchon ſeit einer Reihe von Jahren das Hauptwinterquartier ihres Stammes aufgeſchlagen; die Rapahos dagegen kamen nur ſelten und ſtets nur auf Kriegszügen gegen die Nutas hieher. Aus der Richtung, welche die Rapahos eingeſchlagen, ließ ſich ſchließen, daß der friedliche und freundlichgeſinnte Stamm der Putas bereits dort war, und die Trappers wollten nun dieſen ſo ſchnell wie möglich erreichen. Sie flingenden vierfußigen ich die an⸗ en antraf; elocht, das ſie gelten dann dur efahr aus⸗ s belaſtigt danden ſie lücken, und n Spuren jene den gt waren, var dieſer gkeiten zu üttet war. das Bein ritt er die vo ſie ſich Jäger die s feinen gen ent⸗ Peak hoch lüde über⸗ u und nie⸗ in's Thal g befanden e. Dieſes e von dtei u Schooße ende Reihe unter dem en Strome, um ihrer d alle Ar⸗ ebenfalls nobeſondre A Juellen b die Büf⸗ raſe dieſer die Nackt⸗ us dieſen 4 von In⸗ großeren — 167— zogen daher raſtlos durch das wellenförmige Land weiter, und entdeckten um Mittag die kegelförmigen Hütten des Dorfes auf einer breiten Hochebene, welche ein ſtattlicher Fluß durchſtröͤmte. Auf dem Weidegrunde umher war eine zahlreiche Heerde Maulthiere unter der Aufſicht einiger berittenen Indianer zerſtreut. Als die beiden Trappers die Böſchungen am Fluſſe heraufkamen, wurden ſie von etlichen umherſtreifenden Indianern bemerkt; Einer derſel— ben fing ſogleich mit dem Laſſo ein Pferd aus der Heerde, ſchwang ſich hinauf und ſprengte mit Windeseile dem Dorfe zu, um die Neuigkeit dort zu verbreiten. Alsbald ſpieen die Hütten ihre Bewohner aus, und Weiber und Kinder, Jünglinge, Männer und Häuptlinge gingen den Ankömm— lingen entgegen. Killbuck war den meiſten Nutas perſön— lich bekannt, weil er einige Jahre zuvor in ihrem Lande gejagt und droben in Roubideau's Fort, an den Hauptge⸗ waſſern des Rio Grande, mit ihnen gehandelt hatte. Nach— dem er ſeine Bekannten begrüßt und ihnen die Hand ge— drückt, ſetzte er ſie in Kenntniß von dem Ueberfall, womit ſie ihre Feinde die Rapahos in einer Anzahl von beinahe hundert Kriegern bedrohten, und erzählte ihnen die Be— gegniſſe der letzten vier Tage. Dieſe Nachrichten brachten natürlich das ganze Dorf auf die Beine: der Kriegsruf erſcholl von Hütte zu Hütte, die Weiber heulten und zerrauften ſich das Haar, die Männer dagegen begannen ſich zu bewaffnen und zu be— malen. Die alteren Häuptlinge traten zu einem Kriegs— rathe zuſammen und berathſchlagten bei der kreiſenden Medicinpfeife die beſte Art der Vertheidigung, beſonders ob man dem Feind angriffsweiſe entgegenrücken oder ihn, zu ernſter Vertheidigung gerüſtet, hier erwarten dürfe. Mittlerweile ſammelten ſich die Krieger unter den betref— fenden Anführern, und nach allen Richtungen hinaus zogen Spähwachen und Kundſchafter auf den ſchnellſten Pferden, um die Annäherung des Feindes zu beobachten. Als die beiden Weißen ihre Thiere getränkt und auf einem guten Weideplatze in der Nähe des Dorfes an Pfoſten angebunden, um ſie graſen zu laſſen, traten ſie auch zu dem Feuer, an welchem die rothen Häuptlinge ſich beriethen, hüteten ſich aber wohl, an der Berathung eher theilzunehmen, als bis ſie von dem älteſten Häupt⸗ ling dazu eingeladen worden waren. Killbuck mußte ſeine Anſichten über den Angriffsplan der Rapahos, über die Richtung, in welcher ihre beiden Haufen heranzogen, und ſeinen Rath hinſichtlich der von den Nutas zu ergreifen— den Maaßregeln abgeben. Er war ihrer Sprache voll— kommen mächtig, und fand darum um ſo eher Anklang fur ſeinen Rath. Nach einer Viertelſtunde loͤſte ſich der Kriegsrath auf und eine Truppe von beinahe 100 erprob— ten Kriegern verließ das Dorf ohne Geräuſch und Ver— wirrung, nachdem einige der ausgeſandten Kundſchafter zurückgekommen und Nachrichten gebracht hatten, welche Killbuck's Ausſagen beſtätigten. Die beiden Trapper woll— ten ſich freiwillig dieſem Streithaufen anſchließen, ſo muͤde und erſchöpft ſie auch waren; allein die Häuptlinge gaben es nicht zu, weil ihre weißen Freunde im Rathe nützlicher ſeien, und übergaben ſie der Pflege der Squaws, welche ihre ſchmerzhaften Wunden verbinden ſollten. In einer geräumigen warmen Hütte breiteten ſie ihre Büffelhäute aus und überließen ſich der Raſt, die ſie ſo nöthig hatten. Am andern Morgen war Killbuck's Bein ſo ſtark entzündet, daß er die Hütte nicht verlaſſen konnte; allein gleichwohl ließ er ſich von ſeinem Gefährten ſein altes Maulthier vor die Thüre der Hütte bringen und gab ihm ein paar Maiskolben aus dem geringen Vorrathe, welchen die Indianer aus dem Navajo-Lande mitgebracht hatten. Inzwiſchen verſtrich der ganze Tag bis zum ſpäten Abend, ohne daß Nachrichten vom Heerhaufen eintrafen, was große Beſtürzung und Wehklage unter den Weibern ver— urſachte, von den Weißen aber als günſtiges Wahrzeichen gedeutet wurde. Am folgenden Morgen aber ſah man mit Sonnenaufgang die lange Reihe der heimkehrenden Krieger über die Prairie herüberziehen, und Jubelfreude erfüllte das Dorf, als ein vorausgeſprengt kommender Kundſchaf⸗ ter die Nachricht von einem großen und glänzenden Siege über die Yutas einbrachte. In geringer Entfernung von den Hütten hielten die Krieger und harrten auf die An⸗ kunft des übrigen Volks. Greiſe, Weiber und Kinder warfen ſich auf die Pferde und Maulthiere, ritten den Heimkehrenden entgegen und führten ſie unter Jauchzen und Trommelſchall im Triumph nach dem Dorf zurück. Dem Zuge voran ritt ein Krieger mit ſchwarzbemaltem Geſichte, eine hohe Stange in der Hand, an welcher drei— zehn blutige Kopfhäute, die Trophäen der Expedition, hin⸗ gen. Als er ſie in die Höhe hob und der Menge zeigte, er— ſcholl ein betäubendes wildes Freudengeſchrei. So zogen ſie zu Hauſe ein, beinahe ehe die Angehörigen der gefallenen Nutas die Trauerbotſchaft von dem Verluſte der Ihrigen erhalten hatten. Bei dieſen nun verwandelte ſich der Jubel alsbald in Wehgeſchrei, und die Mütter, Weiber und Kinder der ſieben Erſchlagenen kehrten raſch und mit ge⸗ ſchwärzten Geſichtern in ihre Hütten zurück, nachdem ſie heulend um die mitten im Dorfe aufgepflanzte Stange getanzt hatten, und verbargen ihren Gram in ihren Be⸗ hauſungen. Killbuck erfuhr nun, daß die Rapahos, ſobald ſie ihren Angriffsplan entdeckt ſahen, ſich bemüht hatten, ihre beiden Haufen zu vereinigen, was jedoch die Nutas glück⸗ licherweiſe zu verhindern gewußt hatten. Der Angriff der Nutas auf den einen Haufen hatte die vollſtändige Nieder— lage und Zerſtreuung deſſelben zur Folge gehabt, und drei— zehn von ihnen das Leben gekoſtet. Dieſer Schlag hatte den andern Haufen der Rapahos zur ſchnellſten Umkehr bewogen, und ein Theil der Yutas verfolgte ſie nun. Dieſer Sieg ward von den glücklichen Indianern nun na— türlich mit einem großen Feſt und Gelage gefeiert, bei welchem Trinken, Tanzen und Bemalen mit Zinnober und gelbem und rothem Ocker, als Farben der Freude, eine große Rolle ſpielten. (Fortſetzung folgt.) Beiträge, welche zum Beßten der Hinterbliebenen des verſtorbenen Lehrers Bauer weiter eingegangen find: Bei Herrn Cronenberg: Von T. 2 fl., J. M. 1 fl. 30 kr., Fr. G. 1 fl., B. H.(jährl. Beitrag auf 3 Jahre) 1 fl. Bei Herrn Lindheimer: Von Frf. L. zu St. 3 fl.; ferner, über⸗ geben durch Herrn Lehrer Blickhahn, von der Lehrerconferenz zu Nidda 6 fl. 57½ kr., von der Lehrerconferenz zu Hungen 6 fl. 47 kr., von der Bönſtädter pädagogiſchen Geſellſchaft 7 fl. 36 kr. Bei dem Unterzeichneten: Von K G. 3 fl., H. K. 1 fl. 12 kr., H.(übergeben durch Herrn Volk) 1 fl. 45 kr., B. in B. 1 fl. und B. in N. 1 fl.,(übergeben durch Herrn Störger), L. und H. in Z. 1 fl. und H. in L. 24 kr.(übergeben durch Herrn Blickhahn). Summe der einmaligen und für dieſes Jahr eingegangenen jähr⸗ lichen Beiträge: 215 fl. 58 kr. Friedberg den 8. Mai 1849. K. Bauer. * eee von Be⸗ orden. G 1 Das Solbad zu Nauheim in der AI 3% Wettergu, 5 19 109 wird in dieſem Jahre am 15. Mai eto net werden. Der Badearzt Herr Doctor Bode dahier wird ſede eiwa gewünschte Aus: ſchlimme Folgen nach ſich zieht.———** kunft in ätzilicher Beziehung ertheilen. Logis beſtellungen für das Kurhaus ſind zeitig an die In ſpection der Soolbade⸗Anſtalt zu richten.„ Rauh elm den 3. Mat 184 Schäfer. Schmincke. F. Schreiber, Hans mann, Aufforderung. (185) Verberungen, Erbe oder ſonſtige An⸗ 5 laß der Margaretha Johann Beer Kötters Wittwe, gebotne Sehrt, zu ſprüche an den exdau ſind Meilltvoch den 20. Jen v. J., Vormittags 9 Uhr, 2 ſogewiß dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt der Nachlaß an die bis etzt bekannten 4763) Wit erpediten monatlich mehrere große gekupferte Dreimaſter Poſſſchiffe erſter Klaſſe von Juteſtaterben ausgeliefert werden würde. Groskarben am 11. Mai 1849. HG roßh, Heſſ. Landgericht Jäger. 5 5 Sc a d er a u e (786) Die Gemeinde Trais⸗Münzenberg be⸗ abſichtigt ihre Schaafheerde, welche theilweiſe aus ſchlachtbarem, theilweiſe aus Zuchtoieh be⸗ ſteht, abzuschaffen und ladet Kaufliebhaber ein, Trais⸗Münzenberg den 11 Mai 1849. Der Großh. Heſſ. Bütgermeiſter Gor r, f Ni νοο Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zut Nachricht. (176) Waizen⸗Kleien und Scheelen ſind zu haben bei Jacob May in Friedberg, Aukündigung. Gus) Guter reingehaltener Pfälzer⸗ Wein wird in verſchiedener Auswahl zu 16, 18, 20 und 24 fl. per Ohm, ſowie auch guter rother Ober⸗Ingel⸗ heimer Wein billigſt abgegeben Doͤnges— gaſſe Nr. 6 neu(alt II Nr. 163) im Hofe in Frankfurt a. M. Geſangbücher, (189) einige Hundert, habe ich übernommen und kann dieſelben im Einzeln ſehr billig abgeben. Louis Weis, den Apotheken gegenüber. Geſehäftsverlegung. (1190 Das Garn⸗ und Bandgeſthäft von F. Abenheim⸗Gbtz in Franktfurt a. M., welches ſeither am Markt und Domplatz beſtanden hat, befindet ſich gegenwärtig große Sandgaſſe Nr. 2, nächſt der Neuenkräme. inert an fen, 6778) Unterzeichneter beabſichtigt ſeine vor f vier Jahren neu eingerichtete Schloſſerwerkſtätte, beſtehend in 3 Schraubſtöcken, 1 Ambos, Blas⸗ valg und alles in dieſes Fach einſchlagende Werkzeug aus freier Hand, im Ganzen oder im Einzelnen, zu verkaufen. Lich den 7. Mai 1849. Philipp Meyer, Schloſſermeiſter. is) Juſtrat 752 in Nr. 36 des Int.⸗Bl. 8 9. 1 291980 g Kurfürſtlich Heffiſches Salzamk — 168— Muſikverein in Friedberg. (787 Donnerstag den 17, b. M., Nachmit⸗ ſags um 2 Uhr, findet ein Ausflug nach Nau⸗ heim ſtatt. Der Vorſtand. 5 Et wieder un g. Oenn das Gegentheil davon, beweift die ganz Gemeinde nebſt Protocollen. x X X (789 hat die Damen⸗Shawl, Nr. 36, 113, 99, 82, 47 und 217 die Perlen⸗Geldbeutel gewonnen. Obereſchbach den J. Mai 1819. bon Herrn Lehrer Huth aus Reichelsheim heißt L. Pier. in ein Weſpeunkſt geſtochen, welches gewöhnlich e Nachricht für Auswanderer! (781) Monatlich erpedire von London nach New ⸗Vork vorzüglich für (Auswanderer eingerichtete ekupferte Dreimaſter⸗Poſtſchiffe und bin im Stande, die billigſten A dahre und jede möglichſten Vortheile gewähren zu können. „„Frankfurt a. M. im Mai 1849. 1 100% un Wilhelm Fertſch Finger. »»Wilbelm Fertſch, in Friedberg. Für Auswanderer nach Amerika. 777 147 1 250 1 Nähere Auskunft ertheilt Kass London nach New⸗York und ſind im Stande, unſern deutſchen Landsleuten bei fehr billigen Ueberfahrtspreiſen auch noch andere Vortheile und Annehmlichkeiten zu bieten. 7 Das Handlungshaus Moriz J. Stiebel in Frankfurt a, M., ſowie die unterzeichneten, N erlheilen auf portofreie Anfrage jede zu wünſchende Auskunft. S. Sliebel& Comp. in London, 32 Nicholas Lane. Geſchafts Empfehlung. (6190) Einem geehrten Publikum und insbeſondere meinen Freunden und Be⸗ kannten widme ich hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich neben meinem ſeither betriebenen Geſchäfte, auch noch eine Wein⸗ und Baieriſch⸗Bier⸗Wirth⸗ ſchaft etablirte. 5 f N Ich werde mich beſtreben meinen Gäſten immer einen guten billigen Wein und ein gutes Kitzinger Bier vorzuſetzen und ſehe daher einem recht zahlreichen Beſuch entgegen. 15 1* N a f Friedberg im Mai 1849. 1 H. Hahn, s gegenüber dem Hôtel Trapp. — .— Lt e g at ch e Anzeige. Für jeden Stand und jedes Alter. (791) Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt vorräthig: Gedrängtes Verſtehen und Vermeiden jener, mehr oder weniger entbehrlichen Einmiſchungen. Herausgegeben von: Ur. Friedrich Erdmann Petri. Neunte, rechtmäßige, tauſendfältig bereicherte Auflage. 2 Theile. Preis 5 fl. 24 kr. 2 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Handbuch der Fremdwörter prulſcher Schrift⸗ und Umgangsſpracht, 1