verrichtet; isch. Stadtiuche: ine Stadtkirche: Burgkirche: l. f Burgkirche: 7 . are W.. Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 888 4 den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. . 45. Mittwoch den 13. Juni 1849. Die Ungarn. Ungarn, ein ebenſowohl durch ſeine vielen Eigen— thümlichkeiten merkwürdiges, als durch ſeinen fruchtbaren Boden mit Reichthümern und Schätzen der Natur geſeg— netes Land, hat von den älteſten Zeiten her die berühm— teſten Völker Europa's und des weſtlichen Aſiens ange— zogen, deren immer eines das andre wieder, bald gänz— lich, bald zum Theil, verdrängte, bis endlich um's Jahr 900 die Magyaren, ein ſcythiſcher Volksſtamm, unter ihrem Heerführer Almoſch ſich und deſſen Sohn Arpad Alles unterwarfen. Die eroberten Ländereien wurden nun in 7 Stämme und 108 Geſchlechter eingetheilt und Arpad's Nachkommen beherrſchten Ungarn bis 1301. Die Magyaren waren aber an ein kriegeriſches Nomaden— leben gewöhnt; ſie hatten daher kaum das neue Land er— obert und beſetzt, als ſie auch ſchon wieder neue Kriegs— züge unternahmen und, vermehrt durch viele Schaaren von Völkern, die ihnen der Ruf ihrer Heldenthaten und ihres Kriegsglücks zuführten, Deutſchland bis an die Nord— ſee, den ganzen Süden Frankreichs und Italiens durchzogen, ja ſogar bis vor die Thore von Konſtantinopel vordrangen, bis zu Ende des 10. Jahrhunderts unter ihrem Anführer Geyſa das Chriſtenthum unter ihnen eingeführt wurde und mit ihm Liebe zum Frieden, und zum Ackerbau ein⸗ drang. Geyſa's Sohn, Stephan der Heilige, war vom Kaiſer als erblicher König anerkannt und erhielt vom Pabſt Sylveſter II. die noch jetzt aufbewahrte apoſtoliſche Krone. Dieſem großen Fürſten verdankte Ungarn ſeine Eintheilung in 72 Comitate(Geſpannſchaften), die erſte Geſetzgebung und den Anfang einiger Bildung. Da in— deſſen die Krone erblich, aber die Erbfolge unbeſtimmt war, entſtanden nach Stephan's Tod(1038) beinahe 50jährige ununterbrochene Kriege, die erſt mit Ladislaus Thronbeſteigung 1085 endigten. Die dadurch und durch die verwüſtenden Durchzüge der Kreuzheere entſtandenen Verheerungen wurden durch Aufnahme einer chen An⸗ zahl ſächſiſcher und niederländiſcher Coloniſten unter Geyſa II. einigermaßen wieder gut gemacht; aber jede Spur der wieder aufblühenden Cultur verſchwand und das Land wurde beinahe zur menſchenleeren Wüſte, als von 1241—43 unzählige Mongolenhorden den König Bela IV. aus dem Lande zu ziehen zwangen und Alles mit Feuer und Schwert verwüſteten. Neue Einwanderungen von deutſchen und italieniſchen Coloniſten erfolgten und ein zweiter Einfall der Mongolen 1285 ward beſſer abgewehrt als der erſte. Mit Andreas III. erloſch 1301 das Haus Arpad. Unter den Regenten aus dem Hauſe Anjou, deſſen Erbfolge der Pabſt unterſtützte und begünſtigte, erreichte Ungarn den höchſten Gipfel ſeiner Macht. Karl Robert von Anjou regierte von 1308— 42 als ein ausgezeichneter Fuͤrſt. Noch bedeutender war ſein Sohn Ludwig der Große, 1342—82, welcher die Grenzen ſeines Reiches über Polen, Rothrußland, die Moldau und Serbien erweiterte. Er hinterließ nur zwei Töchter, wovon er die jüngſte, Hed— wig, an den König von Polen, die älteſte, Marie, an Sigismund, nachmaligen Kaiſer, vermählte. Sigismund's Regierung füllten ſeine Streitigkeiten mit den Großen des Reichs, der Einbruch der Türlen 1391 und die Huſſiten⸗ kriege aus. Die kurze Regierung des trefflichen Albrecht von Oeſtreich 1437-39 konnte dem Reiche wenig helfen, und ſein Nachfolger, der König von Polen, Wladislav II., fiel 1444 in der blutigen Schlacht bei Varna, nachdem der Plan ſeines tapfern Rathgebers, des unſterblichen Johannes von Hunpyad(eines natürlichen Sohnes Sigis— mund's): die Türken ganz aus Europa zu vertreiben, an der Lauheit der chriſtlichen Höfe und den Ränken ſeiner Neider geſcheitert war. Jetzt wählten die Ungarn den tüchtigſten Mann ihres Volkes, den großen Matthias Corvinus, Sohn Hunyad's, 1458—90, der, wie ſein Vater der Schrecken der Türken war, Mähren, Schleſien, die Lauſitz, Wien und die angrenzenden öſtreichiſchen Pro— vinzen eroberte und Künſte und Wiſſenſchaften unterſtuͤtzte. Unter ſeinem ſchwachen Nachfolger, Wladislaus von Böhmen 1490—1516, verlor aber Ungarn wieder ſeine öſtreichiſchen Provinzen; Mähren, Schleſien und die Lau— ſitz wurden beinahe ohne Schwertſtreich preisgegeben und die Venetianer riſſen den größten Theil von Dalmatien an ſich. Noch übler ſah es unter deſſen Sohn Ludwig II., 1516-26, aus. Die Großen des Reichs theilten ſich in Parteien, die Türken fielen ungeſtraft in's Land und als Ludwig ſie bekämpfen wollte, wurde er mit dem größten Theil ſeines Heeres bei Mohacz niedergehauen. Jetzt ſtritten ſich Johann Zapolya, Statthalter von Sieben— bürgen, und Ferdinand J. von Oeſtreich um die Ober— herrſchaft, bis Letzterer endlich den Sieg davon trug und Ungarn für immer an ſein Haus brachte, mit Ausnahme von Siebenbürgen, das er ſeinem Nebenbuhler überlaſſen mußte und das erſt 1598 mit der öſtreichiſchen Monarchie verbunden wurde. Seitdem das Haus Habsburg den Scepter des hei— ligen Stephan in den Händen hält, hat daſſelbe beſtändig 4 ö N N . 1 1 — 194—. das Unabhängigkeitsbeſtreben der Ungarn niederzuhalten gewußt, bis nach der Pariſer Julirevolution 1830 ſich in Ungarn eine liberale Partei, an deren Spitze ſich die that⸗ kräftigſten und talentvollſten Führer ſtellten, bildete, um die fuͤr ihr Vaterland wünſchenswertheſten Reformen durch⸗ zuſetzen. Derſelben gelang auch ſchon auf dem Reichstag 1832 die Wiedereinführung der bereits beinahe gänzlich verſchwundenen magyariſchen Sprache als Geſchäftsſprache der Regierung; ein weiterer Fortſchritt war 1844 die Organiſation eines Inſtituts zur Hebung der vaterländi⸗ ſchen Induſtrie, was ein großer Verluſt für den Handel und die Gewerbe Oeſtreichs war, die früher einen unge- heuren Abſatz nach Ungarn fanden. Die Pariſer Februar— revolution und die in deren Folge eingetretene deutſche politiſche Umgeſtaltung gaben den Ungarn erwünſchte Ge⸗ legenheit, Rechte wieder geltend zu machen, die ſie beau— ſpruchen zu können glaubten, und ihre alte Unabhängig⸗ keit auf's Neue zur Anerkennung zu bringen. Ihre For⸗ derungen, die bald bittweiſe geſtellt, bald mit Drohungen begleitet waren, wurden indeſſen vom öſtreichiſchen Cabinette durch Verſprechungen und Vertröſtungen hinausgeſchoben, und ſo glaubten die Magyaren, es bleibe ihnen kein an⸗ derer Weg übrig, als ſtatt zu petitioniren, zu handeln. Sie bildeten eine proviſoriſche Regierung, welche in dem ungariſchen Reichstage die Unabhängigkeit Ungarns, die Bildung eines eigenen Miniſteriums und einer eigenen Gerichtsbarkeit, die Abſchaffung der Frohndienſte und Zehnten die Zurückberufung der ungariſchen Soldaten, die von nun an nur dem ungariſchen Miniſterium zu gehorchen hätten, decretirte. Aber der Kaiſer erklärte dieſe Acten einer Re⸗ gierung, die er nicht anerkenne, für null und nichtig und hieraus entſtanden nun die Wirren und der gegenwärtig noch obſchwebende Kampf, deſſen Ende noch nicht abzu— ſehen iſt. Das junge Ungarn iſt voll Vertrauen auf ſeine Führer, denen weder Talent noch Muth und Entſchloſſen⸗ heit fehlen; wir erinnern nur an L. Koſſuth, gegen⸗ wärtig einer der populärſten Männer Ungarns, ein aus⸗ gezeichneter Redner und bedeutender Publiciſt; an den Grafen Caſimir Batthyanyi, ehemaligen Miniſterprä⸗ ſidenten, an Nyari, Deak, Teleki, Meſſaros u. A. Der Volksſtamm der Ungarn iſt einer der ſchönſten in ganz Europa. Obgleich ihre Größe die mittlere Man⸗ nesgröße ſelten überſteigt, ſo zeigt ihr Gliederbau dennoch richtige Verhältniſſe und Kraft und Stärke, während ihre Geſichtszuge große Schönheit verrathen. Muthig, ſtark und ausdauernd, wie der Ungar iſt, tragen auch ſeine Geſichtsformen ſchon ein feſt ausgeſprochenes Gepräge; er hat eine lange, regelmäßige Naſe, hohe Stirne, funkelnde Augen, lange ſchwarze Haare und trägt meiſtens einen langen, ſorgfältig gepflegten Bart. Er iſt frei, gaſtfreund⸗ lich, hochherzig, aber ſtolz und ſehr mißtrauiſch, ſei er ein Adeliger, ein Bürger oder Bauer. 5 Die Kleidung des Magyaren iſt ſehr manichfaltig; der Adelige trägt die ungariſchen dicht anliegenden, vorn und an den Nähten mit Treſſen beſetzten Hoſen, ein ge— ſticktes Wamms und den Dolman; einige tragen ſtatt des Letztern den ungariſchen Pelzmantel. Auch bekleiden ſie ſich gewöhnlich mit dem Attila, d. h. der ungariſchen, mit Treſſen beſetzten und verzierten Knopflöchern verſehenen, ſchwarzen Tunika. Am Fuße tragen ſie die ungariſchen Halbſtiefel, Csizma genannt, die mit goldenen oder ſeidenen Franzen und Quaſten verziert ſind. Die Hüte haben einen breiten Rand und ſind theils rund, theils zugeſpitzt; auch trägt man mit Goldſtickereien verbrämte Mützen. K Die Bauern tragen in einigen Gegenden die eng anliegenden in ihre langen Stiefel geſteckten Hofen, den Dolman, ein ſchwarzes ſeidenes Halstuch mit herabhängen⸗ den Enden, einen runden Hut mit breiten, oft zurückge⸗ ſchlagenen Krempen; in andern z. B. in Oberungarn(öſt⸗ liches Ungarn) kleiden ſie ſich in die Gatya; das heißt in außerordentlich weite linnene Hoſen und bedecken die Füße mit Sandalen die mit vielfach um das Bein ge⸗ Ichlungenen Neſteln befeſtigt werden und eine ganz genaue Nachahmung der alten roͤmiſchen ſind. Ueber den Ober— körper werfen ſie einen Mantel, Guba genannt, oder ein Hammelfell, in der Gegend der Karpathen auch eine Bärenhaut. Der gemeine Mann in Ungarn treibt in ſeiner Kleidung nur mit dem Mantel einen Luxus. Derſelbe beſteht in der Regel aus blauem Tuch, iſt mit einem Hammelfell ausgefüttert und fällt bis über die Kniee hinab. Junge Leute ſchmücken an Feſttagen ihre Hüte mit Bändern, Federn oder anderem Flikterwerk. Die Vermöglichen er— ſcheinen mit ſilbernen Knöpfen auf den Kleidern und mit einem großen Mantel, der auf der Außenſeite mit Blumen, die aus verſchiedenfarbigem Leder geſchnitten ſind und unter denen die Tulpe den Vorrang hat, beſetzt ſind. Der Stutzer verziert überdieß noch mit blanken kupfernen Knöpfen den langen, ledernen Gürtel, mit dem er die Hoſen an den Leib befeſtigt. b Die Kleidung der Frauen und Mädchen iſt ebenſo mannigfaltig als die der Männer. Sie verwenden nament— lich viel Sorgfalt auf ihre ſeidenen Mieder, ihre rothen oder gelben Stiefelchen und auf ihre äußerſt fein durchnähten Hemdärmel. Bei feſtlichen Gelegenheiten tragen die Mäd⸗ chen auch noch eine Art Kopfputz, die ſie Parta nennen, und der aus einem ſchwarzen Sammtband beſteht, das mit“ vielen falſchen Perlen geziert und ſo befeſtigt iſt, daß es eine Krone bildet, von der eine Menge ſeidener Bänder von allen Farben herabhängen. Ihr unentbehrlichſtes Kleidungsſtück aber iſt ein mit Fuchshaaren beſetzter Pelzmantel, der mit einem Hammelfell ausgefüttert iſt und bis auf die Kniee herab⸗ fällt. Jedes Mädchen muß ſich denſelben durch ihrer eigenen Hände Arbeit verdienen, woraus der Umſtand erklärlich wird, daß oft die Töchter vermöglicher Leute in Dienſte gehen, näm⸗ lich um ſich dadurch ſo viel zu erſparen, daß ſie ſich den⸗ ſelben ſelbſt anſchaffen können. Es iſt eine Schande für ein junges Mädchen, nicht ſo viel verdient und zuſammen⸗ geſpart zu haben, um ſich einen Pelzmantel zu kaufen; der Mangel deſſelben wird für einen Beweis von Trägheit und Unluſt zur Arbeit angeſehen; ſelten finden ſolche Maͤd⸗ chen einen Mann. In Niederungarn verbergen die Frauen ihre Haare unter einer kleinen Haube von farbiger Lein⸗ wand, die an Sonn- und Feſttagen mit einer dergleichen von Seidenſtoff vertauſcht wird. Sie halten im Allge⸗ meinen viel auf die Schönheit und Weiße ihrer Wäſche und wiſſen durch ihre Kleidung ihre Geſtalt und ihre Formen vortheilhaft hervorzuheben. Die Mädchen flechten ſich Bänder von verſchiedenen lebhaften Farben, auch falſche Perlen und Granatenſchnüre in die Haare. Unter den ungariſchen Bauern zeichnen ſich die her— umziehenden Hirten beſonders aus. Sie führen das ein— fachſte Leben, das man ſich vielleicht denken kann, ſehen friſch, geſund und kräftig aus, tragen weite linnene Hoſen mit Franzen, eine kurze Jacke, einen Hut mit breitem Rand, einen weißen wollenen Mantel mit Stickereien und hohe Stiefel.“ Die Kleidung der ſlavoniſchen Bauern iſt von der magyariſchen nicht viel verſchieden. Ihre Hoſen ſind weiter, die Krempen ihres runden Hutes ſind in die Höhe gebogen und ihr Mantel mit Aermeln hat eine dunklere Farbe. 123(Illuſtr. Ztſchr.) 5 lurückge⸗ Harn(oſt⸗ da geht decken die Bein ge; in genaue den Ober⸗ , oder ein auch eine t in ſeiner Derſelbe mit einem nee hinab. Bandern, lichen er⸗ u und mit u Blumen, und unter nd. Der kupfernen em er die iſt ebenſo n nament⸗ othen oder irchnähten die Mad⸗ a nennen, t, das mit daß es eine ven allen dungs ſtück „ ker mit er herab⸗ er eigenen wich wird, then, nam⸗ e ſich den⸗ Hande für zuſammen⸗ aufen; der Trägheit che Maͤd⸗ dir Frauen iger Lein⸗ dergleichen im Allge⸗ et Waſche Kirchenbuchs⸗Auszug vom Monat Mai. 27. Butzbach. Getraute: 24. Der Bürger, Schuhmacher und Wittwer Adam Stein und Chriſtine Eliſabethe, des Bürgers und Leinweber⸗ meiſters Jacob Formhals zu Allendorf a. d. L. eheliche Tochter. Getaufte: 13. Dem Bürger und Lohgerbermeiſter Johannes Flach ein Sohn, Eduard Georg Valentin, geb. den 13. April. 23. Ein unehelicher Sohn, Chriſtian Wilhelm, geb. den 23. A. Mai. 23. Ein unehelicher Sohn, Ferdinand, geb. den 6. Mai. 24. 27. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Friedrich Felſing ein Sohn, Wilhelm, geb. den 6. Mai. — 195— Dem Gensdarmen zu Pferd. Sohn, Johann Karl, geb. den 3. Ma. f Johannes Schäfer ein 29. Eine uneheliche Tochter, Juliane, geb. den 29. Mal. Beerdigte: 10. Der Bürger und Seilermeiſter Johann Leonhard Hoh⸗ mann, alt 61 Jahr, 1 den 8. Mai. 15. Der Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Zweil, alt 70 Jahre, 4 Monate und 24 Tage, 5 den 13. Mai. 19. Karl, des Bürgers und Metzgermeiſters Jacob Ron⸗ ſtadt dritter Sohn, alt 6 Jahre, 7 Monate und 20 Tage, 7 den 17. Mai. ö N Der Bürger und Strumpffabrikant Joh. Rumpf II., alt 63 Jahre, 7 Monate und 20 Tage, 1 den 21. Mai. Katharine, des verlebten Poſtillons Georg Winter von Niederweiſel nachgelaſſene Wittwe, alt 76 Jahre, 6 Monate und 22 Tage, t den 22. Mai. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. 1 Nee Bekanntmachung. (8640 Forderungen aller Art an den sub beneſicio legis et inventarii angetretenen Nachlaß des vorhinigen Gr. Stabsarztes Schimpf dahier ſind 5 Donnerſtag den 28. Juni bei dahieſigem Landgericht anzuzeigen, anſonſt auf ſie bei der Vertheilung des Nachlaſſes keine Rückſicht genommen werden kann. Friedberg am 1. Juni 1849. Großh. Heſſ. Landgericht . A. d. D. 55 Guts⸗ Verpachtung. 1871) Das von Schrautenbach'ſche Stiftungs⸗ gut in der Gemarkung Rendel, Reg.-Bez. Friedberg, wird auf Petritag 1850 leihfällig, und ſoll von da an auf weitere neun Jahre verpachtet werden. Dieſes Gut hält ungefähr 74 Morgen, und beſteht in Aeckern und Wieſen, ſämmtlich in gutem Stande und von vorzüg⸗ licher Lage. Zur meiſtbietenden Verpachtung iſt Termin auf Mittwoch den 11. Juli, Vor⸗ rnittags 10 Uhr, in dem Rathhauſe zu Ren⸗ del anberaumt. Wegen der näheren Bedingungen aber können etwaige Steigliebhaber ſchon vorher bei den Unterzeichneten Auskunft erholten. Friedberg den 4. Juni 1849. 0 Die Verwaltungs-Commiſſion: Dr. Fertſch. Buß. Bekanntmachung. (S881) Freitag den 15. d. M. ſoll in dem Züreau des Bataillons⸗Verwaltungsraths da⸗ bier das Ausweißen verſchiedener Zimmer in ven hiefigen Militärgebäuden, auf dem Soumiſ— ſtonswege, an den Wenigſtnehmenden in Accord zegeben werden. Dieß den Intereſſenten mit vem N zur Nachricht, daß die Accords— »edingungen von heute an in obengedachtem Büreau eingeſehen werden können und die ein⸗ gereichten Soumiſſionen an obenbemerktem Tage, Zormittags 10 Uhr, eröffnet werden. Friedberg den 6. Juni 1849. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Oeffentliche Aufforderung. (904) Nach dem unterm 15. v. M. zur öffentlichen Kenntniß gebrachter Frevel, iſt vor wenigen Tagen dem Gr. Bürgermeiſter Väth in Södel abermals von unbekannter Verbrecher⸗ hand ein an der Chauſſee von Södel nach Wöl⸗ fersheim ſtehender Aepfelbaum zum Abſterben beſchädigt worden. Jeder, welcher eine zur Entdeckung des ruch⸗ loſen Thäters führende Angabe machen kann, wird aufgefordert, ſolches hier anzuzeigen und damit für die durch dies im Finſtern ſchleichende Verbrechen auf's Gefährlichſte bedrohte geſetz⸗ liche Ordnung einen weſentlichen Dienſt zu leiſten, weßhalb auch dem Anzeigenden eine aus des Thäters Vermögen oder der Södeler Gemeinde kaſſe zu entrichtende Belohnung von fünfzig Gul⸗ den zugeſagt wird. Friedberg den 4. Juni 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gil mer. Aufforderung. (905) Michael Feilner von Schlömen wird andurch aufgefordert, ſich baldigſt zur Urtheils⸗ publikation bei dem unterzeichneten Landgericht zu ſiſtiren. Friedberg den 6. Juni 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Aufforderung. (906) Forderungen jeder Art an den Nach⸗ laß des zu Friedberg verſtorbenen Scribenten Jean Köſter aus Rodheim ſind im Termin Mittwoch den 11 Juli, Morgens 9 Uhr, ſo gewiß dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſie ſonſt bei der Nachlaßregulirung unbe⸗ rückſichtigt bleiben, wobei angefügt wird, daß bei etwaiger Unzulänglichkeit des Nachlaſſes von den nicht perſönlich erſcheinenden oder nicht ge⸗ hörig vertretenen Gläubigern unterſtellt werden wird, ſie ſeien den im Termin über die Ver- theilung des Nachlaſſes gefaßt werdenden Be— ſchlüſſe ſtillſchweigend beigetreten. Groskarben den 30. Mai 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Edietalla dung. (907) Gegen Johannes Ulrich II. von Wöl⸗ fersheim hat Gr. Hofgericht zu Gießen den förmlichen Concursproceß erkannt, und es wer⸗ den daher ſowohl die bekannten als unbekann⸗ ten Gläubiger deſſelben aufgefordert, ihre For— derungen, oder ſonſtige Anſprüche im Termin den 2. Auguſt, Morgens 8 Uhr, ſo gewiß an⸗ zuzeigen, als ſonſt ſie damit von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. f 5 Hungen den 29. Mai 1849. Groß. Heſſ. Landgerich Hofmann. Brück. Fer u cht Veriſte iger ung im Rentamte Friedberg. (908) Der Reſt der 1848x fiskaliſchen Früchte des hieſigen Rentamts kommt folgendermaßen zur Verſteigerung: 7 1) zu Friedberg, Dienſtag den 19, d. M., Vormittags 10 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore, ungefähr 50 Malter Korn; und i 2) zu Butzbach, Mittwoch den 20. d. M., ebenfalls Morgens 10 Uhr, in dem Gaſt⸗ hauſe zum Heſſiſchen Hofe, ungefähr 80 Malter Korn und 24 Malter Gerſte. Friedberg den 1. Juni 1849. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bau 5 Gras ⸗Verſteigerung bei dem Rentamte Schotten. (909) Das diesjährige Heugras von den fiscaliſchen Wieſen des hieſigen Rentamts wird auf den betreffenden Wleſen verſteigert: 1) Freitag den 22. Juni, l von Morgens 9 Uhr an, in der Gemarkung Ulrichſtein von etwa 60— 70 Morgen in der Brauwieſe, Schmidtswieſe, Krummenacker und Langwäſſergrund, vorzügliche Qualität. 2) Montag den 25. Juni, von Morgens 9 Uhr an, in der Leihwieſe am Petershainerhofe, etwa 115 Morgen in Abthei⸗ lungen. Schotten den 30. Mai 1849. Gr. Rentamt des Rentamts Schotten P Fäko'r iu 8. Bekanntmachung. (910) Die Braunkohlenkonſumenten der Um⸗ gegend werden davon in Kenntniß geſetzt, daß auf dem hieſigen Werk der Verkauf der Klötze von den Reihen begonnen hat und auch wieder Holzkohlen abgegeben werden können. Die Preiſe bleiben wie bisher. Auch findet das Creditgeben gegen Bürgſcheine auf 6 Mongte in der bisherigen Weiſe ſtatt. Braunkohlengrube Wilhelmshoffnung ei Dornaſſenheim den 9. Juni 1849. Fr. Schmidt, Bergverwalter. Bekanntmachung. (911) Mittwoch den 20. Juni, Mittags 1 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe das Heu⸗ und Grummetgras von eirca 100 Morgen der Ge⸗ meinde gehörigen Wieſen, meiſtbietend verkauft werden.. Dorheim den 10. Juni 1849. N 5 Bingel, Bürgermeiſter. Holz ⸗Verſteigerung. (912) In dem Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſchen Beinhardswalde werden Montag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend verſteigert: 1) circa 90 Stecken geſchältes eichen Prü⸗ gelholz. 5 23 7000 er geſchältes eichen Reis⸗ holz, 33„ 5 Haufen Abraumholz. Aſſenheim den 10. Juni 1849.. 5 Die Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſche Forſtwerwaltung. Arbeits ⸗Verſteigerung. (913) Samſtag den 16. Juni d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe die Reparaturarbeiten für 1849 an den gemein⸗ heitlichen Gebäuden, als: 1) Maurerarbeit, veranſchl. zu 30 fl. 49 kr. 2) Weißbinderarbeiten»„ 6 28„ 3) Die Lieferung von Back⸗ ſteine und Kalk 42 45„ 4) Die Lieferung von 39 lauf. Fuß Deckplatten 31 ä¹12 5) Die Lieferung des erforderlichen Sandes und Steine, öffentlich an die Wenigftnehmenden in Accord gegeben werden. Aſſenheim den 11. Juni 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Heugras⸗Verſteigerung. JJ) Nächſten Freitag den 15. Juni, Nach⸗ 15 Uhr, ſoll zu Florſtadt bei der Ver⸗ ſteigerung des Graſes von den Freih. v. Löw'⸗ ſchen Wieſen auch das Heugras von 14 Morgen Pfarrwieſen, darunter eine iſolirt liegende Wieſe von 9 Morgen verſteigert werden. Verſteigerung. (918) Montag den 18. l. M., Morgens 10 Uhr, wird das hieſige Gemeinde⸗Heugras in der ſogenannten Beunbach bei der Ludwigshütte, in Abtheilungen öffentlich an die Meiſtbietenden ver⸗ ſteigert. N Oberwöllſtadt den 7. Juni 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bre 1 deen bach. Gras ⸗Verſteigerung. (916) Montag den 18. Juni l. J., des Vormittags um 11 Uhr, ſoll das Heugras von circa 3½ Morgen Gemeinde- und circa 3—4 Morgen Pfarrwieſen auf dem Rathhauſe zu Oberrosbach öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Oberrosbach den 9. Juni 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bleche r. Faſeleberverſteigerung. (917) Ein der hieſigen Gemeinde gehöriger. 1¼ Jahre alter Faſeleber ſoll Freitag den 15. Juni d. J, des Vormittags um 11 Uhr, im hieſigen Nathhauſe meiſtbietend verſteigert werden. N Reichelsheim den 7. Juni 1849. Schmid, Bürgermeiſter. 156 Bekanntmachung, Holzverſteigerung in den Großh. Domanial⸗ waldungen bei Oberrosbach betreffend. (918) Montag den 18. d. M. werden im Weſterfeldſchenwalde an die Meiſtbietenden öffent⸗ lich verſteigert: 5 f N 1) 22½ Stecken Scheidholz,. 29420 ¼%„ Prügelholz, geſchält Eichen 3) 2412½ Wellen Reiſerholz, 4) 59 Wellen Nadelholz, 5) 31 Stämme in 193 Cubikfuß Werkholz, geſchälte Eichen, 6). 49 Stangen in 31½ Cubikfuß Werk⸗ und Nutzholz, geſchälte Eichen, 7) 42 Stangen in 16 ½ Cubikfuß Nutzholz, Birken, unter 6 und 7 kommen 84 Stück Baumſtützen vor. Die Verſteigerung beginnt präcis 8 Uhr Mor⸗ gens, und zwar mit dem Brennholz. Oberrosbach den 9. Juni 1849. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Gras⸗Verſteigerung. (919) Dienſtag den 19. d. M., Vormittags 9, Uhr, ſoll das der Gemeinde Rodheim zu⸗ ſtehende Heu- und Grummetgras von circa 56 Morgen Wieſen, in einzelnen Abtheilungen, an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Rodheim im Juni 1849 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter ee N ννι ND Privat ⸗ Bekanntmachungen. 5 Ein möblirtes Zimmer (895) iſt gleich zu beziehen, auf Verlangen kann auch die Koſt gegeben werden. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Ein braver Burſche, (901) welcher gute Zeugniſſe aufzuweiſen vermag, kann als erſter Hausknecht angeſtellt werden. Näheres bei der Expedition d. Bl. Mobilien ⸗Verſteigerung. (902) Unterzeichneter läßt Donnerſtag den 14. d. M. nachſtehende Möbeln, abzugshalber, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigern, als: meh⸗ rere Sopha's, gepolſterte und ungepolſterte Stühle, Tiſche aller Art, beſonders ganz gute runde nußbaumene, verſchiedene Porträts, meh⸗ rere Kleider, Schränke, worunter ein Kleider- ſchrank, welcher ein großes Meiſterſtück iſt; alle Gattungen Bettungen, noch in ganz gutem Zu⸗ ſtande, ein- und zweiſchläfrige Bettladen von Nußbaumholz, mehrere Haarmatratzen, allerlei Küchengeräthſchaften, Kupfer, Zinn, Guß, Blech, Holz ꝛc., und alles was in einer Haushaltung nothwendig iſt. Georg Klee, Pachter in Ilbenſtadt. Zum Verkaufen. (920) Eine noch ſehr gute brauchbare Frucht⸗ fegemühle, ſteht billig zu verkaufen bei Jo h. Leißner, in der Vorſtadt. Aufforderung. (921) Alle Diejenigen, welche noch Forde⸗ rungen an die ſel. verſtorbene Wittwe Bender zu machen haben, werden aufgefordert, ſoſche innerhalb acht Tagen bei dem Unterzeichneten einzureichen, indem ſpätere Forderungen nicht mehr berückſichtigt werden. Friedberg. Jo ſeph Bender, Zimmermeiſter. Gras ⸗Verſteigerung⸗ (922) Donnerſtag den 31. d. M., Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, läßt Unterzeichnete das Heu⸗ und Grummetgras von ihrer Wieſe in Ockſtädter Gemarkung in 24 Abtheilungen an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigern. Friedberg. Ph. Philippi's Wittwe. Enzheim. (923) Sonntag den 17. Juni d. J. ſollen auf dem Enzheimer Köpfchen, auch die„Felſen⸗ höhe“ genannt, von welcher man eine herrliche Ausſicht in die Wetterau genießt, das Kirſchen⸗ feſt gefeiert werden. Der Unterzeichnete will zu dem Ende, in einem dazu beſtimmten weiten Zelte, eine Harmo⸗ nie⸗ und Tanzmuſik von den Herren Gönner zu Kaichen aufführen laſſen, wobei Jedem freier Zutritt geſtattet iſt. Speiſe und Getränke ver⸗ ſpricht der Unterzeichnete in beſter Qualität und zu billigen Preiſen zu liefern. Außer einem Kirſchenkuchen, im Format des genannten Köpf⸗ chens, zu deſſen Verzehrung alle werthen Gäſte höflichſt eingeladen werden, ſind auch ungepaarte Nachtigallen zu finden. An prompter und reeller Bedienung, ſowie aller Aufopferung, die den Gäſten das Ver⸗ gnügen vermehren könnte, ſoll es dabei nicht fehlen. Eckel, Gaſtwirth. Wohnungsveraͤnderung. (924) Ich mache einem geehrten Publikum die Anzeige, daß ich von heute an auf dem Haugk bei Hrn. Schreinermeiſter Frank wohne. Zugleich bemerke ich, daß ich ein vollſtändiges Haarſchneide⸗Kabinet errichtet habe. Friedberg den 8. Juni 1849. Hch. Diehl, Heilgehülfe. Anzeige. (925) Die in Nr. 32 des Regie⸗ rungsblattes vorgeſchriebenen Einquar⸗ tierungs-Formulare ſind zu haben bei Friedberg. l C. Bindernagel. Literariſche Anzeige. (926) Bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg iſt vorräthig: a J. G. A. Wirths Letztes Wort die deutſche Nation. Mit Randgloſſen von M. Wirth. Preis 12 kr. Frankfurter Gold-Cours vom 11. Juni. fl. kr. Neue Louisd'or l Friedrichsd or 9 58 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 7 Rand⸗Ducaten 5 40 20 Frankſtücke 9 41 Engliſche Souverains 121 5 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.