onairs der 8 1845 nach ullung ein⸗ ich die Hohe ern ein. * tutſtanden erfichert. wyrns erlitt * bei der ozent au del den don „e e r Dethälluß Nel darrti llſchaft Directorel. fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 8 den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 62. Sonnabend den 11. Auguſt 1849. 2 Regierungsblatt⸗Auszüge. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 47 von 1849. 1) Verordnung vom 28. Juni, die gerichtlichen Koſten im münd⸗ lichen und öffentlichen Strafverfahren mit Schwurgericht in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen, ferner die Vergütung an Geſchworne, Sach⸗ verſtändige und Zeugen, ſowie die Gebühren der öffentlichen Anwälte betr. 2) Namens veränderungen. Es wurde geſtattet: am 15. Juni dem Adoptivſohne des Peter Wagner zu Lorſch, Johannes„Grieſemer“, künftig den Namen Wagner; an demſelben Tage dem Adoptivſohne der Wittwe des Kutſchers Hain dahier, Heinrich„Dilthey“, künftig den Na⸗ men Hain, und am 21. der Chriſtine„Arnold“ zu Grüningen künftig den Namen Fai zu führen.— 3) Dienſtnachrichten: am 13. Juni wurde dem Schulvicar Erbes zu Neubamberg, R.⸗B. Mainz, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen; am 16. wurde der Gerichtsacceſſiſt und Hülfsgerichtsſchreiber am Kreisgerichte zu Mainz, Weiß, zum Er⸗ gänzungsrichter bei dem Fr.⸗Ger. zu Oberingelheim ernannt; am 22. wurde dem Schullehrer Picard zu Aſtheim die 3. kath. Schullehrerſtelle zu Biblis, R.⸗B. Heppenheim, übertragen.— 4) Geſtorben ſind: am- 24. Mai der Dirigent der Regierungscommiſſion zu Heppenheim, Pro⸗ vinz.⸗Commiſſär Prinz; am 26. der Geh. Oberfinanzrath Schmidt dahier. Ein Kampf um Leben und Tod. (Fortfetzung.) Das häusliche Elend vermehrte ſich; der Taglohn blieb derſelbe und die Preiſe der Lebensmittel ſtiegen mehr als über das Doppelte. Die Großmutter war wieder friſch auf, und immer hieran heftete ſich die Leidenſchaft Stephans. vorgegangen, er richtete ſich immer ſtraff auf und griff Alles keck und behende an, denn ihn ermuthigte eine Hoff— nung. Aber wie ein ſchwarzer Fleck durchſchnitt alsbald wieder das Hinderniß die ſchimmernde Zukunft. Er fand einen eigenthümlichen Troſt darin, den zur Auswanderung Entſchloſſenen in der Abwickelung ihrer Verhältniſſe und in der Zurüſtung ihrer Abreiſe beizuſtehen. Es war ihm wie damals, als er denen half, die aus dem Soldaten— dienſte wieder an den heimiſchen Heerd zurückkehrten, ſie, konnten Alle luſtig fortziehen, ſie hatten ein Daheim, das auf ſie wartete; jetzt aber wollte Stephan ſelber fort. Es lag ihm im Sinne, als ob drüben über'm Meere kräftige Baumſtämme und ſaftige Ackergründe ſeiner harrten und ſo zu ſagen verwundert fragten, warum er ſo lange nicht käme. In dieſem Umgange aber mit den Menſchen, die keinerlei Arbeitspflicht mehr in der Heimath hatten, ver— ſäumte auch Stephan vielfach ſeine Obliegenheit und ver— mehrte dadurch ſeine Noth. Und wenn er dann wieder allein bei der Arbeit war, dachte er: warum ſchlaͤgt man im Kriege Hunderte todt Eine wunderbare Veränderung war mit ihm und wird als ein Held geprieſen;— hier iſt ein Men— ſchenleben, das uns Alle täglich tiefer in's Elend zerrt;— ſie will ſterben, warum helf ich ihr nicht?... So dachte er und er hob den Hammer hoch in die Luft und ſchlug dann auf die Steine, daß die Splitter davonflogen; und er dachte wieder: es gibt doch nichts Schmählicheres, als auf den Tod eines Menſchen hoffen und harren; Alles lebt ſo gern, warum ſoll es denn mir aus dem Wege gehen? Nein, Du ſollſt noch leben, Alte, ſo lange Du magſt; es iſt doch gut, daß nicht alle Gedanken gleich wahr werden. Zu Hauſe aber konnte er doch der Großmutter nicht in's Auge ſehen; er war ſich eines ſchweren Verbrechens gegen ſie bewußt. Und einſt, als er ihr mit Mißgunſt und leiſen Verwünſchungen zuſah, wie ſie ſo tapfer die Speiſe verzehrte, ward er ſich dieſes Frevelgedankens be— wußt und reichte ihr den Biſſen hin, den er eben zum Munde führen wollte. Nicht immer aber konnte er ihr einen Biſſen vom Munde reichen, denn das bleiche Hungergeſpenſt ruhte oft auf ſeinen Lippen. Es war kein Bettſtuͤck mehr im Hauſe, als das, worauf die Großmutter lag; alles andere war verkauft. Stephan legte ſich hungernd nieder, und deckte ſich mit ſeinem alten zeriſſenen Soldatenmantel zu. Margret hatte das Kind zu ſich genommen, ſie wollten ſich beide einander erwärmen, aber ſie fand keine Ruhe, und es war ihr, als ob es tief in ihr nach Nahrung ſchreie. Dazu kam noch der Unfriede mit ihrem Manne; ſie wollte mit ihm reden, denn Worte waren ja noch das Einzige, was ihnen gegeben war; ſie wollte ihm Alles offenbaren, aber die Kehle war ihr wie zugeſchnürt und die Jute wie vertrocknet. Weißt Du wie es thut, woͤnn man ſich hungrig zum Schlafen niederlegt? Du wälzeſt Dich gramvoll hin und her und kannſt die Ruhe nicht finden. Schwere Gedanken zerren und reißen an Dir, wenn nicht die Noth Dich ganz ermattet hat, und kommt der Schlaf und wiegt Dich eine Weile in's Vergeſſen, Du zuckſt in plötzlichem Erwachen auf, wie von boͤſen Geiſtern aufgeſchreckt, und die nagende Pein zehrt an Deinem Leben. Grauenhafte Gebilde, die vor dem Hungernden in einſamer Nacht aufſteigen! Die ganze Welt iſt todt und ſtill, Dein Gram und Deine Noth allein wachen. Ein Fluch aus dem tiefſten Dunkel Deiner Seele will aufſteigen— Du willſt verderben— halte feſt o Herz! daß du nicht in Wuth gegen dich und die Welt eine ewige Schuld auf dich ladeſt. Intelligenz-Blatt — 262— So war Stephan hungernd zur Ruhe gegangen, und ſo erwachte er mitten in der Nacht. empor. Wer hat ihm den Steinhammer vor ſein Lager geſtellt? Er faßt ihn, ſchwingt ihn hoch, und ſteht im Sprunge nach der Großmutter. Da ruft Margret, die mit ihm gewacht: f „Um Gottes Willen, Stephan— Du wirſt doch nicht mich und das Kind, das ich unter dem Herzen trage, umbringen!“ Stephan ſtürzte unwillkürlich an ihrem Lager auf die Knie nieder; er konnte lange nicht reden. Tod und Leben begegneten ſich in dieſem Augenblicke in ſeiner Seele — er hatte morden wollen, und ein junges Leben ward ihm verkündet. f Endlich brach er in heftige Thränen aus, und ſagte: „Das Kind iſt ein Engel, der mich erlöſ't hat— Du gute, gute Margret, warum haſt Du mir denn gar nichts geſagt?⸗ Sie weinte mit ihm und erklärte, daß ſie ſeine Aus⸗ wanderungsgedanken wohl kenne, daß ſie ſich aber vor ihm doppelt gefürchtet habe. Stephan wüthete nun gegen ſich ſelber. Margret tröſtete ihn mit liebreichen Worten, und er ſagte endlich: „Vergiß Alles, verzeih; ich ſeh's, ich ſeh's, wie haͤtt' ich auf dem einſamen Haus leben können und in mir weiß ich, was ich begangen habe. Frage mich nichts weiter, ver⸗ giß Alles, verzeih, Du biſt ja gut, ich will Dir's gedenken. Wir beide, wir müſſen mit einander vor Allem enn Herz und eine Seele ſein, wenn wir auswandern; denn draußen in der weiten Welt auf dem einſamen Gehöfte, da haben wir Niemand als uns.“ Wie war jetzt alle Noth und die lange Trennung vergeſſen und den beiden war's, als ob ſie die beſte Speiſe genoſſen hätten. Traulich ſprachen ſie über ihre Zukunft, und ſuchten ſich drein zu faſſen, einſtweilen geduldig aus⸗ zuharren. a Stephan nahm ſich vor fortan wiederum emſig zu ſein und alles böſe Sinnen in ſich zu tödten. Dieſer Gedanke ließ ihn endlich wieder Ruhe finden. Durch die dünne Wand in den Halbſchlaf der Großmut⸗ ter mußte etwas von der leiſen Unterredung gedrungen ſein, denn gegen Morgen wurden beide Eheleute durch ein heftiges Jammergeſchrei geweckt. Sie eilten zu der Mut⸗ ter, und konnten ſie lange nicht beruhigen, bis ſie zu Wort kam und ſagte: „Du biſt mit der kleinen Marie(ſo nannte ſie ſich ſelber ſtets) auf einer großen Einöde geweſen, und da habt Ihr mich plötzlich angebunden, und die Marie verlaſſen; ich bin allein, allein in Wind und Schnee übriggeblieben; verlaßt die kleine Marie nicht; wenn mein Vater kommt, ſo gibt er Euch Schläge! Nur mit Mühe gelang es, die Mutter zu beruhigen. Fortan war Stephan doppelt rüſtig in ſeiner Arbeit. Der Frühling nahte und, mit ihm eine Erleichterung der Noth. Gegen die Großmutter aber legte er eine unbe⸗ ſchreibliche Zärtlichkeit an den Tag, und Margret verſtand ihn nicht, was er damit wollte, als er einſt ſagte: „Wenn nur die Großmutter noch recht lange lebte! ich hab' mir gedacht, unſer kleines Kind ſoll in Amerika auf un'ſrem eignen Boden laufen lernen,— aber es muß ſich's auch hier gefallen laſſen.“ Stundenlang ſpielte er daun oft Abends mit der Großmutter wie ein Kind und gab ihr Alles nach, denn ſie war ſehr eigenwillig. Solch ein Thun iſt mit wenigen Worten geſagt, aber es gehört viel Geduld und Zartſinn in der Wirklichkeit dazu. Den Geſangbuchvers hörte er die Großmutter regelmäßig ab; oftmals wußte ſie aber Er ſchnellte raſch auch nicht, welchen Geſang ſie in der Schule auswendig zu lernen bekommen habe; er las ihr dann die Liederan⸗ fänge nach dem A B vor. Während des Leſens vergaß ſie aber, was ſie gewollt hatte, und verlangte wieder mit Bohnen zu ſpielen. b Eine beſondere Freude wurde ihr einſt, als der Leh⸗ rer ſelber, der zu Stephan zu Beſuche gekommen war, ſie ihren Vers abhörte und ihr ein Bildchen ſchenkte. Auch an dieſer kindiſchen Freude nahm Stephan harmloſen Antheil. Als im Frühling der große Zug der Auswanderer ſich zur Abreiſe anſchickte, begann die alte Unruhe wieder in Stephan ſich zu regen, und als ſie draußen, wo er Steine klopfte an ihm vorüber fuhren, ſagte er bitter lächelnd zum Abſchiede: a„Ich muß die Wege gut in Stand halten, damit ihr gut fort könnt, aber es kommt mir auch vor, wie wenn ihr der Bahnſchlitten wäret, der durchbricht, daß ich beſſer nachkommen kann.“ ö N Der Herzog Lumbus lärmte und ſang unaufhörlich bei der Wegfahrt, er wollte nichts von dem tiefen Herze⸗ leide wiſſen, das jetzt ſo Viele ergriff. Mit dem Herzog Lumbus war Stephan ſtets in einem eigenthümlichen Verhältniß geſtanden. Er ließ ſich nie zu ſeinen Schmauſereien verleiten; eine gewiſſe Scheu vor dieſem Menſchen lebte in ihm, und doch konnte ihm Nie⸗ mand etwas Böſes nachſagen. Daß er einen guten Theil ſeines Geldes verthat, ging ſonſt Niemanden etwas an. War's vielleicht der Trotz, die oberherriſche Keckheit, mit der Herzog Lumbus die Welt anfaßte und die Menſchen behandelte wie Puppen, die er bald da, bald dort aufſtellte und nach ſeiner Laune aufjauchzen und tanzen machte,— war's vielleicht dies, was Stephan von ihm entfernt hielt? In der That dachte Stephan oft vor ſich hin: ſo ein Menſch, der Geld hat, ſieht doch ganz anders in die Welt hinein, er iſt überall daheim und kann Alles kaufen und haben, und unſereins iſt immer bang und furchtſam, und meint, es käm' alle Augenblick Jemand in's Haus und jagt' einen fort. f Als nun der Herzog Lumbus vorüberfuhr, ſagte er zu Stephan: „Du, Steinhammer, in Amerika kauf' ich mir ein Herzogthum und heiß es Lumbia, und wenn Du kommſt, ſchenk' ich Dir hundert Morgen Ackers.“ Stephan antwortete nicht. 5 In den erſten Tagen nach Abgang des Zuges war's im ganzen Dorfe, als ob überall eine Lücke wäre; da fehlten die von jeher gewohnten Menſchen und jedes meinte, man werde ihrer nie vergeſſen. Aber wie das ſo geht. Wenn ein Menſch oder eine Gemeinſchaft in den Strom des Lebens verſinkt und dem Auge entſchwindet, es iſt dies doch nur wie ein Stein, der in's Waſſer fällt; Anfangs offnet er den Strom und bricht ihn, dann zieht er nur noch verſchwimmende Ringe, bis endlich die Welle wieder gleichmäßig fortfließt. Als die Wanderer fortzogen, beriethen ſich die jun⸗ gen Schwalben noch mit heimlichem Zwitſchern, auf den Weiden am Bache ruhend, wo ſie ihre Neſter anheften ſollten, ſie flogen dann auf und umkreiſ'ten manche Dach⸗ firſte und beſprachen in der Luft ihren Bauplan. Noch hatten ſie ihre Neſter nicht vollendet, als faſt Niemand im Dorfe mehr daran dachte, daß auch einſt von hier ein Wanderzug von Brüdern ſich entfernt, um ſich in fernen Landen anzubauen. Wo flatterten ſie jetzt umher? Nur Stephan und der Lehrer ſprachen oft von den Entfernten und geleiteten ſie mit ihren Gedanken bis uber das Meer.(Schluß folgt.) 1 10 ir di fd zu b ſlogegan Motto: in Helder ſchende f von Tob 1 f, J Fob. T. 30 r., A kt., A, 2 Beka 1 — Abhalt. 109˙ deßſährt den 24. ſuithüm! an dieſe Mi abgehalt Kenntni Vill Auch Antheil. danderer e wieder wo er r bitter „damit er, wie daß ich ufböͤrlich n Hetze in einem h nie zu chen vor im Nie⸗ ten Theil was an. deit, mit Menſchen aufſtellte jachte,— ent bielt? : ſo ein die Welt fen und am, und aus und ſagte er mir ein komm, die jun⸗ — 263— Für die bei dem Kampfe in Baden verwundeten Abr. Kahn 30 kr., Iſak Kahn 30 kr., J. Reul 18 kr., S. Kaſſel 18 kr., Heſſ. Soldaten Peter Heppner I. 15 kr., Volbr. Meub 15 kt., Konr. Becht, Beigeord⸗ neter 1 fl., Konr. Geiß 1 fl., Aug. Lichtſtadt 30 kr., Heinr. Stoffels ind zu den in Nr. 59 dieſes Blattes angezeigten 248 fl. 37 kr. wei Wtw. 12 kr., Eliſab. Weisbecker 12 kr. Bisherige Summe im Ganzen eingegangen, von einem Ungenannten dul dch Bic, 105 1 5 268 fl. 53 kr., welches wir mit herzlichem Danke für die Geber beſcheinigen. Motto:„Lieber Eduard fehlgeſchoſſen“ 30 kr., von dem Ch. G. E. Gärtner ABugleich ſind folgende Irrthümer des früheren Verzeichniſſes zu zu Heldenbergen 2 fl., Carl Berg zu Friedberg. fl. 30 kr.— Nach⸗ berichtigen, indem es ſtatt Johannes Schultheiß Wittwe, Johannes Schul⸗ ſtehende freiwillige Beiträge ſind von Stammheim eingegangen und zwar theiß II. und ſtatt Gerhard Lettig, Georg Lettig heißen muß. 120 Tah, 0 8 11. 1 10 30 fr. Wie Pauli 1 fl. Erwin Braunwarth Friedberg den 6. Auguſt 1849. fl., Maria Braunwart 0 kr., Marg. Pauli 30 kr., Adam Gall 30 kr. Textor. ronenberg. J. Steinhö Tob. Thaler III. 1 fl. 10 kr, Balth. Thaler 1 fl., Tob. Thaler J. Wiw. Meyer N21 9 9M. Decher ae wiese. 30 kr., Agnes Thaler 24 kr., Grethchen Thaler 24 kr., Maria Thaler 5 V 5 2% Ine, feſßer. 24 kr., Wilhelmine Thaler 24 kr., Jac. Vonderlehr 12 kr., Konr. Schäfer F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. 24 kr., Konr. Schneider 24 kr., Tob. Kling 30 kr., Tob. Gebhard 30 kr., C. Groß. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Abhaltung des Vieh- und Krämer⸗ marktes zu Vilbel. 109%) In dem Gr. Landeskalender iſt der dießjährige Vieh⸗ und Krämermarkt auf Freitag den 24. und Samſtag den 25. Auguſt l. J. irrthümlich angegeben, ſolcher wird aber nicht an dieſen Tagen, ſondern Dienſtag den 21. und Mittwoch den 22. Auguſt l. J. abgehalten, was man hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringt. Vilbel den 14. Juni 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bfei ten Gläubiger ⸗ Aufforderung. (1192) Jacob Sauter von Rödelheim be⸗ abſichtigt mit ſeiner Familie nach Amerika aus⸗ zuwandern. Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen 4 Wochen bei Großherzog. Heſſiſchem Landgerichte zu Rödelheim anzumelden, gegen⸗ falls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 27. Juli 1849. Die Groß. Heſſ. Regierungs⸗Commiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Ouvrier. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (12100 Samſtag den 11. d. M. Vormit⸗ tags 9 Uhr wird auf dem Rathhauſe dahier der Bodenbeleg, von 3 zölligen kiefernen Bohlen, zu dem Viadukte ſüdlich von Niederwöllſtadt, veranſchlagt zu 108 fl. unter den bei der Ver⸗ ſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen öffentlich an den Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert. Friedberg den 2. Auguſt 1849. Der Großh. Heſſ. Sections Ingenieur 4 der Section Friedberg Hochgeſand. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1220) Donnerſtag den 16. Auguſt 1840 werden die zur Herſtellung einer Rampe in dem Bahnhofe zu Friedberg erforderlichen Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 55 fl. 12 kr. Steinhauerarbeiten„„ 149/ 29„ auf dem Rathhauſe dahier durch öffentliche Ver⸗ ſteigerung in Accord gegeben werden. Friedberg den 8. Auguſt 1849. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (1221) Dienſtag den 14. d. M., Vormit⸗ tags um 9 Uhr, ſoll auf dem Sections⸗Büreau die Herſtellung des Lehrgerüſtes zur Wieſeckbrücke, veranſchlagt zu 580 fl., öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden in Accord gegeben werden. Gießen den 8. Auguſt 1849. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eicke meyer. Privat- Bekanntmachungen. 1 Oſſenheimer Wäldchen. (1215) Sonntag den 12. Auguſt iſt in dem Oſſenheimer Wäldchen gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Aehle. Die Sicherheit, Geſellſchaft zum Schutze der Auswanderer. (1201) Der Zweck dieſer Geſellſchaft iſt, bei der größtmöglichſten Sicherheit und den billigſten Preiſen, die Auswanderer gegen jede Art von Betrug und Prellerei zu ſchützen und ihnen mit Rath und That beizuſtehen. 1 Die Ueberſchiffung findet nur auf gut gekupferten zweckmäßig eingerichteten Dreimaſter⸗ Schiffen ſtatt. Jeder Auswandererzug wird von den Rheinuferſtationen bis zum Seehafen von einem erfahrenen Agenten begleitet; hier verweilt der Reiſende nie länger als drei Tage, indem die Abfahrtage unabänderlich beſtimmt ſind. Die Geſellſchaft beabſichtigt, da, wo ſie noch keine Agenten beſtellt hat, ſolche anzu⸗ nehmen und find deßhalbige Geſuche an den unterzeichneten General⸗Agenten franco einzuſenden. Der General-Agent Profeſſor Mayer sen. zu Bockenheim bei Frankfurt a. M. Die Abfahrten finden ſtatt: ueber Havre nach Wew- Tor Amal jeden Monat. „ London 57 57 4„„ 77 Antwerpen 52 77 2„ 72 52 Unſere untenſtehenden Agenten ſind bevollmächtigt, giltige Verträge abzuſchließen: Herr W. Helm in Frankfurt a. M Herr W. Felde, in Dietz a. d. Lahn. „ K. W. Leipold in Gelnhauſen.„ Ludwig Becker, Bezirks⸗Einnehmer in „ Dr. Aug. Schäfer, Advokat in Dil⸗ Wörrſtadt. lenburg.„ Weigand, Gemeinde⸗Einnehmer in Hungen. Central-Verein für Auswanderung, (1222) conſtitulrt mit Genehmigung und unter dem Schutze einer hohen Staats⸗Regierung. Regelmäßige Beförderung der Auswanderer über f 5 Bremen, Humburg, Haurre, Anliber peu, Rollerdum mit vorzüglich eingerichteten Dreimaſtſchiffen 1x. Claſſe am 1., 10, 15, 20. und 30. jeden Monats. Ueber Preiße und Bedingungen Näheres in der Haupt- Agentur Friedberg Chir. Hecht. Bekanntmachung. Vorzüglich guten Aepfelwein, (1217) Bis auf weitere Anzeige können keine(1228) den Schoppen zu 2 kr., verzapft L. Braunkohlen mehr abgegeben werden, auf dem Kreuter; auch kann bei demſelben per Ohm Bergwerk bei dem Heſfenbrückenhammer. billiger abgegeben werden. Neue holländiſche Vollhäringe!!, (1170) neue Sardellen und Gardaſee ⸗Ci⸗ tronen bei Friedberg. Wilhelm Fertſch, Fruchtmarkt Nr. 209. Geſuch. (1222 Es wird ein Bäckerlehrling geſucht, wo ſagt die Expedition d. Bl. Zu Verkaufen. (1225) Aepfelwein verkauft ohmweiſe Friedberg. G. Philippi,. im ſteinernen Haus. Wirbel⸗Bier (1226) nehme ich Sonntag den 12. Auguſt in Zapf. Ich werde daſſelbe in Seideln ver— abreichen und lade zu recht zahlreichem Beſuche ergebenſt ein. Eröffnung findet Morgens präcis um 8 Uhr, bei günſtigem Wetter im Garten, ſtatt. Ende nach Belieben. Burg⸗Friedberg. J. Jöckel. Zu Verkaufen. (1227) Drei Stämme eichen Bauholz, der 1. 20 Fuß lang und 26 Zoll dick, „ 2. 18„ 1 5 29„ 7 8 „ 3. 12„. 25„ 2 find bei Unterzeichnetem zu verkaufen und werden Liebhaber hierzu eingeladen. Lißberg den 29. Juli 1849. 5 Peter Bechtold, Wirth. Zum Vermiethen. (1228) Zwei vollſtändige Logis hat zu ver⸗ miethen Bernhard Wagner. Neue Häringe und Sardellen (1229) ſind eingetroffen bei Burg⸗Friedberg. Nauheimer Teichhaus. (12300) Sonntag den 12. Auguſt iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie- und Tanz⸗ mufik anzutreffen, wozu 5 b ein keit. Vorläufige Erkläkung. (1231) Durch die im Monat Juni l. J. dahier ſtattgefundene Unterſuchung des Gemeinde— Rechnungsweſens hat ſich, in Vergleichung des auf die früheren Rechnungskammer⸗Abſchlüſſe ſich gründenden Handbuchsabſchluſſes pro 1848 bis 1849, mit dem Tage- und Caſſebuch, ſowie mit der Kaſſe ſelbſt, ein Mangel von fl. 3207. 24 kr. ergeben,— ein Ergebniß, welches bereits durch den Rechnungskammer⸗Abſchluß der 1844r Rechnung bekannt geworden war und was mich ſchon damals veranlaßte, nicht nur die Großh. Rechnungskammer um eine nochmalige Prüfung der älteren Rechnungsabſchlüſſe zu erſuchen, ſon⸗ dern auch einen Gr. Rechnungsreviſor zu bitten, auf meine und des Mitrechners Conrad Bauſch VI., welcher, als Cautionair, Caſſenverwahrer iſt, auf unſere Koſten dahier Rechergen anzuſtellen, um den untergelaufenen Irrthum zu entdecken. Die desfallſigen Bemühungen blieben indeſſen, zum Theil, ohne den gewünſchten Erfolg, und auch unſere Nachforſchungen führten nicht zu dem gehofften Ziele, daher es dann ein Gr. Juſtificatur-Gehülfe(derſelbe, welcher die obenerwähnte Viſitationen vorgenommen und auf Seite 2 ſeines Berichts anerkannt hatte, daß allerdings ſeit dem Abgang des vorigen Rechners 1842— ein ſehr be⸗ J. Jöckel. — 264— deutender Kaſſevorrath in den Nech⸗ nungsabſchlüſſen nachgeführt worden, welcher, im Vergleich mit den revidir⸗ ten Rechnungen, vermuthen laſſe, daß jene Abrechnung unvollſtändig ſeyn könnte oder daß daraufhin anzuſprechende Vergütungs poſten noch nicht zur Ver⸗ rechnung gekommen) unternommen hat, die mit meinem Vorgänger gepflogene Abrechnung und die daraufhin gemachten Buchungen zu prüfen, und wir ſehen nun dem Reſultat deſſen Bemühungen entgegen. Inzwiſchen wurde von Großh. Regierungs⸗ Commiſſion die verzinsliche Anlegung jenes Kaſſe⸗ mangels verfügt und noch einige anderen, mich wenig intereſſirenden Beſtimmungen getroffen, worüber der Gemeinderath zu berathen hatte. Derſelbe erklärte fich, in öffentlicher Sitzung, in kleiner aufgeſtachelter Majorität mit der verfügten verzinslichen Anlegung jenes muth⸗ maßlichen Kaſſemangels einverſtanden und bean⸗ tragte mit bewunderungswürdigem Eifer die alsbaldige Beſtellung eines neuen Rechners, zu welchem ich der hieſigen Gemeinde hiermit im Voraus herzlich gratulire.“ Da indeſſen die hier angeregten Verhältniſſe von einigen hieſigen Familien und ihren Crea— turen, ſowohl dahier wie auch außerhalb— zur Erreichung von Sonderzwecken.— in einer Weiſe ausgebeutet werden, welche unterſtellen läßt, als hätte ich oder mein Cautionair jenen Kaſſedefekt zu Privatzwecken verwendet, ſo ſehe ich mich veranlaßt, die betreffenden Agitatoren hierdurch als unverſchämte Lügner und niedrige Verläumder zu bezeichnen, welche ich gerichtlich belangen werde, ſobald mir die genügenden Beweismittel zu Gebote ſtehen. Was das mir durch die eingangserwähnte Unterſuchung zum Vorwurf gemachte inſtruktionswidrige Verfahren anbelangt, ſo werde ich mich nächſtens auch darüber öffentlich rechtfertigen, zugleich aber auch dem Publikum eine Ueberſicht der Ver⸗ waltung des hieſigen Gemeinde-Vermögens von 1842/46 überliefern, die, mit Rückſicht auf die aufhabenden Pflichten der Ortsvorſtände, Stau- nen und Bewunderung erregen und die Ein— wohner von Niederwöllſtadt außer Zweifel ſetzen ſoll, wie ſie von ihren Repräſentanten in jenem Zeitraum behandelt worden ſind. Niederwöllſtadt den 4. Auguſt 1849. Em me G.⸗Einnehmer Literariſche Anzeige. (1232) So eben iſt erſchienen und bei E. Bindernagel in Friedberg vorräthig: Polenlieder von Auguſt v. Platen⸗Hallermünde. Preis 18 kr. Frankfurter Gold-Cours vom 9. Auguſt. r. Neue Louisd'or 1 6 Friedrichsd'or 9 533 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 1 Rand⸗Ducaten 5 39 20 Frankſtücke 9 38 Engliſche Souverains 121 4 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 10. Sonntag n. Trinit. den 12. Auguſt. Pfarramtliche Functionen verrichtet: N Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Römheld. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Diaconus Baur. 4 Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Müller. — — — Frucht preiſe⸗ 8. Aug. JJ. Aug. J18. Jult Gattung. Frieb⸗; Die⸗ berg Mainz burg fl. kr. J l. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 8— 9 21 8/35 Kon„ 25 5— 5 20 520 Gerſte„ 5 4 40 4 10] 410 Hafer„„ 45/45 326 320 Polizei- Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 11. bis 17. Auguſt 1849. S ö Fried⸗ Butz⸗ Brod⸗Preiſe. berg. bach. A 2 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 1 24751 2 77 4 4 1 4 2 4,, 8 2 9 7777 ö Lth Lth. — Milchbrod 1405 145 — Waſſerweck 1374 — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 16 16 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch ületes 12 12— Igo; gemäſtete 9—1 91— 1 auen bee 8 ;; gemäſtetes 91—1 81— 1 Rindſleiſch ungemaftet. „ Kalbfleiſch 624 6— „Schweinenfleiſch 12— 112— „ Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaflleiſch W „Wurſt v.blos Schweinen 14— 12— „Gemiſchte Wurſt 10——— „Bratwurſt 5 16— 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 17— 16— „Dörrfleiſch 16— 18— „ Schweinenſchmalz,—— ausgelaſſen 24— 24— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 20— 20— „ Hammelsfett 1 Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Hierzu eine literariſche Beilage. * 10