erg. den 7. Ditz eu verrichtt hat r Stadtkitch aut. er Stadtlirch Fertſch. er Burgkirche Sell. er Burgkirche Tage t. 189. 210 19 170 Hr 1121 Amman; 125* 28 n 1910 121 312 0 20111 1 Siumod 2101 1210 e e dee. Pʒrrovinz Oberheſſen im Allgemeinen, n 7 Blatt 1 3 1 J den Aegierungsbezirk Friedberg nnn Ent 19481 771 7 S NN 10901 0 9. ee ee * 22 7 N 1 8 7 12 aA 4 .— 1 Mittwoch den 10. Oktober 189. 1 b, A mikläch er Thel. e —— 137 za ug Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks 1171 nn Friedberg d e e in die Gr. Bürgermeister ſowie an die Gr. Gens⸗ * darmerie des Regierungsbezirks. Betreffend: Diebſtahl mittelſt Einſteigen in der Kirche zu Ilbenstadt, I ſowie Entwendung von flächſen Tuch zum Nachtheile der Cliſabethe Kaiſer von Kaichen, n 9 3 11 In der Nacht vom 20, auf den 24. d. M. iſt aus der Kirche zu Ilbenſtadt mittelſt Einſteigens eine ſog. Luna, tin kleines vergoldetes Gefaß, im Werthe zu 1 fl. 39 kr., ſowie ein in der Nähe der Kirche gelegenes, der Eliſabethe Raiſer aus Kaichen gehöriges Stü flaͤchſenes Tuch, 27½ Elle enthaltend, und ein klein leinenes Tuch, entwendet worden. 175 5 dd un Ifomm— 5 Wir weisen Sie an, auf gedachte Gegenſtände ein wachſames Auge zu richten und etwaige Verdachtsgründe anzuzeigen. 8 12% mn Friedberg den 27. September 1849. f 1%% 1% Qt uu. 2 901 1 lun 44* 7 4 Regierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 5 enthält: 1) Geſetz, die Aufhebung des Gefährdeeides bei dem zugeſchobenen Eide betr. Ludwig III. ꝛc. 20. Wir haben, nach Anhörnng liuſeres Staatsraths, auf den Wunſch Unſerer getreuen Stände, verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Art. 1. Der Gefährdeeid bei dem zuge⸗ ſchobenen Eid iſt abgeschafft.— Art. 2. Dieſe Beſtimmung findet keine Anwendung auf Gefährdeeide, welche zu der Zeit, wo dieſes Geſetz in Kraft tritt, bereits vom Gegner gefordert find. Urkundlich Unſerer eigen⸗ bändigen, ape und des beigedrückten Stagtsſiegels. Darmſtadt den 25. Auguſt 1849. Lud wei 95 v, Linde lo f.— 2) Bekannt⸗ machung, die Verſammlung der Rhein⸗Sthifffahrts⸗Central⸗Commiſſton (vom 15. September bis Mitte Oktobers) zu Mainz betr.— 3) Be⸗ ſanntmachung, das vorläufige Fortbeſtehen der Stelloertretung im Mili⸗ tärdienſte,— insbeſondere die Slellung von Einſtehern für Militärpflichtige betreff.— 4) Bekanntmathung, die Milttärpflichtigen des 3. Aufgebols dom Muſferüngs⸗ und Ziehungsjahr 184 bett“- 5) Bekanntmachung, die Errichtung einer Perſonen⸗Annahmeſtelle zu Gundernhauſen betreffend. 6) Bekanntmachung, die Erhehung des Chauſſeegeldeg guf der Straßen⸗ 1 5 Oberhilbersheim big Aspisheim ber.— 7 henſtnachrichten. Am 9. Juli wurde der Geh. Oberfinanzrath Gilmet, blsh. 2. Mitglied der Brandaſſecurations⸗Commiſſion, zum vorſitzenden Rathe und der Rech nungskammerrath Elwert zum 2. Mitgliede bei derſelben ernannt.! Am 19. wurde der pracliſche Arzt Wr. Sames zu Echzell zum Phyſikatsarzt des Phypfikats Altenſtadt ernannt. Am 25. wurde der Metzupngskam Secretär Welker dabier zum Aſſeſſor m. St. bei der Oberſteuerdirection, mit dem Amtstitel„ Oberſteueraſſeſſor“ ernannt. Am 25, wurde dem Pfarrer Happel zu Umſtadt die evang. Pfarrſtelle zu Langſtadt, R.⸗B. Dieburg; am 27. dem Schullehrer Trippel zu Harpertshauſen die evang. Schullehrerſtelle zu Sickenhofen, R.⸗B. Dieburg, ſowie dem Schulvicar Neuroth zu Sickenhofen die evang. Schullehrerſtelle zu Harpertshauſen, R.⸗B. Dieburg; am 28. dem Koplan Bangert zu Herrnsheim die kath. Pfarrſtelle zu Heimersheim, R.⸗B. Aan d übertragen, und wurde der evaug. Pfarrer Seel zu Geinsheim zum Lehrer an dem Predigerſeminar zu Friedberg, ſowie Ren Stadtpfarrer daſelbſt ernannt. Am 4. Aug. wurde dem in das Revier Altenlotheim verſetzten Revlerförſter Weber zu Battenfeld die von ihm nachgeſuchte Belaſſung auf ſeiner Stelle be⸗ willigt. Sopann wurden für den Betrieb der Offenbach⸗Frankfurter Eiſen⸗ dahn ernannt: zum Vorſtand der Station Offenbach, zugleich zum Ex⸗ pevitor und Materialverwalter, der ſeitherige Expeditor bet der Bahnver⸗ waltung Darmſtadt der Main⸗Reckar⸗Eiſenbahn Klöpper, zum Expedi⸗ tionsgehülfeß bei dieſer-Station der ſeith. Werkſchreiber Euler bei der Centralwerkſtätte der Maln⸗Neckar⸗Efſenbahn, zum Portier der Bauauf⸗ ſeher Hergert aus Heppenheim, zum Locomotiwvführer der ſeith. Heizer und Locomotivlehrling bei der M. ⸗N.⸗E. Bernet aus Bingen, zum Heizer Seibert aus Hungen, zum Wagenwärter der Schloſſer Huth⸗ mann aus Offenbach, zum Zugmeiſter der ſeith. Conducteur bei der M.⸗ N. ⸗E. Schaffner aus Wolfskehlen, und zum Conducteur der Bauauf⸗ ſeher Philipp Münch aus Richen. Am 8. wurde dem Polizeicommiſſär Werner zu Alzei die Friedensgerichtsſchreiberſtelle zu Pfeddersheim, R.⸗B. Mainz übertragen, und wurden der penſ. Kreisrichter Vogel zu Mainz und der Friedensrichter für den 2. Bezirk der Stadt Mainz, Pr. Lam⸗ binet, zu Ergänzungsrichtern an dem Obergerichte daſelbſt etnannt. Am 9, wurde dem Pfarramtsverweſer Geilfus zu Langſtadt die evang. Mitpteviger⸗ und Mädchenlehrerſtelle zu Zwingenberg, R.⸗B. Heppenheim, und dem Pfarrverweſer Urich zu Nidda die evang. Mitprediger⸗ und 1, Lehrerſtelle zu Obetramſtadt, Reg.-Bez. Dieburg, am 10. dem Schul⸗ vicar Reif zu Heldenbergen, R.⸗Bez. Friedberg, die 3. kathol. Schul⸗ lehrerſtelle daſelbſt, am 12. dem Pfarramtsverweſer Kromm zu Umſtadt, Reg.⸗Bez. Dieburg, die 2. reform. Pfarrſtelle daſelbſt, und am 17. den Schulvicar von der Au zu Boſenheim die evang. Schullehrerſtelle zu Zoßenheim, Reg.⸗Bez. Mainz, und dem Schulvicar Kraft zu Selzen die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Boſenheim, Reg.-Bez. Mainz über⸗ tragen. 8) In den Ruheſtand wurden verſetzt: Am 9. Juli der Geheimerath Kekule dahier in der Eigenſchaft als vorſitzender Rath der Brand⸗Aſſecurations-Eommiſfion, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte; am 21, der Steuercommiſſär Venator zu Schliß, a. N. Am 10. August der Rentamtmann Schneider zu Gießen a. N.— 9) Erledigt ſind n die evang. Pfarrſtelle zu Niederbeerbach, Reg.-Bez. Heppenbeim, mit jährl. 986 fle; die evang. Pfarrſtelle zu Wolfsheim, Reg.⸗Bez. Mainz, mit jährlich 754 fl. die evang. Schullehrerſtelle zu Ober⸗ und Unterfinkenbach, Reg.⸗Bez. Erbach, mit jährl. 210 fl.; die evang- Schullehrerſtelle zu Geilshauſen, Reg.⸗ Bez. Gießen, mit jährl. 301 fl. 59 kr., einſchließlich der Bergütung für Heizung des Schullocals; die evang. Schullehrerſtelle zu Köngernheim, Reg.⸗Bez. Mainz, mit einem einſchließlich, der Entſchädigung fürn Heizung des. Schullocals in 215 fl. beſtehenden. jährl. Gehalte; die evang. obere Mädchenſchullehrerſtelle zu ain llt einem einſchlleßli der Wohnungsentſchädigung in 480 fl. be⸗ ſtehenden jährl. Gehalte; die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Leihgeſtern, Reg.⸗Bez. Gießen, mit jährl. 260 fl. 24 kr., einſchließlich der Heizungs⸗ —— 5—— 1 1 . — —ůů— ——— r — 330— entſchädigung; die Revlerförſterſtelle zu Altenlotheim mit der etatsmäßigen Beſoldungz concurrenzfähige Bewerber um letztere Stelle haben ſich inner⸗ halb 3 Wochen bei Gr. Ober⸗Forſt⸗ und Domänendirection zu melden. Nr. 55 enthält: 1) Bekanntmachung des Miniſt. d. Inn. vom 4. Sept. d. J, die Wahlen der Abgeordneten zur erſten Kam⸗ mer der Stände des Großherzogthums betr. 2) Bekanntmachung, die veränderte Abgangszeit des Mainz⸗Hom⸗ burger Eilwagens betr.— Bekanntmachung der Umlagen der Hammeran⸗ Dammbau⸗Concurrenz zu Großrohrheim, im Reg⸗Bez. Heppenheim, für 1849 betr.— 7) Dienſtnachrichten. Am 16. Auguſt würde dem Gerichts⸗Acceſſiſten und ſeityerigen Ergänzungsrichter am Fr.⸗G. zu Op⸗ penheim, König, die Stelle eines Gerichtsſchreibers bei dem Fr.⸗G. zu Wörrſtadt übertragen. Am 20. wurde der vorläufig in den, Ruheſtand verſetzte Kreisrath des Landkreiſes Mainz, Reg.⸗Rath Schmitt zu Mainz zum Mitgliede der Reg.-Comm. des R.⸗B. Heppenheim ernannt und demſelben darin der Vörfitz übertragen. Am 24. wurde dem Lehrer an der 2. evang. Schule zu Allendorf a. d. L., R.⸗B. Gießen, Schmehl, die 1. evang. Schullehrerſtelle daſelbſt, und dem Schulvicar Völſing zu Allendorf a. d. L. die 2. evang. Schullehrerſtelle übertragen.— 8) Des Dienſtes entlaſſen wurde am 27. Juli der Lehrer an der 1. evang. Schule zu Mörfelden, R.⸗B. Darmſtadt, Gütlich a. N.— Erledigt iſt; die mit einem Theologen zu beſetzende Lehrerſtelle an der 2. evang. Stadtmädchenſchule 1. Abtheilung zu Darmftadt, int jäh freier Wohnüng, oder einer Wohnungsvergütung von 150 fl.— 10) Ge⸗ ſtorben ſind: am 31. Aug. der penſ. Schullehrer Katzenbach zu Bechenheim, R⸗-B. Mainz; am 6. Juni der penſ. Schullehrer Fritz zu Niederliebersbach, R. ⸗B. Heppenheim; am 11. Juli der Domanenbote Eberle zu Wimpfen; am 21. die evang., Lehrerin Sophie Faſſig zu Mainz; am 4. Aug der evang. Pfarrer Köſter zu Hauſen, R.⸗B. Gießen; am 6. der Landgerichtsdiener Glitſch. zu Schlitz; am 14. der penſ! Schullehrer Keller zu Friebertshauſen, R.⸗B. Biedenkopfz am 21. der evang. Decan und Pfarrer Conradi zu Dexheim, R.. B. Mainz; am 23. der penſe O. ⸗A.⸗Gl⸗Rath Horſt zu Darmſtadtz; am 26. der penſ. Steuereinnehmer Baumgartt zu Horchheim, R.⸗B. Mainz. i Nr. 56 enthält: 1) Bekanntmachung des Gr. Staatsminiſteriums vom 13 Sept. 1849, Verſammlungen von Bezirksräthen betr. g 3) Promotion auf der Großh. Landes⸗Uniderſität Gießen. Am 20. Auguſt würde dem Candfdaten Maximilian Rieger von Darm⸗ ſtadt die Doctorwürde der Philoſophie verliehen.— 4) Dienſtnach⸗ richten. Am 18. Juli wurden dem Rechnungskammerath Elwert dahier, als Mitglied der Brandaſſecurations⸗Commiſſion, die Geſchäfte eines Spectal⸗Directors für die Achener und Münchener Feuer⸗Verſiche⸗ rungs⸗Geſellſchaft, hinſichtlich der Verſicherung für Mobilien im Großher⸗ zogthum übertragen. Am 31. Aug. wurde dem Schulvicar Franz Emich zu Pfirſchbach die evaug. Schullehrerſtelle zu Niederklingen, im Reg.⸗Bez. Erbach, und dem Schulvicar Wilhelm Meper zu Hainbach, im Reg.⸗ Bez. Alsfeld, die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt übertragen. Am 10. Sept. wurde dem Pfarrer Chriſtian Ludwig Auguſt Wimmenauer zu Neſtarſteinach die evang. Pfarrſtelle zu Kirchbrombach, im Reg. Bez. Erbach, übertragen.— 5) In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 22. Aug, in Folge der Aufhebung des ſtandesherrlichen Geſammt⸗Con⸗ ſtſtoriums in Offenbach vom 1. September 1848 an, der Fürſtlich Iſen⸗ burgiſche Kammerath Carl Weis daſelbſt in ſeiner Eigenſchaft als welt⸗ liches Mitglied und prov. Director dieſes Conſiſtoriums, der Landgerichts⸗ Aſſeſſor Dr. Chriſtian Metzler zu Offenbach in der Eigenſchaft als Aſſeſſor bei dem erwähnten Conſiſtorium, und Conſiſtorial⸗Secretär Friedrich Wilhelm Schweickhardt daſelbſt; am 23. Aug. der Amtsdiener Fried⸗ rich Eberhardt zu Kürnbach.— 6) Erledigt ſind: die evang. Pfarr⸗ ſtelle zu Derheim, im Reg.⸗Bez. Mainz, mit jährlich 1004 fl.; die Stelle eines Hospitalrentmeiſters zu Hofheim, mit welcher, einſchließlich der zu 100 fl. angeſchlagenen Wohnung nebſt Garten, ein jährl. Gehalt von 1200 fl. perbunden und für welche eine Caution von 3000 fl. zu ſtellen iſt. Der arme Muſtkant und ſein College. (Erzählung aus der Spinnſtube.) b Ich habe mich immer recht in die Seele hinein ge⸗ aͤrgert, wenn ich das Wort hören muß:„Man hört in unſern Tagen nichts Gutes mehr!“ Da ſollte man doch wahrlich denken, unſere Zeit ſei die allerſchlechteſte ſeit Adam's Tagen und die Menſchen ſeien alleſammt Spitz⸗ buben, Unmenſchen und Hallunken. Ich ſag's Jedem ins Geſicht, es iſt nicht wahr, wenn's auch genug Schufte gibt. Eine ſchlechte That wird uberall erzählt, aber wenn'mal eine gute geſchieht, ſchweigt man davon. Die guten Menſchen legen ſich damit nicht an den Laden und laſſen's nicht aus⸗ trompeten, wie es die Phariſäer machten. 600 fl. nebft Drum will ich auch nicht ſtille ſchweigen, wenn ich eine gute That hier oder dort höre, und will mal gleich N 1 wieder eine erzählen, die noch nicht alt iſt. ö An einem ſchönen Sommertage war im Prater zu Wien ein großes Volksfeſt. Der Prater iſt eben eine ſehr große öffentliche Gartenanlage, voll herrlicher Bäume, und iſt der Hauptſparziergang und Beluſtigungsort der Wiener. Viel Volks ſtrömte hinaus, und Jung und Alt, Vornehm und Gering freuten ſich dort ihres Lebens, und kamen auch viele Fremde, die ſich an der Volksluſt erfreuten. Wo fröhliche Menſchen ſind, da hat auch der etwas zu hoffen, der an die Barmherzigkeit ſeiner glücklicheren Mitmenſchen gewieſen ist. 1 So waren denn hier eine Menge Bettler, Orgel⸗ männer, Harfenmädchen, die ſich ihren Kreuzer zu ver— dienen ſuchten. In Wien lebte damals ein Invalide, dem ſeine kleine Penſion zum Unterhalte nicht ausreichte. Betteln mochte er nicht. Er griff daher zur Violine, die er von 115 Vater erlernt hatte, der ein Böhme geweſen war. Er ſpielte unter einem alten Baume im Prater, und ſeinen treuen Pudel hatte er ſo abgerichtet, daß der vor ihm ſaß und den alten Hut im Munde hielt, in den die Leute die paar Kreuzer warfen, die ſie ihm geben wollten. Heute ſtand er auch da und fiedelte, und der Pudel ſaß vor ihm mit dem Hute; aber die Leute gingen vorüber und der Hut blieb leer. Hätten ihn die Leute nur'mal angeſehen, ſie hatten Barmherzigkeit mit ihm haben müſſen. Duͤnnes weißes Haar deckte kaum ſeinen Schädel; ein alter, fadenſcheiniger Soldatenmantel war ſein Kleid. Gar manche Schlacht hatte er mitgekämpft und faſt jede hatte ihm in einer Narbe einen Denkzettel angehängt, bei dem für das Verlieren keine Sorge nöthig war. Nur drei Finger an der rechten Hand hielten den Bogen. Eine Kartaͤtſchen⸗ kugel hatte die andern bei Aspern mitgenommen, und faſt zu gleicher Zeit nahm ihm eine größere Kugel das Bein weg. Und doch ſahen heute die fröhlichen Leute nicht auf ihn, und er hatte doch für den letzten Kreuzer neue Saiten auf ſeine Violine gekauft und ſpielte mit aller Kraft ſeine alten Märſche und Tänze. 2591129 158 22 Trübe und traurig ſah der alte Mann auf die wogende Menſchenmaſſe, auf die fröhlichen Geſichter, auf die ſtolze Pracht ihres Putzes. Bei ihrem Lachen drang ein Stachel in ſeine Seele— heute Abend mußte er hungern auf ſeinem Strohlager im Dachſtübchen. Sein Pudel war in der That beſſer dran; er fand doch vielleicht auf dem Heim⸗ wege einen Knochen unter einem Gußſteine, an dem er ſeinen Hunger ſtillen konnte. 5 Schon war's ziemlich ſpät am Nachmittage. Seine Hoffnung war ſo nahe am Untergehen, wie die Sonne; denn ſchon kehrten die Luſtwandler zurück, Da legte ſich ein recht tiefes Leid auf das wetterharte, vernarbte Geſicht. Er ahnte nicht, daß nicht weit von ihm ein ſtattlich gekleideter Herr ſtand, der ihm lange zuhoͤrte und ihn mit dem Ausdrucke tief empfundenen Mitleids betrachtete. 110 Als endlich Alles fruchtlos blieb und die müde Hand den Bogen nicht mehr führen konnte, auch ſein Bein ihn kaum mehr trug, ſetzte er ſich auf einen Stein und ſtützte die Stirne in die hohle Hand, und die Erde ſaugte einige heimliche Thränen ein, und die ſagt's nicht weiter. Der Herr aber, der dort neben am Stamme der alten Linde lehnte, hatte geſehen, wie die verſtümmelte Hand die Thränen abwiſchte, damit das Auge der Welt die Spuren nicht ſähe. Es war, als ob die Thränen wie ſiedheiße Tropfen dem Herrn auf das Herz gefallen wären, ſo raſch trat er herzu, reichte dem Alten ein Goldſtück und ſagte:„Leihet mir Eure Geige ein Stündchen!“ f .— 331— n i Der Alte ſah voll Dafkes den Herrn an, der mit%% aul gleich 11191 in Praun zu * eine ſchr „Oaume, und der Wiener u, Vornehn d kamen auc freuten. W) Ae zu hoffen, Numenſchen tler, Orgel, Azer zu ver, n ſeine kleine etteln mochte er von ſeinen at. Er ſpielte seinen treuen im ſaß und eute die paar ud der Pudel ingen vorüber ate nur, mul haben müſſen. del; ein altet/ Gar manche hatte ihm in dem für das i Finger an Kartatſchen⸗ und faſt zu 8 Bein weg. auf ihn, und ziten auf ſeine t ſeine allen die wogende auf die ſtolſe g em Stach bungern auf pudel war un uf dem Heim „an dem el ſie glockenrein, validen und ſagte; und ich ſpiele!„ 10 Der fing denn nun an zu ſpielen, daß der Alte ſeine Geige neugierig betrachtete und meinte, es ſei ſie gar nicht mehr; denn der Ton ging wunderbar in die Seele und die Manchmal war's, als Töne rollten wie Perlen dahin. jubilirten Engelſtimmen in der Geige und dann wieder, als klagten Töne ſchweren Leids aus ihr heraus, die das Herz ſo bewegten, daß die Augen feucht wurden. Jetzt blieben die Leute ſtehen und ſahen den ſtattlichen Herzen an und horchten auf die wundervollen Töne. Jeder⸗ mann ſah's, der Herr geigte für den Armen, aber Nie- mand kannte ihn. Immer größer wurde der Kreis der Zu⸗ hörer. Selbſt die Kutſchen der Vornehmen hielten an. Und was die Hauptſache war, Jedermann ſah ein, was der kunſt⸗ reiche Fremde beabſichtigte, und gab reichlich. Da, fiel Gold und. Silber in den Hut und auch Kupfer, je nachdem's die Leute hatten und je nachdem das Herz war. Der Pudel knurrte. nicht mehr halten, ſo ſchwer war er geworden.„Macht ihn leer, Alter,“ riefen die Leute dem Invaliden zu,„er wird noch einmal voll!“ Der Alte that's und richtig! er mußte ihn noch einmal leeren in ſeinen Sack, in den er die Violine zu ſtecken pflegte. Der Fremde ſtand da mit leuchtenden Augen und ſpielte, daß ein Bravo! über das andere erſchallte. Alle Welt war entzückt. Endlich ging der Geiger in die prächtige Melodie des Liedes:„Gott erhalte Franz, den Kaiſer!“ u. ſ. w. über. Alle Hüte und Mützen flogen von den Köpfen; denn die Oeſtreicher liebten ihren edlen Kaiſer Franz von ganzem Herzen, und er ver⸗ diente es auch; allgemach wurde der Volksjubel ſo groß, daß plötzlich alle Leute das Lied ſangen. Der Geiger ſpielte in der größten Begeiſterung, dann legte er raſch die Geige in des glücklichen Invaliden Schooß, und ehe der alte Mann ein Wort des Dankes ſagen konnte, war er fort. „Wer war das?/ rief das Volk. Da trat ein Herr vor und ſagte:„Ich kenne ihn ſehr wohl, es war der ausgezeichnete Geiger Alexander Boucher,(ſprich: Buſcheer), welcher hier ſeine große Kunſt im Dienſte der Barmherzigkeit übte. Laßt uns aber ſein edles Beiſpiel nicht vergeſſen! Der Herr hielt ſeinen Hut hin, und aufs Neue flogen die Sechsbaͤtzner in den Hut des Herrn, der dießmal für den Invaliden aufhob. Alles gab, und als dann der Herr das Geld abermals in des Invaliden Sack geſchüttet, rief er:„Boucher lebe hoch!“ 8 e „Hoch! hoch! hoch! rief das Volk. Und der Invalide fältete ſeine Hände und betete: „Herr, belohne Du's ihm reichlich! Und ich glaube, es gab an dieſem Abende zwei Glück⸗ liche mehr in Wien. Der Eine war der Invalide, der nun weithin ſeiner Noth enthoben war; und der Andere war Boucher, dem ſein Herz ein Zeugniß gab, um das man ihn beneiden möchte. Wir aber ſagen: Hut ab vor dem Boucher, und wenn er auch tauſendmal ein Franzoſe war! 3 Geigen. Was er aber wollte, verſtand der Jnpalide doch l ie war nun ſo ſchlecht 0 nicht; nur der gewöhnliche Geiger kratzte ſo übel. Er ſtimmte bis das Lied zu Ende war; Ein Rettungshaus für Blinde. Zwecke zu bringen, ſondern man berührt eine/ in jedem Augenblicke zum Aufſpringen bekeiteke Knos pe, als der die herrliche Blüthe, Wohlthätigkeitsſinn genannt, aus ihrer dünnen Hülle hervorbricht und reift zu der edelſten Frucht „Hülfe.— Es kann hier nicht die Aufgabe ſein, all der heilſamen Anſtalten zum Wohle der, leidenden Menſchheit zu gedenken, ſondern nur eine wollen, wir, deren man bis jetzt, bei uns wenigſtens, noch nicht! gedacht, hervorheben, es iſt die in der Aufſchrift bezeichnete Anſkalt für Blinde. Dieſer armen unglücklichen unſerer Brüder, die zu lebens⸗ länglichem Dunkel und Finſterniß verürtheilt ind, hat man nur dann gedacht, wenn man denſelben ein Almoſen im azar's Plaſir oder Aerger 2 Er konnte den Hut Vorübergehen darreichte. Dieſe Gabe kann aber eher ſchä d⸗ lich als nützlich für die Empfänger werden, darum iſt es nöthig ihnen eine andauernde, Unterſtützung angedeihen zu laſſen. Das kann leicht geſchehen, wenn man ihnen ein Aſyl oder ein Verſorgungshaußs eröffnet, in dem ſig Erziehung, Unterricht, Beſchäftigung und hierdurch Lebens unterhalt finden. Der Unterzeichnete hat' es in Gottes Namen übernommen ein ſolches Haus zu gründen und ſchon liegen ſchöne Beiträge in ſeinen Händen. Auch ein paſſendes Local hat er und es bedürfte nur noch einen einzigen Groſchen von jeder Seele unſers engern Vaterlandes und es, wäre vollſtän⸗ dig für alle Blinde unſeres Großherzogthums geſorgt. Er bittet daher Alle, die dieſes leſen und hören um ein ſolche kleine Liebesſteuer. Jeder Familienvater zähle nur ſeine Hausgenoſſen und er wird bald finden, daß es ein gar kleines Opfer iſt, wodurch er einen großen Zweck fördert. Jeden Monat wird ein Verzeichniß der eingegan⸗ genen Groſchen veröffentlicht werden und eine nicht ſehr große Summe reicht hin den erſten Blinden aufzunehmen, was vorläufig bei dem Unterzeichneten geſchehen wird. 15 Blinde, von denen keiner das 22. Lebensjahr überſchritten hat, ſind theils ſchriftlich theils mündlich angemeldet und ſehr dringend zur Aufnahme empfohlen. Eine Gemeinde (Staufenberg bei Gießen) hat ſich zu einem Beitrage von 30 fl. ſchriftlich erklärt. Nun wolle Gott viele Herzen er⸗ wecken, dieſes Liebeswerk zu fordern und ſein Segen ruhe auf demſelben. b Friedberg Anfang October 1849. J. P. Schäfer, Taubſtummen⸗Lehrer. Sakammmachugen 9—5 „ hoͤrden. 89& enn nr 5 1 Oef fentliche Aufforderung. 9 Großherzoglich Heſſiſches Holen 15 en 0 das Helm ögen des! ee ee Arnold e 1 oncursproc N85 0 6 5 Aan amel auß und Begründung von 1 ſowie zur zelten malhung etwaiger 806. Termin auf N der 0 101 00.J. Wörgh 1 Uhr/ 1911 1 dahi em Landgericht anberaumt 1 W auch unde unte. Glatz ue 1175 5 4 Gille ftillſt 1. Ausſchlu von der Maſſe Ne 1 5 dem nung 8 1 en, daß in dieſem Termins eine verglei Bien digung 5 den ben vil v ep elnd falls U el. ſollter— 2 eres zurgtorg, läupigeraueſ uſſes Ueberein⸗ kunft g fen o en foll, von den perſönlich abt rlclpenden aber, Gee zu n 11 ue ae en 80 1 W der Gla werven“ deten 28 15. Siptember 4849. 11 1 b A b Klingelhöfer. a Sotz⸗ Verſtbigetung. 1805 Künftigen Dienſig den 16. 1. M., Bormitiags um 10 Ubr, ſollen 43 Stecken ge⸗ 40 tes Br. b Cann 10 Haufen Zimmerſpähne em Gräflich olms⸗Rödelheim'ſchen Braun⸗ ade bei Bauernheim, meiſtbietend verſteigert 1 5 was hiermit zur öffentlichen Keuneiß drt Wolſerbet— hm 2. Oktober 18490 1 Der. Nentmeiſter „ Wels. Bekanntmachung. (1819 Das Wohnhaus des Maurers Adam N Groß; zu Dornaſſenbeim ſoll Montag den 5. * mber l. J., Nachmittags 1 Uhr, auf dem N al allſe daf 11 97 e. 00 2 elbe de 3. eiche eim en 8 erzogl. Naff. 18 ene und Arbeits ⸗Verſtel gerung age Oounnerſtag den 11. Oktober, 08 10 Uhr, ſollen perſchiedene Bauarbeiten ptiober⸗ 1849. 1 8 hieſigen Kirche auf dem Rathhauſe dahier, r Beiſbin des: Gr. Kreisbaumeiflers des Bau⸗ bezirks Friedberg, an die Wenigſtfordernden öffent⸗ 10 in Atcord gegeben werden. Ruch dem Voranschlag bergen bieſe Arbeiten: 1) Mattreraubeit 153 fla ku. 133 Finger 138% 50 chreinerarbeit 2 7 72 1 8 5 Lieferung von 1 Cubil«- klafter Sand. 15— Die Voranſchläge und Bedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einſicht offen. Ockſtadt den 4. Oktober 1849. Für den Rirthenvorſtand: Keller, Pfarrer. S uctlkeferun g, (1521) Dienſftag den 16. d. Mts., Vormit⸗ 1275 10 Uhr, ſoll in dem Geſchäftelocale der unterzeichneten Behörde die für hieſige Saline erforderliche Lieferung von 70 Achtel Korn und 43 Achtel Gerſte an den Wenigſtfordernden im Wege des öffentlichen Ausgebots vergeben wer⸗ den, was Luſttragenden mit dem Anfügen bekannt Nenn ante! ua Pk 7 Bikannümchunge f Groß he, Heſſ. Landgericht nicht außer Acht zu laſſendes ners 1 bieten Anenigel dich zu machen wel⸗ ches für den Anfragenden ſchon im anvoberſchültheißeret 5 l — 332 gemacht wird, daß nur cautionsfäbige Steigtrer 24 9 302 Bieten zugelaſſen werden, 516. 19 9601 00 170 Nauheim den 6. Oktober 2 Kurfü lache Salzamt Dbligattons⸗ Vetlopſung, an Bei heutiger Verlodſung d 1. O. bkz⸗ ber ers e 88, Sin dc ben em Hand⸗ 0 ſerrn Simon Lindheimer zu Fried⸗ lungshaus He nl eee 1— 19 08ſt 2% n⁰⁰νua f N. 1 190 19 1 127 4 15% m1 110 Anzeige un 121110 m (188A Ich habe einen neuen 1 7 Rheinweinen, per Ohm zu fl. 16,18.. 120 und fl. 24. erhalten, ſowie auch vorzüglich ſchöne Arnold Stiebel gate 9 . Döngesgaſſe Nr. emen 8 1 in Fra 8 Anzeige. (1470 Das unterzeichnete ene. Büreau iſt in den Stand geſetzt, Allen, welthe bis ſpäteſtens den 31. October d, J. deßhalb. in franeirten Briefen bei ihm aufragen alſo das geringe Porto nicht ſcheuen), ein 10047 nächſten Jahre ein 10 rliches Ein fan men bis zu 10,000 Mark, öder bert au⸗ 0 Thaler Pr. Crt. lar Felge Waben 1 tag ibeck im September 1849. f Commiſſi ons⸗Büreau, Petri-Kirchhof, Nr. Fecht R E i n. 2 06% (1 4965) für einen einzelnen Herrn wird wo möglich in der geſucht. Näheres bei der Expedition d. Bl. 5 Augzu leihen. 9 7 (1523) In die Gerichtsbezirk Friedberg, Gioß⸗ farben und Butzbach liegen Kapitalien zu ver⸗ leihen. Näheres bei der Expedition d. latte. Geſchaͤfts⸗ Empfehlung. (1524) Einem geehrten hieſigen und aus⸗ wärtigen Publikum mache ichn die ergebene An⸗ zeige, daß ich das ehemalige Chriſtian 5 85 Haus auf dem Fruchtmarkt käuflich an mich bracht und mein Geſchäft als Metzger und Wie angefangen habe. Indem ich, um zahlreichen Zuſpruch bitte, gebe ich die Verſſcherung prompfer und reeller Bedienung. 5 Friedberg. Heinrich Gedkth. 94 2 3890 1 (1525) Ein geräumiger Keller iſt zu ver miethen bei F. Schreiber! 3 1 2139111205 e port von reingehaltenen Pfälzer ⸗ und 1 dieſes ö 18481 Weine zu! 9 gän, llligen Preiſen. o ſit . 5 1 und 585 Burg oder deren Nähe, 3 u m Ver mie t hee 1194 70 % Baieriſch⸗ Bier e 6 J b e r 8 21 00 7 inn per Burg ann 505 8 0 01 u fe An 7: ihbin e e von 1 bis 4 Ohm haltend, fiehen 5 Jean en e wer a aß 167 1. Jar„A in Aar Keen herbe gigen n 1 nab von wo der Sw aufh l Be⸗ A ak ALA S— trag, durch das Handlungshaus Herten Simon E Lexa 108 An ze el an er l e 1158 afl Agen 2167 Urs der nicht fälligen Toupone audeza 184 n i 21 7 1 8 IIA ud 12111 u a erdindeg c. den 2 101 Für nder rde* 610 nfße 0 iel 1 90 11281. 97 1 620d 0. iſt im Berlage, von G e e 5 1 5 % Nrdſt dewnöthſgen Bele tungen ü übet Land und die Reiſe dorthin 4 Mit, alf ductechrlächen e „Karte. 1.80 br 1 42 kt. 1192 15 iſt gewiß für geben, der kae klare Uebet⸗ icht der Lage der Dinge i Californien wünſcht, ein weſentlicher Vortheil, daß der Herr „Wrfaſſer aus dam Lande ſelbſt erſt zuy 1 Nachrichten, 24 en wollte, bevor de 1 7605 r fur N wünderet nach jene 1 nude erſch len ſollte. Durch bereitwi ge Mütheilung wichtiger Notizen und Briefe von dünn 2 10 Mandlungshauſe der Herren Hepdorn ird i e Bu e nur Zuver⸗ ſtändiges geboten und ſind dazu die allerneueſten Na ten benützt worden. 50 Anhang 55 5 200 btsbedin⸗ gungen von. 0 gegeben. Die Karle ift. ſehr genau und ſpeciell, 89 911210 „ ub 9914—(igel 556. 1 (18290 Sy ebed! iſt erſchienen und bei Cl ee in Friedberg porräthigſ: „ une Zur Geſchichte i 40% derlei gn Arrheinpfaͤlziſchen⸗ Revolution des badiſhen e Hüuftandes F. Fenner von Fennsberg. e it der Wiener Natiy nalgarde und ehemaliger. bef der rheinpfälziſchen Armee. 85 Ceux qui font les révoluti à df greusent Bur tombe. a* trade. In Wrclige! von. und gh r in 8 Gallen iſt ſo eben er⸗ Iſchtenen und dei C. Dindernagel in Fried berg vorräthig? „Wir tei herd Verhülten bweff teiuchen Acdoliten. nate we, 4 e ien: en 1„ 10 Abdolbß ee. 10 1 M0 Morell und Hertwig. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. pe 60 b. 0 in rr N e