a 2 8 S2 18 S — — * — S — D Intel Inu ine n 194 71 n dun 50e. für die 0 e, Provinz Oberheſſen 55 it Allgemeinen, e den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. N 36. Mittwoch den 9. Mai 1845. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſithe Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter ſowie an die Gr. Gens⸗ darmerie des Regierungsbezirks. Betreffend: Arretirung des Johannes Schäfer von Steinau. Sie erhalten hierdurch den Auftrag, nach dem Rubri⸗ katen, welcher eines Diebſtahls zum Nachtheile der Wittwe Raab zu Frankfurt verdächtig, genau fahnden zu laſſen, resp. zu fahnden und ihn im Betretungsfalle zu verhaften und hierher abzuliefern. Friedberg den 1. Mai 1849. n Perſonal⸗Beſchreibung: Alter: circa 37 Jahre.— Größe: 5“ 5“ rhein.— Haare: röthlich, gelblich.— Augen: blau.— Augen⸗ braunen: blond.— Naſe: dick, kupfrig.— Bart: röth⸗ lich, rings um die Backen und das Kinn herum.— Zähne: gut.— Geſicht: etwas vorſtehende Backenknochen.— Ge⸗ ſichtsfarbe: vertrunken, kupfrig.— Statur: breitſchultrig. Kleidung: Blauer Kittel, leinene Hoſen, dunkele Mütze. Lebensbilder aus dem„fernen Weſten“ Vordamerika's. (Fortſetzung.) Es war nun nahezu Mitternacht,— dunkel und nebelig, und die Wolken, die von den hohen Gräten und Spitzen der Felſengebirge oſtwärts zogen, verdunkelten vollends das trübe Licht, das ein paar flimmernde Sterne zur Erde ſandten. Als die leichteren Dünſte von den Bergen ſchwanden, folgte ihnen eine dicke ſchwarze Wolke und ließ ſich über die höheren Spitzen der Bergkette nieder, die im Düſter der Nacht kaum zu unterſcheiden waren, während flockige Regenwölkchen den ganzen Himmel über⸗ zogen. Ein hohler kläglicher Ton ſchlich ſich durch das Thal und die oberſten Aeſte der Baumwollenbäume mit ihren welken Zweigen begannen im erſten Hauche des her— annahenden Gewitters zu rauſchen. Große Regentropfen fielen von Zeit zu Zeit in's ziſchende Feuer, und praſſelten auf die Felle nieder, mit welchen die Jäger raſch ihre Waffen und ihr blosgeſtelltes Gepäcke bedeckt hatten. Die Maulthiere im Lager nagten raſch und gierig das Gras um die Pfähle herum ab, an welche ſie gebunden waren, als wüßten ſie daß das aufziehende Gewitter bald ihr Weiden unmöglich machen werde, und zogen ſchon das Kreuz ein, wenn der eiskalte Regen auf ſie niederfiel. Die Prairiewölfe wagten ſich naͤher an's Lager, und in der Verwirrung, welche durch das Bemühen der Trapper entſtand, die gefährdeten Stücke ihres Gepäckes zu retten, gelang es ihnen, manches Stück Fleiſch von den Gerüſten zu ſtehlen, wie aus dem eigenthuͤmlich kläglichen Geheul zu entnehmen war, womit ſie ſich um die geſtohlenen Biſſen ſtritten.— Sobald Alles gehörig beſchützt war, machten ſich die Männer daran, ihre Betten herzurichten; diejenigen, welche ſich kein Obdach unter einem Schuppen oder einer Hütte aus Baumzweigen errichtet hatten, ſuchten wenigſtens unter der Leeſeite ihrer Gepäckhaufen und Sättel einige Zuflucht; während Killbuck, der ſelbſt derartige Vor⸗ ſichtsmaßregeln für ſeinen Körper verachtete, ſeinen Büffel— hautmantel auf den bloßen Erdboden ausbreitete und ſeine Abſicht kundgab, Alles, was kommen möge, ohne Weiteres hinzunehmen. Nachdem er einen erhöhten Ort gewählt, zog er ſein Meſſer und grub damit ringsum Abzugsgräben für das Waſſer, damit ſeine Päcke wenigſtens trocken liegen, ſchlug die Buͤffelhaut aus einander, legte unter den oberen Theil einen großen Bachkieſel, den er vom Feuer geholt, als Kopfkiſſen für ſich, deckte noch eine Haut da— rüber, und oben drauf einen jener Navajo-Teppiche, die für waſſerdicht gelten. Dann legte er Pulverhorn und Kugeltaſche ab und ſchob ſie unter den Teppich, um ſie trocken zu erhalten, deckte ſie gut zu, zündete dann ſeine Pfeife an der ziſchenden Gluth des halbverlöſchten Feuers an, und machte die Runde bei den angekoppelten Thieren, empfahl der Wache vor dem Lager Vorſicht und offene Augen, weil ſie noch vor Tage Pulver zu riechen bekämen, kehrte dann zum Feuer zurück, das er mit ſeinen Mocaſſinen noch einmal aufſtorte, hockte ſich an demſelben nieder, und entſpann ein wehmüthiges Selbſtgeſpräch. „Dreißig Jahre ſchon hab' ich mich in dieſen Bergen herumgetrieben von dem Hauptſtrome des Miſſoura bis hinunter nach Süden, wo der Gila vertrocknet,“ ſagte er halblaut.„Hab' wahrlich viel gefangen und manch Hun— dert Pack Biberfelle derweile verhandelt. Was hab' ich aber damit gewonnen und wo ſind die Dollars, die ich jetzt in der Taſche haben ſollte? Was ſoll am Ende draus 1 igenz-Dlatt 1 93 1 . * 1 .—. — —— es 0 ich 2 Soll'n Menſch ſich ſein Leben lang 85 End herum balgen und von ihnen gejagt werden? Manch liebes Mal hab' ich mir vorgenommen, nach Taos hinunterzugehen und mir ein Weib zu holen, denn der Burſche wird nachgerade alt, und fühlt, daß er ein Weib für ſeine Hütte braucht, um ſeine alten Tage zu pflegen; allein wenn's drauf ankömmt, dieſen Vorſatz auszufuͤhren, hab' ich nicht im Geringſten den Muth dazu. Freihlich gedenk' ich manchmal auch der alten Staaten, und meiner Heimath; aber wer denkt dort noch an mich alten Kerl! Auch dort wimmelt's nachgerade von Men⸗ ſchen, und man kann nicht mehr Luft ſchöpfen vor den großen Banden von Kornkracken und Ackersleuten in Miſſoury. Ueberdem geht's mir wider die Natur, das Büffelfleiſch aufzugeben und von Schweinefleiſch zu leben, und die weißen Mädel ſind mir zu zart und gleichen all⸗ zuſehr Bildern,— für mich rauhen Burſch ſind ſie allzu folarraw(fanfaron). Nein! zum Henkel mit den Nieder⸗ laſſungen, ſag' ich! Es paßt nicht für mich, und gibt keine Dollars? Zudem müſſen die Biberfelle wieder auf⸗ ſchlagen;'s geht wider menſchliche Natur, ſie um einen Dollar per Pfund zu verkaufen;— nein, das kann nicht länger angehen. War'mal'ne Zeit, damals wo ich alter Kerl erſtmals in die Gebirge ging: da galt der plew!) ſechs Dollars, gleichviel ob alt oder jung, Weibchen oder Rammler. Bah! es muß wieder aufſchlagen; und da iſt Einer, der weiß, wie er bald ein Dutzend Päcke zuſammen⸗ bringt, und dann will er wahrlich den Weg nach Taos einſchlagen.— Mit dieſem Selbſtgeſpraͤch klopfte Killbuck die Aſche aus ſeiner Pfeife und ſteckte ſie in das bunt⸗ verzierte ſchöne Futteral, das ihm um den Hals hing, ſchnallte ſeinen Gürtel um ein paar Löcher höher empor, hing wieder Pulverhorn und Kugeltaſche um, nahm die Büchſe, die er in den Falten ſeines Navajo⸗Teppichs ver⸗ ſteckte und verlies lautlos das Lager, um deſſen nächſte Umgebung zu recognosciren. Als er wieder zum Feuer zuruͤckkehrte, kauerte er wieder nieder wie zuvor, aber dieß⸗ mal mit der Büchſe quer über dem Schooße. Sein ſcharfes Auge ſchaute ſich von Zeit zu Zeit neugierig um, und haftete beſonders oft auf einem alten, verwitterten grauen Maulthier, das nun— ein altes gedientes Thier— träge an ſeinem Pfahle ſtand und, nachdem es ſich den Wanſt ge⸗ füllt, den Kopf ſinken ließ, die Ohren auf den Nacken zu⸗ rücklegte, und nun die Beine nahe zuſammengeſtellt, mit gekrümmten Rücken, um beſſer vor'm Regen geſchützt zu ſein, im Halbſchlummer von einer Seite zur andern ſchwankte. „Hellauf, Alte!“ rief der Trapper dem Maulthiere zu und warf es zugleich mit einem halbverbrannten Holz- ſtück aus dem Feuer, worauf das alte Thier ſich ſchnell aufrichtete und die Ohren ſpitzte, da es die Stimme kannte; „hellauf, Alte, und behalt deine Nüſtern offen; ſind Braun⸗ häute um den Weg, denk' ich, und du könnteſt leicht noch vor Tag von einem Rapaho gelaſſo't werden!“— Und wiederum ſetzte ſich der alte Trapper vor das Feuer und bald nickte ſein Kopf, weil ihn die Schläfrigkeit über⸗ mannte. Er war in's Land der Träume entrückt, und ſchweifte nach Herzensluſt unter Heerden fetter Kühe oder jagte an einem biberreichen Strome, wo ihn keine india⸗ niſche Fährte ſtörte, und ihm die Ausſicht auf das luſtige Rendezvous und einen guten Markt, zu ſechs Dollars der Balg und Branntwein nach Gelüſten doppelt lockend er⸗ ſchien. Oder ſeine Einbildungskraft führte ihn vielleicht rückwärts auf dem Pfade ſeiner Erinnerungen und er überſchaute raſch die tauſend gefährlichen Wechſelfälle ſeines *) plew, von dem franzöfiſchen la pluie, nennt der Pelzjäger den Balg des Bibers. harten beſchwerlichen Lebens— den einen Tag nah am Hungertode, den andern ſchlemmend in Saus und Braus; heute angefallen von blutgierigen brüllenden Wilden, denen er aber mit dem unerſchüttlichen Muthe des Mannes die Spitze bot, wie der gehetzte Hirſch ſeinen Feinden; morgen aller Sorge und alles Harmes ledig, ſicher und der Ver— gangenheit vergeſſen, als willkommener Gaſt in einem Handels fort; oder das Gaukelſpiel ſeiner Phantaſie führte ihn vielleicht noch weiter rückwärts in die Heimath, nach der Wiege ſeiner Kindheit in die braunen Wälder von Kentuky, wo eine Mutter ihn pflegte, ihm Leckerbiſſen zu⸗ ſchob,— ja wo er vielleicht ſpäter eine geſunde braune blühende Dirne ſein Liebchen genannt. Genug, er ſchlief; aber der Schlaf ſaß nur leicht auf den Augen des müden Mountaineers, denn ein leichtes Puſten des alten Maul— thiers weckte ihn und ſpannte im Nu jede Nerve an ihm, und ohne ſeinen Körper zu bewegen, heftete ſein ſcharfes Auge ſich von ſelbſt auf das Maulthier, das nun mit rückgewandtem Kopfe daſtund, und Auge und Ohr nach Einer Richtung hingekehrt, in die Nachtluft hinaus puſtete und mit offenbarer Furcht ſchnaubte. Ein leiſer Laut des alten Jägers weckte auch die Anderen vom Schlaf, und während ſie den Körper leiſe vom durchnäßten Bette er⸗ hoben, belehrte ſie das einzige Wort: Indſchens!/ über die Art und Nähe der Gefahr. Kaum aber war das Wort über Killbuck's Lippen, ſo brach, das Heulen des wüthenden Windes und das Klatſchen des Regens übertönend, aus hundert Kehlen plötzlich von allen Seiten her um's Lager ein hölliſches gellendes Geſchrei; ein Dutzend Büchſenſchüſſe knallten aus dem Dickicht, und eine Wolke von Pfeilen pfiff durch die Luft, während zu gleicher Zeit ein Schwarm Indianer ſich auf die angekoppelten Thiere ſtürzte.„Auh⸗auh⸗auh⸗auh⸗ auh! auf die Beine, Burſchen!“ rief Killbuck, und macht das alte Maulthier frei. Auf ſie, Burſchen! hurrah für Alt Keutuck!, Dabei ſtürzte er zu ſeinem alten Maul⸗ thiere hin, das wie toll vor Furcht ſtampfte und ſchnaubte, als ein nackter Indianer, der bereits den am Pfahle ange, bundenen Strick durchſchnitten hatte, dem Thier eine Tren, ſenſchlinge um die Naſe zu legen verſuchte. „Die Hand weg, verdammter Teufel!“ ſchrie der Trapper, auf den Wilden zuſpringend und ſtieß ihn, ohne die Büchſe anzuſchlagen, aus voller Wucht mit der Mün⸗ dung vor die nackte Bruſt, indem er zugleich abdrückte, ſo daß der Schuß knallte und den Wilden zwei Schritte weit mauſetodt an die Erde warf. Allein im ſelben Augenblick ſchwang ein Wilder ſeine Keule hinter ihm und ließ ſie mit ſolcher Wucht auf Killbuck's Schädel niederfallen, daß dieſer wankte, die Arme wild in die Luft warf und kopf⸗ über an die Erde ſtürzte. 5 „Auh⸗auh⸗auh!“ ſchrie der Rapaho als der Weiße ſtürzte, warf ſich über den Daliegenden, erfaßte mit der Linken die Mittellocke von Killbuck's Kopf und fuhr eben mit dem Meſſer in ſeiner Rechten um die Kopfſchwarte des alten Trappers, als glücklicherweiſe La Bonté noch zeitig genug die Gefahr des Alten bemerkte und dem In⸗ diauer ſein Meſſer bis zu Hefte zwiſchen den Schultern hineinſtieß, ſo daß dieſer mit einem ſtöhnenden Aechzen und Schauder todt über den ausgeſtreckten Körper ſeines Fein⸗ des hinſank. 5 Der Angriff dauerte übrigens nur wenige Sekunden; der Aufall auf die Thiere war von vollſtändigem Erfolge begleitet geweſen, und die Indianer verſchwanden, die Laſt⸗ thiere mit lautem Geſchrei vor ſich hertreibend, in der Dunkelheit. Ohne den Tagesanbruch zu erwarten, be⸗ gannen zwei von den drei Trappers, die zur Zeit des Ueberfalls im Schuppen geweſen und nun allein noch zu g nah am d Braus: en, denen innes die 5 morgen der Ver⸗ a einem ſſe fuhrte aud, nach Ader von biſſen zu⸗ de braune rr ſchlief; es müden en Maul⸗ an idm, n ſcharfes nun mit Ozt nach auspuſtete Laut des hlaf, und Bette er⸗ 14% über s Lippen, und das t Kehlen holliſches allten aus durch die dianer ſich auh⸗auh⸗ nd macht urrah für en Maul⸗ ſchnaubte, able ange, eine Tren, ſchrie der ihn, ohne der Mün⸗ drückte, ſo dritte weit Augendlit nd ließ ſie fallen, daß und fopf⸗ ger Weiße mit der fuhr eben ofſchwarte ente ne dem Ju- Schultern ſechzen und eints Feu — 159— ſehen waren, ohne Verzug die zwei Pferde zu beladen, die— weit unter dem Schuppen angebunden— dem gie⸗ rigen Auge der Indianer entgangen waren, ſetzten ihre Weiber darauf, und verließen die Indianer mit Flüchen und Verwünſchungen überhäufend, das Lager, weil ſie einen abermaligen Angriff fuͤrchteten und ſich zurückziehen und verbergen wollten, bis die Gefahr vorüber war. Nicht ſo La Bonté, der— ein wackerer treuer Burſche — im Gefecht ſich tüchtig geſchlagen hatte, und nun den Körper ſeines alten Gefährten ſuchte, von welchem er erſt den Leichnam des von ihm erlegten Rapaho entfernen mußte, bevor er Killbuck's Wunden unterſuchen konnte. Killbuck lebte noch; nur ſtark betäubt, hatte ihn der kalte Regen, der ihm in's Geſicht fiel, bald wieder in's Leben gerufen, und er ſchlug bald die Augen auf, erkannte ſeinen treuen Freund, der ſich vor ihm niederkauerte, ſeinen Kopf auf ſeinen Schooß legte und das Blut abwiſchte, das aus dem verwundeten Scalp ſtrömte. „Iſt die Kopfſchwarte fort, Junge?“ fragte Killbuck; „denn mein Kopf brennt mich ordentlich und ſummt noch, ſag' ich Dir!⸗ „Der Indſchen da hätte ſie ſchier mitgenommen!“ verſetzte der Andere und ſtieß den rothen Leichnam mit dem Fuße fort. „Alle Wetter, Junge, Du haſt einen verd— guten Stoß geführt! So zieh' nun dem Nigger ſeinen Scalp 'runter und hol' mir'was zu trinken!“ Hell und klar brach der Morgen an, und mit Aus⸗ nahme einer leichten Wolke, die über Pike's Peak hing, war der ganze Himmel ohne ein Wölkchen, und vollkom— mene Windſtille war auf den heftigen Sturm der ver— floſſenen Nacht gefolgt. Der Fluß war vom Regen ange⸗ ſchwollen und trübe, und als La Bonté eine kleine Strecke am Ufer entlang ging, um eine Furth im Waſſer zu ſuchen, blieb er plötzlich ſtehen und ein Schrei entfuhr ihm unwill⸗ kührlich. Wenige Schritte vom Ufer lag der Leichnam eines ſeiner Gefährten, der während des Angriffs die Wache gehabt hatte. Er lag auf dem Geſicht, die Bruſt von einem Pfeile durchbohrt, der bis zu den Federn hin⸗ eingedrungen war; den Scalp vom blutigen Schädel ge⸗ nommen. Nahe dabei auf einem Raum von kaum hundert Schritten, lagen die drei Anderen, ebenfalls todt und auf gleiche Weiſe verſtümmelt. Der Feind mußte ſo nahe ge⸗ weſen ſein und ſo ſicher gezielt haben, daß ſie alle ohne Todeskampf geſtorben und daher auch nicht im Stande ge— weſen waren, die Gefährten im Lager zu allarmiren. La Bonté ſah mit Einem Blick auf die Uferbank, daß die tückiſchen Indianer unter dem Schutz des Gewitters un— entdeckt längs des Fluſſes herangekrochen und an der ſteilen Uferböſchung heraufgekommen waren, um dann mit Einem Male die wachehaltenden vier Jäger niederzuſchießen. Zu Killbuck zurückkehrend, ſetzte er dieſen von dem traurigen Geſchicke ihrer Gefährten in Kenntniß, und ſie berathſchlagten ſich nun über das was ſie weiter thun wollten. Der alte Jäger war bald mit ſeinem Entſchluſſe fertig.„Zuerſt,“ ſagte er,„will ich mir mein altes Maul- thier wieder holen, das mich und meine Fallen ſchon ſeit zwölf Jahren herumgetragen; mag's auch jetzt nicht ver⸗ lieren an dieſe hölliſchen Indſchens. Zweitens gelüſtet mich's ſtark nach ein paar Haarſchöpfen, und ein paar Rapohos müſſen für das Stückchen von vergangener Nacht dran glauben Drittens wollen wir jetzt unſere Biberfelle verſtecken, und dann, viertens, der Fährte der Indſchens folgen, wohin ſie auch fuͤhren mag!“ Ein kühnerer Trapper als La Bonts ſtellte nie eine Biberfalle, und kein Entſchluß hätte ſeinen eigenen Gefühlen mehr entſprochen, als der Plan des alten Killbuck.—„Ein⸗ verſtanden!/ ſagte er, und machte ſich an's Werk, ein caehe oder Verſteck für die Biberbaͤlge zu machen. Dieß konnten ſie dießmal nicht in gewöhnlicher Weiſe beſorgen, drum begnügten ſie ſich, ihre Biberfellballen in Büffelhäute ein⸗ zuſchlagen, dieſe mit Riemen von rohen Häuten zuſammen⸗ zuſchnüren und hoch oben in den Aeſten einiger Baum⸗ wollenbäume feſtzubinden, unter welchen das Lager aufge— ſchlagen war. Als dieß geſchehen, machten ſie ein Feuer an und kochten ſich etwas Büffelfleiſch; reinigten dann, ein Pfeifchen rauchend, ihre Büchſen ſorgfältig und füllten Pulverhörner und Kugeltaſchen mit einem tüchtigen Vor⸗ rath von Schießbedarf. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Gläubiger ⸗ Aufforderung. (686) Ueber das Vermögen der Müller Jo⸗ hannes Geiß Eheleute zu Obereſchbach iſt der formelle Concurs erkannt worden. Demzufolge werden deren ſämmtliche, bekannte wie unbe⸗ kannte Gläubiger aufgefordert, Dienſtag den 22. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, zur Anzeige und Begründung ihrer Forderungen und Vorzugsrechte, Wahl eines Maſſecuratörs und Ausſchuſſes ꝛc. bei Vermeidung des Aus⸗ ſchluſſes von der Concursmaſſe, dahier zu er⸗ ſcheinen. J Groskarben den 22. April 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Jäger. Sartorius. Frucht ⸗Verſteigerung. (72% Freitag den 11. Mai, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds 50— 60 Malter Korn und 10 Malter Gerſte, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 30. April 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verſfferi ge emuch. (7126) Freitag den 11. Mai, Vormittags um 10 Uhr, wollen die Chriſtian Müller'ſchen Ehe⸗ leute in hieſigem Rathhauſe ihre Grundſtücke, in hieſiger Gemarkung gelegen, freiwillig an die Meiſtbietenden verſteigern, ſodann die Begraſung eines in dem Roſenthal liegenden Gartens für das Jahr 1849 verpachten laſſen. Friedberg den 3. Mai 1849. 5 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Wed e. Hofraithe⸗Verſteigerung. (727) Auf Anſtehen der Frau Anton Nern Wittwe wird Freitag den 11. Mat l. M., Mor⸗ gens um 10 Ühr, in hieſigem Rathhauſe ihre, in der Engelsſtraße befindliche Hofraithe meiſt⸗ bietend verſteigert. Friedberg den 3. Mai 1849. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bend e. Immobilien ⸗Verſteigerung. (732) Mittwoch den 13. Juni d. J., Mor⸗ gens 9 Uhr, kommen die zur Concursmaſſe des Steiger Schiffmann und deſſen Ehefrau Fran⸗ ziska, geb. Becker, von Dornaſſenheim gehören⸗ den Immobilien, beſtehend in einem einſtöckigen Wohnhaus und 53 Ruthen 12 Schuh Hofraithe und Gartenland, im Werth von 1198 fl., auf dem Rathhauſe in Dornaſſenheim zur öffent“ lichen Verſteigerung. Reichelsheim den 1. Mai 1849. Herzogl. Naſſ, Landoberſchultheißerei v. Preuſchen. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (728) Nachſtehende Arbeiten ſollen Freitag den 11. Mai l. J. Vormittags 10 Uhr auf dem Sektionsbüreau zu Vilbel durch öffentliche Verſteigerung an die Wenigſtnehmenden in Ak⸗ kord gegeben werden: A. Zur Ueberbrückung des Gerlingsgrabens in der Gemarkung Kloppenheim. 1) Maurerarbeit veranſchl. zu 275 fl. 6 kr. 2) Stein hauerarbeit„„ 135/ 22„ 3) Zimmerarbeit. e e B. Zur Erbauung eines Durchlaſſes auf der Berkersheim Vilbeler⸗Grenze. 1) Maurerarbeit veranſchl. zu 461 fl. 46 kr. 2) Zimmerarbeit*„ 601% 33„ Pläne, Voranſchläge und Steigbedingungen können auf dem Sektions⸗Büreau zu Vilbel eingeſehen werden. Friedberg den 30. April 1849. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (720) Samſtag den 12. Mai d. J. Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe das Legen der Schwellen und Schienen in der Sef⸗ tion Friedberg, veranſchlagt zu 2091 fl. in zwei Looſen, öffentlich an die Wenigſtnehmenden, un⸗ ter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, in Akkord gegeben werden. f 1 f Friedberg den 30. April 1849. Der Großh. Heſſ. Sections„Jugenieur N der Section Friedberg 1 Hochgeſan d. Fruchtverſteigerung im Rentamte 1 Friedberg. ö (783) An nachgenannten Orten und Tagen kommen von den 18481 fiskaliſchen Fruchtvor⸗ räthen des hieſigen Rentamts zur Verſteigerung: 1) zu Friedberg: Dienſtag den 15. Mai, Vormittags 10 Uhr, in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore, von dem, hiefigen Speicher, 70 Malter Korn; 2) zu Butzbach: Mittwoch den 16, Mai, ebenfalls Vormittags 10 Uhr, in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hofe, von dem Speicher daſelbſt, 1 Malter Waizen, 60 Malter Korn, 24 Malter Gerſte und 14 Malter Hafer. Friedberg den 25. April 1849. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Arbeitsverſteigerung. 80 Die bei der Erbauung eines neuen Schulhauſes zu Münſter vorkommenden Arbeiten und Materiallieferungen ſollen Montag den 14. Mai l. J., Vormittags um 11 Uhr, in der Wohnung des Gaſtwirkhs Schlemmer zu Mun⸗ ſter öffentlich im Beifein des Gr. Kreisbau⸗ meiſters des Baubezirks Friedberg verſteigert werden. 7 g 1 g Die Arbeiten und Materiallieferungen ſind folgendermaßen veranſchlagt: b 1) die Maurerarbeit zu 400 fl. 56 kr. 2) die Steinhauerarbeit zu 129„7 34„ 3) die Zimmerarbeit zu 1720„ 48„ 4) die Dachdeckerarbeit zu 176 39„ 5) die Schreinerarbeit zu 381„8 n 6) die Schloſſerarbeit zu ee 7) die Glaſerarbeit zu 204/ 52„ 8) die Weißbinderarbeit zu 160„11% 9) die Spenglerarbeit zu 5% 42„ 10) die Anlieferung der Mate⸗ rialien, beſtehend in Mauer⸗ ſteinen, Lehmſteinen, Back⸗ ſteinen, Kalk und Sand ꝛc. 597„29„ Die Voranſchläge und Riſſe liegen zur Ein⸗ ſicht auf dem Büreau des Gr. Kreisbaumeiſters zu Friedberg offen. Münſter den 1. Mai 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter An ſchicks. Arbeits ⸗Verſteigerung. (755) Donnerſtag den 10. Mai, Vormitlags 10 Uhr, ſollen auf dem Büreau des Unterzeich⸗ neten die an hieſiger Pfarrhofraithe nöthigen Reparaturarbeiten, als: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 32 fl. 18 kr. Schreinerarbeit, 5„ 13/ 36„ unter den in dem Termin bekannt gemacht wer⸗ denden Bedingungen an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Bruchenbrücken den 5. Mai 1849. Für den Kirchenvorſtand der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter Bee ſt. Bekanntmachung. 1756) Den 14., 15. und 16. Mai l. J. werden in hieſigem Rathhaus⸗Saale die öffent⸗ lichen Prüfungen der Muſterſchule ſtatt haben. Friedberg den 7. Mai 1849 Der Großh. Rektor Ph. Dieffenbach. — 460— Das Soolbad zu Nauheim in der 0 Wetterau (787) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. Der Badearzt Herr Doctor Bode dahier wird jede etwa gewünſchte Aus⸗ kunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logis⸗ beſtellungen für das Kurhaus ſind zeitig an die Inſpection der Soolbade⸗-Anſtalt zu richten. 3 3 Nauheim den 5. Mai 1849. N Kurfürſtlich Heſſiſches Salzamt Schäfer. Schmincke. „F. Schreiber. Hansmann. N Privat„Bekanntmachungen. Se e (737 Friedrich Schleuning, Ludwigs⸗ ſtraße in Friedberg, hält für den Sommer große Auswahl von Röcken, Hoſen, Weſten und Jacken, dabei auch Kinder⸗ kleider in verſchiedenen Qualitäten, und mo⸗ dernſter Fagon zu den billigſten Preiſen. A Anez e i ge. 1A Ich bringe hiermit zur Kennntniß, daß ich das von mir betriebene Weißbinderge⸗ ſchäft an meinen Sohn Karl abgetreten habe und bitte, das mir ſeither erwieſene Vertrauen auf denſelben übertragen zu wollen. Friedberg im Mai 1849. Katharina Hieronimus, Wittwe. Auf Vorſtehendes Bezug nehmend, mache ich noch die ergebenſte Anzeige, daß ich bei Herrn Jacob Wien, Schuhmachermeiſter in der Metzger⸗ gaſſe Nr. 295 wohne und bitte um geneigten Suſpruc h. b Friedberg im Mai 1849. F. Carl Hieronimus, Weißbindermeiſter. Ankündigung. (145) Guter reingehaltener Pfälzer Wein wird in verſchiedener Auswahl zu 16, 18, 20 und 24 fl. per Ohm, ſowie auch guter rother Ober⸗Ingel⸗ heimer Wein billigſt abgegeben Doͤnges⸗ gaſſe Nr. 6 neu(alt I Nr. 163) im Hofe in Frankfurt a. M. Der Friedberger Lehrerverein (758) hat zur Berathung eines wichtigen Gegenſtandes eine außerordentliche Conferenz auf Samſtag den 12. Mai anberaumt, und ladet ſämmtliche Mitglieder, welche bei dieſer Beſchlußfaſſung nicht zugegen waren, dringend ein, am genannten Tage, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Schwalheimer Brunnen 5 0 f N Geſangbücher, (789) einige Hundert, habe ich übernommen und kann dieſelben im Einzeln ſehr billig abgeben. Louis e den Apotheken gegenüber. Ge (760) Mehrere Großherzogliche Militärs der Wetterau, welche am 1. April d. J. ihre 6jäh⸗ rige Dienſtzeit vollendet hatten und als Exca⸗ pitulanten⸗Einſteher nicht weiter fortdienen, wer⸗ den ſich zur Beſprechung in ihrem Intereſſe lie⸗ genden Fiche pn Angelegenheiten Sonntag den 13. d. M., Mittags 1 Uhr, in dem Saale des Gaſtwirths Bertalott in, Aſſenheim ver⸗ ſammeln und laden zu dieſem Zwecke ihre in dieſem Dienſtalter ſtehenden Kameraden ein. Zu Verkaufen. (761) Eine Partie gut gemachter Bienenfäſſer, per Stück 24 bis 30 kr., ſind zu haben bei Ockſtadt. Nikolaus Lang. Erklärung. (162) Nach Vernehmen hat ſich die Sage verbreitet, als hätte ich(lam 30. März) eine Schülerin lebensgefährlich beſtraft; namentlich ſie getreten 1 Daß die 14jährige, durch Fleiß und Betragen gerade nicht rühmliche Kathr. Nagel, wegen Vernachläſſigung ihrer Arbeit mit einem leichten einfachen Riemen etliche Handſtreiche, ſowie 3 Backenſtreiche mit der flachen Hand erhalten hat, iſt wahr. Das Treten aber iſt dahin zu berichtigen, daß ich auf der rechten Seite der Schülerin — in der freien Stube— vor einer auf einem leichten Geſtelle liegenden Tafel, mich befand, und derſelben mit dem linken Beine in unter⸗ brochenen Zeitabſchnitten Zmal leiſe vor den Hintern ſchlug, welches mehr zur Beſchämung als zur Strafe gereichen ſollte. Daß dieſe Schläge, wie ich glaube, keine Krankheit verurſachen konnten, iſt begreiflich, zu⸗ mal, da der Streichführende ſchon im ödſten Lebensjahre und im Sten körperlich leidend iſt. Vielmehr möchte das am Morgen vor der Schule im Hofe ſtattgefundene Miſtaufziehen und Laden eher Urſache des Unwohlſeins ge⸗ weſen ſein. Uebrigens iſt der Patient ſchon wieder eine geraume Zeit in voller Thätigkeit, nach ärztlichem Berichte vollkommen geſund, und eine Spur von Lebensgefahr nie ſichtbar geweſen. Reichelsheim den 1. Mai 1849. Hut h. Für Auswanderer nach Amerika. (768) Wir expediren monatlich mehrere große gekupferte Dreimaſter Poſtſchiffe erſter Klaſſe von London nach New⸗Nork und ſind im Stande, unſern deutſchen Landsleuten bei ſehr billigen Ueberfahrtspreiſen auch noch andere Vortheile und Annehmlichkeiten zu bieten. Das Handlungshaus Moriz J. Stiebel in Frankfurt a. M., ſowie die Unterzeichneten, ertheilen auf portofreie Anfrage jede zu wünſchende Auskunft. 0 S. Sliebel& Comp. in London, 32 Nicholas Lane. Literariſche Anzeigen. (7600 So eben iſt erſchienen und bei C. Bin⸗ dernagel in Friedberg vorräthig: Veimchronik nk des 6 Pfaffen Maurizius. a Caput IV. Eljen Koſſuth. 5 Preis 24 kr. 765) Im Verlage von G. Mayer in Leipzig iſt erſchienen und bei C. Binder⸗ nagel in Friedberg zu haben: Bruſtbilder aus der Paulskirche. Zweite berichtigte Auflage. Preis 1 fl. 21 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. *