utelligen. fur die Blatt Provinz Oberheſſen nee 5s 218 baer im Allgemeinen, 15 1 5 dien Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. ——.— 5. Mittwoch den 6. Juni 8159 Amtlicher Theil. Bekanntmachung. An die Gtoßh. Bürgermeiſter und Beigeordneten des i Gerichtsbezirks. Betref fend: Das Executions verfahren bei den Untergerichten. In Folge mehrfacher Beſchwerden, daß bei Pfandun⸗ gen nicht mit dem gehörigen Nachdruck verfahren werde und veranlaßt durch ein Ausſchreiben Gr. Hofgerichts, em⸗ pfehlen wir Ihnen die pünktliche Befolgung unſeres Aus⸗ ſchreibens vom 18. Dezember 1832. Wir finden uns namentlich veramaßt, Sie auf die unter Nr. 1 vorgeſchrie⸗ bene Entfernung der Pfandobjecte aus dem Gewahrſam des Schuldners, mit dem Bemerken, aufmerkſam zu machen, daß wir den Gerichtsdienern bei Strafe anbefohlen haben, vor jeder Zwangsverſteigerung von Mobilen den Schuldner aus dem Beſitz zu ſetzen und die Pfänder Ihnen zu über⸗ liefern!. f Eine Verſteigerung von Pfändern, ohne vorausge- gangene Beſitzentſetzung und Uebertieferung, würde nicht allein die Nichtigkeit des Actes zur Folge haben, ſondern wir wären auch genöthigt, Ihnen die dadurch entſtandenen Koſten zur Laſt zu ſetzen. 99— Zugleich verſehen wir uns zu Ihnen, daß Sie in jedem einzelnen Fall, in welchem Ihnen eine Pfänderver⸗ ſteigerung zugemuthet wird, ohne daß der deßfallſigen Vor⸗ ſchrift Genüge geſchehen iſt, unverzügliche berichtliche An⸗ zeige machen werden. N Friedberg den 1. Juni 1849. 05 f Gr. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Californien, das neue Eldorado. Den Leſern dieſes Blattes wird es wohl nicht un⸗ intereſſant ſein, über das Wunderland, nach welchem der⸗ malen aus allen Theilen der Welt eine ungeheure Ein⸗ wanderung ſtattfindet, in Nachſtehendem einige zu ver⸗ läſſige Notizen zu finden. ane Vielen unbefangenen Beobachtern der öffentlichen und politiſchen Zuſtände der nordamerikaniſchen Union drängte ſich, als im vorigen Spätherbſte die Kunde von der Auf⸗ findung ſolch ungeheurer Goldgaͤnge am Rio Sacramento ganz Amerika und Europa durchlief, der Gedanke auf, dieſe Nachricht ſei nur ein amerikaniſchet Puff, erfunden um nach jenem neuerworbenen, dünnbevölkerten Lande recht raſch eine zahlreiche Bevölkerung jener Abenteurer und wilden Pionneers hinzuziehen, welche in der Union überall die Vorläufer der Kultur und die Bevölkerung auf dem Saume der Civiliſation bilden. Nur wenige mit Amerika bekannte Männer nahmen dle Nachtichten von dem uner⸗ ſchöpflichen Goldreichthum für baare Münze. Aber auch hier wie in den meiſten ähnlichen Fällen, lag oder llegt die Wahrheit mitten inne zwiſchen den beiden entgegenge⸗ ſetzten Behauptungen. Hterfür ſpricht beſonders der glaub⸗ würdige Inhalt einer Nummer der beſt redigirten Boſtoner Zeitung, the Daily Evening Traveller vom 11. Decem⸗ der 1848, worin authentiſche Documente eines höheren Officters im Dienſte der V. St., des Colonel Maſon, enthalten ſind, datirt aus ſeiner Statton Monterey, vom 17. Auguſt, und gerichtet an die Wige euß als offizielle Depeſche. Aehnlich lauten auch die Berſchte von Mr. Larkin, dem Conſul der V. St. zu San Frantisco. Beides ſind kaltblütige, beſonnene, geſchäftliche Mitthei⸗ lungen, änſcheinend über jeglichen Argwohn erhaben, und ohne Schwindelei oder die Abſicht zu täuſchen geſchrieben; beide beſtätigen im Allgemeinen die Nachrichten, welche urſprünglich von dem Goldreichthum in Californien zu uus gedrungen ſind. Der gegenwärtig ausgebeutete Golddiſtrikt liegt an einer kleinen langgeſtreckten Meerenge, der ſogenannten ſourche americaine, in welche ſich der Rio Sacramento ergießt, und an den verſchiedenen anderen Flüſſen, welche ſich in dieſen und die Fourche münden. Der Grund und Boden iſt Staatsland, allein dies ſcheint bis jetzt noch kein Hinderniß für die Menge der Abenteurer, welche dort bereits nach Gold ſuchen. Ueberdem gielt hier vorerſt noch das alte mexicaniſche Geſetz, wornach Jeder nur gegen eine gewiſſe Abgabe an den Staat und nach vor⸗ gängiger Anzeige auf edle Metalle anbauen darf, wo und wie lang er will, gleichviel wem der Boden gehört, und wornach der Finder auch Eigenthümer eines ſolchen Erz⸗ ganges iſt. Das Goldland heißt nach mexicaniſchem Brauche el placer, und erſtreckt ſich uͤber die Gebiete des Rio Sa⸗ cramento, San Joaquino, des Feder⸗, Bären⸗Fluſſes u. ſ w. Colonel Maſon, der den Golddiſtrikt ſelbſt beſucht, und die darauf borfallenden Scenen beobachtet hat, ſchildert ſie N l— 186— 8 N 1 folgendermaßen:„An der Sägemühle des Kapitän Sutter), etwa 25(engl) Meilen oberhalb der unteren Wäſchereien, oder fünfzig Meilen von Sütter's erſter Anſiedelung(Neu Helvetia), erheben ſich die Berge zu einer Höhe von etwa tauſend Fuß und mehr uͤber das Niveau des Sacramento. Hier wächſt eine beſondere Art Föhren, welche zunächſt zur Entdeckung des Goldes geführt hat. Es fehlte den neuen Anſiedlern“) an Bauholz, und Kapitän Sutter con⸗ trahirte, um dieſen Mangel abzuhelfen, im September 1847 mit einem Mr. Marſhall, ihm dort eine Sägemühle zu erbauen. Dieſe ward im Verlaufe des Winters und Frühlings 1848 erbaut, eine Wehre und Mühlkanal er⸗ richtet, allein als man das Waſſer an das Rad treten ließ, zeigte ſich, daß der Mühlkanal unmittelbar hinter der Schütze zu ſchmal und zu ſeicht war, um dem Waſſer— ſtrome die gehörige Kraft und Geſchwindigkeit des Laufes Um Mühe und Zeit zu erſparen, ließ Mr. Marſhall das in einem oberen Behälter hinter der Wehre zu geben. aufgeſtaute Waſſer mit raſcher Strömung direkt in den Mühlkanal, um dieſen tiefer und breiter auszuwaſchen. Er erreichte auch ſeinen Zweck vollkommen, und am Fuß des Waſſerlaufs ward ein großes Bett von Schlamm und Kies angeſchwemmt. Als Mr. Marſhall eines Tages am Mühlkanal hinunterging und ſich den Schlammhaufen beſah, bemerkte er ande Glänzendes darin, und las einige Stückchen von mekalliſchem Gefüge und Aussehen heraus, die für gediegenes Gold erkannt wurden. Er ging damit nach dem Foxt, erzählte dem Kapitän Sutter von ſeinem Fund, und Beide kamen überein, denſelben ſo lange zu verſchweigen, bis eine gewiſſe Mahlmühle Sutter's vollendet ſein würde. Allein trotzdem ward die Sache doch bekannt, und das Gerücht verbreitete ſich mit Blitzesſchnelle. Die erſten Arbeiten des Entdeckers und ihrer Competenten hatten den perlockendſten Erfolg und ſchon in wenigen Wochen ſuchten Hunderte nach den Goldgängen und dem Sande in der Nachbarſchaft.. e e Die Wirkung dieſer Nachtichten auf eine Bevölke⸗ rung von 10 dünngeſäeten Anſtedlern in dieſem Lande, das— an dieſem Theile der Küſte wenigſtens— zu den ödeſten und unwixrthlichſten gehört und beinahe nur der Viehzucht günſtig iſt, dürfte nur denjenigen klar ſein, welche mit der en ech und dem Unternehmungsgeiſte des ame⸗ rikaniſchen Volkscharakters bekannt ſind. Kaum ward landes⸗ kundig, daß man um Gold zu finden, in gewiſſen Gegenden nur darnach zu graben brauche, ſo bemächtigte ſich eine wahre Manie der Gemüther; alle gewöhnlichen Geſchäfte und Berufsarten wurden verlaſſen, alle Bande der Pflicht ſchienen gelöſt. Man konnte unmöglich einen Diener oder Kommis behalten; von den Kriegs- und Kauffarteiſchiffen in den Häfen deſertirten Matroſen, Officiere und Unter⸗ officiere; die Soldaten gingen aus den Garniſonen davon. Die Zeitungen konnten nicht mehr erſcheinen, weil alle Arbeiter bis auf den Laufburſchen herab, auf die Gold⸗ jagd gingen und die Druckereien geſchloſſen werden mußten. Ziegeleien, Sägemühlen und Landgüter(ranchos) wurden verlaſſen und öde. Die Stadt San Franzisco ward von „ihrer Bevölkerung verlaſſen. Mr. Larkin ſagt ſogar: „In San Franzisco blieb nicht einmal mehr ein Friedens⸗ richter zurück. Der zweite Alcalde von Monterey geht heute mit den beiden Eigenthümern unſeres Hotels nach eines geborenen Badeners der— halb Soldat halb Geſchäftsmann, wie viele Hunderte der Bewohner des Oregon-Gebietes und Cali⸗ forniens— ſeit 1839 dort angeſtedelt iſt, und ein ungeheures Ver⸗ mögen beſitzt. Ihm gehören Neu⸗Helvetig am Sacramento⸗, Harmong am Federfluſſe, und Fort Roß am Hafen von Bodega. *) welche von 18371848 nach Beendigung des mexicaniſchen Krieges dorthin gezogen waren. n 3 —?ſr+àͥfww www K——K——1—1——. derſelben auf einen dem Goldlande ab, denn dieſe haben ihr Comptoir und ihren Gaſthof geſchloſſen und gehen nach dem Goldfluſſe. Ich ſah einen Advokaten, der voriges Jahr erſt zum General⸗ procurator des Königs der Sandwichs⸗Inſeln ernannt worden war, am Boden knieen, nach Gold graben und waſchen, und alltäglich etwa 3 Loth Gold als Ausbeute gewinnen. In ſeiner Nähe konnte man alle ſeine Collegen vom Advokatenſtande in derſelben Beſchäftigung begriffen ſehen. 4 5 Schon im Auguſt berechnete man, daß ſich etwa 4000 Perſonen, wovon die Hälfte Indianer, mit dem Goldſuchen abgaben, und ſchätzte die tägliche Ausbeute nen Werth von 30— 50,000 Dollars. Colonel Maſon ſagt, dieſe Leute alle leben unter Zelten oder Hütten von Fellen und Baumzweigen und unter freiem Himmel; gleichwohl aber ſollten, ſeiner Verſicherung zufolge, damals noch keinerlei Verbrechen unter ihnen vor⸗ gefallen ſein, obſchon manche ſehr bedeutende Summen in Gold bei ſich trugen. Die Leichtigkeit, ſich das werth⸗ volle Metall zu verſchaffen, und die Furcht vor dem Lynch⸗ geſetze, hält gewiß Manchen von Gewaltthaten zurück, obſchon dieſe ſicherlich ſpäter nicht ausbleiben werden. Hinſichtlich der wirklichen Ausbeute in einzelnen Fällen gibt Mr. Larkin intereſſante Notizen. Bei der Schilderung eines kurzen Aufenthalts an einer Stelle, wo acht Männer mit zwei ſehr rohen Maſchinen arbeiteten, ſagt er:„Zwei Abende ſah ich die acht Männer den Erx⸗ trag ihrer Tagesarbeit in ihr Zelt hineinbringen; Jeder mochte durchſchnittlich 50 Dollars täglich verdient haben; ihrer eigenen Schätzung zufolge kamen auf ken Tag etwa zwei Pfund Gold, alſo auf den Mann vier Unzen im Werthe von 64 Dollars. Zwei Brüder, welche zuſammen arbeiteten und den Schlamm und Sand des Fluſſes nur in einer Blechpfanne wuſchen, fanden, der Eine für ſieben, der Andere für 82 Dollars in Einem Tage. Dieß rührte daher, daß der Eine weniger Stunden arbeitete, als der Andere und zufällig auch einen minder ergiebigen Boden hatte. Dieſe Fälle gehören aber zu den ſeltenſten und auffallendſten. Wahrend meines Beſuchs machte ich den Dollmetſcher für einen Eingeborenen von Monterey, der eine Maſchine oder Kanode kaufte. Zuerſt verſuchte ich Bretter zu kaufen und einen Zimmermann für ihn zu miethen; allein es waren im Ganzen nur einige hundert Fuß Bretter zu haben, und für dieſe forderte der Eigen⸗ thümer mir 50 Dollars per hundert Fuß, und ein gold⸗ waſchender Zimmermann verlangte ein Taglohn von 50 Dollars für die Arbeit. Endlich kaufte ich ein Boot aus einem ausgegrabenen Block, mit einem aus Weiden ge⸗ flochtenen Durchſchlag und Sieb, für 120 Dollars, zahl⸗ bar in Goldſtaub zu 14 Dollars per Unze. Der Eigen⸗ thümer motivirte dieſen hohen Preis mit dem Vorgeben, er habe zwei Tage lang daran gearbeitet, und verlangte noch überdieß, daß er es noch bis Sonnenuntergang be⸗ nützen dürfe. Mein Californier hat mich hernach ver⸗ ſichert, daß er, ſein Aſſocié und zwei Indianer mit dieſem Boot, oder beſſer geſagt: dieſer Waſchtonne, den erſten Tag acht, den zweiten Tag fünf Unzen Gold gewonnen habe. 3 1 a Colonel Maſon erzählt von Dem, was er an Weber's Creek geſehen, folgendes:„Wir fanden eine große Anzahl Weiße und Indianer, von denen die Einen im Strombette, die Anderen in den kleinen Seitenthälern der einmündenden Gewäſſer beſchäftigt waren. Gerade dieſe letzteren ge⸗ währten eine reiche Ausbeute, ſelten weniger als zwei Unzen per Tag. Ein winziges Bächlein, das man mir zeigte, kaum hundert Schritt lang, 4 Fuß breit und 2—3 Fuß tief, ſollte zwei Goldſuchern: William Daly und — 8 omptoir und n Geher. ein ernannt graben und Ausbeute ut Lollegen ag begriffen b ſich etwa „mit dem e Ausbeute Dollars. nter Zelten und unter Lerſcherung ihnen vor⸗ e Summen das werth⸗ dem Lynch⸗ nen zurück, werden. meinzelnen arbeiteten, er den Er⸗ zen; Jeder ent haben; Tag etwa Unzen im zuſammen fluſſes nur für ſieben, neß rührte e,, als der gen Boden enſten und te ich den fterey, der erſuchte ich ür ihn zu ige dundert der Cigen⸗ ein gold⸗ n von 50 Boot aus Veiden ge⸗ lars, zal⸗ der Egen⸗ Jorgeben, N perlangte gang be⸗ nach ver⸗ nit dieſem den erſten gewonnen 1 Weber“ ß Azall r nenbette, mündenden teten ge⸗ a zwel nan mir 11 2—5 Daly und — 2— Perry M' Coon kurz vorher in einer einzigen Woche für 17,000 Dollars Gold geliefert haben. Kapitän Weber (ebenfalls ein Deutſcher) ſagte mir, er wiſſe, daß jene beiden Männer vier Weiße und ungefähr hundert Indianer beſchäftigt hatten, und daß dieſe, als ſie nach Verlauf einer Woche dieſe Arbeiter abgelehnt, noch einen reinen Gewinn von 10,000 Dollars für ſich behalten hätten. Außerdem zeigte man mir noch eine andere kleine Schlucht, in welcher für mehr als 15,000 Dollars Gold gewonnen worden war. Allem Anſchein nach ſind noch Hunderte von ſolchen Schluch⸗ ten unberührt und von Niemand betreten. Ich hätte üb⸗ rigens dieſen Nachrichten keinen Glauben beigemeſſen, hätte mir nicht der Ueberfluß an koſtbarem Metall den Beweis für ihre Wahrheit geliefert. Mr. Neligh, ein Agent des Commodore Stockton, war etwa 3 Wochen, lang in der Nachbarſchaft mit Goldſuchen beſchäftigt geweſen und zeigte mir in Beuteln und Flaſchen für mehr als 2000 Dollars Gold; und Mr. Lyman, ein Mann von gebildetem Stande, guter Herkunft und jeder Glaubwürdigkeit, erzählte mir, er ſeye mit vier Anderen und einer Maſchine am Ame⸗ rican Fork, hart unter Sutter's Muhle angeſtellt geweſen, wo ſie acht Tage lang gearbeitet und er für ſeinen An— theil täglich 50 Dollars erhalten hatte; da ſie inzwiſchen hörten, daß andere an Weber's Creek noch beſſer geſtellt waren, ſo hatten ſie ſich dorthin übergeſiedelt und waren auf dem Punkte, ihre Arbeiten dort wieder zu beginnen. Ich könnte Hunderte von ähnlichen Beiſpielen anführen, will aber— zum Beweis, wie viel Gold ſelbſt die ge— wöhnlichſten Taglöhner in der Taſche hatten,— einen kleinen Vorfall aufführen, der ſich in meiner Gegenwart utrug, als ich in Weber's store(Kramladen) war. Die⸗ ier e war nur eine Hütte von Baumzweigen, unter welchen der Eigenthümer die für ſeine Kunden paſſenden Eiſen⸗ und Specereiwaaren zum Verkauf ausgeſtellt hatte. Ein Mann trat ein, nahm eine kleine Schachtel mit Bitter⸗ ſalz und fragte nach dem Preiſe. Kapitän Weber ſagte ihm, dieſer Gegenſtand ſtehe nicht zum Verkaufe da. Der Käufer bot ihm nun eine Unze Gold, aber Kapitän Weber erwiderte ihm, das Schächtelchen ſei nur einen halben Dollars werth und er wolle es nicht verkaufen. Darauf bot der Mann anderthalb Unzen Gold, und ließ nicht nach, bis er es zu dieſem Preis erſtanden hatte. Die Preiſe aller Waaren ſind furchtbar hoch, und dennoch tragen In⸗ dianer, die ſich früher kaum mit Sackleinewand ihre Blöße decken konnten, nun Kleider vom feinſten Tuche und den grellſten Farben.“— f(Schluß folgt.) Schleswig⸗Holſtein. Dem Abſender der nach Schleswig-Holſtein beſtimmten Leinwand iſt folgendes Schreiben zugegangen: „Euer Wohlgeboren N 5 zeige hiermit den Empfang der zwei Collis mit Leinwand ꝛc. die die edlen Bewohnerinnen Ihrer Stadt und Umgegend, für unſere Braven in Schleswig- Holſtein beigeſteuert haben an, mit dem Bemerken, daß ſelbe bereits abgegangen und demnächſt in den öffentlichen Blättern als in neueſter Zeit eingegangene Beiträge auf⸗ geführt werden ſollen. Den edlen Geberinnen daher im Namen der Leidenden meinen innigſten Dank für dieſe ſichtbaren Zeichen Ihres Wohlthätigkeitsſinnes, was Sie bitte den Betheiligten gefälligſt mitzutheilen. Hochachtungvoll Euer Wohlgeboren ergebenſter G. Fr. v. Abendantz, K. K öſterr. Major dem Erzherzog Reichsverweſer N attaſchiret und Vorſtands des Comités⸗. Frankfurt a. M. den 25. Mai 1849. Bekanntmachungen von Be⸗ phuorden. rr Oeffentliche Bekanntmachung. 80) Mit Bezugnahme auf die Bekannt- 8 vom 27. März l. J. in Nr. 29, 30 und 31 des Intelligenzblatts, werden die Gläu⸗ biger des Joſeph Klein III. von Ockſtadt auf⸗ gefordert, ihre Forderungen im Termin Dienſtag den 12. Juni l. J., Vormittags 8 Uhr, bei unterzeichnetem Landgericht anzumelden, wid⸗ rigenfalls dieſelben bei Feſtſtellung der Maſſe nicht berückſichtigt werden. Friedberg den 11. Mai 1849. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gilmer. Immobilien-Verſteigerung. (832) Freitag den 8. Juni, Morgens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die Immobilien der Ludwig Wagenknecht'ſchen Ehe⸗ leuten dahier nochmals meiſtbietend mit dem Anfügen verſteigert, daß kein Nachgebot ange⸗ nommen wird, als: 1) Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, zwei Nebenbäuen, Scheuer, Schoppen, Stall und zwei Mahlgängen an der Uſa. 2) 192 UKlafter Garten in der éten Ge⸗ wann, an Joh. Heinrich Müller. 3) 927[◻UKlafter Garten in der erſten Ge⸗ wann, an Heinrich Hanſtein IV. Friedberg den 31. Mai 1849. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heff. Bürgermeiſter Bender. Gras Verſteigerung. (839) Das diesjährige Gras von den Gräfl. Solms⸗Rödelheim' ſchen Wieſen in den nachbe⸗ nannten Gemarkungen ſoll verſteigert werden: 1) in der Gemarkung Niederwöllſtadt von ungefähr 200 Morgen, Freitag den 8. Juni l. J., von Morgens 9 Uhr an, auf der Neuherberge bei Niederwollſtadt; 2) in den Gemarkungen Ober- und Nieder⸗ rosbach, von den früher dem Hrn. Pfar⸗ rer Gebhardt Hibögiger Wieſen, ungefähr 15 Morgen, Dienſtag den 12. Juni l. J., Morgens 10 Uhr, auf den Wieſen ſelbſt. Aſſenheim den 29. Mai 1849. g Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſche Rentei. Bekanntmachung. (8640 Forderungen aller Art an den sub beneficio legis et inventarii angetretenen Nachlaß des vorhinigen Gr. Stabsarztes Schimpf dahier ſind Donnerſtag den 28. Juni bei dahieſigem Landgericht anzuzeigen, anſonſt auf ſie bei der Vertheilung des Nachlaſſes keine Rückſicht genommen werden kann. Friedberg am 1. Juni 1849. 5 Großh. Heſſ. Landgericht As, D. 3 Heugras⸗Verſteigerungen. (865) An nachgenannten Orten wird von den dabei angegebenen fiskaliſchen Wieſen das diesjährige Heugras öffentlich verſteigert: 1) zu Lindheim, bei Gaſtwirth Hrn. Bechtold, Dienſtag den 12. Juni, Vormittags 11 Uhr, von ungefähr 50 Morgen; 5 2) zu Stammheim, an Ort und Stelle, Frei⸗ tag den 15. Juni, Vormittags 10 Uhr, das Heu⸗ und Grummetgras, von unge⸗ fähr 10 Morgen, der See genannt; 3) zu Okarben, an dem Mineralbrunnen, Freitag den 22. Juni, Nachmittags 2 Uhr, von der ungefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldswieſe; 7 4) zu Bauernheim, bei Gaſtwirth Hrn. Höres, Dienſtag den 26. Juni, Vormittags 11 Uhr, von der ungefähr 300 Morgen hal⸗ tenden ſog. Markwieſe. Friedberg den 23. Mai 1849. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau 5. Bekanntmachung. (866) Die Räume in dem fiskaliſchen Ge⸗ bäude, das Salzmagazin genannt, dahier wer⸗ den Donnerſtag den 7. d. M., Nachmittags 4 Uhr, in dem Amtslocale des Unterzeichneten auf 3 Jahre, vom 12. k. M. an, an die Meift⸗ bietenden vermiethet. Friedberg den 2. Juni 1849 Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bau ß. Verſteigerung auf den Abbruch. (867) Der von Holz aufgeführte Zwiſchenbau zwiſchen dem Hauptgebäude und dem Secretariats⸗ bau im Burggrafiatshof dahier, ſoll Montag den 11. Juni l. J., Vormittags um 9 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich an die Meiſtbietenden auf den Abbruch verſteigert werden. Bemerkt wird noch, daß ſich an dem abzubrechenden Gebäude ſehr gutes Holz befindet, und daß daſſelbe eine Länge von 58“ und eine Breite von 27“ hat. Friedberg den 3. Juni 1849. 8 Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeifter des Baubezirks Friedberg 5 Stockhauſen. Arbeitsverſteigerung. (868) Montag den 11. Juni l. J., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, werden in dem Burggrafiats⸗ hof dahier folgende Arbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert: 1) Maurerarbeit, peranſchl. zu 124 fl. 7 kr. 9 i gel. 16„ 5 f 2 Steinbauerarbeit„„ 215„ 58„ ) Schloſferarbeit»„„ 56„—„ 4) Glaſeratbeltt„„ 77„ 24 n 5), Weißbinderarbeit„„ 18„ 12 7 6 Die Anlieferung von 1,2 Cubittlafter Maluerſteine, 3000 Backſteine, 24 Bütten Kalk und 6,7 Cudikklafter Sand, im Gan⸗ zen zu 134 fl. veranſchlagt. Voxanſchläge und Riſſe liegen auf dem Bü⸗ reau des Mgezecee zur Einſicht offen. Friedberg den 3. Jun 1849. i Der Gr. Hef. Kteisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Kirſchenverſteigerung. (869) Dienfiag den 12. Junt l. J., Vor- mittags um 9 Uhr, ſollen auf dem Ilbenſtädter Chauſſeehaus die an der Staatsſtraße von Nie⸗ derwöllſtadt über Ilbenſtadt in der Richtung nach Kaichen befindlichen Kirſchen, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Friedberg den 3. Junk 1849. . Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg a a Stockhauſen. Arbeits ⸗Verſteigerung. (870) Dienſtag den 12. Juni l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Ilbenſtädter Chauſſeehaus folgende Arbeiten öffentlich an die Wonigſmehmenden verſtelgert werden: 1) Die Verfertigung des Goſſenpflaſters auf die Flutheanal⸗ und Niddabrücke bei Ilbenſtadt. 2) Die Anlieferung des hierzu nöthigen Sandes. 3) Die Verfertigung von Goſſen⸗ und Ban⸗ quetpflaſſer vor die Revierfötſterswohnung zu Heldenbergen. 4 4) Die Herheifuhr ver hierzu nöthigen Pflaſter⸗ . ſſeine vom Steinbruch bei Fauerbach. 5) Die Anlieferung des hierzu nöthigen Sandes. An demſelben Tage, Nachmittags um 3 Ubr, werden auf- den ſogenannten Nonnenſtümpfen, die bei Anlegung eines Durchlaſſes vorkommen⸗ den Maurer⸗ und Steinhauerarbeiten, welche im— zu 30 fl. veranſchlagt ſind, öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 3. Junt 1849. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Guts⸗ Verpachtung. (871) Das von Schrautenbach'ſche Stiftungs⸗ ut in der Gemarkung Rendel, Reg.⸗ Bez. Frledberg, wird auf Petritag 1850 leihfällig, und ſoll von da an auf weitere neun Jahre verpachtet werden. Dieſes Gut hält ungefähr 74 Morgen, und beſteht in Aeckern und Wieſen, ſämmtlich in gutem Stande und von vorzüg⸗ licher Lage. Zur meiſtbietenden Verpachtung iſt Termin auf Mittwoch den 11. Juli, Vor⸗ mittags 10 Uhr, in dem Rathhauſe zu Ren⸗ del anberaumt. Wegen der näheren Bedingungen aber können etwaige Steigliebhaber ſchon vorher bei den Unterzeichneten Auskunft erhalten. Friedberg den 4. Juni 1849. Die Verwaltungs⸗Commiſſion: i Dr. Fertſch. Buß. 23 Holz⸗Verſteigerung. (872) Nächsten Freitag den 8. d. M., Mor⸗ gens 7 Uhr, ſoll in hieſigem Gemeindewald folgendes Gehölz: 15 3 Stück Nadelſtangen, 2) 2% Stecken birken Prügelholz, 3) 650 weiden Wellen und 4) 1674½ Ginſter⸗ und Heidewellen, meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft findet auf der Sang vor den Tannen ſtatt. Niederros bach den 2. Juni 1849. Der We Heſſ. ee A b. fentlichen Ab fr h Statt und muß den 15. — 88 Gras Verſteigerung bei Gr. Rentamt Nidda. V8) Vos 1840r Heagras von den ftgcaliſchen Wieſen drs hieſtgen Rentamts kommt zum 8* 1„ ein e eine 12 8 1100 1 n 1 stallſchen Scheuern auf ein Jahr verpachtet. f 4 Bingenheim den 30. Mai 1849. 51 e I 1 1 7 1 1 1 1 1 Nair der 3 1494 der 1141 W 5 131 22 2 1741 21 4 , Verſteigerung. Verſteigerung. Gemarkung. Ort der Zuſammenkunft⸗ 1105 2 1849. Tageszeit. Stunde l Morg. 8 0 Sont rſt 7 Juni achmittags 4 Uhr Sauernheſm f Picrh Beck—4 onnerſtagſ7. 0 a 2 Freitag 98.„Vormittags 10„[Gettenan Wirth Bath Alt ee. 3 57 Nachmittags 2.„ JEchzeller WaldſPräulenwieſe beim Forſthaus 11 a 10 e A q 1 nie 7 Jen 3[Samſtag 9.„Vormittags 9/ Blofel rühlwieſe 114% 1h Lin — mg Nachmittags 2„ Leidhecken Wirth Diehlmann e 4[Mittwoch 13.„Vorinittagg)„ Bingenbeim[Brühlwieſe 49 77% 6 11„[Heuchelheim Im Ried 9 5 Donnerſtag. 14., 9„ Salgbauſen Am Graptrbau Nr. 5.[14 a Nachmittags 1„ Unterſchmitten Bei der Bruchmüßle 7 6[Freitag 15.„Vormittags 9„Nidda Wieſen unterhalb der Stadt] 70 7[Samſtag 16.1„ 10» Berstadt h Vögler„ 8[Montag 18.5,„ 8»JEchzell Echzeler Teig l 96 Nachmittags 2„ daſelbſt. Gemeinde⸗Wirthahaus 22 9 Dienſtag 19.„Vormittags 10„ lLißberg[Wirth Wiegand Mann; 1 86 NB. Zu Nidda und Berſtadt werden nach breubigter Gras⸗Verſteigerung die dafigen Der Gr. Heſſ. Wee des Rentamts Nidda 0 5 J 0„ 12 71 Bekanntmachung. (87) Auf dem Gräflich Solms⸗Rödelheim'“ ſchen Braunkohlenbergwerk bei Bauernheim wer⸗ den von Heute an wieder trockene Braunkohlen⸗ klötze à 12 kr. per Centner, und Holzkohlen à 14 kr. per Centner, erſtere auch auf Credit, gegen genügende auf einen Abnehmer ausge⸗ ſtellte Bürgſcheine, abgegeben. Nach dem 15. Februar 1850 findet jedoch Verabfolgung von Kohlen auf Credit nicht mehr an die Gräfliche Bergwerkskaſſe zu Oſſenheim geleiſtet werden. f Afſenheim den 30. Mai 1849. f Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſche Bergwerksverwaltung. Arbeits ⸗Verſteigerung. (875) Dienſtag den 12. Junk, Vormittags 10 Uhr, ſollen die wegen Erbauung eines neuen Quader⸗Pfetlers an der großen Nidderbrücke da⸗ hier nöthigen Arbeiten und Materiallieferungen auf hieſigem Rathhauſe öffentlich an die Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 52 fl. 18 kr. 2) Steinhauerarbeit 330„ 36„ 3) Schloſſerarbeit 45/—„ 4) Materiallieferung b a) Baſaltſteine 37„ 30„ b) Waſſerkalk 20„—„ c) Sand 1* 30 5) Handarbeiten 200„—„ Plan, Voranſchlag und Steigbedingungenliegen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Altenſtadt den 31. Mai 1849. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Kreuder. (Butzbach) Lieferungen an Brod, Brennöl, Thran, Stearinlichter, Gerſtenſtroh, Waitzenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen ein⸗ zelner Betten. N (876) Montag den 11. dieſes Monats, des Vormittags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen der vorgenannten Bedürfniſſe der Garniſon Butz⸗ bach aufs II. Semeſter d. J. auf dem bekannten Soumiſſionswege an den Wenigſtverlangenden in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſen⸗ ten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die März 1850 Zahlung. Bedingungen jeden Tag auf dem Milttätder⸗ waltungsbüreau dahier eingeſehen werden können. Butzbach den 1. Juni 1849. i In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſſer. C 1 Zu Verkaufen. (842) Unterzeichneter befitzt drei Paar hell⸗ braune Wallachpferde, mit kleinem Stern, 5 und 6 Jahr alt, fehlerfrei und zu jedem Dienſte brauchbar und iſt geſonnen ein Paar davon 10 verkaufen, worunter die Wahl frei ſteht; odann a g 0 ein 0 enge. 5 einen jährigen Faſeleber zur Na 5 Rödgen den 20. Mal 1800. 1 5 Eni e geweſener Bürgermeiſter. 2 Einladung. (863) Zu dem Samſtag den 9. Juni und den zwei folgenden Tage ſtattfindenden Scheiben⸗ Schießen auf dem Schützenraln, ladet der Un⸗ terzeichnete alle Freunde des geſelligen Vergnü⸗ gens mit dem Bemerken höflichſt ein, daß neben andern guten Getränken ein vorzüglicher Aepfel⸗ wein verzapft werden wirr. Friedberg. Heinrich Weller. Zu Verkaufe n. (845) Schöne Thüringer Waſchbütten, in allen Größen, hat billigſt zu verkaufen 5 0 Friedt. Hildrecht. Zu Verkaufe n. (877) Ein Clavier iſt zu verkaufen oder zu verleihen; zu erfragen bei der Exped. d. Blis. Anzeige. (878) Die in Nr. 32 des Regie⸗ rungsblattes vorgeſchriebenen Einquar⸗ tierungs⸗Formulare ſind zu haben bei Friedberg. C. Bindernagel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.