igen 1. Ali. verrichtet; 0 . dadtkirche: dtadtkirche: durgkirche: 1 Seer 2 * ntelligenz Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. L 31. Mittwoch den A. Juli Amtlicher Theil. 5 Die Großherzoglich Heſſiſche un Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friese er an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Auswanderungen nach Amerika. i Friedberg den 29. Juni 1849. Nachſtehendes höchſte Ausſchreiben erhalten Sie zur Nachricht mit dem Auftrag, ſolches zur Kenntniß der Aus⸗ wanderer zu bringen. „ ue er: Das Großherzoglich Heſſiſche Miniſterium des Innern an ſämmtliche Großherzogliche Regierungs⸗Commiſſionen. f Darmſtadt am 21. Juni 1849. Von der Belgiſchen Regierung ſind unterm 4. l. M. in Bezug auf Zulaſſung und Aufenthalt fremder Auswan⸗ derer in Belgien, welche ſich aus einem Belgiſchen Hafen in überſeeiſche Länder begeben wollen, die nachfolgenden mit dem 15. Juli l. J. in Kraft tretenden Beſtimmungen er⸗ laſſen worden, welche Sie durch die für Ihre Bezirke be⸗ ſtimmten Anzeigeblätter zur allgemeinen Kenntniß bringen wollen, damit ſich die Angehörigen derſelben danach be—⸗ meſſen mögen: b 1 1) Jeder Auswanderer, welcher ſich in einem Belgi⸗ ſchen Hafen einſchiffen will, hat an der Belgiſchen Gränze den Beſitz einer Summe von 250 Francs(110 fl. 40 kr.) in Geld oder guten Wechſeln nachzuweiſen. Bei Aus wan⸗ derern zwiſchen 12 und 16 Jahren genügt jedoch die Summe von 200 Francs(93 fl. 20 kr.) und bei denen unter 12 Jahren eine ſolche von 100 Francs(46 fl. 40 kr.). Für Kinder unter 2 Jahren iſt dieſer Nachweis nicht erforderlich. 2) Befreit vos dieſem Nachweis iſt derjenige Aus⸗ wanderer, welcher eine von einem Belgiſchen Einwohner ausgeſtellte und von dem Gouverneur der Provinz viſirte Declaration beſitzt, durch welche ſich der Ausſteller ver⸗ pflichtet, für den Unterhalt des fraglichen Auswanderers während ſeines Aufenthalts in Belgien und bis zu ſeiner erfolgten Einſchiffung zu ſorgen. Der Führer, welcher einen Zug von Auswanderern auf dem Weg nach einem Belgiſchen Hafen leiten will, muß vor dem Eintritt der Auswanderer auf das Belgiſche Ge— 1849. biet dem Gouverneur der Provinz dieſe Declarationen, welche mit der Zahl der von ihm zu transportirenden Auswanderer übereinſtimmen muß, zur Viſirung vorlegen, doch müſſen dieſelben nicht nothwendig die Vor- und Zunamen der Aus⸗ wanderer enthalten, für welche demnächſt Gebrauch davon gemacht werden ſoll. ö Dem Gouverneur, welcher vor Ertheilung des Viſa's eine genügende Caution verlangen kann, müſſen dieſe Decla⸗ rationen in zweifacher Ausfertigung vorgelegt werden, welche nach ertheiltem Viſa dem Auswanderer durch den Fuhrer oder ſeinen Agenten wieder zurückzugeben ſind. Der Aus⸗ wanderer hat ſeinen Vor- und Zunamen darauf zu ſetzen, wenn dies noch nicht geſchehen. Die eine der Ausfertigun⸗ gen bleibt in ſeinen Händen, die andere hat er an den Polizeiagenten des Orts, an welchem er die Belgiſche Gränze üͤberſchreitet, abzugeben. Der Eintritt in das Land ſoll ihm nur dann geſtattet werden, wenn beide Ausfertigungen gleichlautend und vorſchriftsmäßig befunden werden. 3) Der Unterzeichner der unter 2. erwähnten Decla⸗ ration ſoll die von ihm uͤbernommene Verpflichtung zur Sorge für den Unterhalt und für die Einſchiffung des Aus⸗ wanderers auf eine andere Perſon, jedoch nur unter den vorſtehend bemerkten Bedingungen und Garantieen, über⸗ tragen können. Derſelbe iſt verbunden, alle Ausgaben, zu welchen die Regierung wegen des Unterhalts, der Einſchiffung oder der Zurückweiſung des Auswanderers, wenn dieſe nicht wegen einer perſönlichen Handlung deſſelben erfolgt, zu erſetzen. J a u p. Reuling. Veiſeſkizzen aus Kalifornien, im Frühjahr 1848. Von J. Torwhitt Brooks. (Fortſetzung.) „Am nächſten Tage ritt ich zum Fort zurück, organi⸗ ſirte einen Arbeitertrupp, ließ die Zimmerleute einige nöthige Sachen zurichten und begleitete ſie am folgenden Tage zu einer Spitze des Bachs, wo wir die Nacht auslagerten. Am folgenden Morgen hatte ich etwa fünfzig Indianer ordentlich an der Arbeit. Zuerſt ſchaufelten wir den Bo⸗ den nur in kleine Eimer oder in einige unſrer berühmten indianiſchen Körbe, dann wuſchen wir die leichte Erde aus und ſuchten die Steine oben ab. Nach dieſem trockneten wir den Sand auf Stücken Leinwand und blieſen alles 9 1 5 0 4 1 .—— ä— 5 Leichtere mit kurzen Röhren fort. Jetzt habe ich einige rohe Maſchinen in Gebrauch und etwa hundert Mann be⸗ ſchäftigt, größtentheils Indianer, die gut genährt werden und drei Mal des Tages Whiskey erhalten. Das Gerücht verbreitete ſich aber wie ein Lauffeuer. Ein Theil des Goldes wurde nach San Francisco geſchickt, und von dort ſtrömten die Bewohner in Maſſe nach den Minen heran. Hierzu kam noch, daß gerade in dieſer Zeit eine große Aus wanderungsgeſellſchaft von Mormonen über die Felſen⸗ gebirge nach Kalifornien kam, und zwar in denſelben Ta⸗ gen, als unſer Fund bekannt wurde, in die Gebirge einzog. Sie machten natürlich Halt und fingen etwa dreißig Mei⸗ len von hier an zu arbeiten, wo Einige von ihnen ſich noch aufhalten. Als ich zuletzt in den Minen war, mögen etwa 800 Mann an verſchiedenen Plätzen dort beſchäftigt geweſen ſein, und 300 etwa gingen hin und wieder zwiſchen hier und den Goldplätzen. Zuerſt glaubte ich, das Gold würde durch ſolche Maſſen bald erſchöpft ſein, ſpätere Beobachtungen haben mich aber überzeugt, daß viele Jahre dazu gehören werden, ein ſolches Reſultat herbeizuführen, wenn gleich zehnmal die Zahl der jetzt hier Beſchäftigten noch einträfe. 4 „Was mich übrigens wundert,“ fuhr der Kapitän fort,„iſt, daß dies Land ſchon ſo lange Jahre durch wiſ— ſenſchaftlich gebildete Männer beſucht und erforſcht wurde, und daß nicht Einer von ihnen dieſe Schätze gefunden. Maſſen von ſcharfäugigen Fallenſtellern und Jägern durchzogen dieſes Thal in allen Richtungen, ganze indianiſche Stamme haben Jahrhunderte lang darin gewohnt, und dennoch war dies Gold nie entdeckt. Ich ſelbſt bin über den Platz wohl mehr als hundert Mal in den letzten zehn Jahren gegan⸗ gen, war aber ſo blind wie die Uebrigen, und ſo darf ich mich freilich nicht wundern, daß die Entdeckung nicht früher gemacht worden.“ Ich muß geſtehen, daß ich mich, während der Kapitän ſeine Erzählung beendete, ungemein erregt fuͤhlte und lieber gleich nach den Minen aufgebrochen wäre. Die ſogenannten unteren Minen am„American Fork“ beſchreibt Mr. Brooks folgendermaßen: „Je mehr wir uns jenen Stellen näherten, deſto rauher und ſchwerer, mit Eichen und Kiefern bewachſen, fanden wir den Boden, während wir in der Ferne und vor uns, durch dichte Wälder dieſer Bäume getrennt, einen langen Gebirgsrücken ſchneebedeckter Kuppen ſehen konnten. Es war dies die hohe Sierra-Nevada. Unſer Plan ging aber dahin, Gold zu finden, und wir kümmerten uns wenig um die nichts einbringenden Naturſchönheiten. Nur unſre Pferde trieben wir zu ſchnellerer Eile an. Wir ritten jetzt an des Fluſſes Ufern hin und erblickten gegen Abend die unteren Minen, die hier die Mormonen-Minen genannt werden und ſich etwa zwei bis drei Meilen am Fluſſe hin⸗ dehnen. Etwa vierzig zerſtreute Zelte ſtanden an der Huͤgelſeite hin aufgeſchlagen, die meiſten wurden von Amerikanern, von denen einige auch ihre Familie mitge— bracht hatten, bewohnt. Obgleich die Sonne ſchon faſt unterging, fanden wir Alle doch noch in voller Arbeit. Immer nur wenige Schritte von einander ſtanden Männer mit ihren bloßen Armen und waren ebenſo beſchäftigt, die goldnen Schuppen und den Goldſtaub aus dem reichhal— tigen Boden herauszuwaſchen. Andere ſchütteten es erſt durch Siebe, von denen viele aus erſt ganz kürzlich in einander geflochtenen Weidenzweigen verfertigt ſchienen. Sie wollten ſich dadurch vorher der großen Steine ent— ledigen, um nachher die Erdklumpen in Töpfen auszu⸗ waſchen, die unter der Oberfläche des Waſſers ſtanden. Der Inhalt der Gefäße wurde dabei fortwährend mit der Hand aufgerührt, bis die leichtere Erde oder Kiestheile ausſchwemmten. 5 2 Ein großer Theil der Anſiedler beſchäftigte ſich ubrigens mit der Verfertigung von Maſchinen, die ſie hier„Wiegen nennen. Der Name rührt auch theils von der Form her, die ſie ihnen geben, theils von der ſchaukelnden Bewegung, mit der ſie ſpäter benutzt werden. Dieſe Maſchine ſchlägt man ziemlich roh aus Brettern zuſammen. Später am Tage beobachtete ich eine derſelben in voller Arbeit und ließ mir die Manipulation erklären. Vier Männer ſtanden daran beſchäftigt. Der Erſte ſchaufelte die Erde auf, ein Anderer trug ſie zu der Wiege und warf ſie gegen eine Art Roſt oder Sieb, das horizontal zu Kopf der Maſchine ſtand. Der Draht dieſes Roſtes lag ziemlich dicht neben einander und ließ nur die kleinern Theile von Erde und Sand hindurchfallen. Der Dritte ſchaukelte die Wiege, und ich muß geſtehen, daß ich noch nie einen Mann an einer Wiege ſo emſig beſchäftigt gefunden habe, wie Den. Der Vierte hatte nur fortwährend Waſſer hineinzugießen. Das Reſultat dieſes vierfältigen Prozeſſes iſt, daß die leichtere Erde nach und nach durch das Plätſchern des Waſſers hinausgeſchwemmt wird und ein dicker Satz von ſchwarzem Sand am Boden zurückbleibt; dieſen nahmen ſie nachher ſehr ſorgfältig heraus und legten ihn bei Seite, damit er am nächſten Tage an der Sonne getrocknet würde. Ich glaube nicht, daß ich im Stande wäre, die Wir⸗ kung zu beſchreiben, die dieſer Anblick auf unſre Geſell— ſchaft hatte. Es war ordentlich, als ob die fabelhaften Schätze der 1001 Nacht plötzlich vor unſern Augen reali— ſirt würden. Wir ſchüttelten uns einander die Hände und ſchworen, treu zuſammenzuhalten und zum gemein⸗ ſamen Wohl kräftig mitzuhelfen. Die Goldſucher ver— ſicherten uns, daß Einige von ihnen manchmal bis zu 50 Dollar Werth den Tag auswüſchen. Während wir ſo von Lager zu Lager ritten und die Goldmaſſen ſahen, manches in kleinen Klumpen, der größre Theil aber in einer groben Art Staub, was Alles durch dieſe Leute in den letzten kurzen Wochen zuſammengewaſchen worden, ſo überlief uns eine ordentliche Fieberhitze. Ein Mann zeigte uns 400 Unzen reinen Goldſtaub, den er in einer Blech⸗ pfanne ausgewaſchen hatte und zu vierzehn Dollar die Unze ſchätzte. Man kann ſich wohl denken, daß die ganze Scene nicht wenig auf unſre Einbildungskraft wirken mußte. Alle kleinen Erhöhungen, die ſich in leiſen Ab⸗ dachungen von den Ufern des Fluſſes erhoben, waren mit weißen Leinwandzelten beſprenkelt, und zwiſchen denen hindurch lagen die düſter ausſehenden Hütten, die früher mit grünen, jetzt verdorrten Zweigen bedeckt waren. Ein paar hundert Schritte vom Fluſſe entfernt ſahen wir einen großen Haufen von Planken und Balken, die, wie uns geſagt worden, dazu dienen ſollten, einen Laden auc ten. Der Eigenthümer deſſelben, ein gelbhäutiger Yankee mit einem großen Cigaretto im Munde, arbeitete dort ebenfalls in Hemdärmeln.(Fortſetzung folgt.) Birnkheim(Bornigheim). An dem Wege, welcher von Grüningen nach Lang⸗ göns führt, lag vor Zeiten das Dorf Birnkheim. Wie Herr Prof. Dieffenbach in ſeiner Urgeſchichte der Wetterau S. 147. erwähnt und aus einem in dem dritten Bande des Archivs für Heſſiſche Geſchichte mitgetheilten Schreiben des Herrn Pfarrer Deichert zu Grüningen erhellt, ſo iſt die Stelle des Dorfes noch an einer Linde, einem Brunnen, einem Kreuze, den Mauerüberreſten, einer Capelle und dem neben dieſer liegenden, wahrſcheinlich den ehemaligen Kirch— hof einnehmenden„Schulgarten“ kenntlich. Es war wol nicht groß und hatte außer der Capelle, zu welcher ein Garten und Ackerland gehörte, noch eine Klauſe. Dieß weiſt das in Nr. 41. S. 178. unſers Intelligenzblattes angeführte, im . U e uuzugießen. „ daß die chern des Satz von en nahmen bei Seite, net würde. „ die Wir⸗ ſte Geſell⸗ ſabelhaften igen reali⸗ die Hände u gemein- ucher ver⸗ fal bis zu idrend wir ſſen ſahen, aber in Leute in vorden, ſo ann zeigte iner Blech⸗ Dollar die ß die ganze aft wirken leiſen Ab⸗ waren mit chen denen die früher ren. Ein u wir einen wie uns 1 aufzurich⸗ ger Nalſfe beültte dort 2 folgt.) nach Lang ⸗ in. Wi 0 Wetterau uen Band — 219— Jahr 1471 neu aufgeſtellte Zinsbuch der Gruͤninger Pfarr⸗ kirche aus; denn in demſelben lautet der S. 27 ſtehende 2. Poſten der Birnkheimer Gülten:„Mathiß Muß(zahlt Zins] XI hlr off(d. i. von]! I morgen, stôsset vff den Holczhemmer weg vnd vff dy weyde am andern ende und lijt“) an der cappelnlant vnd I morge hynder Birnckhem n dem wartfelde)) an Clesenpedern. vnd IL. morgen hynder der clùsen an der cappeln- lant,“ und in dem Aten Poſten daſelbſt wird ein Garten näher bezeichnet durch„gelegen under der cappeln garthen jn dem dorff.“ Daß die Capelle das Dorf iange überdauert hat, läßt ſich nach den bis jetzt vorhan— denen Mauerreſten und aus der von Herrn Profeſſor Diefe fenbach aus Würdtweins Buch?) angeführten Stell⸗ ſchließen, in welcher ſtatt Bermkeim entweder Bernckeim oder Berinkeim zu leſen iſt, welches letztere gar leicht falſch geleſen werden konnte„Bermkeim,“ zumal da man vor Alters über das j ſehr oft keine Bezeichnung ſetzte. Aber wann iſt das Dorf ausgegangen? Ich glaube, im 16ten Jahrhundert; mit Gewißheit kann man antworten: nach 1471. Dieß ergibt ſich aus mehreren Poſten des eben ge— nannten Zinsbuches, welche ich deswegen hierher ſetze: S. 19. Nr. 56. Smerhans[gibt Zins] I tornos von eym garten an der Steinbergerwesen“). stosset vf den slos graben vnd ist eyn gedeyltz) von sim eyden Rul- chin, vnd 1 phunt was[d. i. Wachs!“ von eyner gassen an sym grôssen garten zu Brenckhem vndem[lies: Inden] jn dem dorſſe. D. 24. Nr. 76.: Conrat Smydt III hir vff Id. i. Zins von] dem garten, der dad was[war! Küse Guntrams,) stosset vff dy rechten gassen dorch daz dorfſ Bernck- hem, lijt an Sype beckern.) S. 27. Nr. 91.:(„Birnckhemmer golde“ Nr. 3.): Emmeln- hen vnd Nyclas sin eyden gebent eyn firtel ways[d. i. Wachs] von eym gertchin, ist eyn firtel, lijt vnder dem dorff Bernckhem. S. 27. Nr. 92.:(Birnkh. golde Nr. 4.): Der Ampt- man Dyderich I phunt ways Id. i. Wachs) vk ld. i. Zins von] eym garthen, gelegen under der cappeln garthen In dem dorfl. Alle dieſe Poſten enthalten von Birnkheim den Aus— druck das Dorf, welcher nicht da ſtehen würde, wenn keine Häuſer mehr da geweſen wären. Dann iſt nur von Gär— ten, die Zins geben müſſen, die Rede, wie ſie bei den Häuſern jedes Dorfes liegen, nicht von Aeckern, und die in dem erſten Zinspoſten genannte Gaſſe wird eine in einen Garten gehende Sackgaſſe geweſen ſein, deren Anlage einer beſondern Erkaubniß bedurfte und darum einen Zins nach ſich zog. Wären dagegen ſtatt Gärten in und an dem Dorfe Aecker genannt, ſo mußte dieſes als ein bereits aus⸗ gegangenes betrachtet werden. Wie ubrigens jene an 2) d. i. Ut Cunſer jetziges wetterauiſches leit ſtatt liegt). 1 2) Das hier in Klammern Stehende iſt im Zinsbuche durchgeſtrichen. ) Würdtwein, dioeces. Mogunt. II, 71. ) Im Zinsbuch ſteht durch Verſehen: steynber wesen. Altwette⸗ rauiſch wese ſtatt wise Wleſe. 8) getheiltes Grundſtück. 5 ) Altwetterauiſch was ſtatt wahs, wie noch der Floas ſtatt Flachs. Die Form ways in andern Poſten zeigt langes a an, alſo was. — Uebrigens deuten die häufigen Wachszinſe auf die ehemalige ſehr bedeutende Bienenzucht der Gegend. 5) Der Mann heißt„Guntram Küse“(d. i. neudeutſch Guntram Kaus), wie im T7öſten Zinspoſten ſteht. 5 e) d. i. dem Becker Sipen(d. 1. neudeutſch Seip). Gruͤninger Einwohner gekommen ſind, ob durch Erbſchaft, Verheirathung oder Ueberzug, iſt gleichviel; die Annahme, daß das Dorf damals(1471.) noch beſtanden habe, wird durch dieſen Einwand nicht umgeſtoßen. Endlich hat das Zinsbuch nach den Grüninger Gülten(S. 2— 24 mit 79 Zinspoſten) beſonders S. 25 Gülten zu Dorf⸗Güll(„Golle“), S. 26 Gülten zu Holzheim(„Holtzhem“) und dann aus⸗ drücklich S. 27.„Item Birnekhemmer golde“(4 Zins⸗ poſten) verzeichnet, worauf zuletzt nach einer leeren Seite auf S. 29 noch 5 Zinspoſten mit der Ueberſchrift Item daz hellige Crutz“ folgen). Auch dieſe beſondere An⸗ führung des Dorfes hinter zwei jetzt noch vorhandenen Dörfern darf für ſein Daſein zu jener Zeit ſprechen. Was nun den Namen Birnkheim anbelangt, ſo hat ſich derſelbe ohne Zweifel aus altdeutſch Birincheim gekürzt. Bero, d. i. unſer Bär, war ein geläufiger alt⸗ deutſcher Mannesname; davon durch Ableitung Birinc, welches ſoviel als Abkömmling des Bero(Bär) bedeutet, ebenfalls ein Mannesname, wol in Birincheim der Name des Gründers oder erſten Herrn des Dorfes. Daß die Mundart aus Birncheim, Birnckheim, Birnekhem ein Bernckhem, durch Verſetzung des e und 1 Brenckhem, auch Birnghem, endlich Bornkheim und wie man jetzt ſchreibt, Boringheim werden ließ, fallt dem Kundigen nicht auf. Was die letzten Namensformen angeht, ſo will ich nur z. B. erinnern an die wetterauiſche Ausſprache der Wort, der Hort, borne ſtatt der Wirth, der Hirt, bernen (d. i. brennen). Uebrigens bietet das Zinsbuch manchen nicht unin⸗ tereſſanten alten Namen aus der Grüninger Gemarkung dar. So ſteckt z. B. in dem Brunnennamen der Waden- born(im 26ſten Zinspoſten auf S. 10.) der altdeutſche Mannsname Wate, Wato. Der widesgrunt(in den Zinspoſten Nr. 63. und 67. auf S. 21. und 22.) bedeutet Holzgrund, wie wir denn noch die Witt ſtatt gedrehte Bind⸗ gerte ſagen. Der oder das hirterich(im 33ſten Zins⸗ poſten auf S. 11.), welches wol ſo viel als Hirtenbezirk, Hutbezirk bedeuten wird, erinnert an die Benennung der Büderich, wie ein Bezirk zwiſchen Echzell und Gettenau heißt. Rich(rich), unſer Reich, iſt hier ſo viel als Gegend, Bezirk, Gebiet. ö W. *) In dem erſten dieſer letzten Zinspoſten kommt vor ein„wese⸗ pleckelchin gelegen zu Birnckhem, stésset yff den ampt- man hie herwirters“ Pd. i- hie herwärts, nämlich nach Grünin⸗ gen zu].— Im ten Zinspoſten daſelbſt leſen wir als Zins „I seffter släsel“ d. i. ein Sechter Schlagſel, und ſo finden wir ſchon 1471 wetterauiſch das slase! für Oelfrucht(Reps, Lein, Magſamen ꝛc.) zum Schlagen in der Oelmühle. Bericht des Ausſchuſſes des Armen Vereins (gegen Bettelei) für den Monat Juni 1849. Unterſtützt wurden 434 Arme, was eine Ausgabe von 46 fl. 36 kr. veranlaßte. 8 Beim Ablauf dieſes Quartals glaubt man noch fol— gende Ueberſicht geben zu ſollen. Es betrug: die Einnahme die Ausgabe April 50 fl.— kr. 50 fl. 29 kr. Mai 208 fl. 1 kr. 79 fl. 8 kr. Juni 29 fl. 57 kr. 46 fl. 36 kr. Summe 287 fl. 58 kr. 176 fl. 13 kr. Von dieſer Geſammt-Einnahme 287 fl. 58 kr. die Geſammt- Ausgabe ab 176 fl. 13 kr. gibt an baarem Vorrath die Summe 111 fl. 45 kr. welcher für den Monat Juli vereinnahmt worden iſt. Friedberg den 1. Juli 1849. Der Ausſchuß des Armen-Vereins (gegen Bettelei). U 5 5 9 U * 0 Bekanntmachungen von Be⸗ nine eee i Bekanntmachung. 401) Freitag den 6. Juli, 11 Uhr wird in hieſigem Rathhauſe terhaltung der Feldwege, beſtehend in ö Maurerarbeit 25 fl. 39 kr. A 0 Händearbeit 3,— ſodann 1 Bütten Kalk, 9h 3 15 laufenden Fuß rauhe Kanal⸗ deckel, öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg am 30. Juni 1849. * „ Der 8 Heſſ. Bürgermeiſter ö dender. ö Verſtei gerung. (102) Freifag den 6. Juli, Morgens um 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe an den Meiſtbietenden verſteigert: 2 Pferde, 3 Kühe, 1 Rind, 1 6 Zuchtſchweine und wein mit ſieben Ferkel, 1 Wanduhr und 2 Tiſche. 5 Friedberg am 2. Juli 1849. In Auftrag 9 Groß. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. N Aus zu leihen. (103) In dem evangeliſchen Kirchenkaſten zu Vilbel liegen 600 fl. zu 5 pC. gegen ge⸗ richtlichen Einſatz zum Ausleihen bereit. Für den Kirchenvorſtand: Hinkel, Pfarrer. Bekanntmachung. Holzverſteigerung im Domanialwald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach betreffend. (40% Mittwoch den 11. Juli d. J. ſoll in dem überſchriebenen Diſtricte das nachver⸗ zeichnete Holz an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden: 24½ Stecken geſchält eichen Prügelholz, 4½%„ Dirken Stockholz, 10928 Wellen geſchält eichen Reiſerholz, 32„ birken Reiſerholz, b 4% Wagen voll Schlagabraumholz, 169 Gebund Ginſtern, zu Backholz, 1150 Stück Stangen, geſchält eichen, zu Baumſtützen. Nach dieſer Verſteigerung ſoll im nächſtjähri⸗ gen Schlag, Nr. VI des Burgwalds, die aus Moos, kurzer Halde und Laub beſtehende Streu⸗ nutzung, zum Selbſterndten durch die Käufer, Karren⸗ oder Wagenvollweiſe ausgeboten wer⸗ den, ungefähr 47 zweiſpännige Wagen voll. Zuſammenkunft Morgens 7½ Uhr auf dem durch den Schlag Nr. III führenden ſogenannten Ockſtädterweg. Oberrosbach den 29. Juni 1849. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Privat Bekanntmachungen. Anzeige. (104) Von heute an werden auf der Braun⸗ koblengrube Buderus bei den Heſſenbrücken, wieder Kohlen abgegeben. Morgens um die Un⸗ Anliefern von 0,350 Cubikklafter Mauerſteinen, 51 7 2 N —— 220 Annonce. (1046 Guter reingehaltener Pfälzer Wein wird zu fl. 16. 18. 20 und fl. 24. per Ohm, ſowie auch verſchiedene an⸗ dere Sorten billig abgegeben: Dönges⸗ gaſſe Nr. 6 neu im Hofe in Frank⸗ furt a. M. f f NB. Oer Keller iſt offen von Morgens 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr Abends. Limburger⸗Käſe (404 per Pfund 9 kr, bei Friedberg im Juli 1849. H. Hahn, gegenüber dem Hotel Trapp. Einladung zum Abonnement auf den Freien Stadt⸗ und Land Boten. (108) Mit deim erſten Juli begann ein neues Abonnement auf den Freien Stadt⸗ und Land⸗Boten. Beſtellungen darauf wollen recht bald aus der Umgegend bei der Expedition, von entfernt Wohnenden aber bei der zunächſt ge⸗ legenen Poſt gemacht werden. Wie ſeither, ſo wird der Freie Stadt- und Land⸗Bote ſich be⸗ mühen durch zeitgemäße Aufſätze die Gunſt ſei⸗ ner Leſer zu erhalten. Als Anzeigeblatt für hieſige Stadt und Umgegend hat das Blatt einem wirklichen Bedürfniß abgeholfen. Inſergte, welche bis zum Donnerſtag Abend bei der Ex⸗ pedition oder in der Druckerei abgegeben wer⸗ den, finden in der Samſtage erſcheinenden Nummer Aufnahme. Der halbjährige Abonnementspreis beträgt hier am Ort 36 kr., durch die Poſt be⸗ zogen 40 kr.. Butzbach den 1. Juli 1849. Die Expedition.“ Oſſenheimer Wäldchen. (1049) Auf vieles Verlangen wird Sonn⸗ tag den 8. Juli das Nachkirſchenfeſt ſtattfindenů wozu höflichſt einladet 1 ö Aehle. Literariſche Anzeigen. (10500 Zur Erhaltung der Geſunpheit iſt das für jeden Familienvater ſchätzbare Buch zu empfehlen: Die te, 4000 Exemplare ſtarke Auflage von (300) der beſten Hausarzneimifkel gegen 59 Krankheiten der Menſchen, als: allgemeine Geſundsheitsxegeln, ferner Hausmittel gegen Huſten— Schnupfen— Kopfweh— Magen⸗ ſchwäche— Magenſäure— Magen⸗ krampf— Diarrhöe— Hämorrhoiden — Hypochondrie— trägen Stuhlgang — Gicht und Nheumatismus— Eug⸗ brüſtigkeit— Schwindſucht— Ver⸗ ſchleimung— Harnverhaltung— Ko⸗ lik— Waſſerſucht— Skrophelkrank⸗ heiten— Augenkrankheiten— Ohn⸗ macht— Schwindel— Ohrenbrauſen — Taubheit— Herzklopfen— Schlaf⸗ loſigkeit— Hautausſchläge,— nebſt An⸗ weiſung, wie man einen ſchwachen Magen ſtärken kann, die Wunderkräfte des kalten Waſſers und Hufeland's Haus⸗ und Reiſe⸗Apotheke. 8. br. 189 Seiten. 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