Intelligenz⸗Blatt uche fuͤr die 0 5 f adtkirche 8 de Provinz Oberheſſen Altec im Allgemeinen, *** N den Begierungsbezirk Friedberg ürgkirche N 7 2 . im Beſonderen. 1 g urgkirche 2 39. Mittwoch den 1. Auguſt 1829. e Amtlicher Theil. I. Provinz Oberheſſen. e f 5 Zahl der ſtattge⸗ Betrag d 5 li. 4— 8 9 18 dablen Brände. ban Kü „De Die Großherzogli eſſiſche 3 9 dur*„* 1* 4 3 1. Als ld 1 — Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks 2. Beben 10 9022 5. 191 80 Friedberg 3. Büdingen 1 2 3562— 1 an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Negierungsbezirks.. Friedberg 10 19851 31 5170 ö 5. Gießen 4 1533 28 514 31— Betreffend: Auswanderung nach Amerika. 6. Grunberg 5 4190— ——— Mit Bezug auf unſer Ausſchreiben vom 29. v. M., 7. Hungen 13 10867 8¼ 118 Int.⸗Bl. Nr. 51., benachrichtigen wir Sie, daß die darin 8. Nidda 12 8361 7 Antbach erwähnten Beſtimmungen nach einer neuern Mittheilung 9. Bezirk Vöhl 4 2941 23 N 2— 15. Juli— I., ſondern erſt am 15. Auguſt d. J. 10. Landrathsbezirk Lauterbach 3 5020 40 1 1849. in Kraft treten werden. Hauptſumme für die Provinz Oberheſſen 69962 2 — Friedberg den 28. Juli 1 4 5 II. Pro vin 8 S 75 r 1 burg. . Lig an, 11. Bensheim 10 11243 54 r. 1 12. Dieburg 20 11804 45 . 5 13. Darmſtadt 7 2409 50 1 70 Dieſelbe an dieſelben. 44. Greßgeran 1118 225 7 59% N 902 Betreffend: den Ausſchlag der Brandentſchädigungsbeiträge für 1848. 15. Heppenheim 23 19255 11¼ . h. elſt der, in Nr. 44 des diesjährigen Regierungs⸗ 16. Offenbach N 6 3165 59 700 1% blattes erſchienenen Bekanntmachung vom 11. Juni dieſes 17. Wimpfen 2 35860 17 1 Jahres haben wir, nach eingeholter Ermächtigung des Gr. 18. Landrathsbezirk Breuberg 4 2440 36% 2 Miniſteriums des Innern, zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ 159. 1 Erbach 238 224900 46% pf.. bracht, daß zur Deckung des erſchienenen Bedürfniſſes der Hauptſumme der Provinz Starkenburg 158261 267 . Großh. Brandverſicherungskaſſe für das Jahr 1848 ein III. Provinz Rheinheſſen 298 Ausſchlag von zehn Kreuzer ein Heller von Einhundert 20 88 110606. 251 Gulden Brandverſicherungs-Kapital erforderlich ſei, und ö 995 6 8. 57 — daß die nach dieſem Ausſchlage ſich berechnenden Beiträge Aus dieſet Ueberſicht ergibt ſich, daß die Geſammt⸗ 7 erhoben werden würden. ſumme der im Jahr 1848 geleiſteten Brandentſchädigungs⸗ 405 Hierauf ſind uns von verſchiedenen Theilen des Lan- gelder auf 338830 fl. 27 kr. ſich belaufen hat, und daß, des nicht allein Anfragen und Geſuche um Erläuterung des da die für 1847 entrichteten Entſchädigungen 149306 fl. 1 — N* in Vergleichung mit den Beiträgen früherer Jahre aller⸗ 2 kr. betrugen, die Entſchädigungen im Jahre 1848 die⸗ * 1.** 1 Asſchlgges. 1 7 jenigen für 1847 um die bedentende Summe von 149000 fl. e- zu unſerer Kenntniß gelangt, daß von Uebelgeſinnten hier⸗ 42 ½ kr. überſtiegen haben.. e. 6 aus Veranlaſſung genommen worden ſei, durch böswillige Wer die hier dargelegten Verhältniſſe in Erwägung 5 11 Ausſtreuungen die Verwendung eines Theils der zur Erhe— zieht, dem wird es einkeuthten, daß die Urſache der Erhöh⸗ 1 b ö bung angeordneten Beiträge im Publikum zu verdächtigen. ung des Ausſchlages 10 5 das Jahr 1848 lediglich in dem 7 Um den bei der Erhebung der angeordneten Beiträge ſo bedeutend ſich erhöht habenden Betrage der geleiſteten 47 intereſſirten Gebäudebeſſtzern die gewünſchte Erläuterung Braudentſchädigungen liegt. 681 47 der Gründe des hohen Ausſchlages zu geben, laſſen wir Darmſtadt den 18. Juli 1849. f 25 nachſtehende ſummariſche Ueberſicht der im Jahre 1848 von Großh. Heſſ. Brandaſſeeurations⸗Commiſſton . der Großh. Brandverſicherungskaſſe geleiſteten Entſchaͤdi⸗ Gi mer. dnn gungen nach den damaligen Verwaltungsbezirken folgen. vdt. Heumann. Negierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 28 enthält die Verfaſſung des deutſchen Reichs vom 28. April. ö Nr. 29. Bekanntmachung, die der Staatsregierung zugekommenen Adreſſen betreffend. Nr. 30 Geſetz vom 7. Mai, den Umfang, die Aufhebung, Verwand⸗ g lung und Ablöſung der Weideberechtigungen auf landwirthſchaftlichem Boden in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen betr.— 2) Bekannt⸗ machung, die Niederſchlagung von Umlagen zweiter Klaſſe in der Gemeinde Wahlen, Regierungsbezirks Alsfeld, für 1848 betr.— 3) Bekanntma⸗ chung, die Nichterhebung des dritten Ziels der Umlagen zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der israelitiſchen Religionsgemeinde zu Gedern, im Regie⸗ rungsbezirke Nidda, für 1848 betr.— 4) Umlagen zur Beſtreitung von Bedürfniſſen in den israelitiſchen Religionsgemeinden des Regierungsbezirks Gießen für 1849.. 1 Nr. 31: 1) Verordnung der proviſoriſchen Centralgewalt(verkündigt im 17. Stück des Reſchsgeſetzblattes vom 5. Maj) betreffend die Disciplinare beſtrafung in der Marine des Reiches.— 2) Bekanntmachung, die Wahl der Geſchwornen in der Provinz Oberheſſen für das Jahr 1850 betr. Nr. 32: 1) Inſtruktion die Aufſtellung der Normaleinqugrtlerungs⸗ rollen wegen Einquartierung der gr. Truppen betr.— 2) Bekanntmachung, die Ergebniſſe der Rechnung der Einſtands⸗Kaſſe auf die Periode vom 1. April 1847 bis zum 11. April 1848 betr.— 3) Sterbfälle. Nr. 33:1) Bekanntmachung, die Niederſchlagung der Umlagen 2. Cl. der Gemeinde Dreieichenhain für 1848 betr.— 2) Berichtigung.— 3) Um⸗ lagen zur Beſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Regierungsbezirks Dieburg für 1849. Nr. 34 enthält Bekanntmachung, die Reichsverfaſſung betreffend. Ein Kampf um Leben und Tod. I. Eine Krankheit, die ſich in deinem Leibe feſtſetzt, merkſt du ſelten in dem- Augenblicke, da ſie in dir ent⸗ ſteht, du gehſt da oft noch Wochen⸗ und Monatelang friſch und wohlauf einher; erſt wenn dein Leib den Krankheitsſtoff ausſcheiden will, wenn die Geſundheit in dir mit aller Macht arbeitet, da wirſt du inne, wie es mit dir ſteht. Du biſt niedergeworfen und die ganze Welt iſt dir wie mit Nacht zugedeckt, du weißt und willſt nichts mehr von allem da draußen, wenn nur erſt das Wehe von dir genommen wäre. Aber der Augenblick der Erkrankung(wenn dieſe nur eine vorübergehende) iſt zugleich auch der Beginn der Geſundung; denn jetzt, da du des Fremden und Storenden in dir inne wirſt, arbeitet dein Leben, ſich wieder frei zu machen. 5 Und wie mit der Krankheit des Leibes ſo ſteht es auch mit der Krankheit der Seele. Da geht der Straßen⸗ knecht Stephan das Dorf hinaus und pfeift einen luſtigen Parademarſch; einen zweiklöppeligen Steinhammer am langen Stiele, ein ſtrohgefülltes Kiſſen und eine hölzerne Sohle mit Schnüren trägt er am Arm. Wie du ihn ſo dahinſchreiten ſiehſt, merkſt du nicht, daß ihm ein Wurm in der Seele ſitzt; und wenn du ihn ſelber auf's Gewiſſen frügeſt, könnte er Dir auch Nichts davon ſagen, denn der Wurm ſchläft noch. N a Jetzt iſt Stephan an einem wohlgeſchichteten Stein⸗ haufen angelangt. Er ſpäht nochmals von wannen der Wind kommt, denn es iſt Spätherbſt und er weht mit mächtigem Zuge. Stephan hebt die Mütze, gleich als grüßte er ſein Tagewerk. Dann ſpringt er in den Graben, wo er das ſtrohüberflochtene Gitter verborgen, und ſtellt es als Schutzwehr nach der Windſeite auf. Es iſt eine luftige Hütte, aber das Herz Stephans ſteckt in einem wohlgezimmerten Haus. Er ſchnallt ſich nun die hölzerne Sohle unter und beginnt rüſtig zu arbeiten; denn aus dem Steine ſpringt ihm ſein Brod hervor, wenn auch nur ein kümmerliches. g Gute zwei Stunden hat Stephan ſo gearbeitet und ſich nur ſelten einen Augenblick zum Ausſchnaufen gegönnt; jetzt macht er Halt, legt das Kiſſen auf den Steinhaufen, ſtopft ſich eine Pfeife als Lohn für ſeine bisherige Arbeit, zieht einen gepolſterten Daumenhandſchuh an, und beginnt nun ſitzend die grobgeſpaltenen Steine in kleine zu zer— — 25 6— ſchellen. Als es 11 Uhr läutet kommt ein Knabe barfuß aus dem Dorfe mit einem tuchumwickelten Topfe. Er bringt dem Vater Brod und eine warme Suppe. Es ſchmeckt Stephan wohl und er arbeitet wieder bis der Abend hereinſinkt; dann nimmt er ſein Werkzeug auf und wandert heim. Stephan bewohnt ein kleines Häuschen abſeits der Straße, ſein dreijähriges Töchterchen ſteht hinter der blin— den Scheibe, und ruft ſich ſelber zu: der Vater kommt! Es liefe ihm gerne entgegen, aber es hat nur ein Hemd— chen und kein Kleid. Stephan tritt in die Hausflur, die zugleich als Küche dient; er grüßt die Frau, die hier am Heerde ſteht, nur mit ſtummem Kopfnicken und geht in die Stube, nimmt ſein Töchterchen auf den Arm, das ihn am Schnurbarte zupft, ſieht nach der Wiege, wo ein dicker Knabe einen Bettzipfel in den Mund ſteckt und dem Vater mit den Füßen entgegenſtrampelt. Dann geht er nach der Kammer und fragt:„wie geht's Euch Großmutter?“ Eine klagende Stimme antwortet:„Die Kinder ſind ſo wild und larmig und der Peter hat mir meine Bohnen genommen, ich ſag's dem Lehrer wenn ich wieder geſund bin und in die Schule gehen kann.“ 145 „Ich bring' Euch andre Bohnen, entgegnete Stephan. „Ja, ſchöne lange braune, und auch runde weiße.“ „alles, Alles,“ ſagte Stephan und ging wieder nach der Stube. f Man konnte nicht lange mit der Großmutter reden, ſie war wieder ganz kindiſch geworden, ſpielte immer mit der Katze oder mit Bohnen; auch wollte ſie immer, daß man ſie den Geſangbuchvers abhöre, damit ſie in der Schule nicht zu Schande werde. Heute war Stephan nicht dazu aufgelegt; er ſetzte ſich hinter den Tiſch unter ein großes eingerahmtes Bild mit einem großen Siegel und wartete bis Licht und das Abendeſſen käme. Du ſagſt, lieber Leſer, ſolche Dinge kann ich täglich ſehen wenn ich nur zwei Schritte weit gehe, und das iſt 10 88 einmal das größte Elend, ich kenne noch Schreck— icheres. 8 Gib nur Acht, ob hier nicht etwas vorgeht, was du nicht ſo leicht ſiehſt; ob hier in dieſer kleinen Hütte nicht der größte Kampf der Menſchheit gekämpft wird; ob hier nicht Heldenthaten vollbracht werden, ſchwerer und tapferer als die Feldzuge der Könige, die für ewige Zeiten im Buche der Geſchichte verzeichnet ſind. 5 Da das Eſſen ſo lange nicht kam, hoͤlte ſich Stephan Licht, und jetzt können wir ſehen, was das große einge— rahmte Bild dort bedeutet. Es iſt der ehrenvolle Abſchied des Schützen Stephan Huber, der elf Jahre im fünften Regiment gedient. Die Tinte iſt gelb geworden, das Wap pen am Siegel iſt zerfloſſen und die Fliegen halten ihre letzten Herbſtmanöbver auf der glatten Glasfläche. Stephan ſitzt da und ſtarrt in das Licht, das Kind auf ſeinem Schooße ſitzt gleichfalls ruhig, unverwandten Blickes da, als verlöre es ſich in allerlei Gedanken gleich dem Vater. Denn dieſer ſieht Nichts von Allem um ihn her, wie im Traume ſchattengleich zieht ſein vergangenes Leben an ihm vorüber. Das war ein luſtiger Tag als er zum Soldatendienſt abzog, denn ihm weinten nicht Vater nicht Mutter nach, er war ſchon frühe verwaiſ't. Aus dem Dienſte des ein⸗ zelnen Brodherrn trat er in das Regiment, wo Alle gleich ihm dienten. Die Jahre ſchwanden dahin, er wußte ſelbſt nicht wie, und als die pflichtmäßige Dienſtzeit um war, nahm er Handgeld und blieb als Einſteher noch weitere funf Jahre. Die aufgenähte Borde an ſeinem linken Aer⸗ mel zeigte allein ſein Alter, ſonſt kam er ſich noch ſo jung vor wl tum Jahren der doch n ſollte nun 7 daten! jahrel. loß'te hatte, Mutte und 1 Dorfle Hands ihm b. abſtrei aber d Menſe eine t. lernt Eſſen das m Weg, führte ſein e am li Arbei ſich! Frau noch chen die te nung ſein Geſr plotz gen Stu das hoff ſank Pla jede im ſteht auf er g end barfuß Er Es is det und 8 der * blin⸗ ommt! Hemd⸗ Küche t, nur nimmt barte einen ut den ammer agende latmig 0 ſag's Schule tephan. eiße. wieder reden, ner mit „ daß in der ſtephan unter Siegel täglich das iſt Schreck; was du te nicht ob hier apfeter ten im Stephan e einge⸗ Abſchled fünften 1 Vap⸗ un ihte s Kind andten 5 gleich um ihn genes endienſ er nach/ des ell — 251— vor wie früher, und jetzt erwarb er ſich noch ein Beſitz— thum durch ſeinen Dienſt. Da lernte er in den letzten Jahren ſeine Margret kennen. So groß auch die Zahl der Kameraden in der Kaſerne war, Stephan erkannte doch nun, wie er allein und verlaſſen daſtand; jetzt erſt ſollte er Jemanden in der Welt angehören. Da kamen nun Tage voll Glück und voll Betrübniß, denn das Sol⸗ datenleben ward Stephan fortan beſchwerlich, und nach jahrelangem treuen Ausharren forderte er ſeinen Abſchied, löſ'te mit dem Gelde, das er auf der Kriegskaſſe ſtehen hatte, das verſchuldete Häuschen und die zwei Aecker der Mutter Margret's aus, zog mit ihr in ihr Heimathsdorf und wohnte gemeinſchaftlich mit der Mutter. 0 In dem langen Soldatenleben war Stephan dem Dorfleben fremd geworden, er war zu lange gewohnt, Handſchuhe zu tragen; aber die Arbeitsgewohnheit zog ihm bald eine gegerbte Haut über die Hände, die ſich nicht abſtreifen ließ. Jede Arbeit ward ihm Anfangs ſauer; aber das hätte nicht viel zu bedeuten gehabt, ein geſunder Menſch findet ſich bald wieder in Alles. Dennoch war eine traurige Nachwirkung geblieben; Stephan hatte ver— lernt für ſich ſelber zu ſorgen. In der Kaſerne da war Eſſen und Feuerung und Wohnung und Alles im Stande, das machte ſich wie von ſelbſt und ging ſeinen geregelten Weg, wenn man nur ſeine pflichtmäßige Obliegenheit voll⸗ führte. Jetzt war Stephan ſein eigner Commandant und ſein eignes Regiment, das war ihm beſchwerlich; er wäre am liebſten wieder in einen Dienſt getreten, um beſtimmte Arbeit und beſtimmten Lohn zu haben. Aber das fand ſich nicht und das war gut, daß Margret eine entſchloſſene Frau war. In den erſten Jahren, da das Hausweſen noch klein war, ging es gut; aber jetzt war das Häus⸗ chen bereits wieder verſchuldet, ein Acker verkauft und in die tägliche Nahrung eingebrockt, und nirgends eine Hoff— nung auf Beſſerwerden. Eine Schuld auf ein Haus ſetzen iſt als ob man ſein Daheim dem Böſen verſchrieben hätte; es geht ein Geſpenſt im Hauſe um, das durch die dickſten Mauern plötzlich Luken und Locher reißt und dich aus dem Verbor⸗ genen kalt anhaucht.. a 055 5 Stephan war es auch jetzt, als ob es zugig in der Stube ſei, denn er hatte eben an die Schuld gedacht und das Geſpenſt herbeſchworen. Dann fragte er ſich, wie er hoffen könne ſich wiederum frei zu machen, und er ver⸗ ſank in Trübſinn. So erging es ihm oft. Er war nicht geeignet, um Plane zu entwerfen, wie zu helfen ſei und ihm fehlte auch jede Handhabe. Ein Verarmender iſt wie ein Schiffbrüchiger mitten im weiten Weltmeere auf eine kleine Inſel geſtellt; er ſteht verlaſſen und ſieyt wie die nie raſtende Welle Stück auf Stück ablöſ't und auf ewig verſchlingt. Noch ſteht er auf einer Scholle, die ihn trägt, und er fühlt auch dieſe endlich und ſich ſelbſt mit verſinken. Das Aergſte, was dem Verarmenden geſchehen kann, iſt die Muthloſigkeit, die ihn nicht mehr ſich ermannen läßt, um ſeine Kraft zu gebrauchen, ſondern ihn ſtill ver zweifelnd Alles über ſich ergehen läßt. Stephan lebte dumpf in ſich hinein und einförmig ſo dahin. Er war zu jeder Arbeit bei der Hand und voll⸗ führte ſie emſig, und wenn das Sprüchwort ſagt: Arbeit hat bittre Wurzel aber ſuͤße Frucht, ſo kannte er Beides nicht mehr. Ihm ward keine Arbeit ſchwer, aber ahm fehlte auch der Troſt, der darin liegt, zu wiſſen, daß man ſeine Pflicht gethan. Seine Seele war wie zugedeckt und verſchüttet. Darum hatte er auch noch geſtern zugeſehen, wie man ſein älteſtes Kind in die Erde ſenkte und war ſtarr dabei geſtanden. Als er die Bahre ſah, dachte er woher er das Geld nehme, ſie zu bezahlen, und als der Pfarrer Troſtesworte und Segen ſprach, gedachte er, daß er dieſe Rede bezahlen müſſe. Der Tod iſt nicht umſonſt! mur⸗ melte er vor ſich hin. Darum hatte er noch ſpät in der Nacht einen ſchar⸗ fen Zank mit ſeiner Frau, weil er ſie über ihr Wehklagen und ſie ihn darauf über ſeine Hartherzigkeit geſcholten hatte. Jetzt ſaß er ſtille da und ſein Sinnen verlor ſich in die Zeit, da er noch los und ledig in der Welt geſtan⸗ den, da ſich noch nicht ſo vieler Menſchen Leben an ihn gehangen hatten, und ſeine Vergangenheit erſchien ihm wie das verlorne Paradies. Er gedachte nicht der vielen Mühſeligkeiten von damals(denn ſo geht es faſt immer, wenn man zurückdenkt), wie er gar nie ſein eigner Herr geweſen und oft dies Leben verwünſcht hatte. Er ſah jetzt nur das Traurige um ſich her; wie anders war's, wenn ihn Niemand auf der Welt etwas anging. Ein ſchrecklicher Gedanke mußte jetzt in ihm aufgeſtiegen ſein, denn er zuckte zuſammen, wie vom Blitz getroffen; ſein Antlitz ward flammenroth— da griff ihm das Kind auf dem Schooße, von der Erſchütterung aufgeſchreckt, nach dem Kinn. Das Angeſicht Stephans erheiterte ſich, er hob das Kind auf und küßte es inbrünſtig. Es war, wie wenn er ihm mit dieſem Kuſſe den ſchwarzen Gedanken abbitten wolle, der ihm in der Seele aufgekeimt war. (Fortſetzung folgt.) 4015 1 Für die bei dem Kampfe in Baden verwundeten Heſſ. Soldaten f ſind zu den in Nr. 57 dieſes Blattes bereits angezeigten 246 fl. 13 kr. ferner beigeſteuert worden: Von A. G. 24 kr., Konrad Seibel II. zu Norrsbch. 30 kr., von Heinrich Cunz 1. in Obrrsbch. 30 kr., Ephraim Bing daſ. 30 kr., von Fr. Kfm. Hammels Wittwe daſ. 30 kr. Bisherige Summe 248 fl. 37 kr Den gütigen Gebern herzlichen Dank! Friedberg am 29. Juli 1849. ö Textor. Cronenberg. J. Steinhäußer. Krach. Meyer Hirſch. H. M. Decher. Jac. Pfeffer. F. Cordes. G. Trapp II. W. A. Simon. C. Groß. Anmerkung. Es ſind in den früheren Anzeigen einige Druck⸗ fehler ſtehen geblieben, welche hiermit berichtigt werden: In Nr. 50 ſtatt Fr. G. S. K. muß es heißen Fr. H. S. K., „ S unter den Beiträgen aus Södel ſtatt Johs. Volp muß es heißen Johs. Volz, ſtatt Johs. Behrmann muß es heißen Johs. Bohrmann, 1. „„ 55 ſtatt Fr. S. in O. muß heißen Fr. F. in O., „„ 57 ſtatt Peter Gräs in Ilbenſtadt muß es heißen Peter Haas in Ilbenſtadt, ſtatt Ph. H. in N. 1 fl. muß es heißen P. H. in N. 2 fl. Sodann iſt in dieſes Nr. ein Beitrag L. G. von hier 1 fl. nachzutragen. 5 Altenſtadt. Eingegangene Beiträge für die in Baden gekämpft habenden Gr Heſſ. Soldaten: Von Jacob Holzapfel 2 fl., von Chriſtian Müller 4 fl., von Diſtrietseinnehmer Gambs 2 fl., von Apothecker Münch 3 fl., von Pfarrer Köhler 3 fl., von Kaplan Lemp 2 fl., von Heinrich Brack II. 4 fl., von Heinrich Thylmann 2 fl., von Dr. Köhler 2 fl., von Heinrich Hammel 3 fl. 30., von Fräulein Wilhelmine Louis 2 fl., von Wolf Oppenheimer 1 fl., von Bürgermeiſter Kreuder 2 fl. von Gemeindeeinnehmer Kunckel 1 fl., von Heinrich Brack I. 2 fl., von Heinrich Jakob Kröll 1 fl., von N. N. 1 fl., von Konrad Wörner 1 fl., von Johs. Schäfer 1 fl. 30 kr. von Wilhelm Sauer 1 fl. 30 kr., von Heinrich Wagner I. 1 fl., von Joſeph Schmidt 48 kr., von Jakob Goldſchmidt 30 kr., von Salo⸗ mon Meyer 24 kr., von Herz Becker 24 kr., von W.... 24 kr., von Hirſch Haas Wittwe 24 kr., von J. C. 20 kr., von Gensdarm Jung 12 kr., von Heinrich Rahn II. 6 kr., von Simon Meyer 6 kr., von M. S. 36 kr., von Gemeinderath Lehr 16 kr. Summe 47 fl. Den Gebern herzlichen Dank mit dem Bemerken, daß dieſe Summe heute von hier nach Darmſtadt abgeſchickt worden iſt, um dort durch Vermittelung Gr. Militärbehörde geeignet verwendet zu werden. Altenſtadt den 27. Juli 1849. Mörſchel, Bürgermeiſterei⸗Secretär. 1 10 II 9 Bekanntmachungen von Be⸗ phioͤrden. Aufforderung. (1118) Der Schullehrer Philipp Baumann zu Bruchköbel hat unterm 2. März 182 zu Gunſten des Profeſſors Ph. O. Zipf dahier eine Schuld⸗ und Mandverſchr engere 625 fl. errichtet. Das Capital iſt an den ecretär Ihm zu Frankfurt a. M. als Ceſſtoner des urſprüng⸗ lichen Ae 1839 abgetragen, die Urkunde konnte jedoch, da ſie angeblich abhanden gekommen nicht zurückgegeben werden. Betheiligten wird nun Beſitzer derſelben aufgefordert, ö derſelben den 2. Oktober l. J., Vormittags 11 Uhr, ſeine etwaigen Ansprüche daraus dahler um ſo gewiſſer geltend zu machen, widrigenfalls die Forderung für erloſchen und das deßfallſige Pfandrecht in den betreffenden Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Hanau den 14. Jult 1849. Chutfüͤrſtliches Landgericht Giller. vdt. Moltorff. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. 5 Section Butzbach. (11800 Freitag den 3. Auguſt, des Vormit⸗ tags 10 Uhr, wird der Transport von circa 41 75 Centner Schienen, von der Mainkur bei ffenbach in die hieſige Section, an die Wenigſt⸗ fordernden im Gaſthaus zum Stern dahler verſteigett.„ Bußzbach am 26. Juli 1849.: Der. Großh. Oeſſ. Sections⸗Ingenieur Eicke meyer. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. (1181) Samſtag den J. Auguſt, des Vor⸗ mitiags 11 Uhr, ſoll auf dem Sectionsbüreau der Transport von circa 21,000 Centner Schie⸗ nen, von der Mainkur bei Offenbach in die hiefige Section, an den Wenigſtfordernden ver⸗ ſteigert werden. Gießen am 27. Der Großh. Eickemeyer. Bekanntmachung. (1182) Das auf dem hieſigen Schloßberge befindliche alte Stallgebäude von 76“ Länge nnd 38“ Fuß Tiefe, ſowie die daran ſtoßende Remiſe, im Ganzen zu 1810 Thaler verſichert, ſollen Mittwoch den 8. 104410 d. J., Vormittags r, unter den bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen an Ort und Stelle auf Abbruch öffent⸗ lich meiſtbietend verkauft werden. Windecken den 28. Juli 1849. Kurfürſtl. Heſſ. Renterei das. Deichmann. Arbeits ⸗Verſteigerung. 4189) Künftigen Samſtag, den 4 Auguſt d. J., Vormittags 11 Uhr, ſoll in der Gemein⸗ deffübe dahier die bei Reparatur des Schul⸗ hauſes vorkommenden Arbeiten, als: f Juli 1849. 1) Weißbinderarbeit 23 fl. 20 kr. 2) Maurerarbeit 30% 40„ 3) Die Anlieferung von Kalk und Sand 12/ 48„ an die Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Gläubigers beſcheinigtermaßen am 25. Auf den Antrag von hierdurch der unbekannte unter Vorlage I Stellung von Boranſchlagen, Gemeinde ⸗/ Heſſ. Sections⸗Ingenieur J 252 Bekanntmachung. (1184) Dienſtag den 7. August d. J., Mit⸗ tags 12 Uhr, wird in dem Gemeindehaus zu Altenſtadt die dem Gr. Heſſ. Fiskus in den Gemarkungen Altenſtadt, Rodenbach, Oberau und Rommelhauſen zustehende Schafweideberech⸗ tigung, von Michaelitag dieſes Jahres an auf 3 oder 6 Jahre verpachtet, und zwar mit voller Rückſicht auf das in Nr. 30. des diesjährigen Gr. Regierungsblatts bekannt gemachte, Geſ vom 7. Mai d. 2 wal: den„ die abel Verwandlung und Ablöſung E tigungen auf landwirthſchaftlichem oden. 5 5 5 Friedberg den 27. Juli 1849. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Privat- Bek anntmachungen. Empfehlung. (1169) Außer meinem wohl aſſortirten Lager in tannen Floßholz, Dielen, Latten, Gyps, Steinkohlen ꝛc., empfehle ich hiermit dem bauluſtigen Publikum eine hinreichende Auswahl von allen Sorten rauhen und geſchliffenen latten, Kellertritten, Krippen und Schweintrögen zu den billigſten Preiſen. a Johann Ludioig Haeusser 8 vor der Kinzig⸗Brücke in Hanau. Ge ſ u ch. (1165) Ein junger Menſch, welcher eine ſchöne Handſchrift ſchreibt 100 11 9 755 ö wandt ſſt, kann alsbald Beſchäftigung finden. Bewerber wollen ſich in portofreien Briefen an die Epedition dieſes Blattes wenden. Annonce. (10460 l Guter reingehaltener Pfälzer Wein wird zu fl. 16. 18. 20 und fl. 24. per Ohm, ſowie auch verſchiedene an⸗ dere Sorten billig abgegeben: Dönges⸗ gaſſe Nr. 6 neu im Hofe in Frank⸗ furt a. M. NB. Der Keller iſt offen von Morgens 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr Abends. An zei ge. 4166) Der Unterzeichnete erbietet ſic dn or⸗ munds⸗ und allen ſonſtigen Rechnungen, ſowie zu allen in das Schreib- und Nechnungsweſen ein⸗ ſchlagende Arbeiten und verſpricht die ihm zu⸗ gehenden Aufträge pünktlich und billig zu be⸗ forgen. 45 Münzenberg den 24. Juli 1849. Hermann Hitzel. Wohnungs⸗Veraͤnderung. (1168) Meinen geehrten Kunden und Freun⸗ den mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Schreiner Büttners Wittwe an der Stadtkirche verlaſſen habe und bei Metzger Heinrich Hedderich gezogen bin. Zugleich bemerke ich, daß ein junger Menſch jeder Zeit in die Lehre treten kann. Konrad Wörner, Schneidermeiſter. Anzeige. (1172) Auf mehrſeitige Anregung beabſichtigt der Butz bacher Muſik⸗Verelm künftigen Sonn⸗ tag über 8 Tage, als den 5. Auguſt d. J., ein Blech⸗Inſtrumental⸗Concert in meinem Saale zu veranſtalten und wird im Puogamm das Nähere 5 2 4 1 3 u Beragena (1183) babe ich den Hafer auf dem Halme, von einem am Diebsweg liegenden und 60 Ruthen haltenden Stück Lande. Friedberg. E. Bechſtein. Tanzmuſik. (11860 Samſtag den 4. und Sonntag den 5. August iſt bei mir gut beſetzte Harmonie⸗ und Tanzmufik auf der Felſenhöhe anzutreffen, nämlich den 4. für die Israeliten und den 9. für das ganze Publikum, wozu ich meine ver⸗ ehrten Gäſte höflichſt einlade. Enzheim den 29. Juli 1849. Wirth Eckel. Tanzmuſik. bei mir Tanzmuſik anzutreffen, wozu ich höflich einlade Lichſtadt, Gaſtwirth Friedrichsdorfer Schießen. (1188) Durch einen alten vernünftigen Men⸗ ſchen hieſiger Gemeinde unbegreiflichen Meinungs⸗ wechſel, der bei einem Theil des hieſigen Stadt⸗ raths plötzlich und ohne den mindeſten Grund vor ſich ging, ſehe ich mich genöthigt meinen verehrten Gönnern die Anzeige zu machen, daß die Abhaltung des Friedrichsdorfer Schießens für dieſes Jahr hintertrieben worden iſt. Clem. Auguſt Foucar. Ball⸗ Anzeige. 1189) Den Wünſchen vieler israelitiſchen Bürger von hier und der Umgegend entſprechend, hält der Unterzeichnete nächſten Samſtag den 4. Auguſt d. J., in ſeinem Saale einen Ball, wozu er hiermit freundlichſt einladet. Die Har⸗ 1 1 Nachmittags 2 Uhr, das ntrée koſtet 36 kr., wogegen aber eine Flaſche Wein verabreicht wird. 1 lac Niederwöllſtadt den 30. Juli 1849. Philipp Speck. Tanzbeluſtigung. 1190) Samſtag den 4. Auguſt hat eine eſellſchaft einen Ball bei mi. Burggräfenrod den 28. Jult 1840. angegeben. ge u e able g. e e e graf er Großh. Heſſ. Bürgermeiſte Bad⸗Nauheim den 25. Juli 1819. Erbſtadt den 27. Juli 1849. Mo ſcher och D. Ir ib. 8 J. Mörſchel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. (1187) Sonntag den 5. Auguſt iſt in Staaden 1556 28 * 3