22 gen, ehr. U alten e mi aud rpen⸗ der⸗ alen, bar dem 8 die ißlich erhol⸗ chwe⸗ e zur n.— eulen, senfett i aber Hand; nahes ir Heis taucht etliche stbeule r Ta⸗ ß man g des welche Wasser Tissot, tte le⸗ man, 7 Der essisthe Bot E. Sonntagsblatt für St a dd t u R d a n Al Ss Beilage z u m Giesser Anzeige blatt. Nro. A. Des Hessischen Boten gesammelte Schilderungen und Betrach⸗ tungen des menschlichen Lebens. 15 Der Säugling. Ein festlicher Zug guter, freundlicher Men⸗ schen bewegt sich, beim Frühgeläute des stillen Nuhetags, in heiterer Stimmung dem Gottes⸗ hause zu.— Ein junges Ehepaar ist es, das, begleitet von den greisen Aeltern, umgeben von liebenden Verwandten und Freunden, seinen Erstgebornen dem Diener Gottes zubringt, daß er ihn schon in der Frühe seines Lebensmorgens dem allliebenden Geist der Welten weihe, und vor vielen Zeugen seine Angehörigen verpflichte, den zarten Sprößling zu erziehen in der Furcht des Herrn, zu wachen über ihn, der unvermö⸗ gend seine Glieder zu gebrauchen, der Seinen Hülfe b. ürftig, in sußem Schlummer daliegt, eingewiegt von den lieblichen Träumen der hei⸗ teren Unschuldswelt. Welcher gefühlvolle Mensch schlöße sich nicht, von innerm Drange geleitet, den frommen Wallern an, ihnen zum geöffneten Bethause folgend, in dessen friedlichen Hallen eine so rührende Handlung sie erwartet. Jetzt schreitet der trauliche Zug durch den stillen Fried⸗ hof, über die Gräber theurer heimgegangenen Vorfahren, und Thränen der Wehmuth weckt Sonntag den 22. Januar 1852. die Erinnerung an die geschiednen Lieben. O! wem drängen sich hier nicht ernste Betrachtungen auf, wo Leben und Tod sich begegnen,— wo das Ziel der Wanderung dem ersten Beginnen derselben so mahnend entgegentritt!— Auch dir, lieblicher Kleine, den so sanfter Schlaf umfängt, erschließt sich früher oder später eine der stillen Wohnungen, über welche eben, dir unbewußt, liebende Arme dich tragen, treue Seelen dich geleiten.— Möge der Schlaf, der dann dich befällt, dem gleichen, der gegenwär⸗ tig mit rosigen Banden dich gefesselt hält! Des Gottes hauses hehre Hallen nehmen die von der ernsten Begegnung Ergriffenen auf; mildtönend begrüßen der Orgel Feierklänge den jungen Weltbürger, der jetzt dem harmlosen Schlaf sich entwindet und dem würdigen Pfarr⸗ herrn im Silberhaare entgegen lächelt, der mit gefaltnen Händen und verklärter Miene am Altare des Herrn seiner harret, die heilige Weihe der Taufe ihm zu ertheilen, des himmlischen Vaters Segen für ihn zu erflehen. Wonnetrun⸗ ken erheben die betagten Aeltern des vereinten Paares ihre thränenden Blicke nach Oben, und Empfindungen heißen Dankes dringen aus den Tiefen ihres Innern zum Ewigen empor, der ihnen den Abend ihres Erdenlebens mit so hoher Freude schmückte, als die Freude ist, die theu⸗ ren Kinder versorgt, in muntern Enkeln sich verjungt zu sehen. Inbrünstig flehen ihre Kin⸗ — 14 der den Gott der Liebe an: lange noch, recht lange noch wolle er ihnen die heißgeliebten Ael⸗ tern erhalten; recht lange noch die treuen Pfleger und Pflegerinnen ihrer eigenen Jugend im stillen häuslichen Kreise die hohe Wonne schmecken lassen, welche der Hinblick auf ihre in Eintracht und Liebe lebenden Kinder, auf den an Korper und Geist kräftig sich entwickelnden Enkel ge⸗ währet.— In heilige Andacht versunken um⸗ geben sie die frommen Begleiter und Begleite⸗ rinnen, keine Seele ist ungerührt; Aller Herzen schlagen, über den Staub der Erde erhoben, dem Geist der Geister, dem großen Weltenvater entgegen.(Fortsetzung folgt.) Mittheilungen aus der Geschichte von Polen. 5 rei k. A. C. 350— 750. Die Poljanen, ein Stamm der Slaven, von dem russischen Jahrbücherschreiber Nestor Liachen genannt, gründeten an der Weichsel, polnisch Wisla, das durch seine unglücklichen Schicksale so merkwürdig gewordene polnische Reich. Volkssagen nennen den Anführer dieses Sla⸗ venstammes Lech, und melden: dieser Lech sei nach langem SHerumziehen endlich mit seinen Schaaren in eine anmuthige zur Ansiedlung ein— ladende Gegend gekommen, und habe entzückt von deren Schönheit den Seinen zugerufen: Laßt uns hier ein Nest bauen. So wäre denn in dieser zwischen Seen und Hügeln gelegenen Ebene eine Stadt erbaut und Gnesen, Gniezno, d. i. Nest genannt worden. Gelehrig und ta⸗ pfer, zwar raubsüchtig und grausam im Kriege, doch gutmüthig und gastfrei im Frieden sollen jene Slavenhorden gewesen seyn. Weiter mel— den die Volkssagen: Lech wäre der Herrscher des neu begründeten Staats geworden und seine Nachkommen hätten beinahe hundert Jahre lang die Herrscherwürde behauptet. Nach Erlöschung dieses Herrscherstammes hätten zwölf Palatinen (Pfalzgrafen) geherrscht, bald aber ihre Herr⸗ schergewalt mißbraucht und dadurch den Unwil⸗ len des Volkes sich zugezogen. Dieses habe nun einen gewissen Krakus zu seinem Heerführer, Herzoge, erwählt, von welchem die Stadt Kra⸗ kau(Krakow) an dem Einfluß der Rudawa in die Weichsel erbaut und zur Hauptstadt des Neichs erhoben worden sei. Krakus wird als der Beglücker seiner Unterthanen gepriesen; er lenkte den Staat durch weise Gesetze und war der Schrecken seiner Feinde. Vor seinem Tode soll er befohlen haben, seinen Leichnam auf dem Gipfel eines der Stadt Krakau im Gesichte lie— genden Berges beizusetzen, damit die Einwoh⸗ ner ihren Stifter beständig vor Augen hätten und so ihn in stetem Andenken behalten möchten. Ihm folgten der Sage nach seine Söhne Kra⸗ kus und Lechus; nach diesen erhielt seine Tochter, die herrliche Heldin Wanda, das Herrscherthum. Diese begrub sich selbst, nach einem ruhmreichen Siege über Nithogar, eilen allemanischen König, welcher sie, die stets en Jungfrau zu bleiben gelobt hatte, ehelichn wollke, in den Fluthen der Weichsel. Jetz wurde abermals die Lenkung des Staatsruderz zwölf Palatinen anvertraut, bald aber von diesen auf einen gewissen Lesko übergetragen, welchem noch zwei andere dieses Namens folg, ten. Popiel, der Sohn des letzten Lesko, ver legte den Herrschersitz von Krakow nach Krusch— witz). Dessen Sohn Popiel II., welchem seine zahlreiche Verwandtschaft zur Last war, lud auf Anreizen seiner Gemahlin die meisten ssß ner Geschwister freundlich zu einem Gastmahhe nach Schloß Kruschwitz ein und ließ sie, die nichts Arges Ahnenden, auf grausame Wei se ermorden. Doch das Strafgericht des Weltenherrschers blieb nicht aus.— Um seine Greuelthat zu verbergen, hatte der Wüth⸗ rich die Leichname der Gemordeten unbeerdigt gelassen; diese zogen Mäuseschaaren herbei, welche den Mörder sammt seinen Helfershelfern aufzehrten. Häuptlinge der Polen walteten nun eine geraume Zeit lang über dem verwaisten Reiche, bis endlich der Beschluß gefaßt wurde, zu der Wahl eines neuen Oberherrn zu schreiten. In einer zu dem Ende abgehaltenen Versammlung wurde bestimmt: derjenige solle das Herrscher— thum erhalten, welchen die auszusendenden Ab— geordneten an einem eisernen Tische speisend fin⸗ den würden. Diese zogen aus und trafen den Piast, einen armen, aber tugendhaften Bürger oder Landmann aus Kruschwitz, wie er eben au der umgekehrten Pflugschar sein Mittagsbrod verzehrte. Die Bedingung der Wahl wurde so *) Kruszwica, Stadt am See Goplo im Netzdistricl, ungefähr 5 Meilen von Gnesen. als lie⸗ poh⸗ tten ten. Nra⸗ eine das fag ien eile ichen ih ders Von gen, folg ver⸗ usch⸗ seine lud sel⸗ fahle „ die Wei⸗ des Um Züth⸗ digt rbei, fern eine eiche, 1 der lung scher⸗ i Ab⸗ d fin⸗ r den ürger brod de so strict, für erfüllt gehalten und Piast als Oberherr an⸗ erkannt. i FFortsetzung folgt.) 4 3 10 Aus Gießens Vorzeit. (Fortsetzung.) Das Konradinische Geschlecht, aus welchem Kaiser Konrad J. stammte, beherrschte zuerst die Umgegend von Gießen; nach diesem aber Graf Wilhelm von Glizberg(Gleiberg), der wahrscheinlicher Weise hier eine Burg gründete. Seine Tochter, die Gräfin Salome, nannte sich 1197 Gräfin von Gießen. Durch die Anle⸗ gung dieser durch ihre rings sie umgebenden Sümpfe gesicherte Burg, begaben sich nach die⸗ sem festen Platze nicht bloß Burgmänner, son⸗ dern es siedelten sich auch in und außer der Stadt viele Handwerker an, so daß Landgraf Otto) 1325 den in der Neustadt und außer⸗ halb den Ringmauern wohnenden Bürgern glei⸗ che Rechte zuzusichern für nöthig erachtete. Die Worte des Diploms lauten: Wir Otto, von Gottes Gnaden, Landgraf, Herr des Hessen— landes ꝛc. und seine Gemahlin Adelheid mit unsern gegenwärtigen Erben, bekennen, daß unsere Bürger der neuen Stadt(d. i. der Neu⸗ stadt) Giezin und alle unsere übrigen Bürger, die vor oder ausserhalb der Thore unserer Stadt Giezin bleiben und wohnen; aller Rechte, Ver⸗ günstigungen und Gebräuche immerdar genießen und sich erfreuen sollen, welche unsre Bürger, die innerhalb der Mauern bleiben und wohnen, von uns haben und genießen.— Landgraf Philipp der Großmüthige ließ Gießen im Jahr 1530 mit Wall und Graben befestigen, weil diese Stadt dadurch, daß die Landstraße, welche von Frankfurt über Fried⸗ berg, Grünberg, Gemünden, Ziegenhain nach Kassel zog, aufhörte und uͤber Gießen und Mar⸗ burg ging, zu einer wichtigen Grenzfeste erhoben zu werden ganz geeignet schien. In vier Jahren war der Festungsbau vollendet, weil alle Ge— ) Landgraf Otto beherrschte damals mit seinem Halbbruder Johann gemeinschaftlich das Hessen⸗ land; Otto hatte Marburg sammt dem Ober⸗ fürstenthum an der Lahn; Johann aber Kassel und das Niederfürstenthum. Im Jahre 1311 starb Johann an der Pest, so daß dem Landgraf Otto das ganze Hessenland zufiel. 15 meinden der Provinz dabei Fuhren leisten und in Frohne arbeiten mußten. Ernst, Graf zu Solms, General Kaiser I Karls V., zerstörte auf seines Herrn Befehl im Jahr 1547, wo Philipp in kaiserliche Ge⸗ fangenschaft gerathen war, zum Theil Mauer und Wall; und zwar mit besonderem Vergnü⸗ gen, weil er als Lehnsmann Philipps einen großen Haß auf den muthigen Fürsten geworfen hatte. Philipp ftel aber nach seiner Befreiung aus der Gefangenschaft in Lich ein; zerstörte Mauer und Wall; nahm nach einer uralten Sage aus dem Licher Thurme die schönste und größte Glocke und hängte sie auf dem Thurme zu Gießen auf. Im Jahre 1555 wurden die Solmsischen Streitigkeiten beigelegt. Philipp ließ 1560 die Festungswerke wieder herstellen. Ludwig der Aeltere verstärkte die Festung an vielen Punkten und Landgraf Georg II. versah sie mit ausgedehnteren Aussenwerken, welche Ludwig VI. noch mehr vervollkommnete). (Fortsetzung folgt.) Die echte buͤrgerliche Freiheit. Die echte Freiheit des Bürgers besteht allein darin, daß derselbe nach Maßgabe seiner Fähig⸗ keiten, seiner Einsichten, seiner Tugend, seines Verstandes fur das Wohl der Gesellschaft seine Thätigkeit in einem so hohen Grade ausüben *) Hierauf bezieht sich das von Petrus Paganus, einem von dem Kaiser Ferdinand J. gekrönten Poeten und Professor posseos zu Marburg, gefertigte Epigram⸗ ma, welches in früheren Zeiten am Frankfurter Thor in Stein eingehauen zu lesen war: Captus erat Princeps non Marte, sed arte Phi- Aypeis 1547 Cum bene munitum destrueretur opus. Nominis hoc patrii Ludovieus amore refeeit, 1574. Anno bis septem lustra sequente novo. Principe dignus honos, patriae sarcire ruinas, A quibus Hassiacos. Ohriste, tuere polos. Eine alte Uebersetzung dieses Epigramms lautet nicht uneben so: Nur List, nicht kühne Macht, hielt Philipp dich a gefangen, 115 Als diesen Festungsbau Macht und Gewalt zerrieb. Doch Ludwig ließ ihn neu zu deiner Ehre prangen, Da man noch siebzig eins und fünfzehnhundert schrieb, a Wie fürstlich ist der Ruhm, des Landes Risse heilen! Herr Christe! du wirst uns vor Unfall Schutz ertheilen. 16 könne, als es ohne Störung der öffentlichen Ord⸗ nung geschehen kann.— Wahrhaft frei ist nur derjenige Mensch, welcher alles dasjenige zu thun vermag, was, ohne den Rechten und Be⸗ fugnissen Anderer zuwider zu seyn, seine eigene und seiner Mitmenschen Glückseligkeit begründet. — Eine wie große Kluft liegt zwischen dieser wahren Freiheit und jener Scheinfreiheit, welche von Wahn und Irrthum verblendete Völker, uneingedenk ihrer Wohlfahrt, zu erstreben such⸗ ten.— Selbstsüchtlingen hingegeben, aus wel⸗ chen ihnen die grausamsten Zwingherren erwuch⸗ sen, eilten sie, die um ihre köstlichsten Besitz⸗ thümer Betrogenen, unausbleiblichem Verderben entgegen.— Glücklich sind diejenigen Völker zu preisen, bei denen weise und muthige Bürger wahre Freiheit zu begründen unablässig bemüht sind.— Wie aber sollen sie dabei zu Werke gehen?— Sie sollen vor allen Dingen die er⸗ sten und die wesentlichsten Feinde ihrer Freiheit bekämpfen und zwar da, wo solche am gefähr⸗ lichsten und mächtigsten sind,— jeder in sich selbst.— Soll wahre Freiheit in einem Staate blühen, so müssen seine Bürger und vorzüglich die angesehensten unter denselben sich selbst von dem Joche ihrer Vorurtheile, ihrer unordentli⸗ chen Begierden, ihrer Leidenschaften, kurz von der Zwingherrschaft der Einbildung frei machen; alle ihre Wünsche in die glücklichen und beschei⸗ denen Grenzen einschränken, welche Natur und Vernunft gebieten, und nichts verlangen, was den Gesetzen, der Ordnung und der Gerechtig⸗ keit widerspricht.— Sie müssen die wahren, die dem Zufalle, der Ungerechtigkeit und der Bosheit nicht unterworfenen, die dem Menschen eigenthümlichen Güter umfassen und sich durch den Besitz derselben in die vollkommenste Unab⸗ hängigkeit setzen, in eine Unabhängigkeit, durch welche sie sich uͤber alle Streiche des Glückes und über alle Macht der Erdenverhältnisse er⸗ heben.— Nur durch Weisheit und Tugend kann wahre Freiheit erworben und behauptet werden; — frei ist allein derjenige zu nennen, welcher unter allen Lagen des Lebens sich selbst zu be⸗ herrschen vermag. Nach Isaak Iselin. Raͤthsel. Gott sieht es nie, der Kaiser selten, Anekdote Räthsel. Der es macht, der will es nicht; Der es trägt, behält es nicht; Der es kaufet, braucht es nicht; Der es hat, der weiß es nicht. Auflösung des Räthsels und der Charade in Nr. 3. Branntweinbrenner.— Rosenthal. 5 Die Antrittspredigt. Wie, sprach zu Kunz Herr Pastor Brede, Gefiel wohl meine Antrittsrede, Die ich hier hielt vor Jung und Alt? So sehr, sprach Kunz ganz unbefangen, Daß Alle brennen vor Verlangen, Ihr Abschiedswort zu hören bald. N—. Nuͤtzliches Allerlei. 2. Mittel gegen Frostbeulen. e) Noch einige bei verschiedenen Vol N kern gebräuchliche Heilmittel. Bei den Engländern bedient man sich zut Heilung der Frostbeulen warmer Asche, inden man dieselbe zwischen Leinwand legt und auf die geschwollenen Theile bindet. Die engländischen Matrosen legen mit warmem Essig angefeuch⸗ tete Lappen auf die leidenden Theile. Die Schwe⸗ den heilen Frostbeulen durch Aufschläge von er⸗ frornen und zerstoßenen, mit ungesalzener Butter vermischten Rüben; die Russen durch Einreiben mit einer Mischung von 2 Unzen Terpentinöl, 5 Unzen Olivenöl und /½ Unze Schwefelsaͤure. Die Lappländer halten ein Stück Käse an das Feuer und salben die Frostbeulen mit dem von Doch alle Tage Bauer Velten. demselben abtröpfelnden Oele. Redaction und Verlag der Brüͤh l'schen Buch⸗ und Steindruckerei.