den ach⸗ bah⸗ ein⸗ uche isel⸗ ieses iger rden zu sie ver⸗ zu id ack⸗ hle of⸗ luf tes hei en per Hessische Bote Sonntagsblatt für Sta det u n. d e Als Beilage zum Giesser Anzeigeblatt. Nro. 7. Sonntag den 12. Februar Des Hessischen Boten gesammelte Schilderungen und Betrach⸗ tungen des menschlichen Lebens. 1. Der Säugling. (Fortsetzung.) Nur der Mensch, der edlere Sohn der Natur ist nicht in diese weisheitsvollen Schranken ein⸗ geschlossen;— er könnte wohl in ihnen sich be⸗ wegen, und das zu seinem Heile;— doch er windet bald aus ihnen sich los, zieht ungebun⸗ den seine eigene Straße, und das zu seinem Wehe;— denn er erkennt: auf diesem Wege sei sein Heil verscherzt, und Sehnsucht nach dem verlornen Gute treibt ihn hin und her. So gibt es für ihn ein doppeltes Seyn, ein Seyn der Gesetzmäßigkeit, das Heil,— ein Seyn der Ungebundenheit, das Unheil mit sich führt.— Stimmt dieß zu der Weisheit, die in der ewigen, nach dem Gesetze des Ebenmaaßes des Einklangs und der Dauer schaffenden Natur sich offenbart?— Ist dieß nicht Widerspruch? — Scheinbarer Widerspruch nur, der bei tie⸗ ferem Eingehen in dein Selbst, o Mensch, bei gehöriger Ergründung deines Verhältnisses zu der dich umgebenden Welt nicht nur verschwin⸗ det, sondern auch die hohe Würde, welche der Weltenschöpfer dir verliehen hat, dich erkennen lehrt.— Die äußere Gestaltung, welche die Natur dir gab, dein Leib steht, so kunstreich auch sein Bau ist, mit denen der Thiere auf einer Lebensstufe, würde denselben zwingenden Ge⸗ setzen, wie diese, unterworfen seyn, wäre er nicht mit der Fähigkeit begabt, einen höheren Bewohner aufzunehmen, der seiner als Werk— zeug sich bediene.— Dieser höhere Bewohner ist nicht mit den Sinnen zu erfassen, gleichwie der, welcher das Weltall schuf, lenkt und erhält, mit den Sinnen nicht begriffen wird. Er ist ein Geist und soll, wie der, von dem er ausgeht, im Großen wirkt, im Kleinen wirken;— er ist, wie der Urgeist,— der alles gestaltet, nach dem ihm eigenthümlichen Gesetze des Ebenmaa⸗ ßes, des Einklangs und der Dauer,— nicht von seinen Gestaltungen abhängt, sondern alle Lebenskräfte in sich schließt, sich vollkommen ge⸗ nügt, unabhängig von der Körperwelt, be— stimmt in dem Leib, der die Fähigkeit ihn auf⸗ zunehmen besitzt, wirksam zu seyn nach dem, auch ihm gegebenen, Gesetze, das Ebenmaaß, Einklang und Dauer in die Gestaltungen bringt. — In dieser Beziehung sagen die heiligen Ur⸗ kunden: Gott habe den Menschen ihm zum Bilde geschaffen, demselben die Herrschaft gege⸗ ben über die Erde.— Der Mensch ist also sei⸗ nem Geiste nach über der Naturgesetze Zwang erhaben, theilhaftig des Gesetzes, das von ihm Uebereinstimmung in allem seinem Thun und — K— Wirken fordert,— diesem Gesetze zu folgen, nach dem Willen des Höchsten seine Bestim⸗ mung;— in der Erfüllung desselben ewiges Heil,— in der Nichterfüllung dagegen unermeß⸗ liches Verderben gelegen, (Fortsetzung folgt.) Von der Gestalt des Erdkoͤrpers. (Schluß.) Die Sonne geht für die Bewohner der Erd— oberfläche nicht zu einer und derselben Zeit, sondern zu verschiedenen Zeiten auf und unter. Die Bewohner derjenigen Gegenden, welche näher nach dem Aufgangspunkte der Sonne zu, d. i. östlicher liegen, sehen dieselbe früher auf⸗ und untergehen, als diejenigen, deren Wohn⸗ sitze mehr nach dem Untergangspunkte der Son⸗ ne, d. i. nach Westen hin sich erstrecken.— Dieser Umstand findet nur in der Aunahme einer Krümmung des Erdkörpers von Osten nach We— sten seine Erklärung; denn wäre derselbe eine in allen ihren Theilen einerlei Nichtung verfol⸗ gende Scheibenfläche, so müßte die Sonne für alle seine Bewohner zu gleicher Zeit auf- und untergehen.— Daß aber der Erdkörper auch von Norden nach Süden keine sich gleichbleibende oder ebene, sondern eine gekrümmte Richtung habe, geht aus am Sternenhimmel gemachten Beobachtungen hervor. Die Gestirne nämlich, welche den Bewohnern des Nordens im weiten Himmelsraume erglänzen, entschwinden, je weiter nach Süden hin dieselben sich begeben, in immer größerer Zahl deren Anblick, und andere vorher nie erschaute nehmen ihre Stelle ein, bis zuletzt über den ihren früheren Wohnsitzen gänz⸗ lich Entrückten ein ganz anderer Sternenhimmel sich wölbt.— Diese Beobachtungen wurden unter andern von den Portugiesen gemacht, als sie A. CG. 1486 die Südspitze Afrikas umschiff⸗ ten und einen neuen Handelsweg nach Ostindien auffanden. Bereits früher waren von Seefah—⸗ rern anderer Völker, welche von Norden nach Süden reisten, gleiche Wahrnehmungen gemacht worden. Nur durchaus runde Körper werfen in allen Lagen einen völlig runden Schatten hinter sich. — Einen solchen wirft nun der Erdkörper bei Mondsfinsternissen, d. i. wann derselbe zwischen den Mond und die Sonne zu stehen kommt, ob, gleich seine Stellung zur Sonne eine wechselnde ist, auf die Mondscheibe, daher ihm nothwen⸗ dig eine kugelförmige Gestalt eigen seyn muß Seit dem Anfange des sechszehnten Jahr, hunderts ist der Erdkörper von verschiedenen Orten aus oftmals rings umschifft worden. Die Erdumsegler verfolgten auf ihrem Wege immer eine und dieselbe Hauptrichtung, und kamen zuletzt, meist nach Verlauf dreier Jahre, wie— der an dem Orte an, von welchem aus sie ab— gesegelt waren. Wäre der Erdkörper eine platte Scheibenfläche, so hätte doch irgendwo deren äußerste Grenze aufgefunden werden müssen; aber gerade das Gegentheil ist durch die Gh umsegler dargethan worden, und demnach die Annahme einer kugelförmigen Gestalt desselbn als die allein richtige festzuhalten. Aus Gießens Vorzeit. (Fortsetzung.) Philipp der Großmüthige, welcher in seinen 63sten Lebensjahre, den 31. März 1567 zur tiefsten Betrübniß seiner getreuen Unterthanen starb, hinterließ vier Prinzen, welche nach eier testamentarischen Verfügung die Erben der ver— schiedenen Landestheile werden sollten. Land⸗ graf Wilhelm, der älteste Prinz, welcher bei der Befreiung seines Vaters sich hauptsächlich thaͤtig gezeigt hatte, erhielt die Hälfte des Landes, das ganze Niederfürstenthum Hessen; der ältere, Ludwig IV., als Viertheil, das gan— ze Oberfürstenthum, worin Marburg die Haupt⸗ stadt war; Philipp II. die Niedergrafschaft Ka— tzenelnbogen mit der Residenz Rheinfels; Ge— org I., der erlauchte Stifter der Darmstädtischen Linie, die Obergrafschaft Katzenelnbogen mit Darmstadt, welcher Antheil bedeutenden Zu⸗ wachs erhielt, weil nachmals ein Erbtheil von Philipp II. und Ludwig IV. dazu kam. Ludwig IV. begann 1567 das große und für die damalige Zeit kostbare, noch Jahr⸗ hunderten trotzende Zeughaus zu erbauen, und versah es mit allen Arten von neuem und altem Geschütz. Er erbaute ein fuürstliches Schloß, welches jetzt von dem für das Wohl der leidenden Menschheit unermüdlich thätigen Medicinalrath, Professor Dr. Balser bewohnt wird, weil die alte Burg, das jetzige Kanzlei nen Die er en bie; ab⸗ atte ren en: r die ben er⸗ tig es, der an⸗ pt⸗ da⸗ Ze⸗ hen mit Zu⸗ eil m. ind hr⸗ 1 7 nd es hl. en nt i⸗ gebaͤude), dem Stadthauptmann, der auch Amtmann oder bloß Hauptmann(Capitaneus) genannt wurde, als Wohnung zugewiesen war. Diese alte Burg wurde später mit dem Colleg⸗ gebäude durch eine schwebende Brücke verbunden, die aber 1739 beim Einrücken französischer Trup— pen abgerissen worden ist. Noch heut zu Tage sieht man am Universitätsgebäude ganz deutlich die Spuren, wo diese Brücke beide Gebäude verband. Eben derselbe ließ auch die jetzt noch über die Lahn führende steinerne Brücke erbanen. (Fortsetzung folgt.) Mittheilungen aus der Geschichte von Polen. 2 Boles laus Chrobry, der erste König g von Polen. (A. C. 999— 1025.) Boleslaus I., mit dem Zunamen Chrobry“), war ein im Frieden, wie im Kriege ausgezeich— neter Herrscher, mild und wohlwollend gegen seine Unterthanen, unbeugsam und strenge ge— gen die Feinde seines Reiches. Die Zeit seiner Herrschaft macht einen der glanzvollsten und rühmreichsten Abschiitte in der Geschichte Polens aus. Gleich beim Antritte seiner Herrschaft hatte er die irdischen Reste des von den heidni⸗ schen Preußen erschlagenen heiligen Adalberts käuflich an sich gebracht und zu Gnesen beisetzen lassen. Der deutsche Kaiser Otto III. wallfahr⸗ tete im Jahre 1000 zu dem Grabe dieses Mar⸗ tyrers nach Gnesen und wurde von Boleslaus mit großer Zuvorkommenheit aufgenommen und bewirthet. Aus Dankbarkeit begabte Otto den⸗ selben mit den Zeichen der Königswürde, wel— cher Handlung bald von Seiten des Pabstes die Bestätigung ertheilt wurde. Auch wurde damals ) Man vermuthet, daß Graf Wilhelm von Glizberg, welcher 1129— 1162 in Urkunden vorkommt, der Erbauer des Kanzleigebäudes gewesen sei. Der dabei stehende Wartthurm, auch Heiden- oder He⸗ rentburm, scheint einer noch frühern Zeit anzu⸗ gehören. Er heißt Heidenthurm, weil besonders zu Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts Zigeu⸗ ner und Heiden hier eingekerkert wurden. *) Der Tapfere. von beiden Herrschern die Vermaͤhlung des Mie⸗ cislaus, des Boleslaus Sohnes, mit Richsa'n, der Nichte des Kaisers Otto, beschlossen. Boleslaus ging damit um, die Russen, wel⸗ che unter seinem Vater das Neich beunruhigt hatten, mit Krieg zu überziehen, da fiel der ihn wegen der erhaltenen Königswürde und seiner Verbindung mit dem deutschen Kaiser beneidende Herzog der Böhmen an der Spitze eines zahl— reichen Kriegsheeres in Polen ein, und verbrei— tete, wo er hinkam, Mord und Verwüstung. Schnell eilte ihm der wackere Boleslaus mit sei⸗ nen Tapfern entgegen; doch die Böhmen hielten dem Löwenmuth der Polen nicht Stand, sondern suchten ihr Heil in einer schimpflichen Flucht. Boleslaus verfolgte mit den Seinen den fliehen⸗ den Feind, drang, ohne daß die Böhmen ihm eine Schlacht zu liefern wagten, bis nach Prag vor, belagerte diese Stadt und zwang sie nach fast zweijaͤhrigem muthigen Widerstande zur Uebergabe. Der Fall von Prag hatte die Un⸗ terwerfung der kleineren Städte Böhmens zur Folge; nur die Veste Wissogrod, Wischerad), bot dem Böhmenherzoge und seinem Sohne Ja⸗ romir noch eine Zuflucht dar. Doch Boleslaus ruhte nicht; er stürmte so schnell auf die Veste los, daß ihre Besatzung, der Bitten und Er mahnungen ihres Herzogs ungeachtet, sie dem Sieger uͤberlieferte. Der Herzog und sein Sohn wurden zu Kriegsgefangenen gemacht; jener ward geblendet, dieser auf Lebenszeit in Haft gebracht. Auch Mähren unterwarf sich nun dem Sieger und hatte sich sammt Böhmen einer mil⸗ den und leutseligen Behandlung zu erfreuen. (Schluß folgt.) Die Menagkrie. Ein Mann, der sich Gelehrter duͤnkte, An Geist und an zwei Beinen hinkte, Wankt' hin zu der Menagerie. Erstaunt rief er: Was soll man sagen! Ach! was gibt's doch in unsern Tagen Für eine große Menge Vieh! s Rl. ) Die Veste Wischerad lag auf einer Höhe bei Prag, an der Mulda. 1420 wurde sie von den Hussiten ganz zerstört. Der Theil der Stadt Prag, wo diese Veste sich erhob, führt noch ihren Namen. Anekdote. Der türkische Kaiser Soliman II.(starb 1566), einer der berühmtesten und thätig⸗ sten Regenten der Osmanen und Zeitge⸗ nosse Luthers, hatte von dessen großem Werke gehört, und fragte deßhalb einst den kaiserlichen Gesandten: Wer denn der Luther sei? und was er lehre?— Doctor Luther— war die Ant⸗ wort— ist Lehrer an einer hohen Schule, mag nichts wissen von der Anbetung Verstorbener und dringt auf die Worte der Bibel:„Du sollst an⸗ beten Gott, deinen Herrn, und ihm allein die⸗ nen.“ So ist— bemerkte Soliman— der Luther dem reinen Glauben der Osmanen sehr nahe gekommen. J Richard Roos. Ehr k ande- Erfahrung und Vernunft 7 5 mein Erstes eben. O Mensch, du brauchst 68 oft, sehr oft in dei⸗ 5 8 nem Leben. Und nur der Thor ist es, der es verachten kann; Allein der Weise nimmt vom Thoren selbst es an. Mein Zweites aber muß auch lebenslang dir 5 nützen; Wer könnt' auch ohne es vor Hitz' und Frost dich . schützen. In meinem Ganzen wird das Wohl der Stadt 6. berathen, Durch weise Führung sie geschüͤtzt vor Trug und 1„ S u Schaden. Und lies'st mein Ganzes du, den Sylben nach, a i von hinten, So wirst in jedem Haus unfehlbar du mich fin⸗ 10.8 den. A. L. Rosenthal. Auflösung der Charade in Nr. 6: Näthselhaft. * Der Reitknecht. Eine aus dem Leben gegriffene Anekdote. Im Hotel zur St. G. in D. war vor Kurzem eine Gesellschaft von Personen aus den höhern Ständen versammelt. Ein dabei befindlicher Officier ließ der Gesellschaft ein vor Kurzen gekauftes Pferd vorreiten; man stellte sich an die Fenster und bewunderte das schöne Thier. Als es wieder abgeritten werden sollte, sprach Jemand die Bitte gegen den Besitzer aus: 70 sagen Sie doch Ihrem Neitknechte, daß er 60 noch einmal vorbeifuhre!“—„„Wie? Nest⸗ knecht?!““ rief plötzlich ein Dritter, der fon cirt liberale Herr von K.„„ Neitknecht?!— In was für Zeiten leben wir? Gott sei gepiz, sen, die Zeit der Knechtschaft ist vorüber, z gibt keine Knechte mehr und folglich auch keige Reitknechte!““— Mehrere der Anwesenden, welche Herrn von K. nicht genauer kannten, lachten über diese Aeußerung, als über eines beißenden Spottwitz: er aber kam darüber fast außer sich. Man suchte ihn nunmehr dadurch zu beruhigen, daß es fur das Wort Neitknecht noch keinen andern passenden Ausdruck gebe, ud Spaßvögel setzten hinzu, es müsse ein so wich tiges Geschäft, wie die Auffindung geeignenn Ersatz⸗ Ausdrücke an die Stelle nicht mehr zeit gemäßer Bestimmungen sei, einem kunftigen Landtage vorbehalten bleiben. Herr von k. rühmte aber, daß er schon seit Sachsens großen Septembertagen seinen ehemaligen RNeitknecht in seinen—„Reitdiener wahrscheinlich?“ un— terbrach ihn Jemand.—„„Nein, nichts Die; ner, es gibt keine Herren und Diener mehr entgegnete Herr von.,„„in meinen Neitge⸗ hülfen habe ich ihn verwandelt.““— Die Sache fand Beifall und es soll damals in der St. G. beschlossen worden seyn, in Zukunft aus den Hofknechten, Stallknechten, Lichtknechten, Fuhrmannsknechten, Schinderknechten, Stie— felknechten, Großknechten, ferner aus den Kam⸗ merdienern, Theaterdienern, Herrendienern u. s. w., lauter dergleichen Gehülfen hervorge— hen zu lassen, zu Ehren des Zeitgeistes und der großen Tage im September. 8 Mitgetheilt im Unterhaltungsblatt Unser Planet von R d. Nedaction und Verlag der Brü hll'schen Buch⸗ und Steindruckerei.