des lles ohe 15 igen erzi⸗ len; urch Ve⸗ Zu⸗ das chen welt lter edi 7 rden ud, ihr. n ist und inge⸗ r be, chter ein Auf⸗ tver⸗ und lück. hen, ge⸗ res, scher todt et er ger er Mesststhe Vot 5 Sonntagsblatt für int nd i u deen n e n 8 A ls Bela ge z um Giesser Anzeig eb latt. Nro. 11. Des Hessischen Boten b gesammelte Schilderungen und Betrach- tungen des menschlichen Lebens. 3. 5 Des Großvaters Antritt seines sie⸗ ben und siebenzigsten Lebensjahres. Erinnerungen aus meinem Jugendleben. II. 5 Des Lenzes Frühroth hatte die Nacht ver⸗ scheucht, der Sonne erstes Morgenlicht strahlte durch die blühenden Bäume des freundlichen Hausgartens in die friedliche Pfarrwoh mac das den Sonntag verkündende Festgeläute scha te von den nahgelegenen Dörfern zu unserm hei⸗ mischen Dörflein über und bildete, mit den lieb⸗ lichen Klängen von dessen Frühglöcklein verschmel⸗ zend, ein harmonisches, die Gemüther zu hoher Andacht stimmendes Ganze;— da wege mich, den damals neunjährigen Knaben, der zärtli⸗ chen Mutter Kuß aus den freundlichen Morgen⸗ träumen, die mich umgaukelten.— Während ich mein Sonntagskleid anlegte, erwachte die kleine Ida, mein zweijähriges Schwesterlein, und wurde von der Mutter nach herzlichen Küssen mit seinem besten Gewändchen beklei⸗ det.— Festlich angezogen betraten wir an der Mutter Hand das Nebenzimmer, in wel⸗ Sonntag den 11. Maͤrz 1852. chem der Vater und Rosalie, die ältere Schwester, in einer dem zu begehenden Familienfeste ange⸗ messenen Bekleidung, beschäftiget waren, die für den lieben Großvater bestimmten Geschenke zu ordnen: Guten Morgen, Väterchen, riefen wir, und der Vater küßte und herzte uns, blickte ge⸗ rührt gen Himmel und sprach mit von Thränen der Freude erstickter Stimme: Dank dir, o al⸗ liebender Vater dort oben für den Wonnetag, den du mich und die Meinen heute schmecken läßt; möchten wir doch alle, so lange unser Erdenleben währt, deiner großen Huld und Güte uns wür⸗ dig betragen, dich und deinen heiligen Namen verherrlichen durch Tugend und Rechtthun, durch innige Liebe zueinander und zu unsern Mitmen⸗ schen, durch treue Wirksamkeit für die Ausbrei⸗ tung deines Reiches. O segne uns, rüste uns aus mit Kraft, auch in den Wirren des Lebens, in den Leiden der Erde nicht kleinmüthig zu wer⸗ den, sondern im Vertrauen auf deine allweise Vorsehung, die alles zum Besten lenkt, wil⸗ lig die Bürde auf uns zu nehmen, die dein unerforschlicher Rathschluß uns auferlegt, sie zu benutzen zu unserer Läuterung und Setarkung. Dein zu sein im Leben, Dein im Tode, die⸗ ser Gedanke leite uns uͤber das Grab in die Heimath, in die Wohnungen der Seligen. Amen. Wir alle hatten, ergriffen von der Hei⸗ ligkeit dieses Augenblicks, unsere Hände gefal⸗ tet und dem Herrn der Welten ein stilles Mor⸗ . ä 42 genopfer dargebracht, und Thränen, die Er⸗ güsse, dessen, was wir tief im Innersten em⸗ pfanden, perlten in unsern Augen. Nun be⸗ grüßten wir auch Schwester Rosalie und den al⸗ ten Jacob, den treuen Diener unseres Hauses, der hereintrat uns zu melden, daß der Großva⸗ ter so eben im Aufstehen begriffen sei. Wohlan denn geliebte Louise, bereits siebenzehn Jahre meine treue Lebensgefährtin, eine wackere Mut⸗ ter der Lieben, die der gute Gott uns gab, wohl⸗ an denn theures Weib, bereiten wir dem grei⸗ sen Vater ein Fest, wie seine unaussprechliche Liebe gegen uns und unsere Kinder es verdient, ein Fest des Tages würdig, der so reich an wichtigen Ereignissen für unser Haus, ein Wei⸗ hetag für uns und uusere Kindeskinder ist und bleiben wird. Mit diesen Worten überreichten der Vater und die Mutter der kleinen Ida ein Körblein mit Frühlingsblumen, Rosalien und mir eine von grünen Ephenranken und süßduf⸗ tenden Frührosen gewundene Kette; sie selbst nahmen von den, für den Großvater bestimm⸗ ten Festgeschenken: der Vater eine in schwar⸗ zen Sammet gebundne, mit angemeßnen Ver⸗ zierungen versehene, größere, in starkem Drucke gefertigte Ausgabe der heiligen Schrift;— denn Großvater war gewohnt jeden Abend vor dem Schlafengehn einen Abschnitt aus dem Buche des Lebens im Kreise seiner Familie vorzulesen und mit salbungsvollen Reden zu begleiten; dieß Geschenk sollte ihm, dessen Sehkraft sich zu mindern begann, eine Erleichterung gewäh⸗ ren;— die Mutter eine von Rosalien gearbei⸗ tete, mit einem goldnen Rahmen umgebne, sinnvolle Stickerei. Auf lichtblauem Grunde erhob sich eine freundliche Landschaft; den Hin⸗ tergrund deckten schützende Felsgebirge, den Vordergrund erfüllte ein anmuthiges Thal; la⸗ chende Triften zogen, von einem klaren Bäch⸗ lein durchschlängelt, durch dasselbe hin; fried⸗ liche Hirten weideten auf den grünenden Auen ihre Herden, und muntere Kindlein tummelten sich im hohen Grase herum. Angelehnt an eine von starken Eichen umgebne Felswand stand ei⸗ ne stille Hütte; vor ihr ruhte auf einer Moos⸗ bank ein Greis im Silberhaare und blickte ruhe⸗ voll nach einem ohnweit der Hütte gelegnen, von herabhängenden Trauerweiden überschatte⸗ ten Grabhügel, den ein einfacher Aschenkrug zierte. Die im Osten strahlende Sonne leuchtete durch der Trauerweiden überhängende Zweige und erhellte die auf der Urne stehende Inschrift: Aufwärts zur Heimath! Dem Aufgange schweb, te aus der oben sich öffnenden Urne ein glän⸗ zend weißer Schmetterling zu. Die übrigen Gaben, welche zu meist aus, von der Mutter und Rosalien gefertigten dem Greise Bequem⸗ lichkeit gewährenden Kleidungsstücken bestanden blieben auf dem mit Blumenvasen und Epheu⸗ gewinden geschmückten Tische ausgebreitet. Zur Länder- und Voͤlkerkunde. Kamtschatka und seine Bewohner, II. Die Halbinsel Kamtschatka ist im Jahre 1696 von Luca Semenoff Sin Mowsko, einem Kosa⸗ ken aus Jakutzk*), entdeckt worden. Dieser unternahm mit sechszehn seiner Genossen einen Zug nach diesem Landstriche, dessen Daseyn bereits seit 1690 zu Jakutzk durch das Gerücht bekannt war, kam jedoch nicht ganz bis an den Fluß Kamtschatka*). Dahin gelangte 1697 zuerst Wolodimer Atlassow, Befehlshaber im Anadirskoi Ostrog“), und richtete daselbst als Zeichen der Besitznahme ein Kreuz auf. Im Jah, re 1699 drang derselbe mit sechzig Nussen und eben so vielen Kosaken bis in das Innerste der Halbinsel vor, erhob einen Schoß von kostbarem Pelzwerk, lieferte denselben in Moskau ab, und erhielt dafür die Verwaltung von Jakutzk; ver⸗ übte aber solche Gewaltthätigkeiten, daß sie nicht nur die Kamtschadalen, sondern selbst die Kosaken gegen ihn empörten. Bis in das Jahr 1731 war diese erste Besitznahme der Russen mit einer Reihe von Mordthaten und Empörun⸗ gen verbunden, und die Halbinsel verlor un⸗ zählige Einwohner. Ihre Bevölkerung war je⸗ doch schon wieder beträchtlich angewachsen, als 1767 ein Soldat die Kinderpocken von Ochotzk f) 7) Jakutzk, Stadt in Sibirien an dem Fluße Lena, mit 3000 aus Kosaken und Handelsleuten bestehen⸗ den Einwohnern. f an) Der Kamtschatkafluß entspringt aus einem sumpfi⸗ gen Grunde und ergießt sich in den östlichen Ocean. n) Ostrog bedeutet Dorf, Der Anadirskoi Ostrog lag in der Provinz Jakutzk am Küstenfluße Anadir und ist seit 1770 eingegangen. a 5) Ochotzk, Stadt mit mehr als 3000 Einw. am ochotz⸗ kischen Meere. Aus dem dortigen Hafen fahren die Russen nach Kamtschatka über. b⸗ n⸗ en ter m⸗ n, 0 ins Land brachte. Diese Pest griff wüthend um sich, so daß sie 20,000 Menschen, Kamtschada⸗ len, Korjäken und Kurden hinwegraffte. Nach einer genauen, im Jahre 1822 ange⸗ stellten Zählung betrug die gesammte Bevölke⸗ rung von Kamtschatka, mit Ausnahme der sschukt⸗ schen, welche nicht gezählt werden konnten, 2457 Personen männlichen und 1941 weiblichen Geschlechts. National⸗Kamtschadalen befanden sich darunter nur 1428 Männer und 1330 Wei⸗ ber; die übrigen waren Korjäken und Russen. Alle zusammen besaßen 91 Pferde, 718 Stück Rindvieh, 3841 Hunde und 12000 Nennthiere, welche letztere den Korjäken ausschließlich ge⸗ hörten. Den Namen Kamtschatka erhielt das Land von den Nussen nach dem größten der es durch⸗ strömenden Flüße, welchen die Eingebornen Kamtschatka, oder eigentlich Kontschatka nann⸗ ten, und zwar der Sage nach dem Kontschot, einem Helden der Vorzeit, zu Ehren, der an demselben eine veste Burg bewohnt haben soll.— Die Einwohner hatten weder fur sich, noch für ihr Land einen eigenen Namen; sie nannten sich schlechtweg Kroscha, welches Wort Menschen bedeutet. Die Bewohner der südlichen Spitze der Halbinsel sollen sich durch die Benennung Itelmen ausgezeichnet haben, ein Wort, dessen Bedeutung unbekannt ist. Ueber Staatsumwaͤlzungen. Mittheilungen eines Vaters an seinen Sohn. Wortgetreue Uebersetzung einer französischen Handschrift. Du hegst den Wunsch, mein Sohn, daß ich mich offen gegen Dich über die französische Staats⸗ umwälzung ausspreche, und ich bin, so schwer es mir auch ankommt, die herben Schmerzen zu erneuern, welche die Erinnerung an dieselbe in mir erregt, dennoch bereit, diesem Deinem Wunsche Genüge zu leisten. Ach! das arme Frankreich hat gar viel leiden müssen; aber aller Widerwärtigkeiten und Leiden, welche es betroffen haben, ungeachtet, scheint es doch nicht weiser geworden zu seyn; denn es schlägt den⸗ selben Weg wieder ein, welcher es vor vierzig Jahren lange Zeit hindurch in eine Reihe von Unglücksfällen stürzte. Die Arsachen der französischen Staatsum⸗ wälzung, geliebter Sohn, fallen in die vorher⸗ 43 gehenden Jahrhunderte: Ludwig XIV. liebte zu sehr den Krieg, welcher Frankreich mit Schul⸗ den überlud; Ludwig XV. fröhnte übermäßig der Sinnenlust, und seine Abhänglinge zehrten die mäßigen Einkünfte des Staates auf. Diese anstößige Lebensweise des Königs und fast aller seiner zahlreichen Hofleute, ingleichen die eben nicht musterhafte Aufführung einer rei⸗ chen und allzu viel vermögenden hohen Geist⸗ lichkeit waren noch mehr den guten Sitten zu⸗ wider, als das Gelese schlechter Bücher, welche öffentlich unentgeltlich verbreitet wurden. Gleich⸗ wohl fehlte es nicht an solchen Männern, wel⸗ che ihren Pflichten treu nicht unterließen, wider die herrschenden Klügeleien sich zu vereinigen, und selbst dem Könige von ihren Lehrstühlen herab mit edler Freimüthigkeit die Worte zuzurufen:„Herr⸗ scher, das unvernünftige Betragen der Fürsten, ihre Verschwendung, ihre ungerechten Kriege, das ohne Noth vergossene Blut ihrer Untertha⸗ nen, ihre Kebsweiber, ihre Gottvergessenheit, alle diese Greuel ziehen unfehlbar über sie und ihre Völker Ungluͤcksströme herbei, welche die Städte verwüsten, die Ernten zu Grunde rich⸗ ten und die Nation ins Verderben stürzen.“ Betrachten wir den gegenwärtigen Zustand Frankreichs und denjenigen, in welchem es seit vierzig Jahren sich befand, so kann es uns nicht entgehen, daß die Vorhersagungen der Diener Gottes in ihrer ganzen Strenge sich verwirkli⸗ chen. Frankreich, nachdem es dem besten seiner Könige auf dem Blutgerüste den Tod gegeben hatte, verstel in einen Zustand der Gesetzlosig⸗ keit, welcher das edele Blut mehrerer Tausende von Franzosen fließen ließ; die Bürgerkriege, in welchen Hunderttausende der Söhne des Va⸗ terlandes gegen Hunderttausende ihrer Brüder den Vernichtungskampf kämpften, führten ganze Provinzen dem Abgrunde des Verderbens zu, und die mit dem Auslande geführten Kriege raubten dem unglücklichen Frankreich Millionen seiner Kinder.— Und ist denn das gegenwär⸗ tige Loos dieses unglücklichen Reiches auch nur in etwas besser geworden? Kann größeres Unheil ein Land betreffen, als dasjenige ist, welches gegenwärtig in dem beklagenswerthen Frankreich wüthet?— Ueberall werden Ver⸗ schwörungen gegen die Staatsgewalt angezet⸗ telt, deren Glieder selbst wider das gestürz⸗ te herrschende Haus sich verschworen hatten; ganze Provinzen sind im Aufruhr; Blut fließt, die Verachtung, welche man gegen den König 44. hegt. spricht sich laut bei jeder Gene aus; die Steuern, welche zu keiner Zeit so übermäßig gewesen sind, bereiten Auftritte vor, die das Herrscherthum eines Marat und Robespterre 8 vermögen werden. ee e Pechke⸗s Der Heirathslustige. Freund, hör' ich recht, so willst Du frei'n? Gut, ich wil Freiersmann Dir seyn. Ein Mädchen, Freund, weiß ich für Dich; Gebildet, schön, fein tugendlich, Ein Engel dieser Welt!— Kalt sprach der Heirathskandidat, Die Tugenden, die Diese hat, Sind Dinge, die annehmbar sind. Doch Freundchen, sage mir geichwind! Han wet die n— Geld? a A. L. Ro senthal. Bemerkung von F. L. B. Ich hörte einmal auf einer Neise am Wirths⸗ tische zwei Schlossern zu, wie sie über Welthän⸗ del und Staatseinrichtungen sprachen, und sie hätten für talentvolle A-B⸗C⸗Schützen in die⸗ sen Fächern gelten können, wenn sie in der Nähe ihrer Esse und ihres Schraubstoc 8 geblieben wã⸗ ren. Endlich aber bekamen sie es, in ihren eige⸗ nen Unsinn verwickelt, genug und gähnten einander an. Vetter!— sagte endlich der Eine,— das war doch eine andere Zeit, wo wir uns über das große Schloß zur Amtskasse wochenlang alle Abende unterhielten und stritten. Du hast Recht!— versetzte der Andere;— ich wollte, die Zeit käme wieder. R A T he.. In trüben Wintertagen Erfülle ich die Luft. Und Thier' und Menschen klagen Ob meinem gift'gen Duft. Doch rückwärts mich gelesen, Besteht die Welt durch mich; Und Alles müßt' verwesen, et die Erde ich. N A. L. Ne sent hal Buchstabenraͤthsel. Mit 2 bin ich ein Strom im lieben Chatten⸗ lande. Mit B liebt mich im Schnee ein jeder Un⸗ bekannte. q Mit Z zermalme ich das härteste zu Brei. Mit H verkünd'ge ich den Tag durch mein Geschrei. Mit W everdrehe ich oft manchen graden Sinn. Nun rathe wie ich heiß und was ich allt bin. An L. Rosenthal, Auflösung der Homonyme in Nr. 9: Nagel. Heinrich IV. und sein Schneider. Der Schneider Heinrichs IV.*) übergab demselben einen Plan zu besserer Verwaltung des Reichs. Der König nahm lächelnd das Papier; als aber der Schneider wieder kam und wahr scheinlich in seiner Einbildung sich schon zum Günstling bestimmt sah, klingelte Heinrich IV. und sagte zu einem eintretenden Kammerdiener: Ruf' mir den Minister, daß er mir Maaß neh⸗ me zu einem Kleide; denn mein Schneider wird künftig Staatsverfassungen zuschneiden. Europa und der Friede. Die Jungfer, deren Bild vor Homanns Atlas prangt, Europen, hört ich jüngst hold mit dem Frieden kosen: Komm, sei mein Bräutigam! und brich mit ir die Rosen 5 Getreuer Lieb und Lust, wonach mein Herz ver⸗ langt!— 5 Gern schmeckt' ich, sprach der Gott, mit ne Muth dein Gosen, Versalzten mir die Lust nicht deine—, 1 — Franzosen!— *) König von Fiäntteich von 1589— 1610. Nedaction und Verlag der Brü lh lichen Buch und Stelndluckerei, 9 701