Gr einen ern in enheat dee I den ersten ermo⸗ nd: herrn, esetze acht en ein m An⸗ ordne⸗ Wei⸗ itwer⸗ Die⸗ en der eiert, nach „ um Mes⸗ ie zu del d Er⸗ — Der Pessische Bote Sonntagsblatt U d dit n für FFF Als Beilage zum Giesser Anzeigeblatt. Nero. 6. Des Hessischen Boten gesammelte Schilderungen und Betrach- tungen des menschlichen Lebens. 1 Der Säugling. (Fortsetzung.) Welch liebliche und zugleich ernste Betrach⸗ tungen regt doch ein Tauftag in uns Erwachse⸗ nen an!— Wunderlieblich erscheint uns das Bild der makellosen Unschuldswelt, welches im holden Engelslächeln des Säuglings sich aus— drückt; ernst und schaurig drängt sich uns der Gedanke auf: der ungetrübten Unschuld Licht⸗ ewänder umkleiden den Menschen nur eine kurze Zeit, nur in den sonnigen Frühlingstagen seines Erdenwallens;— ach, bald, oft nur zu bald verwundet ihn, den sorglos Pilgernden, der giftige Stachel unheilbringender Erdenlust,— und er erwacht zu spät aus dem umnebelnden Schlummer, in welchen des Genusses Süßigkeit ihn einwiegte. Sind dahingeschwunden die nich⸗ tigen Traumgebilde, welche ihn, den nichts Ar⸗ es Ahnenden, umgaukelten; dann schaut er sehnsuchtsvol auf die verlorne Unschuldswelt zurück, und sucht sein ganzes Leben lang das entflohene Gut wieder zu erringen.— Aus der Unschuldswelt herausgerissen, die am Morgen seines Lebens so lieblich ihn umgab, wandert Sonntag den 5. Februar 1852. er, umglüht vom heißen Strahl der Mittags- sonne, rastlos vorwärts,— wieder zu gewin⸗ nen, was verloren ist.— Wie? ist dieser Uebergang vom Reinen in's Unreine und das dann erfolgende mühevolle Ringen nach dem ursprünglichen Zustande der Reinheit nicht der größte Widerspruch in der schaffenden Natur?— Das regungslose Gestein, die an das Erdreich gefesselte Pflanze, das höhere Lebenskräfte, als beide, Empfindungsfähigkeit und freien Ge⸗ brauch seiner Glieder besitzende Thier, sie alle durchwallen einen bestimmten Gesetzen unter⸗ worfenen Kreislauf, bewegen sich von Ewigkeit zu Ewigkeit in den ihnen gesetzten Sphären fort, kennen kein doppeltes Seyn, sondern befinden sich in den Schranken, welche eine höhere Macht um sie schließt, in einem Zustande ruhiger Be⸗ harrlichkeit, in einem bloß scheinbaren Wechseln, Altern und Vergehen, Erscheinungen, die eben in ihrer, ewigen Kräften nach erfolgenden, Selbsterzeugung und Selbstentwicklung ihren Grund haben; denn neue Gestaltungen gehen nur aus der allmähligen Auflösung schon vor⸗ handener Dinge ihrer Art hervor und das Wer⸗ den ist daher gleichsam nur eine Verjüngung des Alten.— Fürwahr, eine weisheitvolle Ordnung, welche in der Körperwelt, als eine ewige, Ebenmaaß, Einklang und Dauer in sich schließende Gestaltung der Dinge sich kund thut!—(Fortsetzung folgt.) ————————— — 22 Von der Gestalt des Erdkoͤrpers. Fortsetzung. Ungeachtet der Bemühungen einsichtsvoller Forscher um die Verbreitung richtigerer Ansich⸗ ten von der Gestalt des Erdkörpers, blieb die Menge noch viele Jahrhunderte hindurch bei der auf bloßer Sinnentäuschung beruhenden Vor— stellungsweise des Alterthums stehen, und in das die flache Erdscheibe umfluthende Meer auf Schiffen segeln, hieß eben so viel, als aus der Welt hinausfahren. Durften doch selbst in den Jahrhunderten nach Christi Geburt die der Weltkunde sich hingebenden Forscher ihre richti⸗ gen Ansichten von der Gestalt des Erdkörpers, weil solche irriger Weise mit den Lehren der Bibel im Widerspruche stehen sollten, nicht einmal laut werden lassen.— So wurde z. B. der im achten Jahrhundert lebende Bischof von Salzburg, Virgilius, welcher der Lehre von der Kugelgestalt der Erde anhing, auf Befehl des Papstes Zacharias seines Amtes entsetzt. Wären die einer umsichtigen Beobachtung sich darbietenden Erscheinungen früher gehörig beachtet und gewürdiget worden, so würde die Annahme einer kugelförmigen Gestalt des Erd⸗ körpers weit eher herrschend geworden seyn. Aber, wie es in so vielen Dingen zu geschehen pflegt, die Menschen urtheilten nach dem bloßen Scheine,— nicht nach aus einer vernünftigen Weltanschauung hervorgehenden Erfahrungen. Die aus einer vernünftigen Weltanschauung sich ergebenden Erfahrungen, welche die Kugel—⸗ gestalt des Erdkörpers deutlich darthun, sind aber folgende: Wir mögen uns auf der Erdoberfläche be— finden, wo wir wollen, auf den höchsten eine nach allen Nichtungen hin ungehinderte Aus⸗ sicht gewährenden Berghöhen, oder auf der in eine unabsehbare Weite sich ausdehnenden Spiegel— flache des ruhig dahingleitenden Meeres, so se— hen wir, selbst mit den besten Fernröhren, nur einen sehr kleinen Theil der Gegenstände, wel— che in dem uns umgebenden weiten Umkreise auf der Oberfläche der Erde vorhanden sind.— Nähern wir uns auf irgend eine Weise solchen Gegenständen, so werden sie nur nach und nach unserm Gesichtssinne sichtbar, tauchen so zu sa⸗ gen allmählich an dem uns umgebenden Ge— sichtskreise auf, und entziehen sich auf gleiche Weise wieder unsern Augen, je weiter wir uns von ihnen entfernen, tauchen alsdann len. gleich⸗ sam an dem Gesichtskreise unter. Wäre der Erdkörper eine nach allen Seiten hin in gerader Richtung fortlaufende Scheibenfläche, so könnten diese Erscheinungen durchaus nicht stattfinden; — nur durch die Annahme einer kugelförmigen Gestaltung desselben werden solche überall auf seiner Oberfläche zu machenden Wahrnehmungen erklärbar. (Schluß folgt.) Mittheilungen aus der Geschichte von Polen. 4. CC (Schluß.) Liebe zu der Fürstin Dabrowka, einer Toch— ter Boleslaws, Herzogs von Böhmen, wo das Christenthum bereits seine Segnungen verbreitet hatte, bewog den Miecislaus, sich taufen zu lassen und dem Gotte Saboth, welcher als der Geber alles Guten auf dem Zobtenberge— damals mons Sabothus, früher Asciburgus verehrt wurde, zu entsagen; denn nur einen Christen wollte die Böhmenfürstin sich vermäh— Nachdem Miecislaus dem Heidenthume entsagt hatte, wurde ihm 965 zu Gnesen die fromme Dabrowka angetraut, und beide verbrei— teten nun durch ihr Beispiel und die Hülfe wa— ckerer, aus Böhmen mitgebrachten Lehrer das Christenthum in ihrem Reiche. Gnesen und Krakau wurden zu Erzbisthümern erhoben und der vom Pabste zur Verbreitung des Christen— thums nach Polen gesandte heilige Adalbert erhielt das Primat über das ganze Reich. Die Geburt eines Sohnes regte den Miecislaus zu noch größerem Eifer für die Beförderung des Christenthums an; er stiftete neue Bisthümer, errichtete mehrere Klöster und ließ den Befehl ergehen: die Polen sollten, während ein Ab— schnitt aus dem Evangelium vorgelesen werde, ihre Schwerter halb aus der Scheide ziehen, um damit ihre Bereitwilligkeit, die Lehren des Christenthums gegen jeden Angriff zu verthei— digen, öffentlich zu bezeigen. Die stete Sorge für diese und ähnliche Einrichtungen beschäftigte ihn so sehr, daß er, uneingedenk seiner Herr⸗ scherpflicht, die unbilden, welche der Herzog der Russen dem Reiche zufügte, ungeahndet ließ. leich⸗ der rader inten den; tigen auf ngen N Ungeachtet seines Eifers fuͤr das Christenthum und feiner Gefälligkeit gegen die Geistlichkeit, wurde seinem dringenden Gesuche um Ertheilung der Königswürde von dem Pabste Benedict VII. nicht nachgegeben, dieselbe vielmehr erst seinem Sohne und Nachfolger Boleslaus, einem tapfe⸗ ren Kriegshelden, beigelegt. Der Leuchtthurm auf der Insel Pharos. (Schluß.) f Jetzt heißt die Insel Fari llion und ist eine Halbinsel geworden, da sie mit Alexandrien durch einen 3000 F. langen Damm verbunden und durch ein Kastell geschützt ist. Zwar steht noch ein Leuchtthurm auf dieser Insel, allein er ist nur niedrig und ragt aus dem regellosen, mit Soldaten besetzten Castell hervor, ganz das Gegenbild der Pracht und Er⸗ habenheit, womit der alte Pharos die Gegend weit umher beherrschte. N Von jenem berühmten Bauwerk der alten Welt haben nachmals zu gleichen Zwecken er⸗ richtete Gebäude den Namen Pharos oder Pharo erhalten. So der Pharo zu Messina auf der Insel Sieilien, der zu Neapel u. a. Leuchtthürme finden sich heut zu Tage auch bei Kuxha ven, unweit der Mündung der Elbe; auf der Insel Neuwerk in der Nordsee; auf der Insel Hela, nicht weit von Danzig; auf der Insel Helgoland, sechs Meilen von der Mün⸗ dung der Elbe. Die berühmtesten und merkwürdigsten Bau⸗ ten der Art, welche in neuerer Zeit errichtet wurden, sind: der Thurm von Corduan an der Küste von Frankreich und der auf der Felsen⸗ klippe Edystone, unweit der Stadt Plymouth in England. Von diesen sollen in der Folge Beschreibungen geliefert werden. A. p hoer is von A. L. Roseuthal. Wer wahre religiöse Aufklärung hat, und diese aus schnödem Eigennutze, oder um sich an dem Weihrauchdufte zu ergötzen, den ihm die Unwissenheit streut, tief in sich selbst verschließt; gleicht einem Geizhalse, der die kostbarsten Schätze besitzt, und sie weder selbst genießt, noch Andere genießen läßt. 23 Den finstern Rabbinismus befördern, heißt eine Opposition wider die reine Vernunft unterstützen, und eherne Fesseln schmieden, um diese hinein zu schlagen. Der Talmud ist die nährende Amme des Rab⸗ binismus. Wäre die ewig stillende Amme nicht; so würde der Säugling schon längst sich an andere Nahrung gewöhnt haben, die auf den Geist höchst wohlthätig gewirkt hätte. Der Aberglaube scheint eine ansteckende Krankheit zu seyn, die sich über den ganzen Erd⸗ boden verbreitet hat und darum nicht wohl zu vertreiben ist, weil sie nicht selten, selbst von großen Geistern über den Cordon geschleppt wird, den die Aufklärung gegen sie gezogen hat. Ueber ein Gedicht, an welchem der Ver⸗ sasser angeblich 9 Monate gearbeitet. Dein Kind, das du im Geist, mein Freund, Dreiviertel Jahr getragen, 3 Soll dennoch leider, wie es scheint, Und wie die Arzte sagen, Nicht völlig ausgetragen seyn.— Es sollen ihm ja Händ' und Bein'— Was soll ich dirs verhehlen— Sogar der Geist ihm fehlen. 8 1 Interessanter Zweifel eines Beamten, wie lange man die Diebe laufen lassen müsse. Der Maurer und Bürger N. zu S. wurde von seinem Amte wegen begangenen Diebstahls ver⸗ haftet, bekam aber Gelegenheit, aus seinem Arrest zu entwischen. Einige Monate darnach zeigte das Amt diese Flucht, und die noch im⸗ mer fortdauernde Abwesenheit des Maurers N. der Regierung an. In dieser Anzeige heißt es unter andern: „Daß, da Maurer N. bei seiner Mittellosig⸗ keit und beharrlichen Flucht wohl mit nichts anderm, als mit Relegation auf eine bestimmte Zeit bestraft werden koͤnnte, um hochgeneigteste Entscheidung darüber ehrerbietigst gebeten wer⸗ de: wie lange diese Relegationsstrafe, welche der Maurer N. bereits einige Monate hindurch freiwillig erstanden, noch weiter Statt haben solle?“ J ͤb1]ñn5...— 1—ʃ—ZNZ—t) 8 24 Die Regierung gab dem Anfrager über seine Ignoranz den verdienten Unwillen zu erkennen und rietyh ihm unter bedeutenden Winken an, sich über Gegenstände seines Amtes richtigere Begriffe eigen zu machen. Promemoria. Der, welcher spät aufstehet, muß den gan⸗ zen Tag laufen und ist am Abend doch nicht am Ziele. Trägheit gehet langsam voran und Ar⸗ muth folgt schnell hinterher. Treibe deine Ge⸗ schäfte und laß dich nicht von deinen Geschäf⸗ ten treiben. Der Fleiß setzt sich nicht hin und wünscht. Wer von Hoffnung lebt, stirbt am Fasten. Kein Gewinn ist ohne Mühe, und Lot⸗ terieloose sind Eingangszettel in's Hospital. Wer Land hat, muß eine Hand haben; wer ein Gewerbe hat, besitzt ein Gut; und wer einen Beruf hat, bekleidet ein Amt, das ihm Geld und Ehre bringen kann. Aber das Land muß bearbeitet, das Gewerbe betrieben und der Beruf besorgt werden. Ein fleißiger Mann stirbt niemals Hungers. Fleiß ist der Vater des Glücks; und Gott gibt alle Dinge dem Fleißigen. Die Sparsamkeit muß den Fleiß unterstützen. Eine fette Küche macht ei⸗ nen leeren Beutel, und wer reich werden will, muß eben so sehr auf das Sparen, als auf das Gewinnen denken. Durch ganz Indien ist Spanien nicht reich geworden, weil es mehr ausgab, als einnahm. Eine Narrheit kostet mehr zu unterhalten, als zwei Kinder. Wer Leckerbissen zu sehr liebt, wird zuletzt am Brode Mangel leiden. Liebe zur Kleiderpracht liegt als ein Fluch auf dem Menschen. Ehe man seine Neigung frägt, sollte man seinen Beutel fragen. Kleiderstolz ist eine unverschämte Bettelei. Es ist leichter, die erste Begierde zu unterdrücken, als allen folgenden Genüge zu leisten. Der Stolz speiset zu Mittag mit der Pracht und zu Abend mit der Verachtung. Charade. Mein Erstes stellet sich als Sylbenpaar Des Näthsels, welches ich hier bringe, Ganz deutlich deinem Auge dar, Und deutet doch verborgne Dinge. Mein Letztes schließt in feste Orte Verbrecher ein von jeder Sorte. Erräthst du meines Ersten Sinn, Ich dir das Ganze nicht mehr bin. Al u flösung des Näthsels in Nr. 5. Freimüthigkeit. Die menschliche Schwäche. Von mannigfachen Menschenschwächen Läßt die am öftesten sich seh'n: Daß viele Leute nicht zu sprechen Und auch zu schweigen nicht versteh'n. J. F. Castelli. Nuͤtzliches Allerlei. 3. Verwahrungsmittel gegen die Cholera. Dem Schreiben eines in Lemberg lebenden geschickten deutschen Arztes zufolge, dient nach⸗ stehendes äusserst einfache Mittel zur Verwoh⸗ rung gegen die Cholera. Man binde überein andergelegtes dichtes Papier mit einem Tuche dergestalt auf den Magen fest, daß es densel⸗ ben beinahe ganz bedeckt. Von vielen Hunderten, welche sich dieses Mittels bedienten, soll auch nicht ein Einziger 1 der entsetzlichen Krankheit befallen worden eyn. 4. Kartoffelbrod. Die gewöhnliche Art, Kartoffelbrod zu machen, ist: daß man die Kartoffeln kocht, sie zerreibt oder zerquetscht und dann mit Mehl ver⸗ mengt. Diese Behandlungsweise ist nicht zu loben. Man reinige die Kartoffeln, schneide sie in kleine Würfel; dörre sie hernach im Back⸗ ofen hart; lasse sie wie das Korn in der Mühle mahlen, und vermenge drei Theile des Kartof; felmehles mit einem Theile Roggenmehl. Auf diese Weise erhält man ein gutes, nahrhaftes und wohlschmeckendes Brod, dessen Vortheile bei theuren Kornpreisen von selbsten in die Augen fallen. Nedaction und Verlag der Brühl'schen Buch- und Steindruckerei. 1