23 Latern Dritter Jahrgang. Gießen, 11. Juni 1835. Erscheint wöchentlich zweimal. Preis für Stadt und Umgegend mit Bringerlohn monatlich 12 kr. f Ankle Nummern 2 kr. Auswärtige können nur bei den nächsten Post⸗ ämtern 3 Monate abonniren, wobei der übliche Postaufschlag eintritt. i Gute Aufsätze für's Laternemännche werden mit Vergnügen aufgenommen und nach Umständen auch honorir.— Stadtbriefe können nur angenommen werden, wenn solche mit einer Franko⸗Marke Versehen sind. Die Expedition ist Marktstraße Lit. X. Nr. 12. Da dieses Blatt nicht allein hier und Umgegend, sondern auch in fast allen Städten dieser Provinz stark, gelesen wird, so eignet es sich Lonzießeh zu une enen und berechne ich 4 ee. Petit⸗ mit 2 kr. ild Brennecke in Paris zur Weltansstellung. Humoristische Genre⸗ Bilder aus dem Pariser Leben von A. Hopf. Zweites Kapitel. Juteressante Bekanntschaft mit zwei Journalisten.— Dupirt sie.— Trifft Sennora Pepita.— Unterhaltung mit ihr.— Versäumt den Zug.— Wie er sich zu helfen weiß. Brennecke(mit Gepäck auf dem Bahnhofe. Er wen⸗ det sich an ein paar Perret die im eifrigen Gespräch begriffen sind.) Erster Herr. Verlassen Sie sich drauf, ich habe mit dem Portier[des französischen Gesandten gesprochen, die Sache ist richtig; er übernimmt den 5 in der Krimm. Zweiter Herr. Und ich mme direkt vom tusst⸗ schen Gesandtschaftshotel, wo mir das eine Küchenmädchen gesagt hat, man hätte in der Bedientenstube ganz be— stimmt behauptet, Rußland würde auf neue Conferenzen antragen.*. Erster Herr. Ich konnte Ihnen auch sub rosa vertrauen, was Preußen nun definitiv beschlossen hat. Zweiter Herr. Der tausend!— da bin ich doch neugierig!— f Brennecke(zwischen tretend). Ja, des möchte ich voch wissen. Beide Herren. Ha, Verrath! Wir sind belauscht. Erster Herr. Wer sind Sie? Brennecke. Mit Respekt zu melden, ich heiße Bren⸗ necke, bin Particulier und lebe von meinen Renten. Zweiter Herr. Das ist recht hübsch von Ihnen; indessen wie kommen Sie dazu—? Brennecke. Bloße Neugierde. Wenn ich höre, wo von Weltgeschichte gesprochen wird, da kann ich nicht an mir halten, da muß ich mir belehren, und muß ein Wort mit reden, was man polit'sche Bildung nennt— Denn sehen Sie, ich besuche alle Dage, regelmäßig die Kammer, un setze mir gewöhnlich auf der Journalisten Loge, weil man da am Wenigsten versteht, da kann man seine Ge⸗ danken so recht rum spazieren lassen, und freuen sich, daß es doch noch einen Artikel giebt 85 uns, der zoll⸗ frei is.— a Erstex Herr. Ah, jetzt kenne ich Sie, lieber Bren⸗ necke.— Aber jetzt bemerke ich erst, daß Sie vollständig zur Reise gerüstet sind. Wo wollen Sie denn hin? Brennecke. Ich will nach Paris, un sehn, was ich an die Ausstellung auszustellen finden werde. Zw. Herr. Sie reisen also zu ihrem Vergnügen! Brennecke. Ja, das heißt— Sie wissen woll— man hat Verbindungen,— es giebt mitunter Aufträge, worüber man nicht öffentlich spricht,— un Dinge, die man selbst nich gern den Telegraphen anvertraut, weil man immer nich wissen kann, ob Meier nich an die Börse damit spekulirt. Erster Herr. Uns können Sie schon Ihre Mission mittheilen, wir sind verschwiegen. Zw. Herr. Nur eine entfernte Andeutung: wir wer⸗ den schon was daraus machen. Ich brauche heut noth⸗ wendig einen Correspondenz⸗Artikel für den„ Hallischen Courier.“ Brennecke. Ja, wenn Sie mir die Hand drauf ge⸗ ben wollen, daß Sie mir nich verrathen—— Beide Herren. Hand und Wort! Brennecke(geheimnißvoll). Na, denn will ich Ih⸗ nen man gestehen, ich habe eenen Brief an den Kaiser der Franzosen in die Tasche. N Beide Herrn. An den Kaiser persönlich? Brennecke. Seulement, a sa mains. Donnerwetter, det Französche is doch schwer! Erster Herr. Aber von wem sind Sie beauftragt? Zw. Herr. Kennen Sie den Inhalt des Briefes? Erster Herr. Hat er Bezug auf Preußens Stellung zu der orientalischen Frage? Brennecke(abwehrend). Keine Ueberstürzung!— Es is ein Brief von meine Frau an Louis'n, wo⸗ rin sie ihm das Mittel angibt, was er einnehmen soll, damit er Sebastopol einnehmen kann. Erster Herr(entrüstet). Wollen Sie uns etwa dupiren? 9 5 Brennecke. Nich im Geringsten; ich kann Ihnen so⸗ gar das ganze Rezept auswendig hersagen, wenn Sie vielleicht Gebrauch davon machen wollen. Sie nehmen zuerst een halb Pfund Revalenta, drei Sardellen, eene Hand voll klene Rosinen, etwas gewürfelten Speck, und denn——— Adje, meine Herren!— Schreiben Sie das an den„Hallschen Courier,“ un grüßen Sie den Pro⸗ 7 10 2 3 — ——— 7— fessor Leo dabei.— Ha! Ha: paar Journalisten, wie sie. beschrieben hat, ehe er Hofrath geworden is. Alle Wetter! Wer kommt denn da?— Is des nich Pepitge— tör, mia cara Sermnora!— Sehr erfreut, anßerordent⸗ lich erfreut, Ihnen hier zu sehen.— Wollen Sie denn voch Berlin verlassen? Pepita. Brennecke, Ihr habt geschrieben meiner Biographie in einem wunderschönen Styl.— Ich danken Euch. Brennecke. Sehr obligirt, schönste Sennora. Sie müssen so vorlieb nehmen mit meinen Styl; er is etwas geradezu, oder sonst find't er die allgemeinste Bewunde⸗ rung. Also, Sie erlauben mir die Wiederholung von meine. Frage: lassen?. 1„ 1 50% Pepita. For ever. Laufen Sie mit das undank⸗ bare Berlin, was eine Künstlerin wie ich so schmachvoll vernachlässigt um ein englischer Backfisch mit gelber Haare und Augen von Wasserblau, und dieser Backfisch tanzt die Hornpipe— pfut! ich kriegen der gemeine Worte nicht über meine purpurne Lippen! Brennecke. Sennora, ich theile ganz Ihren Seen Sie haben Recht, das Berliner Publikum is so wankel⸗ müthig wie die Regierung von—— Oest—— na, Sie wissen schon, wem ich meine. e kamen, schwärmte Alles vor Ihnen. 14980.„ Pepita. Alles vor Pepita.. Brennecke. Richtig. Da mußte Allens spanisch sind. Die Damen trugen spanische Roben, spanische Hüte und spanische Mäntel, und die Männer sogar spanische Leib⸗ röcke und wer weeß was noch. In's Theater gerieth Allens außer sich, wenn Sie ihre allerliebste Madrilena tanzten, un jetzt steht bei die Männer die Hornpipe eben so hoch, wenn nicht noch höher.— Aber des is des Loos des Schönen uf der Erde, sagt Schiller. Pepita. Sennor Brennecke, Sie seyen ein Mann von Geschmack und Weltkenntniß. Rathen Sie mir zu gehen nach Paris? 110 Brennecke. O gewiß. Aber wenn Sie Geschäfte machen wollen, denn nehmen Sie Viti'n aus Rom mit un der muß Ihnen uf die Drehscheibe als lebendes Bild zeigen. Pepita. Wie ist das? Brennecke. Nu Sie kleiden sich aus als Juno oder als geraubete Rabienerin und dergleichen—— Pepita. Auskleiden? Brennecke. Oder nennen Sie's ankleiden, meinswe⸗ gen; aber jedenfalls gefallen Sie bei die Pariser weit besser, wenn Sie sich außkleiden, was man maskiren nennt. Pepita. Sie haben Recht, Sennor. Ich werde über⸗ strahlen diese englische Miß Thompson. Man wird mich verehren in Paris, wie früher in Berlin. Brennecke. Ganz bestimmt. Man wird an Ihnen schon das Alter ehren.— Aber was is denn des vor'n Gerenne? Hör'n Sie mal, Sie, Klose; Was rennen Sie denn so? 1 Klose(in vollem Laufen). Ich will nach Paris; meine Tochter ist da vor's kaiserliche- Theater engagirt. Brennecke. Na, ich will ja och hin, warten Sie doch een Visken: ick muß mir erst een Billet koofen.— Der hört jar nich mehr, un die läuten glob ick schon zum zweetenmal.— Adje Sennora. Uf Wiedersehn in Paris. Wo is denn bier des Billetbüro?— Herrjeh's! die Lo⸗ komottve pfeift schon. Da geht's ab!(Er läuft nach.) Wie meinen Sie, ich als lebendes Bild? Ha!—— Det sind so'n Meiner Seele! — Meiner Seele:—(Tritt an sie heran). Vot servi- Ah, mein sehr ehrenwerther Don Ranudo wirklich, wollen Sie Berlin ver⸗ N 114 men und beizustehen. lichste ist, daß er das Wasser mit Wasser zersetzt. Geda! Hören Sie doch, Maschtnist!! Schaffner!!! Herr Güter⸗Inspector!!!! Ick muß ja noch mit, un sollte ick mir 1 en in's Schlepptau nehmen!— (Er erreicht noch den letzten Wagen, ergreift hinten die Kette, und springt immer hinten nach, bis zur nächsten Halt⸗ Station.) 8(Forts. folgt.) e General Pelifsier heißt also der Mann, auf den aller Augen gerichtet sind und der in der Krim all' das Verdorbene wieder gut machen soll. Dieser tapfere Mann wax als Lieutenant in Paris so ziemlich liederlich, und darum nach Algier zur Fuembentegten geschickt, wo er sein lockres Leben durch seine famose Tapferkeit bald vergessen machte. Es ist wahr, daß er sich dorten einmal bei ei⸗ nem arabischen Fort von den eignen Soldaten über eine Mauer werfen ließ, mit dem Bedeuten ihm nachzukom⸗ Diese Entschlossenheit imponirte bei den Soldaten. Während sich Pelissier verzweifelt mit den Arabern herumschlug, sprangen diese wie toll über die Mauer nach und eroberten so das Fort.— Der Kaiser Napoleon soll anf Pelissier mehr Verkrauen haben, als auf Canrobert, der mit seinem zwanzigtägigen Bombar⸗ dement, von welchem er sich Wunderdinge versprochen, gar nichts ausgerichtet hat; dann wird ihm zum Vor⸗ wurf gemacht, daß er die Russen bei Simpheropol nicht angegriffen und geschlageu und Sebastopol eingeschlossen habe.— Wir werden nun sehen, wie unter der neuen Direction die Angelegenheiten gehen werden. Der unlängst geköpfte Kaiserattentäter soll mit vieler Todesverachtung das Schaffot bestiegen haben. Er hat wiederholt vive la republique, gerufen, selbst als sein Kopf schon unter dem Beile lag. Seltene Charakterstärke! Das erinnert an jenen Grafen, auch ein Italiener, der als er geköpft werden sollte, sich die Gnade ausbat, nicht mit dem Bauche, sondern mit dem Rücken aufs Bret gebunden zu werden, damit er aufwärts blicken und das Beil kommen sehen könne. Eine eigne Liebhaberei! — f Von einem afrikanischen Könige, natürlich ganz schwarz erzählt die Modezeitung folgendes, das gewiß drollig lau- tet: Da erfordert nämlich die Hofetiquette, daß wenn Seine Majestät nießen, die gesammte Umgebung eben⸗ falls nießen muß; wenn Allerhöchstdieselben husten, muß die ganze schwarze Gesellschaft auch mit husten. Was mögen da die Herren Kammerherren und Kammerdiener den Himmel anrufen. daß er Seine Majestät recht warm halte. Aber das Allerschönste bei dieser Geschichte ist noch, daß wenn die afrikanische Majestät vom Pferde 1325 die ganze Begleitung ebenfalls herunterpurzeln muß. Da läßt sich doch wenigstens das Voltigiren gut lernen. 5 In London soll ein Schlesier, der Mechaniker Plus eine kostbare Erfindung gemacht haben. Er heizt und be⸗ leuchtet ein ganzes Haus mit zersetztem Wasser 24 Stun⸗ Das Abenteuer- Seine Batterie von 100, Plattenpgaren,(in einer neuen, pa⸗ tentirten Construction) wird blos mit gewöhnl ichem Was⸗ ser, ohne eine Spur von Schwefel⸗ und anderer Säure, gefüllt und zersetzt. das Wasser so schnell und dauernd, daß das gewonnene Wasserstoffgas hinreicht, ganze Häuser zu beleuchten, zu heizen und Alles zu braten und zu kochen, was verlan igt wird. Der Erfinder ist in die Hände von Engländern, Franzosen und einem Deutschen gera⸗ den lang für noch nicht einen Dreier. — — 115 then, die sich um ihn wie Raubthiere streiten und sich wegen des Gewinns nicht einigen können, so daß die wich⸗ tige Erfindung seit Wochen ruht. Da sie aber nun ein⸗ mal da ist, wird sie sich auch geltend machen und der Menschheit ein Brenn- und Heizmaterial liefern, das auf Millionen Jahre, das in Ewigkeit umsonst zu haben sein wird, da drei Viertel der Erde aus Wasser bestehen, und der Verbrennungsprozeß ohnehin immer wieder Wasser bildet. Also gu'n Morgen Herr Plus und gu'n Nacht ihr hess- und kurhessschen Klaftern, gu'n Nacht Holz⸗, Stein⸗ und Braun- Kohlen! Ich haͤtt' gern für drei Kreuzer Wasserstoff, Herr Apotheker! Die Behörde in Paris hat die Milch nicht blos als ein Getränk, sondern für ein unentbehrliches Nahrungs⸗ mittel erklärt, und darum 50 Franken Strafe draufge⸗ setzt, wenn die Milch verfälscht wird. Doch endlich mal eine nachahmungswerthe Pariser Mode, die bei uns auch besser wäre, als die neue Mode der ausgeschnittenen Kleider. Für Jagvliebhaber sey kund und zu wissen, daß im vorigen Jahre in Siebenbürgen 76 Bären und 771 Wölfe erlegt worden sind. Die Jagd ist dorten dadurch erleich⸗ tert, daß man zur Wolfs ⸗ und Bärenjagd keinen Jagdpaß zu loͤsen braucht und die Gendarmen Niemanden die Flin⸗ ten, wie in andern Gegenden, konfisciren dürfen. In Balaklava wimmelts in neuerer Zeit von Ochsen und Eseln; hieraus schließt man, die Westmächte wollten sich darauf setzen und eine Excursion ins Land machen. Sogar die Esel sind heutzutage vor den politischen Com⸗ binationen der Zeitungschreiber nicht sicher. Der Vetter Schneider an seinen Vetter Heinrich, der gewöhnlich rasirt. 5 Lieber Vetter! Die heurigen schlechten Zeiten sind gewiß für Jeden zu Re⸗ flexionen geeignet, um so mehr, wenn man in diesen schlechten Zei⸗ ten auch noch seine besten Freunde von der allgemeinen Charak⸗ terlosigkeit, die ja steis die Begleiterin alles Schlechten ist, ange⸗ steckt sieht!— i So dachte auch ich nach einem traurig verlebten Sonntag nach⸗ mittage; es ist wahr!„es gibt Augenblicke im menschlichen Leben wo Pferde kreppiren!“ und erinnerte mich dabei an die guten al⸗ ten Zeiten, da wir so innige Freunde waren, daß wir keinen Au⸗ genblick ohne einander sein konnten. In dem Augeublicke, als ich gerade über Deinen Verlust wehmüthig werden wollte, kamen ei⸗ nige andere Bekannten aus der„alten Zeit,“ da Du in Deinem schlichten Kamisol, noch ein eben so schlichtes Herz trugst als wir, und erinnerten mich daran, daß Veränderung das Leben gerade erst schön mache; und sie wollten gar nicht begreifen, wie ich's Dir verüblen könnte, daß Du einen Mann aus Dir gemacht ha⸗ best.„Ach, sagte ich, das nehm ich ihm ja gar nicht übel; aber daß er über seinen Bällen, seinen rauschenden Vergnügungen und re⸗⸗ chen Bekannten mich so ganz und gar vergißt, daß er nicht ein⸗ — mal mehr zu wissen scheint, daß ich ihm seinen alten Sonntags⸗ rock,(den er jetzt noch in der gewöhnlichen Praxis trägt) flickte und sich schämt, mit mir zu gehen, weil er jetzt einen besseren Rock trägt“ ꝛc. zc. a „Ei, sagten wieder meine Freunde, für das Flicken seines Rockes hat er Dich ja bezahlt.“ Ja! versprochen hat er mir zwar 18 Kr. — aber dabei blieb's“ i Thor! fiel der ganze Chor jetzt ein, das ist's ja eben, er schämt fich weil er trotz allen Bällen, Parthien ꝛc. Dich nicht bezahlen ann! Lieber Vetter Heinrich! da war nun an mir die Reihe mich zu schämen, daß ich Deinem Zartgefühl so schreiend Unrecht gethan hatte und ich setzte mich gleich hin um Verzeihung zu bitten, daß ich Dich jemals an die mir schuldigen 18 Kr, erinnerte. Und somit leb' vergnügt in Saus und Braus und sey überzeugt, daß ich stets in schuldigem Respekt vor Deinem Zartgefühl ver⸗ bleibe f Dein Vetter Ch. Malzdier: Waß fehlt D'r, Hammelcher, daß De widder so mist⸗ vergnigt bist, Hammelcher?? Schlammbeißer: Sey schtill unn schtoß mich nitt noch ganz in de Dolch der Verzweiflungk! weißte dann nitt, daß mei treuer Col⸗ leg, der edle Canalmüller, mit der Saltänzerschmadamm dorchge⸗ gange iß? Malzdier: Hurrjöhs! Unn kommt aach gar nitt widder? Schlammbeißer: Nä, nie nitt! Malzdier: Dann will ich Dei Mitagent sei! Schlammbeißer: Wird angenomme unn ahner druffgenomme. (Sie eilen umarmt in die Tabagie.) Malzdier: Waß sagste zon Vesu v, Hammelcher? Schlammbeißer: Waß soll ich zum Vesuv sage, ich krieg'n gar. nitt ze seh. Malzdier: Ich meine de feuerspeiende Berg der bei Neapel liegt unn widder ausspeit? a Schlammbeißer: Soo, liegt der jetzt bei Neapel? dann isses nitt zu bewunnern, daß'r ausspeit! 5 Malzdier: Freilich! Unn wann m'r emal's Geschäft als feuer⸗ speiender Berg hat, dann kann m'r wahrhaftg kei Friedensconfe⸗ renze uff sich abhalte lasse! Dankbarkeit. Nur das ursprüngliche Schiefe vergißt nie, was es dem Schneider schuldig ist. Theater- Bericht. Gestern hatten wir das Vergnügen Fräulein Eppert vom Großherzoglichen Hoftheater in Darmstadt als Gast und zwar im Pariser Taugenichts, als Louis, auf unserer Bühne zu se⸗ hen. Man muß gestehen, ihre Leistungen sind meisterhaft und vollendet zu nennen. Die Vereinigung des Leichtsinnes mit der Gutmüthigkeit, die Uebergänge vom Scherz zum Ernst, waren er⸗ heiternd und ergreifend, mußte also auch den größten Beifall fin⸗ den, und wir glauben überzeugt zu sein, daß sie bei ihrem zweiten Auftreten ein noch bedeutenderes Publikum anziehen wird. Kräf⸗ tig stand Herr Dir. Fix als General Horie der lieblichen Künst⸗ lerin zur Seite. Herr Denemy war äußerst ergötzlich in der Rolle des Herrn Bizot, Schwazhaftigkeit und Angst am rechten Ort ohne zu übertreiben. Die ganze Vorstellung kann man eine recht gelungene nennen und wir wünschen dem Fleiße unseres Ga⸗ stes, sowie der Gesellschaft den besten Erfolg. Mehrere Theaterfreunde. Allgemeiner Anzeiger. Oi: Oo kann als sichere Hülfe Jedermann das Dr. White'she Augenkranken Augenwasser von Traugott Ehrhard in Altenfeld in — Thüringen, welches bei allen Formen von Augenkrankheiten sicher, kräftig und schnell wirkt, angerathen werden.— Es ist mit Fürstl. Privilegium beliehen und kostet nebst Gebrauchs⸗ auweisung unter Franer⸗Einsendung oder Postnachnahme blos 10 Sgr. à Flacon und ist f f 90 nur ächt zu beziehen durch Herrn Julius Wallach in Gießen. —— —— . * ———— 1 —— ..— — 116— 7 451 Invem ich einem verehrlichen Publikum für diese Senmefigisaft mein auf das Vollkommenste assortirtes EFEEibii nisi empfehle, mache ich gleichzeitig auf 15 l gesord entlich ili gestellten 1 8155 auf fmerksam: ff — Feine Sommer-Paletot's von Tuch und Lüster.. von fl. 5— k bis zu N 155 Ord. Sommer⸗ Paletot's von Sommerzeug u. Cassnet„„ e Feine Sommerbourking⸗Hose n V 10475 1 Ord. Sommerhosen. e 2 enn b c 777C%%C%Cͤ ¾ Ä Feine und ord. Pique⸗Westen 35„ e Feine und ord. Schlafröck e 4 30 5 6. 48 kr. Einen vollständigen Sommeranzug zu fl. 5. Gleichzeitig füge ich die Bemerkung bei, daß ich auf Bestellung alle nur vorkommende Herren-Anzüge, unter e Berechnung und auf's Schnellste anfertigen lasse. Simon Löb's Wittwe.. 61] Mein Leinwand⸗ Lager; bestehend in ächter Hausmacher-, Bielefel⸗ der und g gerkeic war, Tisch⸗ und Handtücher⸗ Gebilden, Tafelgedecken mit 6 und 12 Servietten, leinenen und baumwollenen Taschentüchern, desgleichen Foulards, bunte Bett⸗ Tisch⸗ und Comode-Decken, Bettzeugen, Bettzwillchn und Barchenten, Schürzenleinen, Schock⸗ nud Packtuch, Futternessel, sowie in allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln, stets auf'sReichhaltigste assortirt,. ich zu sehr billigen Preisen. a Julius Wallach am Marktplatz. a 2 in schön möblirtes, fü n ein⸗ 0 Theater⸗Anzeige. N 2 immer 10 5 9 0 0 N Dienstag den 12. Juni 1855. 1 d ist zu vermiethen und kaun sogleich Aus besonderer Gefälligkeit für die Ge⸗ bezogen werden bei 8 e Se sell schaft, letzte Gastdarstellung der Fräulein a f für eine kleine Familieer zwei einzelne Eppert, vom Großh. Hoftheater zu Darm⸗ Lo is, Herrn ist billig zu vermiethen, und knn stadt, in„ sogleich bezogen werden bei. J. f Dumm und gelehrt. 5 lisvir Bründgasse ö 8 J i 8 7 7 r Dramatischer Scherz 2 5 von J. v. Plötz. 209 we Fa miT d e en 1 g f b 4 sind zu vermiethen bei Philipp Schmall, Des Goldschmieds Töchterlein. N 9770 f in der Mühlgasse Altdeutsches Sittengemälde in 2 Akten.—.— 8 Fruchtpreise in Gießen. a f Sophie und e Fräulein Ag⸗ bah Am 8. Juni 1855. 3 6 nes Eppert vom Großh. Hoftheater zu Moien, das Malter(200 Ad).. fl. 40 1 f Korn, 7. 57(18 77„** Dormsadt. i Gerste,, 400 e e ee de Jean ir, Safer.. e Noe, e en ee 45 Theater-Unternehmer. 8 1 469 25„5„% 1230 1* 7 1** 5 72„ edruckte, in allen Formen und für alle een(220 un 9 30 Rechnungen, Geschäst leute, Geschäftsbücher, Frem⸗ Kartoffeln, das Maller(200 Pfd.)...„ 5— denbücher, Speisekarten, Nachtzettel ꝛc. sind stets vorrä⸗. TTT thig zu haben in der Buchdruckerei ven 5 8* zu h Emil Kratz, Cours Bericht. 5 Schiseree Nach dem Frankfurter Coursblatt 47 Von den so rühmlichst bekannten vont 10. Jun 1855 2 8 ö Hühneraugen ⸗Pflästerchen, 14 8878 5 der Gebrüder Lend ner aus Tirol, Neue Louisd'or. 5„ fl. 10 45 habe ich wieder eine Sendung erhalten und sind solche Pistolen„ einzeln zu 5 Kr. und im Dutzend zu 54 Kr., nebst Ge⸗ 5 0 5 2 n 99 75 brauchs ⸗Anweisung bei mir zu haben. f Nan Bukalen nn, Wilhelm Schmall, 20 Frankenstücke 7„ee in der Neustadt. Send e c 5 5 3 i 9 Bold al Marco b. 21 9 2 171 ein schön moͤblirtes, mit der Aussicht Preußische Thaler 335 45. 5 1 * In 1. Mer, in den botanischen Garten ist zu ver⸗ 5 ditto Cassenscheine 7405 3 555 miethen, bei wem? sagt die Erp. dieses Blattes. Hochhaltig Silber 76 9 1538 Redaction und Verlag von C. Schild in Gießen.— Druck von E. Kratz.