atern ** 1 ö 73% Dritter Jahrgang. „ 70 * Gießen, 7. Juli 1835. Erscheint wöchentlich zweimal. Preis für Stadt und Umgegend mit Bringerlohn monatlich 12 kr. Einzelne Nummern 2 kr. W. 34. Auswärtige können nur bei den naͤchsten Post⸗ ämtern 3 Monate abonniren, wobei der übliche Postaufschlag eintritt. Gute Auffätze für's Laternemännche werden mit Vergnügen aufgenommen und nach Umständen auch honorirt.— Stadtbriefe können nur angenommen werden, wenn solche mit einer Franko-Marke versehen sind. Die Expedition ist Marktstraße Lit. K. Nr. 12. Da dieses Blatt nicht allein hier und umgegend, sondern auch in fast allen Städten dieser Provinz stark gelesen wird, so eignet es sich vorzüglich zu Anunonsen, und berechne ich 1 5 eilen Petit⸗ * 1* zeile mit 2 kr. Schwimmende Patterien gegen Kronstadt und die N Nasmith'schen Schmiedeisen⸗ Kanonen. N(Fortsetzung.) 3 So hat denn auch wirklich die Regierung die schon lange in den Zeitungen besprochenen Nasmyth'schen Ka⸗ noneuriesen von Schmiedeeisen ausgeführt, welche Ku⸗ geln von 2 bis 300 Pfund in die dicksten Granitfelsen schmettern. Ein Regen von solchen Kugeln aus den schwimmenden Batterien, meint Nasmyth, müsse ganz Kronstadt mit Zubehör zu Wasser machen können. We⸗ nigstens würden die vorhandenen Mittel dazu einen vor⸗ theilhaften Frieden beschleunigen und sichern, weil nach der politischen Gerechtigkeit Jeder desto mehr sich friedlich herausnehmen könne, jemehr er das Recht dazu durch seine Kriegsmittel nöthigenfalls praktisch zu beweisen im Stande sey. James Nasmyth mit seiner„Bridgewater“ Schmiede in Patricoft ist der berühmteste Eisenmann Englands und ein Schmied von europäischem Rufe. Er versteht und behandelt das Eisen wissenschaftlich, aber nur im Großen mit Dampfeisenhämmern, wo ein Schlag mehr thut, als 2000 der schwersten Hämmer in den üblichen Handschmie⸗ den. Eine Ansicht eines solchen Dampfhammers ist ein interessanter Anblick. Er besteht aus einer massiven Ei⸗ senkeule von einigen tausend Centnern, die durch Dampf getriebenes Räder- und Hebelwerk geschwungen wird. Der Theil des Hammers, welcher die zu schmiedenden Eisen⸗ massen trifft, kann durch Einschieben verschiedener eiserner Formen auch zu verhältnißmäßig feiner Arbeit verwendet werden, so daß er glatte Ebenen, Auskehlungen aller Art; und mathematisch genaue Formen bis zum vollkommensten Halbeirkel aushauen kann. 10 Was die großartigsten Produkte der Dampf-Ham⸗ mer⸗Schmiede, die Kanonen von Schmiedeeisen betrifft, so lassen wir den Autor derselben, James Nasmyth, selber reden, wie er die Sache vor einigen Wochen in der„Ti⸗ mes“(Zeitung) darstellte: „Wenn ich Ihnen sage, daß die Kraft des Schmiede— eisens sich zu dem Gußeisen wie 6 zu 1 verhält, begrei⸗ fen Sie gewiß ohne Umstände, wie wichtig dieses Verhält⸗ niß in Bezug auf Kanonen ist. Ein sechsfach größerer tismus, diese Kanonen zu liefern. Widerstand gegen Explosion des Kugeln schleudernden Körpers gibt uns eine sechssach größere Gewalt und Trag⸗ weite gegen die bisher für uneinnehmbar gehaltenen Fe⸗ stungen. Was würden wir von einem Manne halten, der Gußeisen für Lokomotivräder- Axen oder für Schiffs⸗ anker vorschlüge? Aber ist es nicht unendlich abschrecken⸗ der, Gußeisen für Kanonen zu verwenden, da praktische Männer bereits wissen, daß die Cohärenz, die Zähigkeit im Zusammenhalten, des Gußeisens desto rascher und be— deutender abnimmt, je dicker und massiver der Körper ist, den wir daraus machen? Und warum werden nun doch gußeiserne Kanonen beibehalten, denen doch mehr zugemu⸗ thet wird, als den Ankern und Eisenbahn-Aren? Warum opfern wir lieber Tausende von Menschen und Millionen von Pfunden, da wir doch mathematisch wissen, daß wir mit den bisberigen Mitteln den Festungen des Feindes nichts anhaben können? Wie viel Tausende von Kugeln sind in die Luft oder machtlos gegen Granit und Festung geschossen worden, obgleich die Sachverstaͤndigen wissen müssten, daß dieses reines Kinderspiel sey! Nur Schmie⸗ deeisenkanonen, welche Zwei- bis Dreihundertpfündner aus Entfernungen, die dem Feinde unerreichbar sind, gegen dessen Befestigungen schleudern, können uns einen Erfolg im Kriege und einen ehrenvollen Frieden sichern. Meine Dampfhämmer sind im Stande, mit Hülfe meines lebens- länglichen Studiums und Prakticirens in Bearbeitung großer Eisenmassen, mit Hülfe meines Herzens und Patrio⸗ Sollten auch Andere mit Ausführung derselben betraut werden, soll es meine größte Freude sein, mit meiner Erfahrung nach Kraͤften zu helfen.“ a 8 Der Brief traf in die Festung der monopolisirten englischen Aristokratie, da dem Schreiber Hunderttausende von Pfunden aus Privatmitteln angeboten wurden und der Fall Englands vor Sebastopol nicht mehr zu beschö⸗ nigen und zu beschminken war. Das Aberdeen⸗-Ministe⸗ rium gab James Nasmyth unbegrenzte Vollmacht, seine Pläne für die Regierung auszuführen. Damit aber auch das inzwischen zu Stande gekommene neue Ministerium zeige, daß es seine Erbweisheit nicht aufzugeben gedenke, fingen sich ein Paar Kriegsministerien über die Formen jener Vollmacht zu zanken an, so daß Nasmyth, nachdem er Alles in Gang gebracht, Befehl bekam, bis auf Wei⸗ teres Ferien zu machen. Der Herzog von Neweastle, damals Haupt des siebenköpfigen Kriegsministeriums, vom Unterhause darüber zur Rede gesetzt, entschulpigte sich da— mit, daß solche Mißverständnisse und Ferien unter jedem Vexwaltungssystem vorkommen könnten. sich die Herren, da man Schmiedeeisenkanonenkriege aus Privatmitteln drohte, Später einigten so daß nun wirklich diese Kanonen gehämmert wurden und den allerstärksten Versuchen, sie zum Platzen zu brin⸗ gen, bereits ihren unerschütterlichen Eisentrotz entgegenge⸗ setzt haben. Uebrigens brauchen sich deshalb Kronstadt und Sebastopol noch immer nicht ernsthaft zu fürchten, denn auch das Ministerium Palmerston entwickelt ein rie⸗ siges Talent, Personen und Sachen immer da anzustellen, wobin sie gar nicht passen und Herren zu Ministern von Abtheilungen zu machen, Lon denen sie nicht das Geringste versteben; dagegen sie von allen Sphäxen abz zugchh welche sie gerade fachmäßig studirt haben. So steht vorläufig noch zu erwarten, daß immer ziemlich jedes Ding und jede Person dahin gestellt werden wird, wo es den meisten Unfug anrichten kann, damit es überall fehle, wo es hingehört, so daß also auch die Schmiedeeisenkanonen sich überall hin verirren mögen, ehe sie mit ihren großen Augen sich Kronstadt und Sebastopol gehörig ansehen. Das ist so Regel im officiellen Eng⸗ land, wo nach Dickens vortrefflicher Schilderung der neuen großen, Röcke für die Straßen⸗ Constabler immer der kür⸗ zeste Polizeimann für den längsten Rock und der längste für den kürzesten, der dickste für den engsten mit Ifeinem Kennerauge herausgesucht und mit officieller Gewalt. Hhinein⸗ gesteckt wird. —. 3 Ausgesuchte Mache. In den vierziger Jahren lebte unter den Linden zu Berlin ein gelehrter Doctor und Hofrath, der, schon von jeher eine notorisch komische Berühmtheit, plötzlich durch seine Heirath und deren Entwickelung auf ein paar Tage ausschließliches Stadtgespräch ward. Er hatte eine uner⸗ meßlich reiche Erbin aus Amerika geheirathet, die expreß nach Berlin gekommen war, um den berühmten Hofrath zu fangen. Sofort nach der Trauung war sie mit Hin⸗ eben einiger Papiere verschwunden. Die Papiere sagten, daß sie eine von einem Engländer gekaufte lieder⸗ liche Person sey, expreß gesandt, um den Hofrath auf ewige Zeiten lächerlich und moralisch tod zu machen. Der Engländer hatte nämlich bei seiner Abreise von Berlin seine Geliebte dem Hofrath anvertraut und ihm für sie und deren Kind Jahre lang Geld geschickt, nachdem letz⸗ terer ihm die glückliche Entbindung der Geliebten gemel⸗ det. Nachdem der Hofrath Jahre lang Berichte über die Geliebte und die herrliche Entwickelung des Kindes einge⸗ sandt und dafür die regelmäßig einlaufenden Geldsummen empfangen hatte, erfuhr der Engländer, daß die Geliebte bei den Entbindung mit sammt dem Kinde gestorben sey. Die Rache des Engländers bestand in der Heirath des Hofraths, die ihn aus Berlin trieb. Dies war eine ausgesuchte Rache. Noch künstlerischer und kostbarer war die eines andern Engländers, den noch ganz Paris durch die Operngucker bewundert, so oft er in seiner Loge der großen italienischen Oper erscheint, obgleich er dort Stamm⸗ gast ist. Ex gilt für einen großen Kunst⸗-, besonders Gemäaldekenner. Zu diesem Rufe kam er besonders durch die Art, wie er sich an einem Künstler rächte. Er war einer von jenen beduinenartigen Englaͤndern, die in allen ersten Hotels Europa's zu finden sind, wenn sie der Ab⸗ e inzwischen wieder mit einem 134 Künstler übrig bleibe. wechselung halber nicht einmal in Aegypten, Indien, China, oder am Cap der guten Hoffnung reisen. Er reisßdte stets und zwar immer mit seiner jungen, schönen Frau, die um soß reizender und liebenswürpiger erschien, da sie ihre jr⸗ gendliche Heiterkeit, Schönheit und Lebenslust geben ihrem glatten, steifen, kaltblütigen, trockenen, gemessenen, vor⸗ nehmen Gatten entwickelte. In Rom wurde das englische Paar mit einem deutschen Maler bekannt, der als prakti- scher Künstler und Kunstkenner berühmt war. Er erbot sich, dem Paare als Cicerone durch die reichen Kunstschätze zu dienen. So verbrachten sie manche Stunden, Tage und Wochen zusammen im Museum des Capitols, im Vatikan, im St. Peters-Dom uud in den Umgebungen Roms, wobei sich die persönliche und geistige Ueberlegen. heit des Künstlers über den in Vornehmheit und Etikette eingesteiften Engländer so sehr herausstellte, daß die Frau desselben unwiderstehlich zu ihm hingezogen ward, zumal da er selbst zu ziehen verstanden haben mag, Erst nach manchen Monaten überzeugte sich der Engländer von der Untreue seiner Frau, nahm von dem Maler mit den Wor⸗ ten; auf Wiedersehn! Abschied, kehrte nach England zuruck und lieferte seine Frau hoͤflich und galant in dem 1 ihrer Aeltern ab, nachdem er ihr höflich und galant seine in Rom gemachte Entdeckung mitgetheilt hatte. Sofort verreis'te er wieder nach Deutschland, Rußland, Italien u. s. w., ohne jemals etwas anderes zu besehen als Ge— mälde, ohne etwas. Anderes zu thun als Gemälde zu kau⸗ fen. Nachdem er dieses Geschaft zwei Jahre lang getrie— ben, begab er sich wieder mit einem ziemlichen Fuder von Gemälden nach Rom, suchte den Maler auf und verlangte Genugthuung von ihm. Der Engländer hatte als der beleidigte Theil die Wahl der Waffen und forderte ibn auf Pistolen. Die Herausforderung ward angenommen und Tag und Ort des Duells festgesetzt. Mit dem ersten Schusse zerschmet⸗ terte der Engländer seinem Gegner das Handgelenk der rechten Hand dermaßen, daß sie ihm amputirt werden mußte. Nach dieser Amputation erschien der Engländer wieder, ohne sich abweisen zu lassen und sprach: „Sie denken vielleicht, daß damit meine Rache befrie⸗ digt sey. Aber dann unterschätzen Sie die entsetzlichen Qualen, die Sie mir bereitet, sehr. Mein zerstörtes Her⸗ zensglück verlangte mehr. Ich habe Sie zu einem Leben ewiger, vergeblicher Reue verdammt, zu einem lebendigen. Tode als Künstler, zur ewigen Qual über Ihren ausge⸗ löschten Ruhm.“ „O, nein!“ antwortete der Künstler,,„den Ruhm mei⸗ ner Madonna in Petersburg, meines Luther in Beute meiner Flucht nach Aegypten in Paris, meiner— „Genug,“ unterbrach ihn der Engländer,„ich habe hier eine i aller Ihrer Gemälde. Ist sie vollständig!“ „Ja,“ sagte der Maler nach Ueberblickung der Liste, „selbst bis zu dem letzten, das ich kurz vor dem D Duell vollendete.“ „So dachte ich selbst. Ich war sehr gewisenbaft, antwortete der Engländer.„Ihre Gemälde sind alle mein. Ich habe sie sämmtlich aufgekauft, um darüber zu verfü⸗ gen. Es beliebt mir nun, alle ihre Gemälde sofort zu verbrennen, damit keine Spur von ihrer Wirksamkeit als Von Ihrer Hand soll eben fo wenig übrig bleiben als von der fleischlichen Hand, die ich Ihnen zerschmetterte.“ Der Künstler bat vergebens um Gnade. Der vor Jahren beleidigte Gatte war so unversöhnlich, als hätte er die ae o von dem Liebesverhältnisse eben jetzt erst gemacht. Nach zwei Stunden brachte der Diener eine große Urne 9010 Asche mit einem kurzen Brief“, welcher * 1 e — „ Spitznamen der alte Hagestolz. meldete, daß die Urne alles echthache was von feinen Gemälden übrig sey. OO O== De bei den Mormonen in Amerika die Vielweiberei erlaubt ist, so gehen die drei Mitglieder der Präsident⸗ schaft mit gutem Beispiele voran. Präsident einen Ball, und 32 Frauen bestand. 1 bei dem Volke den Dort müssen die welches nur 13 Weiber hat, Kartoffeln besser gerathen wie bei 81 Herr Pelissier hatte auf den 15. Juni, wahrscheinlich zur Erinnerung an Marengo, eine große Schlacht ver⸗ sprochen, aber entweder war das Versprechen„verfrüht“ oder ist deßhalb unterblieben, weil sich Herr Napoleon mit Herrn Pelissier gezankt haben soll⸗ hat nemlich die ganzen Kriegsoperationen von Paris aus durch den Telegraphen dirigiren wollen, welches indessen Herr Pelissier nicht zugegeben und sich ausgehalten hat, daß er freie Hand haben müsse und nicht erst auf den Telegraphen warten wolle ob er angreifen solle oder nicht. Der Kaiser soll diesem Begehren nachgegeben haben und können wir in den nächsten Tagen wieder Dingen von Wichtigkeit entgegensehn. Der Admiral Karl Napier, der voriges Jahr die Ost⸗ seeflotte kommandirte und gesagt hat:„Jungens wetzt die Messer, wir nehmen Kronstadt und frühstücken in Peters⸗ burg“ hatte sich auch„verfrüht“ und diese Ehre einem Andern überlassen. Er schreibt und vertbeidigt sich fol— gendermaßen:„Man sagt, warum unser Geschwader in der Ostsee, welches voriges Jahr nichts von Bedeutung ausgerichtet hat, dieses Jahr wahrscheinlich gar nichts thun wird? Die Frage ist leicht zu beantworten, nämlich weil Sir Graham die Plane unberücksichtigt ließ, welche ich ihm voriges Jahr im Juni einsendete und von denen er später nichts zu wissen vorgab; den Planen, die ich im September einschickte, keine Auf⸗ merksamkeit schenkte. Wäre der jetzige Admiral mit den von mir angedeuteten Sülfsmitteln versehen worden, so hätte man Sweaborg bombardiren und zerstören koͤnnen. Statt dessen hat man fast eine halbe Million Pfund auf die Erbauung von schwimmenden Batterien verwandt, die kaum schwimmen können und wohl schwerlich aus der Ost— see zurückkehren werden. Die Zeit wird kommen und zwar sehr bald, wo ich im Stand sein werde, Sir Graham's (das ist der Oberste im Admiralitätswesen) ganzes Be⸗ nehmen gegen mich aufzudecken. Dieser Mann hat nicht nur Privatbriefe erbrochen, sondern auch den Sinn meiner Briefe entstellt; aber man hat mich bisher verhindert, diese meine Anklage zu erhärten, der Feind könne sich dergleichen Veröffentlichungen zu Nutze machen. Dieser Vorwand wird bald wegfallen und das Land soll dann erfahren, wie das Alles so gekommen ist.“ So Sir Charles Napier, von dem man so Großes er⸗ wartet! Wer soll nun das petersburger Frühstück zu sich nehmen? Bei Sebastopol ward unlängst ein Zuave bei einem nächtlichen Treffen leicht am Fuße verwundet. Er rief ärgerlich:„Das verfluchte Nachts chießen, da sehen die Ochsen nicht, wo sie hinschießen.“ — Waß schretoste dann da widder, Cänakmütker. melcher? Ham⸗ Unlängst gab der eine wo seine gesammte, Familie mit⸗ tanzte, welche aus 150 Kindern der verschiedensten Größe Die drei Mitglieder der Prästi⸗ dentschaft besitzen gegenwärtig 82 Frauen und das älteste, Der Herr Kaiser und weil ferner die Admiralität unter dem Vorwande, 135 N daß Dich awer ahn? waß haste ze schaffe mit Schlammbeißer⸗ Schtill unn schtör' mich nitt! Ich schreib ewe an Lord Russel, daß iß der, der erklärt hat, 's russ'sche Reich müsse unbeschädigt unn aach ungedeilt bleiwe! Canalmüller. Renn Dich nitt in Labrente, waß geht Wu will Dir mei Shades unn de Nusse Schlammbeißer. Schtill! ich 1 vorlese,. s iß ganz korz; Liewe er Herr Lord Ru fell Eier Wolfgeborn wern enschulje, daß ich e Bütt an Ihne richte; ich winsch nehmlich aach de Indegridät Rußlands uffrecht zu erhalte, hirngege abers dennoch wünsche ich auch, daß ihm'n Morje gutes krimsches Land abgenomme wer'n meegt unn zwar blöslich wege dessentwege, damit ich unn Eurobia spä⸗ 1 ter mal e Andenke an de Zuyvillinsatzionskrieg haw Emil, wie g'fällt D'r mei Handschrift? 1 5 Blöslich ahn Mor je willste? Gun Canalmüller. Morje Colleg! 8 Schlammbeißer. Bleib Colleg! ich will's korncgten, 8 nanu schreib Dei Viehditt vrt Schl ammbeißer. In der nordwestliche Michbüng an Dei'm Gurgelsystem nach dem Canal zu sitzt e roth Klä⸗ werche, Emil, weiste wie m'r daß Dings vereinte wie 'n Engländer an Sebastanobel! a f Canalmüller. russ'sche Flott. Schlammbeißer. Läßt Du Dei 3 ga be⸗ erdige, wann's emal schterbt?. Canalmüller. Höchst wahrscheinlich. Schlammbeißer. Ich nitt mein's duh ich inbalteputre unn gibt e Mumie, kann zon paar hondert Gulde in's Musejum verkauft wern, so rendirt sichs besser unn krieg ich mein Einsatz widder. zwei Morje!— Canalmüller. Unennlicher! Dei'm Vorschlag folg ich. Schlammbeißer. Wem geheert eigentlich de Kindbet⸗ terschsupp, wann's Seitegebäude liegt? 5 Canalmüller. Nach dem Nadurrecht vo Adam Ries⸗ sens Rechenbuch nadirlich dem Mann, weil der Schtärkung hawe muß! Schlammbeißer. No, ich habse aach zo mir genomme, awer mehr Flüch wie Eier in mein Ranze krigt. Canalmüller. Duht nir Hammelcher, wannte se nur dei Der hast, die Pazienze wern gar leicht struwelig. Zwei Schauspieler nahmen sich ohnlängst vor eine Landparthie zu machen und wählten Kleinlinden, das sie beglücken und gleichzeitig die Bekauntschaft des Herrn Gasiwirths R. anknüpfen wollten, der auch glücklicherweise sich zu Hause befand. Obwohl die nöthigen Mittel zu Eierkuchen nicht vorherrschend waren, diese aber in der Stadt ein, seltenes Gerücht sind und dabei auch noch durch einen dasitzenden Eierkuchenvertilger heftig gereitzt wurden, so konnten sie nicht länger widerstehen und bestellten sich dann auch einige Stück. Nach behaglichem Verzehren derselben mute nun ein anderes Stück e gespielt werden und dies hieß: „Die fliegenden Hähne.“ Der eine hatte hatte im Hause die Hinterthüre entdeckt und gab dem andern das Zeichen zum Aufbruch und flohen nach der Teu— felsmühle zu.— Der Gastwirth konnte sich nicht denken, daß die Eierkuchen so schnell verzehrt waren, staunte nicht wenig, als er sich von seinen Glücklichmachern verlassen. fand; er hatte sie aber aus⸗ geforscht und als er andern Tags in der Stadt war, wollte er die schuldige Gegenvisitte machen, allein es war Theaterprobe und der Eingang verboten. Er gibt seine Angelegenheit dem Herrn Direetor zu verstehen und bemerkte dabei:„wann die Oser nur Schusterkoteletts(Handkäse) gegessen hätten, wollte er gar nichts sagen, aber—“ Hierauf meinte der Herr Director,„daß dieses doch wohl Thorheit gewesen ware, wenn sie eins so billig wie's andre haben konnten“ und nahmen E ghührben Abschied. Gewem ah, eh'r er inner schäßt wie bes nur ächt zu beziehen durch Herrn „ All ge m ei ner A n 3 eig e r. Augenkranken dun e nc une dannn das Dr Whiegene Augenwasser von Traugott Ehrhard in Altenfeld in Thüringen, welches bei allen Formen von Augenkrankheiten sicher, kräftig und schnell wirkt, angerathen werden.— Es ist mit Fürstl. Privilegium beliehen und kostet nebst Gebrauchs⸗ anweisung unter Franco⸗Einsendung oder Postnachnahme blos 10 Sgr. à Flacon und ist Julius Wallach in Gießen. a in allen Farben und und neuesten Tapeten Mustern bis zu 8 kr. das Stück. 8 1 Glanz⸗Tapeten zu 18 kr., und Hausgang⸗Tapeten zu 10 und 12 kr. empfiehlt 1771 H. 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Redaction und Verlag von C. Schild in Gießen.— Druck von E. Kratz. N 5 5 3 —