alernemännche. Dritter Jahrgang. Gießen, 3. Juni 1855. * Erscheint wöchentlich zweimal. Preis für Stadt und Umgegend mit Bringerlohn monatlich 12 kr. Einzelne Nummern 2 kr. Auswärtige können nur bei den nächsten Post⸗ 28. ämtern 3 Monate abonniren, wobei der übliche Postaufschlag eintritt. Gute Aufsätze für's Laternemännche werden mit Vergnügen aufgenommen und nach Umständen auch honorirt.— Stadtbriefe können nur angenommen werden, wenn solche mit einer Franko-Marke versehen sind. Die Expedition ist Marktstraße Lit. A. Nr. 12. d Da dieses Blatt nicht allein hier und Umgegend, sondern auch in fast allen Städten dieser Provinz stark gelesen wird, so eignet es sich vorzüglich zu Mengen und berechne ich die gespaltene Petit⸗ mit 2 kr. C. Schild. Drenneke in Paris zur Weltausstellung. Humoristische Genre-Bilder aus dem Pariser Leben von A. Hopf. Erstes Kapitel. Brennecke's Entschluß zu reisen.— Erörterungen mit seiner Gattin.— Endliche Einwilligung.— Abschied 5 von den Kindern. Brennecke(sitzt mit seiner Frau auf dem Sopha und ließt ihr die Zeitung vor). Empfang, Mutter?— Spaliere, sechs Meilen lang, Kopp an Kopp, Tücherschwenken, Blumenschmeißen, Ehrenbür⸗ gerrecht verliehen, ihm een Hosenband umgebunden unn „Fief Lamperöhr!“ geschrieen! Aber so was passirt Ei⸗ nem man blos, wenn man was aus sich macht, wenn man sich een bisken hervorthut, un nich hintern Ofen sitzen bleibt, wo Einen Keiner nich sucht.(Springt auf.) Ick reise boch, Mutter. Ick lasse gleich nach Paris tele⸗ grafiren, daß ick komme, daß Brennecke zu die Ausstellung kommt, un sie sollen sich uff meinen Empfang man immer vorbereiten. Frau(nachdem sie ihren Mann fünf Minuten sprach⸗ los angestaunt hat). Sage mal Brennecke, soll ick nach'n Docter schicken, daß er Deinen Kopp untersucht, von we— gen die Zurechnungssähigkeit? Brennecke. Du verstehst det nich Mutter. Siehste, een Mensch, der in der Welt eenen Namen hat, macht immer Ufsehen, wo er sich voch blicken läßt. Verlaß Dir druf, wenn ick ins Pariser-Dhor rin komme, steht et schon in'n Moniteur, un die auswärtigen Zeitungen knüp⸗ fen daran gleich Kombinationen, von wegen geheime Auf— träge, unbekannte Depeschen un dergleichen mehr! Ick werde nu eingeladen von alle Seite, ick kann mir nich retten, man fragt mir durch die Blume, ick zucke die Ach⸗ seln, sage hm! blicke etwas vielsagend um mir, lege den Finger uff'n Mund, un mache es überhaupt ganz so, wie die Wiener⸗Conferenzen. Du kannst globen, je weniger die Leute erfahren, je mehr schreiben sie darüber. Ick kenne ja det Fach.— Frau. Aber willst Du denn eigentlich in Paris an- fangen? Du kannst ja nich mal französch reden. Brennecke. Desto besser. Wenn ick nich e uf ihre Fragen, halten sie det blos vor diplomatsch Schlauheit. Wat sagst Du zu solchen Frau. Du wirst Dir wieder in Gefahren stürzen, wie damals uff die Londoner Ausstellung. Brennecke. Denke nich dran. Napoleon is ja mein persönlicher Freund. Wie oft hab ick nich mit ihm, dun⸗ nemals in London Sechsundsechszig gespielt. Damals hat er ofte zu mir gesagt: Brennecke, wenn ick mal Kaiser werde, kannst Du Dir von mir eine Gnade ausbitten, und ick habe ihm dasselbe Versprechen gegeben. Frau. Was hast Du? Brennecke. Na, ick habe gesagt zu ihm:„Eine Liebe erfordert die andere, un wenn ick mal Kaiser werden sollte, könnte er sich'ne Gnade von mir aus⸗ bitten; denn damals hatt' ich wenigstens eben so ville Aussicht, Kaiser zu werden, wie er. Frau Was hast Du denn aber vor Legitimations⸗ papiere? Brennecke. Ick habe meine Aufenthaltskarte für Berlin, eine Quittung über Sterbegelder- Beitrage, einen Miethsabgabenzettel un drei Pfandscheine von Markus Hirsch. Ein Berliner legitimirt sich immer am besten durch Pfandscheine, denn ein Mensch, der noch was zu versetzen hat, gehört immer der besser situirten Menschheit an.— Also kurz und gut, ick reise nach Paris. Frau. Na, es is gut, ich habe nischt dagegen, Bren⸗ necke; aber erfahre ich man im Geringsten, daß Du in Paris Seitenwege einschlägst, denn schlägt es bei mir boch ein, wenn Du zu Hause kommst,— Verstehste mir? Brennecke. Ich verstehe jedes Deiner Worte, Kar⸗ line, denn obgleich Du nur sehr wenig Verstand hast, machst Du Dir doch immer so verständlich, daß Dir selbst ein Taubstummer verstehen würde— von wegen die Fin⸗ gersprache.— Nu ruf man die Kinder rin, ich wer' se noch vermahnen, un meinen Segen geben, un Du kannst derweile meine Reisetasche packen. Frau(ruft zur Thür hinaus) Joseph, Jette—— Brennecke. Is gut Mutter, is gut; erschöpfe nich gleich die ganze deutsche Namenclatur; unser Nachwuchs wird schon von selber kommen.— Da sind sie ja schon, wie die Orgelpfeifen.(Die Kinder kommen herein ge⸗ sprungen.) August. Was sollen wir denn Mutter? Du hast uns gestört in unser Spiel. August. Fritze, Carl, 24 1 Brennecke. Was habt Ihr denn gespielt? Fritz. Wir haben Soldaten gespielt; Russen und Aljirten; aber mit Josephen spielen wir nich mehr, der iß zu grob.— Carl. des war Sebastopol, un Joseph stand drin un hat sie vertheidigt, un wir sin Sturm druf gelaufen. Wilhelm. Aber ick habe immer Ausfälle gemacht, Vater, mit die Ballkelle. Brennecke. Mit die Ballkelle? Det is allerdings etwas ausfallend; aber da Du aͤllene bist un so ville gegen Dir hast, würdest Du mit'ne Rohrstaude wenig ausrichten. Wie weit seyd Ihr denn gekommen mit Euern Krieg? Fritz. IJ, wir konnten Josephen nich'raus kriegen aus die Festung, da haben wir eenen Mann gewinkt, der sollte uns helfen, aber der rührte sich nicht, un hat blos gelacht un gesagt: er bleibt neutral, so lange wir die Säule nich ruiniren, aber wenn wir's zu bunt machen, denn haut er zu, hat er gesagt, un steht Josephen bei. Brennecke. Ein tiefer Sinn liegt in das kindische Spiel! Nu stellt Euch hier alle in'n Kreis, un vernehmt meine väterliche Ermahnungen, denn ick werde Euch uff sechs Monate verlassen. Wilhelm. Wo willst Du denn hin, Vater? Brennecke. Nach der Weltstadt Paris. August. Ach, da nimm mir mit Vater, ich möcht mal Napoleon seine Asche sehn. 5 Brennecke. Geh nach die Küche, un seh Dir die Holzasche an mit etwas starke Einbildungskraft, kanust Du sie vor Napoleon seine Asche halten.— Also Joseph, Dir als Aeltster geb' ich den Auftrag, daß Du über die An- dern wachst, geht mir richtig in die Schule, damit ihr was lernt, un so klug werd't wie Professer St..., da⸗ mit ihr auch dermaleinst in die Kammer gewählt werden könnet, und könnt helfen Millionen bewilligen, un wenn ihr wieder Krieg spielt, richt't det so ein, daß Joseph als Rußland zuletzt immer siegt, denn dadurch macht ihr euch angenehm— bei eure Mutter, denn ihr wißt, daß Joseph ihr Liebling is.— Fritz. Ja, aber wenn er zu grob mit die Ballkelle haut,— Brennecke. Denn könnt Ihr ihm det schwar ze Meer abschneiden, wenn er sich's gefallen läßt.— Nu hälst Du's Maul, ick muß mir jetzt zu die Reise rüsten, damit ick noch rechtzeitig zum 1. ankomme, denn ick will das Te— deum von Berliozzen, und die Eröffnungsrede, die der Kaiser eigenhändig halten wird in die Schamp Se lise nich versäumen. 5 Frau(kommt mit der Reisetasche). Hier, Brennecke, hab' ick alles eingepackt, was Du zu Deine Reise brauchst: Hemden, Strümpfe, Schemisetter, Manschetten. Brennecke. Manschetten?— Mutter, ick werde doch als Preuße in Frankreich keene Manschetten nich zeigen!— O konträr, im Gegentheil. i Hier is boch Deine Schnupftabaksdose. Brennecke. Die is gut, denn die Franzosen sollen don mir manche Priese kriegen. Die Hauptsache is, daß Du mir een bisken was Orntliches in die Brieftasche legst. Drei Funßigdhalerscheine mögen woll vor die nächste vier Wochen ausreichen. Wenn mir wat fehlt, schreibe ick, denn lumpen laß ick mtr in Paris als Berliner nich. So, nu noch den Regenschirm un die lange Pfeise.— Jetzt stell die Hutsche heran Mutter un umarme mir zum Abschi einer weent nich. Bald werdet Ihr Großes von Euern Vater in die Zeitungen lesen. Ihr seht mir Fan O ja, freilich, die neue Säule von Litfassen, 110— siegreich oder nimmer wieder!(Reißt sich los und stürzt nach dem Bahnhof.) N (Forts. folgt.) In Berlin besteht seit einigen Jahren ein Verein der nicht genug gelobt werden kann. Er nennt sich Vorschußverein und unterstützt ärmere Bürger in der Noth mit kleinen Darlehen, damit diese Leute nicht zur Beute nichtswürdiger Wucherer werden. Auͤf diese Art hat dieser segensreiche Verein während seines' Bestehens nicht weniger denn 3195 Familien vom Untergange ge— rettet. Möchte dieses ächt christliche und wahrhaft erhe⸗ bende Beispiel doch in allen Städten Nachahmung finden. Wie manche unschuldig ins Unglück gerathene Familie würde dadurch noch gerettet, wie manchem fleißigen Bür— ger, dem es an den zum Geschäftsbetrieb nöthigen Vor⸗ lagen fehlt, geholfen werden. t Von Amerika lauten die meisten Nachrichten nicht sehr günstig.— Die Agitation gegen den Schnapsverkauf, der, wie wir neulich erwähnten, in einer Anzahl Staaten, bereits verboten, welches Verbot auch von den segens— reichsten Folgen begleitet war, greift immer mehr um sich. Blos die Schnapsfabrikanten und Schenkwirthe speien Feuer und Flammen. Aber es wird diesen Leuten nichts helfen, das Wohl ver Bevölkerung kann nicht zum Nutzen der Beutel der Schnaps- und Liqueur-Destillateur ge— opfert werden. Eine Bevölkerung ist nicht zum Nutz und Frommen der Brannteweinseelen geschaffen.— In Cali⸗ fornien wird noch immer Gold geschaufelt, aber in den europäischen Geldbeuteln merkt man nicht die Laus davon. Es heißt, daß die Trauer in Rußland um den verstorbenen Kaiser ein volles Jahr dauern wird, also bis zum 2. März 1856. Bei ihren Ausfällen aus Se— bastopol sollen die Russen meistens auch voll sein.— Wahrend alle größeren Staaten und so auch der unsrige keine privilegirten Spielhöllen auf ihrem Gebiete dulden, sind es blos einige der kleineren deutschen Länder, die diesen Raubhöhlen, diesen Pestbeulen der Gesellschaft noch Vorschub leisten. Das arme Kurhessen hat vier sol— cher Austalten, von denen die eine sehr verderbend auf unsre ganze Umgegend wirkt! Wie verträgt sich das aber mit der Hebung des kirchlichen Sinnes, womtt man jetzt in diesem Lande so sehr bemüht ist? Es wehen wieder einige Friedenslüfte durch Europa, Actien und Papiere sind bei diesem milden Klima im Wachsen begriffen. Wenn es aber nur auch naturge⸗ mäßes Wachsthum und nicht bloße Treibhausluft ist, die beim ersten rauhen Windstoße wieder zurückgehen.— Herr Pelissier will Sebastopol stürmen, Canrobert aber hat nicht dran gewollt und daher dieser den Ober⸗ befehl erhalten. Pelisster hat bei einer Nevue in einer Rede versichert, daß er Sebastopol absolut nehmen werde und wenn man nicht die Thüre hinein könne, wollten sie durchs Fenster steigen. Letzteres wird wahrscheinlich auch geschehen müssen, aber mit etwas mehr Umständen. Nach dem„Leipziger Telegraph“ ein sonst gut redi⸗ girtes Localblatt, hat in Greiz eine Wunderfran 1 langjährig kranken Leipziger mit Bratwurst kurirt. Eine solche Kur läßt man sich, namentlich zu jetziger Zeit und besonders wenn man die Wurst nach der Speckseite wirft, — 111 gefallen. Es muß diese Heilmethode auch hier schon be⸗ kannt sein, denn trotz der heißen Witterung war auf dem ge⸗ strigen Jahrmarkt der Verkehr mit Bratwürsten sehr leb⸗ haft, fast sämtliche Aufgefahrene waren umgesetzt und man gewahrte manchen Patienten, dem die Sonne die Sauce beim Kauen in die Cravatte hinein trieb. Was ein Feldwebel für Ansichten über Oestreich hegt. Bürger. Ich sage Ihnen, meine Herrn,— Oestreich macht jetzt entschieden Front gegen Rußland. ö f Feldwebel. Erlauben Sie mir, meine Herren! das ist wieder so ein Bummler von dene Zeitungsschreibern, die Alles wissen wollen.— Wenn ich z. B. hier im Zimmer stehe und drehe Ih⸗ nen den Rücken zu, und ich drehe mich dann um,— so mache ich Front gegen Sie.— Aber die Oestreicher sind schon mit der Front nach Rußland gestanden, und da man in Kriegszeiten nach dem Reglement immer in rechts⸗ abmarschirter Colonne oder in Compagnie- Front marschirt, so ist jetzt davon keine Rede nicht. Sondern wenn die Armee in der Wallachei Halt macht, da wird man ganz einfach kommandirt:„Links deployirt“ und damit punctum und von Front machen wird kein Wort nicht gehört.— So ist es, meine Herrn! Schlammbeißer. Du, Emil, die polnische Adresse in Paris an de Kaiser unn die Antwort dadruff, daß iß awer doch en unge⸗ heires Ereigniß. a Canalmüller. Das iß gewis.'s sinn ia jetzend schond Folge dervon eigetrete. Schlammbeißer. Werklich? Canalmüller. Ja wohl,'siß'ne große Umwaͤlzungk geschehe, dann friher sange die Pole:„Noch iß Pole nitt verlore!“ Unn alleweil singt Rußland so! Canalmüller. Der Peter im Frack iß awer doch e ganz possir⸗ lich Kerlche. Schlammbeißer. Woso? Canalmüller. Der meegt gern Allens in der Tasche hawe, die nächst Anverwandtschaft bei gesondem Leib ins Schpital bringe um se lewendig schond zu beerwe. Schlammbeißer. Heint ze Tag werd uff Verwandtschaft kein Rücksicht mehr genomme, sis doch gewehnlich so, wer vill hatt, will Allens hawe. Canalmüller. Daß iß richdig, drum hatt aach der Sargfa⸗ brikant g'sagt:„dusce est pro patria mori.“ Schlammbeißer. Wie heißt dann das uff deitsch? Canalmüller. Süß ist es für das Vaterland, wann Einer sterbt. Schlammbeißer: Worum laufe awer de Leit uff Sonndäg im- mert so uff's Land? Canalmuͤller: Weil da de Luft reiner unn de Schpeise billiger sinn. Schlammbeißer: Warum senn awer de Schtädt nitt aach uffs Land gebaut worde? dann wär'n doch de Canäler nitt so duftend. Canalmüller: Lo, unn de Dörfer? Schlammbeißer: Drüm'rum. Ca nalmüller: Iß wahr, e scheene Idd. Erlebtes. Uech lübe keunen Sauerkohl, nücht und das üst söhr gut, daß üch keunen Sauerkohl nucht lübe, dönn wönn üch dön Sauerkohl lübte, so würde üch dön Sauerkohl össen und üch kann keunen Sauersol nücht vertragen. Nothkohl. Meisterschaft. Glaubt, nicht der Schoppen Zahl macht den unsterblichen Meister, sondern wie schnell er einen leert, zeigt daß er kann was er soll. Hoppesack. Verschwiegenheit. Klag' niemals Deine Noth Dem Feinde, geht's Dir schlecht! Laut sagt er: Großer Gott! Leis' aber! das ist recht. 5 Die Schüsse. Der Schuß, in den England gerathet, Wenn man mit seiner Ehre spielt, Das ist ein Schuß, der uns nicht schadet, Und den am End' nur England fühlt! Der Abschuß, der sich Frankreich zeiget, Wenn es mit keiner Macht treu hält, Sich bald dahin, bald dorthin neiget, Der Schuß trifft Frankreich, nicht die Welt! Ein Vorschuß, den Herr Rothschild leistet, Wohl leicht die Wirkung üben kann, Daß Mancher Manches sich erdreistet, Doch auch mit dem Schuß geht's noch an! Der Schuß doch, der, mit lautem Knalle Ertönet her vom Bosporus. Der trifft mit seinem Falle Alle:— Ja so ein Schuß, das ist ein Schuß! Thealer- Bericht. Gießen, den 5. Juni. Seit mehreren Wochen gibt Herr Schauspiel-Director J. Fir mit seiner Gesellschaft datzier Vor⸗ stellungen. Leider sind wir in der Jahreszeit zu weit vorgerückt, als daß bei dem schönen Wetter auf zahlreichen Besuch des Thea⸗ ters zu hoffen wäre. Vergangenen Sonntag nun sollte das be⸗ kannte und beliebte Stück der Frau Birch⸗Pfeifer: Dorf und Stadt, unter Mitwirkung der Fräulein Eppert aus Darmstadt, gegeben werden. Die Uebernahme der Hauptrolle durch eine Hofschau— spielerin hatte gezogen, und die an Theaterabenden sonst leeren Räume des großen Leib schen Sagles waren diesmal von Zuschauern ge⸗ drängt voll;— doch fand sich das Publikum in dem Hauptgründe seines Besuches getäuscht, denn Fräulein Eppert hatte abgeschrie⸗ ben, und wird nächsten Sonntag den 10. Juni auftreten. Die Vorstellung wurde dennoch gegeben, und zwar, wie wir mit Vergnügen sagen können, sehr gut, für eine kleiue Bühne sogar vortrefflich. Die Rolle des„Lorle“ wurde von Fräulein Fix ganz brav durchgeführt, ebenso die des Herrn Büffinger, der als Maler„Reinhard“ auftrat.— Beide wurden mit wah⸗ rem Beifalle am Schluß der Vorstellung gerufen, welche Ehre in— dessen füglich sämtlichen Mitgliedern hätte zu Theil werden können, da ste das Mögliche leisteten.— Somit waren die bösen Launen des getäuschten Publikums gänzlich verbannt, welchs durch mehr— maligen Applaus während den Vorstellungen bewiesen wurde, und Herr Fix hatte wenigstens einmal Gelegenheit vor einem größeren Publikum zu spielen und zu zeigen, was er mit seiner Gesellschaft zu leisten im Stande ist. Es wäre sehr zu wünschen, zumal der Aufenthalt des Herrn Fix hier nur noch kurz ist, daß der gute Wille und die Anstrengungen durch häufigeren Besuch belohnt würden. Für Stücke dieser Art hat Herr Fir hinreichende Kräfte und Jedermann kann bei Besuch der Vorstellungen auf genußreiche Abende rechnen. Mehrere Theaterfreunde. ————.—— Allgemeiner Anzeiger. n OO — Ni 5 enkranken kann als sichere Hülfe Jedermann das Dr. White'she 5 1— Augenwasser von Traugott Ehrhard in Altenfeld in Thüringen, welches bei allen Formen von Augenkrankheiten sicher, kräftig und schnell wirkt, angerathen werden.— Es ist mit Fürstl. Privilegium beliehen und kostet nebst Gebrauchs⸗ anweisung unter Franco⸗Einsendung oder Postnachnahme blos 10 Sgr. à Flacon und ist nur ächt zu beziehen durch Herrn * Julius Wallach in Gießen. 1 — — — — 112— 151] Indem ich einem verehrlichen Publikum für diese Sommersaison mein auf das Vollkommenste assortirtes FN 5. 3— N E D rordentlich bill aufmerksam: Feine Sommer-Paletot's von Tuch und Lüster.. von fl. 5— kr. bis zu fl. 15. Ord. Sommer-Paletot's von Sommerzeug u. Cassnet„„ 2 30„„„„ 5. Feine Sommerbouxking-Hosenn%% Pm ̃ Ord. Sommerhosen 3 JJ%%%% md Feine und ord. Pique⸗Westen 7VUVVUVVUFVTVCTCCCCCCCCCTTTTT T Feine und ord. 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M. ange⸗ e e iaten 0. i 1 r 1 zeigten Gastdarstellung in„Dorf und Stadt Handwagen, auch zige, Berke e nicht eintreffen.— Dagegen wird Dieselbe, und ben bei i 1 zwar aus Gefälligkeit, in einem nächsten J. Unverzagt, Sonntag den 10 ten dieses Monats Schmiedmeister in Gießen. 2 1 a stattfindenden Gesellschafts-Benefice ganz be⸗ stimmt auftreten. Fruchtpreise in Gießen. 0 Jean Fir, Am 1. Juni 1855. Theater⸗Unternehmer. 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Bei mir ist zu haben: Rö A n Englische Souvereigns..„ 11 42 Kurze Beschreibung des von Joh. ae(hin⸗ Gold al Marco. e 0 gerichtet durch die Guillotine am 31. Mai) 92 915 Preußische blen VöVbn lertshausen an dem Flurschützen Müller verübten Mor⸗ dito: Cassenscheine„ 1 45% ½ des. Preis: 3 Kreuzer. C. Schild. ECC Redaction und Verlag von C. Schild in Gießen.— Druck von E. Kratz. *