AAA N 0 — — 8 — — — 282 Fiir ntelligenz- Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. r M50. T —— Mittwoch, den 28. Juni r—....—..— 1343. Ein neues Halbjahr⸗ Abonnements auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Jull. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei der Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnementspreis: das halbe Jahr 40 kr.— Inſeratgebühren: Zeile 2 kr.— Aufnahme der Inſeraten: alle bis zum Sonntag 2 N chs⸗ Schließlich fügen wir noch bei, daß das Intelligenz-Blatt in einer Auflage von welche bis zum Mitlwoch- Abend eintreffen, in das Samſtags⸗Blatt. die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr.; die dritte und jede folgende bend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs-Blatt, und alle, 1200 Exemplaren gedruckt und faſt in alle Theile des Großherzogthums verbreitet wird, weßhalb ſich alle in dieſem Blatte befindende Inſeraten einer ausgedehnten Verbreitung zu erfreuen haben. Friedberg. Die Redaction. Amtlicher Theil. —— Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Das von den in die Gemeinden neu einziehenden Orts- bürgern zu entrichtende beſondere Einzugsgeld. Da in Folge meines Ausſchreibens vom 17. Deebr. v. J., ſämmtliche Gemeinden des Kreiſes den Beſchluß ge— faßt haben, daß die Beſtimmung, wonach ſich ein Neuein— ziehender, wenn er für 3 Jahre auf den Bezug der Ge— meindenutzungen verzichtet, von der Entrichtung des beſon⸗ deren Einzugsgeldes befreien kann, ferner nicht beſtehen bleiben ſolle, ſo wird dieſe Beſtimmung hiermit außer Wirkſamkeit geſetzt. Friedberg den 24. Juni 1848. Kuͤch ler. Bekanntmachung. Es wird in Erinnerung gebracht, daß bei dem Ma— thildenſtifte dahier während der Monate Januar und Juli zwei Zahltage, Mittwoch und Samſtag, abgehalten wer— den. Da jedoch oft der Andrang an einem dieſer Tage zum Nachtheil der Kaſſe und der Anſuchenden zu ſtark iſt, erſchien die Einrichtung zweckmäßig, daß am Mittwoch die Bewohner der Landgerichts-Bezirke Friedberg und Rödelheim und am Samſtag die Bewohner des Landgerichts⸗Bezirks Butzbach vorzugsweiſe vorkommen. Die Betheiligten ſind aufgefordert, ſich hiernach zu bemeſſen und die Gr. Bürgermeiſter angewieſen, dies in Ihren Gemeinden bekannt zu machen. Friedberg den 24. Juni 1848. Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts Küchler Das Amtsjubiläum des Herrn Oberpfarrers Rahn zu Oberrosbach am 21. Juni 1848. Zurückgekehrt von der 50 jährigen Amtsjubelfeier des Herrn Oberpfarrers Rahn zu Oberrosbach, halten wir es für Pflicht, derſelben auch in dieſem Blatte zu gedenken, um der Gemeinde Oberrosbach auch hierdurch zu erkennen zu geben, wie ſie ſich in den Augen Aller, die an dem Feſte Antheil genommen haben, geehrt hat, indem ſie ſo, wie ſie es that, ihrem alten Seelenhirten Ehre und Dankbarkeit bewies. Es würde die Grenzen, welche fur dieſe Mittheilung nothwendig eingehalten werden müſſen, uͤberſchreiten, wenn wir eine vollſtͤndige, wenn auch nur gedrängte Ueberſicht der Lebensſchickſale des Jubelgreiſes geben wollten; es ge— nüge darum die Bemerkung, daß derſelbe im Jahre 1769 geboren wurde, aus einer Bauernfamilie ſtammt, auf faſt wunderbare Weiſe ſich durch alle Schwierigkeiten, die ſich ihm bei ſeinem Studium entgegenſtellten, hindurcharbeitete, 372227272722%«„rvſ“éäꝗʒᷓ ⁵᷑ 22a 4 „% 208* 1798 die erſte Anſtellung erhielt und ſeit 11 Jahren die erſte Pfarrſtelle in Oberrosbach bekleidet. Daß er in ſeinem Amte ſeiner Pflicht müſſe nachgekommen ſein, daß er ſich durch treue Pflichterfüllung die Liebe ſeiner Gemeinde in vollem Maße erworben hat, davon gab ein erhebendes Zeugniß eben die Feſtfeier, über welche wir berichten. Auf beſondere Einladung des zweiten Geiſtlichen und des Bür— germeiſters zu Oberrosbach, hatte ſich eine große Anzahl von Geiſtlichen aus dem Kreiſe Friedberg und weiterher eingefunden, um den Ehrentag eines ihrer Amtsgenoſſen verſchönern zu helfen, und auch an theilnehmenden Fremden andern Standes aus der Nähe und Ferne fehlte es nicht. Man verſammelte ſich in dem einen Saale des neugebauten Schulhauſes gegen 10 Uhr, und während nun hier der Jubilar, von mehreren Abgeſandten herbeigeführt, begrüßt, während ihm die Glückwunſchſchreiben der Geiſtlichen aus den Dekanaten Friedberg, Aſſenheim, Rodheim und des Gr. Heſſ. Ober⸗ conſiſtoriums überreicht wurden, ſangen die Schulkinder der obern Klaſſe im andern Saale, unter der Leitung des Leh— rers Herrn Werner, einige Choralverſe. Unterdeſſen hatte ſich wohl der größte Theil der Gemeinde im Feſtſchmuck vor dem Schulhauſe verſammelt und ſofort begab man ſich unter Glockengeläute, die Kinder an der Spitze und der Jubilar bei ſeinem Erſcheinen auf der Straße mit Freuden⸗ ſchüſſen und Lebehochruf empfangen, in geordnetem Zuge, bei welchem ſich namentlich auch alle Mitglieder des Ge meinderaths, des Kirchen- und Schulvorſtaͤndes befanden, zu der mit Blumen und Laubgewinden ſchön und geſchmack⸗ voll geſchmückten Kirche. Herr Pfarrer Strack verſah den Dienſt am Altare,— Herr Rahn ſelbſt hielt tiefbewegt die Jubelpredigt, die voller herrlicher Gedanken war und gewiß Jeden ergriffen hat, der ſie bei der ſchon ſchwach gewordenen Stimme des Predigers verſtehen konnte,— Herr Prof. Dr. Fertſch von Friedberg brachte, zu Folge der ihm vom Decane zu Friedberg übergebenen Befugniß, dem Jubilar die Glückwünſche ſeiner Amtsgenoſſen und ſeiner Behörden dar und verlas das oben ſchon berührte Schreiben des Oberconſiſtoriums, das in herzlichen Worten den Greis der Theilnahme dieſes Colleges verſicherte. Wir hatten in der Kirche eine wahrhafte Erhebung gefunden und dürfen es nicht unerwähnt laſſen, daß dazu weſentlich der gute Geſang der Gemeinde beigetragen hat. 8 Nach der kirchlichen Feier verſammelten ſich die an⸗ weſenden Fremden und die Ortsvorſtände im Rathhauſe zu einem, wie man angekündigt hatte, frugalen, daneben aber vortrefflichen Mittagsmahle, dem man wohl anmerkte, daß kunſtgewandte Hände bei der Bereitung mitgeholfen hatten, und bald belebte die Geſellſchaft eine recht heitere Stim— mung, die ebenſowohl durch den Geſang, den einige junge Männer vor dem Rathhauſe in Zwiſchenräumen ausführten, als auch durch die Trinkſprüche, welche ausgebracht wur⸗ den, gehoben und unterhalten wurde. Die Trinkſprüche galten dem Jubilar, ſeiner Familie, der Gemeinde Ober- rosbach, den männlichen und weiblichen Feſtordnern, dem ſittigenden Einfluß der chriſtlichen Kirche, Herrn Kreisrath Küchler, der gleichfalls an dem Feſte Theil genommen hatte u. ſ. w. Nach beendetem Mittagseſſen machten ſämmt⸗ 2 liche Tiſchgenoſſen, noch begleitet von einigen dazu getre⸗ tenen Damen, einen Spaziergang nach den reizenden An⸗ lagen am Walde, doch wurde das Waldvergnuͤgen durch einen ſanften Regen geſtört, wobei nichts weiter wäre zu wünſchen geweſen, als daß es nicht bei dem wenigen Trö⸗ pfeln geblieben wäre. Wieder in Roßbach angekommen, ſchickten ſich die Fremden zur Abreiſe an, aber am Abend wurde noch dem Jubilar Herrn Pfarrer Strack ꝛc., unter Fackelſchein ein Ständchen gebracht und damit der ſchöne Tag beſchloſſen. Nur zwei Wünſche haben wir am Schluſſe dieſer Mit— theilung noch auszuſprechen; der eine gilt der Gemeinde Oberrosbach und der andere ihrem alten Pfarrer. Der Gemeinde Oberrosbach wünſchen wir, daß ſie ſich den guten und frommen Sinn, den ſie heute an den Tag gelegt, be⸗ wahren möge, bewahren möge trotz aller Laſterung des Guten und aller Aufreizung zum Böſen, an der unſere Zeit leider ſo reich iſt; und dem Hrn. Oberpfarrer Rahn wün⸗ ſchen wir, daß er die ihm noch vergönnten Tage in Ruhe und Friede hinbringen und recht bald einen jungen Mann finden möge, der ihm in ſeinem Amte eine treue, freundliche Stütze wird, denn, wenn die Herbſtwinde wehen, ziemt ſich's wohl, zu ſtützen was wanket, damit es um ſo länger erhalten werde. Friedberg, 22. Juni. Folgenden beherzigenswer⸗ then Aufruf entnehmen wir der Fr. Heſſ. Ztg. Die Bevöl⸗ kerung der Städte ſcheidet ſich bei dem gegenwartigen Stand der Verhältniſſe in Solche, welche arbeiten und das Geſetz aufrecht erhalten, welche ſich des mühſam erworbenen Be— ſitzes freuen, und in Solche, welche durch verſchuldetes oder unverſchuldetes Elend am Hungertuche nagen, als Bettler umherſtreichen, und jeden Moment der Aufregung benutzen, um die Verwirrung zu vergrößern, damit ſie im Trüben beſſer fiſchen können. Dieſe Menſchen ſtrömen zu allen Volksverſammlungen, ſie ſind bei jedem Straßenauf⸗ lauf voran. Wenn ſie gut geleitet werden, ſo ſind ihrer 50 im Stande, eine Stadt von 6000 Einwohner in die vollſtändigſte Abhängigkeit zu verſetzen.(Man vergeſſe auch Diejenigen nicht, die ſich dieſer Leute als blinder Werkzeuge für ihre Zwecke bedienen!) Wer kann das länger dulden? Welcher Fleißige mag da noch fleißig ſein, wenn er öffent⸗ lich dem Geſetz, dem Aufruhr, der gewaltſamen Schilder— hebung das Wort reden hört? Die Bürger ſollten einſehen, daß die Bürgerwehr gerade dieſer Verhältniſſe wegen drin⸗ gend und nöthig iſt; die Bewaffnung gegen Rußland kommt ſpäter ſchon nach, aber ſie iſt ſicher ganz vergeblich, wenn wir einer Rotte von Taugenichtſen geſtatten, uns im Her⸗ zen von Deutſchland in ſchmachvollen Bürgerkrieg zu ſtürzen. Weg jetzt mit jedem kleinlichen Streit über Regierungsfor⸗ men, wo es gilt, den ungeheuren Feuerbrand rings um Deutſchlands Grenzen zurückzudrängeu! Und Ihr, die Ihr reif ſeid, und die Ihr wünſcht, daß die jungen Männer Euch Frau und Kind und Alles was Euch lieb und werth iſt vertheidigen mögen,— greift in Eure Taſchen, daß die Waffen bald und in beßter Qualität beſchafft werden können. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. S ννι (Butzbach) Fohlen Verkauf. (878) Da Freitag den 30. Juni d. J., des Vormittags um 10 Uhr, in hieſiger Reiter⸗ caſerne ein ſechs Wochen altes Fohlen meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden ſoll, ſo ſetzt man die Kaufluſtigen hiervon in Kenntniß. Butzbach den 15. Juni 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Arbeits⸗Verſteigerung. (900) Die bei Unterhaltung der evangeliſchen 8 Vilbel erforderlichen Reperaturarbei⸗ en, als: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 3 fl. Schreinerarbeit, 19„ Schloſſerarbeit, 15„ ſollen Donnerſtag den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Vilbel öffent⸗ lich in Accord gegeben werden. Friedberg den 20. Juni 1848. Der Gemeindebaumeiſter Rut hs. 706 t ih, mobilen babler n 10 be g N U 2* 0 95 8 g Fr. 613 heeſtgen neus . ſchuldi, Zablun curator drg 8 014 Vorm dal Odeon arbeit Jim Glaſe Anlie ſderſſe Herstel 0 cla Unter Ju des J ben, i der Med I g en getre⸗ Menden An, augen du 3 1 urch auc, wür zu Agen Tro: angekom „ Daemmmen, am Abe 3 Adend , unter der ſchoͤne d tset Mit. * Gemeinde rer. Der „freundliche eden, ziemt u ſo langer —ů—— egerswer⸗ Du Bevöl⸗ erſchuldetes agen, als Aufregung NK. ſömen zu ner in die n er öffent/ 1 Schuber inſehen, egen drin ⸗ land kommt glich, wenn int im her⸗ g 1 tungen. grunge sor o tings um Ir, die Ihr Männer Immobilien- Verſtetgerung. Montag den 10. Juli, Vormittags e 8 in bieſigem Rathhauſe die Immobilien der Adam Rauſch'ſchen J. Eheleute dahier, beſtehend in: 1 e aus Wohn⸗ und Backhaus, an Adam Ruppel, 2) drei Viertel von einer halben Scheuer nebſt Hofraithe in der Engelsgaſſe, getheilt mit Jakob Wien, 3) eine halbe Scheuer in der Engelsgaſſe, an Heinrich Hanſtein III., meiſtbietend ver⸗ ſteigert. ö Friedberg den 7. Juni 1848. In Auftrag: Großh Heſſ. Landgericht daſ. der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Immobilien-Verſteigerung. 1796) Montag den 10. Juli, Vormittags um 21 Uhr, werden in hieſigem Rathhuuſe die Im⸗ mobilien der Ludwig Wagenknecht'ſchen Eheleute dahier meiſtbietend verſteigert, als: 1) Hofraithe, beſtehend in Wohnhaus, zwei Nebenbäuen, Scheuer, Schoppen, Stall und zwei Mahlgängen an der Uſa. 2) 192 U[Klafter, 98 Ruthen Garten in der 6ten Gewann an Johann Heinrich Müller. 3) 927[IKlafter, 2 Morgen 3 Viertel, 32 Ruthen Garten in der erſten Gewann, an Heinrich Hanſtein IV. bei der Mühle. Friedberg den 7. Juni 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. 1913) Die Schuldner des zahlungsunfähigen pieſigen iſraelitiſchen Bürgers und Handelsmanns Pincus Blum, Inhabers der hieſigen Handlung P. J. Blum, werden andurch aufgefordert, die ſchuldigen Beträge, bei Vermeidung nochmaliger Zahlung an Niemanden, als den beſtellten Maſ⸗ kurator, Herrn Dr. Neukirch, zu entrichten. Frankfurt a. M., den 12. Mai 1848. Stadt⸗Gericht Dr. Eyſen, ur Secretär. Verſteigerung von Bauarbeiten. 1910 Künftigen Freitag den 30. Juni l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen in der Pfarr- hofraithe zu Florſtadt die bei Herſtellung der Deconomiegebäude daſelbſt vorkommenden Bau⸗ arbeiten, beſtehend in Maurer ⸗, Steinhauer-, Zimmer ⸗, Dachdecker ⸗, Schreiner-, Schloſſer⸗, Glaſer⸗ und Weiß binderarbeiten, ſowie in der Anlieferung von Kalk, Mauer⸗, Back- und Pfla⸗ ſſterſteine, öffentlich an die Wenigſtnehmenden werſteigert werden. Der im ganzen 1000 fl. betragende Voran⸗ ſchlag liegt zur Einſicht auf dem Büreau des Anterzeichneten offen. Zu gleicher Zeit ſollen die bei der Umbauung des Pfarrhauſes übrig gebliebene alte Materia⸗ lien, beſtehend in Thüren, Fenſtern, Oefen ꝛc., in der Pfarrhofraithe, öffentlich an die Meiſt⸗ bietenden verſteigert werden. Friedberg den 25. Juni 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Weißbinderarbeit in der Reitercaſerne zu Butzbach. (915) Dienſtag den 11. Juli d. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſoll das Ausweißen meh⸗ rerer Localitäten in der hieſigen Reiter⸗Caſerne auf dem Wege der Soumiſſton vergeben wer— den. Es werden daher die zur.. dieſer Arbeit luſttragenden Weiß bindermeiſter W 209*. hlerdurch aufgefordert, ihre Soumiſſionen, wozu die Formulare auf dem hieſigen Militärverwal⸗ tungs⸗Büreau in Empfang zu nehmen find, ver— ſiegelt und mit der Aufſchrift:„Weißbinderarbeit betreffend, bis zu dem bemerkten Termin in das am Eingange zu gedachtem Büreau aufge—⸗ hängten Soumiſſionskäſſchen einzulegen. Die Bedingungen, die das Nahere beſagen, ſind von heute an zur Einſicht aufgelegt. Butzbach den 24. Juni 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartirmeiſter. Gras-Verſteigerung. (916) Mittwoch den 28. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde zu⸗ ſtehende Heugras von circa 150 Morgen, meiſt⸗ bietend verſteigekt werden. Das betreffende Gras iſt vorzuglich gut, und die auswärtigen Steigerer haben nicht zu fürchten, daß ſie bei der Verſteigerung durch hieſige Ortsbewohner benachtheiligt würden. Florſtadt den 24. Juni 1848. 5 Der Großh. Heſſ Bürgermeiſter Appel. Frucht⸗Verſteigerung zu Langgöns. (917) Freitag den 30. Juni d. J, Vormitags um 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe 30 Malter Korn und 70„ Gerſte öffentlich an den Meiſtbietenden unter den als⸗ dann bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden. Die Herren Bürgermeiſter der umliegenden Orten werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden zu veröffentlichen. Langgöns den 20. Juni 1848. J. V. d. B. der Beigeordnete Dern. Arbeits Verſteigerung. (918) Die diesſährigen hieſigen Gemeinde⸗ bauarbeiten, als: 1 0 Maurerarbeit im Betrage von 44 30 6— Steinhauerarbeit Zimmerarbeit 9— Pflaſtererarbeit 25 12 Schreinerarbeit 4 30 Schloſſerarbeit 5— Glaſerarbeit 6— Dachdeckerarbeit 25— Weißbinderarbeit 26— ſowie die Lieferung von 4 Bütten Waſſerkalk, Bruchſteinen, Kies und Lett, ſollen Freitag den 30. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr, in dem hieſigen Gemeindehaus, wenigſneh— mend in Accord gegeben werden. Oberrosbach den 25. Juni 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Blecher. Arbeits ⸗ Verſteigerung. (919) Die in der Kirche zu Obermörlen er⸗ forderliche Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 76 fl. Weißbinderarbeit, 2„* ſowie die bei Unterhaltung des Kirchplatzes da⸗ ſelbſt nöthige Maurerarbeit, veranſchlagt zu 5 fl. Schreinerarbeit, 5„ Schloſſerarbeit, 137 Weiß binderarbeit, 3„ wird nächſten Freitag den 30. Juni d. J., Nach⸗ mittags um 3 Uhr, in dem Gaſthaus zum Hirſchen in Obermörlen, wenigſtnehmend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 22. Juni 1848. Der Gemeindebaumeiſter Ruths. NN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zum Verkaufen. (920) Eine Parthie gute Kartoſſeln bat zu vorkaufen Ehriſtian Müller. Friedberg. Erſte und letzte Erwiederung. (921) Auf die in Nro 48 d. Bl. erſchienene ſog. vöffentliche Rechtfertigung“ des Herrn Corporal Jäger erkläre ich hiermit deſſen Angabe als eine abſichtliche Entſtellung der Wahrheit und be— merke zugleich, daß ich den„ſo unwürdig Ver⸗ läumdeten bereits als Haupturheber lener Schandthat angeklagt habe und dieſe meine An⸗ klage auch genügend beweiſen werde. Daß da⸗ her eine ungewöhnliche Partie Frechheit dazu gehört, bei vorliegendem Beweis des Gegentheils ſich öffentlich als unſchuldig zu erklären, bedarf wohl keiner weiteren Bemerkung, kann aber bei der bekannten Perſönlichkeit dieſes„fungen Kor— porals, um ſo weniger befremden, als deſſen jüngſte Vergangenheit nicht nur deutliche Spuren des Befallenſeins deſſelben vom politiſchen Deli⸗ rium, ſondern auch des Mangels an richtigem Begriff ſeiner Pflichten als Soldat zur Genüge gezeigt hat. Dies mein erſtes und letztes Wort in dieſer Sache. Ch. Gros. Friedberg. Zum Verkaufen. (922) Einen alten Wagen mit eiſernen Ach⸗ ſen, noch in gutem Zuſtande befindlich, ſteht zu verkaufen bei W. Hanſtein. Ein wohlgeſitteter Junge (928) wird unter angemeſſener Bedingung in die Lehre geſucht von W. Hanſtein, Wagner. Kitzinger Bier (924) empfiehlt ſeinen verehrlichen Gäſten M. Philippi, onditor. Einen Heuboden (925) nebſt einem großen geräumigen Stall, welches ſogleich benutzt werden kann, hat zu ver⸗ miethen Friedrich Staubi am Fauerbacherthor. Anzeige. (9260 Einem geehrten hieſigen und auswär⸗ tigen Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mich nunmehr als Glaſer etab⸗ lirt habe, mein Geſchäft in meiner Eltern Haus betreibe und alle in dieſes Fach einſchlagende Artikel fertige, ſowie auch Portraits mit Gold⸗ 1 fertig einnahme. Um geneigten Zuſpruch itte Friedberg im Juni 1848. Friedrich Hanſtein, Glaſermeiſter. Anfrage an höhere Behörde. (927) Iſt es Recht, daß ein Bürgermeiſler die Polizeiſtunde vor Geld verkauft, wie Bür⸗ germeiſter Dey in Niedermörlen gethan hat? Einer aus Niedermörlen. Theurer Rath. (928) Vor einiger Zeit habe ich bel Konrad Solz zu Bauernheim Walzen geladen und mich bei Auszahlung des Betrags um 10 fl. zu meinem Nachtheile geirrt. Als ich dieſen Irrthum durch das Nachzählen meines übrigen Geldes wahrnahm, ſchickte ich den Mäkler Grill zu Solz, dem letzterer er⸗ wiederte: ves ſei ihm wie ein Traum, daß er 10 fl. zu viel erhalten habe,“ gab aber ſolcht nicht zurück. Spater kam ich ſelbſt zu Solz; es ſchien jedoch als habe ſich derſelbe während dieſer Zeit mit ſeinem Gewiſſen ganz abgefun⸗ den, denn ſtatt die 10 fl. herauszugeben, gab er mir den etwas theuren Rath:»ich möge beſſer aufpaſſen.“ Für dieſes Geld kann man ſich wohl auch bei einem engliſchen Advocaten Raths holen. Holzhauſen den 22. Juni 1848. Jacob Haſſelbach, Fahrknecht bei Müllermeiſter Vorbach. Ein vollſtändiges Logis, (929) beſtehend in 4 Zimmern, Küche, Keller, Speicher und Holzſtall, welches bis den 1. Ok⸗ tober d. J. bezogen werden kann, iſt zu ver⸗ miethen bei Glaſermeiſter Wetzſte in auf der Ludwigsſtraße. Letzte Erklarung. (930) Bereits in meiner Erwiederung vom 14. d. M. habe ich angedeutet, daß ich, dem Weißbinder Rühl gegenuber, mich nicht zu ver⸗ antworten hätte; auch hiermit ſoll dies nicht ge⸗ ſchehen. Um indeſſen mit den angeblich beein⸗ trächtigten Weißbindern zu Oberwollſtadt fertig zu werden, beziehe ich mich auf die unten fol⸗ gende Erklärung des Weißbinders Koſt dahier und überlaſſe es den Herren Raiſonneurs, gegen denſelben ihre etwaigen Rechte zu verfolgen. Bei einer Unterſuchung bezüglich der Wahrheit oder Unwahrheit der Weißbinder Koſt'ſchen An— gaben, wird es ſich dann herausſtellen, wer Umtriebe bei jener Arbeitsverſteigerung einge— leitet,— wer gelogen und wer verletzt hat.— Die gegen mich ausgeſtoßene Beſchuldigung: „lügenhafter Angaben“— weiſe ich als eine gemeine und rohe Inſolenz zurück. Was die witzgeſpitzten Pfeile anbelangt, welche die Oberwöllſtadter Herrn Weißbinder resp. ihr elſtreicher Herr Mandatar gegen mich abſchießen, o wird das Publikum wiſſen, was es davon zu halten hat, denn wer einmal in Bufferts Marionettentheater den Caspar geſehen und ge⸗ hört hat, dem fallen dergleichen Witze nicht mehr auf. Ich bin blos Bauer oder Landwirth und als ſolcher bin ich überall zu verwenden; das Bürgermeiſteramt wurde mir durch das Ver⸗ trauen der hieſigen Gemeinde zu Theil und die⸗ ſes Vertrauen habe ich mir bis jetzt erhalten. Das aber muß ich ſchließlich bemerken, daß, wäre ich auch im Beſitz aller Fähigkeiten zur Begleitung von Dienſtſtellen, ich doch ſicher, bei der bevorſtehenden Organiſation, mich um keine Stelle bei einem Baukolleg bewerben würde. Niederwöllſtadt den 24. Juni 1848. Der Bürgermeiſter Ko ſt. Erklärung. (931) Der Unterzeichnete beſtätigt hiermit, daß ihm von den Oberwöllſtädter Weißbindern, insbeſondere durch Adam Breidenbach, welcher, ſonderbarer Weiſe, die Widerlegung in Nr. 49 d. Bl. nicht mitunterzeichnet hat, bei der am 5. d. M. dahier abgehaltenen Arbeits verſteigerung 7 fl. unter dem Verſprechen abgefordert haben, daß ſie mir dann die fragliche Arbeit um die Voranſchlagsſumme zukommen laſſen wollten. Dieſe Thatſache werde ich durch mehrere Zeugen beweiſen. Weißbinder Schneider von Helden⸗ bergen aber hat mir keinen preuß. Thaler abgefor⸗ dert; ich habe vielmehr Obigen erklärt, daß, wenn ich ihnen 7 fl. bezahlen müßte, ich dann auch Schneider wohl 1 fl. 45 kr. zu bezahlen hätte. Hier hatte mich der Bürgermeiſter Koſt mißverſtanden, was er auch dem Weißbinder Schneider gegenüber anerkennen wird. Niederwöllſtadt den 24. Juni 1848. Jab d 8. W 210 JJͤͥͤͥ——0ũů&üů Bekanntmachung. .(932) In dem Wohnhauſe des Freiherrn von Wieſenhuͤtten auf dem Hofe 8 zu Niederweiſel werden 5 Dionnerſtag den 29. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, 8 verſchiedene ſehr gut erhaltene Möbel, als Spiegel in Goldrahmen, mehrere Uhren von Bronze und Alabaſter, Sophas mit grünen und blauen Ueber⸗ 8 zügen, Stühle, Tabourets, verſchiedene Tiſche von Mahagoni, ein Secretär 2 von Paliſander, eine große Anzahl ausgezeichnet ſchöner Cryſtallgefäße und 2. Taſſen u. ſ. w., ein Etagere von Mahagoni mit Spiegelwand, zwei Ofen⸗ 8 ſchirme von lakirtem Eiſenblech, mehrere Fußteppiche, ein ganz neues Billard — und verſchiedene gute Kupferſtiche meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft, wozu Kaufluſtige eingeladen werden. Niederweiſel den 19. Juni 1848. 40 In 3 8 2 illes, Gärtner.* * MGA d οοοοτο ννπετννννννννννννι½ CM ˙⁰ Von dem„Montags-Kränzchen“ in Frankfurt a. M., deſſen Loſung heißt: „Freiheit, Einheit, Ordnung und Recht,“ (933) iſt ein Aufruf an das deutſche Volk ergangen, welcher den engen Au⸗ ſchluß aller Vereine derſelben Tendenz aneinander bezweckt und auffordert, ähnliche Vereine aller Orten zu gründen. So ſoll ein allgemeiner deutſcher„Volks⸗ Verein“ entſtehen, deſſen Haupt- und Zweigvereine ſich durch alle deutſche Gauen verbreiten. Nur auf dieſe Art kann ein gedeihliches, einheitliches Wirken des deutſchen Volkes für ſeine errungenen Freiheiten ſtattfinden; nur ſo kann das Eroberte feſtgehalten werden. Der freie Bürger-Verein dahier hat beſchloſſen, einen ſolchen Hauptverein gründen und in demſelben aufgehen zu wollen. Mittwoch den 28. Juni, Abends 8 Uhr, werden in dem Gerlach'ſchen Saale in einer Verſammlung die proviſo— riſchen Satzungen dieſes Vereins vorgelegt, berathen und wo möglich noch der geſchäftsführende Ausſchuß erwählt. Alle Bewohner Friedbergs werden hiermit eingeladen, dieſe Verſammlung zu beſuchen und Theil zu nehmen an dem zu gründenden Vereine. Möchten die Mitglieder dieſes Vereins recht zahlreich werden; möchten die Bewohner unſerer Stadt zeigen, daß ſie nicht hinter denen anderer Städte zurückbleiben, wenn es gilt ein Schutz- und Trutzbündniß fur das Wohl des deutſchen Volkes! Friedberg den 26. Juni 1848. Groh. Volksverſammlung in Melbach! Sonntag den 2. Juli (930 zur Beſprechung über die im Laufe der vorhergehenden Woche gefaßten Beſchlüſſe der Nationalverſammlung. Aufruf des Vorſtandes des democratiſchen Vereins zu Friedberg. C. Rullmann, Präſident. Oeffenklicht Sitzung des democratiſchen Vereins nächſten Donnerſtag den 29. Juni, präcis 8 Uhr Abends, (938) im Saale des Bürgers Gerlach. Friedberg den 21. Juni 1848. C. Rullmann, Präſident. J. Schmidt, Secretär. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindern agel in Friedberg.