. 7 Reel Intelligenz- Glatt fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. * M49. Sonnabend, den 24. Juni — — .————————̃——— 1848. — 2 Ein neues Halbjahr⸗ Abonnements auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Juli. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei der Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnementspreis: das halbe Jahr 40 kr.— Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr.; die dritte und jede folgende Zeile 2 kr.— Aufnahme der Inſeraten: welche bis zum Mitiwoch⸗Abend eintreffen, in das Samſtags⸗Blatt. alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs-Blatt, und alle, Schließlich fügen wir noch bei, daß das Intelligenz⸗Blatt in einer Auflage von 1200 Exemplaren gedruckt und faſt in alle Theile des Großberzogthums verbreitet wird, weßhalb ſich alle in dieſem Blatte befindende Inſeraten einer ausgedehnten Verbreitung zu erfreuen haben. Friedberg. Die Redaction. Die Arbeiter und die Arbeitgeber. Wie ſehr man es auch beklagen mag: wenn man nicht das Auge vorſätzlich verſchließen will, wird man ſich doch eingeſtehen müſſen, daß der Klaſſenzwieſpalt zwi⸗ ſchen Arbeiter und Arbeitgeber beſteht und auch in Deutſch⸗ land reißende Fortſchritte macht. Es erhebt ſich im Ange⸗ ſicht dieſer Thatſache die Frage: Wer trägt die Schuld die— ſer beklagenswerthen Erſcheinung? Diejenigen, welche die fraglichen Verhältniſſe kennen und nicht nur die heutigen Zuſtände eines forſchenden Blickes würdigen; diejenigen, welche ihr Urtheil nicht nur an den Erſcheinungen des Au— genblicks abmeſſen, welche vielmehr das, was geweſen, mit dem zu vergleichen wiſſen, was iſt, erkennen wohl, daß die Arbeiterzuſtände, wie die allgemeine Geſittungsſtufe über⸗ haupt, in früheren Zeiten weit unter denen der Gegenwart geſtanden haben. Doch trotz dieſer Einſicht können ſie ſich nicht verheimlichen, daß in den Anſprüchen, welche ſich heute aus dem Schooße der arbeitenden Klaſſen erheben, in vieler Hinſicht eine tiefe Berechtigung liegt, obſchon in den häufig ſten Fällen das Ziel ihres Anſtrebens keineswegs zu den Mitteln ſtimmt, womit ſie jenes zu erreichen hoffen. Aber die Schuld, daß ſie darin fehlgreifen, iſt weniger die ihre, als ſie denen zur Laſt fällt, welche durch höhere Bildung und Stellung vor Allem berufen wären, ihnen den richtigen Weg zu zeigen und durch gewonnene Überzeugung ſie denſel— ben zuzuführen. Unſere Zeit iſt eine ſolche— und es iſt ein Beweis des allgemeinen Fortſchritts, der ſie kennzeichnet— daß das Beſſerwiſſen nicht anders zur Geltung gelangen kann, als indem es thätig wird, indem es überzeugend wirkt. Die gereifteſte Einſicht, das gründlichſte Urtheil verlieren ihr Recht, wenn ſie auf ihren Beweis und Wieder— beweis dem ſich in den Schranken der Beweisführung hal— tenden Gegner gegenüber verzichten.— Je bevorzugter eine Stellung, und je vielſeitiger die Kräfte ſind, die zu deren innerer Behauptung in Anſpruch genommen werden, deſto weniger dürfen Diejenigen, welche ſie ausfüllen, ſich der Mühe überhoben halten, nach Außen hin ihre Berechtigung und Befähigung dazu Denen deutlich zu machen, welche ge⸗ neigt ſcheinen, beide in Zweifel zu ziehen, mag dieſer Zwei— fel nun von einem richtigen oder falſchen Geſichtspunkt aus erhoben werden. Es iſt augenſcheinlich, daß im geſetzten Falle das bloße Beharren in der erlangten höheren Stellung, wie günſtig letztere auch an und für ſich erſcheint, nicht ausrei— chen wird, ſobald Diejenigen, welche ſich ihr gegenüͤberſtel⸗ len, es in ihrem Intereſſe finden und es verſtehen, die ihrige nach und nach zu erhöhen und zu verſtärken. Wenn die Arbeiter in den wenig freien Stunden, welche ihnen von den Mühen der Werktagsbeſchäftigung übrig bleiben, ſich zuſammenthun, um ihre gemeinſamen Vortheile oder was ſie dafür halten, zu berathen, ſich gegenſeitig darüber zu unter— richten und in dem ſelbſtgeſchaffenen Kreiſe die Bildung ſich anzueignen, die ſie moͤglicherweiſe darin finden koͤnnen; während die Arbeitsgeber unter einander in gegenſeitiger Abſonderung verharren oder wechſelſeitigen Austauſch nur ausnahmsweiſe und nur dann ſuchen, wenn gelegentlich ein 8* N— „ 204* einzelnes Vorkommulß dazu drͤͤngt: ſo darf es die letzter⸗ wähnten Klaſſen keineswegs überraſchen, wenn das mora⸗ liſche Gewicht, das vor dem Urtheile der Welt die Regungen in jenen Kreiſen geltend zu machen beginnen, ſchwerer in die Wagſchale deſſelben fallt, als man hier erkläarlich findet oder erwartet. Wenn die Einen den Nachdruck ſelbſt mit Opfern erlangter gemeinſchaftlicher Entſchlüſſe begreifen lernen, das gegenſeitige Mißtrauen, den beſchränkten Eigen⸗ nutz fahren zu laſſen verſtehen, wo es gilt, die wohlver— ſtandenen Geſammtvortheile zu fördern, während den Anderen die eigenen Sonderintereſſen ſelbſt im Kreiſe der Gleichge— noſſenſchaft faſt allerwärts höher gelten, als der Geſammt⸗ nutzen der Letzteren: dann ergiebt ſich von ſelbſt, auf welche Seite zuletzt die ſittliche Kraft ſich hinwenden muß. Wenn endlich Diejenigen, welchen man Einſicht, gründliche Auf— faſſung, höheren Aufſchwung, richtiges Urtheil und gehörige Vorausſicht zu beſtreiten fortfährt, von ihrem Standpunkte aus, nach allen dieſen Dingen eifrigſt ſtreben; während die, welche ſich aller dieſer Eigenſchaften und Vorzüge rühmen, nichts thun oder zu thun im Stande ſind, um die Anderen von dem Vorhandenſein dieſer Gaben zu überzeugen, ſo läßt ſich vorausſagen, daß der Tag kommen wird, wo zu der Mißgunſt und dem Mißtrauen gegen deren höhere Stellung ſich die Geringſchätzung und die Verachtung geſellen muß. Daß die arbeitenden Klaſſen in Bezug auf die Eigen thümlichkeit und die weſentlichen Bedingungen der Arbeit und ihres Lohnes, wie hinſichtlich der Mittel, beide zu ihren Gunſten zu ändern, Vorurtheile, beklagenswerthe Vorur— theile hegen, iſt leider von keinem Unbefangenen und Sach—⸗ erfahrenen in Abrede zu ſtellen. Aber, kann man fragen, was iſt von ihren Beſchäftigern geſchehen, was geſchieht von ihrer Seite, um ſolche Vorurtheile auszurotten? Ja, hat man auf dieſer Seite unter der großen Mehrzahl auch nur angefangen, ſich ſelbſt über die Dinge klar zu werden, die den eigenen Vortheil ſo nahe angehen? Hat man Schritte, entſchiedene, ausdauernde, gethan zur Förderung deſſen, was man in dieſem Kreiſe ſein Geſammtintereſſe nennen muß? Nach allen Vorgängen, nach allen Erſchei⸗ nungen, deren jeder Tag neue bringt, läßt ſich darauf leider nur eine ſehr wenig zufriedenſtellende, nur eine unerfreuliche Antwort geben. Eutweder ſtimmen die wohl verſtandenen Intereſſen der Arbeitgeber und die der Arbeiter weſentlich zuſammen— und für den Tieferblickenden iſt ſolches eine ausgemachte Sache— oder das Gegentheil iſt der Fall. Eutweder liegt es im Vortheil der Arbeiter, daß die Induſtrie des Vaterlandes allenthalben und in allen ihren einzelnen Zweigen ſich hebt, und daß das Geſchäft ihrer Arbeitgeber blüht und gedeiht; entweder liegt es auf der andern Seite im Intereſſe der Arbeitgeber, daß ſie und alle ihre Genoſſen die Arbeiter vollauf und ohne Stockung beſchaͤftigen und ihnen fuͤr tüchtige Arbeit tüchtigen Lohn geben können: oder Beides iſt nicht der Fall, d. h. der Vortheil des Arbeiters hängt im Gegentheil von dem Verkümmern der Induſtrie, der des Arbeitgebers von dem Elend und der Entblößung des Ar— beiters, von den Schwankungen in der Production ab, welche dazu führen. Wäre die letzte Behauptung, die ihren Widerſpruch in ſich ſeloſt trägt, nun wirklich die richtige, ſo dürfte man freilich auf nichts eifriger hinſtreben, als mit der Induſtrie überhaupt zu Rande zu kommen, ſobald als möglich ſich einer Gewerbthätigkeit zu entledigen, deren Gedeihen über diejenigen, deren Loos unzertrennlich damit verbunden iſt, nach beiden Seiten hin Elend und Verderben bringen ſoll. In der Verſtändigung über dieſe hier auf ihren letzten, einfachſten Ausdruck gebrachte Alternative— in elner ſolchen Verſtändigung zwiſchen Arbeitern und Arbeitgebern, ruht— da die Eutſcheidung über dieſe Fragen vor dem geſunden Menſchenverſtand nicht zweifelhaft ſein kann— die Aus- gleichung des drohenden Klaſſenzwieſpalts zwiſchen den beiden arbeitenden Klaſſen: den bloß ihre Arbeitskraft und Arbeitsgeſchicklichkeit zur Gütererzeugung beſitzenden, den Arbeitern im engern Sinne, und denjenigen Producenten, die mit den eigenen Arbeitsfähigkeiten noch höhere Einſicht und Geldkräfte verbinden, den ſogenannten Arbeitsgebern. Aus einer ſolchen Verſtändigung werden beide Theile nicht nur die Vortheile ziehen, welche innere Einigung den an entſchiedenes Zuſammenwirken gewieſenen Kräften ſtets gewährt, ſondern Beide werden darin auch die kräftigſte Stütze und den wirkſamſten Hebel ihrer Forderungen finden, die ſie zum Frommen ihrer gemeinſchaftlichen Jutereſſen an Staat und Geſellſchaft zu ſtellen ſich bewogen finden. Aber damit dieſe Verſtändigung vor ſich gehen könne, iſt es nothwendig, daß der erſte Schritt von Denen gethan werde, welchen man eine höhere Bildung, eine tiefere Ein— ſicht in die Verhältniſſe zumuthen darf. Sie dürfen nicht länger fortfahren, die Vorurtheile und Abneigungen, auf die ſie zuerſt in dem Kreiſe der Arbeiter zu ſtoßen gewiß ſein können, als Vorwand zu gebrauchen, von demſelben in entfremdender Entfernung zu verharren und ſich der Mühe zu entheben, Jene zu überzeugen, daß nur im Zus ſammenwirken und Zuſammengehen Heil für das Gemein— ſchaftliche gefunden werden konne. Zu lange, viel zu lange ſchon iſt es von dieſer Seite verſaͤumt worden, in dieſer Weiſe das nothwendige Einverſtändniß zu erzielen und den immer tiefer aufklaffenden Riß zu heilen. Es iſt dringend nöthig, daß die gegenſeitige Entfremdung aufhöre, was der Natur der Sache nach nur dadurch geſchehen kann, daß ſich die geſellſchaftlich höher Geſtellten Denen nähern, welche in ihrer untergeordneten Stellung, wie jeder Tag zeigt, voll Mißtrauen und Argwohn, wenn nicht hie und da von noch ſchlimmeren Leidenſchaften gegen die ganze Klaſſe Jener erfüllt ſind. Es iſt möglich, daß zuerſt dieſes Eutgegen⸗ kommen von der andern Seite falſch verſtanden, vielleicht ſogar zurückgewieſen wird. Aber man darf ſich, der guten Sache und des nützlichen Zweckes bewußt, nicht abſchrecken laſſen, und darf dann die Ueberzeugung hegen, daß man das gewünſchte Ziel erreichen wird. (Deutſche Gew.⸗Ztg.) Guſtav⸗ Adolf ⸗ Stiftung. Die Jahresverſammlung der Mitglieder des Wet⸗ terauer Zweigvereins der Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung ſoll Sonn⸗ tag den 25. Juni zu Melbach abgehalten werden und daſelbſt in der Kirche, Nachmittags um 2 Uhr begin⸗ nen. Indem die Unterſchriebenen zu einem recht zahlreichen Beſuche dieſer Verſammlung ergebenſt einladen, bemerken ſie zugleich, daß nach abgehaltenem Gottesdienſte und er⸗ ſtattetem Berichte über folgende Gegenſtände verhandelt werden ſoll: 1) Aenderung der Statuten des Landesvereines §. 5. und des Zweigvereines§. 3.; 2) Ob vorzugsweiſe die hülfsbedürftigen Gemeinden des Inlandes oder des Aus⸗ landes bei den Unterſtützungen des Vereines berückſichtigt werden ſollen? 3) Nothwendigkeit, daß der Verwaltungs⸗ rath zu Darmſtadt vor der Vertheilung der Jahreseinnahme die Abgeordneten der Zweigvereine mit ſeinem Unterſtützungs⸗ plane unter Angabe der Grunde bekannt mache; 2) Wahl des Vereins vorſtandes nach§. 10. der Statuten; 5) Beſtimmung des Orts fur die nächſte Jahresverſammlung. Sollte Jemand wünſchen, außer dieſen Gegenſtänden noch —— 1 3 andert die Bit Kennt vetvol bei ei ten ih ns! bie el Beke (459 milags feinen fende N ſowwie da Woſſertch der t ſammt! ſchraud 1 meſf Giſtell Molen nen ache Eo b. and kan keferlig genon gerungs 878 Vormit cgſerne gegen oll, Kennin * ſeolchen deſunden die Aus, den den deitskraft genden, ucenten, Einſicht geber, de nicht ung den ten stets kräftigt n faden, ceſſen an finne, gethan re Ein- en nicht en, auf n gewiß demſelben ſich der t in Zu Gemtin⸗ zu lang + Ant ud den ringend vas der , daß woche ag Nigt, d da von iſe Jener ulgegen⸗ vielleicht er guten bichrecken daß ma andere zur Sprache gebracht zu ſehen, ſo erlauben wir uns, die Bitte auszuſprechen, daß uns davon doch vorher ſchon Kenntniß moͤge gegeben werden, damit wir die Tagesordnung vervollſtändigen konnen.— Iſt es Jemanden gefällig, ſich bei einer Omnibusfahrt nach Melbach zu betheiligen, ſo bit⸗ ten wir, dies dem mitunterzeichneten Schriftführer bis läng⸗ ſtens Freitag Abend anzeigen zu wollen; derſelbe wird dann die erforderlichen Beſtellungen machen. Friedberg den 19. Juni 1848. Dr. Crößmann, Vorſitzender. „* 205* Markt ⸗ Friedberg, am 21. Junt 1848. eich Aufgefahren Verkauft i Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mtr.) 1. 4. ke⸗ Waizen 1 14½ 14½ 9 10 nn 5 Verſte,. Dr. Matthias, Hafer e e 8 2 4 15 Schriftführer. Kartoffel,.———— Roggenmehl..———— Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN NN a Bekanntmachung. 6159) Mittwoch den 28. Juni l. J., Vor⸗ mitlags 10 Uhr, ſoll in der zum Abbruch be⸗ ſtimmten unteren Brückenmühle dahier das lau⸗ fende Mühlwerk, zu fünf Gängen eingerichtet, ſowie das nicht laufende Geſchirr, beſtehend in Waſſerrädern, Wellbäumen, Kammrädern Trich⸗ tern mit Schuh, Stuhl und Zarchen, Beutelkaſten ſammt Geſchirr, Bodenſteinen und Laufern, Heb⸗ ſchrauben, verſchiedenen Glocken von Metall, 1 meſfingnen Rolle, Säuberkaſten mit Trichter, Geſtell und Abräder, Korn-, Netz-, Mehl- und Kleienkaſten ꝛc., im Ganzen, oder auch in ein⸗ 2 75 Theilen, an Ort und Stelle ſelbſt, mittels usgebots, verkäuflich abgegeben werden. Es befindet ſich daſſelbe in gutem Zuſtande und kann auf vorheriges Anmelden bei der un⸗ terfertigten Stadtkämmerei täglich in Augenſchein genommen werden. Ebenſo ſind die Verſtei⸗ gerungsbedingniſſe auf der Stadtkämmerei zu den gewöhnlichen Amtsſtunden einzuſehen. Frankfurt a. M. den 27. Mai 1848. Stadtkämmerei. (Butzbach) Fohlen ⸗ Verkauf. (878) Da Freitag den 30. Juni d. J., des Vormittags um 10 Uhr, in hieſiger Reiter⸗ caſerne ein ſechs Wochen altes Fohlen meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden ſoll, ſo ſeßt man die Kaufluſtigen hiervon in Kenntniß. Butzbach den 15. Juni 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Arbeits ⸗Verſteigerung. 4900) Die bei Unterhaltung der evangeliſchen Kirche zu Vilbel erforderlichen Reperaturarbei⸗ ten, N 3 4 aurerarbeit, veranſchlagt zu Z fl. Schreinerarbeit, wact 19 Schloſſerarbeit, 15„ ollen Donnerſtag den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Vilbel öffent⸗ lich in Accord gegeben werden. Friedberg den 20. Juni 1848. Der Gemeindebaumeiſter 4 Ruths. Bekanntmachung. 901) Da die am 22. d. M. ausgeſchriebene Berſteigerung zu Aſſenheim wegen Verhinderung nicht abgehalten werden konnte, ſo wird ſolche Dienſtag den 27. d. M., Mittags 1 Uhr abge⸗ halten und wird andurch der Druckfehler in Nro. 48. d. Blis. dahin berichtigt, daß kein Bahrgeſtell, ſondern ein Bohrgeſtell der Verſtei⸗ gerung ausgeſetzt wird. Jung. Holz ⸗Verſteige rung. 1902) Donnerſtag den 29. d. M., Vormit⸗ tags um 9 Uhr, werden in dem hieſigen Ge⸗ meindewald, in dem Holzſchlag ſelbſt, folgende Holzſortimente meiſtbietend verſteigert, mit dem Anfügen, daß gegen Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis Martini dieſes Jahrs geſtattet wird. 1 7½ Stecken geſchält eichen Prügelholz, 20 2„ birken Prugelbolz, 30 5„ eichen altes Stockholz, 4) 650 Wellen buchen Reißerholz, 5) 125 geſchalte Eichenwellen, 6) 1300 gemiſchte Birkenwellen, 7) 2800 Nadelholzwellen, 8) 20 Wagen, d Laſte Spähne und Reißer, 9) 425 Gebund Heiden zu Backholz. Ockſtadt den 21. Juni 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Klein. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein wohlgeſitteter Junge, (892) der Luſt hat die Buchbinderei gründ- lich zu erlernen, kann ſogleich eintreten. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. Friedberg. Eine Parthie Holzaſche (896) iſt zu billigem Preiſe zu verkaufen bei A. Rauſch, Bäackermeiſter. Aufforderung. (897) Alle diejenigen, welche Zahlungen an meinen Mann, den verſtorbenen Phyſicatschirurg Bingmann zu Rodheim, zu leiſten haben, wer⸗ den hiermit aufgefordet, ſolche innerhalb 14 Tagen von heute an an mich zu entrichten, in⸗ dem ich mich ſonſt genöthigt ſehe, gerichtliche —— gegen die betreffenden Schuldner nachzu⸗ ſuchen. Ich wohne jetzt in Friedberg bei Schreiner⸗ meiſter Dienſtbach. Friedberg den 16. Juni 1848. K. Bingmauns Wittwe. VeEeyrfe gerung. (903) Dienſtag den 27, d. M., wollen die beiden Vormünder der Heinrich Wolff's Erben, Jacob Wolff und Kilian Sulzbach, 15 Malter Korn und 14 Malter Gerſte unter den bekannt zu machenden Bedingungen im Gaſthaus zum weißen Roß dahier verſteigern laſſen. Rockenberg den 16. Juni 1848. Jacob Wolff, Ir. Vormund. Zum Verkaufen. (904) Eine gute und leichte Büchſe iſt billig zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. Vie rſſtei gerung, (905) Montag den 26. d. M., Vormittags von 8 Uhr an, werden in der Wohnung des Materialien ⸗Rechnungsführers Henkel gegen gleich baare Zahlung 1 Kuh, 1 Rind, 12 Ganſe, 15 Hübner, 1 Obſttelter und verſchiedene Haus⸗ geräthſchaften einer freiwilligen öffentlichen Ver⸗ ſteigerung ausgeſetzt, wozu Luſttragende hiermit eingeladen ſind. Saline Nauheim im Juni 1848. P. Henkel. Erwie derung. (906) Auf die Annocen Nr. 792 und 899 kann ich mich auf das Factum nicht einlaſſen, weil ich nicht weiß, ob die Verfaſſer würdig ſind, mit mir vor dem Forum der Oeffentlichkeit zu erſcheinen; daher fordere ich dieſe auf, ihre Namen zu nennen— ſofern ſie nicht als be⸗ reits gebrandmarkt deren Verſchweigung für rechtlich halten. für ehrloſe und lügenhafte Subjecten, bis ſie ihre Namen genannt haben. Baruch Hecht. Zum Verkaufen. (9077) Friſchen ſelbſtgezogenen Weißrübſaa⸗ men hat zu verkaufen Heinrich Preuſſer. Ein gutes Clavier (908) iſt zu vermiethen und in Nr. 473 zu erfragen. Anzeige. (909) Zettel- und Einſchlagegarn in tüͤrkiſch⸗ roth, blau, gebleicht und ungebleicht beſtehend, wie auch blau- und weißwollen und baumwollen Strickgarn, alle Farben Nähgarn und Nähſeide, Rollengarn, Eiſenzwirn, engliſche Näh⸗ und Stricknadeln, alle Sorten Schnur⸗ und Beſetz⸗ band, Merinokortel, Schnur, Weſten⸗ und Rock⸗ knöpfe, breiten und Garniertüll, Spitzen, Bett⸗ zeug, Baumwollentuch, Saſſinet, Sammet und alle in dieſes Fach einſchla zende Artikel werden zu den möglichſt billigſten Preiſen verkauft bei Friedberg. Nathan Hirſchhorn, Wilhelminenſtraße Nr. 244. Widerlegung. (910) Auf die wahrheitsgetreue Veröffent⸗ lichung des Weißbinders Rühl in Nr. 46 d. Bl. hat der Bürgermeiſter Koſt von Nieder⸗ wöllſtadt in Nr. 47, Inſerat(874), eine Erwiederung folgen laſſen, worin er mittelſt lügenhafter Angabe uns, die Weißbinder von Oberwöllſtadt, zu verdächtigen und dadurch ſeine Handlungsweiſe zu beſchönigen ſucht. Daß ihm(dem Bürgermeiſter Koſt) vor der Verſteigerung der Weißbinder Koſt von Nie⸗ derwöllſtadt die Anzeige gemacht: „wir hätten ihm 7 fl. und ein Heldenberger „Weißbinder 1 fl. 45 kr. abgefordert, und „dagegen die Zuſicherung ertheilt, nicht mit— „bieten zu wollen u. ſ. w., daraus gebt hervor, a) daß der Weißbinder Koſt in ſeinem Intereſſe den Bürgermeiſter Koſt belogen hat, und b) daß der Herr Bürgermeiſter dieſe ein⸗ ſeitige unwahre Ausſage nicht nur als Wahr⸗ heit hingenommen, ſondern auch als die Richtſchnur ſeiner Handlungseweiſe eingehalten hat. Es iſt daher ein wahres Glück, daß Koſt eben nur Bürgermeiſter von Niederwöllſtadt iſt, man denke ſich in einem ähnlichen Falle den Nachtheil einer ſolchen Einſeitigkeit, wenn Koſt eine hohere Richterſtelle bekleiden würde; denn nicht nur, was uns betrifft, iſt dieſe Angabe rein aus der Vorerſt halte ich meine Antagoniſten ſo lange . KTK 8 ——— N U. 1 Luft gegriffen, ſondern auch von dem Helden⸗ berger Weißbinder, der erſt eintraf, als die Verſteigerung ſchon längſt begonnen, vor der⸗ ſelben dem Weißbinder Koſt daher nichts abge⸗ fordert haben konnte. Von einem„Prellerei bezweckenden Treiben wie ſich der Bürgermeiſter auszudrücken beliebte, wird hier Niemand Wahrnehmungen machen, ſelbſt wenn wir zugeben wollten, daß wir die Voranſchlagsſumme von 152 fl. für gering biel⸗ ten, während Rühl als Letztbietender die Arbeit um 128½ fl. erſteigt hat. Das kömmt ſehr oft vor, ohne daß die Befürchtung, deshalb eine ſchlechtere Arbeit zu erwarten, gerechtfertigt erſcheint, obwohl ſie hier der erleuchtete Geiſt des Herrn Bürgermeiſters Ko ſt in Ausſicht ge⸗ ſtellt hat. Daß Rühl als Letztbietender aller⸗ dings das Protocoll zu unterzeichnen hatte, wird wohl Jedem, wenn er auch etwas weniger Geiſtesgabe als der Herr Bürgermeiſter beſizt, einleuchten, indem der Vorbehalt der Wahl unter den drei Letztfordernden eine Bedingung der Verſteigerung iſt, der er ſich ja durch ſeine Unterſchrift unterwirft. Das Zuerkennen der Arbeit erfolgt ja erſt ſpäter, wenn es auch, wie vielleicht hier möglich, ſchon im Voraus abge⸗ macht war, dem Koſt die Arbeit zu überlaſſen, ſo mußte doch die Form gewahrt werden. Der Herr Bürgermeiſter, geſtützt auf ſeine vielfachen Erfahrungen, glaubt die geprüften Handwerker zurückſeßen zu müſſen und ſomit von dem Verfahren, das die Baubehörde vor⸗ gezeichnet, ganz abzuſehen; es unterliegt daher gar keinem Zweifel, daß bei einem ſo reichhal⸗ ligen Erfahrungsſchatz dem Herrn Bürgermeiſter von Niederwöllſtadt, bei der bevorſtehenden Organiſation, die höchſte Stelle an einem Bau⸗ colleg oder ſonſt an einem tüchtigen Platze unſeres großen Vaterlands blüht. Oberwöllſtadt im Juni 1848. Die Weißbinder daſelbſt: Johs. Breidenbach. F. Ullrich. J. Rühl. Schlußerwiederung! (911) In Bezug auf die Erwiederung in Nro. 47, Inſerat 871 d. Blts., worin der allbe⸗ kannte Andreas Guckelsberger, Gemeinderath und Pfannenflicker von Obermörlen, ſich ſo ſchuldlos und fremd macht, den Rechner mit Louis Phi⸗ lipp und Metternich vergleicht,„mag mit beiden letzten Herrn ſein wie es will!“ immerhin dieſer Vergleich noch nicht der entehrendſte; wollen wir ſchließlich noch Einiges beleuchten und hierüber dem Publikum die Beantwortung ſelbſt über⸗ laſſen, mit Wem! dieſer Guckelsberger wohl zu vergleichen ſei. Dieſer Menſch ſucht durch das Hervorheben anderer Leute Splitter ſeine eigne Balken be⸗ mänteln zu wollen. Doch nicht ſo! Nicht Ver⸗ läumdung, ſondern Wahrheit iſt der in Nr. 36 und 38 angeführte Artikel. Sollten übrigens, zugeſtanden, dieſem einige Hirtenſchmäuße in Kürze fremd ſein, ſo ſind ſolche demſelben doch von früherber nicht fremd. Auch wird dem⸗ ſelben, der durch den Hypotheken-Commiſſär Herrn Hagemann veranſtaltete Gemeinderaths⸗ ſchmauß nicht fremd ſeyn, und wie tüchtig dieſe Herrn ſich dabei benahmen, wird Herr Hage⸗ mann gewiß nicht unverhehlt halten.— Iſt demſelben auch wohl ferner fremd, daß er ein. mal als Beiſchütze über den Obermörler Com⸗ munalwald verpflichtet, aber laut Verfügung Gr. Herrn Kreisraths, und zwar im Betreff wegen betrügeriſcher Holzabgabe, abgejagt wurde? — Wird demſelben weiter auch das Kiesbe⸗ ſcheinigen in der Borngaſſe ꝛc. fremd ſein, worüber ſich ſelbſt Johannes König 18, Ge⸗ m2 206. meinderath, öffentlich ausſprach:„Er wiſſe wohl, daß es mit dem Kiesbeſcheinigen in der Borngaſſe nicht richtig zugegangen ſei, Guckels⸗ berger habe zu viel beſcheinigt, deßhalb hätten ſämmtliche Ortsvorſtandsmitglieder denſelben pro 1847 nicht mehr mitbeſcheinigen laſſen.“ Sollte aber auch derſelbe einmal bei einem fleinen Pöſtchen nicht betheiligt ſein, ſo iſt er doch wohl bei den Poſten nicht ausgeſchloſſen, wie an der freien Ausſage ſeines Collegs zu entnehmen iſt. Wer von den Gemeinderathsmitgliedern bei den kleinen oder größeren Vergehen betheiligt iſt, wird die hierüber eingeleitete Unterſuchung zur Zeit näher erörten. Der in Nro. 45 d. Blto angeführte Artikel iſt gleichfalls keine Verdächtigung, nur ſucht dieſer Guckelsberger ſeine frechen und unver⸗ ſchämten Anmaßungen, auf Scherzreden hin⸗ werfend, verdunkeln zu wollen; doch gerade Er iſt derjenige, der glaubt, ein Gemeinderath könne in ſeiner Gemeinde unbedingt über Leben und Tod ſchlichten und richten. Herr Wegaufſeher Klotz von Oſtheim kann uns deſſen Einwand als lugenhaft bezeugen, und kann deßhalb von verworrenen und urtheilsun⸗ fähigen Köpfen keine Rede ſein. Der wahre Verfertiger der Inſerat 871 Nro. 47 d. Blts. ſcheint vielmehr ein Fanatiker und verworrener Schullehrer zu ſein, der, ſachunkundig, dem Ein⸗ ſender blos im Intereſſe eines ſeiner Familien Angehörigen halber ſchmeicheln zu müſſen ſich verpflichtet fühlte. Mit Wem! vergleicht man nun unter dieſen Umſtänden ein ſolches Gemeinderaths⸗Mitglied? Om. Die vorigen Ortsbürger. Erwie derung. (912) Daß ich noch nie eine Inſerate, viel⸗ weniger jene in Nro. 36, 38 und 45 d. Bl. habe einſetzen laſſen, noch Jemanden hierzu habe Anlaß gegeben, kann mir einestheils durch die Redaction d. Bl., ſowie anderntheils durch die Einſender jener Artikel bezeugt werden, obſchon Einſender anſpielend mich für jenen hält, was er auch öfters hierorts ausſprach, deuſelben ver⸗ anlaßte, mit unverſchämter Dreiſtigkeit mich zu verdächtigen. Habe ich mich verrechnet, ſo habe ich mich in meinen Sack verrechnet, jedoch nicht zum Nach⸗ theil für die Gemeinde. Auch hat die Gemeinde keine Zinſen für mich bezahlt, und iſt nicht er⸗ mittelt, ob ſolche zu bezahlen ſind. Weder ich, noch Gr. Kreisbehörde kann mir meinen error in calculo bis jetzt mit ſolcher Beſtimmtheit angeben, wie dieſes die Bosheit meines Feindes berechnet hat.— Verfaſſer ſcheint mir aber das Multiplications⸗Verfahren beſſer zu verſtehen, wie das des Subtrahirens, ſonſt hätte er gewiß nicht ſeine 40 fl., die derſelbe in die Obermör⸗ ler Gemeinde ſchuldet, nicht bezahlen kann, weß⸗ halb er als zahlungsunfähig in der Gemeinde daſteht, von dieſen 2000 fl. abzuziehen vergeſſen. Wer zahlt hiervon die Zinſen? Auf den Sinn der Dachskur hin kann ich meinem feindlichen Verfaſſer zu ſeiner Aeger— niß erwiedern, daß ich für meine Perſon und Stand, auch als abgedankter Rechner eine Dachs⸗ kur auszuhalten vermag, wie Louis Philipp und Metternich. Schließlich verweist Einſender Nr. 47, Art. 871 d. Bl. zur Klage, was kann damit be⸗ zweckt werden? man kann ſich vielmehr aus⸗ ſprechen wie jener öſterreichiſcher Soldat, der eine vagabundirende Dirne ans Gericht trans⸗ portirte, dieſe unter anderm ſagte: meine Ehre können Sie mir doch nicht nehmen, erwiederte: wo nichts iſt, hat unſer Kaiſer ſein Recht ver⸗ loren. Om. Jecke l. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 1. Sonntag n. Trinit. den 25. Juni. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Herr Candidat Orth. Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Keim. Fruchtpreiſe. 21. Juni.] 16. Juni. 14 Juni. Gattung. Fried⸗ i Die⸗ berg Mainz burg 5 fl. kr. fl. kr. fl.] kr. Waizen pr. Malter 9 1010— 930 Körn„ 5 6 10] 5 36 610 Gepfte„ e 5 5 523 525 Hafer„ 4115 4/91 330 Polizei Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 24. bis 30. Juni 1848. —ñ 2. Fried- Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. bach. 15 kr. pf. kr. pf. 1; Leib⸗Roggenbrod 2221.2 2 75 77 4 3 4 3 4 7 4 9 1 9 1 5 Lth. Eth. — Milchbrod 115 15 — Waſſerweck 15 ½ — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15% 5% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Doe, mäſetes 10 10 2 2 emäſtete— 115— „ Kühfleiſch mee 9 a z gemäſtetes 8— 8— * Rindfſeiſch ungemäſtetes N „Kalbfleiſch 6 216— „ Schweinenfleiſch 127 212 1 „Hammellleiſch 942 9 „ Schaaflleiſch J 1 „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8——— „ Bratwurſt 17— 17— „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 18— 18— „ Sa 5 18— 18— weinenſchma * ausgelaſſen 24— 24— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 181— 118— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d K. Friedberg Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. mein derer g bleit 1 Win