u der Stadtfirch * Diehl 2 r Dengluhe leiht pt IZ. werg und Butzbach Nepbr. 1848. drud · berg. . N. 1iſe. 1 nn — 2— . nin Bu, dach. D 0 * A 8 alte eilig, um keine Zeit zu verlieren, Intelligenz-Olatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. S M 92. Wie es einem ehrlichen Manne gehen kann! (Fortſetzung.) Wir haben im Eingange von Maria, der Doppel⸗ vaiſe und Freundin Anna's geſprochen. Sie war aber zoch mehr, ſie war immer der tröſtende und beruhigende Zenius der Familie und für allen Schmerz hatte ihr ſanftes ebevolles Gemüth ein erheiterndes Wort. Georg liebte je längſt im Stillen, und auf der Hochzeit ſeines Bruders zatte er ſich feſt vorgenommen, ihr ſeine Neigung zu ge⸗ ehen. Da ſtörte die unſelige Rauferei den Fortgang des röhlichen Feſtes und Georg mußte ſeine Erklärung bis uf günſtigere Zeit verſchieben. Maria hatte kaum von der Abſicht der Beiden ver⸗ ommen, als ſie ſich auch erbot, den Brief ſelbſt aufs umt zu tragen, und ſie entfernte ſich nach kurzem Aufent⸗ da es ſchon gegen Übend ging. IV. Sechs Tage waren vorüber, ſeitdem die Regierungs⸗ Entſchließung Georg bekannt gemacht worden war. Vor üblauf des achten Tages ſtellte ſich Georg auf dem Amte. Bei ſeinem Eintritt empfing ihn ſogleich der Richter: So biſt du da, du impertinenter Kerl?— Wie kannſt iu dich unterſtehen, mir einen ſo impertinenten Brief zu chreiben?— Wart— dich will ich mores lehren!— Zigentlich ſollte ich dir dafür den Buckel vollhauen laſſen, iber—“ „Der Brief iſt nicht impertinent und enthält blos zie reine Wahrheit. Ich werde unſchuldig geſtraft,“ ent⸗ zegnete Georg mit niedergeſchlagenen Augen. „Du bleibſt alſo dabei?“ frug ihn lauernd der Richter. „Ja der Beſchluß iſt ungerecht!“ wiederholte Georg. Der Richter ging, ohne etwas zu erwiedern, einige Mal im Zimmer auf und nieder und diktirte dann folgen⸗ nes Protokoll: „Nachdem Georg Maier zur Erſtehung ſeiner Strafe vor Amt erſchienen, ſtellte man ihn wegen ſeines imper⸗ tinenten, zwei Tage vorher dem verurtheilenden Com— miſſär überſchickten Briefes zu Rede. Da er nun den Inhalt deſſelben wiederholte und dem Commiſſär Un⸗ gerechtigkeit ꝛc. vorwarf, Letzterer ſich ſolche Ausdrücke in Beiſein eines zahlreichen Publikums aber nicht ge⸗ fallen laſſen kann, ſo, geht vorliegendes Protokoll an den Gerichtsvorſtand zur weiteren Verfügung.“ Mittwoch, den 22. November 1848. Georg wurde nun zu dem Gerichtsvorſtand gefuhrt, welcher nach Durchleſung des Protokolles ihn vor der Hand zur Exſtehung der ausgeſprochenen Strafe in Arreſt bringen ließ. 5 Nach Ablauf einer Stunde holte ihn der Gerichts⸗ diener ab, und führte ihn über den Hof in die Holzlege, wo ein Herr mit ſilbernen Augengläſern ihn erwartete, und bedeutete, ſich zu entkleiden. f Auf Georgs Frage, warum, brüllte der Gerichts⸗ diener:„Herunter mit dem Rock!“ und riß ihn am Aermel. „Zieh dich nur ganz aus,“ ſprach mit ſanfter Stimme der Gerichtsarzt,„ich muß dich unterſuchen. Fehlt dir etwas?“ „Ich war nie krank,“ erwiederte Georg, der auf des Arztes freundliche Worte ſich entkleidete, worauf dieſer ſich ſchnell entfernte. Auf das Geheiß des Gerichtsdieners zog ſich Georg wieder an und wurde in ſein Gefängniß zurückgebracht. Kaum hatte er hier eine halbe Stunde lang über, den ſonderbaren Vorfall nachgedacht, als der Gerichtsdiener ihn wieder in das Zimmer des Vorſtandes fuͤhrte, welcher ihm Folgendes verkündete: „Wegen deines ungebührlichen Benehmens vor Gericht wirſt du nach eingeholtem Parere des Herrn Gerichtsarztes mit ſechs Ruthenhieben beſtraft.“ „Ich ſoll Schläge bekommen?“ ſchrie Georg ent⸗ ſetzt—„was habe ich gethan? Ich bin unſchuldig!— Ich laſſe mich nicht ſchlagen!— Welche Schande!“ ſchluchzte er in heiße Thränen ausbrechend und ſein Geſicht mit den Händen verhüllend. „Marſch mit ihm!“ gebot der Vorſtand. „Ich bitte Sie um Gotteswillen!“ rief Georg, ihm zu Füßen fallend,„nur die Schande thun ſie mir nicht an!— O mein unglücklicher Vater!“ Der Vorſtand wandte ſich ab, der Büttel packte den Armen am Kragen und führte ihn wieder in die Holzlege, wohin der Aktuar folgte und ihm ſeinen Rücken zu entblößen befahl. Georg legte mit der Reſignation der Verzweiflung ſeine Oberkleider ab, ließ ſich ruhig mittelſt Riemen auf eine Bank binden und der Büttel gab ihm den erſten Hieb. Georg blutete, aber er ſchwieg Tiefaufathmend bei jedem Hiebe ſetzte er Verachtung der Grauſamkeit, Kraft der Rohheit entgegen! Zornglühend im Innern— todtenbleich auf dem Geſichte kehrte er in ſeine Keuche zurück. Oben laͤchelte . 376 zufrieden der Commiſſaͤr über die glückliche Ehrenrettung— unter ihm im dunklen Gewölbe ſtierte Georg vor ſich hin!— Wußte er wohl, daß Thräne auf Thräne nieder zum feuchtkalten Steinboden fiel? Gewiß nicht— die Welt außer ihm verſchwand vor dem entſetzlichen Zuſtande ſeines Innern! So ſaß er unbeweglich, die Augen, rothunterlaufen, auf eine Stelle geheftet.— Es ward Nacht— er be⸗ merkte es nicht— es ward Morgen und es ward Tag, und noch ſaß er in derſelben Stellung— regungslos! Um neun Uhr des Morgens trat der Büttel in das Gefängniß. Georg bemerkte ihn nicht— dieſer packte und rüttelte ihn— da ſtürzte der Gemartete von der Bank, und lag ohne Lebenszeichen am Boden!— Auf die Anzeige dieſes Vorfalls wurde der Gerichts— arzt requirirt. Dieſer, welcher in der Umgegend beſchäftigt war, erſchien erſt um zehn Uhr. Georg lag alſo eine volle Stunde auf dem kalten Steinboden! Der Arzt erklärte ſeine Krankheit für einen heftigen allgemeinen Blutandrang gegen das Gehirn, und befahl, ihn in einer Sänfte nach Hauſe zu bringen. Während man die Sänfte herbei holte, erſchien Anton bei dem Commiſſär, um über ſeinen Bruder Nachricht ein— zuziehen. „Geht zum Vorſtande!“ brummte der Commiſſär. Dieſer antwortete ihm auf ſein Befragen kurz:„Geht zum Commiſſär!“ a „Der hat mich eben hierher geſchickt,“ bemerkte Anton ſchüchtern. „Nun zum Teufel! ſo geht zum Gerichtsdiener!“ ſchrie aufgebracht der Vorſtand. „Iſt mein Bruder noch im Arreſt?“ frug er den Büttel. „Gleich wird er heraufkommen?“ war die Antwort. Anton wartete nun vor dem Amthauſe auf deſſen Ankunft, und erblickte die Sänfte, welche hineingebracht wurde, ohne ſich etwas dabei zu denken. Nach kurzer Zeit kam dieſe mit zugezogenem Vor⸗ hange wieder heraus, an ihm vorüber, und er ſchloß aus der Anſtrengung der Träger, daß Jemand darin ſäße. Gleich darauf frug er abermals den Büttel, ob denn ſein Bruder noch nicht bald käme? „Schon fort!“ ſchnauzte dieſer ihn an,„dort könnt ihr ihn ſehen,“ auf die Sänfte deutend. „Das— mein Bruder?“ rief Anton erſtaunt— „warum trägt man ihn?“ „Weil er krank iſt.“ 5 Anton eilte der Sänfte nach, ließ die Träger halten, öffnete, und erblickte ſchaudernd ſeinen todtblaſſen Bruder, welcher mit geſchloſſenen Augen, faſt ohne Athem zu holen, und ohne Lebenszeichen darin lag! „Das iſt nimmer ſchön, einen armen Kerl ſo zu ſchlagen, daß er faſt auf dem Platze bleibt,“ bemerkte einer der Träger mitleidig.— „Wie?— Wer hat ihn geſchlagen?“ ſtotterte Anton. „Geſtern Nachmittags erhielt er die Hiebe und ſo iſt der arme Kerl bis jetzt—“ Anton, ohne ihn weiter anzuhören, eilte zum Com— miſſär:„Sie haben meinen Bruder hauen laſſen, daß er liegen geblieben iſt?— Wie können Sie das verantwor— teu?— Was hat mein Bruder begangen?“ „Willſt du dein unverſchämtes Maul halten?“ donnerte der Commiſſär;„willſt du, daß es dir auch ſo gehen ſoll? He?— Wenn du dich übrigens beklagen willſt— ſo geh' zum Herrn Vorſtand, der hat ihn hauen 6 laſſen!“. 2 „Mein Bruder iſt auf Ihren Befehl geſchlagen wor⸗— den?“ frug Anton den Vorſtand. welches Unglück! Das hat noch gefehlt!“ „Er war ſtraffällig,“ unterbrach ihn dieſer—„übri— gens beſchwert euch beim Gerichtsarzt, welcher ihn für ſechs Ruthenhiebe fähig erklärte.— Ueberdies wird der Doktor noch heute zu euch ins Haus kommen.“ (Fortſetzung folgt.) Reorganiſation der Bürgerwehr zu Friedberg, Ein Mann, der ſich für das Inſtitut der Bürgerwehr intereſſirt, glaubt bei der bevorſtehenden Umgeſtaltung der⸗ ſelben, einige Anſichten ſeinen Mitbürgern vorlegen zu dürfen. Der Veröffentlichung dieſer Worte unterliegt indeſſen keine andere Abſicht, als die, bei dem Umbau des zerfallenen Hauſes mit dahin wirken, daß ein zweckmäßiges Gebäude entſtehe. Wenn wir irgendwo einer Bürgerwehrpatrouille n. begegnen, von welcher Ein Mann mit grauem Wamms, der Andere mit blauem Oberrock, der Dritte mit grünem Kittel bekleidet iſt, von der der Eine Stutzer und Hirſch— fänger, der Zweite Doppelflinte und Pulverhorn, der Dritte wohl blos eine roſtige Muskete trägt und wenn wir dieſe Männer in allerlei Tritt nebeneinander fortſchreiten ſehen, wem fällt bei ſolchem Anblick nicht ſogleich der Land— ſturm von Krähwinkel ein? Der moraliſche Eindruck, den eine Bürgerwehr nothwendig ſchon durch ihr äußeres An⸗— ſehen äußern ſoll, er geht bei ſolchem Anblick wahrlich ver⸗ loren und wie oft haben wir geſehen, daß aus dieſer Ur⸗ ſache Wehrmänner verlacht und verſpottet worden ſind. „Es erſcheint daher Erforderniß, daß die Büͤrger⸗ „wehr uniformirt ſei, oder beſſer ausgedrückt— „da man mit dem Worte„Uniform“ hin und „wieder vielleicht noch andere Begriffe verbindet— „gleichförmig gekleidet ſei, aber unter Fernhaltung „alles zweckloſen Prunkes.“ Den Wehrmännern iſt durch das Buͤrgerwehrgeſetz eine Schießwaffe beſtimmt: ſie ſollen alſo feuern können. Deswegen iſt nun nicht hinreichend, daß der Wehrmann ein Gewehr führe, aus welchem man nur unter mancherlei ſehr unſtatthaften Bedingungen ſcharf zu ſchießen im Stande iſt. Auch müſſen ſich die Wehrmänner wechſelſeitig mit Munition aushelfen können und die Munitionsvorräthe müſſen für alle Gewehre paſſen: „Es ergiebt ſich hieraus das fernere Erforderniß, „daß alle Gewehre vollkommen brauchbar und von „gleichem Kaliber ſeien.“ Aber eine Menge Wehrmänner befinden ſich nicht in ſolchen öconomiſchen Verhältniſſen, durch die es ihnen mög— lich iſt, die Ausgabe für Uniformirung und Bewaffnung be— ſtreiten zu können. „Es iſt darum weiteres Erforderniß, daß die Ge „meinde, zu deren Schutz und Wohl ja allein die „Bürgerwehr beſteht, die Uniformirungs- und Be— „waffnungskoſten zum Theil trage, zum Theil vor⸗ „lege.“ Wenn in der Buͤrgerwehre nicht die ſtrenge Disciplin, wie im Linienmilitär herrſchen kann und darf, und wenn ſie nicht ſo tactiſch ausgebildet und eingeübt zu ſein braucht, wie dieſes, ſo muß doch darin ein gewiſſer Grad von Disciplin beſtehen und ſie muß ſo weit in den Waffen ge⸗ übt ſein, daß ſie im Stande iſt dasjenige 34 leiſten, was man an ſie indirect zu fordern berechtigt iſt. Sie bedarf deßhalb einer zweckentſprechenden Organiſation und einer Einübung, und darum 2 0 „erſcheint es ferner als Erforderniß, daß eine „Commiſſion gebildet werde, zur Entwerfung det „ganzen Organiſation und Ausbildung.“ „Er iſt todtkrank— At den Bürgerwe 4 eſtaltung 5 „legen zu dürf * ( enen Hau drpatrouille uem Wann e mit grün der und Hir Dulverborn, ragt und wenn 1 ander fortſchrti K bin und griffe verbindet— unter Fernhallung det Birgerwedrge o ftuern könn brauchbar und daß ehem der Wehrm nter manch ſchießen im Stan 1 wechſelſeitig v Nuninons vorrat tract Erfordernis vol — 14 17 guden ſich nicht ihnen mo d Bewaffnung Uß, daß die E ia allein 9 runas⸗ und e ge g in Thel! indeſſen kw. - Zum Befehlshaber der Bürgerwehr wird vielleicht ein Mann gewählt, der nicht in dem Linienmilitär geſtanden Ind der auch bei den glänzendſten Geiſtesgaben nicht hin— ceichende Sacherfahrung beſitzt, um das ganze allein leiten zu können. Auch für die Erfahrenen iſt der Poſten äußerſt ichwierig „deßhalb drängt ſich als ferneres Bedürfniß die „Conſtituirung eines Bürgerwehr-Raths auf.“ Zum Schluſſe wollte ich nun noch zwei Anſuchen vorbringen, nämlich: u) meine Mitbürger dringend bitten, den Gegenſtand nur allein von ſeiner ernſten würdigen Seite zu be— trachten und aus allen Kräften dahin zu wirken, daß das Inſtitut der Bürgerwehr nicht ausarte, daß es einerſeits nicht zur politiſchen Partei und anderſeits nicht zur Puppenſpielerei werde, wollte ich die Wehrmänner bitten, im Falle eine Bürgerwehr wirklich zu Stande kommen ſollte, ihre Wahl zu Officieren nur auf ſolche Männer zu lenken, welche neben der Fähigkeit und dem Genuſſe öffent— licher Achtung, auch Intereſſe für die ernſte Sache zeigen. Dir Ugterſt ütz un g der ſehr bedrängten Familie des verſtorbenen Rabbiner J. L. Wormſer zu Michelſtadt ſind— in Folge ergangener Aufforderung durch das zur Berſorgung der Hinterbliebenen ſich daſelbſt gebildete Comits— bei den Unterzeichneten folgende Beiträge eingegangen: Von G. K. Wb. und 2. K. is fl. 30 kr.— J. M. 1 fl.— N. N. 1 fl.— L. F. 30 kr.— b) 377 . B. G. 24 kr.— J. B. Wb. 30 kr.— L. S. 24 kr.— M. S. 24 kr M. H. 1 fl.— S. C. 24 kr.— M. G. 18 kr.— M. L. G. 30 kr.— S. S. 1 fl.— S. G. 1 fl.— A. N. 30 kr.— K. N. 30 kr.— S. G. S. 30 kr.— L. C. 30 kr.— H. B. G 1. fl— J. Wb. 24 kr. M. Gl. 18 kr.— L. B. 12 kr und S. G. 12 kr., im Ganzen 16 fl. Den menſchenfreundlichen Gebern den wärmſten Dank zollend, bemerken wir, daß vorſtehender Betrag heute an obenerwähntes Comité unter Adreſſe des Großh. Phyſicatsarzts Herrn Dr. Scharfenberg zu Michel⸗ ſtadt abgeſandt wurde. Zur Beſorgung weiter eingehender Beiträge er⸗— klären ſich gerne bereit. Friedberg den 16. November 1848. Mayer Hirſch— S. Katzenſtein. Eingegangene Beiträge für die Wiener. fl. kr. Transport aus Nr. 91 18 43 Bei Ch. Hecht: Von Ch. H. 1— Bei C. C. Nagel I.: Von G. N. in Fauerbach II.— 12 „ G. N. in Friedberg— 18 Bei Candidat Schaub: Von der Gemeinde Petterweil durch Hrn. Bür⸗ germeiſter Holzmann 41 Bei Ph. Vogt: Von A. M.— 15 „ Ungenannten— 48 „ Maria, Cl. L. i. N.⸗A.— 21 „ einem Ungenannten— 3 Zuſammen 62 40 Aufrichtigen Dank den hochherzigen Gebern, Dank und Achtung der Gemeinde Petterweil! Möge ihr Beiſpiel bei andern Gemeinden Nachahmung finden. f Namens des deutſchen Volksvereins: Vogt, Schriftführer. Bekanmmachungen von Be⸗ hoͤrden. T Edietalla dung. 1670) Die Chbriſtian Joſts Eheleute von dier haden letztwitlig verfügt, daß ihr einziger Sohn Philipp ihr alleiniger Erbe ſeyn, daß ſe⸗ soch die ihm anfallende Erbſchaft, wegen Blöd⸗ Finns des Erben, curatoriſch verwaltet und mit einem unveraußerlichen Fideicommißverbande be⸗ paftet werden ſolle. 1 Zugleich wurde beſtimmt, daß, wenn Philipp Joſt im Blödſinn und kinderlos verſterben ſollte, Der Fideicommißverband aufhören und die Hälfte wes Vermögens dem Schuhmacher Johannes Joſt dahier oder deſſen Erben, die andere Hälfte wer teſtirenden Ehefrau nächſten Anverwandten zufallen ſolle. Als einer der Erben der Ehefrau würde, nach dem vorliegenden Stammbaum, der im Jahr 1738 in Aſſenheim geborne Joh. Leichtlein(Leuchtlein), weziehungsweiſe deſſen leibliche Nachkommen erſten Grades erſcheinen. Da die Curatoren der Philipp Joſt, mit Zu⸗ Rimmung der übrigen dieſem ſubſtiluirten Erben, wermalen geſonnen ſind, auf die Lebensdauer des Philipp Joſt einen Verpflegungsvertrag mit dem Kandeshoſpital Hofheim, gegen Zahlung einer Averſionalſumme, abzuſchließen und zugleich um Ausantwortung des Vermögens des Philipp Joſt gebeten haben, ſo werden gevachter Joh. Licht⸗ Hein oder ſeine Kinder andurch aufgefordert, binnen 60 Tagen ſich anzumelden und als Erbberechtigte zu legitimiren, widrigenfalls ſtill⸗ ſſchweigender Ausſchluß von der Erbſchaft, ge⸗ richtliche Beſtätigung des Verpflegungsvertrags und Ueberlaſſung der Erbſchaft an die aufge⸗ getretenen Erben erfolgen ſoll. Friedberg den 2. November 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Dr. Gil mer. Edictal ladung. (1871) Forderungen oder ſonſtige Anſprüche aan das Vermögen des Schmieds Adam Weil von Grüningen, über welches Gr. Hofgericht zu Gießen den Concursproceß erkannt hat, ſind in dem auf Mittwoch den 20. Dezember l. I., Morgens 1 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermin ſo gewiß anzu⸗ zeigen, widrigenfalls ſie ohne ein vorher zu er⸗ laſſendes Präcluſtodecret von der Maſſe ausge⸗ ſchloſſen werden. Hungen den 17. Oktober 1848. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Bruck. Main ⸗Weſer⸗-Eiſenbahn. (16110) Donnerſtag den 23. November d. J. Vormittags 10 Uhr wird in dem Hauſe des Gr. Bürgermeiſters Emmerich zu Selters das Fahren von 10 Kubikklafter Schichtenmauerſteinen aus dem Steinbruche bei Bleichenbach in das Roſenthal bei Friedberg, veranſchlagt zu 70 Gul— den für jede Kubikklafter, an die Wenigſtbietenden öffentlich in Akkord gegeben werden. Friedberg am 13 November 1848. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Solz Lieferung. (1612 Die Lieferung von 355 Stecken Bu⸗ chenſcheitholz— Bedarf der hieſigen Garniſon für das Jahr 1849— ſoll auf dem Wege der Soumiſſion in Accord gegeben werden. Luſt⸗ tragende zu dieſer Lieferung haben ihre Soumiſ⸗ ſionen in der vor dem Lazareth-Büreau ange— brachten Kapſel niederzulegen. Den 27. November, Vormittags um 11 Uhr, geſchieht die Protocol lirung der eingegangenen Forderungen, bis zu welcher Zeit die Lieferungsbedingungen zur Durch— ſicht bei mir offen liegen. Friedberg den 15. November 1848. In Auftrag: Fu cher, Hauptmann. (Butzbach.) Brennholz-Lieferung. (1613) Dienſtag den 28. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung des in 36 Stecken Buchen⸗ und 188 Stecken Eichenſcheitholz be⸗ ſtehenden Brennholz-Bedarfs der Garniſon Butz⸗ bach auf das Jahr 1849 auf dem bekannten Soumiſſionswege in Accord gegeben werden, Man bringt dies hierdurch mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Lieferungsbe⸗ dingungen von heute an jeden Tag auf dem Verwaltungs⸗Büreau beſagter Garniſon einge⸗ ſehen werden können, woſelbſt auch die Soumiſ⸗ ſions⸗Formulare in Empfang zu nehmen ſind. Butzbach den 13. November 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. (Butzbach.) Lieferungen an Brod, Gerſten⸗ ſtroh, Waizenkleie, Leinkuchen, Oel, Stearin⸗ lichter und Thran, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten. (161) Vorgenannte Bedürfniſſe der Garniſon Butzbach, auf das erſte Halbjahr 1849, ſollen Mittwoch den 29. d. M., Vormittags um 10 Uhr, auf dem Wege der Soumiſſion in Lieferung vergeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Bemerken zur Nachricht, daß die resp. Lieferungs-Bedingungen von heute an in dem Verwaltungs-Büreau beſagter Garniſon zur Ein⸗ ſicht aufgelegt ſind. Butzbach den 14. November 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Immobilien-Verſteigerung. (1628) Donnerſtag den 23. d. M., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, wird die Hofraithe des hieſigen Bürgers und Gerbermeiſters Philipp Hanſtein, wegen geſchehenem Nachgebot, noch— mals öffentlich meiſtbietend auf hieſigem Rath⸗ hauſe verſteigert. Friedberg den 20. November 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Güter ⸗ Verpachtung. (1629) Montag den 11. Dezember l. J., Vormittags um 9 Uhr, werden auf hieſigem Rathhauſe die nachverzeichneten, dem vereinigten Armenfonds dahier zuſtehenden Güterſtücke öffent⸗ lich meiſtbietend auf weitere zwölf Jahre ver⸗ pachtet, als: a) 13 Morgen, 3 Viertel, 9 Ruthen in der Gemarkung Nauheim. d) 73 Morgen, 3 Viertel, 5 Ruthen in der Gemarkung Schwalheim. c) 3 Morgen, 3. Viertel, 14 Ruthen in der Gemarkung Nauheim(der ſog. Sieg⸗ kirchhof). Friedberg am 20. November 1848. In Auftrag: Oer Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Garten ⸗ Verpachtung. (1630) Dienſtag den 29. November J., Vormittags um 9 Uhr, wird auf hieſigem Rath⸗ hauſe der zur Joh. Konrad Ludwig'ſchen Curatel dahier gehörende circa einen Morgen haltende Garten am Schützenrain, anderweit auf ſechs nacheinander folgende Jahre verpachtet. Friedberg den 20. November 1848. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. An die Großh. Bürgermeiſter und Ortspolizei⸗ beamten des Gerichtsbezirks Friedberg. (1631) Die Jacobine Plättſcher von Betten⸗ hauſen, deren Signalement nachſtehend folgt, hat ſich der über ſie wegen Betrugs verhängten Un⸗ terſuchung durch heimliche Entfernung von Haus entzogen und werden Sie angewieſen, dieſelbe im Betretungsfalle zu arretiren und hierher ab⸗ zuliefern. Frieoberg den 15. November 1848. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Gil mer. Signalement: Alter: 39 Jahre. Größe: 6 Fuß. Haare: ſchwarz. Stirn: gewöhnlich. Augen: ſchwarz. Augenbraunen: ſchwarz. Naſe: gewöhnlich. Mund klein. Kinn: rund. Geſicht: oval. Geſichtsfarbe: bleich. Beſondere Kennzeichen: geht an einer Krücke. Verſteigerung. (1632) Freitag den 24. d. M. ſollen in hieftger Bürgermeiſterei circa 75 junge Aepfel⸗ baum⸗ und eirca 15 Birnbaumſtämmcher, zum anpflanzen für die hieſige Gemeinde, zu liefern öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Rendel den 16. November 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Beck. iſt lahm und Frucht Verſteigerung. (1633) Montag den 27. November, Mor⸗ gens 10 Uhr, ſoll auf dem Rathhauſe dahier das erſte Drittel der Herzoglichen Domanial⸗ früchte aus der Ernte 1848, nämlich: 68 Malter Korn, 42(„ Gerſte, 33„ Hafer, ſämmtlich alt Friedberger Maaßes, gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Reichelsheim den 16. November 1848. Herzogl. Naſſ. Amt v. Preuſchen. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Anzeige. 48620 Guter reingehaltener Pfäl⸗ ftatt. 9 , 378* zer Wein wird zu 16, 13, 20 und 24 fl. die Ohm, ſowie alle anderen Sorten billigſt abgege⸗ ben: Döngesgaſſe Nro. 6 neu(alt H Nro. 165) im Hofe in Frank⸗ furt am Main. Garantirt und vortheilhaft! Das große Badiſche Staats⸗ Eiſenbahnanlehen von 14 Million Gulden, (1623) bietet Gewinne von 14 mal 50,000, 54A mal 40,000, 12mal 35,000, 23 mal 15,000, 2 mal 12,000, 55 mal 10,000, bis abwärts 42 fl. Die nachſte Verlooſung findet am 30. November 1848 ſtatt, und ſind hiezu bei unterzeichnetem Handlungshauſe Original⸗ looſe für alle Ziehungen gültig à fl. 31. 30 kr. ſo wie für die bevorſtehende Ziehung allein à fl. 1. 30 kr. zu beziehen. Jede Auskunft gratis. Plan liegt auf dem Comptoir dieſer Blätter zur Ein⸗ ſicht offen. 5: N Julius Stiebel junior, Banquier in Frankfurt a. M. N. S. Solide Männer, die ſich mit dem Debit befaſſen wollen, erhalten einen annehmbaren Rabatt.— Auf meine Firma bitte genau zu achten. Anzeige. (1618) Einfache⸗ und Doppelflinten in beſter Qualität, ſowie Büchſen mit Hirſch⸗ fänger zum Aufſtecken ſind ber Unterzeich⸗ Todtenfeier. 93636) Kü nftigen Donnerſtag den 23. No⸗ vember, Morgens um 8 Uhr, findet in der Kapelle die Todtenfeier für alle unſere Brüder, die in Wien für unſere Freiheit gekämpft, ge⸗ blutet und ihren Tod gefunden haben, auf wel⸗ cher Liſte auch der wackere Kämpfer und uner. müdliche Streiter Robert Blum mit blutig glühenden Lettern geſchrieben ſteht, ſtatt. Alle unſere Mitmenſchen find zu dieſer Feier auf's herz⸗ lichſte eingeladen. Friedberg den 20. November 1848. Anzeige. (1637) Das Buch„Vicar of Wakefield“ iſt mir aus meinem Laden entkommen(vielleicht aus Verſehen mitgenommen worden), ich bitte um Rückgabe deſſelben. Carl Chr. Weis. Zur Nachricht. (1638) Meine bisherige Wohnung bei Frau Schafer habe ich jetzt verlaſſen und wohne bei Herrn Stadelmann, vis-a-vis dem Hôtel Trapp. Zugleich bringe ich mein Lager in Zinn und eine ſten Lampen aller Art, in Erinnerung. Mit dem Verſprechen, wie bisher, auch ferner gute und billige Waare zu liefern, ſieht einem gütigen Zuſpruch entgegen f Ernſt Ockel, Friedberg. Spengler. Drei neue Piano ⸗ Forte (1639) von verſchiedenen Formen, für deren Güte Jahrelang garantirt wird, ſteben zu ver⸗ kaufen, auch zu verleihen, bei neten zu angemeſſenen Preiſen zu haben. Butzbach. Bernbard Marguth, Butzbach den 15. November 1848. Inſtrumentenmacher. Todes ⸗ Anzeige. (1610) Heute Morgen,/ auf 1 Uhr, eni⸗ ſchlief zu einem beſſeren Leben meine, innigſt ge⸗ liebte Frau, Eliſabetha, geborne Ritter, nach kaum zurückgelegtem 30. Lebensjahre und im ſechſten unſerer ſo friedlichen Ehe in Folge eines Der Vor ſtan d. Nervenfiebers. Verwandten und Freunden wid⸗ Abendunterhaltung (1634) des Geſangvereins, findet Sonntag den 26. November d. J. im Trapp'ſchen Saale Anfang 7 Uhr. Hirſch Mayer Söhne. ö ö Sehr gute Teppiche, met dieſe Traueranzeige und bittet um ſtille 0 Theilnahme für ſich und ſeines erſt vier Monate (1635) beſonders als Schlafdecken für Aus⸗ alten Kindes. 3 wanderer ſehr brauchbar, hat zu verkaufen Rodenbach am 18. November 1848. Friedberg. Wilhelm Bechſtein, F r. Schwalm, Färbermeiſter. Schullehrer. Deutſcher Phönix. Verſicherungs-Geſellſchaft in Frankfurt am Main. Sicherheitsfonds 8½ Million Gulden. b (1603) Dieſe Geſellſchaft, welche zu Verſicherungen im Großherzogthum Heſſen von Höchſtpreiß⸗ lichem Miniſterium des Innern autoriſirt worden iſt und in kurzer Zeit ſich das allgemeine Ver⸗ trauen erworben hat, indem ſie alle die Intereſſen der Verſicherten gewährleiſtenden Eigenſchaften im hohen Grade beſitzt, verſichert gegen Feuerſchaden zu feſten dilligſt geſtellten, Prämien: Mobilien, Waaren und Fabrikgeräthſchaften aller Art. Herr Heinrich Rühl in Hungen iſt zum Agenten für Hungen und die Umgegend ernannt, was ich mit dem Anfügen hiermit ver⸗ öffentliche, daß derſelbe zum Abſchluſſe von Verſicherungen ermächtigt iſt und alle mögliche Erleich · terungen bei dem Verſicherungs⸗Geſchäft gewähren wird. t Gießen im November 1848. Der Hauplagen Appel. 2 9. Auf vorſtehende Veröffentlichung Bezug nehmend, zeige ich hiermit an, daß ich zu weiterer Auſſchlußertheilung gerne bereit bin und Aufträge zu jeder Zeit prompt und ſtets zuverläſſig voll⸗ ziehen werde. 8 Hungen im November 1848. Heinrich Nu“ Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Auswahl lakirter Blechwaaren, ſowie die modern⸗ ——