in dach 8 * J 1 auf dem cen dat leiden 1 ir v, 9 Intelligenz Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 2K„————..————— M33. Sonnabend, den 22. April 1848. reer Der die Preßfreiheit betreffende Artikel in der Aller⸗ hoͤchſten Botſchaft des Erbgroßherzogs-Mitregenten vom 6. März d. J. lautet: Die Preſſe iſt frei, die Cenſur hiermit aufgehoben. Der Einſender des Nachſtehenden hat vielfache Gelegen— heit gehabt, ſich zu überzeugen, daß noch lange nicht uberall die richtigen Begriffe über Preßfreiheit, Cenſur u. ſ. w. im Schwange gehen und glaubt darum einem Wunſche vieler Leſer dieſes Blattes entgegenzukommen, wenn er ſich ausführlicher über die bezeichneten Gegenſtände ausſpricht. Johannes Gensfleiſch vom Sorgeuloch, genannt Guten— berg, geboren zu Mainz im Jahr 1397 und geſtorben eben⸗ daſelbſt 1468 hat die Buchdruckerkunſt ums Jahr 1440 er⸗ funden und iſt durch dieſe Erfindung einer der größten Wohlthäter der Menſchen geworden, denn vermittelſt der Buchdruckerkunſt— der Preſſe— allein war es möglich, die Schätze des Wiſſens, in deren Beſitz bisher ſtets nur Einzelne waren, zum Gemeingute Aller zu machen und Licht und Wahrheit über alle menſchlichen und göttlichen Dinge, ſoweit ſie von dem beſchränkten Geiſte der Menſchen ver— ſtanden werden können, zu verbreiten. Damit aber dieß Ziel erreicht werden kann, muß nothwendig die Preſſe frei ſein, d. h. es muß Jedem geſtattet ſein, durch die Preſſe vor aller Welt bekannt zu machen, wie er dieſe oder jene Sache anſieht und beurtheilt, damit, wenn ſeine Meinung und ſein Urtheil die Wahrheit enthält, dieſelbe ſich ihren Weg zu Allen bahnen, und wenn beides falſch iſt, es als falſch bezeichnet und zurückgewieſen werden kann. So war das auch in der erſten Zeit. Aber es gab Leute, die, gerne im Trüben fiſchend, Wahrheit und Licht nicht leiden mochten, die, weit davon entfernt, den Menſchen, auf welche ſie Ein⸗ fluß hatten, zu der Geiſtesbildung, deren ſie fähig waren, zu verhelfen, vielmehr das Heil für ſich und ihren Vortheil darin ſuchten und fanden, die Menſchen in ihrer fortſchrei— tenden Bildung möglichſt aufzuhalten— ſie zu verdummen; und je mehr ſich nun die Preſſe als der eigentliche Hebel der Volksbildung darſtellte, je mehr ſie anfing, durch ihre Erzeugniſſe— z. B. Bibelausgaben— auch Licht über die herrſchenden Lehren der Kirche und ihre Uebereinſtim⸗ mung und beziehungsweiſe Nichtübereinſtimmung mit der heiligen Schrift zu verbreiten, je mehr die Preſſe ein ge⸗ waltiger Rütteler an den damals ſchon morſchen Säulen des römiſchen Kirchengebäudes zu werden drohte, je mehr ſie auch ſich nicht ſcheute, die Einrichtungen der Staaten(ob⸗ gleich dieß damals nur wenig geſchah) in ihr Bereich zu ziehen: mit deſto ängſtlicheren Blicken betrachteten geiſtliche und weltliche Gewaltherrſcher ihre ſtets wachſende Wirkſam⸗ kuie, und es ſchien den Herren ein Fluch, was als ein wahrer Segen Gottes zur Erde gekommen war. Da ſchaffte Rath Se. Heiligkeit der Pabſt Alexander IV.(reg. vom 2. Auguſt 1492 bis 18. Auguſt 1503.)— unter allen Päbſten, die mit ihrem Wandel ihren Titel„Heiligkeit/ Lügen ſtraften,— der hervorragendſte, der ſchlechteſte; er verordnete, daß alle Bücher vor dem Drucke unterſucht werden ſollten, ob ſie nichts der Kirche, dem Staat, ſeiner Perſon u. ſ. w. Nachtheiliges enthielten. Pabſt Leo X.,— ſchon bekannt durch die Großartigkeit, mit welcher er zu Luthers Zeiten den Ablaßhandel betrieb,— vervollſtändigte die Anordnung des würdigen Alexander mittelſt einer eigenen Bulle(— ſo heißt man die päpſtlichen Verordnungen—)9 vom 15. Mai 1515, welcher Tag darum als der eigentliche Geburtstag des lieblichen Kindes, Cenſur benamet, be— trachtet werden kann. Die Fürſten ſchenkten dem, was der Papſt, zunächſt um die Kirche vor ſ. g. Ketzereien zu ſchützen, angeordnet hatte, ihren Beifall, führten auch ihrerſeits die Cenſur ein und gar bald mußte jedes Buch in dem doppel⸗ ten Fegfeuer der kirchlichen Cenſur und der Cenſur des Staates gereiniget werden von allen den Biſchöͤfen und Herren mißliebigen Aeußerungen, ehe es durch die Preſſe an das Licht des Tages gefordert werden durfte. Wo war da an einen freien Flug des Geiſtes, wo an einen unge— hemmten Austauſch der Gedanken, wo an ein wahrhaftes Fördern der religuſen Wahrheit, wo an ein wirkliches Mündigmachen des Volkes in ſtaatlichen Dingen zu denken? und auf der andern Seite, wie war es moglich, daß die 2 134 K. Hirten der Völker, geiſtliche und weltliche, über die unter den Völkern herrſchenden Beduͤrfniſſe und Stimmungen ſo aufgeklärt werden konnten, wie ſie über Beides hätten auf— geklärt ſein müſſen, wenn ſie Beiden ihrer Pflicht gemäß hätten entgegenkommen wollen? Was die Daumenſchrauben fuͤr die Hand, was der Hemmſchuh für das Rad, das war die Cenſur für den Geiſt und ſeine Entwickelung. (Schluß folgt.) Deutſche Reichsverſammlung. Einladung an die Wahlmänner des achten Wahl⸗ bezirks im Großherzogthum Heſſen. Mehrere Männer von Hungen lebhaft uͤberzeugt, daß es eines jeden deutſchen Bürgers heilige Pflicht iſt, Hand mit anzulegen an dem großen Bau deutſcher Einheit, Frei⸗ heit und Stärke, zu welchem in dieſen Tagen der Grund gelegt werden ſoll, ſind der Anſicht, daß vor Allem Volks— verſammlungen das mächtige Mittel ſind, um Jeden über dieſe Pflicht aufzuklären, um ſich gegenſeitig zu kräftigen und um durch einmüͤthiges, nicht vereinzeltes Zuſammen⸗ wirken nach einem Ziel dieſes Ziel um ſo ſicherer zu er⸗ reichen. Sie wollen alſo, dieſe Männer von Hungen, zu denen auch ich gehöre, auch in ihrer Gegend eine Volks verſammlung veranſtalten, und zwar fuͤr den ganzen achten Wahlbezirk; ſie wollen aber nicht für ſich allein eine ſolche Verſammlung veranlaſſen, ſondern zunächſt mit den größeren Städten des Wahlkreiſes und deren Umgegend über Zeit und Ort fuͤr eine ſolche Verſammlung und über die Wahl der Männer, welche die erforderlichen Einleitungen zu treffen hätten, Rückſprache nehmen. Demgemäß ergingen Einla⸗ dungen nach Grünberg, Laubach und Lich nebſt Umgegend, zu einer vorläufigen Beſprechung auf den in der Mitte die— ſer Städte liegenden Heſſenbrücker Hammer auf den 16. April, da man— durch eine Zeitungsnachricht irre geleitet — geglaubt hatte, die Kreiſe Grünberg und Hungen bildeten für ſich allein den 8. Wahlbezirk und weil deßhalb keine Veranlaſſuug vorlag, auch die andern größeren Städte dieſes Bezirks(zu welchem nun auch die Städte Butzbach, Friedberg und andere Orte gehören) zu dieſer Vorbeſprechung einzuladen. g Die Verſammlung auf dem Heſſenbrücker Hammer war aber ſo zahlreich— gewiß von einigen Tauſenden— be— ſucht worden, daß es ſich nicht mehr um eine Beſprechung im engeren Kreiſe, ſondern um eine Berathung in einer großen Volksverſammlung handelte und ſo wurde denn, ſo ſchnell es gehen konnte, mit Rückſicht auf die geänderte Sachlage, zumal auch mit Rückſicht auf die mittlerweile be⸗ kannt gewordene größere Ausdehnung des Wahlbezirks und auf die in Friedberg bereits auf den 19. d. M. anberaumte Polksverſammlung, die Tagesordnung den Umſtänden an— gepaßt und von der Einberufung einer weiteren Volksver⸗ ſammlung abgeſtanden. Dagegen wurde die Wahl eines Ausſchuſſes vorgeſchlagen, welcher uͤber die zur Wahl vor⸗ zuſchlagenden Männer ſich beſprechen und mit den Wahl⸗ männern in Berathung treten könne, natürlich ohne deren Wahlfreiheit zu beſchränken, und welcher auch die Kreiſe Grünberg und Hungen bei der Wetterauer Volksverſamm⸗ lung zu Friedberg vertreten könne. Nach einigen Vorver⸗ handlungen, bei welchen ſich namentlich einmuͤthig und ent— ſchieden für eine conſtitutionelle Monarchie auf breiter volks⸗ thümlicher Grundlage und gegen eine deutſche Republik aus⸗ geſprochen wurde, entſchied ſich die Verſammlung, in Be⸗ rückſichtigung, daß nicht alle Gemeinden vertreten ſeien, da— hin, daß von der Wahl eines beſonderen Wahlausſchuſſes abzuſtehen und den Wahlmännern ganz ſelbſtſtändig die Wahl zu überlaſſen ſei. Damit indeſſen bei der Ab— geordnetenwahl keine nachtheilige Zerſplitte— rung der Stimmen ſtattfinde, ſollten— ſo be— ſchloß man— die ſämmtlichen Wahlmänner des achten Wahlbezirks(nördlicher Theil des Kreiſes Friedberg, Kreis Hungen, Landgerichtsbezirk Grünberg) eingeladen werden, ſich den Tag vor der eigent⸗ lichen Wahl an dem von dem Wahlcommiſſär beſtimmt werdenden Wahlorte einzufinden, um ſich über die vorzunehmende Wahl in öffent— licher Beſprechung moͤglichſt zu verſtändigen. Jeder der Anweſenden übernahm zugleich, dieß in ſeinem, Wohnorte bekannt werden zu laſſen, und der Unterzeichnete, welchen die Verſammlung mit der Leitung der Berathung betraut hatte, übernahm den Auftrag, die Abweſenden, namentlich auch die Wahlmänner des Kreiſes Friedberg, ſo weit dieſer Kreis zum achten Wahlbezirk gehört, freundlichſt einzuladen. Indem ich mich dieſer Verpflichtung hiermit unter⸗ ziehe, glaubte ich zur Vermeidung von Mißverſtändniſſen die nähere Veranlaſſung vorher auseinander ſetzen zu müſſen. Es wird durch dieſe Vorverſammlung der Wahlmänner auch denjenigen Bürgern, welche wunſchen, zum Abgeordneten des Wahlbezirks gewählt zu werden, um unſere Sache bei der deutſchen Reichsverſammlung zu vertreten, eine Gelegen— heit geboten, ſich öffentlich vorzuſtellen und frei und offen ihr politiſches Glaubensbekenntniß abzulegen, da die bei dem Heſſenbrucker Hammer Verſammelten alle der Anſicht waren, man müſſe wiſſen, welche Grundſätze die Schritte unſeres Abgeordneten leiten. Zugleich glaube ich aber auch den Wunſch ausſprechen zu dürfen, es möchte dieſer Einla⸗ dung von recht vielen, ja von allen Wahlmännern entſprochen werden; denn es handelt ſich ja um eine große, um eine deutſche, um eine heilige Volksſache. Deutſchen Bruͤdergruß! Karl Ludwig Hunſinger. Hungen den 17. April 1848. Für Schleswig-Holſtein ſind weiter eingegangen: Von Kammerdirector Geyger zu Aſſenheim Ertrag einer Sammlung vom 19. d. in dem Trappeſchen und Simo n'ſchen Wirthslocale 29 fl. 51 kr. 5 Hierzu die in Nro. 31 angezeigten 7„0 Zuſammen 183„ 20„, wovon 147 fl. bereits am 13. d. an die proviſoriſche Regierung für Schleswig⸗Holſtein zu Rendsburg abgeſendet worden find. Friedberg den 20. April 1848. Textor. Mavernn, en Vorpet, ig und ent⸗ reiter volks, publik aus. 9, in Be, a dien, da⸗ Lausſchuſſe Mündig dit ei der Ah erſplitte Wr ſo be⸗ uner des es Krtiſes Grünberg) r eigent/ nmiſſat nden, un wöfſent⸗ ländigen. ix ſeinem terztichnete, Rangung weſenden, edderg, ſo reundlichſt u woher rſtandniſſen z niſen. inner auch dgtordneten Sache bei e Gelegen arb offen 4 die bei er Anſicht ge Schritte aber auch ser Einla⸗ entsprochen um eine Age k. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Das Svolbad zu Nauheim in der Wetterau (824) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. a Der Badearzt Herr Doctor Bode dahier wird jede etwa gewünſchte Auskunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logisbeſtellungen fr das Kurhaus, find zeitig an die Inſpection der Soolbade⸗Anſtalt zu richten. Nauheim den 10. April 1848. Kurfürſtl. Heſſ. Salzamt Schäfer. Schmincke. F. Schreiber. Hansmann. Fruchtverſteigerung im Rentamte Friedberg. (838 Der Reſt der 1847r fiskaliſchen Fruchtvor⸗ räthe des hieſigen Rentamts kommt folgender- maßen zur Verſteigerung: 1) Mittwoch den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, zu Butzbach in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hofe, von dem dafigen Speicher ungefähr 1 Malter Waizen, 60 Malter Korn und 24 Malter Gerſte; 2) Freitag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, hier zu Friedberg in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore, von dem hieſigen Speicher ungefähr 4 Malter Waizen, 86 Malter Korn und 24 Malter Gerſte. Friedberg den 10. April 1848. Der Großh. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts Friedberg, Domänenrath Bu ß. Bekanntmachung, Brennholz ⸗Verſteigerung im Domanialwald Frauenwald, Reviers Oberrosbach, Forſts Fried⸗ berg betreffend. (540) Donnerſtag den 27. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in obigem, bei Nieder⸗ mörlen gelegenen Walddiſtrict an die Meiſtbie⸗ enden öffentlich verſteigert: 2650 Wellen eichen und 1675„T weiden Reiſerholz. Oberrosbach den 14. April 1848. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Arbeits ⸗Verſteigerung. (338) Montag den 1. Mai l. J., Vormittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhaus zu Rod⸗ heim die bei der Erbauung einer neuen Kirche daſelbſt vorkommenden Steinhauer, Zimmer-, Dachdecker⸗, Schreiner⸗, Schloſſer⸗, Glaſer⸗ und Weiß binderarbeiten, welche in ganzem zu 21,500 fl. veranſchlagt find, öffentlich an die Wenigſtneh⸗ menden verſteigert werden. Die Riſſe, Voranſchläge und Verſteigerungs⸗ bedingungen liegen auf dem Büreau des Unter⸗ zeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 19. April 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhaufen. Bekanntmachung. (369) Dienſtag den 25. d. M., von Vormit⸗ tags 8 Uhr an, ſoll in der Wohnung des dahier verſtorbenen Bernhard Stoll, deſſen ſämmtlicher Mobiliarnachlaß, beſtehend: 10 2 Ackerpferde, wovon das eine 15 und das andere 4 Jahr alt, 2) 5 gut gehaltene, zum Theil friſchmelkende Kühe, 3) 4 gemäſtete Schweine, 4) 12 Stück alte und 7 junge Schafe, 5) 2 Wagen, wovon der eine ganz neu, mit eiſernen Achſeu, 1365 * 6) 2 Ackerpflüge, 7) 1 Egge, 8) 1 Fruchtfegemühle, ſowie Fäſſer, Bütten, Haus⸗ und Oekonomiegeräthſchaften einer öffent⸗ lichen, jedoch freiwilligen Verſteigerung ausge⸗ ſetzt werden. Nauheim den 19. April 1848. In Auftrag: der Bürgermeiſter Hartmann. Holz⸗Verſteigerung. (560) Mittwoch den 3. Mai, um 8 ¼ Uhr, werden in dem Pfaffenwiesbacher Gemeindewald 1) Diſtrict Wehrholz: 37 eichen Bauſtämme, eirca 890 Cubilfuß, 7 Klafter eichen Scheit⸗ und Prügelholz, 8½ Klafter buchen Scheit- und Prügelholz, 1 Klafter gemiſchtes Prügelholz, 9400 gemiſchte Wellen, 2) Diſtriet Eigenenhecken lr Theil: 7 Klafter birken Prügelholz, 381 Stück birken Wellen, 3) Diſtriet Eigenenhecken 21 Theil, 2 eichen Bauſtämme, 22 Cubikfuß, 1½ Klafter buchen Scheitholz, 9½ Klafter birken Prügelholz, 18 Klafter gemiſchtes Stockholz, 1275 gemiſchte Wellen, 4) Diſtriet Unterkolbenroth: 1 eichen Bauſtamm, 14½ Klafter Birkenholz, 17½ Klafter Stockholz, 1075 Stück birkene Wellen meiſtbietend verſtei⸗ gert. Kann das Holz am erſten Tage nicht alle verſteigert werden, ſo wird die Verſteigerung den 4. Mai fortgeſetzt. Pfaffenwiesbach den 17. April 1848. Erker, Schultheiß. Faſeleber⸗Verſteigerung. (561) Freitag den 28. d. M., Vormittags um 11 Uhr, ſoll ein, der hieſigen Gemeinde gehöriger, großer Faſeleber im Rathhauſe hier⸗ ſelbſt meiſtbietend verſteigert werden. Reichelsheim den 18. April 1848. Der Herzogl. Naſſ. Oberſchultheiß Schmid. Holz-Verſteigerung in dem Maibacher Gemeindewald, Revier Hochweiſel. 662) Dienſtag den 25. und den folgenden Tag d. M., Vormittags um 10 Uhr anfangend, ſoll in dem Diſtricte Filſart und Haaſenberg nachſtehendes Gehölze öffentlich verſteigert werden: a. Brennholz: 1) 64 Stecken gemiſchtes birken Prügelholz, 2) 83„ kleefern Prügelholz, 3) 102„ gemiſchtes birken Stockholz, 4) 69„ kliefern Stockholz, 5) 3650 Stück buchen Wellen, 6) 4325„ gemiſchte birken Wellen, 7) 4325„ kiefern Wellen, 8) 125„ Wachholderwellen. b. Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz: 1) 28 Stück kiefern Stammholz, 2) 3770„ Kiefern- und Nadelſtangen, die ſich zu Wagner⸗ und Bauholz eignen. Die Zuſammenkunft iſt in dem Diſtrict Fil⸗ ſart an der Weinſtraße. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, die— ſes in ihren Gemeinden bekannt machen laſſen zu wollen und wird bemerkt, daß das Holz, welches am erſten Tage verſteigt wird, gegen Bürgſchein bis zum 1. Sept. d. J. geborgt wird. Maibach den 15. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. Holz⸗Verſteigerung. (563) Das nachbeſchriebene Holz ſoll Mitt⸗ woch den 26. d. M., Morgens Uhr anfangend, für hieſige Gemeinde meiſtbietend verkauft werden: i 13 Stecken buchen Scheitholz, 10„ eichen 77 e,„ Prügelholz, 1„ buchen Stockholz, 1 ſchen 75 875 Stück buchen Wellen, 1400„ eichen 15 61„„ Bau⸗, Werk- und Nutzholz⸗ ſtämme aller Gattungen, an 7457 Cubik⸗ fuß haltend. Florſtadt den 15. April 1848, Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Appel. Bekanntmachung, Holzverſteigerungen in den Domanialwaldungen des Reviers Hochweiſel, Forſts Friedberg betreffend. (56) 1. Donnerſtag den 27. und Freitag den 28. April d. J., jedesmal Morgens 9 Uhr anfangend, ſollen in dem Diſtrict Iſſel die nach⸗ ſtehend verzeichneten Holzſortimenten, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden, als: 1) 37 Stecken kiefern Scheitholz, 2 281 7 1 Prügelholz, 9 217*„ Stcockholz I. Cl., 4) 5850 Wellen„ Reisholz, und 5) 1319 Stämme und Stangen kiefern Bau⸗, Werk⸗ und Nußholz, circa 8200 Cubikfuß von 1 bis 11 Zoll Durchmeſſer und 10 bis 50 Fuß Länge enthaltend. Die Verſteigerung des Brennholzes findet am erſten Tage, und die des Bau-, Werk⸗ und Nutz⸗ holzes, am zweiten Tage Statt. II. Donnerſtag den 4. und Freitag den 5. Mai d. J., werden ferner in dem Diſtricte „mittelſter Köppel“ unweit Bodenrod, der Ver fleigerung, jedesmal Morgens 9 Uhr, an Ort und Stelle meiſtbietend ausgeſetzt: 6) 159 Stecken buchen und eichen Scheitholz, 7) 72 Stecken buchen und eichen Prügelholz, 8) 196 Stecken buchen und eichen Stockholz, 9) 2725 Wellen buchen und eichen Reisholz, 10) 11 Stück buchen Achſen= 76 Cbkfß. und 110 1 Stamm eichen Holz— 63 Cblfß. haltend. Hochweiſel den 18. April 1848. Der Gr. Heſſ. Revierfoͤrſter des Reviers Hochweiſel: Stillgebauer. NN Nιν M νι⁰ Privat ⸗ Bekanntmachungen. Mit Grünwagenſchmier (498) empfiehlt ſich Sigmund Simon, Seifen- und Lichter⸗Fabrikant. 2 Tanzmuſik. (832) Am 2. und 3. Oſterfeiertag d. J., iſt in meinem großen Saale gut beſetzte Tanzmufik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Nauheim im April 1848. Dorit. Empfehlung. (852) Mehrere recht gute Clarinetten, Floͤten, Klapphorn, Waldhorn, Trompeten und Poſaunen ſind billig zu verkaufen bei Inſtrumentenmacher C. L. Glück in Friedberg. Anzeige. (833) Vom Sonntag den 16. an fährt jeden Tag ein Omnibus Morgens um 6 Uhr nach Friedberg und von da Nachmittags 4 Uhr nach Grünberg zurück. Grünberg den 10. April 1848. W een Gaſtwirthſchafts-Empfehlung. (534) Der Unterzeichnete erlaubt ſich ſeine neu etablirte Gaſtwirthſchaft zum Mannheimer Hof(Vis-à-vis dem Höôtel Drexel) allen Be⸗ ſuchern von Frankfurt Beſtens zu empfehlen. Großer Hof und Stallung, ſowie gute meubelirte Zimmer nebſt Speiſen und Getränke werden mich 4 beſtens empfehlen. NB. Zur Bequemlichkeit der Geſchäftstreiben⸗ den iſt die Einrichtung getroffen, daß täglich von 11 bis 2 Uhr nach der Karte zu Mittag ge⸗ ſpeiſt werden kann. Einem zahlreichen Zuſpruch ſieht entgegen Frankfurt im April 1848. C. L. Beſſier, Gaſtwirth zum Mannheimer Hof. Wohnungs⸗ Veränderung. (547) Ich mache hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Herrn L. P. Rappolt verlaſſen habe und daß ich jetzt bei Herrn Adam Kehr im goldenen Anker wohne. Indem ich mein Geſchäft einem geehrten Publikum in gütige Erinnerung bringe, erlaube ich noch zu bemerken, daß ich Jede Art von Clavier⸗Inſtrumenten auf Beſtellungen verfertige und zur größten Zufriedenheit ausführen werde. Auch habe ich wieder mehrere gebrauchte Flügel und Claviere, die ich billig verkaufe oder ver⸗ miethe. Friedberg den 12. April 1848. C. L. Glück, Clavier⸗Inſtrumentmacher. Schwalheimer Brunnen. (565) Den zweiten und dritten Oſterfeiertag iſt am Schwalheimer Mineralbrunnen Harmonie⸗ und Tanzmuſik anzutreffen, wozu deutſche Mit⸗ bürger ſammt Frauen und Töchtern höflichſt ein⸗ geladen werden. Hehe Tanzmuſik. 36) Dienſtag den 25. April, als den dritten Bi erdag findet bei mir gut beſetzte Tanz⸗ muſik ſtatt, wozu ich höflichſt einlade. Fauerbach II. J. Neiſel. Großartige Bohnenſtangen (867) habe ich zu verkaufen. Wegen Mangel an Raum wird auf baldige Abnehmer reflektirt. Chriſtian Stadelmann. Zum Ber faufe n. (868) 25 Malter Holzheimer Setzkartoffeln, 5 Fuder Kornſtroh, 4 Malter Erbſen ſind in der Pfarrwohnung zu Bellersheim zu verkaufen. Zum Verkaufen. (369) Eine noch faſt ganz neue Brücken⸗ waage, ſehr correct und von 7 Ctr. Tragkraft, eine neue Kelter mit eiſernen Schrauben und aus einem Klotze, circa/ Ohm ausdrückend, beſtehend, nebſt dazu gehörigem Trog, ein noch wenig gebrauchter Deſtillir-Apparat zur Bereitung von feinerem Spiritus und ein großer eiſerner Mörſer, circa 1 Ctr. ſchwer, ſtehen billig zu verkaufen. Die Expedition d. Bl. ſagt wo? 5 Dee (570) und zwar/ und ½ Ohm haltend, geeicht, nur wenig gebraucht und im beſten Zu⸗ ſtande, ſind in ganzer Parthie, erſtere zu 1 fl. und letztere zu 45 kr. per Stück abzugeben. Die Expedition ſagt wo? Verſteigerung. (571) Wegen Mangel an Concurrenz wird die auf den 18. anberaumt geweſene Verſteige⸗ rung des Anfahrens von 1000 Stück dem Hülfs⸗ * 136. verein gehörigen Wellen Dienſtag den 25. d. M. bei dem Unterzeichneten nochmals abgehalten. Friedberg den 19. April 1848. P. Boutemy. Zum Verkaufen. (872) Ein gut gebauter jähriger Faſelochſe, Schwyzer Race, iſt zu verkaufen bei Rechner Kölſch in Heuchelheim bei Echzell. Dankſagung. (835) Für die vielfachen Beweiſe der Theil⸗ nahme, welche der Tod und die Beerdigung unſers unvergeßlichen Vaters gefunden hat, ſagen wir hiermit unſern aufrichtigſten innigſten Dank. Friedberg den 18. April 1848. In ſeinem und ſeiner Schweſter Namen: Roth, Lehrer am Seminar. Verſteigerung. 6673) Dienſtag den 25. April, Morgens 10 Uhr, läßt der Unterzeichnete eine Kaute voll Miſt, welche bereits 7 Monate liegt, in der Strafanſtalt zu Marienſchloß einer öffentlichen meiſtbietenden Verſteigerung ausſetzen. Die Be⸗ dingungen werden vor der Verſteigerung be⸗ kannt gemacht. Rockenberg den 19. April 1848. Ch r. Wende. Einladung zu einer Volksverſammlung in Vilbel. (87) Behufs vorbereitender Berathung, be⸗ züglich bevorſtehender Bezirkswahl, zur conſti⸗ tuirenden Verſammlung wird hiermit auf nächſten zweiten Oſterfeiertag den 24. April, Nachmittags 1 Uhr, eine Volksverſammlung nach Vilbel ausgeſchrieben, wozu Alle, welche ſich dafür intereſſiren, freund⸗ lichſt eingeladen ſind. Mehrere Volksfreunde. Einladung. (875) In allen deutſchen Gauen haben be⸗ reits Verſammlungen zur Beſprechung der Wahlen zur bevorſtehenden Volksverſammlung zu Frank⸗ furt a. M. ſtattgehabt. Wir, die Bürger im Landgerichtsbezirk Großkarben, dürfen in dieſer Beziehung nicht zurückbleiben und es laden daher die Unterzeichneten alle ihre Mitbürger unſeres Wahlbezirks, welche ſich für dieſe hochwichtige Angelegenheit intereſſiren, hiermit ein 5 Dienſtag den 25. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Gaſthof zum Carlshof ſich einzufinden Deß⸗ gleichen erſucht man auch die Erbleihbeſtänder ſich recht zahlreich einzufinden. Okarben den 18. April 1848. J. G. Specht. B. Vorbach, Wenzel. Sartorius. Emmerich. Sauer. A. Ekert 1. C. Carl. K. Jung. A. Kurz Chriſt. Ruhland. F. Henſel. Geſchäfts empfehlung. (5760 Ich beehre mich, einem geehrten Publi⸗ kum ergebenſt anzuzeigen, daß ich die von meinem verſtorbenen Gatten ſeither betriebene Schreiner⸗ profeſſion auch ferner fortführen werde. Da ich gegenwärtig in meinem Geſchäfte einen braven und tüchtigen Geſellen habe, der das volle Zutrauen meines ſeligen Mannes beſaß, ſo erlaube ich mir die Bitte um geneigten Zu⸗ ſpruch, indem ich noch bemerke, daß mein Bru⸗ der, der Schreinermeiſter W. Valentin, in etwa vorkommenden ſchwierigen Arbeiten mir hülfreiche Hand reichen will. Zugleich verbinde ich hiermit die Anzeige, daß in meinem Wohnhauſe, nahe bei der Stadtkirche, ein Zimmer, mit oder auch ohne Möbel, ſogleich vermiethet werden kann. Friedberg im April 1848. Maria Windecker, Wittwe. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Oſternfeſt den 23. April 1848. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Erſter Feiertag. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Groh. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: 1 Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schaffnit. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Heberer. g A23bWweiter Feiertag. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Melior. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Cröß mann. Nachmittags predigt in der Burgkirche: VpHerr Candidat Orth. Fruchtpreiſe. 12. Apr. 7. Apr. 5. Apr. Gattung. Frted⸗; Die⸗ berg Mainz burg 0 fl. kr. ff. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter] 9 144918110— Korn„, 55 6 39 720 655 Gerſte„ 77 5 39 6121 515 Hofer 5 41481 5 61 350 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 22. bis 28. April 1848. 2 5 Fried- Butz⸗ S Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf.] kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 2 2 77 7 5 3 5 3 . 1 f Lth. th. — Milchbrod 105 15 — Waſſerweck 15ͤ — Gemiſchtes(Tafel⸗/ Brod 15% 1 5% Fleiſch-Preiſe. pf pf. 1 Ochſenfleiſch es 35— 10 5 1 86 gemäſtete— 10— „ Kühfleiſch a n . 30% gemäſtetes 8— 18— 1 Rindfleiſch ungemäſtetes N 17 Kalbfleiſch 6— 6— „ Schweinenfleiſch 131— 13— 17 Hammellleiſch E „ Schaaflleiſch 6 16— „ Wurſtvon blos Schweinen 16/16— „ Gemiſchte Wurſt% 17 5 18 255 18 8 „ Schwartenmagen 5 5 „ Geräucherter Speck 28— 28— „ Schinken 20— 20— „ Doörrfleiſch 21— 2— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 27.— 27— unausgelaſſen 24— 24— „Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 181— 181— Der Gr. Heſſ. eee K. Friedberg D. A.: Krach, Gr. Kr. Seetr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C ar 1 8 indernagel in Friedberg Wegen der Oſternfeiertage erſcheint nächſten Mittwoch keine Nummer dieſes Blattes. man, Marz Add Georg Schl